Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse

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Ein kleiner Beipackzettel zur chinesische Medizin- was üblicherweise in der Presse verschwiegen wird.

Chinesische Medizin entdeckt und behandelt Krankheiten vor sie Symptome machen. Sie ist Vorbild für unser Gesundheitssystem - so selbst ein CSU Europaabgeordneter im einseitigen Focus Interview Ende 2001

Was ist dran, wie sieht es in China tatsächlich aus?  Wer sollte von wem was bitte lernen? Eine Recherche, die ganz gutgläubig die chinesische Propaganda (und die wissenschaftlichen Untersuchungen medizinischer Fachgesellschaften) zur Grundlage nimmt. Wirkliche Alternative ließen sich dabei nicht finden.

China ist medizinisch ein Entwicklungsland, die dortige Medizin macht möglicherweise mehr Menschen krank als sie genesen lässt. Neben der Armut ist auch das diktatorische System verantwortlich für die Misere dort. Wer offen die Lage kritisiert, wird weiter eingesperrt, offizielle Daten sind weiter Propaganda. Allenfalls zögerlich kommt ein Umdenken in China in Gang.  Was von der CSU Propaganda für chinesische Billigmedizin zu halten ist: 

 

Einer der aktuellen Anlässe:

Was meint ein führender CSU- Politiker - das kommunistische China mit seinem katastrophalen Gesundheitssystem soll das neue CSU- Modell werden???

"Die Bewältigung der Probleme im Gesundheitswesen — hier denke ich an acht Millionen von chronisch Kranken, denen zurzeit nicht wirklich geholfen wird - und die Begrenzung der Kostenexplosion werden ohne die Einbeziehung alternativer Medizin nicht möglich sein. Homöopathie, Kneipp und vor allem die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) haben sich bewährt. Ohne die Medizin mit Akupunktur und Kräutern wäre China als bevölkerungsreichstes Land der Erde gar nicht in der Lage, die Menschen so gut und preisgünstig (Anmerkung des Webmasters: was man dort für sein Geld an Medizin bekommt und wie gut die Bevölkerung dort versorgt ist, siehe unten) zu versorgen. Wichtigster Unterschied zu unserem System: Seit 2000 Jahren wird dort eine Vorsorgemedizin betrieben, die bereits allererste Symptome behandelt, um das Auftreten einer Erkrankung schon im Vorfeld zu verhindern. Auch die Eigenverantwortung der Patienten spielt eine große Rolle: Erkältungskrankheiten beispielsweise kann man frühzeitig und sehr wirksam mit bewährten Hausmitteln  (Anmerkung des Webmasters: Herrn Ferber ist sicher entgangen, dass unsere Krankenkassen gar keine Mittel gegen Erkältungen bezahlen) entgegentreten. Arzte sollten selbstverständlich mit Fachleuten für alternative Medizin und Heilpraktikern zusammenwirken und sie nicht als Konkurrenten abwerten. (Anmerkung des Webmasters:  wenn Herr Ferber wüsste wie Heilpraktiker ausgebildet werden, würde er sie kaum als Konkurrenten der Ärzte sehen). Denn so oft Schulmedizin oder Antibiotika  (Anmerkung des Webmasters: wie Antibiotika im gepriesenen China eingesetzt werden siehe unten)  auch lebensrettend sind, so haben sie in anderen Situationen ihre Grenzen. Es ist ein überfälliges Zeichen von Verantwortung, dass Arzte diese Grenzen offen eingestehen und mit dem Kranken gemeinsam über alternative Behandlungen nachdenken. Statt solcher Aufgeschlossenheit arbeiten viele Mediziner immer noch mit Scheuklappen, halten zwanghaft an Krankenscheinen fest, obwohl sie mit ihrem Latein längst am Ende sind. Die Schaffung einer Krankenkasse für Alternative Heilmethoden könnte die von Arbeitgebern seit langem gewünschte Senkung der Lohnnebenkosten erbringen und damit nachhaltig zur Belebung der Konjunktur und des Arbeitsmarkts beitragen". Unser Gesundheitssystem überlebt nur, wenn Alternative Heilmethoden stärker einbeziehen Markus Ferber CSU Europaabgeordneter Dort Ist er Vorsitzender der CSU-Gruppe und Mitglied im Haushaltsausschuss,Dipl.-Ingenieur für Elektrotechnik, Projektingenieur für Umweltschutz in einem mittelständischen Unternehmen, MdEP seit 1994, seit 1996 parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Gruppe im EP.  FOCUS 51/2001 Seite 72 Ich dachte beim Lesen von Ferbers Artikel schon es sei Li Yu Zum 80. Jahrestag der Gründung der KP Chinas Beijing Rundschau 26/2001" Daß sich das chinesische Volk in den vergangenen 80 Jahren von Unterdrückung, Demütigung und Armut befreit hat und allmählich zu Wohlstand gekommen ist, ist der KP Chinas zu verdanken".

Ferber zu Raucherwerbung, Alkoholsteuer und was er sonst noch für richtig hält:  http://www.das-parlament.de/37-38-2001/aktuelle_ausgabe/p-a-54.html  Aktuell - Welt Verlag Der Tagesspiegel 1998 - http://www.das-parlament.de/05-2801/aktuelle_ausgabe/p-a-6.html Und weil Griechenland für eine Abschaffung der Tabakwerbung war, sollten die Griechen nach dem Willen Ferbers nicht am Euro teilhaben können."  http://www.dm-online.de/euroaktuell/heuteaktuell/presse_2000051814035828.html http://www.welt.de/daten/2001/07/11/0711wi267007.htx    http://www.stern.de/wirtschaft/spezial/artikel_24792.html?seite=4   http://www.jf-archiv.de/archiv01/081yy14.htm 

Dennoch soll hier für eine Darstellung des chinesischen Gesundheit überwiegend die offizielle Chinesische Presse zitiert werden. 

Was melden die Chinesen zur dortigen Reform selbst  Beijing Rundschau 34/2001:: China braucht eine den Verhältnissen des Landes entsprechende Auswahl. Die Durchführung dieser Reform in einem Land mit 1,3 Mrd. Menschen ist zweifelsohne schwierig. Das Überalterungsproblem, die Gründung von Sozialabsicherungsfonds und die Gewährleistung der Unterhaltskosten für einkommensschwache Bürger sind weltweite Phänomene. Alle Länder suchen nach einer besseren Lösung. Experten aus europäischen Wohlfahrtsstaaten äußerten, daß China nicht mechanisch das Sozialabsicherungssystem, das in einigen europäischen Staaten typisch sei und riesige Kosten involviere, einführen könne; für das bevölkerungsreiche China sei es am wichtigsten, zu gewährleisten, daß alle Menschen genug zu essen und anzuziehen haben; China sollte eine „minimale“ Sozialabsicherung mit „großem Umfang“ einführen. Der von China unternommene Versuch entspricht dem Vorschlag der Weltbank; d. h. , daß China ein Sozialabsicherungssystem, das auf staatlicher Finanzierung, einem Pflichtbeitrag und freiwilligen Zahlungen der Bürger basiert, aufbaut. Wie sollen die Standards für die Sozialabsicherung festgelegt werden? Alle Seiten erzielten folgenden Konsens: Die Standards für die Sozialabsicherung müssen dem wirtschaftlichen Entwicklungsstand Chinas und der Belastbarkeit aller Sektoren entsprechen. Die Standards dürfen nicht zu niedrig sein und das Existenzminium der Versicherten muß gewährleistet werden. Die Standards dürfen auch nicht zu hoch sein, da sonst die Unternehmen überlastet sind und  die Finanzbehörden nicht mehr zahlen können und die Wiederbeschäftigung, die wirtschaftliche Entwicklung und die Konkurrenzfähigkeit der Unternehmen beeinträchtigt werden. Fazit Vorbild oder Nachbildung, jedenfalls kommen einem die Probleme und Schlagwörter bekannt vor. Mit Kräutern und Akupunktur scheint auch China sein Problem nicht lösen zu können.  Herr Ferber was raten wohl Ihre chinesischen Kollegen? Herr Ferber bricht ansonsten zum Sparen gerne eine Lanze für die Tabakindustrie.  Dort hat er was gegen den Sozialismus: "Dr. Werner Langen, die SPD-Abgeordnete Dagmar Roth-Behrendt und der CSU-Abgeordnete Markus Ferber. Letzterer griff sogar auf die Mottenkiste der Geschichte zurück und setzte die Beschränkung der Tabakwerbung mit Sozialismus gleich." http://www.ni-d.de/NRI/31/nrinfo31-EU-Parla.html  (Nichtraucher-Initiative Deutschland e.V)

Herrn Ferber geht es also ums Sparen unter Ausnutzung populistischer Thesen. Ob er überhaupt recherchiert hat vor er seine werbewirksame Stellungnahme abgab bleibt fraglich.  Warum die so beabsichtigte Senkung der Lohnnebenkosten zu desolaten Verhältnissen führen würde versteht man am besten, wenn man die tatsächliche Realität des gegenwärtigen chinesischen Gesundheitssystems (das übrigens völlig pleite ist) ansieht. TCM spielt dort übrigens im Gegensatz zu dem was Ferber und die Werbung für TCM sonst impliziert kaum eine Rolle, wohl aber Barfußärzte oder mangelhaft ausgebildete Heiler die unseren Heilpraktikern eher vergleichbar sind als unseren Ärzten.  Was Herrn Ferber ganz entgangen ist, ist dass die Atraktivität der Alternativmedizin gerade auf den zusätzlichen Einnahmen und nicht auf der Kostenersparnis beruht. Ein niedergelassener Arzt kann pro Quartal (3 Monate) und Kassen-Patient (durch das Budget) für dessen Vollversorgung gerade etwa 100 DM verdienen. Darin sind alle Untersuchungen, Gespräche und Behandlungen eingeschlossen. Akupunktur wird aber extra im Modellprojekt oder vom Patienten direkt bezahlt mit 60- 100 DM pro Sitzung. Bei 8-20 Akupunktursitzungen macht das also 480,- bis 2000 DM pro Patient- nicht schlecht pro Akupunkturpatient ist also in der Kassenpraxis soviel verdient wie sonst an 5 bis 20 Patienten. Wie man dabei Kosten spart, mag auch ein kleines Beispiel zeigen: Akupunkturstudien (von TCM Akupunkteuren, bei insgesamt wissenschaftlich weiter sehr strittiger Effektivität) bei Kopfschmerzen kommen auf bestenfalls eine 30%ige Besserung, bei Einnahme von 2 Tabletten Aspirin gilt eine über 50%ige Besserung als gesichert, 2 Tabletten ASS kosten 35 Pfennige, was die Akupunkturserie kostet siehe oben.   Wie sagt Herr Ferber: "Krankheiten aus der Tabuzone zu holen. Damit wäre nicht nur eine wichtige Hürde genommen, Geld zu sparen".  Wie traditionell sind die Chinesen bezüglich des medizinischen Fortschritts, wie halten es die Chinesen mit den Tabuzonen, ein aktuelles Bespiel: "Eine Gruppe von Wissenschaftlern der Medizinischen Universität Zhongshan in Guangzhou hat unter der Leitung von Prof. Chen Xigu zum ersten Mal in der Welt erfolgreich über 100 menschliche Embryos geklont, indem sie menschliche Hautzellen mit Oocyten von Kaninchen verband. Kommentar der  Beijing Rundschau 52/2001: Es ist ein typisches Phänomen in China, dass diejenigen, die sich mit der Ethik beschäftigen, keine Ahnung von Naturwissenschaften haben und die Naturwissenschaftler sich kaum mit ethnischen Fragen befassen. Wissenschaftliche Schlussfolgerungen können nicht durch eine Abstimmung mit Handzeichen gezogen werden, sie müssen auf Fakten und Forschungsergebnissen basieren. Dieses Experiment ist ein bedeutender Durchbruch. Vorsicht ist notwendig, aber es wäre jedoch lächerlich, vor der Erfindung des Autos die Verkehrsregeln auszuarbeiten". Man sieht wie sensibel dort diskutiert wird. Quelle http://www.bjrundschau.com/bjreview/g-br/Index.htm.

Oder liebäugelt der Bayer mit den klaren Autoritäts-Strukturen im Gesundheitswesen des fernen China- Aus Beijing Rundschau 29 und 44/2001: In einigen entwickelten Ländern führen die medizinische Mitarbeiter vor einer Magenspiegelung zuerst ein Gespräch mit dem Patienten, in dem sie ihn über seinen Zustand informieren, ihm die Grundlage der Untersuchung, das Arbeitsprinzip des Apparats, die Probleme, die während der Untersuchung auftauchen können, die Sicherheitsfunktion des Apparats usw. erklären und seine  Fragen beantworten, um ihm zu helfen, seine Furcht zu überwinden. Der Patient kann selbst entscheiden, ob die Untersuchung durchgeführt und wann sie durchgeführt werden soll. So können die medizinischen Mitarbeiter die aktive Kooperation des Patienten erhalten. Auf diese Weise werden die Patienten respektiert und ihnen wird das Recht zugestanden, über die Behandlung genau Bescheid zu wissen und eine Wahl zu treffen. In China aber sehen wir oft, daß Ärzte bei der Behandlung von Patienten als Patriarch auftreten. Sie sagen oft zu den Patienten: "Ich bin Arzt. Sie müssen die Arzneien, die ich Ihnen verordne, einnehmen und meine Behandlung akzeptieren." Die chinesischen Ärzte haben in allem das letzte Wort und tun so, als wären sie ein Erlöser, während die Patienten sich in einer passiven Position befinden und ihnen bedingungslos gehorchen müssen. Allerdings bin ich auch nicht mit der Losung "Der Patient ist König" einverstanden. Ein Patient ist ein Patient. Er darf sich weder über den Arzt erheben noch unwissenschaftliche und unvernünftige Forderungen stellen, noch unter Mißbrauch seiner Macht und finanziellen Stärke medizinische Mitarbeiter diskriminieren oder beleidigen, geschweige denn beschimpfen und prügeln. Daher muß die Verbesserung der medizinischen Ethik auf der Gleichberechtigung zwischen Ärzten und Patienten basieren. Das erfordert eine vollständige Veränderung der traditionellen Beziehung zwischen Ärzten und Patienten und die Etablierung einer neuen Beziehung zwischen ihnen, die durch Gleichberechtigung und gegenseitigen Nutzen gekennzeichnet ist und der Entwicklung der sozialistischen Marktwirtschaft entspricht. Oder "Im Vergleich zu den entwickelten Ländern entwickelt sich die Überalterung der Bevölkerung in China schnell, schneller als die Industrialisierung und Modernisierung Mit der Überalterung der Bevölkerung kommen Sorgen um die Altersversorgung auf. Gegenwärtig gibt es große finanzielle Schwierigkeiten mit dem Pensionsfonds. Einerseits können die Einnahmen nicht die Ausgaben decken, so daß der Pensionsfonds in eine Finanzkrise geraten ist; andererseits gibt es in den individuellen Konten für Pension einen Fehlbetrag in Höhe von 199 Mrd. Yuan. Es gibt aber eine neue Tendenz in der chinesischen Gesellschaft: Die Funktion der Familien hat sich geschwächt, während der Umfang der Familien immer kleiner wird. Die jungen Leute kümmern sich immer mehr um ihre eigenen Interessen und ihre eigene kleine Familie. Deshalb schrumpft die Funktion der ländlichen Familien in der Unterhaltung der Alten immer mehr. Doch das gegenwärtige Pensionssystem erstreckt sich noch nicht auf die Alten in den ländlichen Gebieten. http://www.bjrundschau.com/bjreview/g-br/Index.htm. Kommentar es ist ein Fortschritt, dass es in China überhaupt eine einigermaßen kritische Diskussion gibt. Diese ist allerdings nur in beschränkten Bereichen für einen eng begrenzten Personenkreis möglich. Chinesische Arzt- Patienten- Beziehungen scheinen aber wenig attraktiv. China hat nur ein sehr schlechtes Meldesystem für Krankheiten. Es beruht auf etwa den Daten von 10% der Bevölkerung. Mit der seelischen Gesundheit scheint es übrigens schlechter bestellt zu sein als bei uns. Zumindest ist die Suizidrate deutlich höher. Michael R Phillips, Xianyun Li, Yanping Zhang Suicide rates in China, The Lancet 2002, 1995-99  [Full Text] [PDF] Yin DK. Current status of mental health work in China: problems and recommendations.  Chin Ment Health J 2000; 14: 4-5 (in Chinese). [PubMed) Phillips MR, Liu HQ, Zhang YP. Suicide and social change in China.  Cult Med Psychiatry 1999; 23: 25-50. [PubMed]Qin P, Mortensen PB. Specific characteristics of suicide in China.  Acta Psychiatr Scand 2001; 103: 117-21. [PubMed] Ji J, Kleinman A, Becker AE. Suicide in contemporary China: a review of China's distinctive suicide demographics in their sociocultural context.  Harvard Rev Psychiatry  2001; 9: 1-12. [PubMed] Pearson V. Goods on which one loses: women and mental health in China.  Soc Sci Med 1995; 41: 1159-73. [PubMed] Beijing Hui Long Guan Hospital Research Center of Clinical Epidemiology. Report on the March 22-24, 2000, meeting of the Ministry of Health and the WHO on suicide prevention.  Chin Ment Health J 2000; 14: 295-98 (in Chinese). [PubMed]

Menschenrechtsverletzungen in der Psychiatrie Chinas- Psychiatrie als Mittel der politischen Unterdrückung in einer Diktatur

Laut der Organisation „Human Rigths Watch“ mißbraucht der chinesische Staat auch heute noch die Psychiatrie. In chinesischen Anstalten für geistesgestörte Straftäter sollen sich rund tausend politische Häftlinge befinden. Unter diesen auch Wang Wangxing, der dort eingewiesen wurde weil er 1992 auf dem Pekinger Platz des Himmlischen Friedens ein Spruchband entfalten wollte. Nach Angaben wird dies auch von chinesischen Offiziellen zugegeben. Die Dissidenten werden dort nach Angaben in Anstalten die „Friede und Gesundheit“ benannt sind, „behandelt“. Offensichtlich hat sich diesbezüglich seit der Mao- Ära wenig geändert. (Frankfurter Allgemeine, 22.8.02 Seite 5 China mißbraucht die Psychiatrie). Unter den meisten kommunistischen Regimen des Ostblocks gab es bekanntlich ähnliche Situationen. China ist einer der 5 diktatorischen Dinosaurier in denen dieses System überlebt hat. Psychiatrie im Kommunismus hatte immer auch wesentlich die Funktion, psychisch Kranke von der Straße in die Verwahranstalt zu bringen, sie passten nicht in die Utopie des Kommunismus. Siehe auch (MDAC Mental Disability Advocacy Centre) Siehe  auch Human-rights group calls on China to improve psychiatric standards  The Lancet Volume 360, Number 9333  24 August 2002[Full Text] [PDF] Sarah Ramsay. Download zu diesem für Psychiater wichtigen Thema mit geschichtlicher Darstellung und Bericht über die aktuelle Situation The Human Rights Watch report, Dangerous Minds: Political Psychiatry in China Today and its Origins in the Mao Era, http://hrw.org/reports/2002/china02/china0802.pdf (Ausführlich 310 Seiten aber leider lange Ladezeit) Siehe auch die Artikel zum Thema bei Human Rights in China (HRIC)  2002-05-23Human rights situation in China and the abuse of judicial psychiatry2002-05-23Judicial psychiatry in China and its political abuses2002-05-23Psychiatric abuse reportedly used to repress sect2002-05-23Wang Wanxing: Indefinite incarceration in a psychiatric institution 2002-05-23Xue Jifeng: Detained in a psychiatric hospital for championing worker rights. Opfer des Terrors am Tiananmenplatz 1989 warten immer noch vergebens auf Anerkennung und Behandlung ihrer posttraumatischen Belastungsstörungen Human Rights In China.  Oct 21, 2002).


 

Die Selbstdarstellung der Traditionellen chinesischen Medizin bei uns 

"Die Ursprünge der chinesischen Medizin reichen 12.000 Jahre zurück. Schon damals begann man, mit Steinnadeln Schmerzen zu lindern und die Moxibustion, das Erwärmen von Akupunkturpunkten mit einer brennenden Zigarette aus Beifuß, anzuwenden. Im Laufe der Jahrtausende entwickelten die chinesischen Ärzte ein Diagnosesystem, das durch Einsatz aller fünf Sinne selbst feinste Änderungen im Körper erkennen kann, noch bevor diese zu Krankheiten führen" Die Yin-Yang-Lehre entstand mehrere Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung und stellt ein Gegensatzpaar dar, mit dem der gesamte Kosmos in den gegensätzlichen Kategorien des Seins beschrieben werden kann. Yin und Yang bringen die Lebensenergie Qi hervor. Für die medizinische Theorie von Bedeutung sind zusätzlich die fünf Wandlungsphasen, welche mit den Begriffen Metall, Holz, Wasser, Feuer und Erde bezeichnet werden. Die Körperfunktionen werden in der TCM mit Hilfe von Funktionskreisen beschrieben. Zur Diagnose benutzen die Ärzte insbesondere die Puls- und die Zungendiagnose. Chinesischen Ärzten war die Sektion des menschlichen Körpers verboten. Viele Grundlagen der modernen Medizin konnten deshalb in das dortige System nicht eingehen.  "Chinesische Medizin," oft auch "orientalische Medizin" oder "traditionelle chinesische Medizin (TCM)," genannt, umfasst ein weites Feld von auf Mystik beruhenden Praktiken der Volksmedizin. Sie geht davon aus, dass die Lebensenergie des Koerpers (Chi oder Qi) durch 14 Kanaele, die sogen. Meridiane, zirkuliert, die durch Abzweigungen mit allen Körperorganen- und Funktionen verbunden sind. Krankheit wird als Unausgeglichenheit oder Unterbrechung des Chi interpretiert. Alte Heilpraktiken wie Akupunktur und Qigong sollen das Gleichgewicht wiederherstellen. Wie Diagnosen gestellt werden, hat nichts mit den Erkenntnissen oder Definitionen moderner Medizin gemein:

 Beispiel bei Kopfschmerzen

Zeichen akuter Kopfschmerzen Ursachen nach traditioneller chinesischer Ansicht

Abends oder nachts

 „Blut"- oder Yin-Mangel

Tagsüber 

Qi- oder Yang-Mangel

Nacken 

Taiyang Kälte, Wind, Nierenschwäche

Stirn 

Yangming Magen-Hitze, „Blut"-Mangel

Schläfen

 Shaoyang Äußerer Wind und Kälte, Leber- oder Gallenfeuer

Scheitel 

Jue-Yin Leber-„Blut"-Mangel

Gesamter 

Kopf Wind-Kälte

Schmerz tief im Kopf, „Gehirn schmerzt" 

Nieren-Yin-Mangel

Pochendes Spannungsgefühl 

Aufsteigendes Leber-Yang

Bohrend wie ein Nagel 

 „Blut"-Stase

 Beispiel aufsteigendes Leberfeuer (akuter Zustand des Leber-Yang) oder wie man Cluster- Kopfschmerzen oder eine akute Blutung fehldeuten kann: 

Es handelt sich um plötzlich auftretende, rasende Kopfschmerzen, sie sind häufig nur einseitig, gehen mit bitterem Mundgeschmack und roten Augen einher. Die Symptome treten oft während der Nacht auf und sind dann auch von Schlafstörungen begleitet. Die Patienten sind reizbar und streitsüchtig, außerdem ärgern sie sich über alles. Der Urin ist vermindert und extrem eingedickt. Das gleiche gilt für den Stuhlgang, auch hier finden wir aufgrund des Feuereinflusses eine Obstipation. Die Zunge hat eine hochrote Farbe und einen gelben Belag. Der Puls imponiert als drahtig und schnell. Bei der Therapie stehen die folgenden Akupunktur Punkte im Vordergrund: – Le 2 Beseitigt Leberfeuer – Le 3 Beruhigt die Leber, leitet Leberfeuer ab, kühlt Blut-Hitze– Le 5 Lo-Punkt der Leber, leitet Leberfeuer über das transversale Lo ab. Aus:Akupunktur / Aurikulomedizin 1/1999  Grundlage der Kopfschmerztheorie ist eine  Zuordnung wie Himmel, Sonne, Tag und Feuer als Yang, das mit Hitze, Anregung, Männlichkeit, Aktivität, Bewegung und Zunahme assoziiert wird. Yin dagegen steht für Erde, Mond, Nacht und Wasser und weist Qualitäten auf wie Dunkelheit, Kälte, Ruhe, Weiblichkeit, Passivität und Abnahme. Diese beständige Entfaltung von Yin und Yang erklärt in der chinesischen Medizin alle Krankheiten, wie die ganze Welt überhaupt. Geraten Yin und Yang auf extreme Weise oder für längere Zeit aus dem Gleichgewicht, hält der Mangel-Aspekt dem Übermass-Aspekt nicht länger stand und springt womöglich ins Gegenteil um. Am Ende chronischer Extremlagen trennen sich Yin und Yang voneinander, und die Existenz gelangt zum Stillstand: der Tod des Individuums, das dann mit einen grösseren Kreislauf der Natur verschmilzt.  Im besten Fall resultiert aus solchen Theorien mangelnde Besserung oder ein  geringem Placeboeffekt, im schlimmeren Fall das Übersehen einer schwerwiegenden Erkrankung.  Vergleichen Sie einfach wie nachvollziehbar Ihnen die hier kurz zitierten Kopfschmerztheorien im Vergleich mit derzeitigen "schulmedizinischen" Theorien sind.   Emotionen sind nach der Lehre der trad. chin. Medizin einzelnen Organsystemen zugeordnet. Mit einer bestimmten Nadelung soll somit über dieses Organsystem auch diese Emotion zu beeinflussen sein. Daß dieses Lehrsystem kein Humbug ist, wird nach Meinung von derart ausgebildeten Mediziner und Heilpraktikern dadurch als bewiesen betrachtet, dass es sich über 2000 Jahre behaupten konnte. Allerdings hat auch der Antisemitismus, fast jede Religion und sehr vielfältiger Aberglaube Jahrhunderte und Jahrtausende alte Tradition. Kein vernünftiger Christ käme auf die Idee heute noch Epilepsie als Besessenheit von einem bösen Geist zu betrachte, auch wenn dies bei Lukas so beschrieben ist.  Über den Wahrheitsgehalt einer Überzeugung sagt deren Alter wenig aus. Nieren-, Herz-, oder Leber-, Transplantierte behalten ihr ursprüngliches Gemüt. Berichte, dass sie die Emotionen und psychischen Krankheiten des Spenders angenommen haben, sind mir nicht bekannt geworden. Bestimmte Hirnkrankheiten dagegen verändern nachvollziehbar die Emotionalität. Man bedenke immer, dass die alten Chinesen wenig Anatomiekenntnisse haben konnten, da eine Sektion den damaligen Medizinern nicht erlaubt war. Krankheitserreger waren zum Zeitpunkt der Entwicklung der TCM nicht bekannt. Selbstverständlich schließt dies nicht aus, dass auch in traditionellen Verfahren sehr wirksame und möglicherweise sogar den Methoden der modernen Medizin überlegene Methoden zur Diagnostik und Behandlung zu finden sind. Allein es muss hierfür genauso wie für moderne Methoden der Beweis der Wirksamkeit und Unschädlichkeit angetreten werden. Letzteres ist aber bisher nach wissenschaftlichen Methoden für die meisten Behandlungsformen nicht geschehen. Auch die europäische Geschichte hat im Übrigen zahlreiche Naturheilverfahren anzubieten. Auch dort gibt es vieles was nicht nicht nur eines Wirkungsnachweises entbehrt, auch vieles was massiv schaden kann. Manches was dort Jahrhunderte alt ist mutet uns heute geradezu skurril an. (Für Interessenten sei das Lexikon des deutschen Aberglaubens als Lektüre empfohlen).
 

 

Wie sieht die Realität in China und anderen Entwicklungsländern aus:

AIDS durch miserable Medizin in Entwicklungsländern wie sieht die Situation in vielen Entwicklungsländern aus - traditionelle Heilmethoden und schlampige  Medizin bedingen Katastrophen und Leid. 

Erstmals hat im September 2002 ein Funktionär des chinesischen Gesundheitsamtes zugegeben, dass vermutlich eine Million Menschen in China mit dem Aids-Virus infiziert sind. Zuvor waren immer Zahlen um 30000 angegeben worden- meldet die FAZ vom 8.9.2002. (Auch die Pekingrundschau Nr37/2002bestätigt: Es wird geschätzt, dass es in China Ende letzten Jahres 850 000 als HIV-positiv registrierte Menschen gab. Die Zeitung berichtete, dass diese Zahl in der ersten Hälfte des Jahres auf 1 Million gestiegen ist. ) In der Provinz Henan sollen nach Schätzungen der Vereinten Nationen alleine etwa 150 000 bis zu einer Million Bauern durch eine Plasmaspendekampange infiziert worden sein. Den Bauern sei das Blut bei der Kampange entnommen worden und in Sammelstellen im großen Kontainer das Blut aller mit der selben Blutgruppe gemischt worden , anschließend dann das infizierte Blut den Bauern zurückinjiziert. Auf diese Weise seien laut FAZ ganze Dörfer mit Aids infiziert worden. Viele Bauern sind erkrankt, mehr als tausend schon gestorben. als Entschädigung erhalten infizierte Bauern 5,50 Euro pro Monat, die Aidsmedikamente werden nicht übernommen. Geschäftemacher mit kommunistischer Protektion haben hier eine Art Massenmord betrieben. Ein Aids Aktivist, der den Skandal im Internet publik machte wurde zeitgleich mit der Veröffentlichung verhaftet. Human Rights in China (HRIC) meldet dazu: Wan Yanhai is being detained and is under examination (shen cha) for leaking “state secrets.” The Ministry of State Security views Wan’s research and report that revealed the growing HIV/AIDS epidemic in Henan Province as an exposition of “state secrets.” Gesundheitsdaten wie andere Daten aus China sind soweit sie offiziell sind immer mit Vorsicht zu genießen. Die Diktatur, hält wie andere Diktaturen auch wenig von Meinungsfreiheit, und gar nichts von einer informierten Öffentlichkeit. Immerhin 45.8 Millionen Chinesen sind online. Der Zugang zum Internet wird aber staatlich eingeschränkt. 30,000 Kontrolleure beschäftigt das Land um Webseiten, Chat Rooms und private E-mail zu kontrollieren. 150,000 Internet Cafes wurden in den letzten Monaten geschlossen. 500 000 Webseiten gelten in China als verboten. (BBC News, September 2, 2002). China hat beispielsweise auch den Zugang zu Suchmaschiene Google für eine Woche blockiert. Bei erneutem Zugang zu Google mussten chinesische Internetnutzer danach feststellen, dass es dem sonst oft technisch rückständigen Land mit massivstem Aufwand und modernster Technologie gelungen war, auch die Ergebnisse dieser Suchmaschiene im aus China zugänglichen Netz massiv zu zensieren. Modernste Technologie wird hierfür für viel Geld aus den USA gekauft (Microsoft, Cisco,..) siehe Newsweek vom 16.12.02. Offiziell heißt es am 8.09.2002 in der Pekingrundschau "Jegliche Publikationsaktivität im Internet sollte Gegenstand offizieller Genehmigung sein. Ohne Genehmigung soll es keiner Einheit und keiner Einzelperson erlaubt sein, sich in derartigen Aktivitäten zu engagieren. Außer den Vorschriften über den Inhalt, der für die Veröffentlichung im Internet verboten ist, schreiben die Regeln ebenfalls detailliert die Strafen für unautorisiertes Veröffentlichen im Internet vor." BEHÖRDLICHE INFORMATIONEN Internetbenutzung alleine kann in China ein Grund für eine Inhaftierung sein. Während bei uns die Aidszahlen stagnieren und für Hepatitis Impfungen und immens teure Interferonbehandlungen zur Verfügung stehen, stehen Entwicklungsländer vor der Katastrophe. Ohne schnelle Hilfe kommt diese auf uns zurück. Ein weiterer Anlass für diesen Artikel: Ein aktueller Prozess in Südafrika um die Vergewaltigung von Säuglingen aus dem Aberglauben heraus, damit Aids durch Verkehr mit Jungfrauen zu heilen, sollte Anlass sein, sich mit der Situation in Entwicklungsländern auseinander zu setzen. (Siehe auch Doctor reprimanded for giving antiretroviral drug to baby who was raped BMJ Volume 324, Issue 7331 [Full text] [PDF]Bis in die Regierung hinein war in Südafrika lange ein Zusammenhang zwischen Aids und der Virusinfektion bestritten worden, obwohl wissenschaftlich schon lange kein Zweifel mehr bestand. Auch der Mythos dass AIDS nichts mit einer Virusinfektion zu tun habe, mit all seinen Folgen hat durchaus Einzug in deutsche "alternative Intellektuellenkreise" gefunden. Unschwer lassen sich die Spuren im Internet verfolgen ( siehe z.B.: http://www.rethinkingaids.de/ dort "dann gibt es keinen signifikanten Zusammenhang zwischen HIV-Infektionen und AIDS-Erkrankungen"..Verstärkt muß darauf hingewiesen werden, daß es viele Faktoren gibt, die das Immunsystem stören oder zerstören können, von einer Fehlernährung bis zum dauerhafter Ge- bzw. Mißbrauch von Medikamenten (Antibiotika!)""Normalerweise wird behauptet, daß HIV heterosexuell übertragen wird. Fiala prüft die vorhandenen epidemiologischen Daten und kommt zu dem Schluß, daß sie das Gegenteil beweisen. http://www.rethinkingaids.de/allg/epidem-d.htm  "Während die üblichen Ansichten lauten, daß man diese Krankheiten dann bekommt, wenn man von einem Erreger infiziert wird, plädiert Köhnlein dafür, daß es sich bei diesen Krankheiten in Wahrheit um die Folge von Vergiftungen handelt" http://www.rethinkingaids.de/allg/koenl-1.htm "Die Lehrbuch-Medizin behauptet: AIDS ist eine Infektionskrankheit, die durch HIV hervorgerufen wird. Die Ablehnung dieser These ist der gemeinsame Nenner aller Kritiker an der HIV-AIDS-Theorie." http://www.rethinkingaids.de/varia/kraflank.html  "Rezept das Angeboten wird: Die Virus-AIDS-Hypothese und der mit ihr verbundene Medien-Alarm (Der Spiegel allein l2 Titelgeschichten) hat die größte medizinische Katastrophe und menschliche Tragödie ausgelöst, indem sie zahllose Menschen in Angst und Verzweiflung getrieben hat, zahllose Suizide und iatrogene Todesfälle ausgelöst hat und noch auslöst. Ein Ende ist möglicherweise abzusehen, wenn Mbeki sich mit seiner AIDS-Politik durchsetzt und HIV-Tests und antivirale Medikation in seinem Land verbietet und stattdessen die in seinem Land zunehmende Tuberkulose und die mit ihr verbundene Armut und die sozialen Probleme bekämpft. Die Folgen der Verunsicherung bei manchen Aidskranken, HIV- Infizierten aber auch potentiell ansteckungsgefährdeten kann man sich leicht vorstellen. Im letzteren Link wird die Existenz von Infektionskrankheiten überhaupt bestritten, eine These die auch in der Traditionellen chinesischen Medizin und Homöopathie weit verbreitet ist, jeder halbwegs gebildete, kann sich die Folgen solcher Thesen, die uns jetzt sogar von prominenten Politikern schmackhaft gemacht werden sollen, leicht vorstellen. AIDS, Hepatitis usw. wird auf solchen Seiten und in solcher Propaganda leicht zu "einer angeblichen Erfindung der Pharmaindustrie.  Man nennt sich auf solchen Seiten "AIDS-Kritiker" als ob der Aidsviurs Angst vor Kritik hätte und kritisiert kräftig die "Schulmedizin. Dabei werden die enormen Fortschritte in der Behandlung der Aidskranken und Infizierten in den letzten Jahren völlig negiert. Unkritische Alternativmedizin hat erhebliche Nebenwirkungen, die folgenreichsten in Entwicklungsländern, diese sollten wir nicht unbedingt importieren.
Armut, Ideologien, Aberglauben und seine Verbindung zu Halbwissen und Überschätzung bezüglich der Möglichkeiten moderner technischer Medizin schaffen die Grundlangen für wahre Katastrophen in den Entwicklungsländern, die hier wenig öffentliche Aufmerksamkeit erregen. Mangelhafte Informationen gepaart mit Propaganda und Korruption in vielen Ländern verhindern, dass solche Katastrophen rechtzeitig erkannt werden. Spritzen und Nadeln sind in Entwicklungsländern immer noch ein enormes Gesundheitsrisiko. Die WHO geht davon aus, dass durch in aller Regel unnötige Injektionen mit unsterilen Nadeln jedes Jahr 80 000-160 000 neue HIV-1 Infektionen (Aidsvirus), 8-16 Millionen Hepatitis B Infektionen, und 2,3-4,7 Millionen Hepatitis C Infektionen auf der Welt ausgelöst werden. Im Ergebnis wird seitens der WHO von 1,3 Millionen Toten und Millionen verlorener Lebensjahre ausgegangen. Der Gebrauch von unsterilen Nadeln ist dabei nicht auf traditionelle Heiler begrenzt, sondern findet sich genauso in dortigen Arztpraxen und Krankenhäusern. Von deren Erfindung 1848 bis zu Ära des Penicillins wurden Spritzen und Nadeln überwiegend handgefertigt und waren entsprechend teuer US$50 (nach Inflationsausgleich gerechnet). Mit dem Siegeszug des Penicillins und dann auch des Insulins kam auch die billige Massenproduktion. Heutzutage kann eine kleine Fabrik mit 6 Arbeitern 100 Millionen Einmalsets mit Spritze und Nadel für etwa 3 Pfennig oder 1,5 Cents pro Set herstellen. Dieser Preis scheint in Entwicklungsländern immer noch zu teuer, der Schwarzmarkt mit meist in gefährlicher Kinderarbeit wiederverpackten und unsterilen Einmalnadeln blüht dort. Die erst seit 1989 identifizierbare Hepatitis C scheint sich wesentlich mit unsterilen Nadeln weltweit verbreitet zu haben. Die Antibiotikabehandlung  des Schistosomiasis in Ägypten soll dort 10 % der Bevölkerung mit  Hepatitis C infiziert haben. Hepatitis C ist in Entwicklungsländern 5-10x häufiger als bei uns. Die Übertragung über unsterile Nadeln scheint manche Erreger virulenter und resistenter zu machen und damit auch gefährlicher und schlechter behandelbar. Insgesamt 18 Studien berichten überzeugend über den Zusammenhang zwischen Injektionen mit unsterilen Nadeln und der Übertragung von Hepatitis B and C, HIV, Ebola und Lassa Virusinfektionen und Malaria überwiegend in Entwicklungsländern. 5 Studien sehen die Ursache für 20-80% aller neuen Hepatitis B Infektionen in unsauberen Spritzen. Die Forderung nach einem Mechanismus der Einmalspritzen nach Gebrauch zerstört, hat ihre Berechtigung. Im Zeitalter der Globalisierung und des Tourismus sollten uns diese Zahlen sehr interessieren. In China schätzt man, dass fast 10% der HIV Infektionen durch Blutspenden (also nicht durch den Erhalt von infiziertem Blut, hierüber gibt es keine offizielle Statistik) entstehen.  Insbesondere in den vielen kommerziellen Blutspendezentralen in China nimmt man es mit den HIV- Tests nicht besonders genau und benutzt nicht selten unsterile Nadeln. Siehe auch: Hong Kong experts help tackle mainland China's growing HIV/AIDS problem  [Full Text] [PDF]Estimated risk of HIV transmission by blood transfusion in Kenya  [Full Text] [PDF] Lancet August 2001, Paul Farmer, Fernet Léandre, Joia S Mukherjee, Marie Sidonise Claude, Patrice Nevil, Mary C Smith-Fawzi, Serena P Koenig, Arachu Castro, Mercedes C Becerra, Jeffrey Sachs, Amir Attaran, Jim Yong Kim, Community-based approaches to HIV treatment in resource-poor settings  [Full Text] [PDF] A D Harries, D S Nyangulu, N J Hargreaves, O Kaluwa, F M Salaniponi, Preventing antiretroviral anarchy in sub-Saharan Africa  [Full Text] [PDF]HIV-1 infectivity in Uganda  [Full Text]MOH report. New China news agency, April, 2002, Ji Y, Ren QR, Zhu Z, et al. Investigation and analysis of status of HCV infection in Chinese blood donors.  Acta Academiae Medici  1998; 20: 240-41. [PubMed], Yan J, Zheng X, Zhang X, et Al. The epidemiological study of HIV infection among paid blood donors in one county of China.  Chin J Epidemiol  2000; 21: 253-55. Yan J, Zheng X, Zhang X, . Liu S, Zhang Y, Wang C, Liu S. The survey of prevalence of HIV infection among paid blood donors in one county in China.  Chin J Epidemiol  2000; 21: 10-12. Ji Y, Qu D, Jia G, et al. Study of HIV antibody screening for blood donors by a pooling serum method.  Vox Sang  1995; 9: 255-56.  Zhu B, Wu N, Qiang L, et Al. The serologic study on the blood transmission origin of HIV] Zhonghua Liu Xing Bing Xue Za Zhi. 2000 Apr;21(2):140-2.

Das Beispiel China - die Realität der chinesischen Medizin wie erst langsam die Realität ans Licht kommt.

Die zu Zeiten der chinesischen Kulturrevolution auch hierzulande selbst unter linken Medizinstudenten sehr bewunderten Barfußärzte scheinen noch heute große Probleme bei der Gesundheitsversorgung des Landes zu verursachen. In wenigen Wochen wurde in den 60er und 70er Jahren in China oft aus einem Bauern ein Barfußarzt. Nach den damaligen Berichten, die heute noch viele westliche Mediziner zu beeinflussen scheinen, warteten diese mit sensationellen Erfolgen in der Gesundheitsfürsorge auf. Wohl mit im Zusammenhang mit dem nachvollziehbaren Protest gegen das allgemeine „Establishment“ und im Gefolge das medizinische Establishment fortan Schulmedizin genannt, trugen diese Berichte zu Zeiten als „Mao, Mao Mao tse tung“ ein internationaler Schlachtruf der Studentenrevolten war, zur Popularisierung der chinesischen Medizin in der westlichen Welt bei. Eine Entwicklung, die als Nachwehen dieser Zeit und weiter motiviert aus der Unzufriedenheit mit der Schulmedizin, weiter auf hohe Wachstumszahlen verweisen kann.  Was erfährt man heute über die Versorgung durch chinesische Barfußärzte und deren Einfluss auf die „Volksgesundheit“? Es scheint jedenfalls, als ob diese mangelhaft ausgebildeten Barfußärzte für mehr Krankheiten und Todesfälle verantwortlich sind, als sie verhindern. Zahlen die der International Herald Tribune in seiner Ausgabe vom 21.8.01 über die epidemischen Ausmaße der Hepatitis B in China berichtet lassen kaum eine andere Schlußfolgerung zu. Wesentlicher Grund scheint die Benutzung unsteriler Nadeln durch mangelhaft aufgebildete „Barfußärzte“ zu sein. Selbst dort wo Einmalnadeln (die hierzulande allgemeiner Standard sind) benutzt werden, scheinen diese häufig ohne weitere Sterilisation wieder verwendet zu werden. Einer der Dorfärzte, die es besser machen, wird mit seiner stolzen Aussage zitiert, „diese Nadeln sind nur zum einmaligen Gebrauch, sie müssen vor der nächsten Benutzung wieder sterilisiert werden. Nach dem Bericht des Herald Tribune stellen auch offiziell bekannt große Untergrundunternehmen, die sich mit dem „Recycling“ von Einmalnadeln beschäftigen, einen Teil des Problems dar. Folge des laxen Umgangs mit der Sterilität ist, dass 60% der Chinesen (im Gegensatz zu z.B. 1% der Amerikaner und Japaner) eine Hepatitis B durchgemacht haben. Etwa 150 Millionen von Chinesen sind an einer chronischen Hepatitis B erkrankt, nach UN Meinung (1999) wohl zu einem großen Teil durch nicht indizierte Injektionen in der Kindheit mit unsauberen Nadeln induziert. Eine chronische Hepatitis geht nicht selten in eine (auch tödlich verlaufende) Leberzirrhose über, eine weitere Folge ist Leberkrebs. Leberkrebs ist die häufigste Krebserkrankung in China. "Inadequate infection control in health care settings Each hospital is supposed to have a committee for prevention of iatrogenic infection under the leadership of the vice director of the hospital, following the guidelines for preventing cross-infection within hospitals given by the Ministry of Health. Regulations also exist regarding sterilization, universal precautions (use of rubber gloves, procedures for the handling of sharps) and dialysis. But in some remote areas hygiene is poor, and the sterilization of medical instruments is difficult, due to lack of equipment and, in some cases, inadequate training. In addition, disposable needles and syringes, even in big cities, are often not destroyed, leaving the possibility that these objects will make their way into the larger community and be reused. Obviously, these problems are risk factors for the spread of many infectious diseases, not just HIV/AIDS." http://www.unchina.org/unaids/index.html Global estimates for adults and children, end 2001English.  Wie groß das dadurch ebenfalls verursachte AIDS- Problem in China ist, ist nicht quantifizierbar. Die Zahlen werden von offizieller Seite nur scheibchenweise der Öffentlichkeit bekanntgegeben. Die meisten Infizierten wissen nichts von dieser Krankheit. Noch 1999 gab China die Zahl seiner Aidsinfizierten mit 12000 an. Anfang diesen Jahres sprach China's bekanntester AIDS forscher Zeng Yi von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften bereits von 600 000 Infizierten und er erwartet einen Anstieg auf 6 Millionen bis ins Jahr 2005. In einigen Henandörfern gab es Epidemien von HIV mit bis zu  65% infizierten Bewohnern, überwiegend wohl als Folge nicht kontrollierter Blutbanken (China's People's Daily). Sex bleibt in China trotz florierender Prostitution ein Tabuthema, eine Fernsehkampange, die für Kondome warb, wurde aus moralischen Gründen rasch wieder eingestellt. Auch geschätzte 2-3 Millionen Heroinabhängige in China mit knapp 50% HIV Infizierten (in manchen Gegenden bis zu 80%) werden erst langsam zugegeben. Enorme Vorurteile gegenüber den Kranken im Lande lassen selbst aufgeklärte und westlich ausgebildete Ärzte dort zögern, die gestellte Diagnose einer HIV Infektion an die Betroffenen weiter zu sagen. Mit dem daraus resultierenden erhöhten Risiko der weiteren Verbreitung.  Glücklicherweise ist das HIV- Virus empfindlicher als das Hepatitis Virus und übersteht so schlechter die Wartezeit zum nächsten Patienten in der Nadel. An sich gibt es gegen Hepatitis B inzwischen wirksame Impfungen, diese sind allerdings bisher für China zu teuer. Eine im Jahr 2000 durchgeführte Untersuchung in China ergab, dass 47-60% aller Kinder bei der letzten Erkältung mit Injektionen behandelt wurden. Viele chinesische Kinder erhalten abgesehen von den vorgesehenen Impfungen mehr als ein halbes Dutzend Injektionen pro Jahr. Oft enthalten diese spritzen laut Herald Tribune gleich eine Mischung von nicht indizierten Antibiotika. Den meisten Barfußärzten sind laut Herald Tribune die verordneten Medikamente kaum bekannt. Die Motivation für die vielen Injektionen ist auch westlichen Medizinern nicht ganz fremd. Die Barfußdoktores erhalten für die einzelne Behandlung nur Pfennigbeträge, Injektionen und die dabei verabreichten Medikamente dürfen sie laut Herald Tribune extra berechnen. Die armen Bauern glauben, laut chinesischen Offiziellen dass eine Injektion einfach schneller heilt. Den chinesischen Kindern wäre zu wünschen, dass die Barfußdoktores an die chinesische Kräutermedizin für ihre kleinen Patienten zumindest so lange glauben würden, bis sie für den Einsatz westlicher Medizin ausgebildet sind. Akupunkturnadeln scheinen im real existierenden chinesischen Gesundheitssystem genauso riskant wie die fehlgeleitete Überversorgung mit Antibiotika. "Umfragen haben gezeigt, daß 83% der jungen Leute kein oder kaum Wissen über genitale Gesundheit und 50% kein oder kaum Wissen über Sex haben.  Darüber hinaus weiß ein Drittel der Hochschulstudenten nicht, wann die Periode des Eisprungs beginnt. Eine derartige Ignoranz hat daher sexuell aktive junge Menschen zu Risikokandidaten für ungewollte Schwangerschaften, Abtreibung und Zuziehung von sexuell übertragbaren Krankheiten (sexually transmitted diseases, STD) und AIDS gemacht."Beijing Rundschau 4/2001  Siehe auch in Lancet 358 Sept 2001 China faces AIDS  [Full Text] [PDF]. Wie groß das Problem des in China mit Nadel durch Medizinisches Personal übertragenen HIV- Virus ist, ist nicht bekannt, Hinweise aus Afrika lassen auch für China wenn man obiges berücksichtig große Befürchtungen zu (The literature indicates that researchers have undervalued data pointing to a significant role for medical transmission. Many studies, particularly from Africa, report unexplained high rates of HIV incidence during antenatal and postpartum periods, implicating nosocomial exposure. They also report that 20-40% of HIV infections can be attributed to injections by univariate population attributable risk calculations; non-trivial rates of HIV in sexually inexperienced adults; and many HIV positive children with HIV negative mothers. Non-sexual transmission of HIV has been overlooked in developing countriesDavid Gisselquist, Richard Rothenberg, John Potterat, and Ernest Drucker BMJ 2002; 324: 235. [Full text] [extra: References]  "Viele Patienten erhalten immer noch TCM Behandlungen von Amateurbehandlern und werden Opfer oft seltsamer Komplikationen wie Schwermetallvergiftungen, aplastischen Anaemien, Chylothorax, oder wie im vorliegenden Fall von Saugverbrennungen". The elusive scientific basis and paucity of systematic training programmes in TCM required to maintain high professional standards are problems that need to be addressed." Department of Surgery, Prince of Wales Hospital, Shatin, NT, Hong Kong (W S Ho FRCSEd, S Y Ying FRCSEd, A Burd FRCSEd) The Lancet  Volume 359, Number 9310 16 March 2002 Erstmals hat im September 2002 ein Funktionär des chinesischen Gesundheitsamtes zugegeben, dass vermutlich eine Million Menschen in China mit dem Aids-Virus infiziert sind. Zuvor waren immer Zahlen um 30 000 angegeben worden- meldet die FAZ vom 8.9.2002. In der Provinz Henan sollen nach Schätzungen der vereinten Nationen alleine etwa 150 000 bis zu einer Million Bauern durch eine Plasmaspendekampange infiziert worden sein. Den Bauern sei das Blut bei der Kampange entnommen worden und in Sammelstellen im großen Kontainer das Blut aller mit der selben Blutgruppe gemischt worden , anschließend dann das infizierte Blut den Bauern zurückinjiziert. Auf diese Weise seien laut FAZ ganze Dörfer mit Aids infiziert worden. Viele Bauern sind erkrankt, mehr als tausend schon gestorben. als Entschädigung erhalten infizierte Bauern 5,50 Euro pro Monat, die Aidsmedikamente werden nicht übernommen. Auch die aktuelle Peking- Rundschau bestätigt sowohl die Zahl von einer Million Infizierter als auch die Tatsache, dass chinesische Aidspatienten ihre Medikamente selbst bezahlen müssen, was mit den 5,50 Euro im Monat illusorisch ist,. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass für Zidovudin bald ein billigeres chinesisches Nachahmerpärparat zur Verfügung stehen wird. Zitat aus http://www.bjrundschau.com/ " Es wird geschätzt, dass es in China Ende letzten Jahres 850 000 als HIV-positiv registrierte Menschen gab. Die Zeitung berichtete, dass diese Zahl in der ersten Hälfte des Jahres auf 1 Million gestiegen ist."Günstigeres chinesisches AIDS-Medikament erhältlich. Chinesische Exil-Ärzte und Epidemiologen berichteten jetzt, dass in einigen Regionen Chinas, in denen die Bevölkerung für Blutspenden bezahlt wird, bis zu 48 Prozent der Spender seropositiv seien.  Geschäftemacher mit kommunistischer Protektion haben hier eine Art Massenmord betrieben. Ein Aids Aktivist, der den Skandal im Internet publik machte wurde zeitgleich mit der Veröffentlichung verhaftet. Human Rights in China (HRIC) meldet dazu: Wan Yanhai is being detained and is under examination (shen cha) for leaking “state secrets.” The Ministry of State Security views Wan’s research and report that revealed the growing HIV/AIDS epidemic in Henan Province as an exposition of “state secrets.” China gehört zu den wenigen Ländern der Erde in denen noch ein Verkauf von Nieren von Lebendspendern stattfindet. Meist wollen die Spender damit ihre Schulden bezahlen, die Bezahlung ist in der Regel miserabel, die Betroffenen geraten durch ihre Gesundheitsstörungen in der Regel tiefer in die Verschuldung. Madhav Goyal, MD, MPH; Ravindra L. Mehta, MBBS, MD; Lawrence J. Schneiderman, MD; Ashwini R. Sehgal, MD, Economic and Health Consequences of Selling a Kidney in India , JAMA. 2002;288:1589-1593 
(zitat aus Beijing Rundschau 43/2001:Auf einer kürzlichen Pressekonferenz gab Yin die Zahlen der HIV-Positiven und AIDS-Kranken von 1985, als in China über den ersten AIDS-Fall berichtet wurde, bis Ende Juni 2001 bekannt. Insgesamt hat China 26 058 gemeldete HIV-Positive, darunter 1111 AIDS-Kranke; 584 Menschen sind bisher an AIDS gestorben. In der ersten Hälfte dieses Jahres wurden 3541 neue HIV-Positiv-Fälle gemeldet, 67,4% mehr als im gleichen Zeitraum 2000 (2115). Es gab 231 neue AIDS-Kranke, das 2,85fache des gleichen Zeitraums 2000 (60).Statistiken ergaben, daß 69,8% der Kranken sich durch intravenöse Drogen-Injektionen und 6,9% durch sexuelle Kontakte angesteckt hatten. Unter diesen sind 94% zwischen 15 und 49 Jahre alt und die meisten männlich (Auf jede weibliche Kranke kommen fünf männliche.) Mittlerweile hat diese Krankheit bereits in allen 31 Provinzen, autonomen Gebieten und regierungsunmittelbaren Städten des Landes um sich gegriffen. Schätzungen von Experten zufolge sollte die tatsächliche Zahl der Menschen, die mit dem  AIDS-Virus angesteckt wurden, Ende 2000 600 000 überschritten haben. Nur 9,1% der Prostituierten benutzen regelmäßig Kondome. Die meisten HIV-positiven Prostitutierten sind gleichzeitig rauschgiftsüchtig, was die Situation noch komplizierter macht)

Eine Domäne der chinesischen Medizin bei uns sind die Schmerztherapien ambulant wie in Schmerzambulanzen, wie sieht es damit in China aus: Zitat aus Beijing Rundschau 42/2001 Die Schmerzbehandlung entwickelt sich langsam in China. Momentan haben nur große Krankenhäuser in wichtigen Städten Spezialambulanzen für Schmerzen eingerichtet. Nichtsdestotrotz werfen die medizinischen Kreise ein Auge auf diesen Markt. Anfang der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts wurden in vielen Krankenhäusern Spezialambulanzen für Schmerzen eingerichtet. Aus Mangel an effektiven Behandlungsmethoden wurden jedoch viele von ihnen schnell wieder geschlossen. Aber in einigen wenigen Krankenhäusern praktizieren die Ambulanzen und wurden profitmachende Quellen. Beispielsweise beliefen sich die Einnahmen einer privaten Spezialambulanz für Schmerzen in Südchina, die nur neun Ärzte beschäftigt, 1997 auf mehr als 5 Mio. Yuan, von denen mehr als 3 Mio. Yuan Nettogewinn waren. http://www.bjrundschau.com/bjreview/g-br/Index.htm. Also von wegen Fortschritt und von wegen es geht nicht um den privaten Geldbeutel der Landsleute. 

Eine ausführliche kritische Darstellung der traditionellen chinesischen Medizin mit Studien auch aus China findet sich in Skeptical Inquirer magazine :Part 1 of this report (SI, July/August 1996)  Part 2  Akupunktur bei Quackwatch Acupuncture (updated 9/22/02)

Die wirtschaftlichen Hintergründe Chinas heute

Erfolgsberichte über den industriellen Fortschritt in China lassen oft die Realitäten der Menschen vergessen. Was ist aus dem chinesischen Paradies der Arbeiterklasse bis heute geworden? China hat eine der stärksten Raten des Wirtschaftswachstums in der Welt. Das Wirtschaftsleben wird nach Angaben im Gegensatz zum politischen Leben immer freier.  In Mexiko kann man ein T-shirt für einen Dollar herstellen in China für 20 cents. Dies liegt nun nicht nur an den mangelhaften oder fehlenden Umweltschutzbestimmungen in China, sondern überwiegend an den mangelhaften Sozialgesetzen und der fehlenden Durchsetzung der selben, dort wo sie vorhanden sind. Gesetzlich dürfen Arbeiter in China 44 Wochenstunden arbeiten bei einem Mindestlohn von 48$ pro Monat. Realität ist laut International Herald Tribune vom 23.8.01, dass viele in den neuen Industriezentren 12 und mehr Stunden pro Tag bei einer 7 Tagewoche mit selten Sonntags frei arbeiten. Der Lohn dabei zwischen 24 und 36$pro Monat. Dabei dürfen sich diese Chinesen im Vergleich zur armen Landbevölkerung reich fühlen.  Bis zu 20% der Kinder in ländlichen Gegenden sind unterernährt. Ein in die USA ausgewanderter Dissident bezeichnet die Arbeitsbedingungen der Chinesen von heute als schlechter als diese zu Zeiten waren als Karl Marx das Kapital schrieb. Die Befürchtungen gehen derzeit dahin, dass die geschätzten Kosten von HIV- Infektionen in China mit 56-93 Milliarden US$/Jahr die ganzen Gewinne, der mit Hochdruck vorangetriebenen Modernisierung der Wirtschaft, auffressen werden. Substanzielle Folgen der katastrophalen Gesundheitslage für den ohnehin niedrigen Lebensstandard im Land sind zu befürchten. Viele Chinesen sind ohne eigentliche Krankenversicherung. Bei einem Familieneinkommen von 60 US$ pro Jahr bezahlen sie nicht selten bis zu 30% des Jahreseinkommens für einen Arztbesuch. Einige Krankenhäuser verlangen ein Pfand von 181-362 US$ vor Aufnahme. 60% der öffentlichen Gesundheitsausgaben des Landes sind für die 15% der Bevölkerung in den Großstädten reserviert. 80 -120 Millionen medizinisch schlecht versorgte Wanderarbeiter sorgen in dem großen Land dafür, dass jeder Infektionserreger sich rasch ausbreiten kann. Zitat: In der Tat brechen viele Streitigkeiten aus, da die Gebührenerhebung und die Anbietung von Behandlung der Krankenhäuser nicht transparent sind. Eine Umfrage zeigte, daß fast 80% der Patienten sich nicht im klaren sind über die Gebührenerhebung und die Behandlungsprogramme der Krankenhäuser. Der Grund der Forderung der Patienten könnte nicht einfacher sein: „Es ist mein Geld und ich habe das absolute Rechte, zu wissen, wie es verwendet wird; es ist mein Körper und ich möchte wissen, wie er behandelt wird.“ Falls die Arzt-Patienten-Beziehung als eine zwischen Geschäftstreibenden und Konsumenten definiert wird, sind die Krankenhäuser verpflichtet, die Gebühren und Behandlungen den Patienten zu erklären. In der Tat sind willkürliche Gebührenerhebung und minimale Informationsausgabe in Krankenhäusern oft gesehene Phänomene. http://www.bjrundschau.com/bjreview/g-br/Index.htm Aus Beijing Rundschau 21/2001 Chinas Krankenversicherungssystem ist im übrigen wie das unsere einer ständigen Reform unterworfen, Klagen über enorm steigende Kosten finden sich auch in offiziellen Veröffentlichungen ständig, es geht dort allerdings um eine "Basiskrankenversicherung", viele Chinesen bleiben auf ihren Arztrechnungen selbst sitzen und manche können diese einfach nicht bezahlen. (Beijing Rundschau 37und 39 /2002)

Was hat das mit dem Exportschlager Chinesische Medizin zu tun? Oder Braun und Rotes in der Naturmedizin

Bei aller Werbung für den Exportschlager Chinesische Medizin, sollten wir deren reale Hintergründe im dortigen Gesundheitssystem im Auge behalten. China ist wie andere Entwicklungsländer auf unsere Hilfe in der Entwicklung eines funktionierenden Gesundheitssystems angewiesen. Es ist zu hoffen, dass dies sowohl die dortigen Offiziellen einsehen, als auch dass bei uns gesehen wird, dass die Behandlung der Krankheiten der Entwicklungsländer nicht nur eine soziale Aufgabe ist, sondern auch ein Prävention für unsere reichen Länder darstellt. Viren kommen auch als Reisemitbrinsel in unser Land. Sie lassen sich mit schärferen Gesetzen gegen Ausländer nicht aufhalten. Die Scharen der Barfußärzte haben sicherlich auch zur Verbesserung der Basisversorgung der chinesischen Bevölkerung  und in den Anfangsjahren auch zur Steigerung der Lebenserwartung beigetragen. Wie in anderen Ländern auch, geht die Steigerung der Lebenserwartung in den letzten Jahrzehnten auch in China überwiegend auf verbesserte Ernährung, bessere Hygiene und steigenden Wohlstand zurück. Zwangsabtreibungen bis in die weit fortgeschrittene Schwangerschaft und eine brutale Durchsetzung der Familienplanung durch das kommunistische Regime haben geholfen, die Armut in diesem bevölkerungsreichen Land zu reduzieren und die Lebenserwartung zu erhöhen. Noch heute werden in manchen Gebieten Chinas regelrechte Hetzjagden auf Familien veranstaltet, die ein zweites oder gar drittes Kind haben wollen. Vertreibungen, Flucht in die Großstadt mit oft versteckter illegaler Existenz, Niederbrennen der Häuser kommen immer noch vor. (Ob die katholische CSU das neuerdings auch kopieren will, ist mir nicht bekannt). China hat erst begonnen die Probleme mit der Überalterung kennen zu lernen und darauf zu reagieren. Der Erfolg und die Konsequenzen bleiben abzuwarten, auf die Menschlichkeit der Maßnahmen nach unserem Verständnis darf man gespannt sein.  Auch für die westliche Hochleistungsmedizin gilt, dass nur wenige ihrer bedürfen, diesen kann dann allerdings substanziell geholfen werden. Wer möchte schon auf die Hepatitis- Impfung verzichten, wenn er gefährdet ist, sich anzustecken, wer wollte auf den Bypass verzichten wenn die Koronarien zugehen. All dies ist in China den wenigsten zugänglich, obschon auch Wohlstandskrankheiten dort um sich greifen. Barfußärzte kommen aus einer Zeit in der Intellektuelle und Wissenschaftler in China einer radikalen und für uns kaum vorstellbaren Verfolgung in Zeiten der (hier von Intellektuellen bejubelten) Kulturrevolution ausgesetzt waren. Der damalige Mangel an qualifizierten Ärzten in China entsprang nicht nur der Armut des Landes, sondern auch der „Dezimierung und Verbannung“ durch die Kulturrevolution. Aus diesem Mangel entsprang auch die erneute Förderung der Akupunktur (aus dem Mangel heraus), die bis heute ein Exportschlager geblieben ist. Es entstanden Mythen die von der Parteizeitschrift auch im Ausland verbreitet wurden, und hier bereitwillig von gebildeten Medizinstudenten aufgenommen wurden. Im damaligen China konnten mit Akupunktur wahre Wunder vollbracht werden. Operationen waren ohne Narkose nur mit Akupunktur für chinesische Ärzte problemlos möglich und deren Bilder schmückten in den 70er Jahren die Titelseiten des Propagandaorgans Pekingrundschau. Real war einfach das Geld für Narkosemittel rar. Die propagandistische Folklore hatte Erfolg, allein sie hat uns vielleicht doch die Augen für die realen Nöte der vielen Menschen im bevölkerungsreichsten Land der Welt verstellt. Zwar ist die chinesische Medizin jahrtausende alt, und China war damals der Entwicklung bei uns teilweise voraus, der Siegeszug der chinesischen Medizin kommt aber über in den 60er und 70er Jahre hier populäre kommunistische Propaganda. Der Wirksamkeitsnachweis, der sonst überall gefordert wird, kann hier bestenfalls für Teile nachgeliefert werden. Das hier angesprochene Problem ist ein Problem der meisten Entwicklungsländer. Auch in unserer Geschichte finden sich Parallelen. Ähnlichkeiten zu nationalsozialistischer Propaganda drängen sich auf. So sollen diese sich geweigert haben ihren Verwundeten das im Krieg neu entwickelte Penicillin zukommen zu lassen, mit dem Argument, dass das in Deutschland entwickelte Sulfonamid besser sei. Sonst in der Welt beispiellose Heilpraktikergesetze und die Renaissance deutscher Volksmedizin z.B. in Form von Homöopathie stammen aus dieser Zeit, nicht zuletzt mit 2 Zielrichtungen, der Abkapselung von der restlichen Welt (und damit der offenen wissenschaftlichen Diskussion, die für geschlossene Systeme eine Gefahr darstellt) und auch hier in Ähnlichkeit zu China um Geld zu sparen. Der Niedergang des Nationalsozialismus hat an der damals initiierten Wiedergeburt der deutschen esoterischen Medizin keine Spuren hinterlassen. Zitat aus dem Stern: "Pflanzenheilkunde war von Anfang an eine Säule der "Neuen Deutschen Heilkunde", die nach 1933 die Gesundheitspolitik bestimmte. "Medizin aus der Natur" passte nicht nur bestens ins Bild des gestählten Ariers und Naturburschen, sondern war zudem billig. Außerdem machten heimische Pflanzenprodukte unabhängig von Pharmaka-Importen - das war vor allem in Kriegsjahren wichtig. Obendrein wurden die jüdischen Ärzte durch Berufsverbote Schritt für Schritt ausgeschaltet; um dennoch die medizinische Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen, boten sich die Heilpraktiker mit ihren Naturverfahren an. Bei der Beschaffung der Rohstoffe half die Jugend. So streiften organisierte Kinderscharen, die noch zu jung für die Hitlerjugend waren, durch die Natur, um nach den begehrten Heilkräutern zu suchen. Und in den Sommermonaten stapften Lehrer und Schulklassen durch Wiesen und Wälder und sammelten Kamillen- und Lindenblüten, Brombeer- und Himbeerblätter. 1941 wurden bei einer dieser groß angelegten Aktionen Berge von Heilkräutern mit einem Gesamtgewicht von zwei Millionen Kilo zusammengebuckelt. Als billige Arbeitskräfte zum Anbau der Pflanzen wurden KZ-Häftlinge benutzt. Sie kultivierten beispielsweise Heilkräuter im Versuchsgut der SS, das dem Frauenlager Ravensbrück angegliedert war. Auch in anderen Konzentrationslagern wuchs die Medizin. So verkündete beispielsweise Rudolf Höß, Kommandant von Auschwitz, es sei das Ziel, "das deutsche Volk von gesundheitsschädigenden fremden Gewürzen und künstlichen Medikamenten abzubringen und auf den Gebrauch unschädlicher, wohlschmeckender deutscher Gewürze und natürlicher Heilkräuter ... umzustellen". Riesig waren die Heilpflanzengärten im Konzentrationslager Dachau. In der als "Plantage" berüchtigten Abteilung traktierten die Aufseher zeitweise mehr als 1000 Häftlinge - für die deutsche Volksgesundheit! Auch zum Test der Kräutermedizin wurden KZ-Insassen missbraucht. So kam im Nürnberger Ärzteprozess heraus, dass ein Mediziner 1943 in Buchenwald Versuche an fünf Häftlingen durchgeführt hatte. Er wollte testen, ob Wunden, die durch Phosphorbrandbomben entstehen, schneller heilen, wenn sie mit "Echinacin" behandelt werden. Das Mittel wird aus der Roten Sonnenhut-Pflanze gewonnen und heute zur Vorsorge bei Erkältungen eingenommen. Bei den Versuchen wurde den Insassen Haut am Arm mit Phosphor verbrannt und dann Echinacin-Salbe auf die schmerzenden Verletzungen gestrichen. Was aus den Menschen wurde, ist nicht dokumentiert. Horst Güntheroth" Stern: Gesundes für blonde Germanen . Homöopathie genoss die besondere Protektion der Nazis, während beispielsweise in den USA die letzten Ausbildungsstätten für Homöopathie für Ärzte bereits in den 50er Jahren angesichts200 jähriger Geschichte und noch immer fehlenden Wrikungsnachweises geschlosssen wurden, ist bei uns diese Tradition dank massiver Förderung in der Nazizeit und anschließender "Besitzstandswahrung" erhalten geblieben und weiter ausgebaut worden. Dass dort nicht eigentliche Naturheilmittel, sondern Schwermetalle und seltene Tierarten zur Arzneimittelherstellung verwendet werden, entgeht der Öffentlichkeit ebenso wie die höchst diskriminierende Beschreibung der Kranken in den dortigen Lehrbüchern. Geblieben ist auch in diesem Zweig unserer modernen Medizin das Mißtrauen gegen jede wissenschaftliche Diskussion und eine erst jetzt allmählich rückläufige Verweigerung einer Untersuchung dahingehend wie es um die ausgegeben Erfolgsmeldungen tatsächlich bestellt ist. Auch die Ablehnung des Intellektuellen an sich, wie es sich in der Kulturrevolution und bis heute in China ereignet, sollte gerade uns in Deutschland und im deutschen Kulturkreis bekannt vorkommen. Wie alle anderen Wissenschaften hat auch die Medizin im Nationalsozialismus viele ihrer bekanntesten Köpfe und Forscher eingebüßt. Ein Verlust, von dem sich die deutsche Forschung der Nachkriegszeit noch nicht in allen Gebieten erholt hat. Nicht zuletzt gab es auch hierzulande einen spürbaren Verlust an Ärzten. Jüdischen Ärzte waren zu damaligen Zeiten wesentlich zahlreicher als ihrem Bevölkerungsanteil entsprach. Eine Aufarbeitung der Kulturrevolution in China im Sinne einer Vergangenheitsbewältigung wird noch lange auf sich warten lassen.  Auch bei der Olympiade 2008 wird man noch der Partei Maos zum 87. Geburtstag zujubeln dürfen. 

 

Sind dann wenigstens die Kräuter ohne Nebenwirkungen???

Nierenversagen  und Krebs durch chinesische Kräuter - Ein kleiner unvollständiger Beipackzettel (mit Quellenangaben) für die Liebhaber chinesischer Medizin. - Leider suchen Sie einen solchen Beipackzettel bisher auf den Zubereitungen vergebens. 

Problematisch in China wie bei uns bei Nutzung traditioneller Medizin ist häufig, dass die Zubereitungen nicht deklarierte Substanzen enthalten, darunter nicht selten sehr wirksame westliche Medikamente und Schwermetalle (siehe auch Chi YW, Chen SL, Yang MH, Hwang RC, Chu ML.) in nicht überprüfbaren Konzentrationen und Mischungen. Aber auch Vergiftungen mit Akonitin (in 'chuanwu' und 'caowu' und andern Käutern mit der Gefahr von Herzrhythmusstörungen und Tetraplegien Dickens P, Tai YT, But PP, Tomlinson B, Ng HK, Yan KW. oder Chan TY, Tomlinson B, Tse LK, Chan JC, Chan WW, Critchley JA .  oder Tai YT, But PP, Young K, Lau CP. oder But PP, Tai YT, Young K. oder Chan TY, Tomlinson B, Chan WW, Yeung VT, Tse LK.  Chan TY, Tomlinson B, Critchley JA, Cockram CS.  Chan TY.) , Podophyllin oder Anticholinergika (besonders in Yangjinhua und Panax Ginseng der mit Mandragora officinarum (Scopolamin) verunreinigt sein kann aber auch bei anderen Kräutern) kommen nicht ganz selten vor. Auch chinesische Toxikologen raten vom Gebrauch ab. Besonders bei Kindern. Blei, Quecksilber (cinnabar und andere) Mangan (Valstar E.  de Smet PA.  de Krom MC, Boreas AM, Hardy EL.) und Arsenvergiftungen auch bei Säuglingen und Schwangeren sind keine Seltenheit (Vet Hum Toxicol 1994 Jun;36(3):238-40). Nicht deklariertes Cortison und Diazepam (Valium) in den Kräutern kommt durchaus vor (de Smet PA, Wagenaar HW, Smeets OS.   Gertner E, Marshall PS, Filandrinos D, Potek AS, Smith TM) Auch tödliche Leberschäden (Gut 1995 Jan;36(1):146-7oder Perharic L, Shaw D, Leon C, De Smet PA, Murray VS. oder But PP, Tomlinson B, Lee KL.) und erhebliche Verunreinigungen mit ansteckenden Bakterien (Scott Med J 1998 Feb;43(1):7-15)durch die Kräuter kommen vor. Selbst nicht deklarierte Zubereitungen mit Phenytoin, Carbamazepin und Valproat in Kombination sind beschrieben und haben zu einem Koma durch Phenytoinvergiftung geführt (Hum Exp Toxicol 2000 Jul;19(7):385-6) Einschränkungen der Spermamobilität bis hin zu Unfruchtbarkeit sind für manche Kräuter (Caesalpinia sappan) ebenfalls berichtet. Verweiblichungen mit Brustwachstum (Gynäkomastie) bei Männern sind ebenfalls berichtet.( Goh SY, Loh KC. )Kombinationen von Medikamenten mit der Folge von Schlaganfall, Leber- Nierenversagen, schwersten Herzrhytzmustörungen, Lungenembolien sind ebenfalls berichtet (Med J Aust 1992 Oct 5;157(7):484-6)  Allergien und Krebsverursachung sind gut dokumentiert (Ernst E.). Eine Erhöhung der Blutungsneigung kommt insbesondere bei Feverfew, Knoblauch, Ingwer, Ginkgo, und Ginseng vor und kann bei Operationen und Unfällen zu verlängerten und verstärkten Blutungen führen. Tödliche Vergiftungen kommen  durchaus vor, sie sind in so fern bedauerlicher als ein Wirkungsnachweis fehlt. Dies gilt auch für Kräutertees die von der Kontaktdermatitis bis zum fulminanten Leberversagen und Tod alle möglichen Nebenwirkungen haben können Ridker PM..Eine Sicherheitsüberwachung fehlt bisher ebenfalls, bzw. ist erst im Entstehen, (Drug Saf 1997 Oct;17(4):209-15) Chan TY, Critchley JA. Department of Clinical Pharmacology, Chinese University of Hong Kong.Usage and adverse effects of Chinese herbal medicines.Hum Exp Toxicol 1996 Jan;15(1):5-12. verwandte Artikel in Medline, Überblick über die häufigen schweren Leberschäden und wie sie diagnostiziert werden bei Christine A Haller1, Jo Ellen Dyer2, Richard Ko3 and Kent R Olson4  Making a diagnosis of herbal-related toxic hepatitis West J Med 2002;176:39-44, dort wird angeben, dass die Diagnose oft daran scheitert, dass zumindest amerikanische Patienten oft nicht über ihre eingenommenen pflanzlichen Mittel berichten. Bluthochdruck bei Mutter und Kind nach Kräutermedizin berichtet: S Nambiar, RH Schwartz, A Constantino, Hypertension in mother and baby linked to ingestion of Chinese herbal medicine West J Med 1999; 171: 152. [PDF]  Ein weiters Beispiel dafür, dass die Kräutermediziner selbst der Heilkraft der Kräuter nicht trauen ist das als Mittel gegen Prostatakrebs aus den USA und Holland vertriebene SPES und PC-SPES.  Vielfach im Internet wurde diese Mischung von 8 chinesischen Kräutern angepriesen. Angeblich enthielt das Mittel nur Ganoderma lucidum, Panax pseudo-ginseng, Rabdosia rubescens, Chrysanthemum, Scutellaria, Isatis sowie Süßholzwurzel und Sägepalme. Real enthielt sie zusätzlich zu den angegebenen Kräutern das stark blutungsfördernde Mittel Warfarin, das Beruhingungsmittel Alprazolam, das Schmerzmittel Ibuprofen und reichlich Östrogene, dabei solche Östrogene, die wegen ihres Krebsrisikos nicht mehr zur Behandlung zugelassen sind. Östrogene kann man durchaus in der Behandlung von Prostatakrebs einsetzen, dann sollte das aber der Arzt und der Patient wissen. Das Mittel sollte bei Krebspatienten schmerzstillend  und immunstimulierend wirken. Auf die Spur kam man der Panscherei in den USA durch die erheblichen aufgetretenen Nebenwirkungen wie Blutungen. Ob das Benzodiazepinpräparat bewußt beigegeben wurde um Abhängigkeit zu erzeugen, ist nicht bekannt. Es handelte sich jedenfalls um eine Irreführung der durch ihre Krebserkrankung bereits genügend geschädigten Patienten. Vor die vom National Cancer Institute betrügerisch genannten Verunreinigungen bekannt wurden, wurden sogar wissenschaftliche Studien mit der Mischung durchgeführt, ohne dass ein Verdacht entstanden war. Siehe Health Canada, Journal of the National Cancer Institute Ephedrin oder Ephedra oder ma huang werden in chemischer oder pflanzlicher Zubereitung auch als Nahrungsergänzungsmittel häufig für Doping oder zur Gewichtsabnahme missbraucht. In der traditionellen chinesischen Medizin wird es zur Behandlung von Asthma und anderen Lungenkrankheiten benutzt. Ma huang Kräuterzubereitungen enthalten verschiedene Ephedraalkaloide, neben Ephedrin, kleinere Mengen an Pseudoephedrin, Phenylpropanolamin, Methylephedrin, Methylpseudoephedrin, und Norpseudoephedrin  Alle diese Bestandteile haben eine sympathomimetische  Wirkung, sie führen damit zur Vasokonstriction (Zusammenziehen der Gefäße); Bronchodilation (Erweiterung der Bronchien, was die positive Wirkung bei Asthma erklärt); sie erhöhen den Blutdruck, den Puls, und die Stärke der Herzmuskelkontraktion. Ephedra war in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts ein beliebtes Mittel gegen Schnupfen und wurde auch damals schon als Stimulans und in der Asthmabehandlung benutzt. Wegen der Verfügbarkeit besser verträglicher Medikamente war der Gebrauch dann erheblich zurückgegangen, bis es im Rahmen der Beliebtheit der "chinesischen Pflanzenmedizin" wieder in den letzten Jahren verstärkt auf den Markt kam.   Das Risiko von Nebenwirkungen auf das Herzkreislaufsystem und das Nervensystem ist erheblich. Tödliche Zwischenfälle sind berichtet. Herzinfarkte, epileptische Anfälle und schwere psychische Störungen kommen vor. Nach einer Studie sind 64% aller Nebenwirkungen pflanzlicher Arzneimittel, die in den USA berichtet werden auf Ephedra zurückzuführen, dies obwohl Ephedra haltige Kräuterprodukte nur 0.82% des Verkaufs an Kräutermedizin ausmachen. Ephedra ist damit 720x gefährlicher als das wegen seiner Nebenwirkungen vom Markt genommene Kava Kava. (Daten des U.S. poison control centers)  Es werden Stimmen laut, die ein Verbot fordern.  Shekelle P, Morton, S., Maglione M, et al. Ephedra and Ephedrine for Weight Loss and Athletic Performance Enhancement: Clinical Efficacy and Side Effects. Evidence Report/Technology Assessment No. 76 Stephen Bent, Thomas N. Tiedt, Michelle C. Odden, and Michael G. Shlipak The Relative Safety of Ephedra Compared with Other Herbal Products Annals 2003 138: 468-471. (in ) [Abstract] [Summary] [Full Text] Haller CA, Benowitz NL. Adverse cardiovascular and central nervous system events associated with dietary supplements containing ephedra alkaloids.  N Engl J Med. 2000;343:1833-8 Miller, S. C., Waite, C. (2003). Ephedrine-Type Alkaloid-Containing Dietary Supplements and Substance Dependence. Psychosomatics 44: 508-511 [Full Text Cantu, C., Arauz, A., Murillo-Bonilla, L. M., Lopez, M., Barinagarrementeria, F. (2003). Stroke Associated With Sympathomimetics Contained in Over-the-Counter Cough and Cold Drugs. Stroke 34: 1667-1672 [Abstract] [Full Text]  Shekelle, P. G., Hardy, M. L., Morton, S. C., Maglione, M., Mojica, W. A., Suttorp, M. J., Rhodes, S. L., Jungvig, L., Gagne, J. (2003). Efficacy and Safety of Ephedra and Ephedrine for Weight Loss and Athletic Performance: A Meta-analysis. JAMA 289: 1537-1545 [Abstract] [Full Text]  Hutchins, G. M., Traub, S. J., Hoyek, W., Hoffman, R. S., Haller, C. A., Benowitz, N. L. (2001). Dietary Supplements Containing Ephedra Alkaloids. N Engl J Med 344: 1095-1097 [Full Text]  

 

Belgische Ärzte haben herausgefunden, dass ein Bestandteil Chinesischer Kräutermedizin, Aristolochia fangchi, der schon mit Nierenversagen in Verbindung gebracht wurde, auch Krebs auslösen kann, berichtete das British Medical Journal www.bmj.com im Juni 2000. Meldungen über Nierenversagen durch diese Kräutermedizin gab es bereits seit 1992. Die Kräuter können in erheblichem Maß mit Pestiziden, Insektiziden und Schimmel verunreinigt sein. So werden einigen "Kräutermischungen" aus Fernost auch bis zu 30 Prozent mineralische und tierische Produkte beigemischt (BSE lässt grüßen). Die Liste reicht von Arsen über Cadmium, Blei, Quecksilber, Thallium bis zu Zink. "Der weit verbreitete Glaube, pflanzliche Arzneimittel seien frei von Nebenwirkungen, ist falsch. Häufig sind sie weder sanft noch natürlich im Hinblick auf die starke Kontamination", warnt Dr. Birgitta Weltermann von der Techniker Krankenkasse (TK)

Patienten einer belgischen Gewichtsreduktionsklinik hatten Stephania tetrandra verschrieben bekommen, durch einen Fehler in der Herstellung enthielt das Präparat zusätzlich Aristolochia. Die meisten Patienten nahmen das Präparat für etwa ein Jahr. 

Von den Patienten die irrtümlich Aristolochia fangchi einnahmen entwickelten 18 eine Krebserkrankung der Harnwege oder Nieren. Diese 18 Patienten hatten bereits wegen einer anderen Kombination zweier chinesischer Kräuter (Stephania tetrandra und Magnolia officinalis) und daraus resultierendem schwerem Nierenversagen eine Dialyse oder eine Nierentransplantation benötigt. Aufgefallen war das Ausmaß der Krebsgefährdung erst bei der Transplantation und der dabei durchgeführten Untersuchung der entfernten Harnwege. Die Forscher boten deshalb 43 anderen Patienten, die wegen Niereninsuffizienz ausgelöst durch diese chinesischen Kräuter in Behandlung waren, eine vorbeugende Entfernung der Nieren an. 39 akzeptierten diese Behandlung, von diesen wurde bei 18 eine Krebserkrankung diagnostiziert, was einem Prozentsatz von 46 entspricht. 19 der 21 die noch keinen Krebs hatten, hatten bereits Vorstufen von Krebs. Die Rate der Krebserkrankungen war dosisabhängig. Fälle von Nierenversagen durch Aristolochia wurden auch aus Frankreich, Großbritannien, Spanien,  Japan, Taiwan und den Vereinigten Staaten berichtet. Schätzungen in Belgien gehen davon aus, daß etwa 10 000 Patienten, überwiegend Frauen, mit diesen chinesischen Kräutern behandelt wurden. Versuche, diese Patienten alle zu erreichen und zu untersuchen, sind im Gange. 1502 (zu 87 Prozent Frauen) sollen sich gemeldet haben, von diesen galten aufgrund der Dosis und Einnahmedauer etwas weniger als die Hälfte als hochgradig gefährdet, bei den anderen wurde wegen der geringen Dosis und kurzen Einnahmedauer von einem nur geringen Risiko ausgegangen.

Errinnert wird an Veröffentlichungen zu Schöllkraut, das bei Leber- und Galleerkrankungen helfen soll. Ein Nachweis der Wirksamkeit fehlt. Hinweise auf von Schöllkraut verursachte Leberschäden sind aber vorhanden. (nach Arzneitelegramm). Erinnert wird in diesem Zusammenhang auch an eine Warnung der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft zu Meldungen über Nebenwirkungen von  Kava- Kava- Präparaten. Präparate mit Extrakten des Kava-Kava-Wurzelstockes (Piper methysticum = Rauschpfeffer) sind zur Behandlung nervöser Angst-, Spannungs- und Unruhezustände indiziert und werden gerade auch in der Selbstmedikation häufig angewendet.  Auch wenn das Disaster in Belgien auf einen Fehler in der Herstellung zurückgeht, so macht es doch noch einmal deutlich, Medizin ohne Nebenwirkungen gibt es nicht. Überall dort wo dieses versprochen wird, ist besonderes Mißtrauen angebracht. Richtiger wäre oft Medizin mit unbekannten Nebenwirkungen. Kräutermedizin muß sich an wissenschaftlichen Standard hinsichtlich Wirkung und Nebenwirkungen messen lassen. Eine Therapie über Nahrungsergänzungsbestandteile kann ein riskantes Unterfangen sein. Für alle alternativen Heilmethoden sollten endlich die selben Standards der Überprüfung der Wirksamkeit und vor allem auch der Nebenwirkungen gelten, wie sie in der häufig kritisierten Schulmedizin Standard sind.  Kava-Kava bleibt weiter Bestandteil einer Angstbehandlung auf pflanzlicher Basis. Die Kenntnis der Nebenwirkungen läßt aber eine bessere Nutzen- Risiko- Abwägung  zu. Vor allem ist wichtig, daß Nebenwirkungen auch als solche erkannt werden. Nur so kann rechtzeitig reagiert werden. Der Hinweis es ist pflanzlich, also harmlos, zeugt von Unkenntnis.   

Fazit, wenn Sie wegen unklarer Beschwerden zum Arzt gehen, sollten Sie über die eventuelle Einnahme von Kräutern jedweder Art berichten. Diese könnten auch die Ursache ihrer Beschwerden sein. Da auch ernsthafte Krankheiten möglich sind, ist das Wissen über die Ursache manchmal entscheidend um Ihnen helfen zu können.

All dies schließt natürlich nicht aus, dass aus alten chinesischen Heilkräutern auch sehr wirksame modernen Medikamenten entwickelt werden können. Dies setzt aber wie bei anderen Medikamenten wissenschaftliche Studien und eine entsprechende Möglichkeit zur Diskussion voraus. Neuerdings wurde beispielsweise der Wirkungsmechanismus der Artemisinine als Malariamedikament, entdeckt. Nature (2003; 424: 957–961). Chinesischer Beifuß hemmt das Enzym ATP6 im Erreger, möglicherweise kann daraus ein wirksames Malariamittel für Patienten entwickelt werden, die auf andere Medikamente nicht ansprechen.

Akupunktur wird vermutlich auch langfristig bei uns einen Stellenwert als adjuvante (zusätzliche) Behandlung behalten. Nachteil bleiben vergleichsweise hohe Kosten bei meist fehlendem nachweisbarem spezifischem Effekt. Vorteil ist die (bei uns mit sterilen Nadeln)  geringe Nebenwirkungsrate, schwere Nebenwirkungen sind selten (Beispiele siehe Tabelle unten). Am häufigsten sind Schmerzen und Infekte an der Einstickstelle oder Verschlimmerungen der ursprünglichen  Beschwerden.  Eine Alternative zu einer üblichen Behandlung kann sie nur in seltenen Fällen sein. Fast täglich ist inzwischen zu lesen, der Akupunktureffekt sei bei fast jedem Krankheitsbild wissenschaftlich bewiesen. Zumindest derzeit ist dies eine unzutreffende Werbeaussage. Tabellarisch wurden hier die Ergebnisse wissenschaftlicher Metaanalysen seriöser Institutionen zu bestimmten Krankheitsbildern zusammengestellt. Schwerpunkt bilden dabei die Ergebnisse der Cochrane-Zentren. Die Cochrane Collaboration  ist eine Non-Profit-Organisation. Die Mitarbeit ist freiwillig. Die Cochrane-Zentren werden unterstützt von Gesundheitsbehörden, Universitäten oder von wissenschaftlichen Fonds. Cochrane-Zentren existieren heute in Adelaide, Amsterdam, Baltimore, Barcelona, Boston, Freiburg, Hamilton, Kapstadt, Kopenhagen, Lyon, Mailand, Oxford, San Antonio, San Francisco, und Sao Paulo. Bei der Auswertung der Studien zu Akupunktur waren in der Regel Akupunkturärzte mit Ausbildung in TCM beteiligt.  Erstellt werden dort Übersichtsartikel oder Reviews, die die Synthese von in verschiedenen Studien gewonnener Evidenz nach wissenschaftlichen Kriterien darstellen. Im Ergebnis liegen für alle in der Tabelle genannten Indikationen besser wirksame (in ihrer Wirksamkeit erwiesene) und gut verträgliche oft auch billigere Behandlungsalternativen vor. Bisher ebenfalls nicht erwiesen ist, dass die Akupunktur durch einen speziell in TCM ausgebildeten Akupunkteur besser ist, als durch irgendeinen Heilpraktiker, oder einen Arzt der seine Kenntnisse in wenigen Wochenendkursen erworben hat. Eine aktuelle unabhängige Informationsquelle hierzu ist auch der Bandolier.  Schwierigkeiten resultieren auch aus der Vergleichbarkeit der einzelnen Akupunkturbehandlungen. Obschon es in der TCM eine Lehre mit einer Zuordnung von bestimmten Akupunkturpunkten zu einem bestimmten Syndrom gibt, behandeln unterschiedliche Behandler doch sehr unterschiedlich. In einer Untersuchung wurde ein und der selbe Rückenschmerz-Patient 7 verschiedenen Akupunkteuren vorgestellt. In diagnostischer Hinsicht stimmten immerhin 5 von 7 Akupunkteuren überein. Die Empfehlungen zu den  Akupunkturpunkten gingen allerdings weit auseinander, empfohlen wurden zwischen 5 und 14 Punkten mit 7 bis 26 Nadeln (oft wurde eine bedseitige Nadelung für erforderlich gehalten). Von den 28 Akupunkturpunkten die von den 7 Behandlern ausgesucht wurden, wurden nur 4 (14%) von 2 oder mehr Behandlern verordnet. Kalauokalani D, Sherman KJ, Cherkin DC.Acupuncture for chronic low back pain: diagnosis and treatment patterns among acupuncturists evaluating the same patient. South Med J. 2001 May;94(5):486-92. Hogeboom CJ, Sherman KJ, Cherkin DC. Variation in diagnosis and treatment of chronic low back pain by traditional Chinese medicine acupuncturists. Complement Ther Med. 2001 Sep;9(3):154-66
Weitere Klärung ist sicherlich auch von den GERAC-Studien zur Akupunktur zu erwarten. Dabei ist sicherlich abzuwarten bis die Ergebnisse ganz veröffentlicht und diskutiert sind. Mit mehr als 300 000 geplanten Patienten in der Kohortenstudie und mehr als 3 600 Patienten in den randomisierten, kontrollierten, verblindeten Studien sind die GERAC-Studien nicht nur die weltweit größten Akupunkturstudien,  sie sind auch ein Ansatz endlich etwas Licht in die widersprüchlichen Aussagen zu bringen. Soweit die Ergebnisse bisher bekannt sind, ist die Scheinakupunktur genauso wirksam gewesen, wie die Akupunktur am definierten Akupunkturpunkt. Es fragt sich wodurch sich dann die spezielle teure Ausbildung der Akupunkteure rechtfertigt, es fragt sich auch, warum Akupunktur so teuer sein muss und warum sie nicht von Arzthelfern oder Krankenpflegern durch Stechen von Nadeln an ungefährlichen Körperstellen preiswert ausgeführt werden könnte. Dabei muss noch bedacht werden, dass das für wissenschaftliche Studien wichtige Verblinden auch des Behandlers (so dass er nicht weiß ob er mit der "wirksamen Methode" oder der Scheinmethode arbeitet im Gegensatz zu Medikamenten Studien nicht möglich ist. Die Unterschiede im non-verbalen Verhalten des Akupunkteurs können erheblichen Einfluss auf den Patienten und seine Genesung haben, dies gilt selbstverständlich auch für Psychotherapiestudien oder chirurgische Eingriffe.  Insgesamt wird man weiter von einem Plazeboeffekt ausgehen müssen, die positive Erwartungshaltung der Patienten ist verantwortlich für den wesentlichen Teil der Wirkung der Akupunktur. Plazebowirkungen sind bei invasiven Methoden (Operation, Einsatz von Nadel zur Spritze oder Akupunktur) immer größer als bei reiner Tablettengabe. Daneben bleibt ein Zuwendungsaspekt, oft kümmern sich Akupunkteure (durch die vergleichsweise gute Bezahlung verständlich) deutlich intensiver um ihre Patienten als dies in den meisten Standardbehandlungen der Fall ist.  GERAC-Akupunktur-Studien: Modellvorhaben zur Beurteilung der Wirksamkeit Deutsches Ärzteblatt Ausgabe 26 vom 28.06.02

Der Akupunktureffekt in der Behandlung von Rückenschmerzen ist nach der Studienlage davon abhängig ob der Beurteiler des Erfolges weiß, der Betroffene Akupunktur erhalten hat oder eine Scheinakupunktur. Bei verblindeten Studien sinkt der Akupunktureffekt von einer NNT von 3,5 auf eine NNT von 13 und wird damit verschwindend gering.  Nach Banolier.Acupuncture for back pain?

Was sagen wissenschaftliche Untersuchungen derzeit zu Akupunktur tatsächlich aus- eine unpopuläre Zusammenfassung

Indikation Werbeaussagen willkürlich ausgewählt Ergebnisse von Metaanalysen der Cochrane Library und anderer seriöser wissenschaftlicher Gesellschaften
Raucher_ Entwöhnung  (90% Wirkung) zB.: http://www.center-of-chinese-medicine. Raucherentwöhnungen, die durch Akupunktur begleitet werden, sind überwiegend sehr erfolgreich (nur 20-25% Rückfallquote). http://www.akupunktur.de/therapie 01.html Nach den vorliegenden Untersuchungen gibt es bisher keinen Beweis, dass Akupunktur in der Raucherentwöhnung wirksam ist. (Schneidet schlechter ab als die Beratung durch den Hausarzt, wesentlich schlechter als Nikotinkaugummi, oder Antiderpessiva). "Reviewers' conclusions: There is no clear evidence that acupuncture is effective for smoking cessation." Nach , White AR, Rampes H, Ernst E, Acupuncture for smoking cessation The Cochrane Library, Issue 1, 2002. Oxford: Update Software. oder identisches Ergebnis  auch für andere Süchte und zur Gewichtsabnahme ohne Wirkungsnachweis in A Vickers, P Wilson, J Kleijnen Acupuncture Qual Saf Health Care  Mar 01, 2002 11: 92-97.  (In "Effectiveness bulletins") Abstract]     [Full Text]
Kopfschmerzen hilft in 90% gegen Migräne und andere Kopfschmerzen Migräne: Ausführliches zu Akupunktur und Kopfschmerz im Kapitel Migräne Bisher fragliche geringe Wirksamkeit, wenn man die Kriterien von Medikamentenstudien anlegt, keine erwiesene Wirksamkeit.  In einer neuen deutschen Studie war  Akupunktur nicht wirksamer als Scheinakupunktur.  Ansonsten siehe Melchart D, Linde K, Fischer P, Berman B, White A, Vickers A, Allais GAcupuncture for idiopathic headache The Cochrane Library, Issue 1, 2002. Klaus Linde et al., Acupuncture for Patients With Migraine JAMA. 2005;293:2118-2125 http://jama.ama-assn.org/cgi/content/short/293/17/2118 Spannungskopfschmerzen: in Studien nicht wirksamer als Scheinakupunktur siehe Kapitel Spannungskopfschmerz. Dies wird auch in einer neuen Studie bestätigt. K. Linde et al., Acupuncture in patients with tension-type headache: randomised controlled trial BMJ, August 13, 2005; 331(7513): 376 - 382. [Abstract] [Full Text] [PDF]
Asthma  

Für ihre sehr guten Erfolge bei der Behandlung von chronischem Asthma ist die Akupunktur bekannt. http://www.akupunktur.de/therapie

01.html

Die Cochrane Library werte 7 Studien aus, und kam zu dem Ergebnis, dass bisher keine gesicherten Ergebnisse vorliegen, die Studienqualität ist bisher mangelhaft. Es wurde kein statistisch signifikanter oder klinisch relevanter Effekt nachgewiesen. Linde K, Jobst K, Panton J, Acupuncture for chronic asthma The Cochrane Library, Issue 1, 2002, Ähnlich oder in A Vickers, P Wilson, J Kleijnen Acupuncture Qual Saf Health Care  Mar 01, 2002 11: 92-97.  (In "Effectiveness bulletins")  Abstract]     [Full Text]
Wehen- Einleitung   bisher keine Studien die eine Beurteilung des Effektes erlauben. Smith CA, Crowther CA Acupuncture for induction of labour The Cochrane Library, Issue 1, 2002.
Rücken- schmerzen  

Die Akupunktur hilft hier sehr wirkungsvoll!  http://www.akupunktur.de/therapie 01.html

 

Kein sicherer Effekt nach der derzeitigen Studienlage. Tulder MW van, Cherkin DC, Berman B, Lao L, Koes BW  Acupuncture for low back pain The Cochrane Library, Issue 1, 2002. In einer neueren Seriösen Untersuchung  an 262 Patienten schneidet Massage und Aufklärung über die Krankheit sowie rückengerechtes Verhalten deutlich besser ab als Akupunktur nach traditioneller chinesischer Medizin. Nach zehn Wochen waren die primären Erfolgskriterien der noch bestehenden Symptome (p < 0.01) und der Funktionsbeeinträchtigung (p < 0,001) nach der Massage signifikant besser gegenüber der Kontrollgruppe mit Selbstlernmaterial und gegenüber der Akupunktur (nur Funktionsbeeinträchtigung, p < 0,01). Nach einem Jahr war die Massage nicht besser als die Kontrollgruppe mit Selbstlernmaterial, jedoch signifikant besser als die Akupunktur sowohl im Symptomen-Score (p < 0,002) als auch in der Funktionsbeeinträchtigung (p < 0,05). Die Massagegruppe hatte am wenigsten Bedarf für Medikamente (p < 0,05) und die niedrigsten Kosten im Verlauf des Beobachtungsjahres Cherkin DC, Eisenberg D, Herman KJ, Barlow W, Kaptchuk TJ, Street J, Deyo RA in Arch Intern Med 2001, 161: 1081-8. Effekte nur in den Gruppen, in denen die Beurteiler wissen, welche Behandlung der Patient bekommen hat, sieht der Bandolier. In den geblindeten Untersuchungen kein Effekt- damit insgesamt keinen nachweisbaren Effekt. E. Ernst, A. R. White, B. Wider, Der Schmerz, 16, 2 (2002) pp 129-139 Akupunktur bei Rückenschmerzen Metaanalyse randomisierter kontrollierter Studien und "update" unter Berücksichtigung neuester Daten : In ihrer Summe implizieren diese Daten, dass Akupunktur verschiedenen Kontrollinterventionen überlegen ist; ihre Überlegenheit gegenüber "Plazebo" ist jedoch nicht ausreichend belegt. In  eine Studie zur Wirkung der Akupunktur bei Patienten mit chronischen Nackenschmerzen war die Wirkung der Akupunktur der einer  Scheinakupunktur vergleichbar.Peter White, George Lewith, Phil Prescott, and Joy Conway Acupuncture versus Placebo for the Treatment of Chronic Mechanical Neck Pain: A Randomized, Controlled Trial Annals 2004 141: 911-919. (in ) [Abstract] [Summary] [Full Text] 
Effekt der Akupunktur auf Rückenschmerzen (Kurzfristige Erfolge) nach Analyse von 9 Studien  aus Bandolier
Typ der Studie Zahl der Untersuchungen Gebessert mit Akupunktur (%) Gebessert mit Kontrollbehandlung (%) Relativer Profit (95% CI) NNT (95%CI)
Blinde Studien 4 73/127 (57) 61/123 (50) 1.2 (0.9 to 1.5) 13 (5 bis kein Profit für die Patienten)
Nicht geblindete Studien 5 78/117 (67) 33/87 (38) 1.8 (1.3 to 2.4) 3.5 (2.4 to 6.5)
Tennis- ellbogen  

Im Gegensatz zu vielen anderen Behandlungsmethoden ist die Akupunktur bei der Heilung des sogenannten "Tennisellbogens" sehr erfolgreich! http://www.akupunktur.de/therapie 01.html

Allenfalls ein Effekt für 24 Stunden bei dem chronischen Krankheitsbild. Green S, Buchbinder R, Barnsley L, Hall S, White M, Smidt N, Assendelft WAcupuncture for lateral elbow pain The Cochrane Library, Issue 1, 2002.
Tinnitus  

Erkrankungen, die besonders gut auf eine Akupunkturbehandlung ansprechen, sind z.B: ....Ohrgeräusche und Tinnitus, ..(Zitat aus eine Ärztehomepage, aus rechtlichen Gründen wird der Autor nicht genannt bei berechtigtem Interesse können Sie aber nachfragen)



 

Kein Effekt in 6 verwertbaren Studien. RA Dobie. A review of randomized clinical trials in tinnitus. Laryngoscope 1999 109: 1202-1211. Zitat nach Bandolier Tinnitus and Meniere's Update (Ähnlich in Jongbae Park; Adrian R. White; Edzard Ernst, Arch Otolaryngol Head Neck Surg 2000; 126: 489-492 bei Auswertung der Ergebnisse von 6 Studien, dort je besser und seriöser die Methodik der Studien umso schlechter schneidet Akupunktur ab. Insgesamt ebenfalls kein sicherer Effekt, oder  A Vickers, P Wilson, J Kleijnen Acupuncture Qual Saf Health Care  Mar 01, 2002 11: 92-97.  (In "Effectiveness bulletins")  Abstract]     [Full Text] )
Schlaganfall Reha   Bisher kein nachgewiesener Effekt A Vickers, P Wilson, J Kleijnen Acupuncture Qual Saf Health Care  Mar 01, 2002 11: 92-97.  (In "Effectiveness bulletins")  Abstract]     [Full Text] )
Schlaganfall   Keine Wesentlichen Wirkungen, keine gravierenden NebenwirkungenThe Cochrane Library, Issue 2, 2005. Chichester, UK: John Wiley & Sons, Ltd. All rights reserved.
Depression  

Keine aussagekräftigen Studien The Cochrane Library, Issue 2, 2005. Chichester, UK: John Wiley & Sons,

Schulterschmerzen   Keine aussagekräftigen Studien allenfalls sehr kurzfristiger EffektCochrane Library, Issue 2, 2005. Chichester, UK: John Wiley & Sons
Metanaalysen   Sind überwiegend negativ bei allen Krankheitsbildern (Scheinakupunktur genauso wirksam wie Akupunktur), hauptsächlich positiv wenn die Untersucher selbst Alternativmediziner sind. Systematic reviews of acupuncture Bandolier
Besonders häufig wird Akupunktur auch für Erbrechen und Übelkeit nach Operationen, Chemotherapie oder in der Schwangerschaft sowie in der Schlaganfallnachbehandlung, beim M. Parkinson, beim Karpaltunnelsyndrom, Zahnschmerzen, Alkoholismus, Übergewicht und bei Dysmenorrhoe angeboten. Metaanalysen seriöser Institutionen oder Autoren, die für mich nachvollziehbar waren, zur Wirksamkeit habe ich dazu allenfalls für Erbrechen und Übelkeit nach Operationen, Chemotherapie und Zahnschmerzen gefunden.

Zusammenfassung von  11 Berichten über Nebenwirkungen der Akupunktur 1998  BMJ 1999;318:536 ( 20 February ) => Nebenwirkungen sind selten gehen meist auf Nachlässigkeit und unzureichende Ausbildung zurück.

Nebenwirkung Land Wie der Zusammenhang festgestellt wurde Risikofaktor Ursächlicher Zusammenhang Erstbeschreiber
Streptokokken Myositis (tödlich) Japan Bakteriologie  --- Wahrscheinlich Onizuka
Argyrie (anhaltend) Östereich Hautbiopsie  --- Möglich Legat
Angina pektoris, 2 Fälle China EKG Schädel- elektroakupunktur Definitiv Li
Cervicaler spinaler epiduraler Abszess und vertebrale Osteomyelitis Japan Tomographie Diabetes mellitus Wahrscheinlich Yazawa
Geschlossene Sprungelenksfraktur verwandelt sich in offene USA  --- Wahrscheinlich Kelsey
Verschluss der Arteria poplitea  Schweden Angiographie  --- Wahrscheinlich Bergqvist
Pneumothorax Australien Röntgen Thorax  --- Wahrscheinlich Fulde
Pneumothorax Japan Nadel sichtbar bei Tomographie Wandernde Nadel Definitiv Yamaya
Pseudoaneurysma der Nierengefäße mit Ruptur Japan Angiographie  --- Wahrscheinlich Matsuyama
Septische Sakroiliitis Taiwan Tomographie Schlechte Sterilisation Wahrscheinlich Lau
Temporomandibulärer Abszess, Clostridium spp Japan Bakteriologie Schlechte Sterilisation Wahrscheinlich Matsumura
Pneumothorax Schweiz situativer Zusammenhang     Weber- Mani, Pichler Schweiz Med Forum 2005;5:1062–1063

Zusammenfassend bleibt eine große Diskrepanz zwischen Werbeaussagen, die man täglich in der Presse lesen kann und der Realität nach wissenschaftlichen Untersuchungen bezüglich der Wirksamkeit, der sehr populären Akupunktur. All dies schließt selbstverständlich eine Plazeboeffekt im Einzelfall nicht aus.  Behandlungsmethode der ersten Wahl dürfte sie damit nach rationalen Kriterien bisher für kein Symptom und keine Krankheit sein, unter rationalen Gesichtspunkte bleibt sie eine ergänzende Methode für Menschen bei denen eine fachgerechte Behandlung nicht ausreichend wirkt oder verträglich ist.

 

Jedenfalls sollte man aus den erschreckenden Zahlen und Fakten zur aktuellen tatsächlichen chinesischen Medizin Lehren und Konsequenzen ziehen:

1.)Chinesische Medizin ist weiter die vergleichsweise schlechte Medizin eines Entwicklungslandes, wer plant zur Olympiade 2008 zu fahren sollte auch seine Hepatitis B Impfung planen – und hoffen, dass er dort nicht ernsthaft krank wird. Wer sich in China von traditionellen Heilern akupunktieren lassen will, sollte Einmalnadeln (und Desinfektionsmittel) dazu hier einkaufen und mitnehmen.

2.) Zeigt das Beispiel noch einmal eindrücklich, dass Sparen am falschen Platz im Gesundheitswesen zu ganz erheblichen Folgekosten und Folgekrankheiten führen kann.

3.) Während bei uns mit chinesischer Medizin vorbei am politisch aufgezwungenem Budget zusätzliches Geld verdient werden kann, und der Glaube an die Akupunkturnadel als Allheilmittel weiter anwächst, scheint es im Urspungsland aus Gründen einen umgekehrten Budgets zu einer umgekehrten Entwicklung mit Glaube an Spritzen und Antibiotika mit schrecklichen Folgen gekommen zu sein.

4.) Herr Ferber hat recht, es ist ein  Zeichen von Verantwortung, dass Arzte diese Grenzen offen eingestehen. Dies bedeutet in der Tat, dass es manchmal einfach so ist, dass die Medizin nicht heilen sondern nur diagnostizieren und begleiten kann. Dies ist allerdings gerade kein Grund Menschen in Not dann dadurch zu täuschen, dass ihnen dort wo es keine Hoffnung gibt, Erfolge suggeriert. Medizin und Religion haben verschiedene Aufgaben. Medizin sollte nur versprechen, was sie wirklich halten kann. Mit der Not von Menschen ein Geschäft zu machen ohne dass man wirklich etwas wirksames anbieten kann, kommt mir jedenfalls wie eine der schlimmeren Formen von Betrug vor.  Alternative Medizin kann eine einfühlende Betreuung oder notwendige Gespräche nicht ersetzen.

5.) Wenn bei Ihnen Akupunktur geholfen hat, spricht wenig dagegen dies bei weiter bestehenden Beschwerden zu wiederholen. Allerdings immer unter der Voraussetzung, dass eine sinnvolle Diagnostik nach derzeitigem Stand der Medizin erfolgt ist.  Eine Diagnostik nach TCM Prinzipien ersetzt keine medizinische Diagnose und beinhaltet das Risiko eine schwerer wiegende behandlungsbedürftige Krankheit zu übersehen. Akupunktur kann nur eine ergänzende Behandlung sein. Einen fehlenden Wirkungsnachweis gibt es auch für manche konventionellen Behandlungsmethoden (ob nun Medikamente, psychotherapeutische Methoden oder Operationen), dies sollte Ihnen dann auch dort vom Arzt so mitgeteilt werden. Nicht selten stellt sich die Wirkungslosigkeit und Schädlichkeit lange angewendeter Methoden heraus. Solche neuen Erkenntnisse sind in der Wissenschaft der Normalfall und können immer auch häufig verwendete Methoden betreffen. Dies auch dann wenn deren Anwendung logisch sinnvoll erschien. Man denke nur an die jahrzehntelange Anwendung von "blutverdünnenden Infusionen" in der Schlaganfallbehandlung. Obwohl überall auf der Welt Standard stellte sich in großen Studien Ende der 80er Jahre heraus, dass das Behandlungsverfahren mehr Menschen schadete als es nützte. Popularität und Verbreitung sind also keine Garantie für Harmlosigkeit oder gar Wirksamkeit.

6.) Auch bei uns werden noch häufig unnötig Spritzen gegeben, wenn es verträglichere Alternativen gäbe. Mit der modernen Schmerztherapie erleben Spritzen und Infusionen eine Renaisannce die nicht immer rational zu rechtfertigen ist. Hepatitis B stellt bei Spritzen in Deutschland kein Problem dar. Einmalnadeln sind hier billiger als das Sterilisieren von Nadeln. Andere unnötige Folgeerscheinungen von Spritzen gibt es aber auch hierzulande, z.B. Spritzenlähmungen des N. ischiadicus: Am häufigsten durch Wahl der falschen Injektionsstelle. Es darf nur in das obere äußere Viertel der Gesäßmuskulatur injiziert werden. Dabei muss die Nadelführung senkrecht zur Körperoberfläche sein. Wird in die Nähe des Nerven injiziert kommt es zu einer Fremdkörperreaktion um den Nerven herum und der Nerv wird durch das narbige Bindegewebe stranguliert. Meist entsteht die Lähmung in direktem Anschluß an die Injektion. Nur bei jedem sechsten Patienten ist diese sofort von heftigen Schmerzen begleitet. Bei 10% der Patienten kommt es erst Stunden oder Tage nach der Spritze zu Lähmungen. Maximum der Lähmungen nach 1 bis 2 Tagen. Es können sich sehr intensive Schmerzen entwickeln. Neurologisch ist der peronäale Anteil des Muskels meist am stärksten betroffen. Die Schweißsekretion ist im Gegensatz zu von Bandscheibenleiden ausgehenden Lähmungen praktisch immer mitbetroffen (Ninhydrintest bringt die Klärung). Zu Beginn kann ein Versuch einer Verdünnung des Medikamentes mit 50-100ml Kochsalzlösung sinnvoll sein. Bei schweren Symptomen muss unter Umständen rasch eine operative Behandlung erwogen werden. Sehr schwere Nervenschäden können letztlich bis zur Beinamputation führen. Nikolau- Syndrom: Wird versehentlich in ein Gefäß (besonders in eine Arterie) gespritzt kann es zu einer Gewebsnekrose (Nekrose = Absterben) von Muskeln und Haut kommen. Es tritt ein intensiver Sofortschmerz auf, Schwellung, Blauverfärbung der Haut, und schließlich ein Absterben der selben. Sekundär kann es dabei sogar zu einer Schädigung des Plexus (Neven-Geflecht) lumbalis kommen. Dies ist bedingt durch Spasmen  von Arterienästen im Becken sekundär zur Injektion in eine Arterie in der Gesäßmuskulatur.  Fazit alles was geschluckt werden kann, sollte nicht gespritzt werden.

 

 

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  26. Acupuncture for tension-type headache (Review) The Cochrane Library 2009, Issue 1

     

Führer durch Scharlatanerie und Quacksalberei und zur aufgeklärten Entscheidung ist auch Quackwatch. Auf Deutsch (Übersetzung aus dem amerikanischen durch saarländische Nervenärzte)unter http://neuropsychiater.org/quackw.htm . Dort findet man Antworten auf viele häufige Fragen zur Alternativmedizin wie Warum Pseudotherapien oft zu wirken scheinen ,Zehn Regeln um nicht reinzufallen ! , Umweltängste und ihre propagandistische Ausbeutung ,Fünfzehn Möglichkeiten einen Internetbetrüger zu entlarven ,Quacksalberei: Definition ,Wie sie schädigt? , Wie verkauft sie sich? ,Wie man sie erkennt: 25 Tips ,Wie erkennt man Quack(salber)-Websites? , "Behandlungsfreiheit" ,Andere Tricks auf die man leicht reinfällt ,Die gängigen Fehleinschätzungen ,Warum gehen Menschen so leicht auf den Leim ,Warum die Wissenschaft die Pseudowissenschaft bekämpfen muß und vieles andere mehr.   Die ausführlichere amerikanische Version direkt unter www.quackwatch.com..

 

  • Vorschlag: ein Euro Steuern auf jede Akupunkturnadel in Deutschland und Europa zur Finanzierung von Einmalnadeln in China.
  • Entwicklungshilfe statt Propaganda wäre der sinnvollste Weg
  • Akupunktur und Kräuter spielen in China eine geringere Rolle als bei uns
  • Im Gegensatz zu den 70er Jahre ist auch in der chinesischen Propaganda heute westliche Hochleistungsmedizin angesagt. TCM hat dort als billige Nischen- Behandlung für Arme und psychisch Kranke oder bestenfalls adjuvant einen eher geduldeten Stellenwert. 
  • Jeder Chinese in Festlandchina wäre froh auch nur eine annähernd so gute Gesundheits- und Sozialfürsorge zu genießen wie dies für jeden Sozialhilfeempfänger bei uns selbstverständlich ist.
  • Auch die CSU sollte etwas wählerischer sein mit dem was sie uns als moderne Gesundheitspolitik verkaufen will.
  • Bedauerlich bleibt bei der ganzen Diskussion um chinesische Medizin bei uns, dass die tatsächliche Situation in Entwicklungsländern kaum interessiert.

Nach Popper gilt: Die wissenschaftliche Erkenntnis besteht  in der permanenten Suche nach objektiv wahren, erklärenden Theorien. Diese Suche besteht darin, den Fehler, den Irrtum zu identifizieren und zu bekämpfen und alles zu tun, um Unwahrheiten zu entdecken und auszuschließen.  Statt von Wissen im Sinne von Gewissheit geht Wissenschaft von Vermutungswissen oder Theorien aus. Manche Theorien können wahr sein, aber auch wenn sie wahr sind, so können wir das niemals sicher wissen, weil es kein objektives Kriterium der Wahrheit gibt. Es gibt aber ein Kriterium des wissenschaftlichen Fortschritts, nämlich die Bereitschaft zur ständigen kritischen Überprüfung und gegebenenfalls Verwerfung der Hypothesen. Der ständige Zweifel, der zu immer neuen Versuchen der Falsifikation führt, ist somit einer der wesentlichen Motoren für den wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn. Wissenschaftlicher Fortschritt entsteht durch die Bemühung, immer feinere Siebe der Falsifikation zu konstruieren und dadurch zu immer richtigeren Aussagen über unsere Welt zu gelangen. Fortschritt der Wissenschaft entsteht aus ihren Fehlern. Methoden, die versuchen sich der Überprüfung auf Fehler zu entziehen, sind unwissenschaftlich und können allenfalls als Ideologie oder Religion gelten.

Bitte beachten Sie, diese Webseite ersetzt keine medizinische Diagnosestellung oder Behandlung. Es wird hier versucht einen Überblick über den derzeitigen Stand der medizinischen Forschung auch für interessierte Laien  zu geben, dies ist nicht immer aktuell möglich. Es ist auch nicht möglich, dass ein Arzt immer auf dem aktuellsten Stand der medizinischen Forschung in allen Bereichen seines Faches ist.  Es ist immer möglich, dass die medizinische Forschung hier noch als wirksam und ungefährlich dargestellte Behandlungsmaßnahmen inzwischen als gefährlich oder unwirksam erwiesen hat. Lesen Sie bei Medikamenten immer den Beipackzettel und fragen Sie bei Unklarheiten Ihren behandelnden Arzt. Medikamentöse Behandlungen auch mit freiverkäuflichen Medikamenten bedürfen ärztlicher Aufsicht und Anleitung. Dies gilt auch für alle anderen Behandlungsverfahren. Die hier angebotenen Informationen können nicht immer für jeden verständlich sein. Um Mitteilung wo dies nicht der Fall ist bin ich dankbar. Fragen Sie hierzu immer Ihren behandelnden Arzt. Dieser weiß in der Regel über die hier dargestellten Sachverhalte gut Bescheid und kann Ihren individuellen Fall und Ihre Beschwerden besser einordnen- was für einen bestimmten Patienten nützlich ist, kann einem anderen schaden.  Selbstverständlich gibt es zu den meisten Themen unterschiedliche Auffassungen. Soweit möglich wird hier dargestellt woher die Informationen stammen. In den meisten Fällen mit einem entsprechenden Link (da diese oft ohne Ankündigung geändert werden, sind diese leider nicht immer aktuell zu halten).. Leider ist die zitierte Literatur nicht immer kostenfrei zugänglich. Die Beschränkung auf kostenfrei zugängliche Literatur würde manches sehr oberflächlich lassen. In der Regel versuche ich mich in der Darstellung an deutschen oder internationalen Leitlinien der Fachgesellschaften und Metaanalysen der Literatur zu orientieren. Auch dies ist nicht überall möglich. Zum einen gibt es nicht überall solche Leitlinien, zum anderen werden diese mir nicht immer sofort bekannt. Manche Leitlinien sind lange nicht aktualisiert worden und von neuerer Literatur überholt, bzw, ergänzungsbedürftig.  Wenn möglich sind im Text Links zu solchen Leitlinien eingebaut. Auch Leitlinien sind nur Orientierungen, sie schließen nicht aus, dass generell oder im Einzelfall Fehler enthalten sind oder diese im Einzelfall nicht anwendbar sind. Ziel der Darstellung ist hier definitiv nicht, mich als Experten für irgendeines der in der Homepage dargestellten Krankheitsbilder auszuweisen. Ich gehe davon aus, dass alle vergleichbaren Fachärzte für Neurologie, Psychotherapeutische Medizin und Psychiatrie ihre Patienten sorgfältig und genau so gut wie ich behandeln. Sollten Sie über eine Suchmaschine direkt auf diese Seite gekommen sein, werden Sie gebeten auch die Hauptseite aufzusuchen. 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