Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse

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Glossar Psychiatrie/Psychosomatik/ Psychotherapie/Neurologie/Neuropsychologie

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PS selbstverständlich wird das Glossar regelmäßig aktualisiert werden.

 

ICD

International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems der WHO, ( www.who.int/whosis/icd10) aktuell gültig ist die Auflage 10, (10. Revision), Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, Herausgeber der deutschen Version ist das Deutsche Institut für medizinische Dokumentation und Information, DIMDI im Auftrage des Bundesministeriums für Gesundheit. http://icd.web.med.uni-muenchen.de//ALL/A00-Z99.html http://www.dimdi.de/dynamic/de/klassi/download/icd10/V2004/index.html   http://www.dimdi.de/de/klassi/diagnosen/icd10/ls-icdhtml.htm WHO Ausgabe 2004  German Modification (15. 8. 2003) die psychischen Störungen sind im ICD ausführlich mit den diagnostischen Kriterien beschrieben. Häufig wird für die psychischen Störungen allerdings das DSM IV TR  der American Psychiatric Association  verwendet, letzteres ist oft genauer und aktueller.



Ich-Störungen
(siehe auch Schizophrenie!)
Unter Ich-Störungen versteht man (nach Jaspers): Störungen des Einheits-Erlebens im Augenblick; der Identität im Zeitverlauf; der Ich-Umwelt-Grenze (Appersonierung/Transitivismus). Hierbei meinen die Kranken, daß ihr Denken, ihr Fühlen und ihre Handlungen von außen gesteuert werden und sie dadurch keine Kontrolle mehr über sich selbst haben. Die Kranken neigen dazu, in diesem Zustand dies dadurch zu erklären, daß sie z. B. durch außerirdische Mächte, bestimmte Apparate oder feindliche Strahlen beeinflußt und gelenkt werden. Manche Patienten glauben in einem solchen Fall, daß andere wissen können, was sie selbst denken, und daß "Gedankenübertragung" stattfindet, daß ihnen also z. B. durch andere Menschen, Maschinen oder außerirdische Kräfte Gedanken eingegeben, aufgezwungen oder entzogen werden. Ähnlich wie bei den Wahnvorstellungen können die Betroffenen erst nach Abklingen der akuten Krankheitsepisode erkennen, daß es sich um krankheitsbedingte Störungen des Erlebens, also um "Einbildungen" gehandelt hatte. "Ich-Bewusstsein" meint ein vorhandenes Wissen über das Ich. Man könnte "Ich-Bewusstsein" als die Fähigkeit definieren, den eigenen Gemütszustand, das eigene Denken und den eigenen Körper und die Gemütszustände, das Denken und die Körper von anderen Menschen zu erkennen, auseinanderzuhalten, und darüber nachzudenken. Es ist damit eine reflektierte Subjektivität, das Gefühl eine psychische Einheit zu sein, das Gefühl der Meinhaftigkeit, meine Gefühle, Gedanken und meine Körperteile gehören mir . Diese Subjektivität bedeutet, dass ich zwischen innen (zu mir gehörend) und außen (zur Umwelt oder Außenwelt, oder den anderen) gehörend unterscheiden kann, im Sinne einer Subjekt-Objekt- Trennung.   Es bedeutet  auch sich selbst einschätzen und kontrollieren zu können, als Voraussetzung für die Fähigkeit sich in andere einzufühlen (Empathie). "Ich weiß, dass ich ICH bin und habe eine Vorstellung von mir, erkenne mich im Spiegel und habe eine Vorstellung von den Einschätzungen anderer über mich." Ich habe ein mir bewusstes Selbstkonzept.  Ich-Bewusstsein meint dabei auch eine Einheit von Körper und Geist. Das autobiographische Gedächtnis ist eine notwendige Voraussetzung des  "Ich-Bewusstseins." Das Ich-Bewusstsein ist daher wesentlicher Bestandteil unseres Identitätsgefühls, "ich bin ich" in einem Kontinuum von Raum und Zeit (autobiographisches Gedächtnis) und in der Beziehung zu anderen Menschen (Empathie).  "Ich-Bewusstsein" ist die Voraussetzung für Eigenverantwortlichkeit und Verantwortung gegenüber anderen. Das Konstrukt des Ich-Bewusstseins geht dabei von einer zumindest empfundenen Willensfreiheit auf der Grundlage der Selbsterkenntnis aus. Die Idee "Wir können wollen, wie wie wir wollen" ist allerdings mehr ein hilfreiches Konstrukt als eine Tatsache. Unabhängig davon ob man das Ich-Bewusstsein als ein neurowissenschaftlich im Sinne eines Determinismus aufklärbaren Phänomens betrachtet, oder als Produkt der (auch zufälligen) Biographie, oder von einer tatsächlichen Willensfreiheit ausgeht, das Empfinden einer Autonomie und Entscheidungsfreiheit ist Voraussetzung für das Funktionieren im sozialen Kontext und die Übernahme von Verantwortung.

Was gesunden Menschen selbstverständlich erscheint, kann bei Krankheiten, wie der Schizophrenie schwer gestört sein. Dann ist der Kern unseres Selbst gestört, was verständlicherweise als sehr bedrohlich empfunden werden kann. Die Unterscheidung von Ich und Anderen kann schwer beeinträchtigt sein, Kranke glauben, dass ihre Gedanken sich ausbreiten, von anderen gehört und gesteuert werden, und/oder dass die Gedanken der anderen sich ihnen aufdrängen oder sie beherschen.


 
Störungen des Ich-Bewusstsein können auch bei neurologischen Störungen vorliegen, Beispiele sind das Alian hand- Syndrom oder die Misoplegie, Cotard Syndrom, Anton-Syndrom, Anosognosie, Neglect Siehe auch unter Theory of Mind, und unter Schizophrenie



Idealisierung
Die Person begegnet emotionalen Konflikten oder inneren oder äußeren Belastungsfaktoren, indem sie anderen übertrieben positive Eigenschaften zuschreibt. Bei emotional instabilen Persönlichkeiten sich oft ein abrupter Wechsel zwischen Idealisierung und Abwertung eines Gegenübers. Was unter frisch verliebten Menschen und vom Kleinkind zu den Eltern ein gesunder Vorgang ist, kann in anderen zwischenmenschlichen Beziehungen zu selbstschädigendem Verhalten werden.


Ideenflucht
Ein nahezu ständiger Fluss beschleunigter Rede mit abrupten Sprüngen von Thema zu Thema, die meist auf verständlichen Assoziationen, Aneinanderreihungen von belanglosen Informationen, ablenkenden Reizen oder Wortspielen beruhen. Jeder  Einfall wird ungefiltert berichtet, der Patient kommt vom hundertsten ins tausendste und lässt sich dabei oft kaum unterbrechen, gleichzeitig wird er von jedem Geräusch oder sonstigen Umweltreiz auf ein neues Thema gelenkt (Ablenkbarkeit).  In schweren Fallen kann die Sprache desorganisiert und unzusammenhängend sein. Häufig bei Manie bzw. maniformen Syndromen. 


Identifikation
Identifikation = bei Frustration des Auslebens triebhafter Bedürfnisse durch Verbote kann es zur Identifikation mit der verbietenden Person kommen. Ziel der Identifikation ist die Minderung des Angstzustandes, der durch das Verbot entstanden ist. Gegen eine andere Person gerichtete Es-Impulse (z.B. Wut) werden durch die Identifikation mit dieser Person abgewehrt, z.B. Schüler-Lehrer oder Sohn-Vater. Identifikation spielt bei der Über-Ich Bildung eine wichtige Rolle. Aus der vertikalen Organisation sozialer Kategorien (vgl. TURNERs Annahmen A.5-9) lässt sich eine Hypothese zur (chronischen) Mehrfachidentifikation folgern: Positive Soziale Identität kann auf mehreren Ebenen hierarchisch repräsentierter Kategorien gleichzeitig gewonnen werden - allerdings sind die vertikal jeweils benachbarten Identifikationskategorien gehemmt: die nächst-niedrigere wegen der Intra-Klassen-Assimilation, die nächst-höhere wegen der Inklusion der ja abgewertete/n Outgroup/s. Es sollten negative Korrelationen zwischen der Identifikation auf Ebene i und Ebene i+1 resultieren. Identifiziert sich eine Person z.B. mit ihrem Nationalstaat, wird sie sich nicht gleichzeitig mit dem übernationalen Verbund (der die Vergleichsnation/en enthält) identifizieren; eine ostdeutsche Selbstkategorisierung z.B. müsste die nationalstaatliche verhindern, könnte aber eben dadurch die europäische fördern.


IDET-Verfahren
Hierbei wird eine Wärmesonde in die Bandscheibe eingeführt, um schmerzhafte Einrisse im Bereich der Bandscheiben der Lendenwirbelsäule durch Erwärmung wieder zu verschließen.


Iktus
Ein plötzliches neurologisches Ereignis, wie ein Schlaganfall oder ein epileptischer Anfall.


Ileus
Darmverschluss, auch neurologische Erkrankungen oder neurologische Folgen systemischer Erkrankungen können Störungen der Darmmotilität hervorrufen, die bis zum Ileus gehen können. Beispiele sind Polyneuropathien mit Beteiligung des vegetativen Nervensystems bei Diabetes mellitus, Porphyrie, Bleiintoxikation, Amyloidose, Porphyrie, Paraneoplastisches Syndrome (ANNA-1 positiv), Guillain-Barré- Syndrome, Chagas-Krankheit, CMV, HIV, aber auch Systemerkrankungen wie Progressive systemische Sklerose, Familiäre viszerale Myopathie, Myotonie und andere Muskeldystrophien, Mitochondriopathien Parkinson-Krankheit, Multiple systemdegenerative Erkrankungen.


Illusion
Fehlwahrnehmung oder Fehlinterpretation eines realen äußeren Reizes, z.B. das Rauschen von Blättern wird als Stimmengewirr gehört (s.a. Halluzination). Illusionäre Verkennungen sind dadurch gekennzeichnet, daß etwas wirklich gegenständlich Vorhandenes für etwas anderes gehalten wird, als es tatsächlich ist. Illusionen sind also verfälschte wirkliche Wahrnehmungen. Das Vorhandensein des Wahrnehmungsgegenstandes unterscheidet das illusionäre Erlebnis vom halluzinatorischen. (Z. B.: Das ängstliche Kind verkennt im nächtlichen Wald Büsche als drohende Gestalten.) Auch Personenverkennung. Zur Unterscheidung von Wahnwahrnehmungen: Hierbei wird der Gegenstand richtig wahrgenommen (gesehen, gehört, gespürt), doch wird ihm eine abnorme Bedeutung, meist im Sinne der Eigenbeziehung, zugedacht. Bei einer Reihe von visuellen Illusionen (z.B. Müller-Lyer Täuschung), ist bekannt , daß sie sich im Wahrnehmungsurteil niederschlagen. Andererseits haben diese Wahrnehmungstäuschungen häufig nur einen sehr geringen oder gar keinen Einfluß auf motorische Handlungen wie Greifen oder Zeigen. Üblicherweise werden diese Dissoziationen im Zusammenhang mit dem dorsalen und ventralen System der visuellen Verarbeitung diskutiert. Neben diesen relativ bekannten räumlichen Dissoziationen finden sich auch eine Reihe zeitlicher Dissoziationen. Diese wurden überwiegend zwischen dem zeitlichen Reihenfolge-Urteil (einem Wahrnehmungsurteil) und der Einfach-Reaktion (einer motorischen Handlung) beobachtet.


im (intramuskuläre Spritzen)
zu Schäden bei der im Injektion siehe unter N. ischiadicus 

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immunologische Systemerkrankungen
Bei fast allen immunologischen Systemerkrankungen können psychische und neurologische Symptome auftreten. Im Gegensatz dazu finden sich umgekehrt jedoch kaum quantitative Daten darüber, wie häufig depressive, paranoid-halluzinatorische oder dementielle Syndrome durch immunologische Systemerkrankungen verursacht werden. Da eine psychische Störung in Einzelfällen sogar das präsentierende Symptom einer immunologischen Systemerkrankung darstellen kann, ist es für Psychiater, Psychotherapeuten und Neurologen von Bedeutung, an immunologische Differentialdiagnosen psychischer Störungen zu denken. Bei den immunologischen Systemerkrankungen unterscheidet man im wesentlichen 3 Krankheitsgruppen, a) die Kollagenosen oder systemischen Autoimmunerkrankungen, b) die primären Vaskulitiden sowie c) weitere Immunopathien, zu denen das Antiphospholipid Syndrom (APS), das Sneddon-Syndrom und der M. Behçet gehören  In der Gruppe der Kollagenosen findet man psychiatrische und neurologische Symptome sehr häufig beim systemischen Lupus erythematodes (SLE) und beim Sjögren-Syndrom (SS) . Ein ZNS-Befall bei der progressiven systemischen Sklerose (Sklerodermie) und bei der Mischkollagenose (Overlap-Syndrome, Sharp-Syndrom) stellt eine Rarität dar.  Auch bei den primären Vaskulitiden werden psychiatrische und neurologische Symptome beschrieben. Häufig sind sie bei der isolierten Angiitis des ZNS, bei der Takayasu-Arteriitis, bei der Arteriitis temporalis und bei der Panarteriitis nodosa. J. Bauer, Der Nervenarzt 9·97 696ff

 

 

Immunotherapien bei Neuromuskulären Krankheiten nach Current Treatment of Neuromuscular Diseases   Lisa Kokontis, MD; Ludwig Gutmann, MD  ARCHIVES OF NEUROLOGY, July 2000,Vol 57, No 7,
Medikament Wirkungsweise Nebenwirkungen zu Überwachen
Steroide breite Wirkung auf B- und T-Zellen Hochdruck, Diabetes, Osteoporose, Katarakt, Übergewicht Blutzucker, Blutdruck, Gewicht
Cyclosporin Blockiert die frühe Aktivierung von T -Zellen, interferiert mit der Produktion und Ausschüttung von Interleukin 2 Nierentoxisch, Hochdruck, Kopfschmerzen Blutdruck, Nierenwerte, Blutspiegel der Substanz
Azathioprin Purinanalog das die DNA und RNA Synthese hemmt Lebertoxisch, Knochenmarksuppression, mögliche spätere Krebserkrankung Leberfunktion, Blutbild
Cyclophosphamid alkylierende Sybstanz die die B -Zellproliferation hemmt Haemorrhagische Zystitis, Sterilität, Knochenmarksuppression, mögliche spätere Krebserkrankung Blutbild, kumulative Dosis,
Chlorambucil alkylierende Sybstanz Sterilität, Knochenmarksuppression Blutbild
Methothrexat Antimetabolit Lebertoxisch, Knochenmarksuppression Blutbild, Leberfunktion
i.v. Immunglobuline Modulation der Cytokine und Hemmung der Komplement ideotypisch-anti- ideotypisch Interaktion Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Fieber, Hyperkoaguloabilität, Niereninsuff., Leukopenie (revers.), aseptische Meningitis, Anaphlyaxe bei Ig A Mangel IgA, Kreatinin
Plasmaaustausch Entfernt Antikörper und Immunkomplexe Hypotenison, Hypoalbuminämie, Hypokalzämie, veränderte Gerinnungsfaktoren, venöser Zugang, Blutdruck, Fibrinogen, PT  und PTT
Neurotropine   Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse



Impact Factor
Weil die hohe Zahl wissenschaftlicher Artikel in einem Meer von Zeitschriften nicht mehr überschaubar sind, hat sich der Impact Factor als Merkmal für die Qualität einer Arbeit etabliert. Er nimmt Bezug auf die Zahl der Publikationen, die innerhalb von zwei Jahren in einer anerkannten wissenschaftlichen Zeitschrift erschienen sind. Das Verhältnis der Zahl der Zitationen innerhalb dieses Zeitfensters im Verhältnis zur Anzahl der publizierten Arbeiten ist der Impact Factor. Grundlage für die Berechnung von "Journal Impact Factor" ist eine, von I.S.I (Institute for Scientific Information) erstellte und gepflegte, multidisziplinäre Datenbank. Hier sind von den erfaßten Publikationen sowohl die Quellenangabe als auch die darin zitierten Referenzen gespeichert. Es kann keinen "Journal Impact Factor" für das laufende Jahr geben. I.S.I begrenzt die Zeitspanne der Beobachtung auf zwei Jahre. Je nach Fachgebiet könnten aber längere Zeiträume sinnvoller sein. Die von ISI ermittelten "Journal Impact Factors" können dem jährlich erscheinenden "Journal Citation Report" (erhältlich als Science oder Social Science Ausgabe) entnommen werden. Die beiden "Journal Citation Reports" werden mit Hilfe der Gesamtdatenbank von ISI erstellt, die auch Daten enthält, die in den öffentlich verfügbaren Produkten nicht zugänglich sind. Die Auswahl der Zeitschriften für den JCR (ca. 4.600 für die Science und ca. 1.700 für die Social Science Ausgabe) trifft I.S.I nach eigenen Kriterien. Dabei werden im JCR nur Zeitschriften (keine Bücher) als Quellen berücksichtigt. Mit dem JCR lassen sich folgende Fragen beantworten: Wie oft wurde eine bestimmte Zeitschrift zitiert? Von welchen Zeitschriften - im eigenen oder anderen Fachgebiet - wurde eine Zeitschrift zitiert? Wie schnell und wie lange nach ihrem Erscheinen wurde eine Zeitschrift zitiert? Welche anderen Zeitschriften wurden von einer bestimmten Zeitschrift zitiert? Näheres auf der ISI Homepage.: Facts about Journal Citation Reports for the Web PDF

Berechnung des Journal Impact Factors.
A= Anzahl der Zitate 1992
B= 1992 Zitate in Artikeln die 1990-91 publiziert wurden (Teilmenge von  A)
C= Zahl der Artikel die 1990-91 publiziert wurden
D= B/C = 1992 Impact Factor
The ISI® Social Sciences Citation Index (SSCI®) and Social SciSearch® provide access to current and retrospective bibliographic information, author abstracts, and cited references found in over 1,700 of the world’s leading scholarly social sciences journals covering more than 50 disciplines. They also cover individually selected, relevant items from approximately 3,300 of the world’s leading science and technology journals. Garfield E., Citation analysis as a tool in journal evaluation, Science, 178:471-9 (1972) pdf, Wissenschaftliches Publizieren: Umstritten, aber etabliert – der Impact Factor Oehm, Victor; Lindner, Dr. med. Udo K.Deutsches Ärzteblatt 99, Heft 22 vom 31.05.02, Seite A-1489



Impingement
Oft synonym zu Kompression (Zusammendrücken, Quetschung, Prellung) verwendet. Beispielsweise Impingement einer Nervenwurzel durch eine Bandscheibe = Wurzelkompression. Oder Impingement des Medianusnerven = Druckschädigung des N. Medianus im Karpalkanal= Karpaltunnelsyndrom. An der Schulter Einquetschung, oder Einklemmung der Supraspinatussehne zwischen Oberarmkopf, Schulterdach (Acromion u. Ligamentum acromio-acromiale) und die Rotatorenmanschette bei engen anatomischen Verhältnissen durch Übertraining, Abnutzung, Arthrose, Kalkablagerung...


Impulsivität , Impulskontrolle
Ungeduld, Schwierigkeit abzuwarten und Bedürfnisse aufzuschieben, Handeln ohne zu überlegen, Beschäftigung sich mit potentiell gefährlichen Aktivitäten, ohne dass auf die möglichen Konsequenzen geachtet wird, mangelnde Kontrolle von Handlungsimpulsen, mangelnde Frustrationstoleranz, Handeln aus dem Moment heraus, keine Planung oder Nachdenken, mangelnde Konzentration auf die gerade zu lösende Aufgabe. Der komplexe psychische Problembereich der Impulsivität wird in 2 Subkomponenten, eine Antriebsdimension und eine Kontrolldimension, unterschieden. Diese Unterteilung entspricht einem Verständnis von Verhalten als Resultante aus mehr oder weniger ins Bewusstsein tretenden andauernden Kräften und Gegenkräften von Antrieb und Hemmung. Die Seite der Hemmung bildet sich im Konstrukt der Impulskontrolle ab, während der andere Aspekt als impulsiver Antrieb bezeichnet wird. Impulsivität ist damit eine Störung des Zusammenwirkens von Denken, Emotionalität und Verhalten. Impulsivität begünstigt Aggressivität und emotionale Instabilität.

Impulsivität wird mit einer zunehmenden Zahl psychischer Störungen in Zusammenhang gebracht. So findet sich in der 4. Revision der DSM-Klassifikation zunächst die eigenständige diagnostische Kategorie der sog. „Störungen der Impulskontrolle nicht andernorts klassifiziert", die im einzelnen die intermittierende explosible Störung, die Kleptomanie, die Pyromanie, das pathologische Spielen und die Trichotillomanie umfaßt und zeitlich begrenzte, umschriebene Verhaltensstörungen beschreibt. Von Bedeutung ist die Impulsivität auch bei den Eßstörungen, insbesondere der Bulimia nervosa, bei stoffgebundenen Suchterkrankungen, bei verschiedenen Formen selbstschädigenden Verhaltens und auch bei der Aufmerksamkeits-und Hyperaktivitätsstörung des Kindesalters. Impulshandlungen können schließlich im Verlauf nahezu aller psychiatrischen Erkrankungen vorkommen, u. a. bei verschiedenen Formen geistiger Retardierung und bei schizophrenen sowie affektiven Psychosen. Auf dem Gebiet der Persönlichkeitsstörungen ist Impulsivität schließlich als ein überdauerndes, zentrales Persönlichkeitsmerkmal bei den antisozialen und insbesondere Borderline-Persönlichkeiten von Bedeutung und war sogar namensgebend für die ICD-10-Kategorie der impulsiven Persönlichkeitsstörung.

 

Diagnostische Merkmale der „Störungen der Impulskontrolle nicht andernorts klassifiziert" nach DSM-IV

• Versagen, einem Impuls, einem Trieb oder einer Versuchung zu widerstehen, eine Handlung auszuführen, die schädlich für die Person selbst oder für andere ist
• Ansteigendes Gefühl von Spannung oder Erregung vor Durchführung der Handlung
• Erleben von Vergnügen, Befriedigung oder Entspannung während der Durchführung
• Nach der Handlung können Reue, Selbstvorwürfe oder Schuldgefühle auftreten oder nicht

Eine Störung der Impulskontrolle manifestiert sich bei Persönlichkeitsstörungen als überdauerndes Muster an selbst- und fremdschädigenden Verhaltensproblemen. Gewöhnlich liegen habituierte Verhaltensmuster bereit, auf die in spannungsreichen situativen Konstellationen schnell, mehr oder weniger unreflektiert zurückgegriffen wird. Dabei kann der impulsive Verhaltensstil recht unterschiedliche Erscheinungsformen annehmen und sich zum einen in selbstschädigenden Impulshandlungen (u. a. suizidale Handlungen, Selbstverletzungen, bulimische Ess-/Brechattacken, episodische Alkohol- und Drogenexzesse), zum anderen in fremdschädigenden Handlungen und Delikten manifestieren. Ein gängiges lerntheoretisches Modell der Entwicklung von abnormen Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle beruht auf der Annahme, dass die selbst- oder fremdschädigenden Impulshandlungen einen maladaptiven Bewältigungsversuch von negativen emotionalen Verfassungen darstellen. Dieses Erklärungsmodell lässt sich bevorzugt bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) anwenden, bei der subjektiv unerträglich erlebte Affekterregungen beispielsweise durch Selbstverletzungen oder Glücksspiel vermieden werden. Plötzliche Wechsel des Erregungs- bzw. Arousalniveaus könnten zu den für BPS-Patienten so typischen abrupten Wechseln zwischen heftiger Gemütsbewegung und quälenden Leeregefühlen sowie auf der Verhaltensebene zwischen Reizvermeidung bis hin zur Dissoziation und ausschweifender Erlebnissuche beitragen. Impulshandlungen dienen dann nicht nur der Kompensation von Leere, sondern auch der Vermeidung von unerträglichen Affekterlebnissen: Stressoren werden nicht bewältigt, sondern eine Impulshandlung soll zur prompten Entlastung von Affekterregungen führen. Bei der antisozialen bzw. psychopathischen Persönlichkeitsstörung mit ihrer habituellen Neigung zu Delikten und Devianz entstehen Impulshandlungen meist auf dem Boden von Kränkungen oder Frustrationen, aus einer gereizten Gestimmtheit heraus. Bei diesen oft auch haltlosen, von keinen weiterreichenden Zielen oder Perspektiven gelenkten Individuen werden den aufsteigenden Handlungsantrieben nur wenig Widerstand bzw. wenige Kontrollversuche entgegengesetzt, so dass sich die Impulse weitgehend ungehemmt nach außen, gegen andere entladen. Hemmungen entstehen gewöhnlich entweder aus der Angst vor Bestrafung oder aus mitmenschlichen Regungen, also aus Empathie heraus, Gefühlsqualitäten, über die Psychopathen per definitionem wenig oder gar nicht verfügen. Sie zeigen Hinweise auf eine abnorme Verarbeitung negativer Reize. Eine mangelnde Reaktion auf bedrohliche Reize hat ein defizitäres Vermeidungsverhalten zur Folge. Im Weiteren mögen die ebenso beeinträchtigten Reaktionen auf positive Reize mit der bei Psychopathen zu beobachtenden mangelnden Fähigkeit zur Empathie und zwischenmenschlichen Anteilnahme zusammenhängen. Psychopathische Persönlichkeiten verfügen nur eingeschränkt über solche emotionalen Empfindungen, die üblicherweise das Ausagieren aggressiver Impulse hemmen. Bei situativen Konstellationen der Kränkung und Zurückweisung und einer konsekutiv gereizten Stimmung besteht demnach die Gefahr, dass aggressive Impulshandlungen weitgehend ungebremst ausgeführt bzw. ungehemmt gegen andere gerichtet werden. Siehe auch unter Spielsucht, Brandstiftung, Kleptomanie, Trichotillomanie

Zugehörige Begriffe für die Wortfelder Impulsivität und Impulskontrolle

Impulsiver Antrieb Impulskontrolle
   
Impuls Kontrolle
Drang Hemmung
Antrieb Steuerung
Aktivierung Regulierung
Trieb Beherrschung
Arousal Willensstärke
Aktualisierungsdruck Charakterstärke
Energieentladung Gewissenhaftigkeit
Mobilisierung Desaktualisierung
Stimulierung Distanzierung
Erregung Bewältigung, Zurückhalten
 
Sabine Herpertz und H. Saß Impulsivität und Impulskontrolle Nervenarzt (1997) 68: 171–183


Inaktivitätsatrophie
Verschmächtigung intakter Muskeln infolge von Nichtgebrauch, Nichtbenutzung eines Muskels (nicht Muskelschwund - Muskelatrophie — durch Schädigung motorischer Nerven oder Krankheitsvorgänge im Muskel).


inapparent
verborgen, klinisch stumm, ohne erkennbare Krankheitssymptome, unterhalb der diagnostischen Schwelle. Im Verlauf einer Erkrankung auch inapparent bei wirksamer Bewältigung/Abwehr ohne Krankheitssymptome Z.B. auch bei Infektionen, aber auch bei allen anderen schweren Krankheiten benutzt.


Indikation
Grund (Anzeige) zur Anwendung diagnostischer Maßnahmen oder einer Therapie. Kontraindikation: Grund warum auf die Anwendung diagnostischer Maßnahmen oder eine Therapie verzichtet werden sollte. Bei Verwendung des Begriffs Indikationen/Kontraindikation wird oft zwischen absoluter und relativer, enger und breiter Indikation/Kontraindikation unterschieden.


Individualpsychologie (Adler)
Angeborene „Organ-Minderwertigkeit“ (z.B. Missbildungen), aus frühkindlichen Erziehungseinflüssen resultierende Frustrationen und Minderwertigkeitsgefühle als Ursache psychischer Störungen stehen in der Theorie im Vordergrund. Als Folge kommt es zu einem starken Geltungstrieb und übertriebenen Willen zur Macht. Durch Beherrschung anderer sollen tief verankerte Unsicherheiten und Minderwertigkeitsgefühle kompensiert und überdeckt werden.


induzierte wahnhafte Störung
Es handelt sich um eine wahnhafte Störung, die von zwei Personen mit einer engen emotionalen Bindung geteilt wird. Nur eine von beiden leidet unter einer echten psychotischen Störung; die Wahnvorstellungen bei der anderen Person sind induziert und werden bei der Trennung des Paares meist aufgegeben.


Inkohärenz
Sprechen oder Denken, das für andere grundsätzlich unverständlich ist, weil Wörter oder Satzteile ohne logischen oder sinnvollen Zusammenhang verbunden werden. Formale Denkstörung mit nicht nachvollziehbaren Sprüngen im Ablauf des Denkens. Die Störung tritt innerhalb von Sätzen auf, im Gegensatz zur Entgleisung, bei der die Störung zwischen Sätzen auftritt. Dies wird manchmal als ,,Wortsalat" bezeichnet, um das Ausmaß der linguistischen Desorganisation aufzuzeigen. Leichte ungrammatikalische Konstruktionen oder idiomatische Formen, die für eine bestimmtes regionales oder kulturelles Umfeld, Mangel an Bildung oder niedrige Intelligenz charakteristisch sind, sollten nicht als Inkohärenz bezeichnet werden. Der Begriff wird im allgemeinen nicht verwandt, wenn die Sprachstörung offenbar auf eine Aphasie zurückgeführt werden kann.. Gemeint ist ein Nebeneinander beziehungsloser Denkinhalte, die nicht logisch ausgeformt sind im Sinne eines festgehaltenen und logisch bearbeiteten Themas. Ein übergeordneter „roter Faden“ ist nicht erkennbar. Es finden sich keine regelrechten assoziativen Brücken, zwischen den Einzelbegriffen und Gedanken ( Assoziative Lockerung z.B. bei Manikern). Von einer Inkohärenz der Themenwahl spricht man bei einer Aneinanderreihung von thematisch nicht in den Gesprächs- & Situationskontext passenden Inhalten, die in sich zwar logisch korrekt aufgebaut sind, dabei aber ohne inneren Bezug zueinander sind (Unterschied zu Manikern mit der typischen assoziativen Lockerung) und ohne Ablenkung durch äußere Vorgänge entstehen. Bei leichterer Ausprägung kann man auch von einer "abschweifenden Themenwahl“, sprechen, wobei Teilbegriffe eines Inhalts das nächste Thema bestimmen, das aber im Gegensatz zur Ideenflucht erst einmal festgehalten und weitergeführt wird.


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