|
Depression Seite 15

Ärztliche Behandlung
Nichtmedikamentöse
Therapie
An erster Stelle steht das ärztliche Gespräch, das mit
Zuhören begonnen hat.
Stehen bei leichten Syndromen sicher fassbare Auslöser im
Vordergrund oder besteht eine positive Neurosendiagnose (evtl. fachärztliche
Untersuchung), können psychotherapeutische Maßnahmen (psychoanalytisch
orientiert oder verhaltenstherapeutisch
je nach Art der zu Grund liegenden Problematik) alleine ausreichend in der
Behandlung sein.
|
Die
drei
wichtigsten
spezifischen
Psychotherapiemethoden
der
Depression
im
Überblick. |
| |
interpersonale
Therapie
|
kognitive
Therapie
|
psychodynamische
Therapie
(v.a.
psychoanalytische) |
|
Krankheitsursache |
belastende
interpersonale
Beziehungen
|
verzerrendes,
negatives
Denken |
abgewehrte
Gefühle
(Ich-Regression) |
|
therapeutische
Mittel
|
Lösung
der
interpersonalen
Probleme
|
Veränderung
der
Denkmuster |
Aufarbeiten
von
biographisch
angelegten
inneren
Konflikten |
|
Aus:
Hell D.
Psychogene
Aspekte
der
Depression
Schweiz
Arch
Neurol
Psychiatr
2006;157:227–32. |
Die Information und Unterstützung von Angehörigen ist ein
regelmäßiger Bestandteil der Depressionsbehandlung, nicht nur um das Verständnis
für die Krankheit zu verbessern, auch um Überforderungen der Angehörigen durch
die Erkrankung entgegen zu wirken.
Bei typisch phasenhaftem
Auftreten ohne
klare
Auslöser steht
die Behandlung
mit
Antidepressiva
im Vordergrund.
(Die
diesbezügliche
Unterscheidung
ist schwierig
und teilweise
künstlich. Dies
war zu recht
ein Grund für
die Änderung
der
Klassifikationen.
Auch die früher
als endogen
bezeichneten
Depressionen
haben meistens
Auslöser für
ihre Phasen,
während
umgekehrt auch
die Neurosen
und reaktiven
Störungen eine
Veranlagungskomponente
haben)
-
Dipl.-Psych.
C. Reck, M.
Backenstraß
K.-T.
Kronmüller·
G. Sommer,
P. Fiedler,
Ch. Mundt,
kritische
Lebensereignisse
im 2
Jahresverlauf
der majoren
Depression,
Nervenarzt
1999 · 70:
637–644 ©
Springer-Verlag
1999
-
Clinical Outcome After Short-term Psychotherapy
for Adolescents With Major Depressive Disorder Boris Birmaher, MD; David A.
Brent, MD; David Kolko, PhD; Marianne Baugher, MA; Jeffrey Bridge, BS; Diane
Holder, MSW; Satish Iyengar, PhD; Rosa Elena Ulloa, MD, Archives of General
Psychiatry / volume:57 (page: 29),January 2000 FULL
TEXT
-
Nortriptyline and Interpersonal Psychotherapy as
Maintenance Therapies for Recurrent Major Depression: A Randomized Controlled
Trial in Patients Older Than 59 Years Charles F. Reynolds III, MD; Ellen
Frank, PhD; James M. Perel, PhD; Stanley D. Imber, PhD; Cleon Cornes, MD; Mark
D. Miller, MD; Sati Mazumdar, PhD; Patricia R. Houck, MSH; Mary Amanda Dew,
PhD; Jacqueline A. Stack, MSN; Bruce G. Pollock, MD,PhD; David J. Kupfer, JAMA
/ volume:281 (page: 39 ff),MDJanuary 6, 1999
FULL TEXT
- Prevention of Relapse in Residual Depression by Cognitive Therapy:
A Controlled Trial Eugene S. Paykel, MD, FRCP, FRCPsych; Jan Scott, MD,
FRCPsych; John D. Teasdale, PhD; Anthony L. Johnson, PhD, CStat; Anne Garland,
BA(Hons), RMN; Richard Moore, PhD; Alison Jenaway, MB, MRCPsych; Peter L.
Cornwall, MB, MRCPsych; Hazel Hayhurst, PhD; Rosemary Abbott, PhD; Marie Pope,
MSc,Archives of General Psychiatry / volume:56 (page: 829)September 1999|
FULL
TEXT
- Children With Prepubertal-Onset Major Depressive Disorder and
Anxiety Grown Up,Myrna M. Weissman, PhD; Susan Wolk, MD; Priya Wickramaratne,
PhD; Rise B. Goldstein, PhD; Phillip Adams, PhD; Steven Greenwald, MA; Neal D.
Ryan, MD; Ronald E. Dahl, MD; David Steinberg, MD,Archives of General
Psychiatry / volume:56 (page: 794),September 1999
FULL
TEXT
- Clinical Outcome After Short-term Psychotherapy for Adolescents
With Major Depressive Disorder Boris Birmaher, MD; David A. Brent, MD; David
Kolko, PhD; Marianne Baugher, MA; Jeffrey Bridge, BS; Diane Holder, MSW;
Satish Iyengar, PhD; Rosa Elena Ulloa, MD ,c
FULL
TEXT
-
Machen Depressive sich stressige "life events" oder passieren sie per
Zufall: Harkness KL, Monroe SM, Simons AD, Thase
M. The generation of life events in recurrent and non-recurrent depression.
Psychol Med. 1999;29:135-144.
-
Hammen C. Generation of stress in the course of
unipolar depression. J Abnorm Psychol. 1991;100:555-561.
-
Cui XJ, Vaillant GE. Does depression generate negative life
events? J Nerv Ment Dis. 1997;185:145-150.
zurück zum Seitenanfang
Medikamentöse und psychotherapeutische
Behandlungen schließen sich aber weder bei schweren noch bei leichteren
Depressionen aus. Sie ergänzen sich.

Antidepressiva medikamentöse
Behandlung der Depression (Link zur speziellen Seite der Homepage mit
ausführlicher tabellarischer Darstellung )weitere Informationen auch auf der
Seite Medikamente gegen Angst
medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten:
Zur Standardtherapie bei depressiv Kranken gehören zum
einen biologisch-psychopharmakologische Methoden, zum anderen
psychotherapeutische sowie psychosozial- sozialtherapeutische Ansätze. Bei den
biologischen Behandlungsansätzen spielen die Antidepressiva die größte Rolle.
Ziele der Therapie mit Antidepressiva sind Abbau von Angst, Besserung der
Stimmungslage, Beruhigung einer inneren Getriebenheit und Unruhe,
Wiedererlangung von Antrieb und Abbau von psychomotorischer Hemmung, Besserung
der körperlichen Beschwerden, Besserung der Schlafstörungen, der Appetit-
und Leibgefühlsstörungen, Besserung von Libido und Sexualität. Dabei stehen
heute unterschiedliche antidepressive Substanzen zu Verfügung.
Jedes depressive Syndrom kann
mit Antidepressiva behandelt werden.
Je schwerer das depressive
Syndrom, desto eher muss an erster Stelle eine Pharmakotherapie erfolgen.

Zu Therapiebeginn sind häufige, mindestens zweimal
wöchentliche Kontakte erforderlich.
Die Dosierung erfolgt im Regelfall, einschleichend
und bei den spedierenden Antidepressiva beginnend mit abendlichen niedrigen
Dosen, die je nach Verträglichkeit möglichst rasch (innerhalb einer Woche) auf
den üblichen therapeutischen Bereich gesteigert werden
Vor und während der Therapie sind verschiedene klinische,
technische und Laboruntersuchungen zum Ausschluss von Kontraindikationen
und zur Aufdeckung von unerwünschten Wirkungen erforderlich.
Die
Wiedererkrankungswahrscheinlichkeit lässt sich unter adäquater Therapie
erheblich reduzieren, jedoch erfährt nur ein geringer
Prozentsatz von Patienten eine solche Behandlung. Nach Abklingen der Beschwerden
und wiedererreichter Belastbarkeit wird die medikamentöse Therapie über 6 Monate
bis anderthalb Jahre (mit gleicher oder nur wenig niedrigerer Dosierung als in
der postakuten Behandlungsphase) durchgeführt, um ein Frührezidiv zu verhindern.
Hier werden die häufigsten Fehler gemacht, die dann zu durchaus vermeidbaren
kostspieligen und unnötig leidbringenden Rückfällen führen. Rezidivprophylaxe
ist indiziert bei Patienten mit 2 Rezidiven depressiver Episoden innerhalb von 3
bis 4 Jahren und erfolgt in der Regel mit dem Antidepressivum, das bei der
akuten Erkrankung geholfen hat. Schon viel durch Fernsehen und Presse gegangen
ist dass am Max-Planck-Institut für Psychiatrie neue Antidepressiva, die am
Kortisonstoffwechsel eingreifen entwickelt werden. Sie sollen wesentlich
schneller wirken. Unzweifelhaft ist: Es besteht ein Zusammenhang zwischen Stress
und Depression. Bestimmte Botenstoffe im Nervensystem bringen bei einer
Depression die Produktion von Stresshormonen auf Hochtouren. Dies soll mit den
neuen Mitteln gezielt verhindert werden. Wirksamkeit und Verträglichkeit muss
aber zunächst an einer ausreichenden Zahl von Patienten überprüft werden. Es ist
also noch Zukunftsmusik. Bisher wird noch an Mäusen (erfolgreich)
experimentiert.
Rat: Wenn
dann das neue Medikament auf den Markt kommt, sollten Sie sich nicht bemühen der
oder die erste "Versuchsperson" zu sein. In der zweiten Reihe lebt es sich bei
Neueinführungen von Medikamenten sicherer und besser. Nebenwirkungen sind oft
anders als theoretisch oder vom Tierversuch her erwartet. Bedenken Sie:
Nebenwirkungen von Arzneimittel sind nicht einfach zu erfassen,
vor allem wenn sie selten
auftreten und die durch das Arzneimittel hervorgerufenen Beschwerden auch
ohne Arzneimittel häufig vorkommen. Wenn z.B. die Nebenwirkung in einem von 100
behandelten Patienten auftritt, und die gleichen Beschwerden ebenfalls in einem
von 1000 Unbehandelten vorliegt, dann müssen mehr als 20 000 Patienten mit dem
Medikament behandelt werden, um die Beschwerden als Nebenwirkung dokumentieren
zu können. Bevor ein Medikament auf den Markt kommt, werden in klinischen
Studien kaum je so viele Patienten behandelt, so dass gravierende Nebenwirkungen
oft erst nach der Markteinführung erkannt werden. Es hat hier auch in der
Vergangenheit schon Überraschungen gegeben.
zurück zum Seitenanfang
Bei länger anhaltenden, schweren Depressionen bedarf es eindeutig
einer Behandlung mit Antidepressiva, gelegentlich am Anfang zusätzlich mit
Tranquilizern oder anderen spedierenden Medikamenten, bis die
Antidepressiva greifen. In schweren Krisen
kann eine stationäre Behandlung unerlässlich sein. Zu Anfang sind depressive
Symptome die »salonfähigsten« unter den psychischen Erkrankungen. Wenn sie
jedoch anhaltend fortbestehen, wenn Klagen und Jammern und große Unruhe
hinzutritt, wenn einem Kranken und einer Kranken ständig versichert werden muss,
dass sie noch gemocht werden, dass sie den anderen noch etwas bedeuten, dass sie
noch vernünftig denken und dass die depressive Episode ein Ende hat, kann der
Umgang und die Behandlung mühsam bis qualvoll werden. Für Behandelnde wie
Angehörige ist es entscheidend, die Geduld nicht zu verlieren und sich in der
Bemühung um den Kranken auf eine längere Phase dieses Zustandes einzustellen. Im
Zweifelsfalle ist es nötig, sich immer wieder abzugrenzen, um die Schwere der
Depression mit dem Betroffenen durchzustehen.
Ein vollständiger Schlafentzug in einer Nacht
führt bei ca. 60% depressiver Patienten zu einer deutlichen Besserung der
Stimmung am darauf folgenden Tag 1. Die Mehrzahl der Patienten erleidet jedoch
einen Rückfall nach der nächsten geschlafenen Nacht, weswegen die klinische
Brauchbarkeit der Schlafentzugs-Behandlung deutlich eingeschränkt ist. Zur
Aufrechterhaltung des Effektes eignet sich ein serieller Schlafentzug, auch eine
Lichttherapie scheint das Risiko eines Rückfalls nach erfolgreichem Schlafentzug
zu mindern 2. Basierend auf der Hypothese, dass Schlaf bei depressiven Patienten
eine depressionsintensivierende Wirkung, insbesondere in der 2. Nachthälfte bis
zum frühen Nachmittag hat, wurde postuliert, dass eine Vorverlagerung des
Schlafes auf unkritische Zeiten vom späten Nachmittag bis in die erste
Nachthälfte zu einer Stabilisierung des Schlafentzugseffektes bei Depression
führt. Eine Metaanalyse bisheriger Studien ergab, dass durch
Schlafphasen-Vorverlagerung nach positivem Ansprechen auf Schlafentzug bei 60
bis 70% der Patienten ein Rückfall nach der nächsten Nacht und auch an den
darauf folgenden Tagen vermieden werden kann. Schlafentzugstherapien eignen sich
besonders am Beginn einer medikamentösen Behandlung depressiver Patienten, um
eine rasche Stimmungsbesserung zu erzielen und die Wirklatenz der Antidepressiva
zu überbrücken. Wu JC, Bunney WE (1990). Am J Psychiatry 147:14-21 und
Neumeister et al. (1996) Biol Psychiatry 39: 16-21

 |
Je nach Schwere einer Depression werden in der Regel Medikamente und
Psychotherapie kombiniert. Auch dann, bedarf es in manchen Fällen
mehrerer Versuche bis eine Depression auf Behandlung anspricht. Das
fehlende Ansprechen auf die Behandlung wird als Therapieresistenz
bezeichnet. Als Augmentation bezeichnet man die Hinzugabe
anderer Substanzen zum unzureichend wirkenden Antidepressivum um dessen
Wirksamkeit zu verbessern. Verschiedene Medikamente werden
eingesetzt um die Wirkung der Antidepressiva bei therapieresisten
Depressionen zu erhöhen. In der Regel wird dann ein Antidepressivum, auf
das eine leichte aber nicht ausreichend Besserung eintrat beibehalten.
Am besten gesichert ist die Hinzugabe von Lithiumpräparaten, daneben
wird auch in Kombination von 2 Antidepessiva, Versuchsweise werden
atypische antidepressiv wirkende Substanzen wie Bupropion, Trazodon,
Buspiron, MAO-Hemmer oder Atypische Antipsychotika wie Aripiprazol,
Olanzapin, Olanzapin Quetiapin oder Risperidon dazugegeben. Auch
Antiepileptika wie Lamotrigin oder Schilddrüsenhormone werden additiv
eingesetzt. Durch die Augmentation gibt es allerdings immer mehr
Probleme mit Wechselwirkungen, und mit der
Adhärenz der
Patienten |
|
Therapie resistente
Depression: Wann besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass
eine Depression nicht auf Behandlung anspricht |
| Substanzabhängigkeit |
Bei vorhandenem Alkoholismus
bessert sich die begleitende Depression oft mit der Abstinenz,
dies gilt auch bei anderen Substanzabhängigkeiten.
Substanzabhängigkeit führen oft auch zu unzureichender Mitarbeit
bei der Behandlung |
| schwere körperliche
Begleiterkrankungen |
Fehlende Unterstützung bei der
Verarbeitung der körperlichen Erkrankung, oft schwierige
Akzeptanz, dass zusätzlich eine psychische Störung vorliegt.
Körperliche Erkrankung führt nicht selten zu ähnlichen
Symptomen, wie die einer Depression. Die pharmakologische
Behandlung ist durch Wechselwirkungen der verschiedenen
Medikamente erschwert. |
| psychiatrische Komorbidität |
andere schwere psychische
Störungen können die Behandlung erschweren. Dies gilt neben den
Substanzabhängigkeiten auch für schwere
Persönlichkeitsstörungen. Nicht ganz selten kann auch eine
Fehldiagnose einer Depression für den Misserfolg verantwortlich
sein. |
| Familienvorgeschichte mit
schlechtem Ansprechen auf die Behandlung |
Genetische Faktoren spielen eine
Rolle beim Ansprechen auf eine psychopharmakologische
Behandlung, Beispiel: Genetische Polymorphismen bei den
Serotonin Transporter Proteinen. Veränderter Abbau der
Medikamente durch anlagebedingte schnelle oder langsame
Verstoffwechselung der Medikamente. |
| Unterdosierung der
Antidepressiva |
Primär unzureichende Dosis
verordnet, nicht erhöht bei fehlendem Ansprechen, unzuverlässige
Einnahme oder gar fehlende Einnahme ohne Wissen des Behandlers,
unzureichende Behandlungsdauer mit Absetzen vor eine Wirkung
eintreten kann oder bereits direkt nach eingetretener Besserung.
Kein Wechsel des Präparates bei fehlendem Ansprechen. Mangelnde
ärztliche Überwachung zu Beginn der Behandlung. Patienten mit
schlechter Bildung, niedrigem Einkommen und Patienten aus
Minderheiten brechen überzufällig häufig die Behandlung
vorzeitig ab. Oft wurden sie nicht ausreichend über die Latenz
bis zum Wirkungseintritt aufgeklärt. |
| Fehler in der
psychotherapeutischen Behandlung |
Bequemlichkeit von Therapeut und
Patient, fehlende Manualtreue, übersehen wichtiger
aufrechterhaltender Faktoren, für den Patienten nicht geeignetes
Psychotherapieverfahren, fehlende Berücksichtigung des
Krankheitsgewinns |
| Fehldiagnose |
Eine nicht diagnostizierte oder
behandelte körperliche Erkrankung oder eine andere psychische
Störung liegen vor und wurden nicht berücksichtigt. |
| Minderbegabung |
Schlecht ausgebildete
Bewältigungsmechanismen (Coping), Überforderung in der
Psychotherapie |
| laufendes Rentenverfahren und
andere Entschädigungsverfahren |
Der
Krankheitsgewinn steht einer Besserung entgegen,
fehlende
Adhärenz bei der Behandlung |
|
Manisch-depressive oder sog. bipolare Erkrankungen
-
eine
wichtige
Differenzialdiagnose
zur reinen
Depression

Bipolare Störungen treten üblicherweise meist im späten Jugendalter auf. Sie
können aber schon bei Kindern beginnen oder auch später im Erwachsenenalter
auftreten. Die Symptome können besonders am Anfang sehr unterschiedlich sein, so
dass es am Anfang oft schwer ist die Diagnose zu stellen und andere Diagnosen
häufig sind. Eine körperliche Untersuchung und eine ausführliche psychiatrische
Untersuchung sind immer erforderlich um eine sichere Diagnose zu stellen.
Menschen mit bipolaren Störungen verleugnen oft krank zu sein oder an einer
psychischen Störung zu leiden. Freunde und Angehörige, denen eine massive
Veränderung auffällt sind daher oft hilfreich eine hilfreiche Diagnostik
einzuleiten. Weil bipolare Störungen in der Regel chronische Erkrankungen
sind, ist es notwendig, um Rückfälle in manische oder depressive Episoden zu
verhindern, dass vorbeugend medikamentös behandelt wird. Hierdurch wird die
Lebensqualität der Betroffenen und deren Wohlbefinden erheblich verbessert.
Verschiedene Arten von Medikamenten werden hierfür eingesetzt. Diese Medikamente
haben unterschiedliche Nebenwirkungen, oft müssen verschiedene Medikamente bei
einem Betroffenen versucht werden, bis eine gute Lösung gefunden ist.
Psychotherapie kann hilfreich sein, insbesondere dem Betroffenen helfen die
Krankheit zu akzeptieren und bei der Behandlung mitzuarbeiten. Eine alleinige
Psychotherapie kann das Leiden nicht heilen. Es gibt eine genetische Veranlagung
zu bipolaren Störungen. Diese Veranlagung ist Menschen mit bipolaren Störungen
und Menschen die an einer Schizophrenie leiden gemeinsam, obwohl die
Krankheitserscheinungen sehr unterschiedlich sind. Kennzeichen einer Manie sind
oft eine extrem gehobene Stimmung, Reizbarkeit, Wut, schnelles Reden,
Ideenfluscht, der Betroffene kommt vom hundersten ins tausendste, wechselt
ständig das Gesprächsthema, neigt zu sehr riskantem Verhalten wie häufig
wechselnden Sexualpartnern, Glückspiel, Drogenmissbrauch etc., braucht wenig
Schlaf und wird allgemein unkritisch. Wenn dies nur in geringem Ausmaß vorhanden
ist, spricht man von einer Hypomanie. Im scheinbaren Kontrast dazu treten
Episoden auf in denen die Betroffenen schwer depressiv sind. Sie
interessieren sich für gar nichts mehr, weinen viel, haben Angst, sind reizbar,
empfinden eine Hoffnungslosigkeit, Schuldgefühle ohne ausreichenden Grund, haben
keinen Hunger mehr und verlieren an Gewicht, neigen zu Drogenmissbrauch und
Selbstmordgedanken. Wenn Ihnen als Angehörige solche Veränderungen ihrer
Angehörigen oder Freunde auffallen, sollten Sie zu einer psychiatrischen
Untersuchung und Behandlung raten.
Hippokrates
(460-377 vor Christus) beschrieb Manien und Depressionen getrennt. Schon in 2.
Jahrhundert beschrieb Aretaeus, ein Arzt aus Capadokien in Asien als erster,
dass beide Krankheiten zusammengehören. Dies geriet lange in
Vergessenheit. Kraepelin (1856-1926) beschrieb hunderte von
Patienten mit diesem Krankheitsbild des "manisch-depressiven Irreseins" in seinem Lehrbuch (1896) und fügte sie so
wieder zu einem Krankheitsbild, wie wir es heute kennen, zusammen.
Vincent van Gogh, Wolfgang Amadeus Mozart und Sylvia Plath
sollen unter dieser Störung gelitten haben.
Gemeint sind Erkrankungen bei denen depressive und manische Phasen im Wechsel
oder manchmal sogar gleichzeitig vorkommen. Ein Leben also buchstäblich zwischen
zwei gegensätzlichen Polen, befremdlich oft für die Betroffenen wie für
Angehörige. Menschen
mit dieser
Störung
sind oft
wie
ausgewechselt
oder durch
die
wechselnden
Stimmungen
und
Antriebslagen
für
Angehörige
und
Freunde
schwer
einschätzbar.
Mal sind
sie
überengagiert
und
mischen
überall
mit,
begeistern
andere und
reißen
alles an
sich, mal
nur
chaotisch
unruhig
und
verworren
oder sehr
gereizt,
dann
wieder
ganz
zurückgezogen
und
depressiv
antriebsarm.
Das
Zusammenleben
kann durch
Promiskuität
in
manischen
Episoden,
Reizbarkeit
und
Unberechenbarkeit
schwierig
werden. In
Krankheitsepisoden
setzen sie
häufig den
Alkohol
als
Beruhigungsmittel
ein.
Manisch
übersteigerte
Vorstellungen
können zu
vorschnellem
Geldausgeben
führen,
manchmal
aber auch
zu
Geschäftstüchtigkeit
oder gar
Kreativität
in der
manischen
Episode.
Die
manischen
Episoden
können von
den
Betroffenen
als
angenehm
erlebt
werden,
sind aber
meist
kürzer und
seltener
als die
darauf
folgenden
oft
schweren
abrupt
auftretenden
Depressionen,
in diesen
besteht
ein
erhöhtes
Suizidrisiko.
Mit einer
Prävalenz knapp
unter 4% und
jährlichen
Kosten die
höher liegen
als für
Diabetes oder
unipolare
Depressionen
sind bipolare
Störungen auch
ein wichtiger
Kostenfaktor im
Gesundheitswesen,
sie stehen an
6. Stelle der
Auslöser
chronischer
Behinderungen.
(Bull World
Health Organ
1994;72:495-509,
N Engl J Med
2005;
352:2515-23.).
Bipolare
Störungen
werden im
Verlauf
meist erst
nach 10
Jahren
diagnostiziert. Ihre Prävalenzrate wird mit 1-5% der Bevölkerung angegeben.
Bipolare
Störungen
sind
schwere
Erkrankungen
bei denen
es häufig
zu
Rückfällen
kommt.
Eine
Führzeitige
Diagnose
kann
Spätschäden
durch
Einbußen
der
kognitiven
Fähigkeiten,
verhindern
oder
vermindern.
Die
Phasenprophylaxe
mit einem
Stimmungsstabilisierer
kann
depressiven
Episoden
wie auch
Manien
vorbeugen,
das Risiko
des
sozialen
Abstiegs,
finanzieller
Schäden,
Ehescheidungen,
Suizid und
Sucht
kann
vermindert
werden.
Wenn nach
Depressionen
kurzzeitige
oder
länger
Stimmungshochs
auffallen,
bei
Depressionen
starke
Unruhe
auffällt,
Patienten
zeitweise
besonders
wenig
Schlaf
brauchen,
besonders
kreative
Zeiten
haben oder
eine
familiäre
Belastung
für
manisch
depressive
Erkrankungen
vorliegt
muss daran
gedacht
werden.
Ein "Hyperthymes
Temperament",
Fressattacken
in der
Depression
und ein
frühes
Erkrankungsalter
kann
ebenfalls
hinweisend
sein, dass
mehr
hinter der
Depression
steckt.
Oft fällt
die Manie
mit ihrer
Gereiztheit,
Unruhe,
Schlafstörungen,
übertrieben
langem
Arbeiten
etc. eher
der
Familie
als dem
Betroffenen
auf.
Werden bipolare Störungen zu selten oder zu häufig diagnostiziert?
In einer neuen Studie wurden 700 ambulante psychiatrische Patienten mit einem
Strukturierten Klinischen Interview für DSM-IV (SCID) untersucht und befragt bei
ihnen früher die Diagnose einer bipolaren Störung gestellt worden sei. Bei
weniger als der Hälfte der Patienten bestätigte sich die Diagnose. Die Autoren
sehen einen Zusammenhang zu intensiven Werbekampangen der Pharmaindustrie und
von der Industrie gesponserten Fortbildungen. Es gibt offensichtlich inzwischen
ein mindestens so großes Problem mit der Überdiagnose von bipolaren Störungen
als mit der Unterdiagnose dieser Krankheitseinheit. Bedeutsam ist dies
besonders, da die Medikamente in der Behandlung bipolarer Störungen allgemein
deutlich mehr Nebenwirkungen haben, als die Medikamente in der Behandlung rein
depressiver Störungen. Insbesondere die atypischen Neuroleptika/Antipsychotika
sind auch ein sehr lukrativer Markt. Mark Zimmerman et al., Is Bipolar
Disorder Overdiagnosed?
J Clin Psychiatry May 6, 2008: e1-e6; pii: ej07m03888, Healy D (2006) The
Latest Mania: Selling Bipolar Disorder. PLoS Med 3(4): e185
doi:10.1371/journal.pmed.0030185
Hinweise auf eine bipolare Störung - (keiner dieser
Hinweise ist für sich alleine beweisend, es handelt sich um Hinweise aus dem
Verlauf)
-
Familienanamnese mit bipolaren Störungen bei Verwandten ersten
Grades,
-
Anamnese mit Antidepressiva- induzierter Manie oder Hypomanie
-
Hyperthyme Persönlichkeit vor der Depression
-
Tageszeitliche Schwankungen der Stimmung sind bei späteren
bipolaren Störungen häufiger
-
Früher Erkrankungsbeginn
-
Häufige Krankheitsepisoden
-
Kurze Krankheitsepisoden
-
Atypische Symptome der Depression (Hypersomnie(Schläfrigkeit) ,, Hyperphagie
(übermäßiger Hunger während der depressiven Episoden, Fatigue
(ausgeprägte Müdigkeit während der depressiven Episoden), sehr hohe Sensitivität für Zurückweisung, Kränkungsempfindlichkeit
-
Beginn post partum
-
Psychotische Symptome
-
Saisonales Muster
-
Schweres prämenstruelles Syndrom
-
Mangelndes Ansprechen auf antidepressive Behandlung
-
Abrupter Beginn und abruptes Ende der Krankheitsepisoden, mit
größerer Anzahl von kurzen depressiven Episoden ab Krankheitsbeginn
Definition nach dem ICD 10 der WHO 1994 Version 1.2
ICD-10 Homepage
|
F30 |
|
Manische Episode
|
| |
|
Alle Untergruppen
dieser Kategorie dürfen nur für eine einzelne Episode verwendet werden.
Hypomanische oder manische Episoden bei Betroffenen, die früher eine oder
mehrere affektive (depressive, hypomanische, manische oder gemischte)
Episoden hatten, sind unter bipolarer affektiver Störung (F31.-) zu
klassifizieren. |
| |
|
Inkl.:
|
Bipolare Störung, einzelne
manische Episode
|
| F30.0
|
|
Hypomanie |
| |
|
Eine Störung,
charakterisiert durch eine anhaltende, leicht gehobene Stimmung,
gesteigerten Antrieb und Aktivität und in der Regel auch ein auffallendes
Gefühl von Wohlbefinden und körperlicher und seelischer Leistungsfähigkeit.
Gesteigerte Geselligkeit, Gesprächigkeit, übermäßige Vertraulichkeit,
gesteigerte Libido und vermindertes Schlafbedürfnis sind häufig vorhanden,
aber nicht in dem Ausmaß, dass sie zu einem Abbruch der Berufstätigkeit oder
zu sozialer Ablehnung führen. Reizbarkeit, Selbstüberschätzung und
flegelhaftes Verhalten können an die Stelle der häufigen euphorischen
Geselligkeit treten. Die Störungen der Stimmung und des Verhaltens werden
nicht von Halluzinationen oder Wahn begleitet. |
| F30.1
|
|
Manie ohne psychotische
Symptome |
| |
|
Die Stimmung ist
situationsinadäquat gehoben und kann zwischen sorgloser Heiterkeit und fast
unkontrollierbarer Erregung schwanken. Die gehobene Stimmung ist mit
vermehrtem Antrieb verbunden, dies führt zu Überaktivität, Rededrang und
vermindertem Schlafbedürfnis. Die Aufmerksamkeit kann nicht mehr
aufrechterhalten werden, es kommt oft zu starker Ablenkbarkeit. Die
Selbsteinschätzung ist mit Größenideen oder übertriebenem Optimismus häufig
weit überhöht. Der Verlust normaler sozialer Hemmungen kann zu einem
leichtsinnigen, rücksichtslosen oder in Bezug auf die Umstände unpassenden
und persönlichkeitsfremdem Verhalten führen. |
| F30.2
|
|
Manie mit psychotischen
Symptomen |
| |
|
Zusätzlich zu dem
unter F30.1 beschriebenen klinischen Bild treten Wahn (zumeist Größenwahn)
oder Halluzinationen (zumeist Stimmen, die unmittelbar zum Betroffenen
sprechen) auf. Die Erregung, die ausgeprägte körperliche Aktivität und die
Ideenflucht können so extrem sein, dass der Betroffene für eine normale
Kommunikation unzugänglich wird. |
| |
|
Manie mit parathymen psychotischen
Symptomen
Manie mit synthymen psychotischen Symptomen
Manischer Stupor
|
| F30.8
|
|
Sonstige manische Episoden
|
| F30.9
|
|
Manische Episode, nicht
näher bezeichnet |
| |
|
Manie o.n.A.
|
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
F31 |
|
Bipolare affektive Störung
|
| |
|
Hierbei handelt es
sich um eine Störung, die durch wenigstens zwei Episoden charakterisiert
ist, in denen Stimmung und Aktivitätsniveau des Betroffenen deutlich gestört
sind. Diese Störung besteht einmal in gehobener Stimmung, vermehrtem Antrieb
und Aktivität (Hypomanie oder Manie), dann wieder in einer Stimmungssenkung
und vermindertem Antrieb und Aktivität (Depression). Wiederholte
hypomanische oder manische Episoden sind ebenfalls als bipolar zu
klassifizieren. |
| |
|
Inkl.:
|
Manisch-depressiv:
· Krankheit
· Psychose
· Reaktion
|
| |
|
Exkl.:
|
Bipolare affektive Störung,
einzelne manische Episode ( F30.- )
Zyklothymia ( F34.0 )
|
| F31.0
|
|
Bipolare affektive
Störung, gegenwärtig hypomanische Episode |
| |
|
Der betroffene
Patient ist gegenwärtig hypomanisch (siehe F30.0) und hatte wenigstens eine
weitere affektive Episode (hypomanisch, manisch, depressiv oder gemischt) in
der Anamnese. |
| F31.1
|
|
Bipolare affektive
Störung, gegenwärtig manische Episode ohne psychotische Symptome
|
| |
|
Der betroffene
Patient ist gegenwärtig manisch, ohne psychotische Symptome (siehe F30.1)
und hatte wenigstens eine weitere affektive Episode (hypomanisch, manisch,
depressiv oder gemischt) in der Anamnese. |
| F31.2
|
|
Bipolare affektive
Störung, gegenwärtig manische Episode mit psychotischen Symptomen
|
| |
|
Der betroffene
Patient ist gegenwärtig manisch, mit psychotischen Symptomen (F30.2) und
hatte wenigstens eine weitere affektive Episode (hypomanisch, manisch,
depressiv oder gemischt) in der Anamnese. |
| F31.3
|
|
Bipolare affektive
Störung, gegenwärtig leichte oder mittelgradige depressive Episode
|
| |
|
Der betroffene
Patient ist gegenwärtig depressiv, wie bei einer leichten oder
mittelgradigen depressiven Episode (siehe F32.0 oder F32.1) und hatte
wenigstens eine eindeutig diagnostizierte hypomanische, manische oder
gemischte Episode in der Anamnese. |
| F31.4
|
|
Bipolare affektive
Störung, gegenwärtig schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome
|
| |
|
Der betroffene
Patient ist gegenwärtig depressiv, wie bei einer schweren depressiven
Episode ohne psychotische Symptome (siehe F32.2) und hatte wenigstens eine
eindeutig diagnostizierte hypomanische, manische oder gemischte Episode in
der Anamnese. |
| F31.5
|
|
Bipolare affektive
Psychose, gegenwärtig schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen
|
| |
|
Der betroffene
Patient ist gegenwärtig depressiv, wie bei einer schweren depressiven
Episode mit psychotischen Symptomen (siehe F32.3) und hatte wenigstens eine
eindeutig diagnostizierte hypomanische, manische oder gemischte Episode in
der Anamnese. |
| F31.6
|
|
Bipolare affektive
Psychose, gegenwärtig gemischte Episode |
| |
|
Der betroffene
Patient hatte wenigstens eine eindeutig diagnostizierte hypomanische,
manische, depressive oder gemischte affektive Episode in der Anamnese und
zeigt gegenwärtig entweder eine Kombination oder einen raschen Wechsel von
manischen und depressiven Symptomen. |
| |
|
Exkl.:
|
Einzelne gemischte affektive
Episode ( F38.0 )
|
| F31.7
|
|
Bipolare affektive
Psychose, gegenwärtig remittiert |
| |
|
Der betroffene
Patient hatte wenigstens eine eindeutig diagnostizierte hypomanische,
manische oder gemischte affektive Episode und wenigstens eine weitere
affektive Episode (hypomanisch, manisch, depressiv oder gemischt) in der
Anamnese; in den letzten Monaten und gegenwärtig besteht keine deutliche
Störung der Stimmung. Auch Remissionen während einer prophylaktischen
Behandlung sollen hier kodiert werden. |
| F31.8
|
|
Sonstige bipolare
affektive Störungen |
| |
|
Bipolare II Störung
Rezidivierende manische Episoden o.n.A.
|
| F31.9
|
|
Bipolare affektive
Störung, nicht näher bezeichnet |
|
Einteilung
des
bipolaren
Spektrums
psychischer
Störungen
|
|
Bipolar
Typ
I
(klassische
manisch-depressive
Krankheit) |
•
Mindestens
eine
manische
Episode
•
Eine
depressive
Episode
kann
aufgetreten
sein
oder
nicht |
|
Bipolar
Typ
II |
Mindestens
eine
hypomanische
Episode,
zusätzlich
zur
depressiven
Episode |
|
Bipolar
Typ
III
|
durch
Antidepressiva
induzierte
Hypomanie
|
|
Bipolar
Typ
IV |
wiederkehrende
Depression
ohne
Hypomanie,
aber
mit
bipolar
Erkrankten
in
der
Blutsverwandtschaft
|
|
Rapid
Cycling |
Mindestens
vier
Phasen/Jahr:
•
Ultra
Rapid
Cycling:
andauernder
Phasenwechsel
innerhalb
von
Tagen
•
Ultra-ultra
Rapid
Cycling:
Wechsel
innerhalb
von
Stunden |
|
Zyklothymie |
• Im
Langzeitverlauf
depressive
und
hypomanische
Symptome
•
Kriterien
für
depressive
Episode
(oder
„Major
Depression“
nach
DSM-IV-TR),
Hypomanie
oder
Manie
sind
nicht
erfüllt |
|
Hyperthymes
Temperament |
Extrovertierte,
expansive
Persönlichkeit |
|
Nach
DSM
IV
TR
und
ICD
10 |
Manisch-depressive Erkrankungen kommen bei 3-6.5% der
Bevölkerung vor, sie beginnen meist zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr. Die
Züricher Kohortenstudie fand eine Praevalenzrate von 5.5% bis zum Alter
von 35 Jahren für die DSM-IV Diagnose Hypomanie/Manie und weitere 2.8% für
kurzdauernde Hypomanien (wiederkehrend mit einer Dauer von 1-3 Tagen).
In der
Chicago
follow up
Studie
entwickelten
fast 60%
der wegen
einer
Depression
stationär
aufgenommenen
Patienten
im Verlauf
von 15
Jahren
eine
Bipolare
Erkrankung.
Berücksichtigen
muss man
dabei
allerdings,
dass es
sich hier
einerseits
um
stationäre,
das
bedeutet
im
Durchschnitt
schwerer
erkrankte
Patienten
handelte,
dass in
den USA
die
Diagnose
einer
Bipolaren
Störung
möglicherweise
etwas
großzügiger
gestellt
wird als
bei uns
und dass
dieser
sehr hohe
Prozentsatz
bisher in
anderen
Studien so
nicht
bestätigt
wurde.
Dennoch
ist davon
auszugehen,
dass ein
nicht
kleiner
Prozentsatz
der
Menschen,
die einmal
an einer
Depression
erkrankt
sind
später
eine
eindeutige
Bipolare
Störung
entwickelt. Bipolare
Erkrankungen sind in hohem Maße chronische Erkrankungen mit hoher Komorbidität
und führen zu massiver Behinderung. Bipolare Störungen bedingen eine erhöhte
Suizidgefährdung, die Instabilität begünstigt auch Scheidungen und häufige
Wechsel des Arbeitsplatzes. Die Komorbidität an sich spielt beim Suizidrisiko
eine große Rolle, wie dies sonst auch für Depressionen gilt.
Bronisch T, Wittchen HU. Oft gehen sie mit
Suchterkrankungen und Angststörungen
einher, und haben eine hohe Mortalität. Es handelt sich um eine rezidivierend
auftretende endogene Psychose, bei der die Krankheitsepisoden mit zunehmender
Krankheitsdauer immer länger werden und die Zyklen kürzer. Zunehmend werden
praktisch wie auch in der Literatur Mischzustände und "leichte Formen" der
Erkrankung diagnostiziert. Die Abgrenzung zur Borderline-Störung ist dabei nach
der DSM IV Definition oft schwierig. Zyklothymia wird als Zwischenstufe zwischen
den schwereren bipolaren Verläufen und
den Temperaments- bzw. Persönlichkeitsauffälligkeiten gesehen. Zwillings-,
Adoptions- und Familienstudien belegen, dass genetische Faktoren in der
Entstehung eine wesentliche Rolle spielen. Das Serotonin-Transporter-Gen und die
Catechol-O-Methyl-Transferase spielen möglicherweise bei der Entstehung eine
Rolle. Soziale Deprivation trägt vermutlich aber ebenfalls zu der erhöhten
Stressvulnerabilität bei dieser Erkrankung bei. Die psychosoziale Leistungsfähigkeit und die Lebensqualität ist stark
eingeschränkt. Um kurative und rezidivprophylaktische Therapien ausschöpfen zu
können, muss die Diagnose möglichst früh gestellt werden. Mehr als 50 Prozent
der Patienten bleiben länger als fünf Jahre nach Auftreten der ersten Symptome
unbehandelt (36 Prozent sogar länger als zehn Jahre). Bei 73 Prozent der
Patienten wird initial eine andere psychiatrische Diagnose gestellt. Im
Durchschnitt vergehen acht Jahre zwischen dem Auftreten der ersten Symptome und
der Diagnose. Den Patienten geht dadurch wertvolle Zeit bis zum Beginn einer
störungsspezifischen Therapie und Rezidivprophylaxe verloren. Dies ist besonders
deshalb so bedauerlich, weil die Rezidivprophylaxe bei vielen Patienten sehr gut
wirksam ist und häufig zu einer völligen Normalisierung des Lebens führt.
Die Unterscheidung zwischen Hypomanie und
Manie: Bei der Hypomanie ist die Stimmungslage für den
Außenstehenden eher an- steckend, erheiternd und amüsant, sie wird häufig als
nicht krankhaft beurteilt. Hypomanie muss nicht zu einer Behinderung führen und
muss nicht immer behandelt werden. Sie sollte aber immer psychiatrisch
beobachtet werden. Das Risiko einer Depression ist bei einer Hypomanie geringer.
Die Diagnose wird bei einer Hypomanie häufig nicht gestellt. Hypomanie
wird von
den
Betroffenen
selbst
ebenfalls
nicht als
krankhaft
beurteilt,
weshalb
sie beim
Arztbesuch
über die
Symptome
nicht
berichten,
bei kurzen
Anamnesen
unter
Zeitdruck
auch nicht
nach den
Symptomen
gefragt
werden. Das DSM IV verlangt für die Diagnose einer Hypomanie, dass diese
mindestens 4 Tage anhält, Studien in der Allgemeinbevölkerung berichten eher
über häufige nur 2 Tage dauernde Symptome, eine Hypomanie kann aber auch Monate
andauern.
Eine Verwechslung
der Hypomanie mit (der begleitenden) Suchterkrankungen oder Persönlichkeitsstörungen aber auch
mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndromen
ist häufig. Letzteres besonders, seit diese Störungen populärer geworden sind.
Bei
Kindern
und
Jugendlichen
ist die
Abgrenzung
zu ADHS
oft
schwierig.
Manche
kommen
bereits
mit der
von Eltern
oder
Lehrern
vorgeschlagenen
Diagnose
ADHS in
Behandlung. Bei der Manie ist durch die meist in den Vordergrund
tretende Expansion und Gereiztheit selbst bei Fehlen psychotischer Symptome der
Krankheitscharakter eindeutig. Die Komorbidität von ADHS und bipolaren Störungen
wird bis zu 87% angegeben.
(J Child Adolesc Psychopharmacol 2000; 10: 157-164)
Bei Jugendlichen erschwert die höhere Häufigkeit von gemischten Manien (55%) und
Rapid cycling (87%) die Diagnose. Bei Jugendlichen und bei Kindern kann bei
Manien Reizbarkeit, aggressives Verhalten, Zornausbrüche und allgemein eine
emotionale Labilität vorherrschend sein.
Manien müssen meistens dringlich behandelt
werden.
Die
Feststellung
von Hypomanien
ist
wichtig um
die
eindeutige
Diagnose
einer
bipolaren
Störung
stellen zu
können.
Die
Diagnose
selbst hat
Konsequenzen.
Episodisch
verlaufende
depressive
Störungen
werden
anders
behandelt
als
bipolare
Störungen.
Ein
Phasenprophylaktikum
schützt
bei
bipolare
Störungen
die
meisten
Patienten
vor dem
Rezidiv.
Eine
Behandlung
mit einem
Antidepressivum
alleine
als
Vorbeugung
kann das
Risiko des
Rezidivs
insbesondere
der Manie
erhöhen.
Die
Diagnose
auch
leichter
manischer
Störungen
mit
Hypomanie
ist
deshalb
oft der
erste
Hinweis
auf
bipolare
Störungen
und hat
Behandlungskonsequenzen.
|
Häufigkeit typischer Symptome bei Manien
|
|
Symptom |
Häufigkeit in % |
|
Irritierbarkeit
|
100
|
|
Rededrang
|
|
|
Euphorie
|
|
|
Labilität
|
|
|
Ideenflucht
|
|
|
lnsomnie
|
|
|
Größenideen
|
|
|
Reizbarkeit
|
|
|
Feindseligkeit
|
|
|
Extravaganz
|
|
|
Depression
|
|
|
Tagesschwankungen
|
|
|
Depression nach der Manie
|
|
|
Wahnideen in irgendeiner Form
|
|
|
erhöhter Alkoholkonsum
|
|
|
gesteigerte Libido
|
|
|
akustische Halluzinationen
|
|
|
Promiskuität
|
|
|
Suizidgedanken
|
|
| Winokur et al. Manic depressiv
Illness 1969, Mosby |
Die Behandlung bipolarer Erkrankungen kann im wesentlichen unterteilt werden
in die Behandlung
• Akuter manischer oder gemischter Episoden
• Akuter depressiver Episoden
• Langzeit- oder Rezidivprophylaxe
• Die Behandlung in speziellen Situationen
Die genaue Unterscheidung der einzelnen Zustände kann schwierig sein. Ein
besonderes Problem stellt die Behandlung von Patienten dar, bei denen die Phasen
sehr rasch wechseln- Rapid Cycling oder Rapid switching
genannt. Diese Sonderform tritt besonders bei Betroffenen auf, bei denen der
Beginn der Störung in sehr frühem Alter ist, das Risiko einer Komorbidität
mit Angststörungen, Süchten, Suizidversuchen ist hier besonders groß. Betroffene
haben häufig Verwandte mit der selben Störung, die erbliche Komponente scheint
hier besonders groß zu sein. Eine Rapid-cycling bipolare Erkrankung ist nach dem
DSM-IV so definiert, dass mindestens 4 diskrete Episoden einer Manie oder
Depression innerhalb eines Jahres auftreten. Diese müssen von eindeutigen
Perioden der Remission oder durch einen Wechsel (switches) zu Episoden mit der
gegenseitigen Stimmung unterbrochen sein. Man geht davon aus, dass das
Krankheitsbild nach dieser Definition selten und häufig vorübergehend ist.
Die Literatur zu dieser Form ist widersprüchlich, dies gilt auch für die
Auffassung, dass möglicherweise Antidepressiva
(ohne
entsprechende
zusätzliche
Phasenprophylaxe) zu einem Rapid cycling führen
können. Studien sprechen eher gegen diese Hypothese, stützen aber vor allem die
These ausgeprägter Depressivität in dieser Patientengruppe und eines erhöhten
Suizidrisikos.
Manche
Autoren
ordnen
auch
Monate
bzw. Jahre
lang
anhaltende
Zustände
mit
Reizbarkeit
und
Übererregbarkeit
dem Rapid
cycling zu
und gehen
hier von
einem
lange Zeit
über
dauernden
Zustandsbild
aus.
Als
Mischzustand
nach
DSM-IV
bzw.
gemischte
Episode
nach
ICD-10
bezeichnet
man ein
Zustandsbild
bei dem
gleichzeitig
Symptome
einer
Manie und
Depression
für
mindestens
eine Woche
vorliegen. Eine Studie beobachtete den Verlauf von 1742 Bipolar I und II
Patienten. Zu Beginn des Beobachtungszeitraum trafen für 32% der Patienten die
die DSM-IV Kriterien für Rapid Cycling im vergangen Jahr zu. Bei den 1191
Patienten, die weiter beobachtet werden konnten, hatten die mit vorausgegangenem
rapid cycling (N=356) häufiger erneute Krankheitsepisoden, allerdings die
meisten nicht mehr mindestens 4 wie in den DSM IV Kriterien genannt. Nach 12
Monaten traf die DSM-IV Definition für Rapid-cycling nur noch für 5% (N=58) der
Betroffenen zu.
34% (N=409) hatten keine weiteren Episoden ihrer affektiven Störung, 34% (N=402)
eine weitere Episode ihrer affektiven Störung.
und 27% (N=322) hatten 2 oder 3 eine weitere Episoden ihrer affektiven Störung.
Die Einnahme von Antidepressiva im Beobachtungsjahr vergrößerte das Risiko einer
erneuten Krankheitsepisode. Die Autoren gehen davon aus, dass eine Frühzeitige
Behandlung und das Meiden von Antidepressiva die Prognose verbessert.
Am J Psychiatry 2008; 165:370–377
[Abstract]
Häufige
Fehldiagnosen
bei
Bipolaren
Störungen:
Schizophrenie
(z.B. wenn
die
affektiven
Symptome,
die den
psychotischen
Symptomen
vorausgehen
nicht
bekannt
sind),
Depression
(wenn die
Hypomanie
oder Manie
nicht
erfragt
wird oder
nicht
berichtet
wird),
Persönlichkeitsstörung
oder
ADHS
(wenn
der
Verlauf
der
Symptome
nicht
berichtet
oder nicht
erfragt
wird).
Angststörungen
(wenn bei
der
Anamnese
nach
Schilderung
der
Angstsymptome
nicht
weiter
nachgefragt
wird).
Wenn
zunächst
eine
Depression
auftritt,
können die
oben
genannten
Hinweise
den
Verdacht
auf eine
möglicherweise
sich
entwickelnde
bipolare
Störung
lenken,
die
Diagnose
kann aber
erst
gestellt
werden,
wenn eine
Hypomanie
oder Manie
auftritt. Das DSM-IV sieht Antidepressiva induzierte Manien nicht als Teil der
bipolaren Störungen an, sondern als Folge allgemeiner medizinischer Faktoren.
Akute manische oder gemischte Episoden müssen oft stationär behandelt
werden. Medikamente sind dabei fast immer erforderlich. Keine
psychotherapeutische Methode hat sich bisher in der Behandlung dieser
Akutsituationen als wirksam erwiesen. Patienten mit schwereren Symptomen, die
bisher keine medikamentöse Rezidivprophylaxe haben, werden dabei in den meisten
Fällen mit einem atypischen Neuroleptikum oder Valproinsäure manchmal in
Kombination mit einem Benzodiazepin behandelt. Benzodiazepine sind dabei oft zur
Sedierung und zur Behandlung der Schlafstörungen besser geeignet als
Antipsychotika. Weniger schwer kranke werden meist mit Lithium oder Carbamazepin
behandelt. Antidepressiva müssen dabei meist reduziert oder abgesetzt werden.
Bei vorhandener Langzeitprophylaxe wird, wenn der Blutspiegel dies erlaubt,
unter regelmäßiger Kontrolle das bisherige Medikament soweit erhöht, wie die
Nebenwirkungen es zulassen. Wenn das bisherige Medikament in der
Langzeitprophylaxe schlecht vertragen wurde, muss häufig gewechselt werden. Auch
Kombinationen von Valproinsäure und Lithium sind manchmal sinnvoll. In manchen
Kliniken wird bei schwer kranken Patienten mit deren Einverständnis auch eine
Elektrokrampf
Therapie
durchgeführt. Psychotische Symptome werden immer neuroleptisch behandelt.
Benzodiazepine werden immer dann sofort abgesetzt, wenn sie nicht mehr
erforderlich sind. Valproinsäure, Carbamazepin und Lithium werden meistens nach
Abklingen der akuten Phase zur Langzeitprophylaxe belassen. Da inzwischen auch
für bestimmte atypische Antipsychotika ein vorbeugender Effekt wahrscheinlich
ist, werden auch diese, meist in reduzierter Dosis, häufig längerfristig
belassen.
Möglicherweise
sind
Atypische
Antipsychotika
sogar
wirksamer
als
Lithium in
der
Prophylaxe
von
Manien,
das
Nebenwirkungsprofil
ist
allerdings
nicht
unbedingt
besser,
Lithium
dürfte
auch
besser
wirksam
bleiben in
der
Vorbeugung
der
depressiven
Episoden. Bei akuten depressiven Phasen ist
manchmal eine Kombination von
einem Medikament zur Langzeitprophylaxe
bzw.
Stimmungsstablilisierer (Valproinsäure, Lithium Carbamazepin)
mit einem Antidepressivum indiziert. Eine
alleinige Behandlung mit einem Antidepressivum ist selten sinnvoll, wegen der
Gefahr der Provokation einer manischen Episode. Bei Vorhandensein von
psychotischen Symptomen müssen auch die Depressionen begleitend antipsychotisch
(=neuroleptisch) behandelt werden. Bei akuter Suizidalität ist manchmal auch
hier eine Elektrokrampftherapie sinnvoll. Bei den depressiven Störungen ist oft
begleitend eine Psychotherapie sinnvoll. Antidepressiva
sind für die
Prophylaxe bei
bipolaren
Störungen
generell nicht
geeignet.
Neuere Studien
jedenfalls
sehen keinen
Vorteil in der
Prophylaxe,
wenn dem
Stimmungsstabilisierer
ein
Antidepressivum
dazugegeben
wird. Der
Stellenwert der
Antidepressiva
bei depressiven
Episoden von
Patienten, die
bereits einen Stimmungsstabilisierer
erhalten, ist
weiter
Gegenstand der
Diskussion und
bedarf weiterer
Studien.
In der Langzeitprophylaxe bipolarer
(manisch-
depressiver) Störungen haben sich – neben den Lithiumsalzen – vor allem
die schon länger als Antikonvulsiva auf dem Markt befindlichen Substanzen
Valproat und Carbamazepin durchgesetzt. Die Lithiumbehandlung gilt dabei seit
über 25 Jahren als in ihrer Wirksamkeit in der Prophylaxe wie der akuten
Behandlung manischer Episoden als gesichert. Auch in der Prophylaxe ist es
zunächst das Mittel der Wahl.
Je früher behandelt wird, umso geringer ist
vermutlich das Risiko eines rapid cycling. (Rapid Cycling = Sonderform, mit mehr
als 4 Phasen im Jahr). Da Rapid Cycling die Prognose
erheblich verschlechtert muss nach der 2 Krankheitsepisode über eine
Phasenprophylaxe nachgedacht werden. Viele Autoren sind der Auffassung, dass
man nach einer einzigen manischen Episode noch nicht prophylaktisch behandeln
sollte, da es dann durchschnittlich 4 Jahre dauert, bis spontan wieder eine
Krankheitsphase auftritt. Allerdings ist zu bedenken, dass Rezidive, wenn
sie auftreten, möglicherweise den Verlauf der Erkrankung verschlechtern. Leider sprechen aber nicht alle Patienten
befriedigend auf Lithium an. Viele Patienten vertragen wegen massiver
Gewichtszunahme, Nierenproblemen oder Zittern Lithium schlecht, weshalb nach
Alternativsubstanzen gesucht wurde, machen Antiepileptika und Antipsychotika
scheinen hierfür geeignet. Lithium reguliert nach Tierexperimenten hunderte von
Genen im Gehirn herunter.
Langfristig
scheint Lithium
auf das Gehirn
von an
bipolaren
Störungen
erkrankten
Menschen einen
schützenden
Effekt zu
haben. Das
durch die
Krankheit
erhöhte Risiko
an M. Alzheimer
zu erkranken
normalisiert
sich nach einer
kleinen Studie
unter
Lithiumbehandlung.
Br J Psychiatry
2007 190:
359-360.
[Abstract] Der genaue Wirkmechanismus ist bisher aber nicht
bekannt. Lithium und weniger gesichert auch bestimmte Antiepileptika wirken bei
manisch Erkrankungen möglicherweise über einen Eingriff in den
Arachidonsäurezyklus. Arachidonsäure ist ein bekannter second Messenger, der an
der Synapse Ionenkanäle, die Neurotransmitteraufnahme und andere biologische
Prozesse moduliert. Arachidonsäure spielt ansonsten auch bei den
Hirnschädigungen nach Hirninfarkten und auch bei allgemein entzündlichen
Prozessen eine Rolle. Lithium und Topiramat reduzieren bei Nagetieren das Ausmaß
des geschädigten Hirngebietes nach Schlaganfällen. Eine Hypothese aus diesen
Ergebnissen ist, dass möglicherweise entzündungshemmende Schmerzmittel
einschließlich der COX2- Hemmer eine antimanische Wirkung haben. (Rapoport et
al. Arch. Gen Psychiatry; 59;2002;592 ff). Während die Wirksamkeit von Lithium
in der Phasenprophylaxe unzweifelhaft ist, ist die Wirksamkeit der verschiedenen
Antiepileptika weniger sicher belegt. Es gibt allerdings durchaus Studien, die
eine ähnliche Wirksamkeit vermuten lassen, andere Studien gehen von einer eher
geringeren Wirksamkeit aus. Auch Atypische Antipsychotika können manchmal in der
Prophylaxe manischer Phasen indiziert sein. Untersuchungen gibt es zu Clozapin,
Risperidon, Olanzapin. Eine Lithiumbehandlung hat den großen Vorteil, dass
sie auch die bei diesen Patienten häufig vorhandene Suizidalität erheblich
reduziert, dies auch unabhängig von der phasenprophylaktischen Wirksamkeit.
Nach einer Übersicht gehen Suizidversuche unter Lithium um den Faktor 6-15
zurück, vollendete Suizide um den Faktor 3-17. Andere neuere Studien bestätigten
diese Ergebnisse. Es handelt sich dabei um sehr
eindrückliche Zahlen, die dafür sprechen, wenn keine Kontraindikationen
vorliegen Lithium den Vorzug zu geben. Auch eine sehr langjährige
Lithiumbehandlung darf nur sehr langsam ausgeschlichen werden. Bei abruptem
Absetzen von Lithium können ansonsten Manien in relativ kurzer Zeit ausgelöst
werden. Dann handelt es sich um einen Absetzeffekt, also nicht um ein
natürliches Wiederauftreten der Erkrankung. Letzteres erschwert die Beurteilung
der Wirksamkeit in Studien. Eine Phasenprophylaxe bedarf immer regelmäßiger
fachärztlicher Überwachung. Oft ist die Phasenprophylaxe lebenslang
erforderlich. Auch nach langjähriger Prophylaxe sind immer noch Rezidive
möglich. Wenn die Prophylaxe beendet wird, sollte dies möglichst langsam (z.B.:
über 2 Jahre) gehen. Das Angebot einer psychiatrischen Kontrolle sollte auch
nach dem Absetzen bestehen bleiben.
Die
Langzeitprophylaxe
führt bei
vielen
Patienten
auch zur
Symptomfreiheit
über
Jahre, bei
den
anderen
Patienten
wird die
Anzahl und
Schwere
der
Krankheitsepisoden
verringert,
allerdings
treten bei
vielen
Patienten
auch unter
Prophylaxe
weiter
Krankheitsepisoden
auf, die
eine
spezielle
Anpassung
der
Behandlung
erforderlich
machen,
nach
manchen
Studien
sind dies
sogar 2/3
der
Patienten.

Mögliche Substanzen zur Rezidivprophylaxe bipolarer affektiver (manisch-
depressiver) Störungen weiteres im
Kapitel Antidepressiva
Stimmungsstabilisierer
bilden
die
Grundlage
der
medikamentösen
Behandlung
der
bipolaren
Störungen
Als
Stimmungsstabilisierer
(engl.
Mood
Stabilizer)
werden
ganz
unterschiedliche
Substanzgruppen
bezeichnet,
die in
der
Behandlung
bipolarer
Störungen
zum
Einsatz
kommen.
Sie
werden
im
Rahmen
dieser
psychischen
Störung
zur
Behandlung
akuter
manischer
und/oder
depressiver
Symptomatik,
ebenso
eingesetzt
wie
zur
Vorbeugung
manischer
oder
depressiver
Episoden.
Die
Wirkung
auf
die
verschiedenen
Zielsymptomatiken
ist
ebenso
unterschiedlich
wie
das
Nebenwirkungspotenzial.
Die
Auswahl
geschieht
zunächst
individuell
abgestimmt
auch
unter
dem
Gesichtspunkt
der
Verträglichkeit.
Lithium
ist
weiter
der
Goldstandard,
bedarf
aber
der
intensiveren
Überwachung
und
hat
das
Risiko
der
Gewichtszunahme.
Großer
Vorteil
von
Lithium
ist
die
jahrzehntelange
Erfahrung
mit
der
Substanz
und
die
vorbeugende
Wirkung
vor
dem
Suizid,
die
zusätzlich
zur
vorbeugenden
Wirkung
vorhandene
antidepressive
Wirkung
bei
niedrigem
therapeutischem
Spiegel
und
die
akut
antimanische
Wirkung
bei
höherem
Spiegel.
Verschiedene Antiepileptika
(genaueres
zum
Ungang
damit
im
Kapitel
Epilepsie)
gelten
inzwischen
als
wirksam.
Carbamazepin
ist
gut
antimanisch
wirksam,
hat
aber
viele
Wechselwirkungen
mit
anderen
Medikamenten,
verursacht
allergische
Reaktionen
und
kann
müde
machen.
Valproat
soll
bei
Rapid
Cyclern
gut
ansprechen,
ist
subjektiv
gut
verträglich,
hat
wenig
Wechselwirkungen
mit
anderen
Medikamenten,
hat
aber
das
Risiko
der
Gewichtszunahme
und
ist in
der
Schwangerschaft
wie
auch
bei
Frauen
im
gebärfähigen
Alter
eher
kontraindiziert.
Lamotrigin
ist
gut
wirksam
gegen
depressive
Symptome
akut
wie in
der
Vorbeugung,
hat
bei zu
schneller
Eindosierung
das
Risiko
schwere
allergischer
Reaktionen, sonst
ist es
allerdings
gut
verträglich. Lamotrigin
hat
fast
kein
Risiko
der
Gewichtszunahme,
wenig
Wechselwirkungen
mit
anderen
Medikamenten,
kann
unter
Vorbehalt
in der
Schwangerschaft
gegeben
werden.
So
genannte
Atypische
Neuroleptika
bekommen
zunehmend
einen
Stellenwert
in der
Behandlung
der
akuten
Manie
wie
Depression
und in
der
Phasenprophylaxe,
die
entsprechenden
Nebenwirkungen
sind
unterschiedlich,
und
müssen
jeweils
beachtet
werden.
(genaueres
im
Kapitel
Schizophrenie).
Unter
dem
Schutz
eines
Stimmungsstabilisierers
sind
dann
auch
Behandlungen
mit
Antidepressiva
möglich
aber
strittig.
Besonders
wenn
der TSH-
Wert
im
oberen
Normbereich
ist
oder
gar
etwas
über
der
Norm
liegt
sind
wie
bei
Depressionen
zusätzliche
Gaben
von
L-Thyroxin
(auch
in
höherer
Dosierung
125–400
µg/Tag)
zusätzlich
zu den
Antidepressiva
und
den
Stimmungsstabilisierern
eine
mögliche
Ergänzung
die nach
manchem
Autoren die
Wirkung
verbessern
kann.
In wie weit
bei diesem
Krankheitsbild
Antidepressiva
tatsächlich
zusätzlich
zu den
Stimmungsstabilisierern
eine
Wirkung in
der
Verbesserung
der
Stimmung
haben, ist
allerdings
weiter
strittig.
In einer
Studie in
der 179
Patienten
mit
Stimmungsstabilisierern
und
Antidepressiva
mit 187
Patienten
Stimmungsstabilisierern
und Plazebo
verglichen
wurden,
zeigte
keine
Überlegenheit
der
Hinzugabe
von
Antidepressiva,
allerdings
auch nicht
die
befürchtete
Auslösung
von Manien
durch
Antidepressiva
in dieser
Kombination.
(G.S. Sachs
et al., N
Engl J Med
2007;356.)
Je nach
Krankheitsbild
sind nicht
selten
zumindest
zeitweise
verschiedene
Kombinationen
von
Medikamenten
erforderlich. Patienten, die unter Antidepressiva manisch werden, haben oft
bereits primär eine erhöhte motorische Aktivität, beschleunigte und gedrängt
wirkende Sprechweise, und Denkstörungen (Zerfahrenheit, Ablenkbarkeit,
Ideenflucht..) (Am J Psychiatry 2009; 166:164–172)
|
|
Lithium
|
Antidepressiva |
|
Wirksam
bei
akuter
bipolarer
(hauptsächlich
bipolar
I)
Depression |
ja |
ja/nein |
|
Wirksam
bei
akuter
majorer
Depression
|
ja/nein |
ja |
|
Vorbeugung
vor
dem
Wiederauftreten/Rezidiv
einer
bipolaren
(hauptsächlich
bipolar
I)
Depression |
ja/nein |
nein |
|
Vorbeugung
vor
dem
Wiederauftreten/Rezidiv
einer
majoren
Depression
|
ja |
ja |
|
Vorbeugung
von
Cycling
|
ja |
nein |
|
Auslösen
oder
begünstigen
von
Cycling
|
nein |
ja/nein |
|
Wirksam
bei
akuter
Manie/Hypomanie
|
ja |
nein |
|
Vorbeugung
von
Manie/Hypomanie
|
ja |
nein |
|
Nach
Franco
Benazzi,
Bipolar
disorder—focus
on
bipolar
II
disorder
and
mixed
depression
Lancet
2007;
369:
935–45 |
|
Substanz |
Bemerkungen |
|
Lithium |
-
speziell bei klassischen affektiven Krankheitsbildern Mittel der Wahl,
akut
auch
antimanisch.
- ausgeprägte antisuizidale Wirkung (dabei Valproat überlegen)
- Wirksamkeit durch eine Vielzahl kontrollierter Studien nachgewiesen,
im
Gegensatz
zu
früheren
Vermutungen
auch
bei
rapid
cycling
mindestens
genauso
gut
oder
besser
wirksam
wie
andere
Stimmungsstabilisierer
-
setzt
gute
Kompliance
voraus.
Langsamer
Wirkungseintritt,
verhindert
auch
Depressionen,
-
Polyurie,
Gewichtszunahme,
Hypothyreose
mit
Kropfbildung
möglich.
Einschleichen
und
Serumspiegelkontrollen
erforderlich.
Vorsicht
ist
insbesondere
bei
der
Kombination
mit
anderen
Medikamenten
angebracht.
Diuretika,
ACE-
Hemmer,
Kalziumantagonisten,
Antiepileptika
(z. B.
Phenytoin),
trizyklische
Antidepressiva
und
nicht
steroidale
Entzündungshemmer
(auch
frei
verkäufliche
Schmerzmittel)
erhöhen
potenziell
den
Serum-
Lithiumspiegel
mit
Gefahr
der
Nierenschädigung
und
des
Auftretens
einer
Ataxie.
Unter
Neuroleptika
(z. B.
Haloperidol,
Thioridazin)
treten
häufiger
Nebenwirkungen
auf,
unter
selektiven
Serotonin-Wiederaufnahmehemmern
sind
serotonergen
Syndrome
häufiger.
Übrige
Nebenwirkungen
siehe
Beipackzettel. Medikamente
bei denen bei Lithiumbehandlung eine besondere Gefahr der Vergiftung
bzw. des Serumspiegelanstiegs oder der Nierenschädigung besteht sind:
- Schleifendiuretika: Furosemid
(Lasix®), Bumetanid (Fordiuran®),Piretanid (Arelix®). Torasemid (Torem®
, Unat®), Azosemid (Luret®) Etacrynsäure (Hydromedin®)
Etozolin (Elkapin®).
- ACE-Hemmer wie Benazepril (Cibacen®),
Captopril (Lopirin®, Tensobon®,) Cilazapril (Dynorm®), Enalapril (Xanef®,
Pres®,), Fosinopril (Fosinorm®, Dynacil®), Imidapril (Tanatril®),
Lisinopril (Acerbon®, Coric®,), Moexipril (Fempress®) , Perindopril
(Coversum®, Preterax®), Quinapril (Accupro®), Ramipril (Delix®,
Vesdil®), Spirapril (Quadropril®), Trandolapril (Gopten®, Udrik®),
Zofenopril (Bifril®, Zofenil®)
- nichtsteroidale Antirheumatika
(NSAR) Acetylsalicylsäure (Aspirin®) in kleinen Dosen
unschädlich, Ibuprofen, Flurbiprofen, Naproxen, Ketoprofen,
Tiaprofensäure, Diclofenac (Voltaren®), Indometacin,
Flufenamin-, Mefenaminsäure, Piroxicam, Tenoxicam, Meloxicam,
Phenylbutazon, Metamizol, Parecoxib, Etoricoxib und Celecoxib.
-
Lithium
darf
auf
keinen
Fall
abrupt
abgesetzt
werden.
Zwar
gilt
Lithium
als
das
einzige
Medikament,
von
dem
erwiesen
ist,
dass
es
Suizidalität
deutlich
vermindert,
bei
abruptem
Absetzen
ist
aber
mit
Auftreten
von
Suizidalität
zu
rechnen.
-
Lithiumbehandlung
bedarf
der
regelmäßigen
Überwachung
durch
den
Facharzt,
dieser
muss
auch
über
alle
anderen
organischen
Erkrankungen
und
die
Begleitmedikation
informiert
werden.
|
|
Carbamazepin |
-
breiteres Wirkspektrum als Lithium,
aber
weniger
antidepressiv
als
Lithium
und
vermutlich
auch
als
Lamotrigin.
- Wirksamkeit durch kontrollierte Studien belegt
-
selten
Leberschäden,
allergische
Exantheme,
bei
schnellem
Aufdosieren
Schwindel
-
setzt
gute
Kompliance
voraus.
Einschleichen,
Viele
Wechselwirkungen
mit
anderen
Medikamenten.
-
Serumspiegelkontrollen
erforderlich.
|
|
Valproat |
- Wirksamkeit aufgrund offener Studien und klinischer Erfahrung
angenommen, in neuren
- Vergleichsstudien mit Li ähnlich effektiv. (aber geringere Wirkung
auf Suizidalität),
aber
weniger
antidepressiv
als
Lithium
und
vermutlich
auch
als
Lamotrigin.
- Valproat wird in jüngster Zeit besonders häufig verordnet, die Studien
"kommen erst nach". Obwohl
- manche Beipackzettel vor der Kombination von Lithium mit Antiepileptika
warnen, wird dies in
-Psychopharmakologielehrbücher wie z.B. Benkert und Hippius empfohlen. Die
Kombination scheint
-auch bei vielen Patienten wirksam zu sein. Problematisch ist, dass da
auch bezüglich der Antiepileptika
-teilweise die Zulassung fehlt und die Studien mangelhaft sind, dass wenn
auch der Beipackzettel warnt,
-Haftungsprobleme ungeklärt sind.
-
selten
Leberschäden,
häufiger
Tremor,
Gewichtszunahme,
kann
für
polyzystische
Ovarien
verantwortlich
sein, Missbildungsrisiko
in
der
Schwangerschaft
beachten,
bei
Frauen
im
gebärfähigen
Alter
nur
bei
guter
Zuverlässigkeit
und
sicherer
Verhütung
indiziert,
bei
schnellem
Aufdosieren
Schwindel |
|
Clozapin?
oder
andere
Atypika
Lamotrigin?
Gabapentin?
Nimodipin?
Antidepressiva
Benzodiazepine
|
-
Clozapin, Wirksamkeit dieser Substanzen aufgrund
von Fallberichte
inzwischen
auch
Studien vermutet,
in
einer
Studie
sehr
erfolgreich
(Am
J Psychiatry
1999;156:1164-1169)
Agranulozytoserisiko,
deshalb
nur
wenn
andere
Substanzen
nicht
erfolgreich
waren.
- ebensolches
(mit
zunehmend
besserer
Untermauerung
durch
Studien) gilt für Risperidon und Olanzapin
und
Quetiapin. Typische
ältere Neuroleptika
wie
Haloperidol
gelten als
wirksam
aber
eher kontraindiziert
und
sind
nur
bei
Patienten,
die
nicht
compliant
sind
als
Depot
oder
sehr
kurzzeitig
in
der
Klinik
zu
rechtfertigen
(Risiko
der
tardiven Dyskinesien
ist
bei
bipolaren
Störungen
deutlich
höher
als
bei
Schizophrenie
(25-45%),
akut
tritt
bei
80%
in
wirksamer
Dosis
ein
Parkinsonoid
auf,
typische
ältere Neuroleptika
sind wirksam
gegen
akute
Manien,
können
aber
Depressionen
auslösen).
Als
Depot
deutlich
besser
geeignet
ist
Risperdal
Consta. Teilweise
liegen Vergleichsstudien zu Valproat vor, dort schneiden Atypika ähnlich
erfolgreich wie Valproat
in
der
Vorbeugung
ab.
Risperidon und Olanzapin
und
Quetiapin,
Aripiprazol
sind
wirksam
bei
akuten
Manien
und in
Kombination
mit
einem
Stimmungsstabilsier
der
alleinigen
Gabe
eines
Stimmungsstabilisierers
überlegen.
Metaanalyse
Arch
Gen
Psychiatry.
2007;64:442-455 . Die Kombination von Lithium mit Atypika ist
eindeutig wirksamer als Lithiumpräparate alleine. Es ist allerdings
auch mit einer Addition beispielsweise der metabolischen Nebenwirikungen
zu rechnen. (Am J Psychiatry 2009; 166:476–488)
- Clozapin, Olanzapin und Risperidon sind möglicherweise auch
bei schizoaffektiven Störungen wirksam.
Gewichtszunahme,
Diabetesrisiko,
erhöhte
vaskuläre
Morbidität
und
Mortalität
bei
Clozapin
und
Olanzapin
sind
zu
beachten.
In
einer
neuen
Vergleichsstudie
war
die
Gewichtszunahme
unter
Olanzapin
deutlich
höher
als
unter
Lithium,
die
vorbeugende
Wirkung
war
bezüglich
Manien
bei
Olanzapin
besser
als
bei
Lithium,
Lithium
beugte
aber
besser
depressiven
Episoden
vor.
Bei
Risperidon
und Amisulpirid Hyperprolaktinämie
(und
vermehrte
sexuelle
Funktionsstörungen),
bei
Ziprasidon
QT-Zeitverlängerung
(mit
der
Notwendigkeiten
von
EKG
Kontrollen
vor
Beginn
und
während
der
Behandlung,
Ziprasidon
muss
zu
den
Mahlzeiten
eingenommen
werden,
da
es
sonst
nicht
resorbiert
wird).
Möglicherweise
sind
mittelpotente
Neuroleptika
wie
Perazin
eine
verträgliche
Alternative
(relativ
geringes
EPMS
und
Gewichtszunahmerisiko,
milde
sedierend). Alle Antipsychotika erhöhen
das Risiko für den plötzlichen Herztod.
(New England Journal of Medicine (NEJM 2009; 360:
225-235)
.Die Einnahme von Clozapin ist nach einer großen und aktuellen
finnischen Studie mit der deutlichsten
Verlängerung der Überlebenszeit bei Patienten, die an einer
Schizophrenie leiden, vergesellschaftet.
Clozapinpatienten hatten in dieser Studie eine sehr gute
Adhärenz, verglichen mit den anderen Medikamenten, was auch auf
eine subjektiv gute Verträglichkeit hinweist. Dies obwohl
auch in Finnland der Einsatz von Clozapin sehr restriktiv gehandhabt
wird. Nur Patienten die andere Antipsychotika nicht vertragen haben oder
auf andere Antipsychotika nicht angesprochen haben, erhalten Clozapin,
auch werden insgesamt die schwerer Kranken mit Clozapin behandelt,
darunter auch die Patienten mit dem höchsten Suizidrisiko. Die Autoren
dieser Studie empfehlen die restriktive Verwendung von Clozapin nach den
jetzigen Daten zu
überdenken. Quetiapin schnitt in dieser Studie bezüglich der
Überlebenszeit am schlechtesten ab, obwohl die metabolischen
Nebenwirkungen deutlich geringer sind als bei Clozapin oder dem damit
verwandten Olanzapin. Die Nutzen- Schaden Abwägung bezüglich der
Antipsychotika bei Patienten, die an einer Schizophrenie leiden
ist für die aktuelle Lebensqualität in jedem Fall positiv für die
Einnahme, diese Studie hat gezeigt, dass trotz oben erwähnter negativer
Wirkungen auf verschiedene Stoffwechselparameter, die
Medikamenteneinnahme auch die Lebenserwartung signifikant verbessert.
Die hier besprochene Studie zeigt auch deshalb sehr relevante
Ergebnisse, als es bisher die größte Studie zur Sterblichkeit von
Patienten, die an einer Schizophrenie leiden, ist, und diese Studie fast
so viele Patienten und Todesfälle einschließt als alle anderen Studien
zusammen. Sterblichkeit und
Adhärenz oder Therapietreue sind sehr relevante und eindeutige und
aussagekräftige Studienparameter. Möglicher Schwachpunkt der
Studie ist, dass die Sterblichkeit an Herzinfarkten etc. durch
Medikamentennebenwirkungen sich möglicherweise in einer 11 jährigen
Studie noch nicht eindeutig darstellt. Das erhöhte Herzinfarktrisiko,
das die CATIE -Studie (Schizophr
Res. 2008 Oct;105(1-3):175-87) für Olanzapin errechnete, hat
sich in dieser aktuellen Studie nicht dargestellt. Der Autor dieser Studie hat bisher auch keine Vorträge für
Firmen gehalten, die Clozapin produzieren, es gibt keinen Anhalt für
einen Interessenkonflikt. Clozapin ist als Generikum preiswert und wird
nicht beworben, die Anwendung bedarf der Überwachung und führt dazu,
dass Ärzte mehr Arbeit mit ihren Patienten haben, so dass alleine das zu
einer eher restriktiven Verordnungsweise führt. Ein erfreuliches
Nebenergebnis ist auch, dass Thioridazin nicht zu einer vermehrten
Sterblichkeit führte, Thioridazin ist das Antipsychotikum mit der
stärksten Verlängerung der QT- Zeit, sicherlich wurden die Patienten
unter Thioridazin mit EKGs überwacht, dennoch ist die fehlende Häufung
von plötzlichem Herztod, für Patienten die Thioridazin einnehmen
beruhigend. Clozapin ist vermutlich das wirksamste
Antispsychotikum, als einziges Antispsychotikum hat es eine in sehr
vielen Studien gut nachgewiesenen Suizid vorbeugende Wirkung. Die
Gabe von Clozapin setzt eine regelmäßige Blutbildkontrolle, in den
ersten 18 Wochen wöchentlich und später alle 4 Wochen voraus, da es bei
einem kleine Prozentsatz von Patienten überwiegend in den ersten 10
Wochen zu Störungen der Bildung der Leukozyten (weißer Blutzellen) bis
zur gefährlichen Agranulozytose kommen kann. Gewichtszunahme, zu
Beginn der Behandlung orthostatische Reaktionen (Blutdruckabfall beim
Aufstehen aus liegenden oder sitzender Position), sind die
häufigsten Nebenwirkungen, bei manchem Patienten können Krampfanfälle
auftreten, so dass EEG- Kontrollen sinnvoll sind. Bei zu rascher
Aufdosierung sind auch schwere orthostatische Reaktionen mit Stürzen und
kurzzeitigen Bewusstlosigkeit möglich. Zu den weiteren
Nebenwirkungen siehe Beipackzettel. Bei Verordnung von Clozapin müssen
die Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten beachtet werden. Wirkstoffe, die die Blutbildung
selbst auch unterdrücken können wie Carbamazepin, Chloramphenicol,
Sulfonamide [z. B. Co-Trimoxazol], Pyrazolone, manche Analgetika [z. B.
Phenylbutazon, Metamizol], Penicillamin, sollten wenn möglich nicht
gleichzeitig eingenommen werden. Die gleichzeitige Gabe von
Benzodiazepinen erhöht das Risikos eines Kreislaufkollapses,
Substanzen mit sehr hoher Proteinbindung (z. B. Marcumar und Digoxin)
erhöhen die Plasmakonzonzenbtration von Clozapin. Phenytoin führt
führt zu einem Abfall der Plasmakonzonzenbtration von Clozapin. Koffein u. selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (Fluvoxamin und Paroxetin)
führen zu einem Anstieg des Clozapin-Spiegels. Phenytoin, Rifampicin,
und Omeprazol senken den Clozapin-Plasmaspiegels. Valproinsäure kann in
der Kombination schwere epileptische Anfälle
einschließlich des erstmaligen Auftretens von Krampfanfällen bei Nicht-Epileptikern
und Delirien auslösen. Zu den Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
siehe auch den Beipackzettel. Die Behandlung mit Clozapin bedarf in
jedem Fall der Überwachung, am sinnvollsten durch einen Facharzt. Jari Tiihonen, Jouko Lönnqvist, Kristian Wahlbeck, Timo Klaukka, Leo
Niskanen, Antti Tanskanen, Jari Haukka 11-year follow-up of
mortality in patients with schizophrenia: a population-based cohort
study (FIN11 study)
www.thelancet.com Published online July 13, 2009
DOI:10.1016/S0140-6736(09)60742-X
http://download.thelancet.com/flatcontentassets/pdfs/S014067360960742X.pdf
-
Kalziumantagonisten und Lamotrigin möglicherweise speziell bei rapid
cycling stimmungsstabilisierend
- Nimodipin möglicherweise speziell bei ultra rapid cycling
stimmungsstabilisierend
- Lamotrigin
möglicherweise zusätzlich antidepressiv wirksam,
Lamotrigin
hat
kein
relevantes
Risiko
der
Gewichtszunahme (eher sogar Gewichtsabhnahme
(American Journal of Psychiatry 2006 163: 1199-1201.
[Abstract]),
besonders am Anfang besteht ein Risiko allergischer Reaktionen.
Besonders bei Frauen im gebärfähigen Alter mit im Vordergrund stehenden
depressiven Episoden Mittel der Wahl. Bei langfristig vergleichsweise
guter Verträglichkeit vielleicht etwas weniger prophylaktisch wirksam als
Lithium und Valproat
- Gabapentin möglicherweise zusätzlich antimanisch wirksam
- gelten wegen des Risikos der Auslösung manischer Phasen und der
Induktion von rapid cycling als
- eher kontraindiziert in der Prophylaxe
bipolarer
Störungen. (Im
Gegensatz zu rezidivierenden depressiven Episoden)
- der endgültige Stellenwert ist noch nicht geklärt.
Vermutlich,
sind
die
Antidepressiva
in
Studien
bisher
zu
schlecht
bewertet.
Vor
allem
Reboxetin
und
Trizyklika
weniger
auch
Venlafaxin
könnten eher
schaden und manische Phasen auslösen,
- die Fehldiagnose einer rezidivierenden depressiven Störung,
wenn eine Bipolare Erkrankung nicht erkannt wird kann dann problematisch werden.
-
SSRI
sind
bei
gleichzeitiger
Gabe
eines
Stimmungsstabilisierers
wenig
riskant,
am
besten
geeignet
ist
dabei
Citalopram
und
Sertalin.
Benzodiazepine
haben
nur
einen
Stellenwert
in
der
Akutbehandlung
der
Manie,
für
die
ersten
2
Wochen,
danach
sollte
wegen
des
Abhängigkeitsrisikos
möglichst
abgesetzt
werden.
Langwirksame
wie
Diazepam
sind
ungeeignet.
|
| |
|
Prinzipiell
sind bei
bipolaren
Störungen
auch
psychotherapeutische
Interventionen
sinnvoll.
Eine
Psychoedukation
mit
guter
Aufklärung
über die
Erkrankung,
Hilfe
bei der
sinnvollen
Tagestrukturierung
und
Vermeidung
von
Überlastungen
und
Schlafmangel
stehen
dabei im
Vordergrund.
Die
Patienten
sollten
als
Ergebnis
der
Behandlung
ihre
Diagnose
genau
kennen,
bezüglich
der
Diagnose
wissen
wie und
warum
sie
gestellt
wurde,
wie die
Behandlungsmöglichkeiten
sind,
was sie
für
einen
Verlauf
erwarten
können
und wo
die
besonderen
Risiken
im
Verlauf
wie bei
der
Behandlung
liegen.
Informierte
Patienten
können
sich
dann
auch an
therapeutischen
Entscheidungen
beteiligen
und mehr
Eigenverantwortung
übernehmen.
Die
Patienten
sollen
lernen
Frühsymptome
ihrer
Krankheit
rechtzeitig
zu
erkennen
und
darauf
zu
reagieren,
bzw.
sofort
den Arzt
aufzusuchen. Ein
klassisch
analytisch
orientiertes
Vorgehen
ist kontraindiziert
und
schadet
eher,
auch
"Gesprächstherapien"
ohne im
Vordergrund
stehende
kompetente
Auseinandersetzung
mit dem
primär
genetisch
bedingten
Krankheitsbild
schaden
eher.
Psychosoziale
Probleme
müssen
auch in
der
Behandlung
der
bipolaren
Patienten
berücksichtigt
werden,
dabei
muss der
Therapeut
diese
auch
im
Hinblick
auf die
Grunderkrankung
interpretieren
können
und auch
über die
entsprechenden
auch
medikamentösen
Behandlungsmöglichkeiten
Bescheid
wissen.
Hat der
behandelnde
Facharzt
genügend
Zeit,
sich mit
diesen
Fragen
zu
beschäftigen,
ist
meist
diese
Behandlung
alleine
im
klinischen
Alltag
zur
Stabilisierung
der
Patienten
besser
geeignet
als eine
Psychotherapie
bei
einem
Psychologen,
der sich
in
seiner
Ausbildung
nicht
schwerpunktmäßig
mit
diesem
Krankheitsbild
beschäftigt
hat.
- Ratgeber Bipolar. Leben mit extremen
Emotionen. Depression und Manie«, Eberhard J. Wormer, Verlag: Knaur Ratgeber,
224 Seiten, EUR (D) 16.90, SFr 29.00,ET: 07/2003, ISBN-3-426-66748-7
http://www.knaur.de
- G. M. Goodwin, for the Consensus Group of the
British Association for Psychopharmacology
Evidence-based guidelines for treating bipolar disorder: recommendations
from the British Association for Psychopharmacology Journal of
Psychopharmacology 17(2) (2003) 149–173
- I. M. Anderson1, D. J. Nutt2 and J. F. W.
Deakin1, on behalf of the Consensus Meeting and endorsed by the British
Association for Psychopharmacology,
Evidence-based
guidelines for treating depressive disorders with antidepressants: a
revision of the 1993 British Association for Psychopharmacology guidelines
Journal of Psychopharmacology 14(1) (2000) 3–20 html Version unter
http://www.bap.org.uk/consensus/antidepressants.html
- Schneider Divalproex did not differ from
placebo or lithium in preventing recurrence of new mood episodes in bipolar I
disorder, remission phase Evid Based Ment Health 2001;4:9-9.FULL
TEXT
- Walden J., Grunze H.: Differentialindikation
von Lithium, Carbamazepin und Valproat bei bipolaren affektiven Erkrankungen.
Fundamenta Psychiatrica 13, 194-199, 1999. Grunze H., Schlösser S., Walden J.:
Neue Perspektiven in der Akutbehandlung bipolarer Depressionen.
Psychopharmakotherapie 6, 53-59, 1999.
- Mitchell and Malhi THE EXPANDING PHARMACOPOEIA
FOR BIPOLAR DISORDER Annu. Rev. Medicine 2002;53:173-188.ABSTRACT
| FULL TEXT
- Angst J. The emerging epidemiology of
hypomania and bipolar II disorder.J
Affect Disord 1998 Sep;50(2-3):143-51
-
Angst J, Gamma A, Benazzi F, Ajdacic V, Eich D, Rossler W.
Toward a re-definition of subthreshold bipolarity: epidemiology
and proposed criteria for bipolar-II, minor bipolar disorders and
hypomania. J Affect Disord. 2003 Jan;73(1-2):133-46.
- J. Geddes, G. Goodwin, J. Rendell, J.
Hainsworth, E. Van der Gucht, and H. Young,
New trial should clarify lithium use in bipolar disorder, BMJ,
August 24, 2002; 325(7361): 441 - 441.
[Full Text]
-
Rihmer Z, Szadoczky E, Furedi J, Kiss K, Papp Z.Anxiety
disorders comorbidity in bipolar I, bipolar II and unipolar major depression:
results from a population-based study in Hungary. J
Affect Disord. 2001 Dec;67(1-3):175-9.
-
Angst J.Comorbidity of anxiety, phobia, compulsion
and depression. Int Clin Psychopharmacol. 1993 Sep;8
Suppl 1:21-5.
MacQueen GM, Young LT.Bipolar II disorder: symptoms,
course, and response to treatment. Psychiatr Serv. 2001
Mar;52(3):358-61. Review.
-
Perugi G, Akiskal HS, Toni C, Simonini E, Gemignani A.The
temporal relationship between anxiety disorders and (hypo)mania: a
retrospective examination of 63 panic, social phobic and obsessive-compulsive
patients with comorbid bipolar disorder.J Affect Disord.
2001 Dec;67(1-3):199-206.
-
Wicki W, Angst J. The Zurich Study. X. Hypomania in
a 28- to 30-year-old cohort. Eur Arch Psychiatry Clin
Neurosci. 1991;240(6):339-48.
-
McElroy SL, Altshuler LL, Suppes T, Keck PE Jr, Frye MA, Denicoff KD, Nolen
WA, Kupka RW, Leverich GS, Rochussen JR, Rush AJ, Post RM.
Axis I psychiatric comorbidity and its relationship to
historical illness variables in 288 patients with bipolar disorder.
Am J Psychiatry. 2001 Mar;158(3):420-6.
-
Angst J.Comorbidity of mood disorders: a
longitudinal prospective study. Br J Psychiatry Suppl.
1996 Jun;(30):31-7.
-
Sherwood Brown E, Suppes T, Adinoff B, Rajan Thomas N.
Drug abuse and bipolar disorder: comorbidity or misdiagnosis?J
Affect Disord. 2001 Jul;65(2):105-15. Review.
- Rapaport and Hales Relapse Prevention and
Bipolar Disorder: A Focus on Bipolar Depression Focus 2003;1:15-31.ABSTRACT
| FULL
TEXT
-
Kessler RC, Rubinow DR, Holmes C, Abelson JM, Zhao S.
The epidemiology of DSM-III-R bipolar I disorder in a general
population survey. Psychol Med. 1997 Sep;27(5):1079-89.
-
Strakowski SM, Sax KW, McElroy SL, Keck PE Jr, Hawkins JM, West SA.Course
of psychiatric and substance abuse syndromes co-occurring with bipolar
disorder after a first psychiatric hospitalization. J
Clin Psychiatry. 1998 Sep;59(9):465-71.
-
Goldberg JF, Whiteside JE.The association between
substance abuse and antidepressant-induced mania in bipolar disorder: a
preliminary study. J Clin Psychiatry. 2002
Sep;63(9):791-5.
- Johnson G. Lithiumearly development, toxicity,
and renal function.
Neuropsychopharmacology 1998; 19: 200-205
- Charles L. Bowden, Joseph R. Calabrese,
Gary Sachs, Lakshmi N. Yatham, Shaheen Akthar Asghar, Magne Hompland,
Paul Montgomery, Nancy Earl, Tonya M. Smoot, and
Joseph DeVeaugh-GeissA Placebo-Controlled 18-Month Trial of Lamotrigine and
Lithium Maintenance Treatment in Recently Manic or Hypomanic Patients With
Bipolar I Disorder
Arch Gen Psychiatry 2003;60 392-400
- Schou M. The effect of prophylactic lithium
treatment on mortality and suicidal behavior: a review for clinicians.
J Affect Disord. 1998;50:253-259
- Thies- Flechtner,K et al Suizide bei
rezidivprophylaktisch behandelten Patienten mit affektiven Psychosen in Müller
Oerlinghausen et al Ziele und Ergebnisse der medikamentösen Prophylaxe
affektiver Psychosen, Thieme Verlag 1994, Ahrens,B, Suizidprävention und
Langzeittherapie bei affektiven Störungen, in Wolfersdorf, Suizidalität.
Springer Verlag 1996,
- Schou M. The effect of prophylactic lithium
treatment on mortality and suicidal behavior: a review for clinicians.
J Affect Disord. 1998;50:253-259
-
Schou M.Perspectives on lithium treatment of bipolar
disorder: action, efficacy, effect on suicidal behavior.
Bipolar Disord. 1999 Sep;1(1):5-10.
-
Schou M.Suicidal behavior and prophylactic lithium
treatment of major mood disorders: a review of reviews.
Suicide Life Threat Behav. 2000 Fall;30(3):289-93. Review.
- GEDDES and GOODWIN Bipolar disorder: clinical
uncertainty, evidence-based medicine and large-scale randomised trials Br J
Psychiatry 2001;178:s191-194.ABSTRACT
| FULL TEXT
- Muller-Oerlinghausen
B.Arguments for the specificity of the antisuicidal
effect of lithium. Eur Arch Psychiatry Clin Neurosci.
2001;251 Suppl 2:II72-5. Review.
-
Muller-Oerlinghausen B, Wolf T, Ahrens B, Schou M, Grof E, Grof P, Lenz G,
Simhandl C, Thau K, Wolf R.Mortality during initial
and during later lithium treatment. A collaborative study by the International
Group for the Study of Lithium-treated Patients. Acta
Psychiatr Scand. 1994 Oct;90(4):295-7.
-
Baldessarini RJ, Tondo L, Hennen J.Effects of
lithium treatment and its discontinuation on suicidal behavior in bipolar
manic-depressive disorders. J Clin Psychiatry. 1999;60
Suppl 2:77-84; discussion 111-6. Review.
-
Tondo L, Baldessarini RJ.Reduced suicide risk during
lithium maintenance treatment. J Clin Psychiatry.
2000;61 Suppl 9:97-104. Review.
-
Baldessarini RJ, Tondo L, Hennen J.Treating the
suicidal patient with bipolar disorder. Reducing suicide risk with lithium.Ann
N Y Acad Sci. 2001 Apr;932:24-38; discussion 39-43. Review
-
Ahrens B, Muller-Oerlinghausen B.Does lithium exert
an independent antisuicidal effect? Pharmacopsychiatry.
2001 Jul;34(4):132-6.
-
Yerevanian BI, Koek RJ, Mintz J.Lithium,
anticonvulsants and suicidal behavior in bipolar disorder.J
Affect Disord. 2003 Feb;73(3):223-8.
- Burgess S, Geddes J, Hawton K, Townsend E,
Jamison K, Goodwin G. Lithium for maintenance treatment of mood disorders.
Cochrane Database Syst Rev [serial online]. 2001;2:CD003013.
- Bowden CL, Calabrese JR, McElroy S, Gyulai L,
Wassef A, Petty F, Pope HG Jr, Chou JC, Keck PE Jr, Rhodes LJ, Swann AC,
Hirschfeld RM, Wozniak PJ. A randomized, placebo-controlled 12-month trial of
divalproex and lithium in treatment of outpatients with bipolar I disorder.
Arch Gen Psychiatry. 2000;57:481-489.
- Bowden et al. A Placebo-Controlled 18-Month
Trial of Lamotrigine and Lithium Maintenance Treatment in Recently Manic or
Hypomanic Patients With Bipolar I DisorderArch Gen Psychiatry 2003;60:392-400.
ABSTRACT
FULL TEXT
- Frank E, Prien RF, Jarrett RB,
et al. Conceptualization and rationale for consensus definitions of terms in
major depressive disorder. Remission, recovery, relapse, and recurrence. Arch
Gen Psychiatry 1991; 48: 851-55. [PubMed]
- Baldessarini et al. Maintenance Treatment in
Bipolar Disorder Arch Gen Psychiatry 2000;57:490-492.FULL
TEXT
- Peet M. Induction of mania
with selective serotonin re-uptake inhibitors and tricyclic antidepressants. Br
J Psychiatry 1994; 164: 549-50. [PubMed]
- Haddad PM. Antidepressant
discontinuation syndromes. Drug Saf 2001; 24: 183-97. [PubMed
- Hirschfeld et al.Practice Guideline for the
Treatment of Patients With Bipolar Disorder (Revision) Focus 2003;1:64-110.FULL
TEXT
- Bibliography for Bipolar Disorder Focus
2003;1:32-33.FULL
TEXT
- American Psychiatric
Association. Practice guidelines for the treatment of patients with major
depressive disorder (revision). Am J Psychiatry 2000; 157 :(suppl
4) 1-45. [PubMed
- Jefferson Bipolar Disorders: A Brief Guide to
Diagnosis and Treatment Focus 2003;1:7-14.FULL
TEXT
- Charney et al.National Depressive and
Manic-Depressive Association Consensus Statement on the Use of Placebo in
Clinical Trials of Mood Disorders Arch Gen Psychiatry 2002;59:262-270.
ABSTRACT
| FULL TEXT
- Dinan TG. Lithium in bipolar mood disorder.
BMJ 2002; 324: 989-990
- Sachs A 25-Year-Old Woman With Bipolar
Disorder JAMA 2001;285:454-462.
FULL TEXT
- Thelander Review: lithium is effective in
preventing relapse in mixed diagnoses of mood disorder and in bipolar disorder
Evid Based Ment Health 2002;5:44-44.
FULL TEXT
- Möller, H.-J., Laux, G. & Deister, A. (1996).
Psychiatrie. Stuttgart: Hippokrates
- Journal Watch Psychiatry 2000;2000:2-2. Is
Divalproex an Effective Maintenance Treatment for Mania?
FULL TEXT
- Young et al. Treatment of bipolar affective
disorder BMJ 2000;321:1302-1303.FULL
TEXT
- C. Blanco, G. Laje, M. Olfson, S. C. Marcus,
and H. A. Pincus Trends in the Treatment of
Bipolar Disorder by Outpatient Psychiatrists Am. J. Psychiatry, June 1, 2002;
159(6): 1005 - 1010.
[Abstract]
[Full
Text] [PDF]
- Benazzi F, Akiskal HS. Refining the evaluation
of bipolar II: beyond the strict SCID-CV guidelines for hypomania. J Affect
Disord 2003; 73: 33-38. [PubMed]
- Angst J, Gamma A, Benazzi F, et al. Toward a
re-definition of subthreshold bipolarity: epidemiology and proposed criteria
for bipolar-II, minor bipolar disorders and hypomania. J Affect Disord
2003; 73: 133-46. [PubMed]
- Geddes JR, Carney SM, Davies C, et al. Relapse
prevention with antidepressant drug treatment in depressive disorders: a
systematic review. Lancet 2003; 361: 653-61. [Text]
- Sanderson, D. R. (1998) Use of mood
stabilizers by hospitalized geriatric patients with bipolar disorder.
Psychiatric Services, 49, 1145 -1147
- Frederick K. Goodwin; Bruce
Fireman; Gregory E. Simon; Enid M. Hunkeler; Janelle Lee; Dennis Revicki
Suicide Risk in Bipolar Disorder
During Treatment With Lithium and Divalproex ,JAMA.
2003;290:1467-1473.
ABSTRACT |
FULL TEXT |
PDF
- Dean F. MacKinnon; Peter P. Zandi; Elliot
Gershon; John I. Nurnberger, Jr; Theodore Reich; J. Raymond DePaulo,
Rapid Switching of Mood in Families With Multiple Cases of Bipolar Disorder,
Arch Gen Psychiatry. 2003;60:921-928.ABSTRACT
|
FULL TEXT |
PDF
- William Coryell; David Solomon; Carolyn Turvey;
Martin Keller; Andrew C. Leon; Jean Endicott; Pamela Schettler; Lewis Judd;
Timothy Mueller, The Long-term Course of Rapid-Cycling Bipolar Disorder, Arch
Gen Psychiatry. 2003;60:914-920.ABSTRACT
|
FULL TEXT |
PDF
- Mauricio Tohen; Eduard Vieta;
Joseph Calabrese; Terence A. Ketter; Gary Sachs; Charles Bowden; Philip B.
Mitchell; Franca Centorrino; Richard Risser; Robert W. Baker; Angela R. Evans;
Karin Beymer; Sanjay Dubé; Gary D. Tollefson; Alan Breier,
Efficacy of Olanzapine and Olanzapine-Fluoxetine Combination in the Treatment
of Bipolar I Depression,
Arch Gen Psychiatry.
2003;60:1079-1088.ABSTRACT
|
FULL TEXT |
PDF
- Mauricio Tohen; Joseph F.
Goldberg; Ana Maria Gonzalez-Pinto Arrillaga; Jean M. Azorin; Eduard Vieta;
Marie-Christine Hardy-Bayle; William B. Lawson; Robin A. Emsley; Fan Zhang;
Robert W. Baker; Richard C. Risser; Madhav A. Namjoshi; Angela R. Evans; Alan
Breier
A 12-Week, Double-blind Comparison
of Olanzapine vs Haloperidol in the Treatment of Acute Mania
Arch Gen Psychiatry.
2003;60:1218-1226.
ABSTRACT |
FULL TEXT |
PDF
- David J. Miklowitz; Elizabeth
L. George; Jeffrey A. Richards; Teresa L. Simoneau; Richard L. Suddath
A
Randomized Study of Family-Focused Psychoeducation and Pharmacotherapy in the
Outpatient Management of Bipolar Disorder
Arch Gen Psychiatry.
2003;60:904-912.
ABSTRACT |
FULL TEXT |
PDF
- William Coryell; David
Solomon; Carolyn Turvey; Martin Keller; Andrew C. Leon; Jean Endicott; Pamela
Schettler; Lewis Judd; Timothy Mueller
The Long-term Course of Rapid-Cycling Bipolar Disorder,
Arch Gen Psychiatry.
2003;60:914-920.
ABSTRACT |
FULL TEXT |
PDF
-
Gary S.
Sachs,
The
Journal
of
Clinical
Psychiatry
Brief
Reports,
"Focus
on
Bipolar
Disorder
Treatment:
Treatment
of
Bipolar
Depression,"
comments
on new
publications
and
scientific
presentations
regarding
the
management
of
bipolar
depression.
"Managing
Bipolar
Depression"
"Treatment
of
Bipolar
Depression"
at
- Dean F. MacKinnon; Peter P.
Zandi; Elliot Gershon; John I. Nurnberger, Jr; Theodore Reich; J. Raymond
DePaulo
Rapid Switching of Mood in
Families With Multiple Cases of Bipolar Disorder
Arch Gen Psychiatry.
2003;60:921-928.
ABSTRACT |
FULL TEXT |
PDF
-
R.H.
Belmaker,
Medical
Progress:
Bipolar
Disorder.
NEJM
351:476-486
July 29,
2004
Extract
|
Full
Text
|
PDF
|
- Kenneth I Shulman, Paula Rochon, Kathy Sykora,
Geoffrey Anderson, Muhammad Mamdani, Susan Bronskill, and Chau T T Tran,
Changing prescription patterns for lithium
and valproic acid in old age: shifting practice without evidence, BMJ
2003; 326: 960-961.
[Full text]
[PDF]
-
Mauricio
Tohen,
et al;
Olanzapine
Versus
Lithium
in the
Maintenance
Treatment
of
Bipolar
Disorder:
A
12-Month,
Randomized,
Double-Blind,
Controlled
Clinical
Trial
Am J
Psychiatry
162:1281-1290,
July
2005
-
Joseph
R.
Calabrese,
et al; A
Randomized,
Double-Blind,
Placebo-Controlled
Trial of
Quetiapine
in the
Treatment
of
Bipolar
I or II
Depression
Am J
Psychiatry
162:1351-1360,
July
2005
-
C.
Livingstone
and H.
Rampes
Lithium: a
review of
its
metabolic
adverse
effects J
Psychopharmacol,
May 1, 2006;
20(3): 347
- 355.
[Abstract]
[PDF]
-
Y. Li, S.
Shaw, E.-J.
Kamsteeg,
A.
Vandewalle,
and P. M.T.
Deen
Development
of
Lithium-Induced
Nephrogenic
Diabetes
Insipidus
Is
Dissociated
from
Adenylyl
Cyclase
Activity J.
Am. Soc.
Nephrol.,
April 1, 2006;
17(4): 1063
- 1072.
[Abstract]
[Full Text]
[PDF]
-
A. E Ratz
Bravo, S. S
Egger, S.
Crespo, W.
L Probst,
and S.
Krahenbuhl
Lithium
Intoxication
as a Result
of an
Interaction
with
Rofecoxib
Ann.
Pharmacother.,
July 1, 2004;
38(7): 1189
- 1193.
[Abstract]
[Full Text]
[PDF]
-
R. Peces,
A. Pobes,
and M.
Elisaf
Effectiveness
of
haemodialysis
with
high-flux
membranes
in the
extracorporeal
therapy of
life-threatening
acute
lithium
intoxication
Nephrol.
Dial.
Transplant.,
June 1, 2001;
16(6): 1301
- 1303.
[Full Text]
[PDF]
-
G. S.
MARKOWITZ,
J.
RADHAKRISHNAN,
N. KAMBHAM,
A. M.
VALERI, W.
H. HINES,
and V. D.
D'AGATI
Lithium
Nephrotoxicity:
A
Progressive
Combined
Glomerular
and
Tubulointerstitial
Nephropathy
J. Am. Soc.
Nephrol.,
August 1, 2000;
11(8): 1439
- 1448.
[Abstract]
[Full Text]
-
T. TIMMER
and J. M.
SANDS
Lithium
Intoxication
J. Am. Soc.
Nephrol.,
March 1, 1999;
10(3): 666
- 674.
[Full Text]
-
Harald
Scherk,
Frank
Gerald
Pajonk,
Stefan
Leucht,
Second-Generation
Antipsychotic
Agents in
the
Treatment
of Acute
Mania A
Systematic
Review and
Meta-analysis
of
Randomized
Controlled
Trials;
Arch Gen
Psychiatry.
2007;64:442-455
-
Franco
Benazzi,
Bipolar
disorder—focus
on bipolar
II disorder
and mixed
depression
Lancet
2007; 369:
935–45
-
Manish M.
Sood and
Robert
Richardson,Teaching
Case
Report: Negative
anion gap
and
elevated
osmolar gap
due to
lithium
overdose
CMAJ 2007
176:
921-923.
[Full Text]
[PDF]
-
Paula V.
Nunes,
Orestes V.
Forlenza,
and Wagner
F. Gattaz
Lithium and
risk for
Alzheimer's
disease in
elderly
patients
with
bipolar
disorder
Br J
Psychiatry
2007 190:
359-360.
[Abstract]
-
Liz Forty, Daniel Smith, Lisa Jones, Ian Jones,
Sian Caesar, Carly Cooper, Christine Fraser, Katherine Gordon-Smith, Sally
Hyde, Anne Farmer, Peter McGuffin, and Nick Craddock; Clinical differences
between bipolar and unipolar depression Br J Psychiatry 2008 192: 388-389.
[Abstract]
[Full Text]
[PDF]
-
Mary L. Phillips, Michael J. Travis, Andrea
Fagiolini, and David J. Kupfer Medication Effects in Neuroimaging Studies of
Bipolar Disorder Am J Psychiatry 2008 165: 313-320
[Abstract]
-
Deutsche
Gesellschaft
für
Bipolare
Störungen
e.V. (DGBS
e.V.)
- Andrew M. McIntosh, Heather C. Whalley,
James McKirdy, Jeremy Hall, Jessika E. D. Sussmann, Prakash Shankar, Eve C.
Johnstone, and Stephen M. Lawrie Prefrontal Function and Activation in
Bipolar Disorder and Schizophrenia Am J Psychiatry 2008 165: 378-384
[Abstract]
- Christopher D. Schneck, David J. Miklowitz,
Sachiko Miyahara, Mako Araga, Stephen Wisniewski, Laszlo Gyulai, Michael H.
Allen, Michael E. Thase, and Gary S. Sachs The Prospective Course of
Rapid-Cycling Bipolar Disorder: Findings From the STEP-BD Am J Psychiatry
2008 165: 370-377
[Abstract]
- Casey L McGrath et al., Evidence for genetic association of RORB with bipolar
disorder
BMC Psychiatry 2009, 9:70doi:10.1186/1471-244X-9-70
| Wichtiger Hinweis:
Medizin und Wissenschaft unterliegen ständigen Entwicklungen.
Der Autor verwendet größtmögliche Sorgfalt, damit alle Angaben dem
aktuellen Wissensstand entsprechen. Eine Gewähr für die Richtigkeit der
Angaben im Text und besonders in den
empfohlenen Links ist jedoch ausdrücklich ausgeschlossen.
|
| Jeder Benutzer muß im Zuge seiner Sorgfaltspflicht die
Angaben überprüfen und ggf. korrigieren. Die Benutzung erfolgt
ausschließlich auf Gefahr des Anwenders. Nochmals eine Wiederholung des
Hinweises vom Beginn der Seite: |
| Bitte bedenken Sie immer einen Arztbesuch oder
die Stellung einer richtigen Diagnose kann das Internet nicht ersetzen.
Entsprechend sind bisher auch keine "Arztbesuche" via Internet möglich.
Hiergegen sprechen nicht nur ganz erhebliche juristische Bedenken, für eine
ärztliche Behandlung ist immer noch ein persönlicher Kontakt entscheidend.
Für die Diagnosenstellung benötigt ihr Arzt alle seine fünf Sinne.
Apparative Befunde wie Röntgenbilder oder Laborwerte lassen sich inzwischen
per Internet gut übermitteln, zur Stellung einer Diagnose
bleiben sie weiterhin nur Hilfsmittel, die ausschließlich in einem
Gesamtzusammenhang eine Bedeutung haben. Die meisten Diagnosen werden im
ärztlichen Untersuchungsgespräch (Anamnese) gestellt. Auch jede Behandlung
muß auf das Individuum abgestimmt werden. |
| Medikamente sollte man in der Regel nicht im
Internet bestellen. Neben oft unzureichender
Qualität, fehlt vorallem die Indikationsstellung und die korrekte
Aufklärung, von Haftungsfragen bei gravierenden Nebenwirkungen abgesehen.
|
| Sämtliche Äußerungen auf diesen Seiten erfolgen unter
Ausschluss jeglicher Haftung für möglicherweise unzutreffende Angaben
tatsächlicher oder rechtlicher Art. Ansprüche irgendwelcher Art können aus
eventuell unzutreffenden Angaben nicht hergeleitet werden.
Selbstverständlich erheben die Aussagen keinen Anspruch auf allgemeine
Gültigkeit, es wird daneben eine Vielzahl vollkommen anderer Erfahrungen und
Auffassungen geben. Für die Abmahnwütigen noch ein Hinweis zu den Links auf
diesen Webseiten: Ich distanziere mich ausdrücklich von den Inhalten der
Webseiten und Internetressourcen, auf die ich mit meinen Links verweise. Die
Haftung für Inhalte der verlinkten Seiten wird ausdrücklich ausgeschlossen.
Bitte beachten Sie, diese
Webseite ersetzt keine medizinische Diagnosestellung oder Behandlung. Es
wird hier versucht einen Überblick über den derzeitigen Stand der
medizinischen Forschung auch für interessierte Laien zu geben, dies
ist nicht immer aktuell möglich. Es ist auch nicht möglich, dass ein Arzt
immer auf dem aktuellsten Stand der medizinischen Forschung in allen
Bereichen seines Faches ist. Es ist immer möglich, dass die
medizinische Forschung hier noch als wirksam und ungefährlich dargestellte
Behandlungsmaßnahmen inzwischen als gefährlich oder unwirksam erwiesen hat.
Lesen Sie bei Medikamenten immer den Beipackzettel und fragen Sie bei
Unklarheiten Ihren behandelnden Arzt. Medikamentöse Behandlungen auch mit
freiverkäuflichen Medikamenten bedürfen ärztlicher Aufsicht und Anleitung.
Dies gilt auch für alle anderen Behandlungsverfahren. Die hier angebotenen
Informationen können nicht immer für jeden verständlich sein. Um Mitteilung
wo dies nicht der Fall ist bin ich dankbar. Fragen Sie hierzu immer Ihren
behandelnden Arzt. Dieser weiß in der Regel über die hier dargestellten
Sachverhalte gut Bescheid und kann Ihren individuellen Fall und Ihre
Beschwerden besser einordnen- was für einen bestimmten Patienten nützlich
ist, kann einem anderen schaden. Selbstverständlich gibt es zu den
meisten Themen unterschiedliche Auffassungen. Soweit möglich wird hier
dargestellt woher die Informationen stammen. In den meisten Fällen mit einem
entsprechenden Link (da diese oft ohne Ankündigung geändert werden, sind
diese leider nicht immer aktuell zu halten).. Leider ist die zitierte
Literatur nicht immer kostenfrei zugänglich. Die Beschränkung auf kostenfrei
zugängliche Literatur würde manches sehr oberflächlich lassen. In der Regel
versuche ich mich in der Darstellung an deutschen oder internationalen
Leitlinien der Fachgesellschaften und Metaanalysen der Literatur zu
orientieren. Auch dies ist nicht überall möglich. Zum einen gibt es nicht
überall solche Leitlinien, zum anderen werden diese mir nicht immer sofort
bekannt. Manche Leitlinien sind lange nicht aktualisiert worden und von
neuerer Literatur überholt, bzw, ergänzungsbedürftig. Wenn möglich
sind im Text Links zu solchen Leitlinien eingebaut. Auch Leitlinien sind nur
Orientierungen, sie schließen nicht aus, dass generell oder im Einzelfall
Fehler enthalten sind oder diese im Einzelfall nicht anwendbar sind. Ziel
der Darstellung ist hier definitiv nicht, mich als Experten für irgendeines
der in der Homepage dargestellten Krankheitsbilder auszuweisen. Ich gehe
davon aus, dass alle vergleichbaren Fachärzte für Neurologie,
Psychotherapeutische Medizin und Psychiatrie ihre Patienten sorgfältig und
genau so gut wie ich behandeln. Sollten Sie über eine Suchmaschine direkt
auf diese Seite gekommen sein, werden Sie gebeten auch die
Hauptseite aufzusuchen. Dort finden Sie einen Link
zu den zuständigen Ärztekammern. Bitte lesen sie auch den
Beipackzettel der Homepage
und das Vorwort. Jeder Nutzer ist für die Verwendung der hier gewonnenen
Informationen selbst verantwortlich, es handelt sich definitiv um keine
Anleitung zur Selbstbehandlung. Es wird keinerlei Haftung weder für die hier
angebotenen Informationen noch für die in den Links angebotenen
Informationen übernommen. Sollten Sie Links finden, die nicht (oder nicht
mehr) seriös sind, teilen Sie mir dies bitte mit, damit ich diese löschen
kann. Der Autor übernimmt keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit,
Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen.
Haftungsansprüche gegen den Autor, welche sich auf Schäden materieller oder
ideeller Art beziehen, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der
dargebotenen Informationen bzw. durch die Nutzung fehlerhafter und
unvollständiger Informationen verursacht wurden sind grundsätzlich
ausgeschlossen, sofern seitens des Autors kein nachweislich vorsätzliches
oder grob fahrlässiges Verschulden vorliegt. Alle Angebote sind freibleibend
und unverbindlich. Der Autor behält es sich ausdrücklich vor, Teile der
Seiten oder das gesamte Angebot ohne gesonderte Ankündigung zu verändern, zu
ergänzen, zu löschen oder die Veröffentlichung zeitweise oder endgültig
einzustellen. Veränderungen erfolgen dabei ständig in Anpassung an neue
Literatur oder weil sich meine Auffassung zu einem Thema aus anderen Gründen
geändert hat. Dieser Haftungsausschluss ist als Teil des
Internetangebotes zu betrachten, von dem aus auf diese Seite verwiesen
wurde. Sofern Teile oder einzelne Formulierungen dieses Textes der geltenden
Rechtslage nicht, nicht mehr oder nicht vollständig entsprechen sollten,
bleiben die übrigen Teile des Dokumentes in ihrem Inhalt und ihrer
Gültigkeit davon unberührt. Sollte sich jemand durch die Homepage in
irgendeiner Form beleidigt, benachteiligt oder in sonst einer Form
geschädigt fühlen, bitte ich um eine persönliche Kontaktaufnahme per
E-mail oder telefonisch bzw. per Post. Bitte nennen Sie bei
Mitteilungen Ihren vollständigen Namen und Ihre Adresse. Bei Mitteilungen
von Kollegen bitte auch Tatsache, dass sie Kollege sind, sowie die
Fachbezeichnung. Anonyme Mitteilungen sind in der Regel nicht willkommen.
Karl C. Mayer |
| |
|