Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse

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Glossar Psychiatrie/Psychosomatik/ Psychotherapie/Neurologie/Neuropsychologie

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PS selbstverständlich wird das Glossar regelmäßig aktualisiert werden.

 

Jackson, John Hughlings
(1835--1911)
Neben Charcot Mitbegründer der modernen Neurologie (National Hospital for the Paralysed and Epileptic). Mitbegründer 1871 der Fachzeitschrift "Brain, Journal of Neurology". Nach ihm werden die epileptischen Phänomene wie Jackson-Anfall, Jackson-Marsch, Jackson- Status sowie das Jackson-Syndrom benannt.


Jackson-Marsch
Traditionelle Bezeichnung für die einseitige Ausbreitung klonischer Bewegungen auf benachbarte Körperabschnitte.


Jackson-Syndrom
Die medial lokalisierte Läsion der Medulla-oblongata mit Schädigung des Hypoglossuskerns und der Pyramidenbahn auf der geschädigten Seite. Ipsilaterale Zungenparese (periphere Hypoglossusparese) und kontralaterale Hemiparese. Extrem seltenes Syndrom „reduzierte” Variante eines wesentlich häufigeren medialen Medulla-oblongata-Syndroms, des Dejerine- oder Dejerine-Spiller-Syndroms.
;Dejerine-Spiller-Syndrom


Jakob-Creutzfeldt-Krankeit
Die neue Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankeit entspricht bezüglich der Symptome der natürlich vorkommenden Erkrankung Creutzfeldt - Jakob - Erkrankung  Allerdings sind im Gegensatz zur CJD von dieser Krankheit bisher besonders jüngere Menschen betroffen. Der Alterdurchschnitt liegt hier bei 29 Jahren. Insgesamt sind an dieser Krankheit nachgewiesenermassen bisher 85 Personen in England und 4 in Frankreich verstorben (Stand: November 2000). Diese Erkrankung ist durch Prionen (Eiweiße)übertragbar.  Hitze von 100° C, Chemikalien und vielen Desinfektionsmitteln wiederstehen sie. Sogar im Boden können sie Jahre überdauern. Es handelt sich bei den Prionen (PrPSc) um Eiweiße, die möglicherweise durch Genmutationen oder Infektion aus den körpereigenen Eiweißen (PrPC) gebildet werden. Das Gen, welches die Information für dieses Prion-Protein trägt, liegt auf dem Chromosom 20. Der Zusatz "Sc" steht für Scrapie- spezifisch, der von "C" für cellulär, also für körpereigen. Die Prionen (PrPSc) unterscheiden sich von den natürlichen Eiweißen durch eine teilweise andere Abfolge von Aminosäuren. Dadurch besitzen sie eine andere Faltung und damit eine abweichende räumliche Struktur. Über die Funktion der Prionen und den Mechanismus ihrer Infektiosiät ist bisher wenig bekannt. Es werden mehrere Theorien diskutiert. Die Erkrankung beginnt mit uncharakteristischen Beschwerden, wie z.B. Schlafstörungen. Nach und nach treten außerdem psychische Symptome auf, wie z.B. Wahnvorstellungen oder Halluzinationen. Zusätzlich kommt es zu einem Gedächtnisverlust sowie zu neuropsychologischen Symptomen, wie Aphasie, also die Unfähigkeit sprechen zu können, oder Alexie, also die Unfähigkeit zu lesen. Die Erkrankung schreitet dann schnell voran und führt zu vielfältigen Symptomen wie: Lähmungen, Tremor, Chorea, Ataxie,Myoklonien,epileptische Anfälle und am Ende völlige Verblödung. Die Inkubationszeit beträgt vermutlich mehrere Jahre. Insgesamt sind seit der Erstbeschreibung 124 Menschen erkrankt, von denen 115 gestorben sind (Stand Juli 2002). der weitere Verlauf der Epidemie ist noch nicht beurteilbar.   Das Risiko der Übertragung von BSE durch Bluttransfusionen ist hoch. Da von der Infektion bis zur Erkrankung ein halbes Jahrhundert an Zeit liegen kann, ist ein sicherer Ausschluss einer solchen Übertragung bisher nicht möglich. Eine Infektion über Rindfleisch benötigt länger bis zum Ausbruch der Erkrankung, als eine Infektion über chirurgische Instrumente oder Transfusionen bis zum Ausbruch der Erkrankung. Dies bedeutet, dass der durch medizinische Behandlung erkrankte Patient früher erkrankt als der Trägerpatient von dem er die Erkrankung bekommen hat (transmission barrier effect, Lancet 1999; 354:317–23.). Der Nachweis von BSE beim lebenden Menschen gelingt am zuverlässigsten durch ein Untersuchung der Probeentnahme aus den Gaumenmandeln. Erfolgreiche Therapeutika sind in Aussicht, so dass die Diagnose bei asymptomatischen Patienten in Zukunft sinnvoll sein kann. (Lancet 2006; 368: 2061–67)
 UK National CJD Surveillance Unit Homepage der europaweiten Forschergruppen Nationales Referenzzentrum für Prionenerkrankungen (NRPE) der Schweiz


Jaktation
Hin- und Herwälzen, Schaukeln des Kopfes oder des Körpers, als Bewegungsstereotypie, z.B. bei Hospitalismus, Fieber, Delirium, geistiger Behinderung und Vernachlässigung .


Jargonaphasie
Mit dem Begriff Jargon beschreibt man eine Art der Sprachproduktion die sich aus einer großen Anzahl von Paraphasien, Neologismen und Paragrammatismus bei normaler Sprachmelodie zusammensetzt, es handelt sich letztlich um eine logorrhoische unverständliche Sprache. Die Betroffenen verstehen meist selbst ebenfalls keine sprachlichen Äußerungen. Jargonartige Äußerungen sind für den Untersucher meist unverständlich.


Jellinek
Einen einheitlichen Alkoholikertyp gibt es nicht. Aus der Masse der Alkoholkranken heben sich statistisch einzelne Prägnanztypen heraus, die auch durch unterschiedliches Trinkverhalten charakterisiert sind. In der Praxis sind dagegen beim Einzelfall Überschneidungen evident. Die gebräuchlichste Einteilung wurde von Jellinek vorgeschlagen:

Typologie des Alkoholismus nach Jellinek (1960)
Alpha Typ Beta Typ Gamma Typ Delta Typ Epsilon Typ
Problem- Erleichterungs- Konflikt- Trinker Gelegenheits-Trinker Süchtiger-Trinker Rauscharmer, kontinuierlicher -Trinker Episodischer-Trinker
nur psychische Abhängigkeit keine Abhängigkeit zuerst psychische dann körperliche Abhängigkeit psychische Abhängigkeit psychische Abhängigkeit
Kein Kontrollverlußt aber Phasen undisziplinierten Trinkens mit Fähigkeit zur Abstinenz Kein Kontrollverlußt Kontrollverlußt mit Phasen der Abstinenz Kein Kontrollverlußt. keine Abstinez Kontrollverlußt, jedoch Fähigkeit zur Abstinenz


Jet Lag
Die häufigste zirkadiane Rhythmusstörung wird durch den sogenannten Jet Lag verursacht, der bei rascher Überschreitung verschiedener Zeitzonen entsteht. Flüge innerhalb einer Zeitzone verursachen Müdigkeit aber keinen Jet Lag. Die normale Reisemüdigkeit ist in der Regel nach einmal Ausschlafen nach Ankunft im Gegensatz zum Jet Lag verschwunden. Flüge zwischen Europa und Amerika verursachen z. B. Jet-Lag-Symptome, die eine Woche oder sogar länger andauern können.

Typische Symptome sind Ein- und Durchschlafschwierigkeiten, Tagesschläfrigkeit, Verdauungsstörungen, Gereiztheit und Konzentrationsstörungen. Die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit ist meist während des Jet Lag vermindert. Manche Menschen benötigen eine ganze Woche, um sich den neuen Zeitgebern anzupassen, anderen gelingt dies erheblich schneller. Die Zeitspanne der Anpassung ist allerdings auch abhängig von der Anzahl überschrittener Zeitzonen. Die Überwindung des Jet Lags dauert in der Regel 2/3 der Anzahl der Tage/überschrittener Zeitzone. Bei einem Flug nach Osten entstehen in der Regel Einschlafstörungen bei Flug nach Westen Früherwachen der unruhige weniger erholsame Schlaf entsteht bei Flügen in beide Richtungen.

Einer milden Form eines Jet Lags sind viele Menschen zweimal im Jahr ausgesetzt, nämlich zu Beginn und Ende der Sommerzeit, wenn die Uhr eine Stunde zurück- bzw. vorgestellt wird. Jet lag entsteht durch eine Desynchronisation zwischen verschiedenen Körperrhythmen und den Umgebungs- oder Umweltrhythmen. Am meisten fällt dabei die Verschiebung des Schlaf-Wachrhythmus auf, die zu körperlichen und psychischen Störungen führt.

Alle Körperrhythmen werden durch eine Wechselwirkung zwischen internen und externen Faktoren bestimmt. Die innere Uhr bestimmt auch den Rhythmus der Köpertemperatur (niedrigste Köperkerntemperatur zwischen 3 und 7 Uhr), oder Plasmahormonkonzentrationen. Durch diese Körperrhythmen wird tagsüber die Aktivität und nachts die Erholung gefördert. Wie leicht es ist einzuschlafen hängt generell nicht nur davon ab, wie lange wir wach waren oder wie viel wir gearbeitet haben, sondern auch von äußeren Zeitgebern (z.B. Sonnenlicht) und unserem Körperrhythmus.

Die biologische Uhr kontrolliert die Melatoninausschüttung durch die Epiphyse, Licht schaltet diese Ausschüttung aus. Auch hierdurch passt sich der Körperrhythmus an die neue Zeit nach der Reise an. Man kann der Anpassung der biologischen Uhr etwa nachhelfen. Die Anpassung der häuslichen Lichtverhältnisse führt bereits zu einer gewissen Anpassung der inneren Uhr, dies gilt besonders für Menschen, die sich auch sonst eher in geschlossenen Räumen aufhalten und weniger im intensiven Sonnenlicht. An sich lässt sich also der Jet Lag durch vorausgehende langsamere Anpassung zu hause und übergangsweise in der neuen Umgebung etwas abmildern und verkürzen. Bei kurzen Aufenthalten kann es sinnvoll sein einfach den gewohnten Rhythmus von zu hause auch am Reiseziel aufrecht zu erhalten.

8 von 10 Studien kommen nach cochrane zu dem Schluss, dass die Einnahme von Melatonin den Jet Lag verkürzt. Etwa jeder 2. scheint von diesem Effekt zu profitieren, der Profit ist größer wenn eine gewisse Anpassung der Zeitgeber über Licht erfolgt ist. Empfohlen werden 2-5 mg Melatonin 2-3 Stunden vor oder beim Schlafengehen nach Ankunft. Ob Melatonin tatsächlich über die Anpassung der inneren Uhr wirkt ist allerdings weiter umstritten, vielleicht hat es auch nur einen leichten Schlafanstoßenden Effekt. Melatonin ist weiter schlecht untersucht und kann daher nicht zum Langzeitgebrauch empfohlen werden. Insbesondere jungen Menschen und Schwangeren wird von der Einnahme von Melatonin abgeraten. Koffein ist das sinnvollste Stimulans, das in diesem Zusammenhang eingesetzt wird.

Jim Waterhouse, Thomas Reilly, Greg Atkinson, Ben Edwards. Jet lag: trends and coping strategies, Lancet 2007; 369: 1117–29. Herxheimer A, Petrie KJ. Melatonin for the prevention and treatment of jet lag. Cochrane Library 2002; Andrew Herxheimer and Jim Waterhouse, The prevention and treatment of jet lag,  BMJ 2003; 326: 296-297. [Full text]


Jo- Jo Effekt
beim Abnehmen von Gewicht oder Hungern reduziert sich der Grundumsatz. Wer also nach Gewichtsabnahme in seine alten Ernährungsgewohnheiten zurückfällt, gewinnt in der Regel schnell Pfunde dazu. Je mehr Diäten umso größer am Ende das Körpergewicht. Der Köper hat sich durch die Diät auf eine niedrigere Energiezufuhr eingestellt. Unser Körper ist noch auf die Zeiten wiederkehrender Hungersnöte eingestellt, damals war die Fettspeicherung für Notzeiten überlebensnotwendig. Der Körper reguliert über eine vermehrte Ausschüttung des Hormon Ghrelin eine Anregung des Appetits und eine erneute Zunahme des  Körpergewichts. Es wird dann vermehrt  Wachstumshormons ausgeschüttet, ein Hungergefühl eine vermehrte Nahrungsaufnahme, die Fettverbrennung und damit der Kalorienverbrauch nimmt ab, die Körperzellen reagieren empfindlicher auf Insulin. Zur Verminderung des Energieverbrauchs werden verschiedene Körperfunktionen gedrosselt Atmung, Herztätigkeit, allgemeiner Stoffwechsel gehen um bis zu 40% zurück. Heute haben wir in den Industrieländern Nahrungsmittel im Überfluss, nur unsere Gene wissen nichts davon. Diäten enden deshalb nicht selten in einer am Ende unerwünschten Gewichtszunahme, ohne wirkliche Ernährungsumstellung und größeren Verbrauch durch mehr Bewegung lässt sich das Körpergewicht nicht dauerhaft reduzieren. Eine sinnvolle Ernährungsumstellung beinhaltet meist eine Reduktion der Fettaufnahme, letztere ist allerdings nur erfolgreich, wenn auch die Kalorienaufnahme insgesamt reduziert wird. Der Körper braucht für diese Umstellung Zeit. Eine Diät für wenige Wochen ist deshalb für eine dauerhafte Gewichtabnahme nicht sinnvoll und kann auch nicht erfolgreich sein. Fasten, Hungern, Heilfasten, angebliche Entschlackung und Darmreinigung münden mittelfristig regelmäßig in einer Gewichtszunahme. (Angebliche "Schlacken" sind ohnehin ein Märchen von Geschäftemacher, die an jedem Jo jo Effekt neu verdienen).  Als Faustregel gilt nach einer Gewichtsabnahme von 10% des Körpergewichts benötigt der Körper 500 kcal weniger pro Tag und das dauerhaft. Mit kalorienreduzierter Mischkost, konsequent dauerhaft mehr Bewegung lässt sich der Jo- Jo Effekt vermeiden. Körperliche Betätigung erhöht den Verbrauch und vermindert damit die Umschaltung des Körpers auf Sparflamme, sie stabilisiert außerdem den Kreislauf, der bei reinem Fasten durch Mangelerscheinungen nicht mehr richtig reguliert werden kann. 



Jugendgewalt und psychische Krankheit
Eine Studie in Neuseeland beobachtete 961 junge Erwachsene, die  94% einer Geburtenkohorte einer Stadt darstellten (damit sehr repräsentativ waren) und von April 1972, bis April 1973 geboren wurden,  im Alter von 5, 7, 9, 11, 13, 15, 18, und 21 Jahren. Alle wurden psychiatrisch untersucht, bei allen wurde die Anzahl von kriminellen Delikten sowohl nach eigenen Angaben, als auch nach offiziellen Urteils- Aufzeichnungen registriert. Die 12 Monatsprävalenz psychischer Störungen betrug in der Studie insgesamt 40% ähnliche den   37% anderer Studien der selben Altergruppe. Depressive Störungen 17.9%, Angststörungen 17.7%, manische Episoden 2.0%; Eßstörungen 1.4%, Alkoholabhängigkeit 9.8%; Marijuanaabhängigkeit 9.5%; und Schizophrenie-Spektrum Störungen 4.1%.  1.6% waren durchschnittlich 25 Tage stationär in der Psychiatrie und 4.7% waren eine oder mehrere Nächte im Gefängnis. Individuen die nach den DSM-III-R Interviews als Alkoholabhängige, Marijuanaabhängige, und an Schizophrenie leidend eingestuft wurden, waren  1.9 (95% confidence interval [CI], 1.0-3.5), 3.8 (95% CI, 2.2-6.8), und 2.5 (95% CI, 1.1-5.7) mal wahrscheinlicher wegen gewalttätiger Auseinandersetzungen angeklagt bzw. dafür ursächlich, als Kontrollpersonen ohne diese Leiden. Personen mit mindestens einer dieser drei Erkrankungen stellten 1/5 der Gesamtpopulation dar, aber die Hälfte aller "Gewaltverbrechen" ging von ihnen aus. 10% von der Gruppe der an  Schizophrenie leidenden, hier war am häufigsten ein Bedrohungsgefühl und eine Vorgeschichte mit einer Störung des Sozialverhaltens.auslösend (daneben bestand hier häufig eine Komorbidität zu den anderen beiden Störungen). Bei den Alkoholabhängigen war die Ursache in der Enthemmung durch die  Alkoholwirkung gesehen worden, bei den  Marijuanaabhängigen bestand häufig bereits zuvor eine Vorgeschichte mit einer Störung des Sozialverhaltens.   

Die Autoren der Untersuchung vermerken zurecht, dass solche Ergebnisse auch bei den Wissenschaftlern unbeliebt sind, da sie Vorurteile gegen psychisch Kranke schüren können. Allerdings kann durch die Erforschung solcher Zusammenhänge auch die Entwicklung von Strategien gefördert werden, rechtzeitig der Gewalt im Zusammenhang mit psychischen Störungen (und damit auch den Ängsten der Öffentlichkeit) entgegen zu wirken. Die Daten sind, darauf sei explizit hingewiesen, an jungen Erwachsenen erhoben worden, die meist nicht wegen ihrer Krankheit in Behandlung waren und bei denen zuvor meist keine Diagnose gestellt worden war. Statistiken bei behandelten älteren Schizophrenen ergeben niedrigere Zahlen. Schon andere Autoren hatten darauf hingewiesen, dass  beginnende schizophrene Störungen bei Jugendlichen häufig als Störung des Sozialverhaltens fehldiagnostiziert werden, da bei oberflächlicher Betrachtung deren Verhalten antisozialer Aktivität ähnelt. Störung des Sozialverhalten auf Grundlage bizarrer Vorstellungen ist oft eine Vorstufe schizophrener Erkrankungen. Gewalttätigkeit unter Jugendlichen sollte als Ergebnis der Studie auch aus prophylaktischen Gründen Anlass für eine psychiatrische Diagnostik sein.

Eine andere Fallkontroll- Studie kommt zum Schluss, dass nach Herausrechnen anderer Risikofaktoren etwa 20,6%  der Verbrechen durch Frauen und 15,3% der Verbrechen durch Männer den Folgen von psychischen Störungen in der Kindheit zuzuordnen sind. Zum Vergleich gehen etwa 11% der Herzinfarkte bei Erwachsenen auf eine Fettsucht (BMI >25) bei Kindern zurück. Die Hälfte der jungen Erwachsenen mit Vorstrafenregister in der Studie hatte eine Vorgeschichte mit einer psychischen Störung,  verglichen mit einem von 3 jungen Männern und einer von 4 jungen Frauen ohne Vorstrafenregister. Am stärksten gefährdet waren diejenigen bei denen zu einer Depression oder Angsterkrankung noch eine Suchterkrankung kamen. Am J Psychiatry 2007 164: 1668-1675 [Abstract]

Louise Arseneault et al. Mental Disorders and Violence in a Total Birth Cohort: Results From the Dunedin Study Arch Gen Psychiatry. Oktober 2000;57:979-986 


Juicing
Juicing bei Quackwatch


Jumping to Conclusions
Voreilige Schlussfolgerungen bei verzerrter Wahrnehmung, Verallgemeinerung von Beobachtungen, ausschließliche Suche nach Bestätigung von voreiligen falschen Hypothesen, Vorhersage eines (meist negativen) Zukunftsverlaufs ohne adäquate Grundlage. Schlussfolgerungen ohne adäquate Grundlage. Der Begriff wird auch von deutschen Verhaltenstherapeuten benutzt um die obigen Phänomene bei verschiedenen psychischen Störungen den Betroffenen zu erklären und damit ein Erklärungsmodell zu bieten, mit dem die Betroffenen ihre Symptome verstehen und relativieren können. Beispiel in der kognitiven Psychotherapie der Angststörungen oder psychotischer Symptome.


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