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Glossar
Psychiatrie/Psychosomatik/
Psychotherapie/Neurologie/Neuropsychologie |
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wurde unter Verwendung neuester Literatur erstellt. Insbesondere
dem ICD 10, dem DSM IV, AMDP- Manual, Leitlinien der
Fachgesellschaften, Lehrbuch VT von J.Mragraf, Lehrbuch der
analytischen Therapie von Thomä und Kächele, Lexika wie
dem Pschyrembel, verschiedene Neurologie- und
Psychiatrielehrbücher, Literatur aus dem Web, außerdem
einer Vielzahl von Fachartikeln aktueller Zeitschriften der
letzten 10Jahre. Nicht alle (insbesondere kleinere) Zitate sind kenntlich
gemacht. Verständlicherweise konnte durch Verwendung
verschiedener Quellen eine Mischung aus den unterschiedlichen
Zitaten nicht immer vermieden werden. Soweit möglich
wird dies angezeigt. Nicht alles ist auf Anhieb
laienverständlich, da ich die Zusammenstellung auch für
mich selbst nutze, musste hier ein Kompromiss zwischen
Verständlichkeit und medizinischer und psychologischer
Exaktheit gefunden werden. Falls sich jemand falsch oder in zu
großem Umfang zitiert findet- bitte eine E-Mail
schicken. KM 19.4.2000 Siehe auch die ergänzenden Hinweise
unten auf dieser Seite.
PS
selbstverständlich wird das Glossar regelmäßig
aktualisiert werden.
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| Fabry, Morbus |
Der M. Fabry stellt eine X-chromosomal erbliche Speicherkrankheit dar, die
viszerale Organe, das Nervensystem und die Blutgefäße befällt. Die Diagnose wird
meist 5 - 15 Jahren nach Auftreten der ersten Symptome erst im Erwachsenenalter
gestellt. Schmerzen der Hände und Füße, Hitze-
und Kälteintoleranz, Fieberschübe,vermindertes Schwitzen,
Hornhauttrübung,blaurote Hautläsionen (Angiokeratome), Hornhauttrübung,
Schlaganfall, linksventrikuläre Hypertrophie, Herzrhythmusstörungen,
Depressionen Niereninsuffizienz sind die Symptome. Der Stoffwechseldefekt
liegt im Katabolismus von Ceramiden (Glykosphingolipiden), die Komponenten
verschiedener Organe darstellen. Durch die fehlende Aktivität der
a-Galaktosidase kommt es bei Patienten mit M. Fabry zur Akkumulation eines
bestimmten Glykosphingolipids, des Ceramid-Trihexosids, im Endothel von Gefäßen,
Epithelien vieler Organe (besonders der Nieren) und Zellen der glatten
Muskulatur. Das ubiquitäre Vorkommen der Speichersubstanzen erklärt die
Manifestation der Erkrankung in vielen Organsystemen. Die Krankheit verläuft
chronisch, erste Symptome sind Schmerzen und Parästhesien in den Extremitäten
oft im Sinne von Minuten bis zu Tagen anhaltenden und qualvoll brennende
Schmerzkrisen durch eine small-fibre-Neuropathie die auf durch
Sphingolipid-Ablagerungen in den Vasa nervorum zurückgeführt wird, oft besteht
eine Hypohidrosis. Pathognomonisch sind Angiokeratome (kleine, rötliche bis
blauschwarze Gefäßektasien), woraus sich der Krankheitsname Angiokeratoma
corporis diffusum ableitet. Im Erwachsenenalter manifestiert sich der M. Fabry
am Herzen und den Nieren: Es können Herzrhythmusstörungen auftreten, häufig
entwickelt sich eine Kardiomyopathie. Aufgrund einer Niereninsuffizienz werden
die Patienten häufig dialysepflichtig. Auch zerebrovaskuläre Symptome
insbesondere Schlaganfälle auch in jüngeren Jahren sowie begleitende kognitive
Störungen werden beobachtet, Hörstörungen und Tinnitus, Abgeschlagenheit und
Erschöpfung bei körperlicher Anstrengung, Depressionen, Schwindel und
Kopfschmerzen kommen ebenfalls häufiger vor. Seit 2001 sind 2 i.v.
Enzymersatztherapien mit α-GAL (Agalsidase α) in Europa zugelassen, das Ausmaße
des Behandlungserfolgs ist noch nicht endgültig beurteilbar, ein Rückgang von
Sphingolipid-Ablagerungen in den Organen ist aber belegt. Es ist davon
auszugehen, das die Enzymersatztherapien nicht nur die Symptome bessern, sondern
auch die Lebenserwartung verlängern. |
- Mehta, A, Clarke, J T R, Giugliani, R, Elliott, P, Linhart, A,
Beck, M, Sunder-Plassmann, G, on behalf of the FOS Investigators,
(2009). Natural course of Fabry disease: changing pattern of
causes of death in FOS - Fabry Outcome Survey. J. Med. Genet.
46: 548-552
[Abstract]
[Full Text]
- Schiffmann, R., Warnock, D. G., Banikazemi, M., Bultas, J.,
Linthorst, G. E., Packman, S., Sorensen, S. A., Wilcox, W. R.,
Desnick, R. J. (2009). Fabry disease: progression of nephropathy,
and prevalence of cardiac and cerebrovascular events before
enzyme replacement therapy. Nephrol Dial Transplant 24:
2102-2111
[Abstract]
[Full Text]
- Oqvist, B., Brenner, B. M., Oliveira, J. P., Ortiz, A.,
Schaefer, R., Svarstad, E., Wanner, C., Zhang, K., Warnock, D.
G. (2009). Nephropathy in Fabry disease: the importance of early
diagnosis and testing in high-risk populations. Nephrol Dial
Transplant 24: 1736-1743
[Full Text]
- Schoenmakere, G. D., Poppe, B., Wuyts, B., Claes, K.,
Cassiman, D., Maes, B., Verbeelen, D., Vanholder, R., Kuypers,
D. R., Lameire, N., De Paepe, A., Terryn, W. (2008). Two-tier
approach for the detection of alpha-galactosidase A deficiency
in kidney transplant recipients. Nephrol Dial Transplant 23:
4044-4048
[Abstract]
[Full Text]
- Buechner, S, Moretti, M, Burlina, A P, Cei, G, Manara, R,
Ricci, R, Mignani, R, Parini, R, Di Vito, R, Giordano, G P,
Simonelli, P, Siciliano, G, Borsini, W (2008). Central nervous
system involvement in Anderson-Fabry disease: a clinical and MRI
retrospective study. J. Neurol. Neurosurg. Psychiatry 79:
1249-1254
[Abstract]
[Full Text]
- Invernizzi, P, Bonometti, M., Turri, E, Benedetti, M.,
Salviati, A (2008). A case of Fabry disease with central nervous
system (CNS) demyelinating lesions: a double trouble?. Mult
Scler 14: 1003-1006
[Abstract]
- Ortiz, A., Oliveira, J. P., Waldek, S., Warnock, D. G.,
Cianciaruso, B., Wanner, C., on behalf of the Fabry Registry,
(2008). Nephropathy in males and females with Fabry disease:
cross-sectional description of patients before treatment with
enzyme replacement therapy. Nephrol Dial Transplant 23:
1600-1607
[Abstract]
[Full Text]
- Schiffmann, R., Warnock, D. G., Banikazemi, M., Bultas, J.,
Linthorst, G. E., Packman, S., Sorensen, S. A., Wilcox, W. R.,
Desnick, R. J. (2009). Fabry disease: progression of nephropathy,
and prevalence of cardiac and cerebrovascular events before
enzyme replacement therapy. Nephrol Dial Transplant 24:
2102-2111
[Abstract]
[Full Text]
- Imbriaco, M, Pisani, A, Spinelli, L, Cuocolo, A, Messalli, G,
Capuano, E, Marmo, M, Liuzzi, R, Visciano, B, Cianciaruso, B,
Salvatore, M (2009). Effects of enzyme-replacement therapy in
patients with Anderson-Fabry disease: a prospective long-term
cardiac magnetic resonance imaging study. Heart 95: 1103-1107
[Abstract]
[Full Text]
- Oqvist, B., Brenner, B. M., Oliveira, J. P., Ortiz, A.,
Schaefer, R., Svarstad, E., Wanner, C., Zhang, K., Warnock, D.
G. (2009). Nephropathy in Fabry disease: the importance of early
diagnosis and testing in high-risk populations. Nephrol Dial
Transplant 24: 1736-1743
[Full Text]
- West, M., Nicholls, K., Mehta, A., Clarke, J. T.R., Steiner,
R., Beck, M., Barshop, B. A., Rhead, W., Mensah, R., Ries, M.,
Schiffmann, R. (2009). Agalsidase Alfa and Kidney Dysfunction in
Fabry Disease. J. Am. Soc. Nephrol. 20: 1132-1139
[Abstract]
[Full
Text]
- Ishii, S., Chang, H.-H., Yoshioka, H., Shimada, T., Mannen,
K., Higuchi, Y., Taguchi, A., Fan, J.-Q. (2009). Preclinical
Efficacy and Safety of 1-Deoxygalactonojirimycin in Mice for
Fabry Disease. J. Pharmacol. Exp. Ther. 328: 723-731
[Abstract]
[Full Text]
- Sims, K., Politei, J., Banikazemi, M., Lee, P. (2009). Stroke
in Fabry Disease Frequently Occurs Before Diagnosis and in the
Absence of Other Clinical Events: Natural History Data From the
Fabry Registry. Stroke 40: 788-794
[Abstract]
[Full Text]
- Weidemann, F., Niemann, M., Breunig, F., Herrmann, S., Beer,
M., Stork, S., Voelker, W., Ertl, G., Wanner, C., Strotmann, J.
(2009). Long-Term Effects of Enzyme Replacement Therapy on Fabry
Cardiomyopathy: Evidence for a Better Outcome With Early
Treatment. Circulation 119: 524-529
[Abstract]
[Full Text]
- Choi, S., Seo, H., Park, M., Kim, J., Hwang, S., Kwon, K.,
Her, K., Won, Y. (2009). Fabry disease with aortic regurgitation..
Ann. Thorac. Surg. 87: 625-628
[Abstract]
[Full Text]
- Schoenmakere, G. D., Poppe, B., Wuyts, B., Claes, K.,
Cassiman, D., Maes, B., Verbeelen, D., Vanholder, R., Kuypers,
D. R., Lameire, N., De Paepe, A., Terryn, W. (2008). Two-tier
approach for the detection of alpha-galactosidase A deficiency
in kidney transplant recipients. Nephrol Dial Transplant 23:
4044-4048
[Abstract]
[Full Text]
- Buechner, S, Moretti, M, Burlina, A P, Cei, G, Manara, R,
Ricci, R, Mignani, R, Parini, R, Di Vito, R, Giordano, G P,
Simonelli, P, Siciliano, G, Borsini, W (2008). Central nervous
system involvement in Anderson-Fabry disease: a clinical and MRI
retrospective study. J. Neurol. Neurosurg. Psychiatry 79:
1249-1254
[Abstract]
[Full Text]
- Chimenti, C., Morgante, E., Tanzilli, G., Mangieri, E.,
Critelli, G., Gaudio, C., Russo, M. A., Frustaci, A. (2008).
Angina in Fabry Disease Reflects Coronary Small Vessel Disease.
Circ Heart Fail 1: 161-169
[Abstract]
[Full Text]
- Joshi, S. B., Ahmar, W., Lee, G., Aggarwal, A. (2008).
Fabry's disease presenting as ventricular tachycardia and Left
Ventricular 'Hypertrophy'. Eur J Echocardiogr 9: 697-699
[Abstract]
[Full Text]
- Roach, E. S., Golomb, M. R., Adams, R., Biller, J., Daniels,
S., deVeber, G., Ferriero, D., Jones, B. V., Kirkham, F. J.,
Scott, R. M., Smith, E. R. (2008). Management of Stroke in
Infants and Children: A Scientific Statement From a Special
Writing Group of the American Heart Association Stroke Council
and the Council on Cardiovascular Disease in the Young. Stroke
39: 2644-2691
[Abstract]
[Full Text]
- Invernizzi, P, Bonometti, M., Turri, E, Benedetti, M.,
Salviati, A (2008). A case of Fabry disease with central nervous
system (CNS) demyelinating lesions: a double trouble?. Mult
Scler 14: 1003-1006
[Abstract]
- Lavigne, M. D., Yates, L., Coxhead, P., Gorecki, D. C.
(2008). Nuclear-targeted chimeric vector enhancing nonviral gene
transfer into skeletal muscle of Fabry mice in vivo. FASEB J.
22: 2097-2107
[Abstract]
[Full
Text]
- Linthorst, G. E., Poorthuis, B. J.H.M., Hollak, C. E.M.
(2008). Enzyme Activity for Determination of Presence of Fabry
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Coll Cardiol 51: 2082-2082
[Full Text]
- Ortiz, A., Oliveira, J. P., Waldek, S., Warnock, D. G.,
Cianciaruso, B., Wanner, C., on behalf of the Fabry Registry,
(2008). Nephropathy in males and females with Fabry disease:
cross-sectional description of patients before treatment with
enzyme replacement therapy. Nephrol Dial Transplant 23:
1600-1607
[Abstract]
[Full Text]
- Aerts, J. M., Groener, J. E., Kuiper, S., Donker-Koopman, W.
E., Strijland, A., Ottenhoff, R., van Roomen, C., Mirzaian, M.,
Wijburg, F. A., Linthorst, G. E., Vedder, A. C., Rombach, S. M.,
Cox-Brinkman, J., Somerharju, P., Boot, R. G., Hollak, C. E.,
Brady, R. O., Poorthuis, B. J. (2008). Elevated
globotriaosylsphingosine is a hallmark of Fabry disease. Proc.
Natl. Acad. Sci. USA 105: 2812-2817
[Abstract]
[Full
Text]
- Linhart, A. (2008). Treatment of Anderson Fabry disease.
Heart 94: 138-139
[Full Text]
- Barbey, F., Lidove, O., Schwarting, A. (2008). Fabry
nephropathy: 5 years of enzyme replacement therapy--a short
review. NDT Plus 1: 11-19
[Full Text]
- Hughes, D A, Elliott, P M, Shah, J, Zuckerman, J, Coghlan, G,
Brookes, J, Mehta, A B (2008). Effects of enzyme replacement
therapy on the cardiomyopathy of Anderson Fabry disease: a
randomised, double-blind, placebo-controlled clinical trial of
agalsidase alfa. Heart 94: 153-158
[Abstract]
[Full Text]
- Terryn, W., Poppe, B., Wuyts, B., Claes, K., Maes, B.,
Verbeelen, D., Vanholder, R., De Boeck, K., Lameire, N., De
Paepe, A., De Schoenmakere, G. (2008). Two-tier approach for the
detection of alpha-galactosidase A deficiency in a predominantly
female haemodialysis population. Nephrol Dial Transplant 23:
294-300
[Abstract]
[Full Text]
- Andrade, J., Waters, P. J., Singh, R. S., Levin, A., Toh,
B.-C., Vallance, H. D., Sirrs, S. (2008). Screening for Fabry
Disease in Patients with Chronic Kidney Disease: Limitations of
Plasma {alpha}-Galactosidase Assay as a Screening Test. CJASN 3:
139-145
[Abstract]
[Full Text]
- Ackerman, M. J., Landstrom, A. P. (2007). Detection of
Subclinical Fabry Disease in Patients Presenting With
Hypertrophic Cardiomyopathy. J Am Coll Cardiol 50: 2404-2405
[Full Text]
- Ries, M., Clarke, J. T., Whybra, C., Mehta, A., Loveday, K.
S., Brady, R. O., Beck, M., Schiffmann, R. (2007). Enzyme
Replacement in Fabry Disease: Pharmacokinetics and
Pharmacodynamics of Agalsidase Alfa in Children and Adolescents.
J Clin Pharmacol 47: 1222-1230
[Abstract]
[Full Text]
- Tahir, H., Jackson, L. L., Warnock, D. G. (2007).
Antiproteinuric Therapy and Fabry Nephropathy: Sustained
Reduction of Proteinuria in Patients Receiving Enzyme
Replacement Therapy with Agalsidase-beta. J. Am. Soc. Nephrol.
18: 2609-2617
[Full
Text]
- Wanner, C., Breunig, F. (2007). Fabry Nephropathy and the
Case for Adjunctive Renal Therapy. J. Am. Soc. Nephrol. 18:
2426-2428
[Full
Text]
- Pastores, G. M., Boyd, E., Crandall, K., Whelan, A., Piersall,
L., Barnett, N. (2007). Safety and pharmacokinetics of
agalsidase alfa in patients with Fabry disease and end-stage
renal disease. Nephrol Dial Transplant 22: 1920-1925
[Abstract]
[Full Text]
- Aerts, J. M., Groener, J. E., Kuiper, S., Donker-Koopman, W.
E., Strijland, A., Ottenhoff, R., van Roomen, C., Mirzaian, M.,
Wijburg, F. A., Linthorst, G. E., Vedder, A. C., Rombach, S. M.,
Cox-Brinkman, J., Somerharju, P., Boot, R. G., Hollak, C. E.,
Brady, R. O., Poorthuis, B. J. (2008). Elevated
globotriaosylsphingosine is a hallmark of Fabry disease. Proc.
Natl. Acad. Sci. USA 105: 2812-2817
[Abstract]
[Full Text]
- Terryn, W., Poppe, B., Wuyts, B., Claes, K., Maes, B.,
Verbeelen, D., Vanholder, R., De Boeck, K., Lameire, N., De
Paepe, A., De Schoenmakere, G. (2008). Two-tier approach for the
detection of alpha-galactosidase A deficiency in a predominantly
female haemodialysis population. Nephrol Dial Transplant 23:
294-300
[Abstract]
[Full Text]
- Andrade, J., Waters, P. J., Singh, R. S., Levin, A., Toh,
B.-C., Vallance, H. D., Sirrs, S. (2008). Screening for Fabry
Disease in Patients with Chronic Kidney Disease: Limitations of
Plasma {alpha}-Galactosidase Assay as a Screening Test. CJASN 3:
139-145
[Abstract]
[Full Text]
- Pastores, G. M., Boyd, E., Crandall, K., Whelan, A., Piersall,
L., Barnett, N. (2007). Safety and pharmacokinetics of
agalsidase alfa in patients with Fabry disease and end-stage
renal disease. Nephrol Dial Transplant 22: 1920-1925
[Abstract]
[Full Text]
- Germain, D. P., Waldek, S., Banikazemi, M., Bushinsky, D. A.,
Charrow, J., Desnick, R. J., Lee, P., Loew, T., Vedder, A. C.,
Abichandani, R., Wilcox, W. R., Guffon, N. (2007). Sustained,
Long-Term Renal Stabilization After 54 Months of Agalsidase beta
Therapy in Patients with Fabry Disease. J. Am. Soc. Nephrol. 18:
1547-1557
[Abstract]
[Full Text]
- Clarke, J. T.R. (2007). Narrative Review: Fabry Disease. ANN
INTERN MED 146: 425-433
[Abstract]
[Full Text]
|
| Facettensyndrom
|
Als Facettengelenke bezeichnet man die kleinen an den
Querfortsätzen die Wirbel liegenden Gelenke zwischen den Wirbeln (Intervertebralgelenke).
Nach manualtherapeutische Definition
entsteht hier ein pseudoradikuläres (ohne Beeinträchtigung der
Nervenwurzeln) Schmerzsyndrom durch
Reizung der gut innervierten Gelenkkapseln, ausgehend von den Gelenkfacetten der
Interpedunkulargelenke. Ursächlich soll eine vermehrte Belastung der
Facettengelenke durch Lockerung der
Bänder bei verminderter Bandscheibendicke (Altersdegeneration, Vorfall) und eine
hierdurch bedingte Instabilität der Wirbelsäule sein, die zu einer Abnutzung der
kleinen Wirbelkörper führt. Neuroanatomische Studien haben freie und
eingekapselte Nervenendigungen in den Facettengelenke
nachweisen können, die Substance P und Calcitonin- Gen-related peptide
enthalten. Sehr sensible Mechanorezeptoren und mechanisch empfindliche
Nozizeptoren wurden dort ebenfalls nachgewiesen. Auch nach plötzlichen
Überdehnungen wie bei Unfällen (z.B. Schleudertraumen), kann es zu einem
Facettensyndrom kommen
(The
Journal of Bone and Joint Surgery (American). 2006;88:63-67)
Das Syndrom ist als eigenständiges
Schmerzsyndrom umstritten, manche Autoren sprechen von einem dorsalen
Kompartmentsyndrom des Bewegungssegments. Die Internationale Gesellschaft zum
Studium des Schmerzes geht davon aus, dass Facettengelenkssyndrome
bei 15% - 45% der Patienten mit chronischen Rückenschmerzen, bei 54% - 60% der
Patienten mit chronischen Nackenschmerzen und bei 42% - 48% der Patienten mit
thorakalen Rückenschmerzen eine Rolle spielen. Gefolgert wird dies aus dem
Erfolg der Lokalanästhetika in der Behandlung dieser Schmerzen. Wobei da
diese Lokalanästhetika nicht wirklich mit einem Plazebo vergleichbar sind
(Patient spürt immer die Wirkung), der Beweis aus dieser Annahme nicht zwingend
nachvollziehbar ist. Hinweisend soll eine Schmerzlinderung bei
Entlordorsierung der LWS sein. Über
freie Nervenendigungen von Gelenkkapsel, Synovia und Periost der
Interpedunkulargelenke vermittelte nozizeptive Schmerzen bei oft durch
arthrotische Veränderungen begünstigten Gelenkdistorsionen. Beschwerden:
diffus-flächiger, tief empfundener, häufig stechend-brennender Schmerz, im
Bereich der LWS meist durch Hyperlordosierung provozierbar; einschießender
Charakter bei Fehlbewegungen. Neben Bewegung und Physiotherapie werden
Infiltrationstherapien mit Kortikoiden empfohlen. Ob letztere einen Vorteil
gegenüber einer oralen Einnahme haben, ist zumindest umstritten. Eventuell
sinnvoller ist eine Infiltration der versorgenden Nerven mit Lokalanästhetika,
allerdings ist diese ebenfalls nur kurz wirksam. Angewendet wird auch eine
Denervierung mit verschiedenen Techniken( z.B. Radiofrequenzneurolyse,
Kryochirurgie). |
|
Boswell MV, Colson JD, Spillane WF. Therapeutic facet joint
interventions in chronic spinal pain: a systematic review of effectiveness and
complications.
Pain Physician. 2005 Jan;8(1):101-14.
Niemistö L, Kalso E, Malmivaara A, Seitsalo S, et al. Radiofrequency
denervation for neck and back pain. A systematic
review within the framework of the Cochraine Collaboration
Back Review Group. Spine 2003;28:1877–88. |
| Fahr`sche Erkrankung, Morbus Fahr, Fahr’sches Syndrom |
1931 von Thomas Fahr beschrieben, als symmetrische Stammganglienverkalkung mit neurologischen und/oder psychiatrischen Symptomen. Die Verkalkungen sind im CCT gut erkennbar. Am häufigsten sind sporadische idiopathische Formen, autosomal dominant erbliche Formen kommen aber vor. Betroffen sind meist die Basalganglien, der Nucleus dentatus und das Centrum semiovale aber auch das Kleinhirn kann betroffen sein. Man nimmt an, dass corticobasale Verbindungen und daraus resultierend auch interhemisphärische Verbindungen gestört sind. Nicht jede Stammganglienverkalkung führt zu Symptomen und auch nicht jede Stammganglienverkalkung muss behandelt werden. In fast der Hälfte der Fälle handelt es sich um einen Zufallsbefund. Von einem Fahr’schen Syndrom spricht man erst, wenn Symptome vorhanden sind. Symptomatisch stehen je nach Lokalisation der Verkalkungen epileptische Anfälle, Rigor, Spastizität. Hyper- bzw. Hypokinesie, Parkinson- Syndrome im Vordergrund. 55% der Patienten sollen irgend eine Art von Bewegungsstörung haben, davon 57% Parkinsonismus, 19% choreatiforme Bewegungsstörungen, 8% Tremor oder Dystonie, 5% Athetose, Gangunsicherheit und andere Kleinhirnsymptome, Hirnnervenausfälle, spastische Symptome, hirnorganische psychische Störungen mit Demenz (entsprechend einer subcortikalen Demenz wie bei M. Binswanger), depressiven und psychotischen Symptomen... Ursächlich sind Störungen des Kalzium- und Phosphatstoffwechsels meist mit laborchemischer einer Hypokalzämie und Hyperphosphatämie bei Hypoparathyreoidismus mit verminderter oder fehlender Parathormonproduktion oder Pseudohypoparathyreoidismus mit fehlender Wirkung des Parathormons, die Ursachen können aber sehr unterschiedlich sein. Da eine Behebung der Störung im Phosphat und Kalziumstoffwechsel zu dramatischen Besserungen führen kann, muss aber immer nach einer solchen Ursache gesucht werden. Eine genaue Abklärung ist erforderlich. Andere Ursachen der Verkalkungen wie Lupus, Tumor,... müssen ausgeschlossen werden. Intrazerebrale Verkalkungen können prinzipiell nach verschiedensten Schädigungen des Gehirns auftreten. Infektionen wie Syphilis oder Schlaganfälle und Traumen sind Beispiele. Die Verkalkungen entwickeln sich dann meist Monate oder Jahre nach der Schädigung. Manche bezeichnen die größeren auch als "Hirnsteine" es kommen aber auch kleinste periventrikuläre Mikroverkalkungen vor. Im CCT sieht man sie immer besser als im Kernpin. Sie sind allgemein im Bereich der Basalganglien wie beim M. Fahr am häufigsten, sie können aber in jedem Hirngebiet vorkommen, auch in der Rinde, Kleinhirnkerne oder innerhalb von Tumoren. Verletzungen des Gehirns können zur Ablagerung von Kalziumphosphat führen, die nicht immer symptomfrei bleibt. Epileptische Anfälle, Kopfschmerzen, kognitive Störungen, Bewegungsstörungen kommen bei größeren Verkalkungen häufiger vor als sonst. Patienten mit Neurozystizerkose haben beispielsweise häufiger epileptische Anfälle, wenn sie solche Verkalkungen habe als wenn diese nicht vorhanden sind. Eine Behandlung mit Dinatriumetidronat kann möglicherweise bei allen Arten von symptomatischen cerebralen Verkalkungen hilfreich sein. Ausreichende Studien fehlen allerdings. |
|
Cartier L, Passig C, Gormaz A, Lopez J. Swiatek
R, Soldatow E, lata S, Kolasa M, Czekierda W.
Luostarinen L, Dastidar P, Collin P, Peraaho M, Maki M, Erila T, Pirttila T.
Brown DL, Johnston KC.
Raymond AA, Zariah AA, Samad SA, Chin CN, Kong NC.
Fujita D, Terada S, Ishizu H, Yokota O, Nakashima H, Ishihara T, Kuroda S.
Warren JD, Mummery CJ, Al-Din AS, Brown P, Wood NW.
el Maghraoui A, Birouk N, Zaim A, Slassi I, Yahyaoui M, Chkili T.
Lopez-Villegas D, Kulisevsky J, Deus J, Junque C, Pujol J, Guardia E, Grau JM.Bobek
J, Nowak M.
Vega MG, de Sousa AA, de Lucca Junior F, Purich S, Tenassi ML.
Kowdley KV, Coull BM, Orwoll ES.
Trautner RJ, Cummings JL, Read SL, Benson DF.
.
Rosenberg DR, Neylan TC, el-Alwar M, Peters J, Van Kammen DP. Jeffrey A. Loeb, Sayyed A. Sohrab, Mabubul Huq, Darren R. Fuerst, Brain calcifications induce neurological dysfunction that can be reversed by a bone drug Journal of the Neurological Sciences 243 (2006) 77 – 81
Abstract
Full Text +
Links
PDF (542 K)
Jeffrey A. Loeb Functional improvement in a patient with cerebral calcinosis using a bisphosphonate Movement Disorders Volume 13, Issue 2 , Pages 345 - 349 |
| False memory |
| Graduell und von unterschiedlichen
Autoren unterschiedlich gewichtet ist die Unterscheidung zwischen falschen
Überzeugungen und falschen Erinnerungen. Die Begriffe werden manchmal nur
unscharf unterschieden. 'Falsche autobiographische Erinnerungen sind definiert
als Pseudo-Erinnerungen, oder Erinnerungen an Ereignisse, die nie stattgefunden
haben, oder die völlig anders erinnert werden als sie stattgefunden haben. Wegen
des negativen Tenors des Wortes wäre eventuell der Begriff Pseudoerinnerung
sinnvoller. Dies auch, da den Betroffenen -jedenfalls meistens- nicht bewusst
ist, dass ihre falsche Erinnerung falsch ist. Bei falschen Überzeugungen ist den
Betroffenen in der Regel im Gegensatz zur falschen Erinnerung bewusst, dass sie
keine Erinnerung an das Ereignis haben, aber dennoch der Überzeugung sind, dass
das Ereignis stattgefunden hat- Die Konsequenzen können identisch sein.
Falsche Erinnerungen sind
sind auch eine Normalität, die jeden von uns betrifft. Unser Gedächtnis
ist kein Archiv unverfälschter Dokumente. Erinnerungen werden
rückwirkend oft verzerrt durch zwischenzeitliche Informationen und unser
aktuelles Wissen. Was, als wir es erlebt haben, wenig Bedeutung hatte
und nur ungenau wahrgenommen oder beobachtet wurde, kann sich später als
Wichtig herausstellen, dann haben wir ein Bedürfnis unsere Wahrnehmungen
zu ergänzen. Im Gespräch in der Familie oder unter Gleichgesinnten
passen wir unsere Erinnerungen an einander an. Hierfür gibt es
zahlreiche Beispiele aus wissenschaftlichen Untersuchungen. Je weiter
zurück eine Erinnerung liegt, umso mehr ist sie von anderen
Informationen und Anpassungen an die Erinnerungen anderer mit geprägt.
Bei jeder Wiedererinnerung wird die erneut abgespeicherte Erinnerung
verändert. Das gemeinsam Ansehen eines Fotoalbums in der Familie ändert
also in der Regel die Erinnerungen an die eigene Biographie. Dies muss
nicht nachteilhaft sein und kann den Zusammenhalt in der Familie sogar
fördern. Die meisten unserer Erinnerungen sind an sich nützliche
Zusammenfassungen von tatsächlich erlebtem, aus den Medien entnommenem,
und im Gespräch mit anderen Menschen veränderten Wahrnehmungen.
Menschen mit hoher Suggestibilität verändern ihre Erinnerungen
vermutlich deutlich schneller unter dem Einfluss wichtiger
Bezugspersonen. Die Herkunft einer Erinnerung wird selten
abgespeichert. Im Informations- und Medienzeitalter fällt es Zeitzeugen
besonders oft schwer zwischen den gesehenen Fernsehbildern und dem
selbst real erlebten zu unterscheiden. Hierzu gibt es Untersuchungen zu
vielen Katastrophen und auch politischen Ereignissen wie den Leipziger
Montagsdemonstrationen. Man nennt dieses häufige Phänomen
Quellenverwechslungen. Wenn wir uns Situationen intensiv vorstellen,
werden sie Teil unserer Erinnerungen, dies gilt oft auch für nicht
erlebte sondern nur gehörte oder gelesene Situationen.
Voreingenommenheiten und Vorurteile prägen was und wem wir glauben und
steuern bereits die Auswahl im Wahrnehmungsprozess. Die meisten Menschen
suchen beim Wahrnehmen wie beim Erinnern nach der Bestätigung ihrer
Einstellung. Suggestivfragen sind nicht immer als solche zu
erkennen und fließen als scheinbare Tatsachen in unser Gedächtnis mit
ein. Falsche Nachinformation nach einer durchlebten Situation verändern
die abgespeicherten Gedächtnisinhalte im Experiment. Viele Mechanismen
führen also zu einer Überlagerung und Veränderung von bereits
gespeicherten Informationen, anscheinend Unwesentliches wird
unterdrückt. Diese Veränderungen sind meist ökonomisch und eine
Arbeitserleichterung für unser Gehirn, sie machen uns weder per se nicht
unglaubwürdig und verbessern unsere Funktionsfähigkeit in den meisten
Fällen. Die hier genannte Mechanismen versucht nicht nur die Werbung
oder so mancher Wahlkämpfer zu nutzen, auch Sekten, Ideologien und
Diktaturen verwenden oft große Anstrengung an die Anpassung des
Gedächtnisses ihrer Mitglieder an die Ziele der Gruppierung. (siehe auch
M.C. Steffens)
Es gibt allgemein
eine breiten Konsens unter Psychologen, dass unser episodisches
Gedächtnis eine gewisser Kreativität hat, die auch zu Verfälschungen von
Erinnerungen führen kann. Experimentell lassen sich falsche Erinnerungen
beispielsweise durch von Außen später hinzu gegebene falsche oder nicht
zutreffende Informationen erzeugen. Es gibt beispielsweise ein
Experiment, bei dem man Menschen einen Film von einem Sturz gezeigt hat,
bei dem kein Blut und keine Verletzung zu sehen war. Anschließend wurde
von den Untersuchern beiläufig über die blutenden Verletzungen
berichtet. Sehr viele Versuchspersonen berichteten darauf hin bei der
Nacherzählung detailliert im Film verschiedene blutende Verletzungen
selbst gesehen zu haben.
Crombag et al. interviewten Holländer 10 Monate nach der Amsterdamer El Al
Boeing 747 Flugzeugkatastrophe der 43 Personen zum Opfer fielen. Eine der Fragen
war: Haben Sie den Fernsehbericht gesehen, in dem das Flugzeug in das
Wohngebäude stürzte? - Es gab keinen solchen Bericht. Die Kameras kamen erst
später, dennoch glaubten 60% der befragten Holländer den Bericht gesehen zu
haben. In einer anderen Studie
(James Ost et al.) waren 45% der Teilnehmer sicher einen nicht existierenden
Film, in dem der tödliche Unfall von Prinzessin Diana in Paris direkt zu sehen
sei, gesehen zu haben. Falsche Erinnerungen können vollständig bei lebhafter
Phantasie erfunden sein, häufiger bestehen sie aus einer Teilrealität,
hinzugefügten Phantasien sowie phantasmischen Umformungen. Sie erfüllen immer
eine Funktion beim Betroffenen, auch dann wenn sie von außen induziert wurden.
Oft dienen sie der Aufrechterhaltung des inneren Gleichgewichts, dem Schutz vor
eigenen Schuldgefühlen, dem Schutz wichtiger Beziehungen (auch zu Therapeuten),
dem Erhalt des Selbstwertgefühls. Die Forschung lehrt, dass nur weil eine
Erinnerung lebhaft erscheint, und nur weil eine Person selbst daran glaubt, und
nur weil viele Emotionen ausgedrückt werden während die Erinnerung berichtet
wird, bedeutet nicht dass was berichtet wurde wirklich passiert ist. (Can J
Psychiatry 2005;50:823–828
PDF)
Am häufigsten wird der Begriff im
Zusammenhang mit "Erinnerungen" an eine vermutlich nichtstattgefundene
Inzestsituation genannt. Das häufigere Problem nach schweren Traumen ist, dass
diese nicht vergessen werden, und die Opfer ständig daran denken müssen. Es gibt
aber auch die Fälle, in denen reale Erinnerungen verschüttet werden und erst
später wieder auftauchen. Nicht jede aufgetauchte Erinnerung ist allerdings eine
tatsächliche Erinnerung. Wenn der Ergeiz des Therapeuten die Mutter der
Erinnerung ist, kann es sich um einen der (nach Meinung mancher Autoren
häufigsten) psychotherapeutischen Kunstfehler handeln. Das Syndrom ist nicht
selten die Ursache des False memory Syndroms - der falschen Erinnerungen - oder
Trugerinnerungen- . Viele Familien sind dadurch zerstört worden. (In der
Behandlung von Kindern wie Erwachsenen) Besonders hoch ist das Risiko der
Produktion falscher Erinnerungen unter Einfluss eines Therapeuten bei
Traumdeutungen, Hypnotherapien und anderen suggestiven Verfahren. "Hypnotherapie
ist keine Methode, mit der verdrängte Kindheitstraumata aufgeklärt werden
könnten, da hier die Gefahr von Fehlerinnerungen und induzierten Verzerrungen
besteht."(PP
5, Ausgabe Juni 2006, Seite 285) Bevorzugt gemeint sind mit dem Begriff
nicht zutreffende und vom Therapeuten (oder Erzieherinnen, Lehrer etc.)
induzierte Erinnerungen an eine sexuellen Missbrauch. Missbrauch des
"Missbrauchs" Sehr häufig werden nicht gerechtfertigte Missbrauchsvorwürfe in
Scheidungsprozessen vorgebracht, nach manchen Veröffentlichungen sollen dies bis
zu der Hälfte der entsprechenden Vorwürfe sein - die Zahlen gehen aber weit
auseinander. Erinnerungen sind selektiv und vor allem durch therapeutische
Suggestion sehr beeinflussbar. Hauptsächlich relevant ist dies beim Thema
sexueller Missbrauch und "multiple Persönlichkeiten". allerdings kann man
"falsche Erinnerungen" auch experimentell recht erfolgreich erzeugen. Mit einem
gefälschten Foto gelang es in einem Experiment bei 50% der Betroffenen eine
Erinnerung an eine Ballonfahrt als Kind zu induzieren. (Loftus, 2003) Manche
falsche Erinnerung passt einfach zu aktuellen Titelgeschichten bei einer
suggestiblen Persönlichkeit. Siehe auch
False Memory Syndrome
Foundation False
Allegations - Child Abuse Eine wirklich sichere Unterscheidung zwischen
tatsächlichen Erinnerungen und "false memory" ist nicht möglich. Auch Betroffene
wissen in der Regel zum Zeitpunkt ihres Berichtes nicht, dass es sich nicht um
eine Tatsächliche Erinnerung sondern um eine Verfälschte oder "nur in der
Vorstellung existierende" Erinnerung handelt. Zahlreiche Menschen, die Jahre im
Gefängnis verbrachten, bis sie über DNA Spuren als unschuldig bewiesen werden
konnten, bezeugen, dass es auch für Gerichte durch viele Instanzen schwierig
sein kann, falsche Erinnerungen von tatsächlichen zu unterschieden. Die
Entstehung falscher Erinnerungen ist oft von Interessen geleitet.
Psychotherapeuten suchen ehrgeizig eine Bestätigung ihrer Hypothesen und
Theorien, Erzieherinnen sind nach oberflächlicher Fortbildung "einer heißen
Sache" auf der Spur, Medien profitieren von Skandalen, Konfliktparteien in
Scheidungsprozessen nutzen öffentliche Kampagnen.... Kriterien zur
Unterscheidung von Erinnerung und Pseudoerinnerung nach H. Stoffels,
1.)Art und Weise der Wiedererinnerung : Skepsis, wenn Erwartungsdruck und
entsprechende Suche vorausgehen 2. Qualität der Wiedererinnerung : Skepsis, wenn
diffuse Gefühle, Traumbilder und „Körpererinnerungen“ vorherrschen mit
nachfolgendem visuellem Detailreichtum 3. Plausibilität des Vergessens: Skepsis,
wenn Missbrauch in der späten Kindheit und Adoleszenz angeblich vergessen
(verdrängt) wurde 4.1 Plausibilität des Erinnerns: Skepsis, wenn Erinnerungen an
die Zeit vor dem 3. Lebensjahr angegeben werden. Falsche Erinnerungen schaden
nicht nur vielen Unschuldigen, die als Täter beschuldigt werden und auch vielen
Patienten, denen simplifizierte Erklärungen eingeredet werden aber keine
wirkliche Hilfe angeboten wird, Falsche Erinnerungen schützen letztlich auch
tatsächliche Täter da sie die Beurteilung der Glaubwürdigkeit auch von
wirklichen Opfern erschweren. Im Gegensatz zur volkstümlichen Meinung sind
Erinnerungen unter Hypnose nicht mehr, sondern weniger zuverlässig als übliche
Erinnerungen. Diese Methode, taugt also keineswegs als Abkürzung zur
Wahrheitsfindung. Auch tatsächliche Erinnerungen werden verfälscht, auch diese
Kriterium taugt also zur Unterscheidung nicht.
Williams LM.
Auch schwere Traumen wie sexueller Missbrauch
können aber besonders, wenn sie jüngere Kinder betrafen aus der Erinnerung
verschwinden, (und eventuell später wieder auftauchen). In einer
Untersuchungsstichprobe hatte ein Viertel der Kinder, die im Alter von 7 bis 12
Jahren wegen Missbrauchs ärztlich behandelt worden war, diesen 20 Jahre später
di anscheinend vergessen. Williams, LM. Journal of Consulting and Clinical
Psychology, (1994) 62, 1167-1176.Insgesamt also ein schwieriges Gebiet und
eine hohe Verantwortung bei der Wahrheitsfindung, nicht nur für
Strafrechtsgutachter. Das Ausmaß der Beschuldigungen, die sich in jahrelangen
Verfahren wie dem Wormser Kinderschänderprozess (24 Menschen wurden angeklagt,
15 Kinder missbraucht zu haben) in Luft auflösen erinnert an Hexenprozesse. Im
Spiegel heißt es damals. "Einer "Wahnidee" will man nicht gefolgt sein. In
Kommentaren zum Urteil war viel davon die Rede, was den Kindern von den
Freigesprochenen angetan worden ist. Was man den Kindern im Namen des
Kinderschutzes angetan hat, wenn man Beschuldigungen in sie hineingefragt haben
sollte, danach fragte niemand. "DER SPIEGEL 02/1997, Trotz Freispruch, nach dem
Wormser Missbrauchsprozess bekommen die Eltern ihre Kinder nicht zurück. " Ärztliche und psychologische Gutachter haben vorschnell sexuellen Missbrauch bestätigt, trotz Freispruch sind die Existenzen der Eltern und deren Gesundheit ruiniert. Der Schaden an den betroffenen Kindern dürfte nie wieder gut zu machen zu sein. Sie wurden nicht nur von übereifrigen
Erziehern, Wildwasser und der Presse für deren Sensationslust missbraucht sondern möglicherweise direkt in die Hände eines tatsächlichen Kinderschänders getrieben.
Zwischenzeitlich steht der damalige Hauptbelastungszeuge selbst unter dem Verdacht des Kindesmisbrauchs. Er hatte soweit bekannt, die Kinder auch gegenüber deren Vormund und Gutachtern abgeschirmt und möglicherweise darin bestärkt den Kontakt zu ihren Eltern auch nach dem Freispruch abzulehen (Panorama 14.2.2008). Dieser Kinderpflger hat bis heute 6 Kinder der damals freigesprochenen Eltern in seinem Spatzennest betreut. "S. habe während einer Ferienfreizeit im österreichischen Königswiesen im Juli und August 2007 in 17 Fällen an insgesamt sieben Mädchen im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren "Handlungen vorgenommen, die erheblich in die körperliche Integrität der Opfer eingriffen und nach unseren Recherchen ausschließlich sexuell motiviert waren." S. habe Mädchen im Genitalbereich gewaschen und eingecremt, teilweise auch gegen deren erklärten Willen. Mit einer Tube habe er bei einer Elfjährigen einen Darmeinlauf vorgenommen. S. stelle seine Handlungen als medizinische und hygienische Fürsorge dar und vertrete die Auffassung, dazu sei er als ausgebildeter Krankenpfleger befugt. Diese Sicht hält die Staatsanwaltschaft für "indiskutabel".
Wormser-Zeitung
Missbrauch-in-worms
Rheinpfalz.de
FDP Worms Ob es sinnvoll ist, den Zeugen der Anklage bei Kindesmissbrauch in jedem Fall die Kinder zu überlassen, darf nach diesem Fall bezweifelt werden. Die Frage wie groß der Schaden durch den falschen Verdacht für die Kinder und Eltern war wird vermutlich nie endgültig beantwortet werden. Die Vergleichbarkeit mit Hexenprozessen des Mittelalters kann aber als gesichert gelten. Auf Konsequenzen im Jugendamt Worms darf man weiter warten. Zumindest derzeit besteht der Verdacht, dass in diesem peinlichen deutschen Justizskandal durch vorschnelle falsche Verdächtigungen die Kinder unschuldiger Eltern in die Hände eines tatsächlichen Kinderschänders getrieben wurden. Schier
unbegreiflich erscheint uns heute, dass auch Kinder der Hexerei angeklagt
wurden. Aber die Quellen lassen daran keinen Zweifel: seit dem Ende des 15.
Jahrhunderts nahm die Zahl von Kindern, die als Mitglieder der Teufelssekte
eingekerkert, verhört, gefoltert und hingerichtet wurden, ständig zu. Dahinter
stand die Vorstellung der Hexenjäger, dass Hexeneltern ihre Kinder schon in
jungen Jahren zum Hexensabbat mitnehmen, um sie dort dem Satan zu überantworten.
Auf Kinder richtete sich die Aufmerksamkeit der Hexenjäger aber auch deshalb,
weil sie unbedacht drauflos plauderten. So denunzierte ein 12jähriger Junge, der
im Jahre 1665 im süddeutschen Reutlingen verhaftet worden war, im Laufe der Zeit
170 Menschen als Teufelsanbeter!" Aus Die Geschichte der Hexenverbrennung.
"Dieser Aktionismus ist leider typisch. Zuerst wird sicherheitshalber die
Familie zerstört, weil jemand unqualifiziert eine Behauptung aufstellt. Die
Schwere des behaupteten Vergehens ersetzt die Notwendigkeit des Beweises.
Wissenschaftliche Erkenntnisse schrecken wahre
Memoryrecoverer unter den Psychotherapeuten nicht. Die Tatsache, dass es
wissenschaftlich eindeutig ist, dass es keine eigenen Erinnerungen an das erste
Lebensjahr gibt wird selbst dann, wenn dann noch alle objektiven Informationen
gegen die Erinnerung sprechen, von manchen Therapeuten mit "Leichtigkeit" bei
Seite geschoben. Zitat aus einer
Schrift eines
Primärtherapeuten (unten auf der Seite): "Ein Primal, von dem mir ein
Freund berichtete, beinhaltete, dass er vorzeitig von der Brust seiner Mutter
genommen wurde, ehe er genug Milch gehabt hatte. Auf der Suche nach mehr
Information kontaktierte er eine Tante, die ihn informierte, dass er immer ein
mit der Flasche gefüttertes Baby gewesen war und aufgrund der Brusterkrankung
seiner Mutter niemals gestillt worden war. Jedoch ist es vorstellbar und nicht
unwahrscheinlich, dass seine Mutter wenigstens einen Versuch unternahm zu
stillen. Also wäre dieses Beispiel nicht unbedingt eine falsche Erinnerung."
Der Fall Wilkomirski - falsche Erinnerungen
als Autobiographie, ein Lehrstück aus dem sich viel lernen lässt.
In den meisten Fällen falscher Erinnerungen ist
eine öffentliche Diskussion für die Betroffenen und ihre Familien nicht
zumutbar. Der entstandene Schaden würde sich für alle Betroffenen -
vermeintliches Opfer, wie vermeintliche Täter- dadurch nur erheblich vergrößern.
Wie oft bei falschen Anschuldigungen bleibt zumindest der Verdacht im Umfeld
bestehen, dass doch etwas dran gewesen sein könnte. Für manchen ungerecht
Beschuldigten ist der Schaden sogar geringer, wenn die vermeintliche Missetat
zugegeben wird. Im Fall Wilkomirski besteht allerdings ein unzweifelhaftes
öffentliches Interesse, das durch die Veröffentlichung der angeblichen
Autobiographie und dann vor allem dem Umgang des Gedächtnisfälschers mit den
Zweifeln und Zweiflern an seiner Tat gerechtfertigt ist. Trotz seiner
Öffentlichkeit und der Besonderheit der angeblichen Traumatisierung, überwiegen
andererseits die Ähnlichkeiten mit anderen Fällen. Dies macht den Fall
Wilkomirski zu einem fast idealen Beispielfall. Dies gilt auch wenn B.D sehr
spät dann sagte: “Es stand den Lesern meines Buches offen, es als Literatur zu
lesen.” Auch in diesem außergewöhnlich öffentlichen Fall soll eine
psychoanalytische Therapie eine Kindheit umgedichtet haben. Es handelte sich bei
dem literarischen Werk um "eine Koproduktion des Autors mit seinem Analytiker,
die für ihn wohl mit einem hohen Evidenzerleben einherging"
Psychiat Prax 2007; 34: 203-208 . Neben Psychologen sollen Freunde eine Ähnlichkeit zwischen ihm und einer polnischen Pianistin mit dem Namen „Wilkomirski" festgestellt, er selbst war ja Instrumentenbauer (Atelier für Klarinettenbau) geworden, da passte das gut. Ermuntert durch Freunde und Psychotherapeuten soll sich dann die Wiederentdeckung verschütteter traumatischer Erinnerung gestaltet haben, bis er begann, sein Buch zu schreiben und an die angeblichen Stätten seiner Kindheit reisen. Die Geschichte wurde immer konkreter, er saugte die Holocaust-Literatur auf wie ein Schwamm. Fritz
Bauer Institut 2000 Der Fall ist besonders interessant, weil
er in vielen Details von Anfang an öffentlich war und bis heute Gegenstand von
Veröffentlichungen zu diesem Thema ist. Falsche Erinnerungen lassen sich selten
so detailiert nachlesen, die Täuschung eines Verlages, vieler Rezensenten,
Fernsehdokumentateuren und die Identifikation tatsächlicher Opfer mit dem
Fälscher machen die Schwierigkeiten echte von falschen Erinnerungen zu
unterscheiden am Beispiel besonders deutlich. Dabei hätte die Detailiertheit an
sich misstrauisch machen sollen. So gibt es eine Untersuchunge zu einer
Stichprobe von ehemaligen KZ-Insassen, die unmittelbar nach ihrer Befreiung und
dann noch einmal 40 Jahre später befragt wurden. Während sich alle an den
KZ-Aufenthalt erinnerten, hatten sie bestimmte Misshandlungen und damit wichtige
Einzelerlebnisse häufig komplett vergessen.
(Zitat nach M.C. Steffens)
Der Umgang mit der Entlarvung in einer Strategie
der Vorwärtsverteidigung ist ebenfalls beispielhaft- und für manches familiäre
Opfer von angeblichen Opfern sicher auch erschreckend. Interessant ist nicht nur
die
Besprechung eine Buches am 12.1.1997 durch J. Salamon in der New York Times
Zitat: Obwohl dieses Buch ein Kampf um Erinnerung ist, handelt es auch von
der Verleugnung von Erinnerung. Nach dem Krieg wurde Benjamin von seinen
Adoptiveltern und den Lehrern in der Schweiz befohlen, seine Erinnerungen zu
vergessen, als ob das möglich wäre. Wir wissen nicht warum, was ihre Absichten
waren, weil B. es nicht wusste. Er konnte nicht einmal begreifen, dass der Krieg
vorbei war, dass er wirklich sicher war, bis er auf dem Gymnasium über den
Holocaust unterrichtet wurde. Während seiner gesamten Kindheit blieb er immer
wachsam bezüglich der Repressalien von Erwachsenen, und deren nicht
vertrauenswürdigen Lebensgeschichten. Er erzählte niemanden über das zuhören,
wie Erwachsene die Schädel von Babys zerschlugen, darüber, dass er Angst hatte
nachts auf die Latrine zu gehen, weil die Kinder, die dort versehentlich Schmutz
hinterließen am nächsten Tag verschwanden. ..... Als ihm in der Schule ein Bild
des Schweizer Nationalhelden Wilhelm Tell gezeigt wurde und der Lehrer in bat
das Bild zu beschreiben, und er sagte: "ich sehe einen SS Mann . . . und der
schießt auf Kinder.'' Als dem Lehrer das erklären will, verbietet dieser ihm den
Mund und sagt ihm: ''Beende dein Gefasel.'' Die Schwere des behaupteten
Vergehens, erlaubt hier ein negatives Pauschalurteil über den Rest der
Gesellschaft, die selbstverständlich verlogen ist. Beweis ist alleine die
behauptete Schwere der erlittenen Pein. Jede Kritik und jeder Zweifel ist
zunächst ungeheuerlich, im Angesicht der erlittenen Qualen. Man sollte sich
bewusst sein, dass solche Mechanismen nicht nur in diesem Einzelfall greifen und
zunächst auch erfolgreich sind.
Erklärungen eines Autors, wie er zu seinen (nicht
existenten) Holocaust- Erinnerungen gekommen sei: "Ich hoffte Antworten zu
finden auf die Bilder, mit denen mich mein unvollständiges Kindergedächtnis
manche Nächte nicht schlafen ließ oder mir schreckliche Alpträume bereitete. Ich
wollte wissen, was andere Menschen damals erlebt hatten. Ich wollte vergleichen
mit meinen eigenen frühesten Erinnerungen, die ich in mir trug. Ich wollte sie
begreifen können mit meinem Verstand und sie einordnen in einen Zusammenhang,
der Sinn ergab." Wenn diese Sätze zutreffend sind, dann bieten sie doch eine
Erklärung. Die Suche nach dem Sinn, und der Ursache von gegenwärtigen oder
vergangenen Symptomen stößt im durch subjektive Wahrnehmungen und Einordnungen
geprägten menschlichen Gedächtnis an physische Grenzen und auf eine natürliche
Voreingenommenheit. Letztere ist meist durch gegenwärtige Ziele geprägt.
Wilkomirski oder Bruno Dössekker, bzw. Grosjean wehrte sich dann auch nicht
untypisch gegen die Unterstützung dabei seine wahre Identität durch einen
Vaterschaftstest zu klären: Es ist die gleiche Taktik, die in den fünfziger
und sechziger Jahren von früheren Nazirichtern bei den Prozessen gegen die
NS-Kriegsverbrechen gegenüber jüdischen Zeugen und Opfern angewendet wurde,
indem man sie in endlose Diskussionen verstrickte, ob die Uniform eines
Angeklagten grau-grün oder grün-grau war – nur, um den Zeugen in seiner
Erinnerung zu verunsichern und zu demonstrieren, daß er nicht glaubwürdig sei!
Das ist eine wirklich FASCHISTISCHE TECHNIK DER ARGUMENTATION. Ich kann sogar
den Lärm von Goebbels Freudentänzen und Jubelschreien aus der Hölle hören!"
Zu
seinem Buch schreibt B. W. im Juni 1995 Seite 142/3 (Erstausgabe) “Ich bin
aufgewachsen und groß geworden in einer Zeit und in einer Gesellschaft, die
nicht zuhören wollte oder konnte. » Kinder haben kein Gedächtnis, Kinder
vergessen schnell, du mußt alles vergessen, alles war nur ein böser Traum« - so
die stets wiederholten Worte, mit denen man mir meine Erinnerungen löschen, mich
seit meiner Schulzeit zum Schweigen bringen wollte. So habe
er dann jahrzehntelang geschwiegen, aber sein Gedächtnis sei nicht zu löschen
gewesen. Nur selten habe er versucht zaghaft, wenigstens einen Bruchteil seiner
Erinnerungen mit jemandem zu teilen, was aber stets mißlungen sei. Ein
tippender Finger an die Stirn oder aggressive Gegenfragen hätten ihn rasch
verstummen lassen und das Offenbarte wieder zurücknehmen lassen. “Wie einfach
ist es doch, ein Kindergedächtnis zu verunsichern, ein Kind zum Schweigen zu
bringen. Ich wollte meine Sicherheit wieder, und ich wollte nicht mehr
schweigen. So begann ich zu schreiben”. ..............."Jahrelange
Forschungsarbeit, viele Reisen zurück an die vermuteten Orte des Geschehens und
unzählige Gespräche mit Spezialisten und Historikern haben mir geholfen, manche
unerklärlichen Erinnerungsfetzen zu deuten, Orte und Menschen zu identifizieren,
wiederzufinden und einen möglichen historischen Kontext wie auch eine mögliche,
einigermaßen logische Chronologie herzustellen". In Le Monde In der französischen Tageszeitung Le Monde
äußerte sich Wilkomirski per Fax-Interview. Dort unterstellt er seinem
Hauptankläger, dem Journalisten Daniel Ganzfried, persönliche Gründe für eine
Abrechnung. Ganzfried, selber Kind eines Holocaust-Opfers, suche in ihm "eine
Art Ersatzvater, den er zerstören und für seine eigene Not verantwortlich machen
kann".
Quelle die Zeit 45 98 Auch hier hat er offensichtlich und vermutlich ganz bewusst versucht, seine aus Psychotherapien stammenden "Fertigkeiten" dafür einzusetzen, andere unglaubwürdig zu machen.
Ob er wirklich eingebildete Erinnerungen und eine Sehnsucht, Opfer zu sein
hatte, oder ganz materielle Interessen und die Sehnsucht groß herauszukommen,
wer zu sein, die Hauptrolle spielten, wird offen bleiben. Am wahrscheinlichsten
ist, dass aus einer bewusst erlebten Identitätsproblematik zunächst auch eine
bewusste Suche nach einer "glorreichen Scheinidentität" erfolgte. Es ist
möglich, dass Herr D. in diesem Prozess irgendwann selbst anfing zu glauben er
sei W. Unwahrscheinlich ist aber, dass er dabei nicht regelmäßig und bewusst das
Wissen um die tatsächliche eigenen Identität unterdrücken musste. Ähnlich, wie
manchmal beim sexuellen Missbrauch hat aber ein Trittbrettfahrer unter
Ausnutzung der Einfältigkeit der Medienaufmerksamkeit den wirklichen Opfern
großen Schaden zugefügt. Genützt hat er den verbliebenen Unverbesserlichen, in dem er den Leugnern des Holocaust Material geliefert hat, das die Nationalzeitung etc. gerne aufgegriffen hat. Er hat sich dabei sehr differenziert darum bemüht, seine eigene Glaubwürdigkeit, durch die Erschütterung der Glaubwürdigkeit der Zweifler zu untermauern. Die Vorgehensweise macht die Unterscheidung zwischen Opfern, Tätern und Trittbrettfahrern schwierig.
Ob Bruno Dössekker, weil er unehelich geboren
wurde und zur Adoption freigegeben wurde, eine traumatische Kindheit hatte muss
offen bleiben. Die Adoptionsfreigabe durch eine Frau die an den Folgen eines schweren Unfalls litt, in der damaligen Zeit kann auch der beste
Schutz vor einer Traumatisierung eines ungewollten unehelichen Kindes zur
damaligen Zeit gewesen sein. Er ist offensichtlich in wirtschaftlich
gesicherten und relativ wohlhabenden Verhältnissen groß geworden. Ob es
ungewöhnliche Traumatisierungen in seiner Kindheit gab, ist allermindestens
offen. Die Intensität der im Buch dargestellten Emotionen gibt keine Auskunft
darüber, ob der Autor wirklich traumatisiert wurde. Auch wenn man davon ausgehen
würde, dass die Geschichte bewusst erfunden wurde, so würde die Identifikation
mit der erfundenen Rolle beim Inhalt der Darstellungen im Buch alleine heftige
Emotionen bei den meisten Menschen wecken. Wenn wir uns nun vorstellen, dass
auch sein Analytiker angesichts des interessanten Falles mit jedem Detail
freudig neugieriger geworden ist, und dass dieser vermutlich in der Zeit
zumindest eine der wichtigsten Bezugspersonen war, so fällt die Vorstellung von
einer Geschichte, die eine Eigendynamik entwickelt hat nicht mehr so schwer. 3-5
Stunden Psychoanalyse in der Woche, mit gedanklich ausschließlicher
Beschäftigung mit der eigenen Person prägen auch den Rest der Woche. Dass B. D.
vorgegeben hat ein Jude zu sein, im Ghetto und im Konzentrationslager gewesen
zu sein und als "Überlebender" damit traumatisiert worden zu sein, dass er in
der Schweizer Gegenwart wegen der ungesühnten Mittäterschaft der
Autoritätspersonen seine "wahren Erinnerungen" verleugnen musste, hat ja nicht
zu einer strafrechtlichen Verurteilung geführt. Nach soviel öffentlichen
Lügengeschichten, würde man sich für die Opfer tatsächlicher Traumatisierungen
nicht nur eine Entschuldigung wünschen. Wünschen würde man sich eine gemeinsame
öffentliche Aufarbeitung mit seinem quasi in Koproduktion mitarbeitenden
Psychoanalytiker, in der die Entstehung dieser "falschen autobiographischen
Erinnerungen" offen dargestellt wird. Glauben würde man dieser Aufarbeitung
sicherlich nur dann, wenn auch ein unabhängiger Dritter mit kritischer Distanz
die Fakten dazu recherchiert hätte und darstellen würde. Dies würde insbesondere
den Opfern solcher falschen autobiographischen Erinnerungen und vor allem auch
deren Opfern, die ja auch B. D. zu schaffen bereit war, helfen zu verstehen.
Vielleicht wäre es sogar eine Mithilfe bei der Verhinderung ähnlicher Fälle, die
ja viel Leid anrichten können. B.D. und sein Analytiker könnten dann ja auch ein
tatsächlich wertvolles autobiographisches Buch schreiben. Hierzu müssten beide
aber die Opferrolle verlassen und zu ihrer eigenen Verantwortung stehen.
Beide - sein Psychiater Bernstein und B.D. sollen ja im Zusammenhang mit dem Buch sich weltweit auf Fachkongressen präsentiert haben und eine "neue Methode der Erinnerungs- und Trauerarbeit" als Variante der "Recovered Memory Therapy" propagiert haben. Die Zusammenarbeit von Historikern und Psychologen sollte dabei die Glasglocke frühkindlicher Traumata zu lüften. Die Idee, das nicht den Psychotherapeuten zu überlassen sondern "Historiker" vielleicht auch Kriminalisten dazu zu nehmen wäre ja nicht schlecht, würde man sie wirklich ernst nehmen und wäre da nicht der im Einzelfall nicht machbare Aufwand. siehe
Schreibkraft.adm.at
Die
nachträgliche Deutung, dass B.D. doch eine traumatische Kindheit gehabt haben
muss, damit er zu einer solchen Darstellung in der Lage war, stellt sich
jedenfalls auf den ersten Blick auch als ein Selbstschutz der
psychotherapeutischen Zunft dar. Dies kann nur den Sinn haben der eigenen
psychotherapeutischen Vergangenheitsbewältigung auszuweichen. Falsche
Erinnerungen schaffen fast immer Opfer, deren Traumatisierungen oft denen von
Opfern schwerer Verbrechen sehr ähnlich sein können.
Das Buch war in mindestens 12 Sprachen übersetzt
worden, auf den Salzburger Festspielen vorgetragen worden, erhielt hohe jüdische Literaturpreise, der Autor war mehrfach für andere Preise vorgeschlagen worden, es soll sich um
das erfolgreichste Schweizer Buch seit Heidi gehandelt haben. Zumindest zeitweise war es das am meisten verkaufte Schweizer Buch. 1998 hielt Wilkomirski/Dössekker einen dann auch publizierten Vortrag im psychoanalytischen
Seminar in Zürich. Als „therapeutische Grundhaltung“ empfiehlt er:
"... der Therapeut (soll) die vom Klienten vorgetragenen Erinnerungen als Hinweis auf seine vergangene ,äußere Realität’ akzeptieren und ihn in seiner weiteren Erinnerungsarbeit unterstützen... Dabei muss der Therapeut dem Klienten zur Ermutigung immer wieder bestätigen, dass seine Erinnerungen als Bestandteile
einer historischen Realität angehört und aufgenommen werden“
Werkblatt
Der Vertrieb des
Buches „Bruchstücke. Aus einer Kindheit 1939–1948“.wurde nach den Enthüllungen
von Daniel Ganzfried und Stefan Mächler eingestellt. Die Vortragsreisen des
Autors, und seine TV- Präsenz endeten. Dort hatte der Autor zu immer "detailierteren"
Erinnerungen gefunden. Wilkomirski behauptete zunächst, die offiziellen
Schweizer Dokumente, die seine Autobiographischen Erinnerungen als gefälscht
entlarvten, seien gefälscht. Nach seiner Verschwörungstheorie sollten bereits
verstorbene Übeltäter dafür verantwortlich sein. An seine Verleger schrieb er es
handle sich um eine vergiftete Atmosphäre von "totalitären Beurteilungen und
Kritik". Er kritisierte Holocausthistoriker die sein Werk angriffen, und
bezweifelte deren Sachverstand in der Forschung über Kinder, die das KZ
überlebten. (Quelle
Holocaust Historiograhy Project) Das Buch ist bei Ebay und Amazon immer
wieder zu haben. Meist ohne den Hinweis, dass es sich um eine der bekanntesten
gefälschten Erinnerungen handelte. In den Amazon Bewertungen, wird auch der
kritsche Hinweis eines Kunden auf die Fälschung schlechter bewertet als die
Bewertungen, die von einer Authenzität ausgehen. Zumindest dort, scheint sich
der Wille B.D. alias Wilkomirski zu glauben, wider die kritische Vernunft die
Oberhand zu behalten.
Auch kühl und nüchtern analysierende,
unvoreingenommene, normal begabte und um nichts als die Wahrheit bemühte
Personen neigen dazu, den ausgesprochenen Missbrauchsverdacht fälschlicherweise
zu bestätigen. Für die Opfer solcher Beschuldigungen führt dies im gesamten
Umfeld zu einem„Schuldig bei Verdacht"
(S.Schulz-Hardt, E. Höfer & G Köhnken). Im Experiment in dem
Versuchspersonen Videoaufnahmen von normalem Sportunterricht mit Vorschulkindern
gezeigt wurde, glaubten 53% (!) der Probanden bei entspechender
Vorinformation Verdächtiges gesehen zu haben, ohne die manipulative
Vorinformation waren es immerhin auch schon 7%, das selbe Experiment mit einer
harmlosen normalen Zaubervorstellung brachte 57% der Probanden dazu einen
sexuellen Mißbrauch zu sehen.
(S.Schulz-Hardt, E. Höfer & G Köhnken). Man muss sich dies übertragen auf
einen unschuldigen Sportlehrer vorstellen, über den im Elternkreis so berichtet
wird. Das Gerücht zeigt dann schnell Auswüchse. Dass im alltäglichen Smalltalk
gerne übertrieben wird, kennen die meisten Menschen aus eigener Anschauung. Nach
einer Emnid- Umfrage 9/2005 geben immerhin 19% zu, dass sie Geschichten gerne
frisieren um sie interessanter zu machen, 45% bemerken ein solches Verhalten
häufig im Freundeskreis. Man kann sich jedenfalls gut vorstellen, warum manche
von solchen Gerüchten unschuldig betroffenen Menschen fluchtartig das Dorf
verlassen haben. Auch wenn man davon ausgeht, dass tatsächlicher
Kindesmissbrauch wesentlich häufiger ist, als psychotherapeutisch induzierte
oder verstärkte falsche Erinnerungen daran, gibt es keinen Grund das Thema zu
bagatellisieren oder zu verschweigen. Durch fehlgeleitete Erzieherinnen,
Sozialarbeiter, Psychologen und Psychotherapeuten erzeugte Falsche Erinnerungen
sind keine Seltenheit. Die Folgen von psychotherapeutisch induzierten oder
verstärkten falsche Erinnerungen können ähnlich traumatisch sein, wie bei einem
tatsächlichen
Kindesmissbrauch. Dies gilt nicht nur für die oft sehr gravierenden Folgen
bei den falsch Beschuldigten, sondern oft genug auch für die Folgen bei den
Menschen, die selbst an ihre falschen Erinnerungen glauben. Die in diesem Fall
oft vorhandene "psychotherapeutische Mittäterschaft" bedarf daher der Diskussion
und der Wachsamkeit. Die Möglichkeit falsche Erinnerungen psychotherapeutisch zu
induzieren, ist nicht als leichter Kollateralschaden bei einer wichtigen Aufgabe
anzusehen, sondern als eine Möglichkeit andere Menschen auf Dauer schwerst zu
schädigen. Hier müssen Psychotherapeuten zu ihrer Mitverantwortung stehen. Dass
auch das False memory Syndrom zur Relativierung von Aussagen tatsächlicher
Opfern benutzt werden kann, bedeutet nicht, dass der Devise zu folgen wäre, dass
je gravierender der Vorwurf umso mehr muss dem Opfer geglaubt werden. "Der Fall
Wilkomirski belegt, dass die Mystifizierung des eigenen Ich durch eine
Opferidentifikation nicht nur in einer psychotherapeutischen Behandlung
provoziert wurde, sondern sich auch großer öffentlicher Aufmerksamkeit und
Unterstützung gewiss sein kann. Auch dort, wo es um die therapeutische
Bearbeitung realer seelischer Traumatisierungen geht (deren pathogene Bedeutung
mit langfristigen Folgen früher unterschätzt wurde) spielen suggestive und
autosuggestive Prozesse eine große Rolle. Sowohl die moderne Traumaforschung als
auch die Psychotherapie stehen vor besonderen Herausforderungen."
Der Nervenarzt
73, Number 2002 "Die Mystifizierung des eigenen Ich eine durch
Opferidentifikation steht im Dienst verschiedenster, bewusster, vor- und
unbewusster Interessen. Häufig geht es um narzisstische Bedürfnisse, die Abwehr
von Schuld und Schuldgefühlen, und um die Weigerung, Verantwortung für das
eigene Leben und seine Gestaltung zu übernehmen. Dies sind Themen, die in vielen
Psychotherapien von Bedeutung sind" Wilkomirsiki ist nicht alleine, nur eine
Ausnahmeerscheinung in der Publizität. Der Sozialpsychologe H. Welzer befragte
in einer Zufallsstichprobe Deutsche nach dem Verhalten ihrer Eltern und
Großeltern in der Nazizeit. Er geriet an 2/3, die berichteten, die eigene
Verwandtschaft sei entweder Opfer des Nazi-Regimes gewesen seien oder sogar
Widerstandskämpfer gewesen. Glaubt man solchen Umfragen, war das
Naziregime oder die DDR jeweils eine reine Opfergesellschaft.
Erinnerungen, die erst in Psychotherapien
auftreten, entsprechen manchmal eher den Vorstellungen und Wünschen des
Therapeuten als den tatsächlichen Erinnerungen einer Person. Dies trifft
besonders dann zu, wenn Hypnose oder Techniken der Recovered-Memory-Therapie
eingesetzt werden. Ein wirklicher Profit für die Patienten stellt sich in
solchen Fällen fast nie ein. Statt dessen verlieren die Patienten nicht selten,
den bis dahin oft einzig tragfähigen Rückhalt in der Familie. Der Zweck heiligt
dabei keineswegs die Mittel. Es wird nicht nur kein erstrebenswertes Ziel
erreicht, der "Kollateralschaden" kann gravierender sein, als der auch nur
denkbare Gewinn. Unabhängig vom Schaden für die Patienten ist auch der Schaden
für "Beschuldigte" oft gravierend. Eine wirkliche Rehabilitation ist bei solchen
Beschuldigungen oft nicht mehr möglich, das persönliche Leben zerstört. Der
Schaden ist dann genauso groß, wie bei tatsächlichen Missbrauchsopfern. Neben
Psychotherapeuten sind auch die Medien zu einem nicht geringen Teil in der
Verantwortung, der Montessori-Prozeß oder der Wormser
Kinderschänderprozess wären vermutlich ohne das entsprechende Medienumfeld nie
entstanden. Quellenamnesie nennt man den Vorgang bei dem eigene Erinnerungen mit
Berichten aus Medien oder erzähltem gemischt werden. Zu Beginn ist dieses
Aufpeppen der eigenen Geschichte meist bewusst, mit jedem Erzählen unterscheiden
Menschen auch für sich weniger zwischen gehörtem und erlebtem, zwischen
Erlebnissen vor dem Fernseher und in der Realität. Einmal von den Medien oder
angestoßen durch tatsächliche Erlebnisse auf ein Thema fixiert, füllen sich
manchmal die "autobiographischen" Erinnerungsspeicher mit fremdem Material.
Soziales Hypothesentesten verläuft unter bestimmten situativen Bedingungen
konfirmatorisch, einmal im Verdacht suchen selbst kritische Menschen nach der
Bestätigung der Hypothese, auch wenn sie nur erfunden ist.
S.Schulz-Hardt, E. Höfer & G Köhnken. haben in ihren Experimenten
eindrücklich gezeigt, dass solche Bedingungen beim Verdacht des sexuellen
Kindesmißbrauchs vorliegen. Zitat: „Schuldig bei Verdacht" – diese fatale
Kopplung ist, im Kontext des potentiellen sexuellen Kindesmißbrauchs leider
alles andere als ein Ausnahmefall". Das Argument, dass alleine die
Diskussion um falsche Erinnerungen pädophile Täter vor Gericht schütze ist
absurd. Bei der Überführung von Tätern nach tatsächlichem Kindesmissbrauch
dürften Polizei wie Gerichte selten auf Erinnerungen aus einer Psychotherapie
angewiesen sein.
Pädophilie ist nicht heilbar. Die meisten Täter, sind keine
Einmaltäter. Bis ein erwachsener Patient bei seinem Therapeuten "seine
Kindheitserinnerungen" wiedergefunden hat, hat im Regelfall ein solcher Täter
mehrere andere aktuelle nachweisbare ähnliche Straftaten begangen. Die Hälfte
der Täter, die dieses Verhalten einstellt, war in der Regel bereits entdeckt und
bestraft worden oder hat andere gravierende Sanktionen als Therapiemotivation
erlebt. Wer die Berichterstattung über Strafverfahren studiert, wird zudem
schnell herausfinden, dass Täter ihre Taten mit einer gewissen Regelmäßigkeit
mit Traumatisierungen in ihrer Kindheit entschuldigen. Dies ist sicherlich auch
sehr oft zutreffend. Vermutlich ist es aber auch in manchen Fällen in denen
solche Berichte starfmildernd berücksichtigt werden eben nicht zutreffend.
Überprüft wird es jedenfalls selten. Falsche Erinnerungen ließen sich auch im
weiteren Verlauf der "Therapie" während der Haft durchaus gewinnbringend nutzen.
|
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Kindesmissbrauch
Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS),
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Déjà-entendu-Erlebnis,
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GISELA BLAU Autor Daniel Ganzfried bezweifelt öffentlich die Identität
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Geschichte
Ein Essay über das Erinnern, die Kultur der Selbstviktimisierung und gefälschte
Holocaustbiografien
pdf
-
False Memory and Eyewitness Testimony
-
Verschwörungstheorie verfilmt, wie der CIA das False Memory Syndrome
hergestellt haben soll
-
Vater und Tochter und der Therapeut
-
Schulterschluss bei Sektenbetroffenheit
e. V. Der Verein bietet Hilfe nicht nur bei Betroffenheit oder
Abhängigkeit von Sekten, Kulten, esoterischen Gruppen bzw. - Aktivitäten sondern
auch bei familiären Problemen aufgrund induzierter Missbrauchserinnerungen und
einen „Arbeitskreis Induzierte Erinnerungen“ in Essen, zusammen mit betroffenen
Familien und jungen Frauen, denen in der Therapie falsche
Missbrauchserinnerungen induziert worden waren.
|
| Falsifikation
|
| In der Wissenschaftstheorie von Popper (kritischer Rationalismus), werden Theorien durch den Versuch sie an Beispielen zu widerlegen überprüft. Misslingt der Versuch eine Theorie oder daraus abgeleitete Folgerungen zu widerlegen, hat sich die Theorie in soweit bewährt als deren Wahrheit (vorläufig) gestützt wird, bzw. wahrscheinlicher gemacht wird. Erwiesene Wahrheit einer Theorie gibt es damit nicht. Alles gilt damit solange, bis man bewiesen hat, dass es falsch ist. Neue Erfahrungen oder Studienergebnisse können damit eine bisher auch allgemein anerkannte Theorie widerlegen. Empirische Theorien setzen damit voraus, dass sie auch Beobachtungssätze enthalten, die empirisch überprüfbar sind und damit auch falsifizierbar- oder widerlegbar- durch neue Prüfungen oder Beobachtungen sind. Eine Theorie, ein System oder eine Aussage bewährt sich, wenn sie kritischen Untersuchungen standhält. In der Wissenschaft gibt es keine absolute Wahrheit, alle Theorien, Hypothesen und Sätze müssen ständig und für alle Zukunft kritisch behandelt werden. Die Möglichkeit der Falsifikation ist nach dieser Theorie das wesentliche Kriterium der Wissenschaftlichkeit einer Theorie. Wissenschaftliche Hypothesen sind nach dieser Theorie zwar endgültig falsifizierbar, aber nie endgültig verifizierbar, sie können nur vorläufig bestätigt werden. Das Erkennen von Fehlern wird damit zu der wissenschaftlichen Methode. Wissenschaftlichen Fortschritt setzt voraus, dass ständig schrittweise Fehler eliminiert werden. Der Versuch der Verifizierung gilt damit als unwissenschaftlich. Dies geschieht in Abgrenzung zu geschlossenen Systemen, Totalitarismus wie Ideologien oder Religionen die "Glauben" fordern oder bestimmte Grundbedingungen als nicht diskutabel und nicht falsifizierbar definieren und damit einer wissenschaftlichen Überprüfung entziehen. Psychoanalyse ist nach der Theorie von Popper ebenso eine Pseudowissenschaft, wie viele sich auf ausgearbeitete Theorien stützende alternativen Heilmethoden. |
|
Karl Popper Die offene Gesellschaft und ihre Feinde München: Francke, 1980. 6.Aufl. Karl Popper Logik der Forschung .(1934). Wien: Springer . 2. Aufl. Tübingen: Mohr 1966. Karl Popper Das Elend des Historizismus . Tübingen: Mohr 1965. |
| Faszikulationen
|
| sind die häufigsten abnormen Bewegungen, es sind unter der Haut sichtbare, und im EMG gut darstellbare, kurze, feine, unregelmäßige Zuckungen wechselnder Muskelfasergruppen als Ausdruck überhöhter Erregbarkeit. Faszikulationen weisen gewöhnlich auf eine Erkrankung des peripheren motorischen Neurons hin, sie können aber auch bei Gesunden bei Ermüdung und Kälte vorkommen, besonders in den Wadenmuskeln älterer Menschen. Myoklonien sind Zuckungen, die zu einer Bewegung der Extremität führen, Faszikulationen sind zwar sichtbare Zuckungen, führen aber nicht zu einer Bewegung der Extremität
|
|
|
| Fatalität
|
| die Fatalitätsrate (engl. fatality rate, case fatality) errechnet sich aus der Anzahl der (in einem Zeitraum) Gestorbenen geteilt durch die Anzahl der (in dem Zeitraum) Erkrankten oder (bei Längsschnittbetrachtungen) aus der Anzahl der (in einem Zeitraum) Gestorbenen geteilt durch den Anfangsbestand (zu Beginn dieses Zeitraums) von Erkrankten. Die Fatalität wird oft mit der Letalität verwechselt.
|
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| Faustlos
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| die deutsche Version des in den USA für Kindergärten und Schulen entwickelten Konzepts "Second Step". Das Programm hat das Ziel, impulsives und aggressives Verhalten von drei- bis zehnjährigen Kindern zu vermindern und ihr soziales Verhalten zu verstärken. Kinder sind von Natur aus nicht gewalttätig, sie können aggressives Verhalten erlernen, aber auch wieder verlernen. FAUSTLOS richtet sich dabei an alle Kinder einer Klasse, an mögliche Täter und mögliche Opfer. Die Lerneinheiten bauen systematisch aufeinander auf. So sollen die Kinder durch FAUSTLOS erkennen, was ein anderer Mensch fühlt. Sie sollen sich in andere hineindenken und hineinfühlen lernen, um so gefühlsmäßig auf einen anderen Menschen eingehen zu können. Sie lernen weiterhin, ihre Impulse zu kontrollieren und Probleme auf eine positive Art zu lösen. Ein Ziel ist, dass die Kinder Anzeichen von Wut und Ärger bei sich selbst und anderen erkennen. Aggressives Verhalten kann dadurch verringert bzw. verhindert werden, dass den Kindern die Möglichkeit gegeben wird, über den Vorfall nachzudenken, der den Ärger ausgelöst hat. Leiter ist Prof. Dr. med. Manfred Cierpka, seit 1998 Direktor der Abteilung Psychosomatische Kooperationsforschung und Familientherapie der Universität Heidelberg.
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| Fehler und Beinahefehler bei ärztlichen Behandlungen |
| Die AOK definiert auf ihrer Webseite: "Wenn Patienten aber aufgrund
ärztlicher Sorgfaltpflichtverletzungen Schäden erleiden, spricht man von
Behandlungsfehlern." Die TK definiert: "Behandlungsfehler sind Eingriffe
von Ärzten und Zahnärzten, die nicht nach den aktuellen Grundsätzen und Regeln
der Medizin erfolgt sind und zu gesundheitlichen Schäden geführt haben".
Kunstfehler oder Behandlungsfehler definiert das Institute of Medicine mit:
"Das Scheitern einen geplanten Eingriff/ Behandlung so zu Ende zu bringen, wie
beabsichtigt oder der falsche Plan ein (Behandlungs-) Ziel zu erreichen.
Der Schwerpunkt liegt dabei auf 2 wichtigen Prinzipien: ein schlechtes
Behandlungsergebnis bedeutet nicht, dass dem ein Behandlungsfehler zugrunde
liegt, und Kunstfehler sind unabsichtlich und allgemein vermeidbar.
Abgegrenzt wird dabei der Kunstfehler von einer Nebenwirkung. Eine Nebenwirkung
ist ein nachteiliger Behandlungsausgang mit einem Schaden, der das Ergebnis
eines Behandlungprozesses und nicht der zugrundeliegenden Erkrankung des
Patienten ist. Kunstfehler oder Behandlungsfehler bezieht sich also überwiegend
auf den Behandlungsprozess, Nebenwirkungen beziehen sich überwiegend auf das
Ergebnis. Die Überlappung zwischen Kunstfehler oder Behandlungsfehler und
Nebenwirkungen ist klein, die meisten Behandlungsfehler führen nicht zu einem
Schaden, und die meisten Nebenwirkungen gehen nicht auf Behandlungsfehler
zurück. Im Zweifel kann der Patient aber gleichzeitig Opfer von beidem werden.
Fehler bei Medikamentenverordnungen werden nach großen Studien in amerikanischen
Krankenhäusern mit etwa 3,5% der Verordnungen angegeben. Die große
Aufmerksamkeit findenden Operationen an der falschen (gesunden) Köperhälfte sind
nach einer Studie mit 2 826 367 US- Operationen mit 25 Fälle sehr selten
(1:112 994 Operationen), Nur in einem der Fälle führte dies zu einem
Dauerschaden für den Betroffenen.
Die Peinlichkeit für den Arzt, persönliche Ängste, Angst vor juristischen und
finanziellen Folgen, sind die häufigsten Gründe nicht zu Behandlungsfehlern zu
stehen. Die Zeiten haben sich auch in der Medizin geändert. Im
Informationszeitalter haben zumindest differenziertere Patienten ohnehin die
Möglichkeit sich umfassend selbst über ihre Erkrankungen und die
Behandlungsmöglichkeiten, wie deren Risiken zu informieren. Die Zeiten der
Geheimnisse eines Berufsstandes sind auch für Ärzte weitgehend Vergangenheit.
In der aktuellen Diskussion wird überwiegend favorisiert, Behandlungsfehler
offen zuzugeben und Patienten auch über "Beinahme- Fehler" offen zu informieren.
Vermutlich ist dies die sicherste Strategie um zu einer vertrauensvollen Arzt-
Patient- Beziehung zu kommen. Niemand ist perfekt, auch Ärzte nicht.
Im Rahmen ärztlichen Qualitätsmanagements ist Fehlermanagement ein
Bestandteil der Praxis geworden. Aus dem Erkennen von Fehlern lassen sich
Fehlervermeidungsregeln und Präventivmaßnahmen ableiten. Fehlermeldesysteme auch
im Internet machen es leichter auch aus den Fehlern anderer zu lernen.
Behandlungsfehler sind ein beliebter Forschungsgegenstand geworden. Das
Eingeständnis und die Beseitigung von Fehlern werden zunehmend als
Entwicklungsmotor erkannt. |
-
Fehldiagnosen siehe hier
-
Gutachterkommissions-Broschuere der Bundesaerztekammer-2009
-
Adressen der Gutachterkommissionen der Bezirksärztekammern in Baden- Württ.
Gutachterstelle bei der Bayerischen Landesärztekammer
Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der norddeutschen Ärztekammern
- eine Schweizer Webseite hilft aus den Fehlern anderer zu lernen.
https://www.cirsmedical.ch/Deutschland/cirs/cirs.php
Seiten die Helfen Fehler zu vermeiden, die andere schon gemacht haben:
CIRSmedical Deutschland
CIRS an der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie
CIRS Risikomanagement in der präklinischen Notfallmedizin
Jeder Fehler zählt! Fehlerberichts- und Lernsystem für Hausarztpraxen
PaSIS Patienten-Sicherheits-Informations-System
PaSOS Patienten-Sicherheits-Optimierungs-System
Schweiz CIRSmedical Schweiz
-
Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen (
Patientenbeauftragte),
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|
| Feindseligkeit
|
| "high hostility" im Personönlichkeitsprofil. Das "Typ-A" Verhalten gilt seit Jahrzehnten als eine Persönlichkeitsvariante die das Herzinfarktrisiko steigert. Nach der aktuellen Studienlage scheint dabei der Feindseligkeit eine große Rolle zuzukommen. Dabei scheinen die Risiken bereits im Jugendalter messbar. Eine Nachuntersuchung von Kollegestudenten mit 42 Jahren zeigte, dass Individuen mit eingangs hoher Feindseligkeit häufiger Koffein, Alkohol, und Tabak, konsumierten, ein höheres Gewicht hatten, einen höheren Cholesterinspiegel als ihre weniger feindseligen Altersgenossen. Sie wiesen auch einen deutlich höheren Adrenalinmorgenspiegel auf, der für die häufigen morgendlichen Herzinfarkte eine große Bedeutung hat. Insbesondere Zeitdruck, Ungeduld und Feindseeligkeit scheinen den Bluthochdruck langfristig zu begünstigen, sagt eine Verlaufsuntersuchung von 3308 Erwachsenen (CARDIA Studie).
|
|
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Psychosocial Factors and Risk of
Hypertension: The Coronary Artery Risk Development in Young Adults (CARDIA)
StudyABSTRACT
|
FULL TEXT |
PDF |
| Feldenkrais Methode
|
| Durch bewusste neue Bewegungen soll der Patient seinen Körper neu wahrnehmen und seinen eigenen (gesunden) Rhythmus finden. Meist Wochenendkurse oder Seminare, bisher noch umstritten.
|
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| Feldstudie
|
| Untersuchung, die nicht unter klinischen oder experimentellen Bedingungen, sondern an Personen in ihrer normalen, nicht vom Untersucher beeinflussten Umwelt durchgeführt wird |
|
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| femoralis, Nervus
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| (aus den Nervenwurzeln L1-L4), stärkster Ast des Plexus lumbalis, zieht auf dem M. iliacus durch die Lacuna musculorum zum Oberschenkel. Er innerviert die Muskeln der Oberschenkelvorderseite: M. iliopsoas, M. quadriceps femoris, M. sartorius; den M. pectineus innerviert er zusammen mit dem N. obturatorius. Hautäste: Rami cutanei anteriores: zur Haut der Oberschenkelvorderseite, N. saphenus: folgt den Vasa femoralia in den Adduktorenkanal, durchbricht die Sehnenplatte zwischen dem M. vastus medialis und dem M. adductor magnus und läuft in der Nähe der V. saphena magna bis zum Medialrand des Fußes. Der N. saphenus innerviert mit seinem Ramus infrapatellaris die Haut der vorderen Kniegegend, mit den Rami cutanei cruris mediales innerviert er sensibel die Medialseite von Unterschenkel und Fuß. Lähmung der Hüftbeuger und Kniestrecker (Mm. iliopsoas et quadriceps femoris) führt zu Gangunsicherheit bzw. Gehen mit versteiftem Knie, was Sekundärschäden am Gelenk verursachen kann, und zu Schwierigkeiten beim Treppensteigen und Aufrichten aus dem Sitzen. Die Abgrenzung gegen eine Wurzelläsion L4 wird durch die Aussparung der Adduktorengruppe ermöglicht, eine Abgrenzung gegen die diabetische Amyotrophie ebenfalls durch deren weitergehende Ausfälle. Läsionen kommen nach abdominellen und Hüftoperationen vor, bei malignen Lymphomen und Psoashämatomen unter Antikoagulation. Auch chronischer perkutaner Druck kommt als Ursache in Betracht. Der N. saphenus als sensibler Endast für den medialen Unterschenkel kann durch Varizen- oder Knieoperation und körperliche Belastung (Druck im Hunter-Kanal am distalen Oberschenkel unter dem M. sartorius) geschädigt werden. Bei einer oberen Lähmung ist der M. iliopsoas (Hüftbeuger) betroffen, dieser fällt allerdings nicht vollständig aus, da der M. psoas major auch durch Äste direkt aus dem Plexus lumbalis (L2 u. L3) versorgt wird. Dennoch entsteht eine Beeinträchtigung beim Gehen und Steigen. Bei einer Lähmung nach Abgang der Äste zum M. iliopsoas kommt es zu einer Lähmung des vorderen Oberschenkelmuskels (M. quadrizeps femoris), dem wichtigsten Kniestrecker, entsprechend fällt damit auch der Patellarsehenenreflex aus. Gehen bleibt dabei etwas mühsamer möglich, beim bergauf gehen kann man mit dem betroffenen Bein nicht vorausgehen, beim bergab gehen muss das betroffene Bein immer als erstes nach vorne genommen werden. Weniger bedeutsam ist die Lähmung des M.sartorius (Beuger und Außenrotator im Hüftgelenk) und des M. pectineus der an der Hüftadduktion beteiligt ist. Ursachen seiner Schädigung können in einer durchgebrochenen Blinddarmentzündung oder einer Blinddarmoperation einer solchen liegen, kommen auch nach TEP der Hüften, selten auch nach Leistenbruchoperationen vor. Ganz selten auch nach Arteriographien, nach einsetzen eines Aortofemoralen Bypass, nach Gebährmutterentfernungen. Spontane Lähmungen kommen auch nach plötzlicher Überstreckung der Hüfte bei einem Unfall oder beim Sport vor, sehr selten nach intraglutäalen Injektionen, wenn mit einer langen Nadel über den Beckenkamm hinaus gestochen wird. Bei Blutgerinnungsstörungen durch große Hämatome (Psoashämatom, sowohl unter Markumar als auch sehr selten unter Ass. Nicht ganz selten kommt eine Femoralislähmung als Mononeuritis beim Diabetes m. vor. Möglicherweise ist diese auf Druchblutungsstörugen zurückzuführen, sie bildet sich meistens gut zurück. Berichtet wird sie auch als Folge einer schweren Spondylose bei älteren Patienten, dann öfters mit Läsionen anderer Teile des Plexus lumbalis gemeinsam. Der sensible Ast des N. Femoralis der N saphenus wird manchmal bei der Entfernung des mittleren Meniskus verletzt, auch bei der Operation von Krampfadern (Herausziehen längerer Abschnitte der Vena saphena magna kann der N. saphenus verletzt werden. Meist entstehen (in etwa zur Hälfte reversible) sensible Ausfälle, manchmal bildet sich ein schmerzhaftes Neurom, das operativ entfernt werden muss. Die Saphenusneuropathie ist ein Enpasssyndrom durch mechanische Kompression des Nerven im Hunterschen Kanal oder bei Reizung durch eine Venenentzündung der daneben liegenden Vena saphena interna. Sie äußert sich mit Schmerzen und einem Schweregefühl am Oberschenkel oberhalb des Knies, und am Unterschenkel, nimmt beim Gehen zu, im weiteren Verlauf können auch Sensibilitätsstörungen an der Innenseite des Unterschenkels auftreten. Der N. saphenus ist dann im unteren Drittel des Oberschenkels auch druckempfindlich, der Schmerz wird beim umgekehrten Lasègue verstärkt. Lokalanästhesie und Kortisoninjektionen helfen manchmal, wenn nicht hilft oft nur die Spaltung des Hunterschen Kanals. Hauptsächliche Verwechslungsmöglichkeit der Femoralisparesen sind Wurzelkompressionen L3 und L4 mit daraus folgender Lähmung der Kniestrecker und PSR – Ausfall. |
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| Fertilität
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| bevölkerungsbezogene Betrachtung der natürlichen Reproduktion, wobei die Anzahl der (Lebend)geborenen in Bezug zur weiblichen Bevölkerung im gebärfähigen Alter (hier 15 - <45 Jahre) gesetzt wird. Die Quantifizierung erfolgt über Fertilitätsmaße, welche sowohl die Demographie als auch die Epidemiologie interessieren. Fruchtbarkeit, geschlechtliche Vermehrungsfähigkeit
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| Festination
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| unbewusste nicht willentlich gesteuerte Tendenz beim Gehen kleine Schritte zu nehmen, die beim Gehen immer schneller und hastiger werden. Es handelt sich um eine subcorticale hypokinetische Gangstörung. Teilweise werden die Wörter Propulsion und Antepulsion synonym verwendet. Parkinsonkranke haben oft Schwierigkeiten beim Gehen in Gang zu kommen, wenn sie dann losgelaufen sind, kommt oft auch mitbedingt durch den nach vorne neigenden Oberkörper ein eiliges unsicheres Vorpreschen zustande. Wenn sie dann anhalten wollen, gelingt dies schlecht, weil die Festination weitergeht. Das Symptom kommt aber auch bei Hirndrucksteigerungen, wie beispielsweise bei idiopathischen Aquäduktstenosen vor. |
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M
Zeidler,
et
al.,Parkinsonism
associated
with
obstructive
hydrocephalus
due to
idiopathic
aqueductal
stenosis
J Neurol
Neurosurg
Psychiatry
1998;64:657-659
O Leheta,
J Boschert,
J K
Krauss,
and I R
Whittle
Festination
as the
leading
symptom of
late onset
idiopathic
aqueductal
stenosis
J. Neurol.
Neurosurg.
Psychiatry,
November 1, 2002;
73(5): 599
- 600.
[Full
Text]
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| Fetischismus |
| Gebrauch toter Objekte als Stimuli für die sexuelle Erregung und Befriedigung. Viele Fetische stellen eine Erweiterung des menschlichen Körpers dar, z.B. Kleidungsstücke oder Schuhwerk. Andere gebräuchliche Beispiele sind Gegenstände aus Gummi, Plastik oder Leder. Die Fetischobjekte haben individuell wechselnde Bedeutung. In einigen Fällen dienen sie lediglich der Verstärkung der auf üblichem Wege erreichten sexuellen Erregung (z.B. wenn der Partner ein bestimmtes Kleidungsstück tragen soll). Spezialisiertes, unter Umständen abweichendes Sexualverhalten, bei dem ausschließlich oder überwiegend bestimmte Objekte, d.h. Körperpartien außerhalb der Genitalsphäre (z.B. Fuß, Haar), Gegenstände (z.B. Kleidungsstücke) oder Materialien (z.B. Leder, Gummi), die mit dem Liebesobjekt zusammenhängen bzw. dieses ersetzen, zur geschlechtlichen Erregung führen
Fetischistischer Transvestitismus
Zur Erreichung sexueller Erregung wird
Kleidung des anderen Geschlechts getragen; damit wird der Anschein erweckt, dass
es sich um eine Person des anderen Geschlechts handelt. Fetischistischer
Transvestismus unterscheidet sich vom transsexuellem Transvestitismus durch die
deutliche Kopplung an sexuelle Erregung und das starke Verlangen, die Kleidung
nach dem eingetretenen Orgasmus und dem Nachlassen der sexuellen Erregung
abzulegen. Er kann als eine frühere Phase in der Entwicklung eines
Transsexualismus auftreten.
siehe auch unter Paraphilie |
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| Fibromyalgie
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| Kardinalsyndrom der sog. "Fibromyalgie" ist das vermehrte subjektive Schmerzerleben am Muskel-Sehnenapparat, wie es auch isoliert an jeder beliebigen Muskelgruppe des Haltungs- und Bewegungsapparates beobachtet werden kann, sofern sie - aus welchen Gründen auch immer - einem erhöhten Tonus (Anspannung) unterliegt. Der Muskeltonus ist immer auch Spiegelbild der psychischen Anspannung, also ein "psychisches Erfolgsorgan" . Solche muskuläre Mehrtonisierungen bewirken Fehlhaltungen und Fehlfunktionen z. B. der Wirbelgelenke, die ihrerseits zusätzlich organisch bedingte Beschwerden bereiten können. "Typische" Druckpunkte bevorzugt in den Insertionsgebieten der Muskulatur, z. B. am Hinterhaupt, dem Schulterblatt und Becken.
Ausführliches im entsprechenden Kapitel Fibromyalgie |
Siehe auch:
-
Rückenschmerz
-
unter somatoforme Störungen
-
Screening nach Risikofaktoren für eine
Chronifizierung
-
Schmerzmedikamente
-
Fibromyalgie
-
Gymnastik zur Vorbeugung
-
Rückenschule
-
Die zervikale Myelopathie- wenn der
Wirbelsäulenschaden sich aufs Rückenmark auswirkt
-
die neuralgische Schulteramyotrophie - eine
Differenzialdiagnose zum Bandscheibenvorfall im HWS- Bereich
-
Wann
Röntgenbilder und Kernpintomographien indiziert sind,
-
Wichtige
,,Säulen“ der Therapie des degenerativ verursachten Lumbalsyndroms
-
Was wird dann
untersucht
-
Wann
operiert wird,
-
wichtige
mechanische Definitionen
-
Risikofaktoren für eine Chronifizierung
-
Was und wie
wird beim Arzt zunächst je nach Beschwerden untersucht
- Ärztliche
Maßnahmen die Rückenschmerzen chronifizieren
- Links zu
Rückenschmerzen
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| Fieberkrämpfe
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| Fieberkrämpfe sieht man vorwiegend bei 3-5 Jahre alten Kindern in Verbindung mit Fieber ohne Zeichen einer intrakraniellen Infektion oder einer anderen nachweisbaren Ursache. Bis zu 4% aller Kinder sind betroffen, wobei eine genetische Disposition besteht. 'Benigne' oder 'einfache' Fieberkrämpfe sind flüchtig, vereinzelt und generalisiert; 'komplizierte' Attacken sind entweder vom fokalen Typ, dauern länger als 15 min oder wiederholen sich mindestens zweimal in < 24 h. Insgesamt ist das Auftreten von Fieberkrämpfen mit einer leicht erhöhten Inzidenz von späteren afebrilen Krämpfen verbunden (2% entwickeln eine Epilepsie). Die Wahrscheinlichkeit einer späteren Epilepsie und das Risiko rezidivierender Fieberkrämpfe ist wesentlich größer bei Kindern mit 'komplizierten' Fieberkrämpfen, abnormem neurologischen Vorab-Befund, Beginn innerhalb des ersten Lebensjahres oder einer Epilepsie in der Familienanamnese.
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| Filizid, Infantizid, Neonatizid |
| Unter Infantizid oder Filizid versteht man das Töten des eigenen Kindes, bzw.
Kindsmord als Sonderform des Mordes. Filizid ist allgemein das Töten des eigenen Kindes. Von
Infantizid spricht man in der Regel, wenn das Kind unter einem Jahr alt ist, von
Neonatizid wenn das Kind weniger als 24 Stunden alt ist, also ein Neugeborenes
ist. Filizid ist eher selten, findet aber viel Aufmerksamkeit. Die Rate
wird mit 0,6 bis 2,5 / 100,000 Kinder angegeben, wobei es sicherlich eine
Dunkelziffer nicht diagnostizierter Morde durch die eigenen Eltern gibt.
Kindstötungen gibt es nicht nur bei Menschen sondern auch im Tierreich und hier
auch bei unseren Verwandten den Affen, aber auch bei bei Raubtieren, Vögeln und
Hühnern, Nagetieren etc. Manchmal wird von Tieren kranker Nachwuchs
aufgefressen, manchmal ist Futterknappheit, Übervölkerung oder eine andere
Belastung die Ursache.
In einer finnischen Studie wurden alle Menschen, die ihre Kinder zwischen
1995–2004 getötet hatten psychiatrisch untersucht und mit einer altersgleichen
Gruppe von Mördern verglichen. Die untersuchten Filizidtäter waren 13 Frauen und
7 Männer, das mittlere Alter der ermordeten Kinder lag bei 4 Jahren. Die
Filizidtäter litten nicht häufiger unter Psychosen als die Kontrollgruppe, aber
sie hatten signifikant häufiger Suizidversuche verübt. Seltener als die anderen
Mörder hatten sie eine Substanzabhängigkeit, oder eine antisoziale
Persönlichkeit. Sie zeigten deutlich seltener psychopathische Züge als die
genannte Kontrollgruppe. Die Filizidtäter hatten aber häufiger eine
Unfähigkeit Trauer oder Schuldgefühle zu empfinden, hatten eine verminderte
Empathiefähigkeit und eine schlechtere Verhaltenskontrolle als die altersgleiche
Gruppe von Mördern und konnten schlecht Verantwortung akzeptieren.
Filizidtäter sind nicht psychisch gestörter als gewöhnliche Mörder. Nicht jeder
Mord am eigenen Kind ist mit einer psychischen Störung entschuldbar. Die
gesetzlichen Bestimmungen zur Bewertung des Kindsmordes sind in den
Industrieländern unterschiedlich, unterschiedlich ist auch die Berücksichtigung
psychischer Störungen bei der Strafzumessung.
Bei Frauen mit postpartalen Depressionen, also einer Depression nach der
Geburt, sollte bei Hinweisen auf Suizidalität oder dem Äußern von
Suizidgedanken, direkt nach Gedanken dem Kind etwas anzutun gefragt werden. In
dieser speziellen Gruppe- die nicht den größten Teil der Filizidtäter stellt ist
oft ein rechtzeitiges Erkennen und Behandeln für Mutter und Kind lebensrettend
und in dieser speziellen Gruppe spielen tatsächlich psychische Störungen eine
große Rolle. Dies kann alle Fälle von Infantizid. also die Kindstötungen
insbesondere durch Mütter im ersten Lebensjahr betreffen. Insbesondere bei
jungen Müttern spielt aber beim Neonatizid häufig eine Rolle, dass sie
finanzielle und soziale Probleme sowie Partnerschaftsprobleme haben, oder die
Schwangerschaft verheimlicht wurde, bzw. eine Schwangerschaftsverleugnung vorlag
oder ganz einfach die Schwangerschaft unerwünscht war. Diese jungen Frauen sind
häufig emotional unreif.
Eine klassische Enteilung gibt es von Resnick (Am. J. of Psychiatry,
126 (1970); 1414 – 142
[Abstract]
[PDF] ) teilte die Kindsmörderinnen in fünf Kategorien
ein: (1) Den altruistische Filizid: die Mutter sieht keinen anderen
Ausweg ihrer hoffnungslosen Situation, will ihr Kind vor realem
oder vorgestelltem Leid bewahren (2) Der Akut psychotische Filizid,
unter dem direkten Einfluss einer von Epilepsie, eines Delirium oder
Halluzinationen. (3) Tötung eines unerwünschten Kindes.(4)
Versehentlicher Filizid, z.B. tödlich misshandelte Kinder mit fehlendem
Tötungsvorsatz (5) Filizid als Rache am Ehegegatten mit Tötung des
gemeinsamen Kindes als Rache, normalerweise weil die Mutter ihren
Ehegefährten für untreu hält oder umgekehrt, bzw. nach Trennung.
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- Hanna Putkonen et al, Differences between homicide and filicide offenders;
results of a nationwide register-based case-control study
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Text]
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