|
Epilepsie und das Hormonsystem bei
Frauen
Epilepsien die von einem Herd ausgehen, (fokale Epilepsien) können störend
auf den Hormonstoffwechsel einwirken. Für generalisierte Epilepsien scheint dies
nicht zuzutreffen. Es wird davon ausgegangen, dass die Regelkreise zwischen dem
Hypothalamus und der Hypophyse direkt durch die epileptische hirnelektrische
Aktivität gestört werden können. Bei solchen fokalen Anfallsleiden kommen durch
die Epilepsie nicht selten erhöhte Prolaktinblutspiegel vor, die Einnahme
von Antiepileptika scheint dabei keine Rolle zu spielen. Polyzystische Ovarien
kommen bei diesen Epilepsien etwa 2,5x häufiger vor, als in der
Allgemeinbevölkerung ( manchmal vielleicht Folge davon, dass der
Testosteronabbau durch Valproinsäure verzögert wird). Auch die Wechseljahre
kommen tendenziell früher. Während bei gesunden Frauen nur in 8% Zyklen ohne
Eisprung vorkommen, ist dies bei etwa 30 Prozent der Frauen mit fokalen
Epilepsien der Fall. All diese Veränderungen scheinen bei erfolgreicher
Epilepsiechirurgischer Behandlung wegzufallen. Auch Unregelmäßigkeiten des
Menstruationszyklus durch schwankende Hormonspiegel spielen eine große Rolle.
Vor dem Eisprung und direkt vor oder während der Periode können Anfälle gehäuft
auftreten. (katameniale Anfallshäufung). Eine Zunahme der Anfälle wird bei
25 bis 30 Prozent der schwangeren Frauen mit Epilepsie beobachtet.
Übersichtsartikel mit ausführlicher Darstellung der hormonellen Veränderungen
durch die Epilepsie mit Therapieempfehlungen: Jürgen Bauer, Benjamin Rösing,
Reproduktive endokrine Störungen bei Frauen mit Epilepsie Dtsch Arztebl
2002; 99: A 2193–2199 [Heft 33]
Bei der Kombinationsbehandlung mit verschiedenen
Medikamenten spielt die Enzyminduktion eine wesentliche Rolle, Carbamazepin,
Phenobarbital
und Phenytoin
sind dann
besonders
ungünstig, bei Behandlung mit diesen Medikamenten sollten Patienten Vitamin D
(bis zu 2000 IU/Tag) und
Kalzium (bis zu 1200 mg pro Tag) einnehmen, da durch die Wechselwirkungen sonst
eine Osteoporose entstehen kann. Lamotrigin,
Topiramat,
Gabapentin und Levetiracetam
haben deutlich
weniger
Wechselwirkungen
und können
deshalb besser
kombiniert
werden. Bei Einnahme von Phenytoin, Carbamazepin, Phenobarbital,
Topiramat und Oxcarbazepin sollten Frauen, die mit der Pille verhüten wissen,
dass die Antibabypille mindestens 50 μg Ethinylöstradiol enthalten sollte, da
bei Minipillen insbesondere mit einem erhöhten Risiko ungewollter
Schwangerschaften zu rechnen ist. Ob höher dosierte Antibabypillen sicher sind
ist darüber hinaus auch nicht ausreichend untersucht, so dass ggf. noch andere
Verhütungsmethoden in Kombination angewendet werden sollten. Lamotrigin muss bei
Einnahme der Pille höher dosiert werden, da die Pille zum schnelleren Abbau von
Lamotrigin führt. Bei
möglicher
Schwangerschaft
ist Valproinsäure
besonders
ungünstig,
Folsäure
prophylaktisch
in jedem Fall
sinnvoll.
Antiepileptika,
die die
Wirksamkeit
der Pille
vermindern
können:
Carbamazepin,
Felbamat,
Oxcarbazepin,
Phenobarbital,
Phenytoin,
Primidon,
Topiramat
(Bei Dosen
>200
mg/Tag),
Antiepileptika,
die die
Wirksamkeit
der Pille
nicht
vermindern:
Benzodiazepine,
Gabapentin,
Lamotrigin,
Levetiracetam,
Tiagabin,
Valproinsäure,
Vigabatrin,
Zonisamid.
Epilepsie und Schwangerschaft, wie groß
sind die Risiken für Missbildungen, was kann man tun
Bisher hat keine Studie genau den Schaden ermittelt, den
epileptische Anfälle der Schwangeren auf das ungeborene Kind haben. Frauen die
mindestens 9 Monate vor der Schwangerschaft anfallsfrei waren bleiben zu
84%–92% auch während der Schwangeschaft anfallsfrei. Etwa
50- 60% aller Frauen mit einer Epilepsie bleiben während der Schwangerschaft
anfallsfrei, bei ungefähr einem Viertel der Frauen nimmt die Anfallshäufigkeit
in der Schwangerschaft zu. Besonders trifft dies auf Frauen zu, die mit Oxcarbazepin in Monotherapie behandelt werden. Bei den mit Lamotrigin
behandelten Frauen werden häufiger Dosiserhöhungen erforderlich. Ein eindeutig
erhöhtes Risiko für Spontanaborte in der Schwangerschaft ist bei Epilepsie
bisher nicht bekannt.
Verglichen mit Frauen ohne Epilepsie haben Frauen, die in der Schwangerschaft
einen Anfall haben ein etwa 1,36-fach erhöhtes Risiko ein Kind mit einem
niedrigen Geburtgewicht zur Welt zu bringen und ein 1,37-fach erhöhtes
Risiko einer Frühgeburt. Dieses Risiko ist auch um 1,34-fach gegenüber Frauen
erhöht, die an einer Epilepsie leiden, aber keine Anfälle in der Schwangerschaft
haben. Frauen mit einer Epilepsie die Rauchen, haben gegenüber Frauen die keine
Epilepsie haben und Rauchen ein deutlich erhöhtes Risiko vorzeitiger Wehen und
von Frühgeburten. Zur Wahrscheinlichkeit eines Status epilepticus in der
Schwangerschaft gibt es widersprüchliche Daten, insgesamt scheint das Risiko
nicht erhöht. Frauen mit einer Epilepsie haben ein gering erhöhtes Risiko, dass
ein Kaiserschnitt erforderlich wird. Es gibt bisher keine Daten die eine erhöhte
Häufingkeit von Präeklampsie, oder eines Schwangerschaftshypertonus
wahrscheinlich machen.
NEUROLOGY 2006;66:354-360 Arch Neurol, August 1, 2009; 66(8): 979 -
984.
[Abstract] Neurology, July 14, 2009; 73(2): 126 - 132.
[Abstract]
Da erwiesen ist, dass die Medikamente
die Missbildungsrate erhöhen, ist immer zu überlegen, ob im Falle einer Schwangerschaft
die Vorteile der Medikamente für die Mutter die Nachteile für das Kind
ausgleichen. Dabei kann die Entscheidung ein erhöhtes Anfallsrisiko in Kauf zu
nehmen in vielen Fällen die bessere Entscheidung sein.
| In einer großen Feldstudie wurden in den Niederlanden
alle zwischen 1972 und 1994 in 28 Krankenhäusern aus 4 Provinzen geborenen
Kinder auf das Vorliegen einer mütterlichen Epilepsie untersucht. Weiteres
Einschlusskriterium war die Einnahme antikonvulsiver Medikation während
des 1. Trimenons der Schwangerschaft. Unter diesen Kriterien wurden
letztlich 1411 Kinder von 921 Müttern in die Studie eingeschlossen. Als
Kontrollgruppe dienten 2000 Kinder von 1955 unbetroffenen Müttern. Als
große kongenitale Fehlbildungen wurden Herzfehlbildungen,
Neuralrohrdefekte, Hypospadie, Polydaktylien oder Lippen-, Kiefer- und
Gaumenspalten angesehen.
Ergebnisse: Die wichtigsten Beobachtungen waren:
- Die Ausprägung von Fehlbildungen war nicht abhängig vom
Vorhandensein der Epilepsie überhaupt oder von einem spezifischen
Epilepsiesyndrom.
- Das relative Risiko war bei Monotherapie auf 2,4, bei Einnahme von 2
Antikonvulsiva auf 3,3, bei Behandlung mit 3 Antikonvulsiva auf 3,1 und
bei 4 oder mehr Antikonvulsiva auf 5,9 erhöht.
- Das relative Risiko war lediglich bei Monotherapie mit Carbamazepin
auf 2,6 und mit Valproinsäure auf 4,1 signifikant erhöht, nicht aber bei
Monotherapie mit Phenobarbital oder Phenytoin.
- Bei Valproinsäure konnte eine Dosisabhängigkeit mit einem Anstieg
des Risikos oberhalb einer Tagesdosierung von 1000 mg nachgewiesen
werden.
- Das relative Risiko war bei vielen Kombinationstherapien erhöht.
Während Benzodiazepine allein kein erhöhtes Risiko aufwiesen, wirkten
diese in der Kombinationstherapie risikoerhöhend.
Schlußfolgerung: Das relative Risiko auf Ausprägung einer Fehlbildung
ist unter Monotherapie mit Carbamazepin oder Valproinsäure oder
Polytherapie mit mehreren Antikonvulsiva besonders erhöht.
Samrén EB, Duijn CM van, Christiaens GCML, Hofman A, Lindhout D.
Antiepileptic drug regimens and major congenital abnormalities in the
offspring. Ann Neurol 1999;46:73946. Nach den
Interimsergebnissen einer neuen großen Studie, ist bei Kindern von
Müttern die Valproat während der Schwangerschaft einnahmen im Alter von
3 Jahren im Vergleich zu ihren Altersgenossen eine etwas verminderte
Intelligenz festszustellen, dies traf für die Alternativen Carbamazepin,
Lamotrigin, und Phenytoin nicht zu. Das Ergebnis dieser Studie
bestätigt, bereits frühere Empfehlungen, dass Valproat am ehesten
negative Auswirkungen auf das ungeborene Kind hat. Meador
KJ, Baker GA, Browning N, et al. Cognitive function at 3 years of age
after fetal exposure to antiepileptic drugs. N Engl J Med
2009;360:1597-1605. |
GBP, LTG, and TPM
Primidon und Levetiracetam gehen vermutlich in klinisch
wichtiger Konzentration in die Muttermilch über. Gabapentin, Lamotrigin und
Topiramat gehen möglicherweise in klinisch wichtiger Konzentration in die
Muttermilch über. Valproat,
Phenobarbital, Phenytoin, und Carbamazepin gehen vermutlich nicht in
klinisch wichtiger Konzentration in die Muttermilch über. Zu
Ethosuximid gibt es keine ausreichenden Daten, ob es in klinisch wichtiger
Konzentration in die Muttermilch übergeht. Phenobarbital, Primidon
Phenytoin, Carbamazepin; Levetiracetam und Valproat sind wahrscheinlich
in klinisch wichtiger Konzentration placentagängig, vermutlich sind auch
Gabapentin, Lamotrigin, Oxcarbazepin, and Topiramat in klinisch wichtiger
Konzentration placentagängig. Bei einer Polytherapie sind die
genannten Angaben nicht unbedingt zutreffend, bzw. es liegen keine
ausreichenden Daten vor.
Schwangerschaft
verursacht eine vergrößerte Clearance und damit eine Abnahme der
Serumkonzentration von lamotrigin, Phenytoin, und in geringerem Maße von
Carbamazepin, und vermindert möglichereweise den Serumspiegel von
Levetiracetam sowie des Aktiven Metaboliten von Oxcarbazepin (das
Monohydroxyderivat). Frauen, die mit Oxcarbazepin in Monotherapie behandelt
werden, können deshalb in der Schwangerschaft vermehrt Anfälle haben.
Neurology 2009 73: 142-149.
[Abstract]
[Full
Text] [PDF]
|
Große
Fehlbildungen
bei
einer
Monotherapie
mit
Antiepileptika |
|
Substanz |
Rate
großer
kindlicher
Fehlbildungen |
N |
Quelle |
|
Carbamazepin |
2,2% |
900 |
Morrow
etal.
[14] |
|
Lamotrigin |
3,2%
≤200 mg:
1,9%
>200 mg:
5,4% |
647 |
Morrow
etal.
[14] |
|
2,7% |
802 |
Cunnington
etal.
[24] |
|
Oxcarbazepin |
2,4% |
248 |
Montouris
[22] |
|
Phenobarbital |
6,5% |
77 |
Holmes
etal.
[23] |
|
Phenytoin |
3,7% |
82 |
Morrow
etal.
[14] |
|
Valproat |
6,2%
≤1000 mg:
5,1%
>1000 mg:
9,1% |
715 |
Morrow
etal.
[14]
|
Holmes LB, Wyszynski DF, Liebermann E (2004) The AED (antiepileptic drug) pregnancy registry: a 6-year experience. Arch Neurol 61: 673-678
Cunnington M, Ferber S, Quartey G, and the International Lamotrigine Pregnancy Registry Scientific Advisory Committee (2007) Effectof dose on frequency of major birth defects following fetal exposure to lamotrigine monotherapy in an International Observational Study. Epilepsia in press
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Montouris G (2005) Safety of the newer antiepileptic drug oxcarbazepine during pregnancy. Curr Med Res Opin 21: 693-701
Zitat
nach
J. Bauer,
Epilepsietherapie
im
Erwachsenenalter
Nervenarzt 2007
DOI
10.1007/s00115-007-2328-7 |
Beratung von Frauen vor und in der
Schwangerschaft nach den schottischen
Leitlinien
Die Nichtbefolgung bekannter Leitlininen in der Beratung von
Frauen mit Epilepsie wird in der neuen Ausgabe vom Britisch Medical
Journal in einer Studie den dortigen Ärzten bescheinigt. Die meisten
wurden von ihrem Allgemeinarzt behandelt, die Anfallskontrolle sei
schlecht, die Einnahme der Medikamente sehr unterschiedlich, die Beratung
zur Verhütung, wie allgemein zu einer Schwangerschaft, sei ineffektiv.
Weniger als 50% der untersuchten Schwangerschaften waren geplant,
teilweise wegen Versagens der Pille (falsche Pille in Verbindung mit dem
Antiepileptikum). Mit ein Grund sei, daß die Leitlinien zur Beratung
und Behandlung meist für Neurologen verfaßt seinen und die Allgemeinärzte
nicht erreichten. Fairgrieve, S. D, Jackson, M., Jonas, P., Walshaw,
D., White, K., Montgomery, T. L, Burn, J., Lynch, S. A (2000). Population
based, prospective study of the care of women with epilepsy in pregnancy.
BMJ 321: 674-675
[Full text]
Schwangerschaften bei Frauen mit Epilepsie
sollten wann immer möglich geplant sein, um eine entsprechende Betreuung
sicher zu stellen.
In der Verhütung sollte bei
Gabe enzyminduzierender Antiepileptika ( Carbamazepin, Phenytoin,
Primidon, Phenobarbital ) bedacht werden, daß die Wirkung der Pille
beeinträchtigt werden kann. Es sollten in diesen Fällen kombinierte
Antibabypillen mit mindestens 50µg Östrogen/Tag angewendet werden, oder
andere nicht hormonelle Verhütungsmethoden gewählt werden.
Vor der Schwangerschaft sollte eine
ausführliche Information dieser Frauen stehen. Sinnvollerweise
wird diese Information allen Frauen mit dieser Erkankung im gebärfähigen
Alter gegeben.
Die Mehrheit der Kinder von Müttern mit Epilepsie
sind normal und gesund. Es besteht aber bei den Kindern besonders der
Frauen die Antiepileptika nehmen ein erhöhtes Mißbildungsrisiko für
kleinere kosmetische wie für schwerwiegende Mißbildungen im Vergleich zu
Frauen ohne Epilepsie.
Es ist möglich, daß dieses Risiko durch eine
genetische Prädisposition für Mißbildungen in einigen dieser Familien
besteht. Die Familenvorgeschichten beider Partner sollten diesbezüglich
angesehen werden.
Pränatale Screeninguntersuchungen mit Blut- und
Ultraschalluntersuchungen kann viele, insbesondere die größeren
Mißbildungen frühzeitig entdecken.
Tonisch-Klonische Krämpfe (große Anfälle) in der
Schwangerschaft
stellen ein Risiko für Mutter und Kind dar. Antiepileptika vermindern
dieses Risiko.
Antiepileptika
beinhalten ein erhöhtes Risiko von Neuralrohrdefekten (Spinn bifida
usw.). Die möglichst frühzeitige Gabe von Folsäurepräparaten ist
besonders wichtig um dieses Risiko zu vermindern.
V or und
während der Schwangerschaft sollte das Ziel Anfallsfreiheit bei
möglichst niedriger Dosis von Antiepileptika sein. In manchen
ausgewählten Fällen kann ein Ausschleichen der
Antiepileptika vor Beginn der Schwangerschaft sinnvoll sein, in anderen
die Umstellung von einer Mehrfach- oder Polytherapie auf eine
Monotherapie (Therapie mit einer Substanz).
|
| Folsäure
Alle Frauen mit Epilepsie sollten
angewiesen werden täglich 5mg Folsäure bereits in der Zeit
einzunehmen in der sie planen schwanger zu werden und in mindestens den
ersten 12 Wochen nach der Befruchtung.
|
| Vitamin K
Die Babys von Frauen die mit der
Gabe enzyminduzierender Antiepileptika behandelt werden (
Carbamazepin, Phenytoin, Primidon, Phenobarbital ) haben ein erhöhtes
Risiko von Blutungen Haemorrhagische Erkrankungen durch einen Mangel an
Vit. K abhängigen Gerinnungsfaktoren. Frauen die diese Medikamente
nehmen sollten prophylaktisch mit Vitamin K (Konakion) 20mg oral/täglich
von der 36. Schwangerschaftswoche an bis zur Geburt behandelt und ihre
Babys sollten bei Geburt 1mg Vitamin K
intramuskulär erhalten.
|
Umgang mit Frauen mit
erhöhtem Frühgeburtsrisiko
- Der Steroidmetabolismus ist möglicherweise durch
enzyminduzierende Antiepileptika beschleunigt. Bei Gabe von
enzyminduzierenden
Antiepileptika ( Carbamazepin, Phenytoin, Primidon, Phenobarbital
) sollten diese Frauen die doppelte übliche Steroiddosis erhalten. (48mg
statt den normalerweise angeratenen 24mg Betamethason), es sollte hier
immer eine sofortige prophylaktische Gabe von Vitamin K (Konakion) 20mg
oral/täglich begonnen werden.
|
Antiepileptika vor
und während der Schwangerschaft
- Frauen mit Epilepsie
die schwanger werden wollen, sollten zur Beratung immer einem Experten
vorgestellt werden. Die Diagnose sollte dabei nochmals überprüft und
spezifiziert werden.
- Falls bereits mindestens 2 Jahre Anfallsfreiheit
vorliegt sollte ein langsames Absetzen der Antiepileptika durch den
Facharzt unter Kontrolle im Verlauf von 3-6 Monaten erwogen werden.
- Bei Frauen die nicht
mindestens 2 Jahre anfallsfrei sind, oder
bei denen auf Grund der speziellen Art der Epilepsie ein erhöhtes Risiko
für erneute Anfälle besteht, oder bei Frauen die das Risiko erneuter
Anfälle nicht in Kauf nehmen wollten sollte ein Versuch einer Umwandlung
einer Polytherapie in eine Monotherapie erwogen werden.
- Ziel sollte Anfallsfreiheit bei
möglichst niedriger Dosis von Antiepileptika sein.
- Wenn Valproinsäure das einzige Antiepileptikum
der Wahl ist sollten hohe Plasmaspiegel vermieden werden, die Dosis
sollte möglichst auf mindestens 2 Tagesdosen verteilt werden und/oder es
sollte ein Präparat mit verzögerter Freisetzung und gleichmäßigem
Plamaspiegel ( Retard /chrono usw.) verwendet werden.
- Falls bei Vorstellung bereits eine
Schwangerschaft besteht, sollte in der Regel bei wirksamer Medikation
nicht mehr umgestellt werden. Dies da die Möglichkeiten dann noch das
Risiko der Mißbildung zu reduzieren minimal sind.
- Ärzte sollte ihrer Meldepflicht unerwünschter
Nebenwirkungen im Falle von Mißbildungen im besonderen Maße nachkommen
um die Kenntnisse hierüber zu verbessern.
|
| Dosisanpassung während der
Schwangerschaft:
Entscheidend bleibt die
Wirkung: bei unzureichender Wirksamkeit ist die Dosis zu erhöhen, oder
muß manchmal auch ein weiteres Antiepileptikum dazu gegeben werden.
Für die Bestimmung von
Plasmaspiegeln gilt wie sonst auch, daß sie nur bei Anzeichen von
Toxizität, zur Überprüfung der Compliance oder bei Polytherapie
indiziert ist.
|
Vorsorge
Allen Schwangeren eine Kontrolle des AFP (alpha
feto Protein) angeboten werden. Dabei sollte über die Konsequenzen
bereits vor der Screening- Untersuchung aufgeklärt werden.
Allen Schwangeren sollte eine
besonders qualifizierte Ultraschalluntersuchung ( 18 - 22. Woche)
angeboten werden. Es sollte auch dann der Hinweis gegeben werden, daß
die beste Untersuchung keine 100%ige Sicherheit bietet.
die Behandlung des Status epileptikus erfolgt
wie sonst auch: Diazepam 10 - 20mg iv (zunächst 10mg als Bolus mit
langsamer Injektion weiterer 2mg Dosen nach Erfordernissen). Wenn
notwendig Phenytoin iv 15mg/Kg nicht schneller als 50mg/Minute. Wenn
kein venöser Zugang möglich ist, kann die Diazepamdosis als Rektiole
gegeben werden.
|
Wehen und Entbindung
Klinik mit Konsiliardienst oder
neurologischer Abteilung auswählen.
Unterrichtung, daß die meisten Geburten auch
bei Epilepsie als normale, vaginale Entbindungen ablaufen.
Antiepileptika werden während
der Wehen wie gewohnt weiter gegeben. Keine Dosis auslassen.
Tonisch-klonische Anfälle treten bei 1 - 2%
der Frauen während der Wehen auf. Behandlung wie sonst auch. Wiederholte
große Anfälle während der Wehen stellen eine Indikation für einen
Kaiserschnitt (unter Narkose) dar. (wegen des Risikos des
Sauerstoffmangels für das Kind)
Schmerzbehandlung wie bei anderen Frauen
auch.
|
Versorgung des
Säuglings
Epilepsie und Antiepileptika stellen keine
Kontraindikation für Stillen dar.
Wenn
der
Säugling
allerdings
trinkfaul
und
hypoton
ist,
sollte
bei
Säugling
der
Blutspiegel
der
Medikamente
überprüft
werden,
ist
dieser
hoch
sollte
abgestillt
werden.
Insgesamt ist von wenigen Ausnahmen
abgesehen, davon auszugehen, daß die Kinder von Eltern mit einer
Epilepsie ein etwa 3% iges Risiko haben selbst eine Epilepsie zu
entwickeln. (höher bei speziellen Syndromen).
Die
folgenden
Ratschläge
gelten
identisch
für
den
Vater
mit
einer
Epilepsie
im
Umgang
mit
dem
Säugling
-
Ob
überhaupt
besondere
Vorkehrungen
erforderlich
sind,
richtet
sich
nach
dem
individuellen
Anfallsrisiko.
- Je höher das Anfallsrisiko
bei der Frau um so mehr sollte sie beim Füttern eine für den Säugling
sichere Position einnehmen. Z.B.: auf dem Boden sitzend
oder
auf
dem
Sofa
mit
einem
unterlegten
Kissen.
- Je höher das Anfallsrisiko
bei der Frau um so
eher
sollte
auf dem Boden
gewickelt
werden.
-
Bei
hohem
Anfallsrisiko
ist
ein
Kinderwagen
mit
automatischer
Bremse
sinnvoll.
-
Bei
hohem
Anfallsrisiko
sollte
die
Frau
den
Säugling
nicht
alleine
baden.
-
Schlafmangel
der
Mutter
sollte
möglichst
gering
gehalten
werden,
da
dieser
anfallsauslösend
sein
kann.
- Ergänzt
und
erweitert
nach
1997, "Management of
pregnant women with epilepsy" (available via
www.show.scot.nhs.uk/sign/sogap1.htm). This guideline was
developed by a multidisciplinary group in accordance with
rigorous methodology recommended by the Scottish Intercollegiate
Guidelines Network (Fast wörtliche gering abgeänderte Übersetzung
durch KCM)
|
| Antiepileptika bei Frauen |
PHT |
CBZ |
VPA |
LTG |
GBP |
TPM |
| Plasmakonzentration von Sexualhormonen |
 |
 |
 |
- |
- |
? |
| Plasmakonzentration bei Empfängnisverhütenden
Hormonen |
 |
 |
- |
- |
- |
- |
| Radikalenbildung bei der Metabolisierung |
+ |
+ |
+ |
- |
- |
- |
| Förderung der Entstehung Polyzystischer
Ovarien |
? |
? |
? |
? |
? |
? |
| Anti-Folsäure-Effekt |
+ |
+ |
+ |
- |
- |
? |
| Teratogen |
|
|
|
|
|
|
| --bei Tier |
+ |
+ |
+ |
- |
- |
+ |
| --bei Mensch |
+ |
+ |
+ |
? |
? |
? |
- Fairgrieve, S. D, Jackson, M., Jonas, P., Walshaw,
D., White, K., Montgomery, T. L, Burn, J., Lynch, S. A (2000). Population
based, prospective study of the care of women with epilepsy in pregnancy.
BMJ 321: 674-675
[Full text]
- Yi-Hua Chen Affect of Seizures During Gestation on
Pregnancy Outcomes in Women With Epilepsy ,Arch Neurol,
August 1, 2009; 66(8): 979 - 984
- Meador KJ, Baker GA, Browning N, et al. Cognitive
function at 3 years of age after fetal exposure to antiepileptic drugs. N
Engl J Med 2009;360:1597-1605.
- Aktuelle Studie zur teratogenen (Missbildungen erzeugenden) Wirkung
von Antiepileptika
Neurodevelopmental Effects of Antiepileptic Drugs (NEAD Study)
- Practice Parameter update: Management issues for women with epilepsy—Focus
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change in seizure frequency: Report of the Quality Standards Subcommittee
and Therapeutics and Technology Assessment Subcommittee of the American
Academy of Neurology and American Epilepsy Society
C. L. Harden, J. Hopp, T. Y. Ting, P. B. Pennell, J. A. French, W. A.
Hauser, S. Wiebe, G. S. Gronseth, D. Thurman, K. J. Meador, B. S. Koppel, P.
W. Kaplan, J. N. Robinson, B. Gidal, C. A. Hovinga, A. N. Wilner, B.
Vazquez, L. Holmes, A. Krumholz, R. Finnell, and C. Le GuenNeurology 2009 73: 126-132.
[Abstract]
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Text] [PDF]
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pregnancy (an evidence-based review): Teratogenesis and perinatal outcomes:
Report of the Quality Standards Subcommittee and Therapeutics and Technology
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Gronseth, J. A. French, S. Wiebe, D. Thurman, B. S. Koppel, P. W. Kaplan, J. N.
Robinson, J. Hopp, T. Y. Ting, B. Gidal, C. A. Hovinga, A. N. Wilner, B.
Vazquez, L. Holmes, A. Krumholz, R. Finnell, D. Hirtz, and C. Le Guen Neurology
2009 73: 133-141.
[Abstract]
[Full
Text] [PDF]
- Practice Parameter update: Management issues for women with epilepsy—Focus on
pregnancy (an evidence-based review): Vitamin K, folic acid, blood levels, and
breastfeeding: Report of the Quality Standards Subcommittee and Therapeutics and
Technology Assessment Subcommittee of the American Academy of Neurology and
American Epilepsy Society C. L. Harden, P. B. Pennell, B. S. Koppel, C. A. Hovinga, B. Gidal, K. J.
Meador, J. Hopp, T. Y. Ting, W. A. Hauser, D. Thurman, P. W. Kaplan, J. N.
Robinson, J. A. French, S. Wiebe, A. N. Wilner, B. Vazquez, L. Holmes, A.
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Jürgen Bauer, Benjamin Rösing,
Reproduktive endokrine Störungen bei Frauen mit Epilepsie Dtsch Arztebl
2002; 99: A 2193–2199 [Heft 33]
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Samrén EB, Duijn CM van, Christiaens GCML, Hofman A,
Lindhout D. Antiepileptic drug regimens and major
congenital abnormalities in the offspring. Ann
Neurol 1999;46:73946.
 |
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