1. Einführung suchen Sie am einfachsten über das Glossar.
Impressum
"Seien Sie vorsichtig beim Lesen von
Gesundheitsbüchern, sie könnten an einem Druckfehler sterben" Mark Twain.
| Die Suche nach
medizinischen Informationen ist glücklicherweise nicht die
Hauptbeschäftigung der Menschen, die das Internet nutzen. Kontakte über
E-Mail, Reisen, Musik, Hobbys, Sport und Spaß usw. dominieren die
Interessen der Onlinegemeinde. Ganze 6% der Internetnutzer eines Tages
sind nach eine amerikanischen Untersuchung allerdings auf der Suche nach
Infos zu ihren eigenen Krankheiten oder Beschwerden. Die Zuwachsrate an
Internetnutzern ist weiter hoch.
Internetworldstats Das Internet bietet
dabei inzwischen eine unüberschaubare Vielzahl an medizinischen
Informationen, und fast jede medizinische Information ist im Internet
erhältlich- oft allerdings gegen Bezahlung. Die Stichwortsuche in einer Suchmaschine hat sich
qualitativ in den letzen Jahren erheblich verbessert, weiterhin
ist es aber nicht einfach aus der Fülle das Relevante auszusuchen. Zu Stichwörter wie Neurodermitis, Depression,
Bandscheibenvorfall oder anderen medizinischen Diagnosen findet man
manchmal mehrere Millionen Adressen. Für Depression gab Google am
13.6.09 ca 73.400.000
Seiten an. Netcraft
zählte im 235 Millionen registrierte Webseiten insgesamt im
weltweiten Internet,
Yahoo hatte allerdings bereits 2005 behauptet 19 Milliarden
Dokumente im Suchmaschinenindex zu haben. Auch mit intelligenten
Maschinen ist also schon der Überblick über die Dimensionen schwierig.
Eine Bewertung aller Seiten mit medizinischen Informationen im Netz ist
unmöglich, auch Suchmaschinen können nicht immer den besseren Seiten den
obersten Platz bei der Suche einräumen. Dass unter der Vielzahl
der Webseiten auch unseriöse zu finden sind, ist nicht verwunderlich. Gefragt nach den Informationsquellen zu
Gesundheitsfragen gaben Amerikaner zu (PEW-
Internet June 2009)
• 86% einen Arzt zu fragen.
• 68% einen Freund oder Angehörigen zu fragen.
• 57% nutzen das Internet.
• 54% nutzen Bücher oder andere Printmedien
• 33% fragen ihre Versicherung.
• 5% nutzen andere Informationsquellen.
41% der befragten Erwachsenen und 66%
der Internetnutzer hatten bisher zu einem Gesundheitsthema recherchiert,
24% nach den Bewertungen ihrer Ärzte oder Behandler gesucht. Nicht nur
zahlenmäßig bleiben Ärzte allerdings die vertrauenswürdigste
Informationsquelle für Patienten im Internetzeitalter. (siehe
auch Arch Intern Med. 2005;165:2618-2624.)
Die Vorteile der
Informationsbeschaffung im Internet überwiegen für Ärzte und Patienten,
sowie Gesunde die Vorsorge betreiben wollen oder sich einfach
informieren wollen, bei weitem die Nachteile. Warnungen sind
dennoch weiter angebracht. Es tummeln sich auch Scharlatane aller
Gattungen in den Weiten der Netzwelt: Der Nürnberger Arzt Gunter Eysenbach
sandte im vergangenen Jahr ein fingiertes Hilfegesuch per E-Mail aus, in
dem er lebensbedrohliche Symptome schilderte. Unter den Antworten war das
Schreiben eines Heilpraktikers, der ihm dringend riet, Regenwasser zu
trinken......Zu den populärsten Anlaufstellen im Netz gehört allerdings
eine, die an Seriosität und Wissenschaftlichkeit schwer zu überbieten ist:
die gewaltige Datenbank
MedLine. Darin sind mehr als neun Millionen Artikel aus medizinischen
Fachzeitschriften erfasst. Rund 33 000 kommen monatlich hinzu. Kaum eine
wichtige Studie irgendwo auf der Welt, die hier nicht Eingang fände; meist
lassen sich die gefundenen Dokumente gleich online bestellen. Die
amerikanische National Library of Medicine gab MedLine im Juni 1997 für
jedermann frei. Zitat aus Hoffnung Kranke suchen im Internet die optimale
Therapie - und helfen der Forschung Von Manfred Dworschak
Die Zeit 1999 Nr. 1. Informationen zu Krankheiten über das Internet
sind für viele Kranke eine wichtige Ergänzung zur Beratung durch den Arzt
geworden, die Möglichkeit sich anonym jederzeit ausführlich informieren zu
können wird reichlich und auch erfolgreich genutzt. Fast jeder
Internetnutzer sucht auch nach Gesundheitsinformationen, wenn er selbst
oder seine Angehörigen gesundheitliche Probleme haben. Die meisten Nutzer
profitieren dabei offensichtlich nach eigener Einschätzung erheblich und
verbessern dadurch auch den Umgang mit ihren Leiden.
Pew Research Center (2000). |
|
| Nicht selten steht das Geschäftsinteresse, leider oft
verbunden mit Desinformation im Vordergrund. Ein Arzt kann hier durchaus
seriöses von weniger seriösem oder gar Scharlatanerie auf Kosten Ihres
Geldbeutels und der Gesundheit trennen, ein Laie kann dies oft nicht.
Ärzte dürfen keine Werbung machen. Seriöse Ärzte tun dies auch nicht. Das
Interesse an Werbung ist bei den meisten Ärzten auch gering. Im Gegensatz
dazu existiert ein riesiger Gesundheitsmarkt in dem massiv geworben wird.
Die Ärzte insgesamt würden gleichviel Geld verdienen (unter den
derzeitigen Bugetbedingungen), wenn die Anzahl der Erkrankten oder
Erkrankungen zurückginge, sie verdienen auch nicht mehr wenn sie zunehmen.
Der Nachteil hierbei ist, dass kostspielige Neuerungen in der Medizin
derzeit immer schlechter finanzierbar werden. Andererseits müssen
Patienten hier weniger Angst vor "erfundenen" Krankheiten haben, da ihr
Arzt sein Geld leichter an gesünderen Patienten verdient. "Erfundene"
Krankheiten gibt allerdings weiterhin auch in ärztlichen Praxen, am
wahrscheinlichsten dort wo Sie die spezielle Behandlung selbst bezahlen
müssen. Je teurer um so wahrscheinlicher, dass etwas faul ist. Die
problemlose Abrechung auf dem Krankenschein ist die einfachste und
sicherste Methode für den Laien zu wissen dass die Behandlung vermutlich
seriös ist. Dies ist im grauen Gesundheitsmarkt
oft umgekehrt. Überall dort wo Ihre Krankenkasse die Kosten für eine
Behandlung nicht übernimmt ist die Gefahr groß, dass es sich um ein in
seiner Wirksamkeit nicht gesichertes Behandlungs- oder Diagnoseverfahren
handelt. Im Gegensatz zu den üblichen Behandlungen die in unabhängigen
Studien überprüft wurden und von anerkannten Expertenkommissionen
als tauglich eingestuft wurden, müssen Sie selbst, überall dort wo
sie Ihren Geldbeutel zücken müssen, auch selbst die Wirksamkeit und
vor allem auch die Nebenwirkungen überprüfen. Dies gilt in besonderem Maße
für die Vielfalt des Internets in der sie oft nicht einmal den Autor als
Person oder mit seiner Adresse erkennen können. Laien sind oft noch nicht
einmal die bedeutsamen Unterschiede zwischen Psychiatern, Neurologen,
Psychotherapeuten, Psychologen und Heilpraktiker bekannt. Entsprechend
schwieriger ist es ohne fachliche Beratung auf dem fast unendlichen und
ständig wachsenden Marktplatz des Internets zu erkennen, was für eine
Qualifikation sich hinter einem Angebot befindet. |
| Deshalb soll hier versucht werden einen Überblick über
seriöse und informative Adressen zu geben. Natürlich sollen auch Beispiele
weniger seriöser oder aus meiner Sicht unsinniger Adressen gezeigt werden
(mit entsprechendem Hinweis). Auch bei Benutzung dieses Artikels erkennt
man die Vorzüge des Internet, einfach die Adresse anklicken und schon sind
Sie verbunden und haben Zugang zu den dort angebotenen Informationen.
Ähnliches könnte kein Zeitschriftenartikel oder Buch leisten. Dies soll
auch der Zweck dieser Seite sein, Ihnen den Zugang zu seriösen
Informationsquellen zu vereinfachen. Sie werden feststellen es finden sich
Wiederholungen bzw. Mehrfachnennungen der Verschiedenen Adressen unter
unterschiedlichen Überschriften. Absicht dahinter ist, dass Sie sich beim
"Durchklicken" von der Übersicht aus direkt dahin bewegen können wo ihr
Interesse liegt. |
|
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| Bitte bedenken Sie immer einen Arztbesuch oder die
Stellung einer richtigen Diagnose kann das Internet nicht ersetzen.
Entsprechend sind bisher auch keine "Arztbesuche" via Internet möglich.
Hiergegen sprechen nicht nur ganz erhebliche
juristische Bedenken, für eine ärztliche Behandlung ist immer noch ein
persönlicher Kontakt entscheidend. Für die Diagnosenstellung benötigt ihr
Arzt alle seine fünf Sinne. Apparative Befunde wie Röntgenbilder oder
Laborwerte lassen sich inzwischen per Internet gut übermitteln, zur
Stellung einer Diagnose bleiben sie weiterhin nur Hilfsmittel, die
ausschließlich in einem Gesamtzusammenhang eine Bedeutung haben. Die
meisten Diagnosen werden im ärztlichen Untersuchungsgespräch (Anamnese)
gestellt. Auch jede Behandlung muss auf das Individuum abgestimmt werden.
Für Menschen mit chronischen Erkrankungen mit ärztlich gesicherter
Diagnose kann das Internet aber eine nützliche ergänzende
Informationsquelle sein. Diese sollten auch keine Scheu
haben, wenn sie neue und interessante Informationen im Netz gefunden
haben, diese bei ihrem Arzt an zu sprechen. Hier kann es durchaus sein,
dass sie neue Behandlungswege entdeckt haben, die Ihrem Arzt bisher
verborgen geblieben sind. Um dies aber wirklich bewerten zu können,
sollten Sie seine Erfahrung in Anspruch nehmen. Ein Artikel zu diesem
Thema :von
Eysenbach G, Diepgen TL:
Patients Looking for Information on the Internet and Seeking Teleadvice:
Motivation, Expectations, and Misconceptions as Expressed in E-mails Sent
to Physicians Archives of Dermatology 1999;135:151-156
Dem Autor ist zuzustimmen wenn er sagt
Bei akuten (d.h. nicht chronischen, sondern neu aufgetretenen)
medizinischen Problemen sollte man aber immer den Arzt aufsuchen. Wenn man
nicht weiß, an welchen Arzt man sich wenden soll oder ob überhaupt, kann
initial auch mal das Internet weiterhelfen - ein Anruf beim Hausarzt ist
aber unter Umständen einfacher und sicherer! Bei akuten nicht ausreichend
diagnostizierten Krankheiten mag folgendes Zitat zutreffen:
„Dr.
Internet scheint alles wissen und alles heilen zu können“, meinte Hartmann
Bund -Vorsitzender Dr. Kuno Winn in Hannover. Tatsache sei aber, dass sich
dort viele Quacksalber und Abzocker herumtrieben, deren Angebote nicht auf
ihre Qualität überprüft werden können. Er empfehle deshalb, Risiken und
Nebenwirkungen der Internet-Medizin dadurch zu begrenzen, dass der Patient
vor dem Surfen die altbewährte Beratung durch seinen Arzt in Anspruch
nehmen möge. Medikamente sollte man in der Regel nicht im
Internet bestellen, und wenn Sie Medikamente im Internet bestellen,
sollten Sie ganz sicher sein dass es ein seriöser Anbieter ist. Neben oft unzureichender Qualität
der oft beworbenen Produkte, fehlt vor allem die
Indikationsstellung und die korrekte Aufklärung, von Haftungsfragen bei
gravierenden Nebenwirkungen abgesehen. Von
psychotherapeutischen Behandlungen via Internet rate ich zumindest für
absehbare Zeit dringend ab. Auch eine nach allen Regeln der
therapeutischen Kunst durchgeführte Psychotherapie mit persönlichem
Kontakt kann erhebliche Nebenwirkungen haben (z.B. geht eine gewisse Zahl
von Verschlimmerungen bei Depressionen, akuten Schüben bei Psychosen oder
Suizide, auch manche später bereuten Ehescheidungen gehen auf falsche
therapeutische Interventionen zurück). Das Risiko solcher durchaus
gravierender Nebenwirkungen ist über das Internet unverhältnismäßig
größer.
Ärztlicher Rat übers Internet
Aus: Eysenbach, G. et Diepgen, T. L., Patients Looking for Information
on the Internet and Seeking Teleadvice, Arch Dermatol 135 (1999) 151-156
Am Beispiel von 209 E- Mails an Dermatologen:
Die Beantwortung der
E-mails konnte in 44% der Fälle von einem Nichtmediziner vorgenommen
werden. Die übrigen 56% konnten entweder von einem Arzt beantwortet
werden, ohne den Patienten zu sehen (51%) oder erforderten eine klinische
Untersuchung oder zumindest weitere klinische Angaben zum Patienten (49%).
Schließlich konnten nur 28% aller Fragen direkt von einem Arzt beantwortet
werden. Etwa 75% der Meldungen enthielten eine oder mehrere spezielle
Fragen vor allem bezüglich neuer Therapieverfahren oder der Adresse eines
Spezialisten für ein bestimmtes Problem.
Die Informationsgesellschaft macht es mit
dem Internet möglich, dass Informationsmonopole von Experten immer
weniger bedeutsam sind. Das Internet hat den Zugang zu medizinischer
Information auch für Laien auf alle Zeiten hin dramatisch verändert. Die Qualität von Informationen im Internet ist
allerdings immer noch sehr unterschiedlich und die Fähigkeit des
einzelnen Nutzers die im Internet gewonnenen Informationen zu bewerten
und zu nutzen ist noch unterschiedlicher. Bildung und Vorwissen sind
entscheidende Variablen, daneben ist allerdings ein Vorwissen zur
kritischen Bewertung des Informationsanbieters sehr sinnvoll. Eine
Vielzahl von Studien und Bewertungen medizinischer Webseiten ist
inzwischen veröffentlicht worden. Die Ergebnisse sind unterschiedlich.
Insbesondere Patienten, die nicht erfahren in der Nutzung des
medizinischen Internets sind, sollten sich entweder beraten lassen oder
unabhängige Bewertungen von Internetseiten bzw. den Rat ihres Arztes
nutzen.
Verschiedene Organisationen bieten Spielregeln (codes
of conduct), Qualitätsiegel (quality labels) Anwenderführer (user guides),
Filter, und Zertifikate. Dies ist sinnvoll und nützlich,
allerdings teilweise mit erheblichem auch finanziellem und zeitlichem
Aufwand für die Betreiber verbunden. Beispiel ist die Health On
the Net Foundation (HON) unter
www.hon.ch, DISCERN
www.discern.de/
intute.ac.uk/
www.urac.org/
Manche Webseiten ändern sich erstaunlich schnell, aus einer hilfreichen
Webseite kann schnell auch eine Werbefläche für Zweifelhaftes werden.
Die Fragen, die immer gestellt werden müssen
sind:
- Wer schreibt, was ist seine Qualifikation
- gibt es Interessenkonflikte- Werbung für
Produkte auf der Seite etc.
- Woher kommen die Informationen,- gibt es
Quellenangaben
- Gibt es Hinweise auf Leitlinien der
Fachgesellschaften, handelt es sich um persönliche Meinungen
Häufige Fehlannahmen sind beispielsweise:
| Selbsthilfegruppen spiegeln
immer die Meinung von Betroffenen |
Selbsthilfegruppen sollten
immer auch Interessenkonflikte offenlegen, nicht wenige
Selbsthilfegruppen sind von Pharmafirmen gesponsert, manche
sogar von Pharmafirmen gegründet. Oft geht es in
Selbsthilfegruppen um die Durchsetzung spezieller Interessen,
die nicht unbedingt mit den Interessen des Nutzers identisch
sein müssen. |
| In Foren findet man eine
repräsentative Gemeinschaft von betroffenen Patienten. |
nur ein Teil der an einer
Krankheit leidenden benutzt Foren. Je besser der Verlauf der
Erkrankung, je besser die ärztliche Aufklärung in der
Behandlung, je mehr anderweitig beschäftigt, je älter und je
weniger gebildet umso weniger werden Foren genutzt. Forennutzer
sind zudem nicht unbedingt identisch mit Beitragsschreibern.
Eine Untersuchung ging der Nutzung von Foren durch Krebskranke
in Großbritannien nach. Von den im Forum registrierten Nutzern
posteten nur 18% überhaupt einen Beitrag. Nur sehr wenige Nutzer
posteten mehr als 5 Beiträge, aber eine Minderheit von
Forennutzern postete sehr viele Beiträge.
Journal
of Research in Nursing, Vol. 14, No. 1, 13-24 (2009) |
| Selbstverständlich
schließt dies nicht aus, dass die Nutzung eines Forums oder von
Selbsthilfegruppen hilfreich ist. Diverse Anwendungen im
Web 2.0, Selbsthilfegruppen und Foren übernehmen eine
wichtige Funktion, in der Gesundheitsfürsorge. Die
professionelle Medizin ist hier bisher in einer Beobachter und
Bewerterfunktion- eine Einmischung und Nutzung ist langfristig
unumgänglich. Nach einer amerikanischen Untersuchung sprachen
immerhin 2/3 derer die gesundheitliche Informationen aus dem
Internet bezogen, mit anderen darüber. |
Abstimmen ist eine wichtige Methode zur demokratischen
Entscheidungsfindung. Abstimmen über medizinische Behandlung im Internet
ist nicht immer sinnvoll und kann gesundheitsgefährdend sein. Eine
kanadische Studie untersuchte Youtube Filme zu Impfempfehlungen. 153
Videos wurden untersucht, 48% der Videos waren positiv in dem sie die
wissenschaftlich begründeten Impfempfehlungen unterstützten, 32% waren
gegenüber den Impfempfehlungen negativ eingestellt, und 20% waren
ambivalent. Verglichen mit den positiven Videos erhielten die negativen
Videos eine deutlich bessere Bewertung und wurden auch wesentlich öfters
angesehen. Videos der öffentlichen Gesundheitsbehörden erhielten die
schlechtesten Ratings und wurden am seltensten gesehen. Einige der
Videos waren industriegesponsert und/oder nahmen direkten Bezug zu einer
Pharmafirma. Fehlinformationen zu Impfungen sind verantwortlich
für oft schwere Komplikationen von Kinderkrankheiten und nicht
berechtigte Krankheitsängste und Behauptungen. Keelan J, et al.
YouTube as a source of information on immunization: a content analysis.
JAMA 2007;298:2482-4.
| Für und
Wider der Internetinformationen in der ärztlichen Behandlung |
| Nutzen |
Schaden |
| Nützt der Arzt- Patient-
Beziehung |
schadet der der Arzt- Patient-
Beziehung |
| Informiert den Patienten |
Patient interpretiert die
Information falsch oder gerät an nicht korrekte Informationen |
| Führt zu einer
partnerschaftlichen Arzt- Patient- Beziehung auf Augenhöhe |
Die Autorität des Arztes wird
unterminiert |
| Erleichtert die Mitarbeit und
Zufriedenheit des Patienten |
Patient fühlt sich gefordert
und verunsichert |
| Fördert die Übernahme von
Verantwortung durch den Patienten |
Führt zu Angst und
hypochondrischen Befürchtungen beim Patienten |
| Fördert die Adhärenz
|
führt zu Konflikten |
| Fördert bessere
Behandlungsentscheidungen |
Führt zu unrealistischen
Erwartungen |
| Macht die Behandlung
effizienter |
Verlängert die notwendige Zeit
bei Behandlungskontakten |
| Verbessert das
Behandlungsergebnis |
fördert unzweckmäßige und
potenziell teuere und schädliche Behandlungen |
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Kurz zusammengefasste 12 Punkte zu Medizin und Internet:
- Das Internet ist für die Informationsbeschaffung und
Kommunikation für Ärzte und Patienten unverzichtbar geworden.
- Besonders profitieren davon chronisch Kranke und ihre
Angehörigen. Z.B. bei Depressionen, Angstkrankheiten, Schizophrenien,
MS, Krebs, Essstörungen, Diabetes, Rückenschmerzen usw.
sofern zuvor zweifelsfrei eine ärztliche Diagnose gestellt wurde. Bei
akuten Symptomen sollte man immer zum Arzt gehen vor man den Computer zu
Rate zieht.
- Das Internet bietet Zugang zu den neuesten
Forschungsergebnissen, Krankheitsvorbeugung, Ausfindigmachen von
Selbsthilfegruppen, usw. Medizinische Information veraltet schnell, und
eine Publikation von vor zwei Jahren ist bei der Dynamik der
medizinischen Forschung oft schon veraltet, gerade in Bereichen wie
Krebs oder AIDS. Gerade deshalb bietet das Internet hier große Vorzüge.
- Die im Netz zu erhaltenen Informationen sind oft aktueller als
was medizinische Lehrbücher oder gedruckte Patientenratgeber bieten, es
gibt aber auch im Netz alte und veraltete Informationen. Eine Bewertung
von Informationen aus dem Netz sollte ein Arzt vornehmen, oder schließen
Sie sich einer Newsgroup oder anderen Diskussionsgruppe an und nehmen
sie deren Hilfe bei der Bewertung der im Netz erhaltenen Informationen
in Anspruch. Im Internet sollte man sich mehrfach absichern, d.h.
sich über einen Sachverhalt auf mehreren Websites zu belesen.
Dann merkt man recht schnell, wo verschiedene Sichtweisen existieren,
und welches Außenseitermeinungen und exotische Empfehlungen sind.
- Patienten oder medizinische Laien haben es wegen der
Fülle der angebotenen Information noch schwerer seriöses von
nicht seriösem zu unterscheiden. Übersichtliche deutschsprachige Hilfen
bei der Bewertung der Quellen sind erst im entstehen.
- Eine Diagnosestellung über das Internet ist gefährlich
und nicht seriös.
- Eine Behandlung (und das
gilt auch für Psychotherapie) über das Internet ist nicht möglich und
zumindest bisher als nicht seriös zu bezeichnen. (Was sich durchaus nach
genauer Klärung für ganz bestimmte Fälle ändern kann)
- Medikamente über das Internet zu bestellen
sollte man nur wenn, diese vom Arzt verordnet sind oder
man die Medikamente genau kennt. Es sollte nur von seriösen Anbietern
bestellt werden.
- Wer Ihnen eine Behandlung oder eine Mittel verspricht das gegen
alles hilft und nichts schadet, lügt immer. Was helfen kann, kann immer
auch Nebenwirkungen haben, wer darüber nicht aufklärt ist fahrlässig.
Was keine Nebenwirkungen haben kann, kann in der Regel auch nicht
helfen. Eine Behandlung die von deutschen Krankenversicherungen nicht
bezahlt werden muss, ist meisten entweder nicht wirksam oder
an der Wirksamkeit bestehen noch erhebliche Zweifel. Anpreisungen wie
"wissenschaftlicher Durchbruch", "Wunderheilung", "exklusives Produkt",
"Geheimformel", "Vitaminpräparate" oder "XY-Extrakt", "traditionelle
Rezeptur" oder gar ausschließlich "biologisch-natürliche" Inhaltsstoffe
(übrigens sind auch z.B. Rattengift und Heroin, natürliche
Produkte) lassen auf unseriöse Geschäfte
schließen.
- Psyberdocs sind im kommen, im Internet kann Sie der Gesetzgeber
nicht von einem virtuellen Praxisbesuch abhalten. Der Gesetzgeber kann
Sie aber auch nicht vor den Nebenwirkungen oder Betrug wirksam schützen,
(viele Anbieter sitzen im Ausland, selbst in Deutschland wären sie nicht
ermittelbar, wenn sie nicht die reale Adresse angeben).
- Reden Sie über Ihre im Internet gewonnenen Erkenntnisse mit
Ihren behandelnden Arzt. Er wird sich die Zeit nehmen Ihre Informationen
zu bewerten, manchmal vielleicht auch etwas neues von Ihnen lernen
können. Vielleicht ist die Diskussion mit dem gut informierten Kranken
für ihn manchmal anstrengender mit anderen Kranken, er wird Ihnen
dennoch helfen Ihre Informationen angemessen zu bewerten.
- Der informierte Kranke kann besser an seiner Genesung
mitwirken, wird oft schneller gesund, und kann besser mit seiner
Erkrankung umgehen.
- Einer Umfrage zufolge wurde die Hälfte der Nutzer in
den USA gern mit ihrem Arzt per E-Mail kommunizieren. Das erwarten
Web-Unternehmer auch von den Deutschen.
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Artikel mit Bewertung der Praxishomepage
- Eichenberg, Christiane Recherche zu hyperkinetischen Störungen: Häufigste
psychische Störung bei Kindern
PP
6, Ausgabe April 2007, Seite 173
- Eichenberg, Christiane; Portz, Kareen Internet-Recherche zu psychischen
Erkrankungen im Alter: Informationen für Experten, Betroffene und Angehörige
PP 5, Ausgabe April 2006, Seite 174
- Internet-Recherche zu affektiven Störungen: Umfassende Informationen
PP 4, Ausgabe November 2005, Seite 509 WISSENSCHAFT
- Prognos
Patienteninformationen für verschreibungspflichtige Medikamente in Deutschland
2008
- Eichenberg, Christiane; Abitz, Karin Recherche zu Entspannungstechniken und
hypnotherapeutischen Verfahren: Konzentration schulen, beruhigen und
Wohlbefinden steigern
PP 7, Ausgabe September 2008, Seite 410 THEMEN DER ZEIT
- Eichenberg, Christiane; Portz, Kareen Internet-Recherche zu sozialen Ängsten:
Soziale Isolierung überwinden helfen
PP 4, Ausgabe Juni 2005, Seite 270 WISSENSCHAFT
- Eichenberg, Christiane Internet-Recherche zur Verhaltenstherapie: Großes
Angebot
PP 4, Ausgabe Januar 2005, Seite 35 WISSENSCHAFT
- Elisabeth Althaus, Nach dem Terror: Bewältigung der psychischen Folgen
Psychotherapeut 2002 · 47:47
- Laszig, Parfen; Rieg, Kathy Recherche zu Zwangsstörungen: Wissenschaftliche
Projekte im Internet selten
PP 3, Ausgabe September 2004, Seite 418 WISSENSCHAFT
- Eichenberg, Christiane Internet-Recherche: Somatoforme Störungen
PP 3, Ausgabe April 2004, Seite 171 WISSENSCHAFT
- Eichenberg, Christiane Internet-Recherche: Sexuelle Störungen
Dtsch Arztebl 2001; 98(41): [20] Supplement: Praxis Computer
- Eichenberg, Christiane Internetrecherche zu sexuellen Funktionsstörungen:
Wenig Ressourcen zu frauenspezifischen Themen
PP 4, Ausgabe September 2005, Seite 418 WISSENSCHAFT
- Eichenberg, Christiane Psychische Störungen im Internet: Leichter Zugriff
PP 1, Ausgabe Januar 2002, Seite 34 WISSENSCHAFT
- Christiane Eichenberg, Kareen Portz Angststörungen: Information und
Intervention online
PiD
4− 2005 452-58
- Christiane Eichenberg, Karin Abitz Somatoforme Störungen: Informationen aus
dem Internet
PiD 3 −2008 297-302
Die Homepage in Büchern zitiert bei Google Books suchen
Artikel zum Stand der Internettherapie, Nutzung des Internet durch Patienten,
Bewertung von Internetseiten
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