Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse

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Depression     

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"Wer nicht an sich selbst gespürt hat, was Schwermut ist, versteht das nicht, ich hatte das Gefühl einer schauerlichen Einsamkeit. Zwischen mir und den Menschen und dem Leben der Stadt, der Plätze, Häuser und Straßen war fortwährend eine breite Kluft. Es geschah ein Unglück, es standen wichtige Dinge in den Zeitungen - mich ging es nichts an." (Hermann Hesse) BD00006_.WMF (70118 Byte)"Unter allen Leidenschaften der Seele bringt die Trauer am meisten Schaden für den Leib. "(Thomas von Aquin)
"Zur  Resignation gehört Charakter." (Johann Wolfgang von Goethe)

                                                                                                                                                                                           

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Depression ist ein lateinisches Wort für „Niederdrückung”, In der Alltagssprache wird jemand als depressiv bezeichnet, der sich traurig und lustlos zeigt. Diese Verwendung in der Alltagssprache ist nicht unbedingt identisch mit der Krankheit Depression um die es hier gehen soll. 

Unser Stimmung wechselt häufig. Gefühle sind wichtiger Bestandteil unserer Person. Auch negative Gefühle wie Trauer und Ärger sollen uns helfen und haben bei Gesunden einen Sinn. Gefühle wie Niedergeschlagenheit, Trauer oder Verzweiflung gehören zu den grundlegenden Phänomenen menschlichen Erlebens. Sie sind z.B. eine Reaktion auf den Verlust von wichtigen Bezugspersonen oder Lebensinhalten, auf Misserfolg oder Kränkung und dienen nicht zuletzt der Um- oder Neuorientierung von Betroffenen.  Unsere Gefühle sind Reaktionen auf alltägliche Ereignisse und wechseln sich rasch ab. 

Bei Menschen mit einer Depression dagegen besteht meist eine lang anhaltende unangenehme Stimmungslage,  welche sich auf das ganze Verhalten und Erleben auswirkt. Sie ist meist nicht mehr angemessen der Situation angepasst. Freundlosigkeit, Interesseverlust, Verstimmung, Gefühl der Gefühllosigkeit, manchmal Reizbarkeit, Energielosigkeit, Antriebsminderung, Wertlosigkeit, Vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen,  Appetitstörungen, Libidoverlust, Schlafstörungen, Schmerzen, Konzentrationsprobleme und Suizidideen sind typische Symptome einer Depression.  Für die Diagnose einer Depression müssen die Symptome mindestens zwei Wochen fast ständig vorhanden sein.

Jährlich erkranken in Deutschland nach Daten des Max-Planck-Institutes für Psychiatrie etwa 4,4%der Männer bzw.13,5%der Frauen an einer Depression. Das entspricht 7,8 Mio. Betroffenen (2,8 Mio. Männer und 5 Mio. Frauen). Ungefähr 1%der Bevölkerung erkranken an einer manisch- depressiven (oder bipolaren) Störung, d.h. insgesamt etwa 0,82 Mio. Bundesbürger. Zu jedem Zeitpunkt leiden 5% aller Jugendlichen und 2-3% aller Kinder an einer depressiven Störung. Man geht von einer Lebenszeitprävalenz von 10-18% und einer Punktprävalenz von bis zu 7% aus. In den USA geht man davon aus, dass die Prävalenz der majoren Depressionen von 1991–1992 bis zu den Jahren 2001–2002 von 3,3% auf 7,0% zugenommen hat. (Am J Psychiatry 2006; 163:2141–2147)  In der Hälfte der Fälle beginnt die Depression vor dem 32. Lebensjahr, nur bei 10% nach dem 56.Lebensjahr. Während der Depression weisen die Betroffenen ein fünf- bis 15fach erhöhtes Suizidrisiko auf; bis zu 60 Prozent der depressiven Kinder und Jugendlichen geben Suizidgedanken an. Suizide sind die dritthäufigste Todesursache junger Menschen. Depressionen bei Jugendliche begünstigen Substanzmissbrauchsstörung und Suizid im Erwachsenenalter. Fast die Hälfte aller Menschen, die an Depressionen leiden, haben noch andere psychische Störungen. Im Jahr 1993 wurden im Bereich der gesamten gesetzlichen Krankenversicherung insgesamt ca. 282 000 Arbeitsunfähigkeitsfälle (AU-Fälle) mit ca. 10,9 Mio. AU-Tagen aufgrund depressiver Erkrankungen registriert (hierin einbezogen sind die ICD 9-Nr. 296, 301, 309, 311 und 40% der unter Nr. 300 registrierten Fälle). Das entspricht ungefähr 2,2% aller AU-Tage. Für Frauen wurden ca. doppelt so viele AU-Fälle je 100 000 Pflichtmitglieder ausgewiesen wie für Männer (1285 versus 592 Fälle je 100 000 Pflichtmitglieder). Die Statistik der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) weist für die o. g. ICD 9-Nummern für den Bereich der AOK West jeweils mehr als doppelt so viele AU-Fälle bezogen auf die Pflichtmitglieder aus wie für den Bereich der AOK Ost (AOK West: Männer 748, Frauen 1670; AOK Ost: Männer 314, Frauen 782 AU-Fälle je 100 000 Pflichtmitglieder). Depressionsbedingte AU dauert im Mittel deutlich länger (rund zweieinhalbmal) als AU aufgrund anderer Krankheiten. Zusätzlich entstehen ganz erhebliche Kosten für Arbeitgeber durch mangelhafte Arbeitsleistung von anwesenden depressiven Mitarbeitern. Eine neuere Untersuchung geht in den USA von um 5,6 Wochenstunden verminderte Produktivität mit Kosten von 31 Milliarden Dollar/Jahr aus. JAMA. 2003;289:3135-3144  Depressive Erkrankungen haben einen erheblichen Anteil an den Gründen für eine vorzeitige Berentung. 1995 wurden 18 629 Frühberentungen (7 146 Männer, 11 483 Frauen) aufgrund depressiver Erkrankungen für die o.g. ICD 9-Nummern bewilligt. Das entspricht ca. 6,3% aller 297 164 Frühberentungen im Jahr 1995. Das mittlere Berentungsalter lag zwischen 50 und 54 Jahren. [Gesundheitsbericht für Deutschland 1998] www.gbe-bund.de). Eine neue amerikanische Untersuchung (Face-to-face household survey, 9090 Personen über 18 Jahren) geht von einer Lebenszeitprävalenz von 16.2%  (32,6-35,1 Millionen erwachsene US Amerikaner) und einer 12-Monatsprävalenz von 6.6%  (13,1-14,2 Millionen erwachsene US- Amerikaner) für Majore Depressionen aus. 10,4% der Fälle wurden als leicht, 38,6% als mäßig,  38,0% als schwer und 12,9% als sehr schwer eingeschätzt. Die Durchschnittliche Dauer einer Episode betrug 16 Wochen. Die Beeinträchtigung der Behinderung in sozialen Funktionen wurde bei  59,3% der Fälle als schwer oder sehr schwer angesehen. In den 3/4 der Fällen bestanden zusätzlich andere psychische Störungen, die eine Klassifikation nach dem DSM-IV rechtfertigten. Am häufigsten waren zusätzlich Angststörungen (bis zu 60%) vorhanden, gefolgt von Substanzmissbrauch und Störungen der Impulskontrolle. 51,6% der depressiven Patienten wurden behandelt, von diesen erhielten nur 41,9% eine adäquate Behandlung. Insgesamt wurden damit  21,7% der in den letzten 12 Monaten erkrankten adäquat behandelt.  (JAMA. 2003;289:3095-3105.ABSTRACT  FULL TEXT  PDF).  Dass so wenige Patienten adäquat behandelt werden, trifft auf alle sozialen Schichten zu. Vorurteile der Betroffenen aber auch reale Diskriminierungen erschweren nach wie vor die Aufnahme einer psychiatrischen Behandlung. Dies gilt beispielsweise auch für erkrankte Ärzte. (JAMA. 2003;289:3161-3166.ABSTRACT) Depressive Erkrankungen mit einer Komorbidität für andere psychische Störungen haben eine schlechtere Prognose als reine depressive Störungen. Komorbidität scheint dabei zuzunehmen. Kessler et al 1996 Kessler RC et al 1998, Roy-Byrne PP, et al 2000  Nach einer WHO Studie mit  245404 Teilnehmern aus 60 Ländern aus allen Regionen der Erde verursachen Depressionen die größten negativen Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen, verglichen mit Krankheiten wie Angina pectoris, Arthritis,  Asthma, und Diabetes. Das Gleichzeitige Vorhandensein einer Depression verschlechtert die Gesundheit mehr als die Kombination aller anderen Krankheiten untereinander. (Lancet 2007; 370: 851–58)

Die Life-event-Literatur (Brown et al. Psychol.Med.1995;25, 7-21) deutet darauf hin, dass das Erleben von Entwertung, Erniedrigung und Verlust in engen Beziehungen ein hohes Risiko für eine Depression bedeutet. Kritische Lebensereignisse und langfristige Belastungen können unzweifelhaft depressive Verstimmungen auslösen.  Unzweifelhaft stellt Armut und Arbeitslosigkeit ebenfalls ein hohes Depressionsrisiko dar. Depressionen sind keine Wohlstandskrankheiten, sie kommen in allen Schichten der Gesellschaft vor. Auch viele berühmte, intelligente, schöne und reiche Menschen haben darunter gelitten und leiden darunter. Dennoch können Begriffe wie Sissi- Syndrom in die Irre führen. Als Folge von Armut, Rechtlosigkeit und mangelnder Bildung sind Depressionen in Entwicklungsländern häufiger als bei uns. Sie stellen dort entgegen vieler Vorurteile einen wesentlichen Faktor dar, der nicht nur aus der Armut entsteht, sondern sie auch in einer Art Teufelskreis aufrecht erhält.  In vielen Fällen scheint es so zu sein, dass dieser Auslöser nur bei der ersten Episode eine wesentliche Rolle spielt und anschließend ein nicht selten von Belastungen unabhängiger phasenhafter oder episodischer Verlauf eintritt. Für die folgenden Episoden der Erkrankung sind deshalb oft  keine kritischen Belastungen für die Auslösung erforderlich.  Depressionen werden dann von den so induzierten biologischen und kognitiven Prozessen unterhalten. Bestimmte persönlichkeitsgebundene Denkmuster machen anfälliger für Depressionen und unterhalten diese. Weltkarte nach Einkommen Besserung der Lebensbedingungen und Besserung der Bildung kann bei benachteiligten Personengruppen auch depressive Symptome bessern. (z.B. Literacy Education Improve Symptoms of Depression The Journal of the American Board of Family Medicine 20 (1): 23-27 (2007) )

Auch Persönlichkeitsmerkmale können einen Risikofaktor für die Entstehung von Depressionen darstellen.   Die Forschung zeigt, dass das Persönlichkeitsmerkmal "vegetative Labilität" in Verbindung mit dem Merkmal "Rigidität" im Persönlichkeitsprofil  von Gesunden, das Risiko zu erkranken erhöhen. Die Wirkung von Stress und chronischer Überforderung als Risikofaktor für die Entstehung von Depressionen wird z.B. in einer Untersuchung an Personen deutlich, die Familienangehörige mit einer Demenz  zu versorgen hatten. 

 

Bei der Depression handelt es sich um ein Syndrom, welches durch eine Vielzahl von Symptomen hervorgerufen werden kann. Charakteristisch ist, dass körperliche und psychische Symptome gemeinsam vorkommen. Obwohl den meisten Menschen einmal belastende Lebensereignisse wie Todesfälle, Trennungen oder der Verlust des Arbeitsplatzes widerfahren, führen sie nur bei einigen Menschen zu eigentlichen Depressionen. Gerade weil die meisten Menschen diesbezügliche Erfahrungen haben, ohne dadurch krank geworden zu sein, fällt es oft schwer, die Depression als eigenständiges Krankheitsbild zu erkennen. Depression bedeutet als mehr als normale Niedergeschlagenheit und Traurigkeit als Reaktion auf ein belastendes Lebensereignis.  Depression meint eine Störung des Gefühlslebens die sich weniger in wirklicher Trauer als in einem Leeregefühl, einem Gefühl der Gefühllosigkeit äußert.  Hoffnungslosigkeit, Abwertung der eigenen Person und anderer, Schlafstörungen, Energiemangel, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Nachlassen des Appetits sind häufig begleitende Symptome. Ganz unrealistische negative Fehleinschätzungen der eigenen Vergangenheit, der Gegenwart, der finanziellen Situation, der Partnerbeziehung usw. können dazukommen.    Depressives Kranksein ist heute kein unabänderliches Schicksal mehr. Jedes depressive Zustandsbild ist behandelbar, Ziel jeder Behandlung ist, die depressive Verstimmung vollständig zum abklingen zu bringen --  was jedoch nicht immer hundertprozentig gelingt. Die Behandlung von Depressionen ist aber wenn sie fachgerecht geführt wird erfolgreicher als die Behandlung der meisten körperlichen Krankheiten. 

Depressionen werden häufig nicht erkannt und oft auch nicht behandelt. WHO Studie 1996) 

ICD-10-Diagnose

Berlin

Mainz

Depressive Episode

6,1

11,2

Dysthymie

0,5

0,9

Die überwiegende Mehrzahl der Patienten mit psychischen Erkrankungen (> 75 Prozent) wird vom Allgemeinarzt über Ursachen und den Umgang mit ihren psychischen Beschwerden beraten. Daneben stehen für eine Untergruppe psychischer Erkrankungen spezifische pharmakologische und psychotherapeutische Therapiestrategien zur Verfügung (zum Beispiel für depressive Erkrankungen und Angststörungen). Von diesen, erwiesenermaßen wirksamen Behandlungsmethoden wird aber nur in einer Minderzahl der Fälle Gebrauch gemacht: Beispiel für depressive Erkrankungen und Angststörungen). Von diesen, erwiesenermaßen wirksamen Behandlungsmethoden wird aber nur in einer Minderzahl der Fälle Gebrauch gemacht: Bei 11,4 Prozent (Berlin) und 10,5 Prozent (Mainz) der Patienten mit depressiven Episoden (ICD10) werden Antidepressiva verordnet; bei 10,0 Prozent (Berlin) beziehungsweise 10,5 Prozent (Mainz) der Patienten mit Angststörungen werden Antidepressiva und bei 25,0 Prozent (Berlin) beziehungsweise 15,9 Prozent (Mainz) dieser Patienten werden Sedativa verordnet. Daneben erhalten in jedem der beiden Zentren, Mainz und Berlin, deutlich weniger als 5 Prozent der Patienten mit depressiven oder Angststörungen eine systematische Psychotherapie. Ergebnisse einer bundesweiten Screeningstudie von Wittchen (Max Plank Institut für Psychiatrie) in München) im Jahr 2000 (Depression 2000 Studie 14758 Patienten): 42,9% der Patienten mit einer Depression  werden von ihrem Allgemeinarzt oder Internisten nicht erkannt, 65% der Hausärzte gaben an, die Depression selbst zu behandeln. 21,7% wurden direkt zum Nervenarzt, Psychotherapeuten oder in eine psychotherapeutische Behandlung überwiesen.  Antidepressiva verordneten 58,2% (TZA 31,9% und SSRI 39,3%), pflanzliche Mittel 36,4%, Hypnotika/Sedativa 23,8% und Neuroleptika 4%.  Bei den Neueinstellungen überwogen SSRI, bei längerer Krankheitsdauer TZA. Frauen und Patienten mit Depressionen in der Vorgeschichte wurden am häufigsten richtig behandelt, bei jüngeren Männern wurden auch schwere Störungen nicht diagnostiziert.  Eine Untersuchung aus Großbritannien (1,3 Mio. Pat.) stellt fest, dass die dortigen Allgemeinärzte TZA meist unterdosieren. SSRI erhalten dort vor allem jüngere Patienten (weil besser informiert und kritischer ?). Entgegen allen Richtlinien wurde bei 80% der Patienten in dieser Studie die Medikation schon vor Ablauf von 3 Monaten beendet. Nach einer anderen Studie leiden etwa 10% aller Patienten einer durchschnittlichen Hausarztpraxis unter einer behandlungsbedürftigen depressiven Störung, die Hälfte davon bleibt unerkannt und unbehandelt, 15% werden zwar erkannt, lehnen aber selbst eine Behandlung ab. Nur 30% der depressiven Patienten werden damit behandelt, von diesen brechen die Hälfte die Behandlung ab. A. Cicha, So leiten Sie Ihren Patienten ans Ziel, Der Hausarzt - 19/03 - 53  Nach einer in der Zeitschrift Lancet veröffentlichten Metaanalyse von 118 Studien in denen die Diagnostische Zuverlässigkeit von vom  Allgemeinarzt gestellten Depressionsdiagnosen untersucht wurde bei 50 371 Studienpatienten bei 47,3% (95% CI 41-7% - 53-0%) korrekt eine Diagnose einer Depression gestellt.  Bei je 100 unselektierten Patienten, die vom Allgemeinarzt nach diesen Studien gesehen wurden wurde bei 15 fälschlich die Diagnose Depression gestellt bei 10 wurde die Depression übersehen, bei weiteren 10 korrekt gestellt. Alex J Mitchell, Amol Vaze, Sanjay Rao Clinical diagnosis of depression in primary care: a meta-analysis, The Lancet 374, Issue 9690,  609-619


Über 60% aller Patienten, bei denen eine psychische Krankheit diagnostiziert wurde, leiden zusätzlich an einer oder zwei weiteren psychischen Erkrankungen. Speziell für die schwere Depression ist davon auszugehen, dass in ca. 18% der Fälle zusätzlich Persönlichkeitsstörungen und in 60-75% zusätzlich Sucht- und Angsterkrankungen auftreten. Darüber hinaus wird häufig übersehen, dass auch Patienten mit psychosomatischen oder chronischen körperlichen Erkrankungen in über 10% der Fälle zusätzlich an einer Depression leiden. Bei ca. 15% der internistischen und chirurgischen Patienten liegt eine aktuelle depressive Störung vor, bei neurologischen Patienten sogar bei ca. 30-35%.  Körperliche Erkrankungen können Depressionen auslösen, umgekehrt gehören körperliche Beschwerden regelmäßig zu den Symptomen einer Depression und Depressionen stellen einen Risikofaktor für viele körperliche Erkrankungen dar. So stellen Depressionen einen unabhängigen Risikofaktor für die langfristige Entwicklung von Bluthochdruck wie Herzinfarkten dar. (siehe Kapitel Depression und Herzkreislauf- Erkrankungen)

 

Prävalenz schwerer Psychiatrischer Störungen in der Primärversorgung   Goldberg DP, Lecrubier Y (1995). Form and frequency of mental disorders across centres. In: Üstün TB, Sartorius N, eds. Mental illness in general health care: an international study. Chichester, John Wiley & Sons on behalf of WHO: 323–334.
Städte Derzeit eine Depression Generalisierte Angststörung  Alkohol- Abhängigkeit Alle Psychiatrischen Erkrankungen nach CIDI
  (%) (%) (%) (%)
Ankara, Türkei 11.6 0.9 1.0 16.4
Athen, Griechenland 6.4 14.9 1.0 19.2
Bangalore, Indien 9.1 8.5 1.4 22.4
Berlin,  6.1 9.0 5.3 18.3
Groningen, Niederlande 15.9 6.4 3.4 23.9
Ibadan, Nigeria 4.2 2.9 0.4 9.5
Mainz,  11.2 7.9 7.2 23.6
Manchester, UK 16.9 7.1 2.2 24.8
Nagasaki, Japan 2.6 5.0 3.7 9.4
Paris,  13.7 11.9 4.3 26.3
Rio de Janeiro,  15.8 22.6 4.1 35.5
Santiago, Chile 29.5 18.7 2.5 52.5
Seattle, USA 6.3 2.1 1.5 11.9
Shanghai, China 4.0 1.9 1.1 7.3
Verona, Italien 4.7 3.7 0.5 9.8
Gesamt  10.4 7.9 2.7 24.0
 CIDI: Composite International Diagnostic Interview.


    

Die führenden Ursachen für Jahre die man mit einer Behinderung lebt (beide Geschlechter, alle Altersgruppen) (Leading causes of years of life lived with disability (YLDs), in all ages , by sex, estimates for 2000, The World Health Report 2001, WHO) % vom gesamten
   
1 Unipolare depressive Störungen 11.9
2 Schwerhörigkeit mit Beginn bei Erwachsenen 4.6
3 Eisenmangel Anämie 4.5
4 Chronisch obstruktive Lungenerkrankung 3.3
5 Alkohol induzierte Erkrankungen 3.1
6 Osteoarthritis 3.0
7 Schizophrenie 2.8
8 Stürze 2.8
9 Bipolare affektive Störungen 2.5
10 Asthma 2.1
11 angeborene Behinderungen 2.1
12 Bei Geburtskomplikationen und in den ersten Lebenstagen erworbene Behinderungen 2.0
13 Alzheimer'sche und andere Demenzen 2.0
14 Katarakt (grauer Star) 1.9
15 Verkehrsunfälle 1.8
16 Mangelernährung 1.7
17 Cerebrovaskuläre Erkrankungen (Schlaganfälle) 1.7
18 HIV/AIDS 1.5
19 Migräne 1.4
20 Diabetes mellitus 1.4

 

 

 

Theorien zur Depression (psychoanalytische, verhaltenstherapeutische, biologische)

Depression und Herzkreislauf- Erkrankungen

Symptome

Einteilung

Was Angehörige wissen müssen

Besonderheiten im Alter

Suizidalität

Posttraumatische Belastungsstörungen, oder wenn die Depression Folge von Misshandlungen oder Unfällen ist 

Nichtmedikamentöse Therapie Bipolare Störungen und ihre Behandlung

Alternative Therapien gegen Depression

Antidepressiva medikamentöse Behandlung der Depression (gesonderte Seite)

Stimmungstagebuch zur Beurteilung der Wirkung von Antidepressiva und des Verlaufes einer Depression zum Ausdrucken   als pdf  

Organische Ursachen 

Sport und Depression
Hamilton Depressionsskala im Glossar
Fahrtüchtigkeit und psychische Störungen

Links

 

Leitlinien der Fachgesellschaften:

Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN Affektive Erkrankungen

Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie Manische und bipolare affektive Störungen (F30, F31) Depressive Episoden und rezidivierende depressive Störungen (F32, F33) Anhaltende affektive Störungen (F34)

 

Britisch

G. M. Goodwin, for the Consensus Group of the British Association for Psychopharmacology Evidence-based guidelines for treating bipolar disorder ... recommendations from the British Association for Psychopharmacology Journal of Psychopharmacology 17(2) (2003) 149–173

NICE clinical guideline on depression National Clinical Practice Guideline Number 23

I. M. Anderson1, D. J. Nutt2 and J. F. W. Deakin1, on behalf of the Consensus Meeting and endorsed by the British Association for Psychopharmacology, Evidence-based guidelines for treating depressive disorders with antidepressants: a revision of the 1993 British Association for Psychopharmacology guidelines Journal of Psychopharmacology 14(1) (2000) 3–20 html Version unter http://www.bap.org.uk/consensus/antidepressants.html

 

 

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Literatur

  1. Psychische Erkrankungen in der Allgemeinpraxis Ergebnisse und Schlussfolgerungen einer WHO Studie Deutsches Ärzteblatt 93, Heft 18, 3. Mai 1996 Ein-Monats-Prävalenz psychischer Störungen (ICD-10) bei Patienten in allgemeinärztlichen Praxen (Prozent):

  2. Lawrenson RA et al: The treatment of depression in UK general practice: selective serotonin reuptake inhibitors and tricyclic antidepressants compared. J.Affeect Dis 59 (2000) 149-157Ds

  3.  Jane M. Murphy, PhD; Nan M. Laird, PhD;et al zur Prävalenz (Häufigkeit) von Depressionen siehe auch  A 40-Year Perspective on the Prevalence of Depression: The Stirling County Study  

  4. Goldberg DP, Lecrubier Y (1995). Form and frequency of mental disorders across centres. In: Üstün TB, Sartorius N, eds. Mental illness in general health care: an international study. Chichester, John Wiley & Sons on behalf of WHO: 323–334.

  5. William W. Eaton, PhD; Karen Neufeld, MD;A Comparison of Self-report and Clinical Diagnostic Interviews for Depression:Diagnostic Interview Schedule and Schedules for Clinical Assessment in Neuropsychiatry in the Baltimore Epidemiologic Catchment Area Follow-up    

  6. Leading causes of years of life lived with disability (YLDs), in all ages , by sex, estimates for 2000, The World Health Report 2001, WHO

  7. Goldberg DP, Lecrubier Y (1995). Form and frequency of mental disorders across centres. In: Üstün TB, Sartorius N, eds. Mental illness in general health care: an international study. Chichester, John Wiley & Sons on behalf of WHO: 323–334.

  8. Narrow WE, Rae DS, Robins LN, Regier DA. Revised prevalence estimates of mental disorders in the United States. Arch Gen Psychiatry. 2002;59:115-123.

  9. Walter F. Stewart; Judith A. Ricci; Elsbeth Chee; Steven R. Hahn; David Morganstein, Cost of Lost Productive Work Time Among US Workers With Depression, JAMA. 2003;289:3135-3144

  10. Claudia Center et al. Confronting Depression and Suicide in Physicians: A Consensus StatementJAMA. 2003;289:3161-3166.ABSTRACT

  11. Ronald C. Kessler; Patricia Berglund; Olga Demler; Robert Jin; Doreen Koretz; Kathleen R. Merikangas; A. John Rush; Ellen E. Walters; Philip S. Wang, The Epidemiology of Major Depressive Disorder: Results From the National Comorbidity Survey Replication (NCS-R), JAMA. 2003;289:3095-3105.ABSTRACT  FULL TEXT  PDF


     

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