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Glossar
Psychiatrie/Psychosomatik/
Psychotherapie/Neurologie/Neuropsychologie |
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wurde unter Verwendung neuester Literatur erstellt. Insbesondere
dem ICD 10, dem DSM IV, AMDP- Manual, Leitlinien der
Fachgesellschaften, Lehrbuch VT von J.Mragraf, Lehrbuch der
analytischen Therapie von Thomä und Kächele, Lexika wie
dem Pschyrembel, verschiedene Neurologie- und
Psychiatrielehrbücher, Literatur aus dem Web, außerdem
einer Vielzahl von Fachartikeln aktueller Zeitschriften der
letzten 10Jahre. Nicht alle (insbesondere kleinere) Zitate sind kenntlich
gemacht. Verständlicherweise konnte durch Verwendung
verschiedener Quellen eine Mischung aus den unterschiedlichen
Zitaten nicht immer vermieden werden. Soweit möglich
wird dies angezeigt. Nicht alles ist auf Anhieb
laienverständlich, da ich die Zusammenstellung auch für
mich selbst nutze, musste hier ein Kompromiss zwischen
Verständlichkeit und medizinischer und psychologischer
Exaktheit gefunden werden. Falls sich jemand falsch oder in zu
großem Umfang zitiert findet- bitte eine E-Mail
schicken. KM 19.4.2000 Siehe auch die ergänzenden Hinweise
unten auf dieser Seite.
PS
selbstverständlich wird das Glossar regelmäßig
aktualisiert werden.
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| Ich-Störungen |
(siehe auch Schizophrenie!)
Unter Ich-Störungen versteht man (nach Jaspers):
Störungen des Einheits-Erlebens im Augenblick; der Identität im Zeitverlauf; der
Ich-Umwelt-Grenze (Appersonierung/Transitivismus). Hierbei meinen die Kranken,
daß ihr Denken, ihr Fühlen und ihre Handlungen von außen gesteuert werden und
sie dadurch keine Kontrolle mehr über sich selbst haben. Die Kranken neigen
dazu, in diesem Zustand dies dadurch zu erklären, daß sie z. B. durch
außerirdische Mächte, bestimmte Apparate oder feindliche Strahlen beeinflußt und
gelenkt werden. Manche Patienten glauben in einem solchen Fall, daß andere
wissen können, was sie selbst denken, und daß "Gedankenübertragung" stattfindet,
daß ihnen also z. B. durch andere Menschen, Maschinen oder außerirdische Kräfte
Gedanken eingegeben, aufgezwungen oder entzogen werden. Ähnlich wie bei den
Wahnvorstellungen können die Betroffenen erst nach Abklingen der akuten
Krankheitsepisode erkennen, daß es sich um krankheitsbedingte Störungen des
Erlebens, also um "Einbildungen" gehandelt hatte.
"Ich-Bewusstsein"
meint ein
vorhandenes
Wissen über das
Ich. Man könnte
"Ich-Bewusstsein"
als die
Fähigkeit
definieren, den
eigenen
Gemütszustand,
das eigene
Denken und den
eigenen Körper
und die
Gemütszustände,
das Denken und
die Körper von
anderen
Menschen zu
erkennen,
auseinanderzuhalten,
und darüber
nachzudenken.
Es ist damit
eine
reflektierte
Subjektivität,
das Gefühl eine
psychische
Einheit zu
sein, das
Gefühl der
Meinhaftigkeit,
meine Gefühle,
Gedanken und
meine
Körperteile
gehören mir .
Diese
Subjektivität
bedeutet, dass
ich zwischen
innen (zu mir
gehörend) und
außen (zur
Umwelt oder
Außenwelt, oder
den anderen)
gehörend
unterscheiden
kann, im Sinne
einer
Subjekt-Objekt-
Trennung.
Es bedeutet
auch sich
selbst
einschätzen und
kontrollieren
zu können, als
Voraussetzung
für die
Fähigkeit sich
in andere
einzufühlen
(Empathie).
"Ich weiß, dass
ich ICH bin und
habe eine
Vorstellung von
mir, erkenne
mich im Spiegel
und habe eine
Vorstellung von
den
Einschätzungen
anderer über
mich." Ich habe
ein mir
bewusstes
Selbstkonzept.
Ich-Bewusstsein
meint dabei
auch eine
Einheit von
Körper und
Geist. Das
autobiographische
Gedächtnis
ist eine
notwendige
Voraussetzung
des
"Ich-Bewusstseins."
Das
Ich-Bewusstsein
ist daher
wesentlicher
Bestandteil
unseres
Identitätsgefühls,
"ich bin ich"
in einem
Kontinuum von
Raum und Zeit
(autobiographisches
Gedächtnis)
und in der
Beziehung zu
anderen
Menschen (Empathie).
"Ich-Bewusstsein"
ist die
Voraussetzung
für
Eigenverantwortlichkeit
und
Verantwortung
gegenüber
anderen. Das Konstrukt des Ich-Bewusstseins geht dabei von einer zumindest empfundenen Willensfreiheit auf der Grundlage der Selbsterkenntnis aus. Die Idee "Wir können wollen, wie wie wir wollen" ist allerdings mehr ein hilfreiches Konstrukt als eine Tatsache. Unabhängig davon ob man das Ich-Bewusstsein als ein neurowissenschaftlich im Sinne eines Determinismus aufklärbaren Phänomens betrachtet, oder als Produkt der (auch zufälligen) Biographie, oder von einer tatsächlichen Willensfreiheit ausgeht, das Empfinden einer Autonomie und Entscheidungsfreiheit ist Voraussetzung für das Funktionieren im sozialen Kontext und die Übernahme von Verantwortung.
Was gesunden
Menschen
selbstverständlich
erscheint, kann
bei
Krankheiten,
wie der
Schizophrenie
schwer gestört
sein. Dann ist
der Kern
unseres Selbst
gestört, was
verständlicherweise
als sehr
bedrohlich
empfunden
werden kann.
Die
Unterscheidung
von Ich und
Anderen kann
schwer
beeinträchtigt
sein, Kranke
glauben, dass
ihre Gedanken
sich
ausbreiten, von
anderen gehört
und gesteuert
werden,
und/oder dass
die Gedanken
der anderen
sich ihnen
aufdrängen oder
sie beherschen.
|
Störungen
des
Ich-Bewusstsein
können auch bei
neurologischen
Störungen
vorliegen,
Beispiele sind
das Alian hand-
Syndrom oder
die
Misoplegie,
Cotard Syndrom,
Anton-Syndrom,
Anosognosie,
Neglect
Siehe auch
unter
Theory of Mind,
und unter
Schizophrenie
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| Idealisierung |
| Die Person begegnet emotionalen Konflikten oder inneren oder äußeren Belastungsfaktoren, indem sie anderen übertrieben positive Eigenschaften zuschreibt. Bei emotional instabilen Persönlichkeiten sich oft ein abrupter Wechsel zwischen Idealisierung und Abwertung eines Gegenübers. Was unter frisch verliebten Menschen und vom Kleinkind zu den Eltern ein gesunder Vorgang ist, kann in anderen zwischenmenschlichen Beziehungen zu selbstschädigendem Verhalten werden. |
|
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| Ideenflucht |
| Ein nahezu ständiger Fluss beschleunigter Rede mit
abrupten Sprüngen von Thema zu Thema, die meist auf verständlichen
Assoziationen,
Aneinanderreihungen
von
belanglosen
Informationen, ablenkenden Reizen oder Wortspielen beruhen.
Jeder
Einfall
wird
ungefiltert
berichtet,
der
Patient
kommt vom
hundertsten
ins
tausendste
und lässt
sich dabei
oft kaum
unterbrechen,
gleichzeitig
wird er
von jedem
Geräusch
oder
sonstigen
Umweltreiz
auf ein
neues
Thema
gelenkt
(Ablenkbarkeit). In schweren Fallen
kann die Sprache desorganisiert und unzusammenhängend sein.
Häufig bei
Manie bzw.
maniformen
Syndromen. |
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| Identifikation |
| Identifikation = bei Frustration des Auslebens triebhafter Bedürfnisse durch Verbote kann es zur Identifikation mit der verbietenden Person kommen. Ziel der Identifikation ist die Minderung des Angstzustandes, der durch das Verbot entstanden ist. Gegen eine andere Person gerichtete Es-Impulse (z.B. Wut) werden durch die Identifikation mit dieser Person abgewehrt, z.B. Schüler-Lehrer oder Sohn-Vater. Identifikation spielt bei der Über-Ich Bildung eine wichtige Rolle. Aus der vertikalen Organisation sozialer Kategorien (vgl. TURNERs Annahmen A.5-9) lässt sich eine Hypothese zur (chronischen) Mehrfachidentifikation folgern: Positive Soziale Identität kann auf mehreren Ebenen hierarchisch repräsentierter Kategorien gleichzeitig gewonnen werden - allerdings sind die vertikal jeweils benachbarten Identifikationskategorien gehemmt: die nächst-niedrigere wegen der Intra-Klassen-Assimilation, die nächst-höhere wegen der Inklusion der ja abgewertete/n Outgroup/s. Es sollten negative Korrelationen zwischen der Identifikation auf Ebene i und Ebene i+1 resultieren. Identifiziert sich eine Person z.B. mit ihrem Nationalstaat, wird sie sich nicht gleichzeitig mit dem übernationalen Verbund (der die Vergleichsnation/en enthält) identifizieren; eine ostdeutsche Selbstkategorisierung z.B. müsste die nationalstaatliche verhindern, könnte aber eben dadurch die europäische fördern.
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| IDET-Verfahren
|
| Hierbei wird eine Wärmesonde in die Bandscheibe eingeführt, um schmerzhafte Einrisse im Bereich der Bandscheiben der Lendenwirbelsäule durch Erwärmung wieder zu verschließen. |
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| Iktus |
| Ein plötzliches neurologisches Ereignis, wie ein Schlaganfall oder ein epileptischer Anfall.
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| Ileus |
| Darmverschluss, auch neurologische Erkrankungen oder neurologische Folgen systemischer Erkrankungen können Störungen der Darmmotilität hervorrufen, die bis zum Ileus gehen können. Beispiele sind Polyneuropathien mit Beteiligung des vegetativen Nervensystems bei Diabetes mellitus, Porphyrie, Bleiintoxikation, Amyloidose, Porphyrie, Paraneoplastisches Syndrome (ANNA-1 positiv), Guillain-Barré- Syndrome, Chagas-Krankheit, CMV, HIV, aber auch Systemerkrankungen wie Progressive systemische Sklerose, Familiäre viszerale Myopathie, Myotonie und andere Muskeldystrophien, Mitochondriopathien Parkinson-Krankheit, Multiple systemdegenerative Erkrankungen. |
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|
| Illusion |
Fehlwahrnehmung oder Fehlinterpretation eines
realen äußeren Reizes, z.B. das Rauschen von Blättern wird als Stimmengewirr
gehört (s.a. Halluzination). Illusionäre Verkennungen sind dadurch
gekennzeichnet, daß etwas wirklich gegenständlich Vorhandenes für etwas anderes
gehalten wird, als es tatsächlich ist. Illusionen sind also verfälschte
wirkliche
Wahrnehmungen. Das Vorhandensein des Wahrnehmungsgegenstandes
unterscheidet das illusionäre Erlebnis vom halluzinatorischen. (Z. B.: Das
ängstliche Kind verkennt im nächtlichen Wald Büsche als drohende Gestalten.)
Auch Personenverkennung. Zur Unterscheidung von Wahnwahrnehmungen: Hierbei wird
der Gegenstand richtig wahrgenommen (gesehen, gehört, gespürt), doch wird ihm
eine abnorme Bedeutung, meist im Sinne der Eigenbeziehung, zugedacht. Bei einer
Reihe von visuellen Illusionen (z.B. Müller-Lyer Täuschung), ist bekannt , daß
sie sich im Wahrnehmungsurteil niederschlagen. Andererseits haben diese
Wahrnehmungstäuschungen häufig nur einen sehr geringen oder gar keinen Einfluß
auf motorische Handlungen wie Greifen oder Zeigen. Üblicherweise werden diese
Dissoziationen im Zusammenhang mit dem dorsalen und ventralen System der
visuellen Verarbeitung diskutiert. Neben diesen relativ bekannten räumlichen
Dissoziationen finden sich auch eine Reihe zeitlicher Dissoziationen. Diese
wurden überwiegend zwischen dem zeitlichen Reihenfolge-Urteil (einem
Wahrnehmungsurteil) und der Einfach-Reaktion (einer motorischen Handlung)
beobachtet. |
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| im (intramuskuläre Spritzen) |
| zu Schäden bei der im Injektion siehe unter
N. ischiadicus

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| immunologische Systemerkrankungen |
| Bei fast allen immunologischen
Systemerkrankungen können psychische und neurologische Symptome auftreten. Im
Gegensatz dazu finden sich umgekehrt jedoch kaum quantitative Daten darüber, wie
häufig depressive, paranoid-halluzinatorische oder dementielle Syndrome durch
immunologische Systemerkrankungen verursacht werden. Da eine psychische Störung
in Einzelfällen sogar das präsentierende Symptom einer immunologischen
Systemerkrankung darstellen kann, ist es für Psychiater, Psychotherapeuten und
Neurologen von Bedeutung, an immunologische Differentialdiagnosen psychischer
Störungen zu denken. Bei den immunologischen Systemerkrankungen unterscheidet
man im wesentlichen 3 Krankheitsgruppen, a) die Kollagenosen oder systemischen
Autoimmunerkrankungen, b) die primären Vaskulitiden sowie c) weitere
Immunopathien, zu denen das Antiphospholipid Syndrom (APS), das Sneddon-Syndrom
und der M. Behçet gehören In der Gruppe der Kollagenosen findet man
psychiatrische und neurologische Symptome sehr häufig beim systemischen Lupus
erythematodes (SLE) und beim Sjögren-Syndrom (SS) . Ein ZNS-Befall bei der
progressiven systemischen Sklerose (Sklerodermie) und bei der Mischkollagenose (Overlap-Syndrome,
Sharp-Syndrom) stellt eine Rarität dar. Auch bei den primären Vaskulitiden
werden psychiatrische und neurologische Symptome beschrieben. Häufig sind sie
bei der isolierten Angiitis des ZNS, bei der Takayasu-Arteriitis, bei der
Arteriitis temporalis und bei der Panarteriitis nodosa.
J. Bauer, Der Nervenarzt 9·97 696ff
| Medikament |
Wirkungsweise |
Nebenwirkungen |
zu Überwachen |
| Steroide |
breite Wirkung auf B- und
T-Zellen |
Hochdruck, Diabetes,
Osteoporose, Katarakt, Übergewicht |
Blutzucker, Blutdruck, Gewicht |
| Cyclosporin |
Blockiert die frühe
Aktivierung von T -Zellen, interferiert mit der Produktion und
Ausschüttung von Interleukin 2 |
Nierentoxisch, Hochdruck,
Kopfschmerzen |
Blutdruck, Nierenwerte,
Blutspiegel der Substanz |
| Azathioprin |
Purinanalog das die DNA und
RNA Synthese hemmt |
Lebertoxisch,
Knochenmarksuppression, mögliche spätere Krebserkrankung |
Leberfunktion, Blutbild |
| Cyclophosphamid |
alkylierende Sybstanz die die
B -Zellproliferation hemmt |
Haemorrhagische Zystitis,
Sterilität, Knochenmarksuppression, mögliche spätere Krebserkrankung |
Blutbild, kumulative Dosis, |
| Chlorambucil |
alkylierende Sybstanz |
Sterilität,
Knochenmarksuppression |
Blutbild |
| Methothrexat |
Antimetabolit |
Lebertoxisch,
Knochenmarksuppression |
Blutbild, Leberfunktion |
| i.v. Immunglobuline |
Modulation der Cytokine und
Hemmung der Komplement ideotypisch-anti- ideotypisch Interaktion |
Kopfschmerzen, Schüttelfrost,
Fieber, Hyperkoaguloabilität, Niereninsuff., Leukopenie (revers.),
aseptische Meningitis, Anaphlyaxe bei Ig A Mangel |
IgA, Kreatinin |
| Plasmaaustausch |
Entfernt Antikörper und
Immunkomplexe |
Hypotenison, Hypoalbuminämie,
Hypokalzämie, veränderte Gerinnungsfaktoren, venöser Zugang, |
Blutdruck, Fibrinogen, PT
und PTT |
| Neurotropine |
|
Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie,
Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse |
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| Impact Factor |
Weil die hohe Zahl
wissenschaftlicher Artikel in einem Meer von Zeitschriften nicht mehr
überschaubar sind, hat sich der Impact Factor als Merkmal für die Qualität einer
Arbeit etabliert. Er nimmt Bezug auf die Zahl der Publikationen, die innerhalb
von zwei Jahren in einer anerkannten wissenschaftlichen Zeitschrift erschienen
sind. Das Verhältnis der Zahl der Zitationen innerhalb dieses Zeitfensters im
Verhältnis zur Anzahl der publizierten Arbeiten ist der Impact Factor. Grundlage
für die Berechnung von "Journal Impact Factor" ist eine, von I.S.I (Institute
for Scientific Information) erstellte und gepflegte, multidisziplinäre
Datenbank. Hier sind von den erfaßten Publikationen sowohl die Quellenangabe als
auch die darin zitierten Referenzen gespeichert. Es kann keinen "Journal Impact
Factor" für das laufende Jahr geben. I.S.I begrenzt die Zeitspanne der
Beobachtung auf zwei Jahre. Je nach Fachgebiet könnten aber längere Zeiträume
sinnvoller sein. Die von ISI ermittelten "Journal Impact Factors" können dem
jährlich erscheinenden "Journal Citation Report" (erhältlich als Science oder
Social Science Ausgabe) entnommen werden. Die beiden "Journal Citation Reports"
werden mit Hilfe der Gesamtdatenbank von ISI erstellt, die auch Daten enthält,
die in den öffentlich verfügbaren Produkten nicht zugänglich sind. Die Auswahl
der Zeitschriften für den JCR (ca. 4.600 für die Science und ca. 1.700 für die
Social Science Ausgabe) trifft I.S.I nach eigenen Kriterien. Dabei werden im JCR
nur Zeitschriften (keine Bücher) als Quellen berücksichtigt. Mit dem JCR lassen
sich folgende Fragen beantworten: Wie oft wurde eine bestimmte Zeitschrift
zitiert? Von welchen Zeitschriften - im eigenen oder anderen Fachgebiet - wurde
eine Zeitschrift zitiert? Wie schnell und wie lange nach ihrem Erscheinen wurde
eine Zeitschrift zitiert? Welche anderen Zeitschriften wurden von einer
bestimmten Zeitschrift zitiert? Näheres auf der ISI Homepage.: Facts about
Journal Citation Reports for the Web
PDF
|
Berechnung des Journal Impact Factors. |
|
A=
Anzahl der Zitate 1992 |
|
B=
1992 Zitate in Artikeln die 1990-91 publiziert wurden (Teilmenge von
A) |
|
C=
Zahl der Artikel die 1990-91 publiziert wurden |
|
D= B/C
= 1992 Impact Factor |
|
|
The ISI®
Social Sciences Citation Index (SSCI®)
and Social SciSearch®
provide access to current and retrospective bibliographic information, author
abstracts, and
cited references found in
over 1,700 of
the world’s leading scholarly social sciences journals covering more than 50
disciplines. They also cover individually selected, relevant items from
approximately 3,300 of the world’s leading science and technology journals.
Garfield E., Citation analysis as a tool in journal evaluation, Science,
178:471-9 (1972) pdf,
Wissenschaftliches Publizieren: Umstritten, aber etabliert – der Impact Factor
Oehm, Victor; Lindner, Dr. med. Udo K.Deutsches Ärzteblatt
99, Heft 22 vom 31.05.02, Seite A-1489 |
| Impingement |
| Oft synonym zu Kompression (Zusammendrücken, Quetschung, Prellung) verwendet. Beispielsweise Impingement einer Nervenwurzel durch eine Bandscheibe = Wurzelkompression. Oder Impingement des Medianusnerven = Druckschädigung des N. Medianus im Karpalkanal= Karpaltunnelsyndrom. An der Schulter Einquetschung, oder Einklemmung der Supraspinatussehne zwischen Oberarmkopf, Schulterdach (Acromion u. Ligamentum acromio-acromiale) und die Rotatorenmanschette bei engen anatomischen Verhältnissen durch Übertraining, Abnutzung, Arthrose, Kalkablagerung... |
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| Impulsivität , Impulskontrolle |
| Ungeduld, Schwierigkeit abzuwarten und Bedürfnisse aufzuschieben, Handeln ohne zu überlegen, Beschäftigung sich mit potentiell gefährlichen Aktivitäten, ohne dass auf die möglichen Konsequenzen geachtet wird,
mangelnde Kontrolle von Handlungsimpulsen, mangelnde Frustrationstoleranz,
Handeln aus dem Moment heraus, keine Planung oder Nachdenken, mangelnde
Konzentration auf die gerade zu lösende Aufgabe. Der komplexe psychische Problembereich der Impulsivität wird in 2 Subkomponenten, eine Antriebsdimension und eine Kontrolldimension, unterschieden. Diese Unterteilung entspricht einem Verständnis von Verhalten als Resultante aus mehr oder weniger ins Bewusstsein tretenden andauernden Kräften und Gegenkräften von Antrieb und Hemmung. Die Seite der Hemmung bildet sich im Konstrukt der Impulskontrolle ab, während der andere Aspekt als impulsiver Antrieb bezeichnet wird.
Impulsivität ist damit eine Störung des Zusammenwirkens von Denken,
Emotionalität und Verhalten. Impulsivität begünstigt Aggressivität und
emotionale Instabilität.
Impulsivität wird mit einer zunehmenden
Zahl psychischer Störungen in Zusammenhang gebracht. So findet sich in der 4.
Revision der DSM-Klassifikation zunächst die eigenständige diagnostische
Kategorie der sog. „Störungen der Impulskontrolle nicht andernorts
klassifiziert", die im einzelnen die intermittierende explosible Störung, die
Kleptomanie, die Pyromanie, das pathologische Spielen und die Trichotillomanie
umfaßt und zeitlich begrenzte, umschriebene Verhaltensstörungen beschreibt. Von
Bedeutung ist die Impulsivität auch bei den Eßstörungen, insbesondere der
Bulimia nervosa, bei stoffgebundenen Suchterkrankungen, bei verschiedenen Formen
selbstschädigenden Verhaltens und auch bei der Aufmerksamkeits-und
Hyperaktivitätsstörung des Kindesalters. Impulshandlungen können schließlich im
Verlauf nahezu aller psychiatrischen Erkrankungen vorkommen, u. a. bei
verschiedenen Formen geistiger Retardierung und bei schizophrenen sowie
affektiven Psychosen. Auf dem Gebiet der Persönlichkeitsstörungen ist
Impulsivität schließlich als ein überdauerndes, zentrales Persönlichkeitsmerkmal
bei den antisozialen und insbesondere Borderline-Persönlichkeiten von Bedeutung
und war sogar namensgebend für die ICD-10-Kategorie der impulsiven
Persönlichkeitsstörung.
|
Diagnostische Merkmale der „Störungen
der Impulskontrolle nicht andernorts klassifiziert" nach DSM-IV |
| • Versagen, einem Impuls,
einem Trieb oder einer Versuchung zu widerstehen, eine Handlung
auszuführen, die schädlich für die Person selbst oder für andere ist |
| • Ansteigendes Gefühl von
Spannung oder Erregung vor Durchführung der Handlung |
| • Erleben von Vergnügen,
Befriedigung oder Entspannung während der Durchführung |
| • Nach der Handlung können
Reue, Selbstvorwürfe oder Schuldgefühle auftreten oder nicht |
Eine Störung der Impulskontrolle
manifestiert sich bei Persönlichkeitsstörungen als überdauerndes Muster an
selbst- und fremdschädigenden Verhaltensproblemen. Gewöhnlich liegen habituierte
Verhaltensmuster bereit, auf die in spannungsreichen situativen Konstellationen
schnell, mehr oder weniger unreflektiert zurückgegriffen wird. Dabei kann der
impulsive Verhaltensstil recht unterschiedliche Erscheinungsformen annehmen und
sich zum einen in selbstschädigenden Impulshandlungen (u. a. suizidale
Handlungen, Selbstverletzungen, bulimische Ess-/Brechattacken, episodische
Alkohol- und Drogenexzesse), zum anderen in fremdschädigenden Handlungen und
Delikten manifestieren. Ein gängiges lerntheoretisches Modell der Entwicklung
von abnormen Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle beruht auf der
Annahme, dass die selbst- oder fremdschädigenden Impulshandlungen einen
maladaptiven Bewältigungsversuch von negativen emotionalen Verfassungen
darstellen. Dieses Erklärungsmodell lässt sich bevorzugt bei der
Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) anwenden, bei der subjektiv unerträglich
erlebte Affekterregungen beispielsweise durch Selbstverletzungen oder
Glücksspiel vermieden werden. Plötzliche Wechsel des Erregungs- bzw.
Arousalniveaus könnten zu den für BPS-Patienten so typischen abrupten Wechseln
zwischen heftiger Gemütsbewegung und quälenden Leeregefühlen sowie auf der
Verhaltensebene zwischen Reizvermeidung bis hin zur Dissoziation und
ausschweifender Erlebnissuche beitragen. Impulshandlungen dienen dann nicht nur
der Kompensation von Leere, sondern auch der Vermeidung von unerträglichen
Affekterlebnissen: Stressoren werden nicht bewältigt, sondern eine
Impulshandlung soll zur prompten Entlastung von Affekterregungen führen. Bei der
antisozialen bzw. psychopathischen Persönlichkeitsstörung mit ihrer habituellen
Neigung zu Delikten und Devianz entstehen Impulshandlungen meist auf dem Boden
von Kränkungen oder Frustrationen, aus einer gereizten Gestimmtheit heraus. Bei
diesen oft auch haltlosen, von keinen weiterreichenden Zielen oder Perspektiven
gelenkten Individuen werden den aufsteigenden Handlungsantrieben nur wenig
Widerstand bzw. wenige Kontrollversuche entgegengesetzt, so dass sich die
Impulse weitgehend ungehemmt nach außen, gegen andere entladen. Hemmungen
entstehen gewöhnlich entweder aus der Angst vor Bestrafung oder aus
mitmenschlichen Regungen, also aus Empathie heraus, Gefühlsqualitäten, über die
Psychopathen per definitionem wenig oder gar nicht verfügen. Sie zeigen Hinweise
auf eine abnorme Verarbeitung negativer Reize. Eine mangelnde Reaktion auf
bedrohliche Reize hat ein defizitäres Vermeidungsverhalten zur Folge.
Im Weiteren mögen die ebenso beeinträchtigten Reaktionen auf positive Reize mit
der bei Psychopathen zu beobachtenden mangelnden Fähigkeit zur Empathie und
zwischenmenschlichen Anteilnahme zusammenhängen. Psychopathische
Persönlichkeiten verfügen nur eingeschränkt über solche emotionalen
Empfindungen, die üblicherweise das Ausagieren aggressiver Impulse hemmen. Bei
situativen Konstellationen der Kränkung und Zurückweisung und einer konsekutiv
gereizten Stimmung besteht demnach die Gefahr, dass aggressive Impulshandlungen
weitgehend ungebremst ausgeführt bzw. ungehemmt gegen andere gerichtet werden.
Siehe auch unter Spielsucht, Brandstiftung, Kleptomanie, Trichotillomanie
|
Zugehörige Begriffe für die
Wortfelder Impulsivität und Impulskontrolle |
|
Impulsiver Antrieb |
Impulskontrolle |
| |
|
| Impuls |
Kontrolle |
| Drang |
Hemmung |
| Antrieb |
Steuerung |
| Aktivierung |
Regulierung |
| Trieb |
Beherrschung |
| Arousal |
Willensstärke |
| Aktualisierungsdruck |
Charakterstärke |
| Energieentladung |
Gewissenhaftigkeit |
| Mobilisierung |
Desaktualisierung |
| Stimulierung |
Distanzierung |
| Erregung |
Bewältigung, Zurückhalten |
| |
|
|
Sabine Herpertz und H. Saß Impulsivität und Impulskontrolle Nervenarzt (1997) 68: 171–183 |
| Inaktivitätsatrophie |
| Verschmächtigung intakter Muskeln infolge von Nichtgebrauch, Nichtbenutzung eines Muskels (nicht Muskelschwund - Muskelatrophie — durch Schädigung motorischer Nerven oder Krankheitsvorgänge im Muskel). |
|
|
| inapparent |
| verborgen, klinisch stumm, ohne erkennbare Krankheitssymptome, unterhalb der diagnostischen Schwelle. Im Verlauf einer Erkrankung auch inapparent bei wirksamer Bewältigung/Abwehr ohne Krankheitssymptome Z.B. auch bei Infektionen, aber auch bei allen anderen schweren Krankheiten benutzt. |
|
|
| Indikation |
| Grund (Anzeige) zur Anwendung diagnostischer Maßnahmen oder einer Therapie. Kontraindikation: Grund warum auf die Anwendung diagnostischer Maßnahmen oder eine Therapie verzichtet werden sollte. Bei Verwendung des Begriffs Indikationen/Kontraindikation wird oft zwischen absoluter und relativer, enger und breiter Indikation/Kontraindikation unterschieden. |
|
|
| Individualpsychologie (Adler) |
| Angeborene „Organ-Minderwertigkeit“ (z.B. Missbildungen), aus frühkindlichen Erziehungseinflüssen resultierende Frustrationen und Minderwertigkeitsgefühle als Ursache psychischer Störungen stehen in der Theorie im Vordergrund. Als Folge kommt es zu einem starken Geltungstrieb und übertriebenen Willen zur Macht. Durch Beherrschung anderer sollen tief verankerte Unsicherheiten und Minderwertigkeitsgefühle kompensiert und überdeckt werden. |
|
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| induzierte wahnhafte Störung |
| Es handelt sich um eine wahnhafte Störung, die von zwei Personen mit einer engen emotionalen Bindung geteilt wird. Nur eine von beiden leidet unter einer echten psychotischen Störung; die Wahnvorstellungen bei der anderen Person sind induziert und werden bei der Trennung des Paares meist aufgegeben. |
|
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| Inkohärenz |
| Sprechen oder Denken, das für andere grundsätzlich unverständlich ist, weil Wörter oder Satzteile ohne logischen oder sinnvollen Zusammenhang verbunden werden. Formale Denkstörung mit nicht nachvollziehbaren Sprüngen im Ablauf des Denkens. Die Störung tritt innerhalb von Sätzen auf, im Gegensatz zur Entgleisung, bei der die Störung zwischen Sätzen auftritt. Dies wird manchmal als ,,Wortsalat" bezeichnet, um das Ausmaß der linguistischen Desorganisation aufzuzeigen. Leichte ungrammatikalische Konstruktionen oder idiomatische Formen, die für eine bestimmtes regionales oder kulturelles Umfeld, Mangel an Bildung oder niedrige Intelligenz charakteristisch sind, sollten nicht als Inkohärenz bezeichnet werden. Der Begriff wird im allgemeinen nicht verwandt, wenn die Sprachstörung offenbar auf eine Aphasie zurückgeführt werden kann.. Gemeint ist ein Nebeneinander beziehungsloser Denkinhalte, die nicht logisch ausgeformt sind im Sinne eines festgehaltenen und logisch bearbeiteten Themas. Ein übergeordneter „roter Faden“ ist nicht erkennbar. Es finden sich keine regelrechten assoziativen Brücken, zwischen den Einzelbegriffen und Gedanken ( Assoziative Lockerung z.B. bei Manikern). Von einer Inkohärenz der Themenwahl spricht man bei einer Aneinanderreihung von thematisch nicht in den Gesprächs- & Situationskontext passenden Inhalten, die in sich zwar logisch korrekt aufgebaut sind, dabei aber ohne inneren Bezug zueinander sind (Unterschied zu Manikern mit der typischen assoziativen Lockerung) und ohne Ablenkung durch äußere Vorgänge entstehen. Bei leichterer Ausprägung kann man auch von einer "abschweifenden Themenwahl“, sprechen, wobei Teilbegriffe eines Inhalts das nächste Thema bestimmen, das aber im Gegensatz zur Ideenflucht erst einmal festgehalten und weitergeführt wird. |
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