Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse

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Depression Seite 14

 

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Was kann man selbst tun -  und der Stellenwert alternativer Therapien - oder lassen Sie sich nicht für schädliches und wirkungsloses das Geld aus der Tasche ziehen. 

  1. Sport und Bewegung
  2. Johanniskraut
  3. Kräutermischungen  wie sie aus China und Japan
  4. Algen
  5. Fischöl
  6. Kava Kava
  7. Lichttherapie
  8. DHEA
  9. Aromatherapie
  10. Melatonin
  11. Ginkopräparate
  12. Pflanzenpräparate vor Operationen rechtzeitig absetzen
  13. Alternative Therapien der Depression bei Kindern und Jugendlichen

Ratschläge - was man selbst zumindest versuchen kann

  1. Ich unterscheide zwischen den Dingen bei denen ich etwas tun kann, und den Dingen bei denen ich etwas tun muss.

  2. Ich verschwende meine Energie nicht mit Dingen oder Vorhaben auf die ich nach meiner Erfahrung keinen Einfluss habe.

  3. Wenn ich einen Fehler mache, sage ich mir, keiner ist perfekt und ich versuche den Fehler zu nutzen um etwas daraus zu lernen, bzw. es nächstes Mal besser zu machen.

  4. Im allgemeinen sind meine "Träume" und meine Erwartungen an das Leben realistisch. Nur bei realistischen Erwartungen kann ich auch Erfolge haben.

  5. Ich versuche immer die positive Seite einer schwierigen Situation zu sehen (soweit dies realistisch ist).

  6. Ich verstehe es auch in einer peinlichen Situation selbst komische oder absurde Aspekte zu sehen und kann auch mal über mich selbst lachen.

  7. Ich akzeptiere meine Grenzen und die der Anderen.

  8. Ich pflege meine Partnerschaft und meine Freundschaften und weiß, dass der "Arbeitsaufwand" hierfür eine gut Investition ist.

  9. Ich sorge für regelmäßigen körperlichen Ausgleich, Spaziergänge, Sport, Gymnastik. Ich gehe jeden Tag vor die Tür und bewege mich möglichst viel an der frischen Luft. Ich schlafe genügend um erfrischt aufzustehen.

  10. Auch in längeren Stressperioden esse ich regelmäßig. Ich ernähre mich gesund (wenig Fett, regelmäßig Gemüse, Obst, usw.).

  11. Wenn ich mich angespannt fühle, versuche ich mich bewusst zu entspannen. (z.B. auch mit einem gelernten Entspannungsverfahren).

  12. Jede Woche unternehme ich mehrfach etwas was mir Freude macht. - Wenn wenig dazu einfällt, mache ich eine Liste mit Aktivitäten, die mir bisher Freude gemacht haben und versuche diese zu Hilfe zu nehmen.

  13. Ich suche ein Gleichgewicht zwischen beruflichen Verpflichtungen, familiären Verpflichtungen und Freizeitaktivitäten.

  14. Ich trinke (Alkohol) und rauche nur wenig oder gar nicht, besonders aber achte ich darauf, dass es in Stresssituationen nicht mehr wird. Auch Schlaf- und Beruhigungsmittel nehme ich nur in Ausnahmesituationen und nie regelmäßig.

  15. Wenn ich überfordert bin, setze ich mir Prioritäten, mache mir einen schriftlichen Plan um meine Zeit optimal zu nutzen und für mich auch Erholungszeit einzuplanen.

  16. Jede Woche mache ich mir einen Plan, in dem ich mir notiere, was ich muss und will, um für mich das Beste aus meiner Zeit zu machen.

 

Alternative Therapien gegen Depression  

Es soll über unkonventionelle Therapiemethoden der Depression berichtet werden. Als konventionell weil wissenschaftlich unzweifelhaft abgesichert, gilt die Behandlung mit Antidepressiva, Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch orientierten Psychotherapien, Lichttherapie bei eindeutig saisonal abhängigen Depressionen und Elektrokrampftherapie bei schwersten therapieresistenten Depressionen.

Depressionen werden häufig nicht oder falsch diagnostiziert. Depressionen gehören zu den häufigsten Krankheiten, die zur Aufnahme einer naturheilkundlichen oder  alternativmedizinischen Behandlung führen. 20% aller Amerikaner und 45% aller Dänen mit einer Depression sollen innerhalb des letzten Jahren eine solche Behandlung versucht haben. Was ist bisher bezüglich seiner Effektivität untersucht? Es soll, da hier der Effekt am eindeutigsten ist, zu körperlichem Training und Johanniskraut eine Übersicht über den Stand der Wissenschaft gegeben werden.  Nach Durchsicht von Übersichtartikeln zum Thema und Suche in Medline muss zunächst festgestellt werden: Es gibt zu den meisten alternativen oder komplementären Therapien nur wenige Untersuchungen über deren Wirksamkeit in der Depressionsbehandlung. Die Daten, die vorhanden sind, kommen oft aus methodisch fragwürdigen Studien mit schlechter Qualität. Gar keine verwertbaren Daten gibt es z. B. zu Behandlungsverfahren wie der  Alexander- Technik, Bach- Blüten Therapie, Farbentherapie, Kinesiologie, Quigong, oder Reflextherapie. Die Auswertung von Berichten und auch Studien scheitert oft auch daran, dass beispielsweise in der Homöopathie und der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) wissenschaftlich anerkannte Klassifikationsschemen nicht benutzt werden und statt dessen eigene nicht vergleichbare Diagnosen (z.B.: als Windkrankheit in der TCM) zugrunde gelegt werden. Homöopathie spielt in der Depressionsbehandlung keine wesentliche Rolle. Zur Akupunktur in der Depressionsbehandlung sind überwiegend die Studien von Roschke J, et al aus Mainz in den letzten Jahren zu finden. Dort zeigte sich zwar ein zum Antidepressivum additiver Effekt, allerdings war dieser Effekt bei einer Scheinakupunktur ebenso vorhanden, wie bei Verumakupunktur.   In Zeitschriften für alternative Medizin oder TCM werden aber teilweise in methodisch schwierig zu beurteilenden Untersuchungen gar 90%ige Besserungsraten mit Überlegenheit gegenüber Antidepressiva für 10 Sitzungen Akupunktur berichtet.   Emotionen sind nach der Lehre der trad. chin. Medizin einzelnen Organsystemen zugeordnet. Mit einer bestimmten Nadelung soll somit über dieses Organsystem auch diese Emotion zu beeinflussen sein. Dass dieses Lehrsystem kein Humbug ist, wird nach Meinung von derart ausgebildeten Mediziner und Heilpraktikern dadurch bewiesen betrachtet, dass es sich über 2000 Jahre behaupten konnte. Allerdings hat auch der Antisemitismus, fast jede Religion und sehr vielfältiger Aberglaube Jahrhunderte und Jahrtausende alte Tradition. Über den Wahrheitsgehalt einer Überzeugung sagt deren Alter wenig aus. Nieren-, Herz-, oder Leber-, Transplantierte behalten ihr ursprüngliches Gemüt, Berichte, dass sie die Emotionen und psychischen Krankheiten des Spenders angenommen haben, sind mir nicht bekannt geworden. Bestimmte Hirnkrankheiten dagegen verändern nachvollziehbar die Emotionalität. Man bedenke immer, dass die alten Chinesen wenig Anatomiekenntnisse haben konnten, da eine Sektion nicht erlaubt war. Krankheitserreger waren zum Zeitpunkt der Entwicklung der TCM nicht bekannt.  Eine Untersuchung zu Kräutermedizin im Internet  zeigte, dass von 443 Webseiten 338 (76%) Verkaufseiten waren, oder direkt zum Verkäufer gelinkt waren.  273 (81%) von 338 Verkaufsseiten stellten mindestens einen Behauptung der Wirksamkeit her, 149 (55%) behaupteten, dass mit dem Kraut mindestens eine Krankheit behandelt oder diagnostiziert werden kann oder dieser vorgebeugt werden kann. Über die Hälfte (153/292; 52%) der Seiten ließ den obligatorischen Disclaimer vermissen. Seiten ohne Verkaufsangebot hatten eher Verweise auf Literatur, allerdings boten nur 52 (12%) der 443 Web Information mit Referenzen ohne direkten Link zu einem Verkäufer. Charles A. Morris; Jerry Avorn Internet Marketing of Herbal Products JAMA. 2003;290:1505-1509.ABSTRACT | FULL TEXT | PDF
 

Vieles was nützlich sein kann und noch als alternative Heilmethode zu bezeichnen ist, kann hier aus Platzgründen nicht besprochen werden. Dazu gehören beispielsweise Musiktherapie, Gestaltungstherapie und Kunsttherapie aber auch Beten.

Der Effekt von körperlichem Training  (siehe auch Sport und Depression) gilt als einigermaßen gesichert. In Studien, die überwiegend mit gesunden Probanden durchgeführt wurden, zeigten sich positive Einflüsse von Ausdauertraining auf Stimmung, Depressivität, Ängstlichkeit, Selbstbewusstsein und Stressbewältigungsvermögen. Eine umfangreiche prospektive Studie ergab, dass es bei Probanden mit geringer körperlicher Aktivität im Vergleich zu sportlich aktiven Personen innerhalb von acht Jahren zu einer doppelt so hohen Depressionsrate kam (Farmer et al 1988).

Eine Cochrane review kommt nach Analyse von 25 Studien die Sport mit keiner Behandlung oder mit etablierten Behandlungen vergleicht 2009 zu dem Ergebnis, dass Sport die Symptome der Depression bessert. Angesichts der Heterogenität der Studien lässt sich aber zur genauen Wirkstärke und dazu welche Art von Sport am besten geeignet ist, keine sichere Aussage treffen.  Die vorhandenen Studien lassen vermuten, dass Sport eine längere Zeit durchgehalten werden muss, um den Nutzen auf die Stimmung zu erhalten. Insgesamt ist der Effekt des körperlichen Trainings gut belegt.  Cochrane Database of Systematic Reviews 2008, Issue 4. Art. No.: CD004366. DOI: 10.1002/14651858.CD004366.pub3. Volltext   Englische Leitlinien zur Depressionsbehandlung empfehlen Sportprogramme mit 3x wöchentlich 45-60 min sportlicher Aktivität zu Behandlung leichter Depressionen.  Depressive Menschen sind häufig körperlich inaktiv.  Körperliche Aktivität kann von den depressiven Gedanken ablenken,  Fitness und das Erlernen neuer Sportarten das Selbstbewusstsein bessern. Sport kann neue soziale Kontakte schaffen.  Die Endorphinausschüttung kann auch die Konzentration antidepressiv wirksamer Monoamine anheben und das Stresshormon Kortison absenken,  Studien lassen vermuten, dass durch Sport neue Nervenzellen wachsen und das Überleben der Nervenzellen verlängert wird.
Attraktiv ist körperliche Aktivität auch unter Kostengesichtspunkten und in Hinblick auf gesundheitsfördernde Effekte auch im Hinblick auf andere Leiden. Problem ist, dass viele schwerer depressive Patienten so sehr antriebsgemindert sind, dass sie sich einfach zu körperlichem Training nicht aufraffen können.    Bei Patienten mit Panikstörung und Agoraphobie führte ein zehnwöchiges Ausdauertraining im Rahmen einer plazebokontrollierten, randomisierten Studie zu einer signifikanten Besserung der Angstsymptomatik und der depressiven Begleitsymptomatik (Broocks et al 1998). Trotz methodisch bedingter Einschränkungen spricht die Gesamtschau der bisher vorliegenden Daten dafür, dass körperliches Training allein oder in Kombination mit anderen Behandlungsformen zu einer Besserung von depressiven Symptomen führt. Das Ausmaß dieser Besserung korreliert offenbar nicht mit der spiroergometrisch objektivierten Änderung der Ausdauerleistungsfähigkeit; zwei Studien mit depressiven Patienten berichten über einen vergleichbaren therapeutischen Effekt bei Anwendung von Krafttraining.  Depressionen verschlechtern die Prognose koronarer Herzkrankheiten und begünstigen allgemein vaskuläre Erkrankungen. Diese Nebenwirkung der Depression geht in hohem Maße auf die Passivität durch die Antriebsminderung zurück. Sport kann diesen Risiken entgegen wirken.

Zu den Nebenwirkungen von körperlichem Training: Besonders ältere Patienten sollten vor ungewohnten körperlichen Belastungen ihren Arzt um Rat fragen, ob Untersuchungen der Belastbarkeit notwendig sind. Nicht vernachlässigt werden darf eine nicht unerhebliche Zahl von Sportverletzungen jedes Jahr. Insgesamt überwiegen die Vorteile oder der Nutzen körperlicher Aktivität im Regelfall die Risiken bei weitem. Dies insbesondere wenn man noch das bei Depressionen erhöhte Risiko von Herz- Kreislauferkrankungen mitbedenkt. Bedenken Sie auch, die Risiken beim Sport nehmen dort zu, wo der Spaß aufhört und aus Freizeitsport Leistungsport wird.

 

  1. Dunn, A. L., Weintraub, P. (2008). Exercise in the Prevention and Treatment of Adolescent Depression: A Promising but Little Researched Intervention. AMERICAN JOURNAL OF LIFESTYLE MEDICINE 2: 507-518 [Abstract]  
  2. Exercise was more effective in the long term than sertraline or exercise plus sertraline for major depression in older adults Wilfrid Hume (commentator) Evid Based Ment Health 2001 4: 105. [Full Text]  
  3. M. H. M. De Moor, D. I. Boomsma, J. H. Stubbe, G. Willemsen, and E. J. C. de Geus
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    [Abstract]
  4. Trivedi, M. H, Greer, T. L, Grannemann, B. D, Church, T. S, Galper, D. I, Sunderajan, P., Wisniewski, S. R, Chambliss, H. O, Jordan, A. N, Finley, C., Carmody, T. J (2006). TREAD: TReatment with Exercise Augmentation for Depression: study rationale and design. Clin Trials 3: 291-305 [Abstract]  
  5. Zunkel, G. M. (2003). Depressive Disorders: Treatment with Nonpharmacological Alternatives. Complementary Health Practice Review 8: 116-127 [Abstract]
  6. F Dimeo et al., Benefits from aerobic exercise in patients with major depression: a pilot study British Journal of Sports Medicine 2001;35:114-117; doi:10.1136/bjsm.35.2.114
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  8. Koehl, M., Meerlo, P., Gonzales, D., Rontal, A., Turek, F. W., Abrous, D. N. (2008). Exercise-induced promotion of hippocampal cell proliferation requires {beta}-endorphin. FASEB J. 22: 2253-2262 [Abstract]
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  14. Whooley et al. Depressive Symptoms, Health Behaviors, and Risk of Cardiovascular Events in Patients With Coronary Heart Disease JAMA 2008;300:2379-2388. ABSTRACT | FULL TEXT  
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  18. Blumenthal et al. Exercise and Pharmacotherapy in the Treatment of Major Depressive Disorder Psychosom. Med. 2007;69:587-596. ABSTRACT | FULL TEXT  

 

 

An zweiter Stelle nachgewiesener Effektivität steht Johanniskraut (Bild aus dem Linde- Artikel) bei leichten bis mittelschweren depressiven Störungen. Der Effekt ist schlechter nachgewiesen als für körperliches Training. Als Wirkungsmechanismus wird eine Reuptake- (Wiederaufnahme) Hemmung der Neurotransmitter Noradrenalisn, Serotonin, und Dopamin angenommen.

Der Einsatz von Johanniskraut ist aber leichten Fällen durchaus inzwischen als Teil der Schulmedizin zumindest in Deutschland zu bezeichnen. Eine Übersichtsarbeit von Linde et al. im Britisch Medical Journal  über randomisierte Studien 1996 war hier international eine Art Eisbrecher. In den USA bleibt man aber noch zurückhaltender oder misstrauischer. In Pur mied finden sich bis heute immerhin 160 überwiegend positive Artikel zum Thema. Zusammenfassend kam die Arbeit von Linde zu dem Ergebnis:

Es gibt Hinweise aus wissenschaftlichen Untersuchungen, dass Johanniskraut- Extrakte wirksamer als Placebo in der Behandlung von depressiven Störungen sind, unbekannt ist weiter; ob es bei bestimmten depressiven Störungen wirksamer ist als bei anderen.
Die gegenwärtigen Daten erlauben keine Aussage ob Johanniskraut- Extrakte so wirksam sind wie andere Antidepressiva und ob sie weniger Nebenwirkungen haben.
Weitere Studien sollten durchgeführt werden um Johanniskraut- Extrakte mit anderen Antidepressiva bei genau definierten Patientengruppen zu  vergleichen, um die Langzeitnebenwirkungen beurteilen zu können und die relative Wirksamkeit verschiedener Dosen und Arzneimittelzubereitungen beurteilen zu können. 

Linde K, und  Mulrow CD. veröffentlichten ihre Ergebnisse dieses Jahr auch in der allgemein anerkannten Cochrane Database Syst Rev.(Der Adresse für evidence based medicine). Linde et al. haben 2005 eine neue Literaturübersicht im British Journal of Psychiatry  veröffentlicht. In der Auswertung neuerer Studien kommt Linde jetzt zu der Auffassung: Die gegenwärtige Beweislage zur Wirksamkeit von Johanniskraut ist widersprüchlich und verwirrend. Bei Patienten mit  majoren Depressionen haben einige neuere Plazebo-kontrollierte Studien nur eine minimale positive Wirkung von Johnniskrautextrakt zeigen können,  während andere Untersuchungen im Vergleich zu Standardantidepressiva eine ähnlich positive Wirkung gezeigt haben.  Offensichtlich zeigen Studien zu Johanniskraut in Deutschland eine wesentlich bessere Wirksamkeit als dies in englischsprachigen Ländern der Fall ist.  Linde K, Berner MM, Kriston L. St John's wort for major depression. Cochrane Database of Systematic Reviews 2008, Issue 4. Art. No.: CD000448. DOI: 10.1002/14651858.CD000448.pub3.
 

 Es gibt Studien die Johanniskraut eine ähnliche Wirksamkeit wie konventionellen Antidepressiva bescheinigen. Allerdings sollte man bezüglich dieser Studien noch skeptisch bleiben, Überprüfungen nach Standards der "evidence based medicine halten diese Studien nur zum Teil Stand. Siehe Review: St John's wort is more effective than placebo for treating depressive disorders Evidence-Based Mental Health  Medizinhistorisch kann man die Anwendung von Johanniskraut bis in die Antike zurückverfolgen. Auch Paracelsus schätzte das Johanniskraut als hervorragendes Heil- und Zaubermittel. Die erste Anwendung bei psychiatrischen Indikationen ist aber erst seit dem frühen 19. Jahrhundert bekannt Der Dichterarzt Justinus Kerner (1786-1862), Oberamtsarzt im schwäbischen Weinsberg, der dort auch die psychisch Kranken betreute, versprach sich aus dem roten Saft frischer Johanniskrautblüten eine Reinigung des melancholischen "schwarzen" Blutes. Als Entdecker der Wirksamkeit von Hypericumzubereitungen bei so genannten funktionellen Depressionen darf jedoch K. Daniel (1935) gelten. Aber erst mit dem Einsatz hoher Standards und ständiger Qualitätskontrollen haben Phytopharmaka und somit auch Johanniskraut einen hohen Stellenwert in der Praxis gewonnen. Der Wirkmechanismus von Johanniskraut ähnelt dem der meisten chemisch definierten Antidepressiva. Die synaptosomale Aufnahme von Noradrenalin, Serotonin und Dopamin wird gehemmt. Für die antidepressive Wirkung stehen verschiedene Substanzen zur Diskussion wie Hypericin, Procyanide, Hyperforine und Flavonoide. Man vermutet synergistisch additive Effekte der Inhaltsstoffe im Gesamtextrakt. Die Auffassung des generell in der  Arzneimittelbehandlung kritischen Arzneimittel- Telegrams: Rund ein Drittel aller 1997 in deutschen Apotheken verkauften Mittel gegen Depressionen enthielten Johanniskraut JARSIN nimmt 1996 mit fast 2 Millionen Verordnungen Rang 1 der zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung verordneten Antidepressiva ein und liegt damit vor Trizyklika wie Doxepin (APONAL, 1,5 Millionen Verordnungen) und Amitriptylin (SAROTEN, 1,4 Mio.). Angesichts der unzureichenden Nutzenbelege erstaunt diese Dominanz für ein Phytopharmakon, dessen aktive Bestandteile unbekannt sind. Eine Standardisierung auf Hypericin gilt als nicht sinnvoll. Unsere US-amerikanische Schwesterzeitschrift Medical Letter fordert bessere Studien, um Nutzen und Risiken beurteilen zu können. Zwar gibt es In-vitro-Daten zum Einfluss von Johanniskraut auf verschiedene Neurotransmitter wie Serotonin und Noradrenalin, doch bleibt offen, ob es überhaupt die Blut-Hirn-Schranke überwindet. In den USA hat Johanniskraut bis heute nur den Status eines "Nahrungsergänzungsmittels" (Med. Letter 39 [1997], 107 / ati d). Bei dieser Datenlage kann unseres Erachtens die Verwendung von Hypericum-Präparaten allenfalls in Einzelfällen bei leichten depressiven Verstimmungen in Erwägung gezogen werden arznei - telegramm 4 / 9 8, www.arznei-telegramm.de  In einer neuen qualitativ hochwertigen amerikanischen Studie an 200 Patienten mit einer im Durchschnitt eher längerdauernden und mittelschweren bis schweren Depression über 8 Wochen zeigte sich standardisierter Johanniskrautextrakt (täglich 900 mg bis 1.200 mg) in der Behandlung Placebo nicht signifikant überlegen und wurde damit als unwirksam bewertet. (Shelton RC et al. Effectivness of St. John's wort in major depression; in JAMA 2001,285;1978-86. Solange keine Publikationen über gut geplante positive Studien vorliegen, schließen wir aus den Ergebnissen, dass es keine glaubhafte Evidenz für die Wirksamkeit von Hypericum bei Depressiven gibt. Studien in anderen diagnostischen Gruppen, zum Beispiel Personen mit Angststörungen, mögen gerechtfertigt sein." Die Autoren stellten die Ergebnisse der übrigen bekannten Studien (insbesondere auch der Metaanalyse von Linde bei Cochrane) in Frage. Sie gehen davon aus, dass bisher überwiegend die positiven Untersuchungen veröffentlicht wurden und dadurch eine Verzerrung des Bildes in den Metaanalysen zustande gekommen war.  Auch eine weitere amerikanische Studie (mit immerhin 340 Patienten), die von Herstellern von Johanniskraut finanziert wurde um die angestrebte Zulassung von Johanniskraut in den USA zu erreichen zeigte keinen Effekt.  In dieser Studie zeigte auch Sertalin keinen eindeutigen Effekt war allerdings im Gegensatz zu Johanniskraut (bis 1500mg) mit überwiegend 50 mg unterdosiert. Effect of Hypericum perforatum (St John's wort) in major depressive disorder: a randomized controlled trial. Hypericum Depression Trial Study Group. JAMA 002; 287: 1807-14).  Auch eine weitere amerikanische Studie verlief nun negativ, dennoch kommen deutsche Autoren weiterhin zum Schluss, dass eine Wirksamkeit vorliege.  Laakmann G, Jahn G, Schule C.. Nervenarzt 2002 Jul;73(7):600-12. Auch eine neue französische Studie mit 375 Patienten zeigte eine Überlegenheit gegenüber Placebo.Lecrubier Y, Clerc G, Didi R, Kieser M.


 

Johnaniskraut bleibt damit ausnahmslos damit der Behandlung leichter und allenfalls mittelschwerer Depressionen vorbehalten. Wie bei chemischen Antidepressiva gilt, dass spätestens wenn nach einem Monat keine Besserung unter Johanniskraut eintritt auf ein anderes Antidepressivum umgestellt werden sollte.

 

Zu den Nebenwirkungen von Johanniskraut:. Fast alle Daten zu den unerwünschten Wirkungen von Johanniskraut-Extrakt beruhen auf verhältnismäßig kurzen Studien. Dies gilt auch für eine große offene Studie, in der 3250 Personen in 663 Arztpraxen für vier Wochen LI 160 erhielten. In dieser Untersuchung klagten insgesamt nur knapp 2,5% der Behandelten über (vorwiegend gastrointestinale) Nebenwirkungen. In einzelnen kontrollierten Studien waren unerwünschte Ereignisse wesentlich häufiger, wenn auch in der Regel nur etwa halb so häufig wie unter trizyklischen Antidepressiva. Am bekanntesten ist bei Johanniskraut die Gefahr von Sonnenallergien und vermehrter Empfindlichkeit für Sonnenbrand. (soll neuerdings eventuell bei bestimmten Hautkrankheiten therapeutisch genutzt werden).  Neuerdings wurde  festgestellt, dass Johanniskraut  die Wirksamkeit anderer Arzneimittel verändert. Vorsicht ist geboten bei der Einnahme in Kombination mit anderen klassischen Antidepressiva, bei Mitteln zur Verhütung von Blutgerinnseln mit der Wirksubstanz Phenprocoumon und bei Herzmitteln mit der Substanz Digoxin. Patienten mit geschädigter Leber sollten ebenfalls auf die Dosis achten, da die Bestandteile von Johanniskraut bei Funktionseinbußen der Leber langsamer als in gesunden Organen abgebaut werden. Es ist möglich, dass es wegen zunehmend bekannt werdenden Nebenwirkungen es zu einer Verschreibungspflicht kommen wird. (Ivar Roots vom "Institut für Klinische Pharmakologie" der Berliner Charité ), ein möglicher Wirkverlust der Antibabypille unter Johanniskraut wird vom arznei - telegram berichtet. Todesfälle durch Nachlassen der Wirksamkeit der Medikamente die die Abstoßung der transplantierten Herzen und Nieren entstanden sind, sind berichtet worden. Die Wirksamkeit einer Chemotherapie kann durch Johannikraut in Frage gestellt werden. Dies kann auch dann noch geschehen, wenn die Johanniskrauteinnahme bis zu 3 Wochen zurückliegt. (St John's wort interferes with chemotherapy, study shows Deborah Josefson Nebraska BMJ, 31.8.02 [Full text] ) J Natl Cancer Inst. 2002 Aug 21;94(16):1247 Bereits eine 2 wöchige Gabe von Johanniskraut verkürzt die Halbwertszeit des Beruhigungsmittels Alprazolam von 12 auf 6 Stunden und macht damit eine Verdoppelung der Dosis erforderlich.  Da Alprazolam von der CYP 3A4 verstoffwechselt wird, und etwa 50% aller auf dem Markt befindlichen Arzneimittel ebenfalls über dieses P-450 Enzym verstoffwechselt werden, ist anzunehmen, dass dieser Effekt für die Hälfte aller Medikamente gilt. Anästhesisten empfehlen grundsätzlich 2 Wochen vor Operationen Johanniskraut abzusetzen. Hodges PJ, Kam PC. Auch Aidspatienten die Johanniskraut einnahmen kamen durch Nachlassen der wirksamen Virustatika zu Schaden. In der amerikanischen Studie beklagten sich  signifikant mehr Patienten aus der Hypericum-Gruppe über Kopfschmerzen als aus der Placebo-Gruppe. Weiter berichtete Nebenwirkungen: gastrointestinale Beschwerden (Brechreiz, Bauchschmerzen, Appetitverlust, Durchfall), allergische Reaktionen, Müdigkeit, Unruhe, Schwindel; selten: Mundtrockenheit, Schlafstörungen, Herzklopfen, Schwächegefühl, Tremor, Kreislaufbeschwerden, Sehstörungen, Miktionsbeschwerden; in Einzelfällen Auslösung von hypomanischen und manischen Syndromen; keine Leistungsbeeinträchtigung bezüglich Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen, keine Wechselwirkung mit Alkohol. Der tatsächliche Gehalt an Wirkstoffen vom im Handel befindlichen Johanniskrautzubereitungen scheint nach eine neuen kanadischen Untersuchung sehr unterschiedlich zu sein. Oft ist nicht das drin in der Tablette was drauf steht. Eine für den Verbraucher nachvollziehbare Standardisierung ist noch nicht vollzogen. Problematisch bezüglich der Wechselwirkungen von Johanniskraut ist bisher, dass diese für Patienten und Arzt nicht berechenbar sind. Zuverlässige Studien, die Aussagen erlauben würden wann die begleitenden anderen Arzneimittel wie höher oder niedriger dosiert werden müssten fehlen. Es ist auch unbekannt wie sich unterschiedliche Johanniskrautzubereitungen und Dosierungen auswirken.  Schnellübersicht Antidepressiva Unerwünschte Wirkungen machen den Unterschied NeuroTransmitter 11-2001, Bove GM. Acute neuropathy after exposure to sun in a patient treated with St John's wort. Lancet 1998;352:1121-1122., Moses EL, Mallinger AG. St. John's Wort: three cases of possible mania induction. J Clin Psychopharmacol 2000;20:115-117  Nierenberg AA, Burt T, Matthews J, Weiss AP. Mania associated with St. John's wort.Biol Psychiatry. 1999 Dec 15;46(12):1707-8. Guzelcan Y, Scholte WF, Assies J, Becker HE., Mania during the use of a combination preparation with St. John's wort (Hypericum perforatum) Ned Tijdschr Geneeskd. 2001 Oct 6;145(40):1943-5.,  Gaster B, Holroyd J., St John's wort for depression: a systematic review. Arch Intern Med. 2000 Jan 24;160(2):152-6. Review, Assalian, Sildenafil for St. John Wort-induced sexual dysfunction.J. Sex Marital Ther. 2000 Oct-Dec;26(4):357-8. Bhopal JS. St John's wort-induced sexual dysfunction. Can J Psychiatry. 2001 Jun;46(5):456-7. James JS. St. John's wort warning: do not combine with protease inhibitors, NNRTIs.AIDS Treat News. 2000 Feb 18;(No 337):3-5. John S. Markowitz; Jennifer L. Donovan; C. Lindsay DeVane; Robin M. Taylor; Ying Ruan; Jun-Sheng Wang; Kenneth D. Chavin Effect of St John's Wort on Drug Metabolism by Induction of Cytochrome P450 3A4 Enzyme JAMA. 2003;290:1500-1504. ABSTRACT | FULL TEXT | PDF  AH Draves, SE Walker Analysis of the hypericin and pseudohypericin content of commercially available St John's wort preparations Can J. Clin Pharm 2003 Volume 10, Number 3 : 114-118, Edward Mills, Victor M Montori, Ping Wu, Keith Gallicano, Mike Clarke, Gordon Guyatt Interaction of St John's wort with conventional drugs: systematic review of clinical trials, BMJ  2004;329:27-30, doi:10.1136/bmj.329.7456.27 [Abstract] [Full text] [PDF]  Nicola Casacalenda, J. Christopher Perry, and Karl Looper Remission in Major Depressive Disorder: A Comparison of Pharmacotherapy, Psychotherapy, and Control Conditions  Am J Psychiatry 2002 159: 1354-1360.Abstract] [Full Text]  

 

 

Bekannte häufigere Wechselwirkungen von Johanniskraut New Advice On St John's Wort   (Bitisches Gesundheitsministerium und Herb and drug interactions Mayoclinic) ergänzt durch Ergebnisse neurer Studien

Medikament Wo die Medikamente hauptsächlich eingesetzt werden
Markumar  Herzerkrankungen zur Blutverdünnung     
Digoxin Herzerkrankungen
Antikonvulsiva (Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoin) Epilepsie, Schmerzbehandlung, Depression, Schizoaffektive Störungen
Theophyllin Asthma und chronische Bronchitis
Alprazolam Angst
Selektive Serotonin Reuptake Hemmer (SSRIs) (Citalopram, Fluoxetin, Fluvoxamin, Paroxetin, Sertralin) Depression (Gefahr eines sehr unangenehmen Serotoninsyndroms mit Kopfschmerzen, Bauchweh, Übelkeit, Nervosität..) Am besten Johanniskraut 2 Wochen vorher absetzen.
Triptane (Sumatriptan, Naratriptan, Rizatriptan, Zolmitriptan) Migräne
Cyclosporin nach Transplantation
Chemotherapeutika Krebsbehandlung
Indinavir, Nelfinavir, Ritonavir, Saquinavir Efavirenz, Nevirapin HIV Infektion
Theophyllin Asthmamedikament
orale Contrazeptiva Pille zur Verhütung (Wirkverlust, ungewollte Schwangerschaft

Insgesamt bleibt, beides sowohl Johanniskraut als auch Sport ist antidepressiv wirksam.   Johanniskraut sollte bis weitere Studien vorliegen nur bei leichten und allenfalls bei leichten bis mittelschweren Depressionen eingesetzt werden. Es sollte vorerst nicht mit anderen Antidepressiva kombiniert werden. Ein Wirkungsverlust der Antidepressiva oder eine Zunahme der Nebenwirkungen ist zumindest möglich. Gesichert ist die Wirksamkeit auch nur für qualitativ hochwertige Produkte. Die Wirksamkeit von Sport oder allgemeinem körperlichem Training ist noch eindeutiger belegt, als dies für Johanniskraut gilt. Sport kann auch mit allem kombiniert werden, ist zwar auch nicht "nebenwirkungsfrei", die meisten Nebenwirkungen dürften aber angenehmer Natur sein. Den Gang zum Arzt sollte weder Sport noch Johanniskraut ersetzen. Warnung der amerikanischen Arzneimittelbehörde
Übersichten zu Johanniskraut und seiner antidepressiven Wirkung: http://www.infomed.org/pharma-kritik/pk20a-96.html  http://www.mja.com.au/public/issues/xmas98/rey/rey.html 
http://archinte.ama-assn.org/issues/v160n2/full/ira81029.html  Unklar bleibt die Frage: Kann Johanniskraut ein psychotisches Syndrom mit Wahn und Manie auslösen? St. Francis Journal of MedicineVol.5 No.2   2000 Herbal Medicine Induced Mood Disorder Shabbir A. Chowdhury, MD; Prabir K. Mullick, MD; Manohar Shetty, MD; Burton Singerman, MD, MPH; C.W. Fetrow, Pharm.D.; and Teddi A. Gianangeli, Pharm.D. Warnung der amerikanischen Arzneimittelbehörde: http://www.fda.gov/cder/drug/advisory/stjwort.htm

 

Tryptophan
Es handelt sich um die Aminosäure Tryptophan, wie sie auch in den Nahrungsmitteln vorkommt. Der Abbau erfolgt über die Kynurenine. Das Angebot der Serotonin (5-HT)-Vorstufe kann die Verfügbarkeit von Serotonin im Gehirn steigern. Dass serotonerge Verbindungen eine wesentliche Rolle bei der Entstehung von Depressionen. Nachgewiesen sind bei Menschen mit Depressionen erniedrigte Serum Tryptophanspiegel, erniedrigte Serotoninspiegel im Liquor, eine verminderte Aufnahme von Serotonin in die Blutplättchen. Bildgebende Verfahren zeigen in vielen Gehirngebieten eine erhebliche Verminderung der serotonergen Funktion. Besonders interessant ist eine Veränderung des Serotonintransporters (5-HTT). Hier greifen die Serotoninreuptake- Hemmer an. Das menschliche Gen des 5-HTT ist auf dem Chromosom 17q11.1-q12 identifiziert, zumindest 2 verschiedene Varianten davon sind bekannt geworden. Eine kurze Form, führt zu einer niedrigeren Re-uptake Aktivität. Diese Varianten beeinflussen die Transskripitonsaktivität und die 5-HTT Funktion. Menschen mit der kurzen Form zeigen in Studien einen höheren Neurozitismus, definiert als höhere Angstpegel, Feindseeligkeit und Depression als Menschen mit der langen Form des Gens. Diese Befunde wurden allerdings nicht von allen Untersuchern in anderen Untersuchungen bestätigt. Tryptophan ist die Vorstufe von Serotonin. Experimentell lässt sich durch Gabe eines Aminosäuregemisches in dem Tryptophan fehlt, der Tryptophanspiegel bei Versuchspersonen absenken. Nur ein kleiner Teil von Versuchspersonen reagiert auf eine solche künstliche Absenkung des Tryptophanspiegels mit depressiven Symptomen. Möglicherweise spielt dabei die genetische Variation in der 5-HTT Funktion eine Rolle. A. Neumeister et al Arch. Gen Psychiatry; 59;2002; 613 ff Wirksamkeit wird hauptsächlich für Schlafstörungen angenommen.  Bei leichten bis mittelschweren depressiven Erkrankungen ist diese zumindest zweifelhaft. Darf nicht gegeben werden bei: Schwere Leber- und Nierenfunktionsstörungen; Karzinoidsyndrom. Relative Kontraindikation: arterielle Hypertonie. Nebenwirkungen sind: Schwindel, Kopfschmerz, gastrointestinale Störungen; die Kombination mit MAO-I oder stark serotonerg wirksamen Substanzen ( SSRI); kann zum Serotoninsyndrom führen und sollte vermieden werden. Die Wirkung von TZA und Li kann verstärkt werden. In früheren Jahren hatten verunreinigte Präparate zu schwersten oft  bleibenden Behinderungen geführt. Berichtet wurde über 2000 Fälle, davon 500 in Deutschland. Das Problem soll angeblich behoben sein und nicht wieder auftreten können. Das Arzneitellegramm bezweifelt dies, da weder gesichert sei, dass die Verunreinigungen schuld seien, noch sei das Problem völlig behoben (Arzneitelegramm 10/96) .  Die Verunreinigung die jetzt festgestellt werden seien zwar geringer als bei der damals betroffenen Charge damals, könnte aber erklären, warum die bedrohliche Schadwirkung auch noch in den 90-er Jahren in Verbindung mit Oxitriptan berichtet worden ist. Wird Oxitriptan in der hierzulande für die Substitution bei Biopterin-Synthese- oder Dihydropterin-Reduktase-Defekt empfohlenen hohen Tagesdosis bis 1 g eingenommen, liegt die Aufnahme der Verunreinigung auf dem Niveau der damals EMS-auslösenden Peak-X-Menge (WILLIAMSON,B. L. et al.: Nat. Med. 4 [1998], 983 / Zitat nach Arzneitelegramm 10/98). Aufgetreten war damals ein sogenanntes Eosinophilie-Myalgie-Syndroms (EMS) in Verbindung mit der Einnahme von L-Tryptophan-haltigen Erzeugnissen. Erkrankungen, die durch eine Eosinophilie sowie durch Zeichen einer chronischen Entzündung der Muskulatur, der Faszien und Sehnen (eosinophile Fasciitis), der peripheren Nerven (idiopathisches Hypereosinophilie- Syndrom) und der Lungen (eosinophile Pneumonitis) auffielen, sind sowohl in der Veterinärmedizin wie auch in der Humanmedizin mehrfach beschrieben worden, ohne dass die Pathogenese erklärbar war. Eine Zuordnung der Erkrankung zu dem rheumatischen Formenkreis wurde diskutiert, jedoch wies die Symptomatik mit initialen oder auch persistierenden hohen Temperaturen, grippeähnlichen Beschwerden und schwerem Krankheitsgefühl auf eine immunallergische Genese hin, wobei bei den individuellen Verlaufsformen häufig eine Myositis, Fasciitis, Polyneuritis, Alveolitis, Arthritis und - als potentiell lebensbedrohliche Verlaufsform - generalisierte Vaskulitis im Vordergrund standen. Kortikoidgabe führte meist zu einer raschen Rückbildung der Eosinophilie. Die Myositis zeigte aber häufig nur eine schlechte Rückbildungstendenz. Arzneitelegramm Januar 1990 Siehe Arzneitelegramm  1990 Seite: 8
1990 WW Seite: 42  1990 WW Seite: 63 1991 Seite: 106 1992 BW Seite: 53 1992 BW Seite: 58 - 59 1992 NW Seite: 113 1993 BW Seite: 26 1993 NW Seite: 125 1995 NW Seite: 114 1996 BW Seite: 93 - 94 1998 NW Seite: 92 1990 Seite: 1 - 3  1990 Seite: 25 - 26 1990 Seite: 64 1990 Seite: 75 1991 Seite: 30
1991 Seite: 47   It's natural so it must be safe (Editorial) A. Smith, Interactions between complementary medicines and warfarin S.P. Myers. S.N. Young, Are SAMe and 5-HTP safe and effective treatments for depression? J Psychiatry Neurosci 2003;28(6) full text in PDF]
 

Berichte über andere Heilpflanzen und Kräutermischungen  wie sie aus China und Japan zu uns kommen, kommen zu dem Schluß:  Für andere Heilpflanzen ist kein Effekt in der Depressionsbehandlung nachgewiesen. 1,2,    

Sind dann wenigstens die Kräuter ohne Nebenwirkungen???

Eine Studie ging generell der Frage nach in wie weit Nachschlagewerke über pflanzliche Heilmittel ausreichend über die Nebenwirkungen und den Umgang damit informieren. Geprüft wurde insbesondere auch die Hinweise zum Umgang mit Notfallsituationen und Vergiftungen. Gesucht wurde nach Johanniskraut,  ma huang, Echinacea, Guarana, Ginkgo, Ginseng, Baldrian, Teebaumöl, Arnika, Yohimbin und Kava Kava. Im Ergebnis waren die Nebenwirkungslistungen und die Hinweise zum Umgang mit Notfallsituationen mangelhaft. Haller CA, Anderson IB, Kim SY, Blanc PD.An evaluation of selected herbal reference texts and comparison to published reports of adverse herbal events.Adverse Drug React Toxicol Rev. 2002;21(3):143-50.
 

Ein kleiner unvollständiger Beipackzettel (mit Quellenangaben) für die Liebhaber chinesischer Medizin. - Leider suchen Sie einen solchen Beipackzettel bisher auf den Zubereitungen vergebens. Ephedra Sinica, auch als  Ma Huang bekannt kann Angstsyndrome, Manien und akute Psychosen auslösen, Folgen bis zum Suizid sind bekannt. Grundlage ist die Amphetaminartige Wirkung, wobei die Wirkkonzentration meist an den Produkten nicht spezifiziert ist. (Doyle H and Kargin M. Herbal stimulant containing ephedrine has also caused psychosis (letter). Br Med 1996;313(7059):756.  und Gonzalez-Seijo JC, Ramos YM and Lastra I. Manic episode and ginseng: report of a possible case (letter). J Clin Psychopharmacol 1995;15(6):447-8. ) Neben Ephedrin, das in zahlreichen chinesischen Naturheilmitteln vorhanden ist, kann auch Ginseng über seine aktivierende und pulssteigernde und stoffwechselerhöhende Wirkung Angstsymptome auslösen. Ma-huang, das Ephedrin enthält ist in vielen Erkältungsmitteln, Diätpillen usw. enthalten. Es erhöht den Puls, erhöht den Blutdruck, führt zu Schweißausbrüchen, alles Symptome, die denen der Angst ähneln.  Ephedrin wirkt aufputschend wie Adrenalin oder Amphetamine. Es ist gefäßverengend, blutdrucksteigernd, zentral erregend, stark entwässernd, appetitdämpfend und krampflösend an den Bronchien.  Nervosität, Tremor,  Schweißausbrüche, Herzrhythmusstörungen, erhöhter Blutdruck, psychische Störungen und Krampfanfälle inbegriffen. Das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin Problematisch in China wie bei uns bei Nutzung traditioneller Medizin ist häufig, dass die Zubereitungen nicht deklarierte Substanzen enthalten, darunter nicht selten sehr wirksame westliche Medikamente und Schwermetalle (siehe auch Chi YW, Chen SL, Yang MH, Hwang RC, Chu ML.) in nicht überprüfbaren Konzentrationen und Mischungen.  Arzneipflanzen beziehungsweise die verwendeten Pflanzenteile enthalten eine Vielzahl von teilweise gleichen, zum Teil auch unterschiedlichen Inhaltsstoffen. Phytotherapeutika, Arzneimittel auf pflanzlicher Basis, sind demnach Vielstoffgemische und komplexe Systeme. Es ist oft nicht genau bekannt, welcher der Inhaltsstoffe für die Wirkung verantwortlich ist. Häufig sind dies mehrere Substanzen oder Stoffgruppen.  Die wechselnde Zusammensetzung von pflanzlichen Gemischen stellt die Hersteller von Naturheilmitteln vor ein besonderes Problem: die Mischung muss immer wieder genauestens austangiert werden. Kleinste Mengenunterschiede oder Zeitverschiebungen beim Aufsetzen der Extrakte können die Wirkung beeinträchtigen oder bisher unbekannte Nebenwirkungen hervorrufen. Unkontrollierte Beimengungen hochwirksamer Medikamente mit gravierenden Nebenwirkungen werden auch weiterhin aus europäischen Ländern berichtet. Aktuell wird auch in Kanada vor Beimengungen von hochwirksamen Medikamenten berichtet, die nicht deklariert sind, darunter Östrogene mit Krebsrisiko, Indomethacin, oder das Beruhigungsmittel Alprazolam ( June 19, 2002 Health Canada)  Manche chinesische Potenzmittel auf dem westlichen Markt sind einfach deshalb wirksam, weil sie Viagra (mit all seinen bekannten Nebenwirkungen. ohne dass dies angegeben ist, beigemengt haben (Hua Fo, chinese herbal contaminated with sildenafil (Viagra) (HC) April 5, 2002, Public not to use Hua Fo (HC) February 2002) Nicht selten sollen sie sogar Bestandteile bedrohter Tierarten enthalten Mark Gould Patients warned of dangers of Chinese medicines BMJ 2001; 323: 770e. [Full text], Deborah Josefson US moves to tighten law on health supplements BMJ 2001; 323: 654f. [Full text]   Aber auch Vergiftungen mit Akonitin (in 'chuanwu' und 'caowu' und andern Käutern mit der Gefahr von Herzrhythmusstörungen und Tetraplegien Dickens P, Tai YT, But PP, Tomlinson B, Ng HK, Yan KW. oder Chan TY, Tomlinson B, Tse LK, Chan JC, Chan WW, Critchley JA .  oder Tai YT, But PP, Young K, Lau CP. oder But PP, Tai YT, Young K. oder Chan TY, Tomlinson B, Chan WW, Yeung VT, Tse LK.  Chan TY, Tomlinson B, Critchley JA, Cockram CS.  Chan TY.) , Podophyllin oder Anticholinergika (besonders in Yangjinhua und Panax Ginseng der mit Mandragora officinarum (Scopolamin) verunreinigt sein kann aber auch bei anderen Kräutern) kommen nicht ganz selten vor. Auch chinesische Toxikologen raten vom Gebrauch ab. Besonders bei Kindern. Blei, Quecksilber (cinnabar und andere) Mangan (Valstar E.  de Smet PA.  de Krom MC, Boreas AM, Hardy EL.) und Arsenvergiftungen auch bei Säuglingen und Schwangeren sind keine Seltenheit (Vet Hum Toxicol 1994 Jun;36(3):238-40). Nicht deklariertes Cortison und Diazepam (Valium) in den Kräutern kommt durchaus vor (de Smet PA, Wagenaar HW, Smeets OS.   Gertner E, Marshall PS, Filandrinos D, Potek AS, Smith TM) Auch tödliche Leberschäden (Gut 1995 Jan;36(1):146-7oder Perharic L, Shaw D, Leon C, De Smet PA, Murray VS. oder But PP, Tomlinson B, Lee KL.) und erhebliche Verunreinigungen mit ansteckenden Bakterien (Scott Med J 1998 Feb;43(1):7-15)durch die Kräuter kommen vor. Selbst nicht deklarierte Zubereitungen mit Phenytoin, Carbamazepin und Valproat in Kombination sind beschrieben und haben zu einem Koma durch Phenytoinvergiftung geführt (Hum Exp Toxicol 2000 Jul;19(7):385-6) Einschränkungen der Spermamobilität bis hin zu Unfruchtbarkeit sind für manche Kräuter (Caesalpinia sappan) ebenfalls berichtet. Verweiblichungen mit Brustwachstum (Gynäkomastie) bei Männern sind ebenfalls berichtet.( Goh SY, Loh KC. )Kombinationen von Medikamenten mit der Folge von Schlaganfall, Leber- Nierenversagen, schwersten Herzrhythmusstörungen, Lungenembolien sind ebenfalls berichtet (Med J Aust 1992 Oct 5;157(7):484-6)  Allergien und Krebsverursachung sind gut dokumentiert (Ernst E.). Eine Erhöhung der Blutungsneigung kommt insbesondere bei Feverfew, Knoblauch, Ingwer, Ginkgo, und Ginseng vor und kann bei Operationen und Unfällen zu verlängerten und verstärkten Blutungen führen. Tödliche Vergiftungen kommen  durchaus vor, sie sind in so fern bedauerlicher als ein Wirkungsnachweis fehlt. Dies gilt auch für Kräutertees die von der Kontaktdermatitis bis zum fulminanten Leberversagen und Tod alle möglichen Nebenwirkungen haben können Ridker PM..Eine Sicherheitsüberwachung fehlt bisher ebenfalls, bzw. ist erst im Entstehen, (Drug Saf 1997 Oct;17(4):209-15) Chan TY, Critchley JA. Department of Clinical Pharmacology, Chinese University of Hong Kong.Usage and adverse effects of Chinese herbal medicines.Hum Exp Toxicol 1996 Jan;15(1):5-12. Related Articles,  Das Amphetaminartig wirkende Aufputschmittel Ephedrin wird ebenfalls nicht selten als Käutermedizin vertrieben, erhebliche Nebenwirkungen auf das Herz und das Nervensystem sind gesichert (Ephedra/ephedrine: cardiovascular and CNS effects, summary of HC warning of January 9, 2002. Posted March 5, 2002.) Die neurologische Universitätsklinik in Heidelberg berichtet über zwei Fälle, bei denen wiederholte Injektionen von Pflanzenextrakten eine Multiple Sklerose oder auch  akute disseminierte Enzephalomyelitis (ADEM) auslösten.10  Jin bu huan (JBH) Anodyne enthält Levo-Tetrahydro-Palmatin, einen sedierenden Dopaminrezeptorantagonisten und Calciumkanalantagonisten,  strukturell ähnlich den leberschädigenden Pyrrolizidinalkaloiden die in Afrika und Asien, bekannt sind. Die Substanz ist potentiell erheblich leberschädigend. Obwohl dies seit langem bekannt ist, wird es auf Beipackzetteln nicht erwähnt. Divinsky  Ein weiters Beispiel dafür, dass die Kräutermediziner selbst der Heilkraft der Kräuter nicht trauen ist das als Mittel gegen Prostatakrebs aus den USA und Holland vertriebene SPES und PC-SPES.  Vielfach im Internet wurde diese Mischung von 8 chinesischen Kräutern angepriesen. Angeblich enthielt das Mittel nur Ganoderma lucidum, Panax pseudo-ginseng, Rabdosia rubescens, Chrysanthemum, Scutellaria, Isatis sowie Süßholzwurzel und Sägepalme. Real enthielt sie zusätzlich zu den angegebenen Kräutern das stark blutungsfördernde Mittel Warfarin, das Beruhingungsmittel Alprazolam, das Schmerzmittel Ibuprofen und reichlich Östrogene, dabei solche Östrogene, die wegen ihres Krebsrisikos nicht mehr zur Behandlung zugelassen sind. Östrogene kann man durchaus in der Behandlung von Prostatakrebs einsetzen, dann sollte das aber der Arzt und der Patient wissen. Das Mittel sollte bei Krebspatienten schmerzstillend  und immunstimulierend wirken. Auf die Spur kam man der Panscherei in den USA durch die erheblichen aufgetretenen Nebenwirkungen wie Blutungen. Ob das Benzodiazepinpräparat bewusst beigegeben wurde um Abhängigkeit zu erzeugen, ist nicht bekannt. Es handelte sich jedenfalls um eine Irreführung der durch ihre Krebserkrankung bereits genügend geschädigten Patienten. Vor die vom National Cancer Institute betrügerisch genannten Verunreinigungen bekannt wurden, wurden sogar wissenschaftliche Studien mit der Mischung durchgeführt, ohne dass ein Verdacht entstanden war. Siehe Health Canada, Journal of the National Cancer Institute Das Arzneitelegramm 2002; 33: 108  berichtet: Derzeit gilt WAU WA Creme als Geheimtipp gegen atopisches Ekzem. Das Produkt wird in Ghana aus der Wurzel des Wau Wa-Baumes gewonnen und im Internet angepriesen. Die Überprüfung ergibt einen nicht deklarierten Gehalt von 0,013% Clobetasolpropionat. Langzeitanwendung dieses stärksten lokal wirksamen Kortikoids ist bei Kindern strikt kontraindiziert. Von Holzarbeitern sind zudem schwere Dermatitiden bei Kontakt mit Wau-Wa-Holz bekannt (DANIELS, J. et al.: Lancet 2002; 360: 1025). Andere "pflanzliche" Externa mit nicht deklarierten Kortikoiden sind beispielsweise WUJIGAO, YIBISHU oder 999 Creme (MCA: Herbal Safety News vom 25. Juli 2002). In einer britischen Studie enthielten immerhin 8 von 11 untersuchten Kräutercremes das sehr wirksame Kortisonpräparat Dexamethason in Konzentrationen bis zu 1.5 mg/g, was bereits einer hohen Dosis entspricht.  Es gibt nur begrenzt Zahlen, in welchem Prozentsatz chinesische Kräuter, ohne dass dies angegeben wurde durch Zusatz von allopathischen sehr wirksamen Arzneimittels "wirksam gemacht wurden. Eine Analyse von  2,600 Proben Taiwan ergab dass 24% durch mindestens ein synthetisches Medikament "gefälscht" worden waren. In einer Serie in den USA waren es 7% in einer anderen Untersuchung 14 von 15 Proben. Besonderes misstrauisch sollte man sein, wenn die Kräuter besonders wirksam sind, aber auch wenn Nebenwirkungen auftreten, die oft auf den wirksamen chemischen Inhaltsstoff hinweisen. Adulterated Chinese herbal medicines Bandolier 104 - October 2002, Ernst E. Adulteration of Chinese herbal medicines with synthetic drugs: a systematic review. Journal of Internal Medicine 2002 252: 107-113. Ernst E.Toxic heavy metals and undeclared drugs in Asian herbal medicines.Trends Pharmacol Sci. 2002 Mar;23(3):136-9. Review. Koh HL, Woo SO. Chinese proprietary medicine in Singapore: regulatory control of toxic heavy metals and undeclared drugs.Drug Saf. 2000 Nov;23(5):351-62. Critchley JA, Zhang Y, Suthisisang CC, Chan TY, Tomlinson B. Alternative therapies and medical science: designing clinical trials of alternative/complementary medicines--is evidence-based traditional Chinese medicine attainable?J Clin Pharmacol. 2000 May;40(5):462-7. Huang WF, Wen KC, Hsiao ML.Adulteration by synthetic therapeutic substances of traditional Chinese medicines in Taiwan. J Clin Pharmacol. 1997 Apr;37(4):344-50. Gurley BJ, Gardner SF, Hubbard MA. Content versus label claims in ephedra-containing dietary supplements. Am J Health Syst Pharm 2000;57:963-969 Ephedrin oder Ephedra oder ma huang werden in chemischer oder pflanzlicher Zubereitung auch als Nahrungsergänzungsmittel häufig für Doping oder zur Gewichtsabnahme missbraucht. In der traditionellen chinesischen Medizin wird es zur Behandlung von Asthma und anderen Lungenkrankheiten benutzt. Ma huang Kräuterzubereitungen enthalten verschiedene Ephedraalkaloide, neben Ephedrin, kleinere Mengen an Pseudoephedrin, Phenylpropanolamin, Methylephedrin, Methylpseudoephedrin, und Norpseudoephedrin  Alle diese Bestandteile haben eine sympathomimetische  Wirkung, sie führen damit zur Vasokonstriction (Zusammenziehen der Gefäße); Bronchodilation (Erweiterung der Bronchien, was die positive Wirkung bei Asthma erklärt); sie erhöhen den Blutdruck, den Puls, und die Stärke der Herzmuskelkontraktion. Ephedra war in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts ein beliebtes Mittel gegen Schnupfen und wurde auch damals schon als Stimulans und in der Asthmabehandlung benutzt. Wegen der Verfügbarkeit besser verträglicher Medikamente war der Gebrauch dann erheblich zurückgegangen, bis es im Rahmen der Beliebtheit der "chinesischen Pflanzenmedizin" wieder in den letzten Jahren verstärkt auf den Markt kam.   Das Risiko von Nebenwirkungen auf das Herzkreislaufsystem und das Nervensystem ist erheblich. Tödliche Zwischenfälle sind berichtet. Herzinfarkte, epileptische Anfälle und schwere psychische Störungen kommen vor. Nach einer Studie sind 64% aller Nebenwirkungen pflanzlicher Arzneimittel, die in den USA berichtet werden auf Ephedra zurückzuführen, dies obwohl Ephedra haltige Kräuterprodukte nur 0.82% des Verkaufs an Kräutermedizin ausmachen. Ephedra ist damit 720x gefährlicher als das wegen seiner Nebenwirkungen vom Markt genommene Kava Kava. (Daten des U.S. poison control centers)  Es werden Stimmen laut, die ein Verbot fordern.  Ephedrin verstärkt die Wirkung anderer sympatikomimetischer Medikamente, weshalb besonders die Kombination mit anderen stimulierenden Substanzen wie Koffein nachteilige Wirkung haben kann. Verstärkt wird auch das Risiko von Arrhythmien bei gleichzeitiger Anwendung von Halothan (Narkose), Cyclopropan und Herzglykosiden.  Wird Ephedra zusammen mit Monoaminooxidase- Hemmern gegeben, kann es zu einem Blutdruckanstieg, Hyperpyrexie und Koma kommen (Serotoninsyndrom). Trotz eindeutiger Berichte seit den 80er Jahren über die Nierenschädigende Nebenwirkung und die Krebserzeugende Wirkung sind über das Internet weiter Kräuterzubereitungen die zumindest Verunreinigungen von Aristolochia enthalten zu erstehen. Folgende chinesischen Kräuterzubereitungen können möglicherweise Aristolochia und dessen hochtoxische Säure enthalten: Akebia,  Asarum, Bragantia, Clematis, Cocculus,  Diploclisia, Menispermum, Mu Tong, Sinomenium,  Saussurea, Stephania,  Vladimiria, die Produkte werden meist verkauft als  traditionelle chinesische Medizin um an Gewicht abzunehmen, das "Immunsystem zu stimulieren" gastrointestinale Beschwerden zu lindern, Menstruationsbeschwerden zu lindern, Husten und Allergien zu lindern... Nachweise der Wirksamkeit fehlen in der Regel, die möglichen Nebenwirkungen werden verschwiegen, die Risiken speziell von Aristolochia werden nicht erwähnt. Shekelle P, Morton, S., Maglione M, et al. Ephedra and Ephedrine for Weight Loss and Athletic Performance Enhancement: Clinical Efficacy and Side Effects. Evidence Report/Technology Assessment No. 76 Stephen Bent, Thomas N. Tiedt, Michelle C. Odden, and Michael G. Shlipak The Relative Safety of Ephedra Compared with Other Herbal Products Annals 2003 138: 468-471. (in ) [Abstract] [Summary] [Full Text] Haller CA, Benowitz NL. Adverse cardiovascular and central nervous system events associated with dietary supplements containing ephedra alkaloids.  N Engl J Med. 2000;343:1833-8 Miller, S. C., Waite, C. (2003). Ephedrine-Type Alkaloid-Containing Dietary Supplements and Substance Dependence. Psychosomatics 44: 508-511 [Full Text Cantu, C., Arauz, A., Murillo-Bonilla, L. M., Lopez, M., Barinagarrementeria, F. (2003). Stroke Associated With Sympathomimetics Contained in Over-the-Counter Cough and Cold Drugs. Stroke 34: 1667-1672 [Abstract] [Full Text]  Shekelle, P. G., Hardy, M. L., Morton, S. C., Maglione, M., Mojica, W. A., Suttorp, M. J., Rhodes, S. L., Jungvig, L., Gagne, J. (2003). Efficacy and Safety of Ephedra and Ephedrine for Weight Loss and Athletic Performance: A Meta-analysis. JAMA 289: 1537-1545 [Abstract] [Full Text]  Hutchins, G. M., Traub, S. J., Hoyek, W., Hoffman, R. S., Haller, C. A., Benowitz, N. L. (2001). Dietary Supplements Containing Ephedra Alkaloids. N Engl J Med 344: 1095-1097 [Full Text] Fattinger K, Meier-Abt A. Interaktionen zwischen Phytopharmaka und Arzneimitteln, Schweiz Med Forum Nr. 29/30 23. Juli 2003 693 http://www.medicalforum.ch  Several Chinese herbal products may contain toxic aristolochic acid CMAJ AUG. 31, 2004; 171 (5) |EARLY RELEASE


Ein Beispiel zu möglichen Folgen

Belgische Ärzte haben herausgefunden, dass ein Bestandteil Chinesischer Kräutermedizin, Aristolochia fangchi, der schon mit Nierenversagen in Verbindung gebracht wurde, auch Krebs auslösen kann, berichtete das British Medical Journal www.bmj.com im Juni 2000. Meldungen über Nierenversagen durch diese Kräutermedizin gab es bereits seit 1992. Die Kräuter können in erheblichem Maß mit Pestiziden, Insektiziden und Schimmel verunreinigt sein. So werden einigen "Kräutermischungen" aus Fernost auch bis zu 30 Prozent mineralische und tierische Produkte beigemischt (BSE lässt grüßen). Die Liste reicht von Arsen über Cadmium, Blei, Quecksilber, Thallium bis zu Zink. "Der weit verbreitete Glaube, pflanzliche Arzneimittel seien frei von Nebenwirkungen, ist falsch. Häufig sind sie weder sanft noch natürlich im Hinblick auf die starke Kontamination", warnt Dr. Birgitta Weltermann von der Techniker Krankenkasse (TK)Patienten einer belgischen Gewichtsreduktionsklinik hatten Stephania tetrandra verschrieben bekommen, durch einen Fehler in der Herstellung enthielt das Präparat zusätzlich Aristolochia. Die meisten Patienten nahmen das Präparat für etwa ein Jahr. Von den Patienten die irrtümlich Aristolochia fangchi einnahmen entwickelten 18 eine Krebserkrankung der Harnwege oder Nieren. Diese 18 Patienten hatten bereits wegen einer anderen Kombination zweier chinesischer Kräuter (Stephania tetrandra und Magnolia officinalis) und daraus resultierendem schwerem Nierenversagen eine Dialyse oder eine Nierentransplantation benötigt. Aufgefallen war das Ausmaß der Krebsgefährdung erst bei der Transplantation und der dabei durchgeführten Untersuchung der entfernten Harnwege. Die Forscher boten deshalb 43 anderen Patienten, die wegen Niereninsuffizienz ausgelöst durch diese chinesischen Kräuter in Behandlung waren, eine vorbeugende Entfernung der Nieren an. 39 akzeptierten diese Behandlung, von diesen wurde bei 18 eine Krebserkrankung diagnostiziert, was einem Prozentsatz von 46 entspricht. 19 der 21 die noch keinen Krebs hatten, hatten bereits Vorstufen von Krebs. Die Rate der Krebserkrankungen war dosisabhängig. Fälle von Nierenversagen durch Aristolochia wurden auch aus Frankreich, Großbritannien, Spanien,  Japan, Taiwan und den Vereinigten Staaten berichtet. Schätzungen in Belgien gehen davon aus, dass etwa 10 000 Patienten, überwiegend Frauen, mit diesen chinesischen Kräutern behandelt wurden. Versuche, diese Patienten alle zu erreichen und zu untersuchen, sind im Gange. 1502 (zu 87 Prozent Frauen) sollen sich gemeldet haben, von diesen galten aufgrund der Dosis und Einnahmedauer etwas weniger als die Hälfte als hochgradig gefährdet, bei den anderen wurde wegen der geringen Dosis und kurzen Einnahmedauer von einem nur geringen Risiko ausgegangen. Aristolochiasäuren sind genuine Pflanzeninhaltsstoffe von Aristolochia-Arten. Sie zeigten auch in verschiedenen biologischen Testmodellen mutagene Aktivität und Kanzerogenität im Tierversuch. Bereits 1981 hatte das damalige Bundesgesundheitsamt daher den sofortigen Widerruf der Zulassung aristolochiasäurehaltige Arzneimittel wie des Osterluzeikrauts angeordnet. In China zählen Aristolochiasäure haltige Drogen zum traditionellen Arzneischatz, Verwechslungen mit anderen Drogen sind, wie die Diskussionen um nephrotoxische Schlankheitsrezepturen zeigten, zudem nicht auszuschließen. IHRIG, M.: Pharm. Ztg. 2004; Siehe auch Nortier JL, Martinez M-CM, Schmeiser HH, et al. Urothelial carcinoma associated with the use of a Chinese herb (Aristolochia fangchi). N Engl J Med 2000;342:1686-1692. Abstract] [Full Text]  und Editorial dazu Cancer and Herbs D. A. Kessler [Full Text]. Lord GM, Tagore R, Cook T, Gower P, Pusey CD. Nephropathy caused by Chinese herbs in the UK. Lancet 1999;354:481-482.  Lord GM, Cook T, Arlt VM, Schmeiser HH, Williams G, Pusey CD. Urothelial malignant disease and Chinese herbal nephropathy. Lancet 2001;358:1515-1516. Errinnert wird an Veröffentlichungen zu Schöllkraut, das bei Leber- und Galleerkrankungen helfen soll. Ein Nachweis der Wirksamkeit fehlt. Hinweise auf von Schöllkraut verursachte Leberschäden sind aber vorhanden. (nach Arzneitelegramm). Erinnert wird in diesem Zusammenhang auch an eine Warnung der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft zu Meldungen über Nebenwirkungen von  Kava- Kava- Präparaten. Präparate mit Extrakten des Kava-Kava-Wurzelstockes (Piper methysticum = Rauschpfeffer) sind zur Behandlung nervöser Angst-, Spannungs- und Unruhezustände indiziert und werden gerade auch in der Selbstmedikation häufig angewendet.  Auch wenn das Desaster in Belgien auf einen Fehler in der Herstellung zurückgeht, so macht es doch noch einmal deutlich, Medizin ohne Nebenwirkungen gibt es nicht. Drug Therapy: Herbal Remedies, P. A.G.M. De Smet New Engl. J. of Med. Volume 347:2046-2056 December 19, 2002 ,[Full Text] [CME Exam]  Überall dort wo dieses versprochen wird, ist besonderes Misstrauen angebracht. Richtiger wäre oft Medizin mit unbekannten Nebenwirkungen. Kräutermedizin muss sich an wissenschaftlichen Standard hinsichtlich Wirkung und Nebenwirkungen messen lassen. Eine Therapie über Nahrungsergänzungsbestandteile kann ein riskantes Unterfangen sein. Für alle alternativen Heilmethoden sollten endlich die selben Standards der Überprüfung der Wirksamkeit und vor allem auch der Nebenwirkungen gelten, wie sie in der häufig kritisierten Schulmedizin Standard sind.  Kava-Kava bleibt weiter Bestandteil einer Angstbehandlung auf pflanzlicher Basis. Die Kenntnis der Nebenwirkungen lässt aber eine bessere Nutzen- Risiko- Abwägung  zu. Vor allem ist wichtig, dass Nebenwirkungen auch als solche erkannt werden. Nur so kann rechtzeitig reagiert werden. Der Hinweis es ist pflanzlich, also harmlos, zeugt von Unkenntnis.    Eine Liste der die krebserregende Substanz Aristolochiasäure enthaltenden  Mittel gibt es unter  http://potency.Berkeley.edu/aristolochicacid.html   Qualität von Drogen der traditionellen chinesischen Medizin Aristolochiasäure in chinesischem Haselwurzkraut nachgewiesen Dass sich an den Verunreinigungen in den traditionellen chinesischen Arzneimitteln nur wenig verbessert hat zeigt auch IHRIG, M.: Pharm. Ztg. 2004; Auch hier wurden wieder Schwermetalle, krebserregende und genotoxische Aflatoxine und krebserregende Aristolochiasäure gefunden.

Algen eine Alternative zur ärztlichen Behandlung - keine Nebenwirkungen ?

Verstärkt werden in letzter Zeit in Presse, Funk, Fernsehen, Publikationen und im Internet bestimmten Nahrungsergänzungsmitteln aus AFA-Algen heilende Wirkungen zugeschrieben. Besonders erschreckend ist, dass die Produkte für Kinder beworben werden: "Alfalfa und Milch unterstützen bei heranwachsenden Kindern die Bildung von starken Knochen und Zähnen. A. liefert dem kindlichen Organismus das für ein stabiles Immunsystem benötigte Vitamin C in rein natürlicher Form." "S. ist mit einem Alter von 3,5 Milliarden Jahren das mit Abstand älteste und ursprünglichste Lebensmittel im Naturkost - Sortiment. S. ist kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung, sondern ein wertvoller Bestandteil der Naturkost-Küche. Sie ist eine kraftvolle Zutat unseren Speiseplans nach dem Motto: Gesunde Ernährung ist die beste Medizin."

 Es wird behauptet, dass diese Produkte vor verschiedenen Virusinfektionen wie Herpes, Grippe, Windpocken, Mumps und sogar vor Krebserkrankungen schützen könnten. Bei psychischen Erkrankungen wie Depressionen und Aufmerksamkeitsstörungen, schlechtem Gedächtnis oder Schlafstörungen sollen die Algenprodukte ebenfalls helfen. Sie sollen die Leistungsfähigkeit des Gedächtnisses und der Hirnfunktionen erheblich steigern. Besondere Sorge bereitet die wiederholt in den Medien und in Buchpublikationen verbreitete Aussage, dass AFA-Algenprodukte eine "sinnvolle und natürliche Alternative" zu einer ärztlich verordneten medikamentösen Therapie bei bestimmten neurologischen Störungen wie dem Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) bei Kindern oder Demenzerkrankungen wie Alzheimer darstellten. Das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) warnen, dass es für derartige medizinische Wirkungen solcher als Nahrungsergänzungsmittel angebotener AFA-Algen-Produkte keinerlei wissenschaftliche Belege gibt. Damit liegt ein Verstoß gegen das Verbot der irreführenden Werbung vor. Es bestehe die Gefahr, dass aufgrund der Fehlinformation Eltern eine notwendige ärztliche Behandlung ihrer Kinder abbrechen und sich das Leiden verschlimmert, wenn ersatzweise AFA-Algenprodukte gegeben werden. Gleiches gelte für Erwachsene, die im Vertrauen auf die "Heilkraft der AFA-Algen" bei einer diagnostizierten Depression oder bei anderen Gesundheitsstörungen eine ärztlich verordnete medikamentöse Therapie abbrechen und stattdessen AFA-Algenprodukte zu sich nehmen.  Bei den so genannten AFA-Algen, volkstümlich auch als blaue oder blaugrüne Uralgen bezeichnet, handelt es sich um Cyanobakterien (Aphanizomeon flos-aquae). Von diesen Organismen ist bekannt, dass bestimmte Stämme Gifte bilden, die das Nervensystem angreifen und schädigen können. Außerdem können sie mit anderen Cyanobakterien verunreinigt sein, die leberschädigende Gifte (Microcystine) erzeugen. Untersuchungen in den USA haben gezeigt, dass getrocknete AFA-Algen je nach Zeitpunkt der Ernte erhebliche Mengen solcher Microcystine enthalten können. Auch Nahrungsergänzungsmittel, die aus AFA-Algen hergestellt wurden, können deshalb mit Microcystinen belastet sein.  Laut einer amerikanischen Studie war der Gehalt in über 70% der untersuchten Proben so hoch, dass die täglich tolerierbare Aufnahmemenge bei einer empfohlenen täglichen Verzehrsmenge von 2 g Algen zum Teil erheblich überschritten wurde. Da Nahrungsergänzungsmittel täglich über einen längeren Zeitraum konsumiert werden, ist bei einer chronischen Belastung des Organismus mit derart großen Microcystin-Mengen eine Gefährdung der Gesundheit nicht auszuschließen.  Berichtet werden auch Magen-Darmnebenwirkungen und allergische Nebenwirkungen wie Kontaktdermatitis, asthmaähnliche Symptome, und Symptome die Heuschnupfen ähneln. Eine Krebserzeugende Wirkung ist nach manchen Angaben bei den Algen ebenfalls nicht auszuschließen. Das BgVV rät deshalb, dass Kinder AFA-Algenprodukte grundsätzlich nicht verzehren sollten Erwachsenen wird eine Einschränkung des Konsums von AFA-Algenprodukten empfohlen. Ein Nutzen durch den Verzehr AFA-Algen-haltiger Nahrungsergänzungsmittel ist wissenschaftlich nicht belegt.

 

Gilroy DJ, Kauffman KW, Hall RA, Huang X, Chu FS. Assessing potential health risks from microcystin toxins in blue-green algae dietary supplements. Environ Health Perspect. 2000 May;108(5):435-9.
Torokne A, Palovics A, Bankine M. Allergenic (sensitization, skin and eye irritation) effects of freshwater cyanobacteria--experimental evidence.
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Afa-Algen -... Ein Buch über die Hintergründe fragwürdiger Behandlungsmethoden bei hyperaktiven Kindern. Es zeigt, was Afa-Algen wirklich sind. ...
Online-Lexikon; Begriffserläuterung "Afa-Alge":

In der Werbung Z.B.:  http://www.afa-algen.aktiv-vital.com/ keinerlei Hinweis auf mögliche Nebenwirkungen, dafür aber "biologisch kontrollierter Anbau und sehr sozial aktiver Verkäufer.

Aloe vera

Recherche des Arzneitelegrams 33. Jahrgang, 07. Juni 2002  "Die einzige wahrscheinlich begründete Wirkung von Aloe ist der abführende Effekt von anthrachinonhaltigen Zubereitungen zur innerlichen Anwendung. Die Verwendung als Laxans lässt sich wegen des kanzerogenen und genotoxischen Potenzials allerdings nicht rechtfertigen. Die übrigen Anwendungsgebiete erachten wir als nicht bzw. nicht hinreichend belegt."

Fischöl

Zur Diskussion ob eventuell Fischöl einen Stellenwert in der Depressionsbehandlung hat:

Fischölen wird nachgesagt, dass sie entzündungshemmend wirken, sie sollen  Arteriosklerose vorbeugen. Sie sind "Blutverdünnend", und blutlipidsenkend, insbesondere wird VLDL-Lipid gesenkt.  Begründet wird das biochemisch durch einen Antagonismus zu Arachidonsäure, es soll vermehrt Eicosapentaensäure gebildet werden, den Cyclooxigenaseprodukte antagonistische Eigenschaften haben. Bereits einmal bis dreimal monatlich Fisch zu essen kann nach einer neuen Studie das Risiko für Schlaganfälle reduzieren. (Täglicher Fischkonsum senkte in dieser Studie das Risiko nicht weiter). Omega-3-Fettsäuren verlangsamen das Fortschreiten einer  Atherosklerose, Herzrhythmusstörungen und Thrombosen sollen verringert werden,  die Triglyzeride gesenkt werden, sie gelten als entzündungshemmend und sollen den Blutdruck leicht senken. (Laut AHA) . Eine neue jetzt vorgestellte deutsche Studie sieht allerdings für Omega-3-Fettsäuren nach einem Herzinfarkt bringt keinen messbaren Nutzen in der Verhütung von Herzkrankheiten oder Schlaganfällen. Zu große Hoffnung scheint also nicht angebracht.
 

Bezüglich einer ernährungsmedizinischen Behandlung der Depression sind bisher wenige Daten bekannt.  Mit den Omega-3-Fettsäuren hat vor kurzem eine therapeutisch innovative Substanzgruppe die psychiatrische Bühne betreten, die möglicherweise eine hochinteressante Alternative bzw. Ergänzung zu den bisher zur Verfügungen stehenden Optionen bei bestimmten psychiatrischen Krankheitsbildern darstellt. Bei den mehrfach ungesättigten Fettsäuren unterscheidet man - je nach Stellung der ersten Doppelbindung im Molekül - die Familie der Omega-6-Fettsäuren und der Omega-3-Fettsäuren. Diese beiden Familien sind nicht ineinander konvertierbar. Sowohl die Omega-6- als auch die Omega-3-Fettsäuren sind für den Menschen essentiell. Voraussetzung für die biologische Wirksamkeit der essentiellen Fettsäuren ist die cis-Konfiguration des Moleküls. Die wichtigste Aufgabe der essentiellen Fettsäuren besteht in der Prostaglandinsynthese.

Linolsäure (C18:2), die wichtigste Omega-6-Fettsäure, findet sich vorwiegend in pflanzlichen Ölen wie Keimölen, Soja-, Sonnenblumen- und Distelöl ) sowie in Nüssen und Getreidekeimlingen. Alpha-Linolensäure (C18:3, omega-3) kommt in nennenswerten Mengen vor allem in Leinöl vor, außerdem in Soja- und Rapsöl. Ihre längerkettigen Derivate Eicosapentaensäure (C20:5, omega-3) und Docosahexaen-säure (C22:6, omega-3) sind von höherer biologischer Wirksamkeit. Diese Fettsäuren sind in fettreichen Kaltwasserfischen, insbesondere Hering, Makrele, Lachs und Thunfisch enthalten. (Also wenn es doch nicht helfen sollte, schmecken kann es auf jeden Fall und sonst gesund ist es auch).  Fischöl wird gewonnen aus fetten Kaltwasserfischen, durch Auspressen von Fischmehl.
 

Die (immerhin placebokontrollierte, randomisierte) Untersuchung(1,2,3) stützt sich auf die Daten von 30 Patienten, also alles andere als eine erwiesene Wirksamkeit. In der Untersuchung zeigt sich aber bisher ein guter Effekt. Immerhin eine Aussicht. Bis jetzt also kein Ersatz für Antidepressiva, vielleicht aber eine gerne angenommene Ergänzung da auf natürlicher Basis. Ein Vorteil ist sicherlich, dass Fischöl auch einen schützenden Effekt bezüglich Herzinfarkten und Schlaganfällen haben kann. Dies ist besonders interessant, da neuere Untersuchungen, wie berichtet, eine erhöhte Herzinfarktsterblichkeit bei Depressiven nachweisen. Also falls es doch nicht gegen die Depression hilft, so gilt hier ähnlich wie beim Sport, dass es zumindest hilft den Komplikationen der Depression vorzubeugen. Ob die Zufuhr von Fisch als Nahrungsmittel in der Depressionsbehandlung hier genauso geeignet ist wie die Zufuhr als Nahrungsergänzungsmittel ist offen.  Für die Prophylaxe von Herz- Kreislauferkrankungen ist nach Studienlagen für beide Formen der Zufuhr ein ähnlicher Effekt zu erwarten. Allerdings ist zu vermerken, dass eine große finnische Studie (29,133 Männer zwischen 50 und 69 Jahren) , die über Fragebogen das Ernährungsverhalten und die Stimmung ermittelte, keinen Zusammenhang zwischen Depression und Fischölkonsum herstellen konnte. Eine andere Untersuchung zeigte allerdings eine geringere Zahl von bipolaren (manisch depressiven Erkrankungen) bei Menschen, die viel Seefisch (über 25kg/Jahr) essen.

Die DGE empfiehlt für Personen mit leichter und mittelschwerer Tätigkeit als Richtwert 25 bis 30 % der Energiezufuhr als Fett, wobei der Anteil der gesättigten Fettsäuren nicht mehr als ein Drittel des Gesamtfettes betragen sollte. (Fett macht fett).  Lediglich bei Schwerstarbeitern und Hochleistungssportlern mit hohem Energiebedarf kann der Fettanteil bis zu 10 % über diesen Empfehlungen liegen. Die Empfehlung für omega-3-Fettsäuren liegt bei etwa 1 g alpha-Linolensäure pro Tag. In der obigen Studie wurden 9 g pro Tag gegeben. Als Placebovergleich diente Olivenöl.  Fetter Fisch könnte eventuell auch eine Vorbeugende Wirkung bezüglich Krebs haben. Geringer Fischverzehr erhöht das Risiko einer Frühgeburt und ein Kind mit geringem Gewicht auf die Welt zu bringen. So das Ergebnis einer prospektiven Kohortenstudie.  Zwei Fischmalzeiten pro Woche gelten als gesund, besonders fetter Seefisch wie Heringe ,Sardinen,  Makrelen, Lachs etc. gelten als günstig für das kardiovaskuläre Risiko. Die Verminderung des Risikos von Herzinfarkten und Schlaganfällen wird mit einem erhöhten Blutungsrisiko erkauft, das allerdings insgesamt geringer ist.  Das Risiko das durch den Quecksilbergehalt von Fisch entsteht dürfte zumindest für die über 40 jährigen gering sein. Fischölkapseln sind die Alternative für Menschen, die keinen Fisch mögen. Fischöle haben auch für die Gesundheit des Herzens einen positiven Effekt. 

  1. S. F. Olsen et al., BMJ.  2002; 324:447-50).Full text] [PDF]  

  2.  Penny M. Kris-Etherton, et al, Fish Consumption, Fish Oil, Omega-3 Fatty Acids, and Cardiovascular Disease: Circulation. 2002;106:2747.

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  4. Reeta Hakkarainen, Timo Partonen, Jari Haukka, Jarmo Virtamo, Demetrius Albanes, and Jouko Lönnqvist, Is Low Dietary Intake of Omega-3 Fatty Acids Associated With Depression? Am J Psychiatry 2004 161: 567-569. [Abstract] [Full Text] ,

  5. Simona Noaghiul and Joseph R. Hibbel, Cross-National Comparisons of Seafood Consumption and Rates of Bipolar Disorders  Am J Psychiatry 2003 160: 2222-2227. [Abstract] [Full Text]  

  6. DAVID F. HORROBIN Omega-3 Fatty Acid for Schizophrenia Am. J. Psychiatry 2003; 160: 188-189. [Full text]  

  7. http://www.epa.gov/waterscience/fish  http://www.cfsan.fda.gov.

  8. ´M. E. Surette PhD The science behind dietary omega-3 fatty acids Can. Med. Assoc. J., January 15, 2008; 178(2): 177 - 180. [Full Text] [PDF]

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Zur Aromatherapie

Der Gebrauch aromatisch duftender Pflanzenstoffe zu Heilzwecken ist uralt. Während die alten Ägypter vermutlich Düfte durch das Verbrennen von Hölzern überwiegend zu religiösen Zwecken nutzten, sind schon von Hippocrates und Galen medizinische Anwendungen gegen eitrige Krankheiten berichtet. Im 17. Jahrhundert wurden verschiedene Aromastoffe verwendet um die Resistenz gegen Infektionen zu verbessern. Sogar die damaligen Krankenhäuser nutzten Düfte wie Rosmarin. Im späten  17. Jahrhundert ließ der Glaube an die Heilkraft der Düfte dann schon nach, die Entdeckungen Pasteurs drängten sie völlig in den Hintergrund. Hygiene bekam vor den Düften den Vorrang in der Vorbeugung von Infekten. Mit zunehmender Verbesserung der Hygiene kam der Wandel in der Verwendung des Parfüms weg vom Heilmittel der Erfahrungsheilkunde zum Werkzeug für die Verführung.  Der französische Chemiker Rene'-Maurice Gattefosse verwendete den Begriff "Aromatherapie" erstmals 1936 als Titel für ein Buch. Ätherische Öle vermischen sie sich mit Wasser schlecht, lösen sich aber in fettem Öl oder hochprozentigem Alkohol. Gewonnen werden sie überwiegend durch Destillation, Enfleurage (Lagerung in Schweinefett), Pressung  oder chemische Lösungsmittel. Behandlungen dauern normalerweise 30 min, Serien von 6-12 Behandlungen werden meist empfohlen. Der Effekt soll über die Resorption durch die Haut erleichtert durch leichte Massage eintreten. "Ganzkörpereinreibungen und Massagen mit ätherischen Ölen sind wohl die angenehmste Form der Aromatherapie und bieten die Möglichkeit, sich von anderen einmal so richtig verwöhnen lassen". Zitronenöl steigert angeblich die geistige Leistungsfähigkeit, erhöht das Konzentrationsvermögen und stärkt die Aufmerksamkeit.4 Ein Beweis einer Wirksamkeit steht aber aus.  Eine einzige nicht randomisierte nicht geblindete Untersuchung 5 mit 20 Patienten von denen 12 zusätzlich zu Antidepressiva mit Zitronenöl behandelt wurden sah einen Effekt dahingehend, dass die Antidepressivdosis reduziert werden konnte. Die Patienten wurden zudem mit verschiedensten Antidepressiva in unterschiedlichen Dosen behandelt. Die Ergebnisse gelten wissenschaftlich als mehr als zweifelhaft. Eine gewisse Verwöhnung stellt das Verfahren aber dar. Schaden ist (Abgesehen von der gelegentlichen Entwicklung von Allergien) kaum zu erwarten. Die Kosten in der "Alternativpraxis" dürften allerdings für ein nicht gesichertes Verfahren doch reichlich sein. Vielleicht tut es ohne letztere Nebenwirkung eine Behandlung zu Hause, durch den Partner auch, vielleicht mit noch besserem Effekt. Weiteres über Aromatherapie und die Risiken bei Roland Zieglers Onlinelexikon der Paramedizin. Scents and sensibility The Lancet, 360, 31.08.02 [Full Text] [PDF

 

Kava-Kava: Vorsicht Hautreaktionen und Störungen des zentralen Nervensystems

Für Kava-Kava- Präparate wurde durch das  Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat am 17.06.2002 die Zulassungen  widerrufen, wegen insgesamt 24 Berichten über teilweise sehr schwere und auch tödliche Leberschäden und fehlendem dies ausgleichendem Nutzen. Als Lebensmittel bleiben sie möglicherweise im Handel, da das Verbot dort nicht gilt.  Kava-Kava beruhigt hilft aber nicht gegen die eigentliche Depression. Die beruhigende Wirkung kann aber manchmal als zusätzliche Behandlung der ängstlichen Unruhe sinnvoll sein. Präparate mit Extrakten des Kava-Kava-Wurzelstockes (Piper methysticum = Rauschpfeffer) sind zur Behandlung nervöser Angst-, Spannungs- und Unruhezustände indiziert und werden gerade auch in der Selbstmedikation häufig angewendet (6). Neben Monopräparaten sind Kombinationspräparate mit weiteren Bestandteilen auf dem Markt.  Man nimmt an, dass für die Wirkung in den Zubereitungen des Kava-Kava-Wurzelstockes die enthaltenen Kavalactone verantwortlich sind (6). Eine Wirkungsverstärkung von Alkohol, Barbituraten, Psychopharmaka und Muskelrelaxantien - bis hin zum Koma ist beschrieben worden (7). Im System Phoenix® sind seit 1990 über 60 UAW-Berichte zu Kava-Kava-haltigen Arzneimitteln dokumentiert, davon entfallen über 40 Berichte auf Monopräparate, die in Einzelmedikation verabreicht wurden. Unter diesen Meldungen waren Hautreaktionen unterschiedlichen Schweregrades bis hin zu Einzelfällen von Erythema exsudativum multiforme sowie verschiedene Störungen des zentralen Nervensystems am häufigsten. Neben Kopfschmerzen und Schwindel traten auch Fälle von extrapyramidalen Störungen, Sprachstörungen, Seh- und Akkomodationsstörungen auf. Andere schwerwiegende UAW-Meldungen nach der Anwendung von Kava-Kava-haltigen Präparaten betrafen Einzelfälle anaphylaktischer Reaktionen. Auch in der Literatur gibt es Fallberichte, in denen verschiedene extrapyramidale Nebenwirkungen (v. a. nach Verabreichung von Dosen zwischen 100 und 450 mg/Tag) beschrieben wurden sowie ein Verdachtsfall zur Verstärkung einer bestehenden Parkinsonerkrankung (8). Als sogenannte Kava-Kava-Dermopathie werden reversible ichthyosiforme Eruptionen bezeichnet, welche nach langfristiger Einnahme vorkommen (9).(Zitat nach Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft: Aus der UAW-Datenbank der AkdÄ,Deutsches Ärzteblatt 96, Heft 38 vom 24.09.99, Seite A-2383 ) Siehe auch Health Canada issues a stop-sale order for all products containing kava Inzwischen ist im deutschen Ärzteblatt eine Zusammenfassung der deutschen und schweizerischen Fälle von Leberschädigungen veröffentlicht worden. In wie weit jenseits der Leberschädigungen ein Platz für Kava-Kava in der Behandlung von Ängsten besteht bleibt offen.

  1.    Omega 3 Fatty Acids in Bipolar Disorder, A Preliminary Double-blind, Placebo-Controlled Trial Arch Gen Psychiatry. 1999;56:407-412, Andrew L. Stoll, MD; W. Emanuel Severus, MD, PhD; Marlene P. Freeman, MD; Stephanie Rueter; Holly A. Zboyan; Eli Diamond; Kimberly K. Cress, MD; Lauren B. Marangell, MD FULL TEXT

  2.  Commentaries. Fish Oils and Bipolar Disorder A Promising but Untested TreatmentJoseph R. Calabrese, MD; Daniel J. Rapport, MD; Melvin D. Shelton, MD, PhDFULL TEXT 

  3.   Hiroyasu Iso, MD et al, Intake of Fish and Omega-3 Fatty Acids and Risk of Stroke in Women  JAMA. 2001;285:304-312 Full Text     

  4.   In ReplyAndrew L. Stoll, MD; Lauren B. Marangell, MDFULL TEXT 

  5.   Dietmar Krämer, Esoterische Therapien 1, Ansata-Verlag, Bern. ISBN 3-502-20163-3

  6.  Effects of citrus fragrance on immune function and depressive states, Komori T, Fujiwara R, Tanida M, Nomura J, Yokoyama MM. .Neuroimmunomodulation. 1995;2:174-180.MEDLINE

  7.  Loew D: Angst-, Spannungs- und Unruhezustände. In: Phytopharmaka-Report: rationale Therapie mit pflanzlichen Arzneimitteln. Darmstadt: Steinkopff, 1999: 78-84

  8.  Almeida JC, Grimsley EW: Coma from the health food store: interaction between kava and alprazolam. Ann Intern Med 1996; 125 (11): 940-941

  9.  Cupp MJ: Herbal Remedies: Adverse Effects and Drug Interactions. Am Fam Physician 1999; 59 (5): 12391244

  10.  Norton SA, Ruze P: Kava dermopathy. J Am Acad Dermatol 1994; 31: 89-9#

  11.  Schwarz S, Knauth M, Schwab S, Walter-Sack 1, Bonmann E, Storch-Hagenlocher B. Acute dissemlnated encephalomyelltls after parenteral therapy wlth herbal extracts. a report of two cases. J Neurol Neurosurg Psychlatry 2000;69,516-8. 

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  17.  Paul Terry, Paul Lichtenstein, Maria Feychting, Anders Ahlbom, Alicja Wolk Fatty fish consumption and risk of prostate cancer  [Full Text] [PDF

  18.  Teschke, Prof. Dr. med. Rolf, Hepatotoxizität durch Kava-Kava: Risikofaktoren und Prävention, Deutsches Ärzteblatt 99, Ausgabe 50 vom 13.12.2002, Seite A-3411

  19. Ka He, Fish Consumption and Risk of Stroke in Men, JAMA. 2002;288:3130-3136 http://jama.ama-assn.org/issues/v288n24/abs/joc21535.html

  20. Morbidity and Mortality Weekly Report, Hepatic Toxicity Possibly Associated With Kava-Containing ProductsUnited States, Germany, and Switzerland, 1999-2002, MMWR. 2002;51:1065-1067

  21.  Food and Drug Administration. Letter to health-care professionals: FDA issues consumer advisory that kava products may be associated with severe liver injury

  22. Walker AM. The relation between voluntary notification and material risk in dietary supplement safety. Food and Drug Administration

  23. Loew, Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Dieter Hepatotoxizität durch Kava-Kava: Mehr Sachlichkeit Deutsches Ärzteblatt 100, Ausgabe 15 vom 11.04.2003

  24. Müller-Oerlinghausen, Prof. Dr. med. BrunoHepatotoxizität durch Kava-Kava: Wirksamkeit nicht belegt Deutsches Ärzteblatt 100, Ausgabe 15 vom 11.04.2003

  25. Teschke, Prof. Dr. med. Rolf Hepatotoxizität durch Kava-Kava: Schlusswort  Deutsches Ärzteblatt 100, Ausgabe 15 vom 11.04.2003

  26. Yadhu N. Singh, PhDKava Toxicity U.S. Pharmacist Vol. No: 28:05 Posted: 5/15/03



 

In Deutschland werden bei Angsterkrankungen sehr häufig Phytotherapeutika verordnet. Zur Anwendung kommen Johanniskraut-, Kava-Kava-, Baldrianpräparate. Die Begründung für den Einsatz besteht oft in der erhofften geringen Nebenwirkungsrate. Die Anwendung kann daher und in Anbetracht der teilweise erheblichen Kosten für das Gesundheitssystem nicht empfohlen werden.   Für diese Präparate gibt es keinen gesicherten, den anderen Wirkstoffgruppen -wie z. B. Antidepressiva oder Benzodiazepinen - vergleichbaren Wirksamkeitsnachweis bei Angst- oder Zwangserkrankungen. Nicht selten kommt es nach anfänglichen (Placebo-) Erfolgen zu einem Therapieversagen, wodurch das Vertrauen in den Arzt eingeschränkt wird. Die Begründung für den Einsatz besteht oft in der erhofften geringen Nebenwirkungsrate. Die Anwendung kann nicht empfohlen werden. Homöopathische Zubereitungen Für homöopathische Zubereitungen gibt es keine Wirksamkeitsnachweise für die Behandlung von Angst- oder Zwangsstörungen oder Depressionen nach Angst- und Zwangsstörungen (EB) Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft 

Warum sich die verbreitete Volksmeinung, dass pflanzliche Arzneimittel nebenwirkungsfrei sind so hartnäckig hält ist sicher nicht nur rational erklärbar. An sich weiß jeder, dass das Gegenteil der Fall ist. Tabak (zum Aufputschen) und Alkohol (zur Beruhigung) sind die am häufigsten angewendeten natürlichen und rein Pflanzlichen Psychopharmaka. Die dadurch verursachten hunderttausendfachen Todesfälle sind allgemein bekannt. Dass Heroin, Haschisch, Kokain usw. rein pflanzlich sind, ist allgemein bekannt. Vergessen wird häufig, dass viele pflanzliche Bestandteile sind schon lange Bestandteil klassischer Arzneimittel sind. Auch dort sind die gravierenden möglichen Nebenwirkungen bestens dokumentiert. Fingerhutabkömmlinge sind als Digitalispräparate Bestandteil der Behandlung der Herzinsuffizienz. Überdosierungen können dort schnell zu schwerwiegenden auch tödlich verlaufenden Vergiftungen führen. Substanzen die mit den Giften aus Fliegenpilz, Stechapfel, Tollkirsche, Trompetenblumen usw. verwandt oder identisch sind, spielen in der normalen konventionellen Pharmakotherapie aus der Chemiefabrik ebenfalls eine wichtige Rolle. Überdosierungen mit schweren psychischen und körperlichen Folgen und tödliche Vergiftungen sind hier reichlich dokumentiert, sie unterscheiden sich nicht nach Einnahme der Pflanzen oder Gabe einer chemischen Tablette. Auf einen beispielhaften Fall in dem Kräutermedizin eine Vielzahl von Krebserkrankungen erzeugt hat, wurde in einem Artikel bei Meome hingewiesen Dies alles spricht nicht gegen die Verwendung von Pflanzlichen Arzneimitteln in der Depressionsbehandlung. Die Therapie mit pflanzlichen Substanzen müsste aber genauso behandelt werden  wie die Zulassung chemischer Einzelsubstanzen, d.h., es müssen vernünftige prospektive Studien zur Wirksamkeit und zur Sicherheit durchgeführt werden. Solche Studien fehlen aber meist, dort wo sie vorhanden sind, zeigen sie meist auch Nebenwirkungen auf. Besonders bedenklich ist aus meiner Sicht die Verabreichung als Infusion oder Spritze. Fallmeldungen ergaben den Verdacht, dass auch Infusionen mit pflanzlichen Arzneimitteln möglicherweise diese einer MS ähnliche Erkrankung auslösen könnten. Pflanzliche Produkte sind in Deutschland sehr beliebt. Für die meisten Substanzen gibt es weder Wirksamkeitsstudien noch vernünftige prospektive Studien zu schwerwiegenden Nebenwirkungen. Ein Hinweis, dass irgendeine dieser Substanzen als Infusion oder Spritze verabreicht besser wirksam sein könnte, als wenn sie geschluckt werden steht ebenfalls aus. Eine Verabreichung von Johanniskraut als Infusion hat keinerlei erwiesenen Vorteil. Einziger Sinn kann hier ein verbesserter Plazeboeffekt nach Anwendung als Spritze oder  Infusion sein. Dass Plazebos als Spritze besser wirken ist zumindest bei Kopfschmerzen erwiesen. Ob dieser verbesserte Plazeboeffekt allerdings die Risiken rechtfertigt, ist aus meiner Sicht mehr als fraglich. Wissenschaftliche Beweise für die Vorstellung, dass pflanzliche Präparate das Immunsystem stärken zu können, fehlen bisher trotz jahrzehntelanger Anwendung. Die Neurologischen Universitätsklinik in Heidelberg berichtet über zwei Fälle, bei denen wiederholte Injektionen von Pflanzenextrakten eine MS auslösten. In beiden Fällen legen der enge zeitliche Zusammenhang zwischen den Injektionen der Pflanzenextrakte und dem Beginn der neurologischen Ausfälle sowie die Tatsache, dass die Injektion wiederholt durchgeführt worden war, nahe, dass tatsächlich ein kausaler Zusammenhang zwischen der Injektion der Pflanzenextrakte und der MS besteht. Schwarz S, Knauth M, Schwab S, Walter-Sack 1, Bonmann E, Storch-Hagenlocher B. Acute dissemlnated encephalomyelltls after parenteral therapy wlth herbal extracts. a report of two cases. J Neurol Neurosurg Psychlatry 2000;69,516-8.

Lichttherapie gegen die Winterdepression- Wenn die Dunkelheit aufs Gemüt drückt

Mit dem Herbst und der dunklen Jahreszeit wird auch allgemein Trauer und Depression assoziiert. Auch für gesunde Menschen ist der sonnige Sommer meist angenehmer. Besonders unter der dunklen Jahreszeit leiden Menschen mit einer Herbst/Winterdepression. Je kürzer die helle Jahreszeit (besonders in den höheren Breitengraden also z.B. in Skandinavien), um so mehr Menschen sind betroffen. Wissenschaftlich wird von einer saisonal abhängigen Depression (SAD) gesprochen. Immerhin sind aber etwa 1-2% der Bevölkerung in schwerer Form betroffen, in leichter Form 10 bis 20%. 

Die innere Uhr 

Diese Menschen leiden an einer saisonal abhängigen Depression oder auch Winterdepression. Typisch für diese Erkrankung ist der immer wiederkehrende jahreszeitliche Rhythmus, mit Beginn der Symptome zwischen Anfang Oktober und Ende November und Abklingen der Beschwerden regelmäßig zwischen Mitte Februar und Mitte April. Beginn der Erkrankung ist meist zwischen dem 20.-30. Lebensjahr mit Zunahme der Symptome im Laufe der Jahre. Man geht davon aus, dass Störungen im biologischen Rhythmus, der inneren Uhr, bei der Entstehung eine Rolle spielen. Patienten mit einer SAD haben eine jahreszeitabhängige Phasenverlagerung in der Melatoninsekretion. Dabei wird davon ausgegangen, dass die innere Uhr für den Tag durch das spätere Tageslicht bei für diese Art der Depression empfängliche Menschen quasi nachgeht.  Dabei scheint auch der Serotoninstoffwechsel verändert zu sein. Licht ist der wichtigste, vielleicht sogar einzige exogene Faktor für die Synchronisation von Aktivitätsrhythmen bei Lebewesen. So ist es nicht verwunderlich, dass die zentralnervösen Zentren für endogene Oszillationen fast immer direkt oder indirekt mit photorezeptiven Strukturen in Kontakt stehen. Als Rezeptoren für Lichtreize dienen bei höheren Wirbeltieren die Augen, aber auch andere neurale Strukturen, die Photorezeptoren ähnlich sind, wie das Pinealorgan der Vögel und Reptilien, welches trotz seiner anatomischen Position als Lichtrezeptor dient. In Invertebraten existieren zahlreiche extraretinale photorezeptive Strukturen sowohl in Form von Ocellen, einzelnen Photorezeptorzellen im Gehirn, aber auch in Abdominalganglien (z. B. Crustaceen). Eine typische Eigenschaft biologischer Schrittmacher ist ihre Fähigkeit, sich dem natürlichen Hell-Dunkel-Rhythmus anzupassen, bzw. auf experimentelle Phasenverschiebungen eines Hell-Dunkel-Regimes prompt zu reagieren. Dieser Effekt der Phasenverschiebung wird durch Inhibitoren der Proteinsynthese verhindert, was darauf schließen lässt, dass auch für die Wirkung externer Synchronisationsfaktoren Genexpression notwendig ist. Während viele Chronobiologen noch an einen gemeinsamen Ursprung der endogenen Oszillatoren glauben, fehlt bisher der Nachweis von eindeutig strukturell homologen Molekülen in verschiedenen Organismen mit ausgeprägter Rhythmizität. Untersuchungen an zwei neuen Neurospora-Genen mit einer globalen Funktion bei der Regulation von lichtgesteuerten Vorgängen geben jedoch Hinweise darauf, dass sich die innere Uhr an Bausteinen bedient haben könnte, die von photorezeptiven Prozessen zur Verfügung gestellt wurden. Es handelt sich wiederum um Transkriptionsfaktoren mit einer PAS-Dimerisierungsdomäne. Diese Hypothese über den möglichen Ursprung circadianer Oszillatoren wird auch von Befunden bei Aspergillus gestützt, wo einige der identifizierten Uhrenbestandteile Sequenzmotive mit Ähnlichkeiten zu Molekülen aus photorezeptiven Prozessen aufweisen. (näheres siehe bei http://www.zum.de/neurogenetik/index.html ) Lichttherapie wirkt über das Auge, der Effekt geht also durch eine Sonnenbrille verloren. Besonders gut scheinen atypische depressive Symptome wie Hypersomnie (Schläfrigkeit erhöhten Schlafbedürfnis,  morgendlicher Müdigkeit, Erschöpfung und  Energiemangel) und Kohlehydrathunger auf die Lichttherapie anzusprechen.

Die Beschwerden und Symptome unterscheiden sich dabei etwas von anderen Depressionstypen. Die Betroffenen leiden zusätzlich zur depressiven Verstimmung unter Beschwerden wie einem erhöhten Schlafbedürfnis,  morgendlicher Müdigkeit, Verlangen nach Kohlehydraten und Gewichtszunahme. Oft ist es bei diesen Kranken nicht so sehr die traurige Gestimmtheit als die Erschöpfung und der Energiemangel das im Vordergrund stehende Symptom. Sowohl die Symptomatik und die Hinweise auf eine Verschiebung des Tagesrhythmus als auch die Wirksamkeit der Lichttherapie geben Anlass zum Vergleich mit dem Winterschlaf mancher Säugetiere in unseren Breitengraden. Die SAD könnte also ein quasi minimaler Winterschlaf sein.

Lichttherapie oder einfach mehr Bewegung im Freien?

Grundsätzlich kann eine SAD wie jede andere Depression behandelt werden. Eine Besonderheit ist das Ansprechen auf eine Lichttherapie.  Lichttherapie kann inzwischen als eine wirksame Behandlungsmöglichkeit der SAD gelten. Ein Ansprechen ist nur bei den Patienten zu erwarten, die auch die typische Phasenverschiebung und die entsprechenden Symptome haben. Eine neue Studie bestätigt frühere Ergebnisse, dass der Effekt früh morgens deutlich besser sei als am späten Vormittag oder am Abend.  Der beste Zeitpunkt sei ungefähr 8,5 Stunden nach Beginn der Melatoninsekretion im Körper und etwa 2,5 Stunden nach der Mitte des Schlafs. Möglicherweise profitieren diejenigen Patienten, bei denen sich unter Schlafentzug die depressiven Symptome bessern, ganz besonders von einer anschließenden Lichttherapie.  Diejenigen Patienten, die auf Schlafentzug positiv reagieren, weisen eine höhere Durchblutung in der für die Gefühlswelt zuständigen Hirnregion, dem limbischen System, auf, die sich nach Schlafentzug normalisiert.  Studien sehen bereits eine Wirksamkeit bei 1500 oder 2500 Lux Weislicht (ohne UV- Anteil) in Augenhöhe. Am häufigsten werden 10 000 Lux angewendet, einen Beweis, dass diese höhere Dosis effektiver ist, gibt es nicht.  Zum Vergleich, an einem schönen Sommertag werden im Freien über 10 000 Lux erreicht, an einem bewölkten Wintertag sind es immer noch 2000 Lux. In beleuchteten Innenräumen sind es zwischen 100 und maximal 500 Lux. Der Aufenthalt im Freien könnte also durchaus als adäquate Lichttherapie bezeichnet werden, wäre da nicht die Tatsache, dass letztere am frühen Morgen wirksamer ist. Ein Wirkungseintritt ist bei der Lichttherapie wie bei einer Behandlung mit Antidepressiva nach 2-3 Wochen zu erwarten. Der ideale Zeitpunkt der Lichttherapie liegt nun für betroffene Berufstätige und auch für die Behandler nicht gerade günstig. Eine Lampe für eine Lichttherapie kann auch für zu Hause erworben werden, dort ist die Anwendung am frühen Morgen am ehesten regelmäßig durchzuführen. Die nicht gerade billige Anschaffung lohnt sich nur, wenn zuvor die Diagnose eindeutig geklärt ist und ein Schlafentzug einen vorübergehenden positiven Effekt zeigte. In manchen skandinavischen Ländern wird Lichttherapie auch von Gaststätten oder am Arbeitsplatz angeboten. Statt einer Lichttherapie nach Feierabend empfiehlt sich eher ein Aufenthalt im Freien in der Mittagspause mit Bewegung.  Für Betroffene grundsätzlich zu empfehlen ist, wann immer möglich, den Urlaub in den Winter und dann in sonnige Gegenden zu verlegen. Sollte Lichttherapie nicht helfen, sind SAD genauso wie alle anderen Depressionen mit Antidepressiva und Psychotherapie behandelbar. In besonderem Maße kann bei Depressionen in der Schwangerschaft die morgendliche Lichttherapie im eigenen Schlafzimmer ein alternativer Behandlungsversuch sein, hier ist sicher auch dann ein Versuch gerechtfertigt, wenn keine eindeutige saisonale Abhängigkeit der Symptome vorliegt.

Nicht jede Depression im Herbst oder Winter ist eine SAD

Nicht immer, wenn eine Depression im Winter auftritt, ist es allerdings eine Herbst/Winterdepression. Die weitaus meisten Depressionen treten ohne Zusammenhang zur Jahreszeit auf. Nur bei einem kleinen Teil der Menschen, die an wiederkehrenden Depressionen leiden, ist es wirklich eine SAD. Auch wenn ein wiederholter Zusammenhang zur Jahreszeit besteht, ist es nicht immer eine SAD. Viele einsame Menschen können zum Beispiel ihre Einsamkeit im Sommer durch den Aufenthalt in belebten  Straßen und Parkanlagen gut durch Ablenkung kompensieren. Wenn die Straßen und Parks sich leeren und ziehen sich viele dieser Menschen weiter zurück, mit Zunahme der Einsamkeit kommt es dann zu einer Zunahme der Depression. Dieses Beispiel soll zeigen, dass eine Lampe nicht immer eine ausreichende Lösung sein kann.  Jede schwere oder anhaltende depressive Symptomatik sollte auch zu einer ärztlichen Diagnostik führen. Der Arzt, am besten der Facharzt, sollte entscheiden ob eine Lichttherapie ausreichend ist. 

Wann sie auf jeden Fall wegen der Nebenwirkungen aufpassen sollten

Abzuraten ist von der Kombination von Lichttherapie mit Johanniskrautpräparaten und anderen Lichtsensibilisierenden Medikamenten (gilt auch für bestimmte Antibiotika wie Tetrazykline), jedenfalls empfiehlt es sich auf dem Beipackzettel der eingenommenen Medikamente nachzusehen, ob diese lichtempfindlich machen.  Kontraindiziert ist Lichttherapie bei  Glaukom, Katarakt, Retinaablösung und Retinopathie
 

Weiter Infos in der Literatur unten:

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  2. Eastman CI, Young MA, Fogg LF, Liu L, Meaden PA.Bright light treatment of winter depression: a placebo-controlled trial.Arch Gen Psychiatry.1998;55:883-889.MEDLINE
  3. Lewy AJ, Bauer VK, Cutler NL, Sack RL, Ahmed S, Thomas KH, Blood ML, Latham Jackson JM. Morning vs evening light treatment of patients with winter depression. Arch Gen Psychiatry.1998;55:890-896.MEDLINE
  4. Terman M, Terman JS, Ross DC.A controlled trial of timed bright light and negative air ionization for treatment of winter depression.Arch Gen Psychiatry.
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  5. Lewy AJ, Sack RL, Miller LS, Hoban TM.Antidepressant and circadian phase-shifting effects of light.Science.1987;235:352-354.MEDLINE
  6. Lewy AJ, Sack RL, Singer CM, White DM, Hoban TM.Winter depression and the phase shift hypothesis for bright light's therapeutic effects: history, theory, and experimental evidence.J Biol Rhythms.1988;3:121-134.MEDLINE
  7. Sack RL, Lewy AJ, White DM, Singer CM, Fireman MJ, Vandiver R.Morning vs evening light treatment for winter depression.Arch Gen Psychiatry.
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  8. Dahl K, Avery DH, Lewy AJ, Savage MV, Brengelmann GL, Larsen LH, Vitiello MV, Prinz PN.Dim light melatonin onset and circadian temperature during a constant routine in hypersomnic winter depression.Acta Psychiatr Scand.1993;88:60-66.MEDLINE
  9. Terman M, Terman JS, Quitkin FM, Cooper TB, Lo E-S, Gorman JM, Stewart JW, McGrath PJ.Response of the melatonin cycle to phototherapy for seasonal affective disorder.J Neural Transm.1988;72:147-165.MEDLINE
  10. Eastman CI, Gallo LC, Lahmeyer HW, Fogg LF.The circadian rhythm of temperature during light treatment for winter depression.Biol Psychiatry.1993;34:210-220.MEDLINE
  11. Thalén B-E, Kjellman BF, Mørkrid L, Wisom R, Wetterberg L.Light treatment in seasonal and nonseasonal depression.Acta Psychiatr Scand.
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  12. Mamada N, Martin-Iverson MT, Diamon K, Tsujimoto T, Takahashi S.Clinical and chronobiological effects of light therapy on nonseasonal affective disorders.Biol Psychiatry.1995;37:866-873.MEDLINE
  13. Thompson C, Childs PA, Martin NJ, Rodin I, Smythe PJ.Effects of morning phototherapy on circadian markers in seasonal affective disorder.Br J Psychiatry.1997;170:431-435.MEDLINE
  14. Lewy AJ, Sack RL, Singer CM.Immediate and delayed effects of bright light on human melatonin production: shifting "dawn" and "dusk" shifts the dim light melatonin onset (DLMO).Ann N Y Acad Sci.1985;453:253-259.MEDLINE
  15. Rosenthal NE, Levendosky AA, Skwerer RG, Joseph-Vanderpool JR, Kelly KA, Hardin T, Kasper S, DellaBella P, Wehr TA.Effects of light treatment on core body temperature in seasonal affective disorder.Biol Psychiatry.1990;27:39-50.MEDLINE
  16. Checkley SA, Murphy DGM, Abbas M, Marks M, Winton F, Palazidou E, Murphy DM, Franey C, Arendt J.Melatonin rhythms in seasonal affective disorder.Br J Psychiatry.1993;163:332-337.MEDLINE
  17. Wirz-Justice A, Graw P, Kräuchi K, Gisin B, Jochum A, Arendt J, Fisch H-U, Buddeberg C, Pöldinger W.Light therapy in seasonal affective disorder is independent of time of day or circadian phase.Arch Gen Psychiatry.1993;50:929-937.MEDLINE
  18. Wirz-Justice A, van den Hoofdakker R.Sleep deprivation in depression: what do we know, where do we go?Biol Psychiatry.1999;46:445-453.MEDLINE
  19. R. Heller,Schlafentzug als Prädiktor für das Ansprechen auf Lichttherapie bei Major Depression.Fortschr Neurol Psychiat 2001; 69; Nr. 4, S. 156-163
  20. Dan A. Oren, Katherine L. Wisner, Margaret Spinelli, C. Neill Epperson, Kathleen S. Peindl, Jiuan Su Terman, and Michael Terman An Open Trial of Morning Light Therapy for Treatment of Antepartum Depression Am J Psychiatry 2002 159: 666-669. [Abstract] [Full Text]

Von DHEA sollten Sie vorläufig noch lieber die Hände lassen. 

Dehydroepiandrosteron, oder DHEA, ist ein Steroidhormon, das im Körper zumindest teilweise in Testosteron oder Östrogen umgewandelt wird, mit all den auch daraus möglicherweise erwachsenden. Die DHEA Produktion nimmt mit dem Alter kontinuierlich ab. Ob diese Abnahme mit Nachteilen verbunden ist, ist bisher nicht bekannt. Substitutionen brachten meistens gegenüber Placebo keinen signifikanten Effekt, teilweise ist aber eine nicht signifikante Verbesserung der Befindlichkeit beschrieben. Oft versprochene sexuell anregende Effekte sind nicht nachweisbar. Ähnlich wie dem Melatonin wird DHEA ein Jungbrunneneffekt mit Senkung des Krebsrisikos, Stärkung des Immunsystems und Verhinderung der Arteriosklerose zugesprochen. Es soll allgemein das Wohlbefinden verbessern und die geistige Leistungsfähigkeit verbessern. Möglicherweise hat DHEA einen sinnvollen Stellenwert in der Behandlung des M. Addison. Dort scheint es nach Studien die Hormonspiegel zu normalisieren und auch die Psyche zu stabilisieren. Da der Effekt auf die Psyche in diesen Studien unabhängig vom Testospiegel zu sein scheint, wurde ein direkter zentralnervöser Angriffspunkt der Substanz angenommen, der unabhängig von der Anregung der Hormonsubstitution ist. Einen nachgewiesenen Effekt in der Depressionsbehandlung gibt es bisher nicht. Das Nebenwirkungsprofil ist noch nicht sicher beurteilbar.  Einige Studien zeigen, dass DHEA schwere psychiatrische Nebenwirkungen auslösen kann, insbesondere Manien, Psychosen Einschränkungen der Denkfähigkeit. Die FDA (Food and Drug Administration) stellte 1985 fest, dass die Wirksamkeit und Sicherheit von  DHEA nie bestätigt wurden. Zwar gibt es kleine Studien ( Am J Psychiatry 156:646-649, April 1999) in der Behandlung von Depressionen die Erfolge zeigten und bei denen keine schweren Nebenwirkungen beobachtet wurden, es scheint allerdings dennoch so zu sein, dass in bestimmten Untergruppen solche schweren psychiatrischen Nebenwirkungen auftreten. DHEA gilt als besonders riskant in hohen Dosen, bei einer Vorgeschichte von affektiven Erkrankungen (Depression und Manie), Alkoholkonsum, Einnahme von Antidepressiva, und bei vorhandenem Cytochrome P450 Polymorphismus. Besonders riskant ist es eventuell bei Personen unter 35 Jahren. Noch völlig offen ist das Risiko von kardiovaskulären Erkrankungen unter DHEA, eventuell kommt es zu einer deutlichen Steigerung des Herzinfarkt und Schlaganfallrisikos. 

  1. (Prasterone (DHEA) and mania.Dean CE. Minneapolis Veteran's Affairs Medical Center, University of Minnesota Department of Psychiatry, 55417, USA. Ann Pharmacother 2000 Dec;34(12):1419-22) 
  2.  Possible dihydroepiandrosterone-induced mania.Markowitz JS, Carson WH, Jackson CW. Biol Psychiatry 1999 Jan 15;45(2):241-2 
  3. Hunt, P. J., Gurnell, E. M., Huppert, F. A., Richards, C., Prevost, A. T., Wass, J. A. H., Herbert, J., Chatterjee, V. K. K. (2000). 
  4. Improvement in Mood and Fatigue after Dehydroepiandrosterone Replacement in Addison's Disease in a Randomized, Double Blind Trial. J Clin Endocrinol Metab 85: 4650-4656 [Abstract] [Full Text]  
  5. McQUADE, R., YOUNG, A. H. Y. (2000). Future therapeutic targets in mood disorders: the glucocorticoid receptor. Br J Psychiatry 177: 390-395 [Abstract] [Full Text]  
  6. DHEA: Ignorieren Sie den Rummel! (erstellt am 21/4/97 bei Quackwatch)

 

Melatonin

Die häufigste zirkadiane Rhythmusstörung wird durch den so genannten Jet Lag verursacht, der bei Überschreitung verschiedener Zeitzonen entsteht. Flüge innerhalb einer Zeitzone verursachen Müdigkeit aber keinen Jet Lag. Flüge zwischen Europa und Amerika verursachen z. B. Jetlag-Symptome, die eine Woche oder sogar länger andauern können. Typische Symptome sind Ein- und Durchschlafschwierigkeiten, Tagesschläfrigkeit, Verdauungsstörungen, Gereiztheit und Konzentrationsstörungen. Manche Menschen benötigen eine ganze Woche, um sich den neuen Zeitgebern anzupassen, anderen gelingt dies erheblich schneller. Die Zeitspanne der Anpassung ist allerdings auch abhängig von der Anzahl überschrittener Zeitzonen. Einer milden Form eines Jet Lags sind viele Menschen zweimal im Jahr ausgesetzt, nämlich zu Beginn und Ende der Sommerzeit, wenn die Uhr eine Stunde zurück- bzw. vorgestellt wird. Jet lag entsteht durch eine Desynchronisation zwischen verschiedenen Körperrhythmen und den Umgebungs- oder Umweltrhythmen. Am meisten fällt dabei die Verschiebung des Schlaf-Wachrhythmus auf, die zu körperlichen und psychischen Störungen führt. Alle Körperrhythmen werden durch eine Wechselwirkung zwischen internen und externen Faktoren bestimmt. Die biologische Uhr kontrolliert die Melatoninausschüttung durch die Hypophyse, Licht schaltet diese Ausschüttung aus. Man kann der Anpassung der biologischen Uhr etwa nachhelfen. 8 von 10 Studien kommen nach cochrane zu dem Schluss, dass die Einnahme von Melatonin den Jet Lag verkürzt. Etwa jeder 2. scheint von diesem Effekt zu profitieren. Empfohlen werden 2-5 mg Melatonin beim Schlafengehen nach Ankunft. Herxheimer A, Petrie KJ. Melatonin for the prevention and treatment of jet lag. Cochrane Library 2002; Ebenso wie das DHEA/S zeigt das Pinealhormon Melatonin einen charakteristischen Altersgang mit den höchsten Nachtwerten ca. 3 Monate nach der Geburt, gefolgt von einem steilen Abfall um etwa 80% bis zum Ende der Pubertät und einem weiteren im Erwachsenenalter.  Der exakte Nachweis eines Melatonindefizites ist schwierig, da es fast ausschließlich während der Nacht produziert wird und Licht seine Produktion hemmt. Seine Synthese ist durch einen langsamen Anstieg mit Spitzenwerten ca. 1-3 h nach Mitternacht und einem danach wieder einsetzenden Abfall gekennzeichnet. Die Tagesschwankung geht dabei um den Faktor 10-100. Die einfachste Methode zur Messung der Melatoninrhythmik besteht in der stündlichen Sammlung von Speichelproben während der Nacht. Die physiologische Funktion von Melatonin liegt u.a. in der Vermittlung von Informationen des äußeren Tagesrhythmus an das endokrine System. Rezeptoren für Melatonin finden sich mit hoher Dichte am Sitz der inneren Uhr ( Ncl. suprachiasmaticus). Im Zusammenspiel zwischen dem Pinealorgan und dem Ncl. suprachiasmaticus werden viele zirkadiane endokrine und physiologische Prozesse mit der 24-stündigen Außenrhythmik synchronisiert. Folglich sind die zirkadianen Verläufe von Melatonin und anderen Hormonen (Prolaktin, LH), zumindest beim Mann, korreliert. Inwieweit die versiegende Melatonin-Produktion für die Hormondefizite des älteren Menschen verantwortlich sind, ist derzeit völlig unklar. Da Melatonin ausschließlich während des Schlafes sezerniert wird, wurde spekuliert, ob das Hormon den Schlaf steuert. Parallel zum altersbedingten Melatoninabfall nehmen Schlafstörungen zu. Untersuchungen an alten Männern zeigen, dass durch abendliche Melatoningaben die Zeit bis zum Einschlafen erheblich verkürzt und die Schlafdauer verlängert wird, ohne dass es zu einer Veränderung der Schlafarchitektur kommt. Schließlich werden dem Hormon auch günstige Effekte auf die Überwindung des "jet-lag" zugesprochen. Eine Melatonineinnahme zur falschen Tageszeit kann seine schlafinduzierende Wirkung zum falschen Zeitpunkt entfalten und somit fatale Folgen haben. Daher sollte die Einnahme nur unter ärztlicher Betreuung erfolgen. Die Substanz hat auch Berühmtheit als "Jungbrunnen" errungen, da sie sich in der Zellkultur als potentieller Radikalfänger erwiesen hat. Insbesondere das äußerst schädliche Hydroxy-Radikal, das auch für Schäden an der DNA verantwortlich ist und Krebs auslösen kann, wird durch Melatonin in-vitro neutralisiert. Ob diese Eigenschaften des Melatonins auch auf den Menschen übertragbar sind, ist bislang nicht erwiesen. Die Produktion von Melatonin wird durch viele Substanzen beeinflusst, (z.B.: Antidepressiva, Antiphlogistika, Benzodiazepine, Koffein und Alkohol. Helles Licht unterdrückt die Melatoninsekretion, Betablocker blockieren sie vollständig,  Die Metabolisierung von Melatonin erfolgt in der Leber. Einen nachgewiesenen Effekt in der Depressionsbehandlung gibt es bisher nicht. Ob abgesehen vom "jet-lag" Schlafstörungen damit behandelbar sind, ist strittig. Das Nebenwirkungsprofil ist noch nicht sicher beurteilbar.  In einer Untersuchung waren 4 von 6 Melatoninzubereitungen in den USA mit anderen Substanzen verunreinigt. Es wird deshalb empfohlen, wenn schon über das Internet bestellt wird, Produkte größerer Hersteller zu bevorzugen. Die Untersuchung des Nebenwirkungsrisikos steht mangels Interesse der Industrie erst am Anfang. Die unkritische und längerfristige Einnahme von Melatonin kann derzeit nicht empfohlen werden.  Andrew Herxheimer and Jim Waterhouse, The prevention and treatment of jet lag, BMJ 2003; 326: 296-297. [Full text] [PDF]  L.G. Almeida Montes, M.P. Ontiveros Uribe, J. Cortés Sotres, G. Heinze Martin,  Treatment of primary insomnia with melatonin: a double-blind, placebo-controlled, crossover study  J Psychiatry Neurosci 2003;28(3):191-6.[abstract / résumé in HTML / full text in PDF]

Gingko

Besonders in Zeiten vor den Gesundheitsreformen der letzten 10 Jahre gehörten Ginkopräparate zu den am häufigsten verordneten Medikamenten in Deutschland. Dies betraf immer auch die leichten depressiven Syndrome mit subjektiven Hirn- Leistungseinschränkungen. Auch heute noch ist der Markt für Ginkopräparate riesig. Die positiven Wirkungen der Präparate sollen vor allem im Bereich der geistigen Leistungsfähigkeit auch bei gesunden Menschen liegen. Die bisherige Studienlage zu Gingko in der Behandlung von Alzheimerdemenz ist sehr widersprüchlich. Ein sicherer Nachweis der Wirksamkeit fehlt. Größere Studien bei Tinnitus- Patienten sahen ebenfalls keine positiven Effekt. Amerikanische Wissenschaftler sind nun in einer sehr ausführlichen Studie an 200 gesunde Menschen über 60 der Frage nachgegangen ob Gingko bei Gesunden das Gedächtnis und die geistige Leistungsfähigkeit verbessert. In der 6 wöchigen Studie zeigte Ginko im Vergleich zu Placebo keinerlei Verbesserung in neuropsychologischen Standardtests für die Lernfähigkeit, das Gedächtnis, und die Aufmerksamkeit. Auch das Konzentrationsvermögen und die Fähigkeit zu Benennen wurden nicht gebessert. Auch in ihrer eigenen Einschätzung zeigten die Betroffenen keine Verbesserung die sich nicht auch in der Placebogruppe zeigte. Ebenso war zwischen Placebo und Gingko kein Unterschied in der Einschätzung der Leistungsfähigkeit durch Freude oder Ehepartner. Die Autoren schließen aus der Untersuchung, dass Gingko im Gegensatz zur Werbung keinen Profit für die geistige Leistungsfähigkeit bei Gesunden bewirkt. Auch andere neuere Untersuchungen hatten den versprochenen Effekt auf die geistige Leistungsfähigkeit nicht nachweisen können. Oft vergessen wird, dass Gingko durchaus einen gewissen "blutverdünnenden" Effekt hat. Allgemein wird deshalb empfohlen, Gingkopräparate 36 Stunden vor Operationen abzusetzen. Auch eine Hirnblutung wird damit in Verbindung gebracht.  Gingko ist in höheren Dosen neurotoxisch und kann epileptische Anfälle, Durchfall und Erbrechen provozieren. Hohe Serumspiegel von 4-Metoxypyridoxin wurden dabei beschrieben, Pyridoxalphosphat (2 mg/kg) kann die Anfälle möglicherweise unterbrechen. Komatöse Zustände in Kombination mit Antidepressiva wurden beschrieben.

Fessenden JM, Wittenborn W, Clarke L. Gingko biloba: a case report of herbal medicine and bleeding postoperatively from a laparoscopic cholecystectomy.Am Surg. 2001 Jan;67(1):33-5., Paul R. Solomon, PhD; Felicity Adams, BA; Amanda Silver, BA; Jill Zimmer, BA; Richard DeVeaux, PhD Ginkgo for Memory Enhancement A Randomized Controlled Trial JAMA. 2002;288:835-840  Miwa H, Iijima M, Tanaka S, Mizuno Y. Generalized convulsions after consuming a large amount of gingko nuts. Epilepsia 2001;42:280-281, Kajiyama Y, Fujii K, Takeuchi H, Manabe Y.Ginkgo seed poisoning. Pediatrics 2002 Feb;109(2):325-7.Gregory PJ.  Seizure associated with Ginkgo biloba?Ann Intern Med. 2001 Feb 20;134(4):344.  Andrew S. Granger Ginkgo biloba precipitating epileptic seizures  Galluzzi S, Zanetti O, Binetti G, Trabucchi M, Frisoni GB. Benjamin J, Muir T, Briggs K, Pentland B. A case of cerebral haemorrhage-can Ginkgo biloba be implicated?Postgrad Med J. 2001 Feb;77(904):112-3., van Dongen MC, van Rossum E, Kessels AG, Sielhorst HJ, Knipschild PG. The efficacy of ginkgo for elderly people with dementia and age-associated memory impairment: new results of a randomized clinical trial. J Am Geriatr Soc 2000;48:1183-1194. Drew S, Davies E.Effectiveness of Ginkgo biloba in treating tinnitus: double blind, placebo controlled trial.BMJ. 2001 Jan 13;322(7278):73.
 

 

Bitte beachten Sie zu diesem Thema auch die Webseiten von Quackwatch um nicht Internetbetrügern auf den Leim zu gehen.

Stellungnahme der Australasian Society of Clinical Immunology or ASCIA publiziert und ist im Volltext im Internet abrufbar.  Position statement published in the Medical Journal of Australia zum Vegatest und der Elektroakupunktur nach Voll (MJA 1999; 155:113-114) http://www.mja.com.au/public/guides/vega/vega.html.  

Phytopharmaka - vor Operationen rechtzeitig absetzen
Pflanzliche Arzneimittelzubereitungen werden sehr breit verwendet und von vielen Patienten auch vor einer notwendigen Operation weiter eingenommen. Die damit verbundenen, möglichen Komplikationen sind Inhalt einer im »Journal of the American Medical Association« veröffentlichten Studie.
Die daraus entnommene Übersicht zeigt acht häufig verwendete Pflanzendrogen, deren Nebenwirkungen bzw. Arzneimittel-Interaktionen und die empfohlenen Absetzzeiträume vor planbaren Operationen:

Phytopharmakon

Mögliche perioperative Probleme

Absetzen
vor Operationen

Baldrian

Einfluss auf die Anästhesiedauer

Keine spezielle Zeitangabe

Echinacea

Allergische Reaktionen, Wirkungsminderung von Immunsuppressiva

Keine spezielle Zeitangabe

Ephedra

Tachycardie, Hypertonie, Risiko einer hämodynamischen Instabilität, ventrikuläre Arrhythmien bei Verwendung von Halothan

Mindestens 24 Stunden

Ginkgo

Erhöhtes Blutungsrisiko

Mindestens 36 St.

Ginseng

Hypoglykämie, erhöhtes Blutungsrisiko

Mindestens 7 Tage

Johanniskraut

Induktion von Cytochrom P450,
Wechselwirkung mit vielen Arzneimitteln

Mindestens 5 Tage

Kava-Kava

Wirkungsverstärkung von Anästhetika

Mindestens 24 St.

Knoblauch

Erhöhtes Blutungsrisiko

Mindestens 7 Tage

Patienten selbst ist oft nicht bewusst, dass auch pflanzliche Präparate Wirkstoffe enthalten, die Nebenwirkungen bzw. Arzneimittelinteraktionen hervorrufen können. Ärzte und Apotheker sollten daher die Einnahme von Phytopharmaka explizit ansprechen. Quelle Arzneimittelinfo »Rote Hand« Nr. 1 - April 2002

 

Zitat: Ärzte Zeitung, 17.01.2001 "Die US-Regierung erließ zu Jahresbeginn eine Internet-Warnung an Patienten, nachdem mehrere Todesfälle, bedingt durch falsche Internet-Therapien, bekannt geworden waren. Die amerikanische Federal Trade Comision (FTC) identifizierte mehr als 800 dubiose Websites, auf denen riskante Arzneimittel und/ oder Heilmethoden angeboten werden. Mehrere Website-Betreiber werden in den USA inzwischen strafrechtlich verfolgt, weil sie auf ihren Internetseiten Patienten falsche Hoffnungen auf Heilung machen. Versprochen werden laut FTC unter anderem Heilungen für Patienten mit Krebs, AIDS, Multiple Sklerose, Herz- und Kreislaufleiden sowie Arthritis.Die FTC zitierte diverse, haarsträubende Einzelfälle." "Nach Angaben des Londoner Gesundheitsministerium tummeln sich vor allem auf dem Gebiet der Alternativmedizin "beängstigend viele schwarze Schafe im Cyberspace". Dubiose Unternehmer böten verwirrten Patienten Magneten, Bio-Resonanz-Therapien und andere zweifelhafte Hilfen an. Eine Ministeriumssprecherin: "Das ist ein sehr ernstes Problem. Wir raten Patienten dringend, immer erst einen Apotheker oder Arzt aufzusuchen.""

Siehe auch die Warnung im BMJ, Fred Charatan  Websites violate US laws banning treatment claims BMJ 2001; 323: 827b. [Full text]: Between October and December 2000 Dr Bonakdar and his colleagues conducted an internet search using the terms "herb" and "cancer" and identified 61 functioning websites. Of these, 34 were commercialOf the commercial websites, 92% claimed that a supplement could prevent cancer; 89% claimed that a supplement could be used to treat cancer; and 58% referred to the supplement as a cure for cancer. Most of the commercial websites used patients' testimonials, but less than 40% recommended that users should consult their doctor. Only about a third carried warnings in line with the dietary supplement act. Commercial sites mentioned research with references 31% of the time, compared with 93% of the time by non-commercial websites. Diese Warnung macht klar, es geht um eine Geschäft mit falschen Hoffnungen bei verzweifelten Menschen. Nach einer neuen Studie in Jama machen 81% der Seiten die für Naturheilmittel im Internet werben Aussagen zum Nutzen der Präparate, davon die Hälfte zu einem medizinischen Wert, also zur Behandlung, Prävention, Diagnose oder Heilung bestimmter Krankheiten. Nur 52 Prozent dieser Seiten enthielten den von der Regierung vorgesehen "Disclaimer". Er besagt, dass die aufgestellten Aussagen zum Nutzen der Medikamente nicht von der Arzneimittelbehörde untersucht worden seien. Charles A. Morris; Jerry Avorn Internet Marketing of Herbal Products JAMA. 2003;290:1505-1509. ABSTRACT | FULL TEXT | PDF
 

Andere Übersichten: O'Hara M, Kiefer D, Farrell K, et al.A review of 12 commonly used medicinal herbs.Arch Fam Med.1998;7:523-536.ABSTRACT  |  FULL TEXT  |  PDF  |  MEDLINE

Alternative Therapien der Depression bei Kindern und Jugendlichen

Bei Kindern und Jugendlichen ist außer für Fluoxetin kein eindeutige Wirkung für Antidepressiva nachgewiesen. Da auch Psychotherapien oft nur eine begrenzte Wirkung haben, stellt sich die Frage ob hier alternative Therapien sinnvoll sind. Das australische Ärzteblatt veröffentlicht hierzu im Oktober 2006 eine Metaanalyse. Als einzige Maßnahme mit eingeschränkter aber nachgewiesener Wirksamkeit ergab sich nach dieser Metaanalyse eine positive Wirkung für die Lichttherapie bei der saisonal abhängigen Depression bei Kindern und Jugendlichen. Alle anderen Therapieverfahren wie Gutamin, S-Adenosylmethionin, Johanniskraut, Vitamin C, Omega-3 Fettsäuren, Massage, Kunsttherapie, Bibliotherapie, Ablenkung, Sport, Entspannungsverfahren oder Schlafentzug sind entweder nicht wirksam oder nicht ausreichend bei Kindern und Jugendlichen untersucht. (MJA 2006; 185 (7): 368-372)

 

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Auch dort wo Patientinnen wegen rein körperlicher Erkrankungen alternative Therapien einsetzen, scheint der Hintergrund für den zusätzlichen Einsatz alternativer Behandlungsmethoden häufig die begleitenden psychische Störung zu sein. In einer Studie an Brustkrebspatienten zeigte sich beispielsweise, dass besonders die zu zusätzlichen alternativen Heilmethoden griffen, die depressiv und ängstlich waren und eine geringe sexuelle Zufriedenheit hatten. (Holland  N Engl J Med 1999;340:1757-1759. )   Andere Untersuchungen kommen zu ähnlichen Ergebnissen. Alternative Behandlungsmethoden, sind oft ein scheinbar unverfänglicher Ersatz für den Psychotherapeuten oder den Facharzt für Psychiatrie, auch und oft gerade dann wenn dies "weit von sich" gewiesen wird. Hinsichtlich der diesbezüglichen Effektivität sind allerdings bei dieser Behandlungsalternative weiter Zweifel angebracht. Die Grenze zwischen Alternativmedizin und Glauben ist oft fließend, in manchem Kontext kann man auch Religion als Alternativmedizin ansehen. Bei Religion handelt es sich dabei sogar um eine der wirksamsten Varianten der Alternativmedizin, was allerdings nicht ausschließt, dass auch hier erhebliche Nebenwirkungen entstehen können. L. L. Barnes

Stimmen zum Thema "Physicians and the Changing Medical Marketplace"

  1. Ackermann et al. Garlic Shows Promise for Improving Some Cardiovascular Risk Factors  Arch Intern Med 2001;161:813-824. ABSTRACT | FULL TEXT  
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  3. Bair et al. Ethnic Differences in Use of Complementary and Alternative Medicine at Midlife: Longitudinal Results From SWAN Participants Am J Public Health 2002;92:1832-1840. ABSTRACT | FULL TEXT  
  4. Baldwin et al. A Profile of Military Veterans in the Southwestern United States Who Use Complementary and Alternative Medicine: Implications for Integrated Care Arch Intern Med 2002;162:1697-1704. ABSTRACT | FULL TEXT  
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  72. Jonas Alternative Medicine--Learning From the Past, Examining the Present, Advancing to the Future JAMA 1998;280:1616-1618. FULL TEXT  
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