| |
Glossar:
A
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
P
Q
R
S
T
U
V
W
X
Y
Z
|
Glossar
Psychiatrie/Psychosomatik/
Psychotherapie/Neurologie/Neuropsychologie |
|

Dies ist noch eine
Testversion der Umgestaltung des Glossars um eine bessere Benutzerfreundlichkeit
zu erzeugen, bitte haben Sie Verständnis, dass noch nicht alles perfekt ist
Neue Seite 1
|
Wichtiger
Hinweis: Sämtliche
Äußerungen auf diesen Seiten erfolgen unter Ausschluss
jeglicher Haftung für möglicherweise unzutreffende
Angaben tatsächlicher oder rechtlicher Art. Ansprüche
irgendwelcher Art können aus eventuell unzutreffenden
Angaben nicht hergeleitet werden. Selbstverständlich erheben
die Aussagen keinen Anspruch auf allgemeine Gültigkeit, es
wird daneben eine Vielzahl vollkommen anderer Erfahrungen und
Auffassungen geben. Für die Abmahnwütigen noch ein
Hinweis zu den Links auf diesen Webseiten: Ich distanziere mich
ausdrücklich von den Inhalten der Webseiten und
Internetressourcen, auf die ich mit meinen Links verweise. Die
Haftung für Inhalte der verlinkten Seiten wird ausdrücklich
ausgeschlossen. Bitte lesen sie auch
den Beipackzettel
der Homepage, dieser beinhaltet das
Impressum, weiteres auch im
Vorwort.
Navigation: Unten nach dem letzten Stichwort einer Seite finden sie einen Link, um auf die nächste Seite des betreffenden Buchstabens weiter zu klicken. Um zum nächsten Buchstaben zu kommen, nutzen Sie bitte die Links aus der Buchstabenreihe, die sich jeweils oben und unten auf der Seite befindet. Alternativ können Sie die Suchbox verwenden, diese durchsucht das Glossar, das jeweils auch einen Link zu den ausführlichen Themenseiten enthält. Das Glossar
wurde unter Verwendung neuester Literatur erstellt. Insbesondere
dem ICD 10, dem DSM IV, AMDP- Manual, Leitlinien der
Fachgesellschaften, Lehrbuch VT von J.Mragraf, Lehrbuch der
analytischen Therapie von Thomä und Kächele, Lexika wie
dem Pschyrembel, verschiedene Neurologie- und
Psychiatrielehrbücher, Literatur aus dem Web, außerdem
einer Vielzahl von Fachartikeln aktueller Zeitschriften der
letzten 10Jahre. Nicht alle (insbesondere kleinere) Zitate sind kenntlich
gemacht. Verständlicherweise konnte durch Verwendung
verschiedener Quellen eine Mischung aus den unterschiedlichen
Zitaten nicht immer vermieden werden. Soweit möglich
wird dies angezeigt. Nicht alles ist auf Anhieb
laienverständlich, da ich die Zusammenstellung auch für
mich selbst nutze, musste hier ein Kompromiss zwischen
Verständlichkeit und medizinischer und psychologischer
Exaktheit gefunden werden. Falls sich jemand falsch oder in zu
großem Umfang zitiert findet- bitte eine E-Mail
schicken. KM 19.4.2000 Siehe auch die ergänzenden Hinweise
unten auf dieser Seite.
PS
selbstverständlich wird das Glossar regelmäßig
aktualisiert werden.
|
| Lactose- oder Milchzuckerintoleranz |
| Menschen mit Lactose- oder Milchzuckerintoleranz
sind wegen eines angeborenen Enzymmangels in den Mikrovilli des Dünndarms
nicht in der Lage eine größere Mengen von Milchzucker zu verdauen. Die
verantwortlichen Gene sind geographisch unterschiedlich verteilt, mit deutlichem
Nord-Süd- und West- Ost- Gefälle (siehe Tabelle). Neben der genetisch bedingten
(kongenitale und primäre adulte Form) gibt es eine sekundäre Form durch einen
Schaden der Dünndarm-Schleimhaut. Das Alter des Auftretens ist regional
unterschiedlich, während bei europäischen Kindern meist erst ab dem 5.Lebensjahr
ein ein Laktasemangel nachweisbar ist, kann das Syndrom bei Afrikanern oder
Asiaten deutlich früher auftreten. Symptome treten meist er
im jungen Erwachsenenalter auf. Symptome sind meist Bauchweh, Blähungen und
Durchfälle nach Einnahme von laktosehaltiger Nahrung. Wässriger Stuhl nach Konsum von Milchprodukten kommt dadurch zustande, dass der
nicht wie üblich zerlegbare Milchzucker osmotisch Flüssigkeit in den Darm
anzieht. Bakterien im Dickdarm zerlegen dann zwar den Milchzucker, dort
kann der so zerlegte Zucker aber nicht mehr absorbiert werden. Durch die
Bakterien wird dort vermehrt Gas produziert, das für die Blähungen
verantwortlich ist, der zerlegte Zucker zieht noch mehr Wasser an.
Lactose- oder
Milchzuckerintoleranz ist zwar häufig, dennoch hat sie auch etwas den Charakter
einer Modekrankheit angenommen. Viele Erwachsenen glauben an einer
Lactoseintoleranz zu leiden, obwohl sie ganz normal Michzucker verdauen können.
Die Diagnose kann in der Regel durch genaue Beobachtung der Symptome in
Verbindung mit der Nahrungsaufnahme gestellt werden. Alternativ ist auch ein Lactosetoleranztest oder eine Messung des Wasserstoffgehalts der Atemluft
möglich (80-90% Zuverlässigkeit der Tests). Zu unterscheiden ist eine angeborene
Lactose- oder Milchzuckerintoleranz von einer erworbenen sekundären bei oder
nach einer Darmerkrankung. Letztere ist reversibel. Sekundäre Lactose- oder
Milchzuckerintoleranz kommt beispielsweise bei Morbus Crohn und anderen
entzündlichen Darmerkrankungen , Sprue, Morbus
Whipple, nach fast jeder schwereren Gastroenteritis, Strahlentherapie,
Chemotherapie, Parasitosen, bei schwerer Mangelernährung Kurzdarmsyndrom usw. vor. Nach Behandlung der Grunderkrankung verschwindet sie
wieder bei langsamer Gewöhnung an den Milchzucker.
Symptomatisch kann das
Enzym Lactase zur Nahrung hinzugegenben werden, dies gleicht allerdings den
Mangel nicht ganz aus. Die meisten Menschen mit einer Lactose- oder
Milchzuckerintoleranz können durchaus geringe oder mäßige Mengen an
Milchprodukten verzehren ohne Symptome zu bekommen, da der Mangel selten absolut
und meist nur partiell ist. Diese Menschen sollten auch regelmäßig Milchprodukte
zu sich nehmen, da dadurch Mangelerscheinungen vorgebeugt werden kann. Die
Toleranz von Milchzucker kann durch Adaptation gesteigert werden. Die Menge
an Milchprodukuten die jemand verträgt, ist individuell einfach per Versuch und
Irrtum feststellbar. Für viele Betroffene ist die Menge an Lactose in Tabletten
nicht ausreichend für Symptome, im Einzelfall kann dies aber so sein.
Fermentierte Milchprodukte (Käse außer Mozarella und Butter) haben einen
geringen Laktosegehalt. Extrahartkäse (Sbrinz, Parmesan) und Hartkäse
(Emmentaler, Greyerzer) enthalten in der Regel keine Lactose mehr.
Unterschiedliche gekaufte Fertigprodukte vom Würstchen über Backwaren bis zur
Suppe können unerwartet Lactose enthalten, hier muss auf die Produktbeschreibung
geachtet werden. Wenn keine Milchprodukte verzehrt werden, muss auf
ausreichende Kalziumzufuhr, Vitamins A und D, Riboflavin, und Phosphor geachtet
werden. Eine Milchallergie ist sehr selten und hat nichts mit Lactose- oder
Milchzuckerintoleranz zu tun. siehe auch
Kuhmilchallergie -ein vielfältiges Krankheitsbild K.-M.
Keller MID 2. Ausgabe 2003
|
Bevölkerungsgruppe
|
Prävalenz des Lactosemangels(%) |
| Nordeuropäer |
2 bis 15 |
| Weiße Amerikaner
|
6 bis 22
|
| Zentraleuropäer
|
9 bis 23
|
| Inder |
20 bis 70 |
| Spanier |
50 bis 80
|
| Ashkenazi Juden
|
60 bis 80 |
| Schwarze |
60 bis 80
|
| Asiaten |
95 bis 100
|
|
|
|
| Lafora-Krankheit |
| progressive
Myoklonus-Epilepsie
des Kindes und
Jugendalters.
Die Krankheit
wird autosomal
rezessiv
vererbt.
Der Beginn der
ist meist in
der 2.
Lebensdekade
mit
epileptischen
Anfällen bei
den
Jugendlichen.
Der
Erkrankungsbeginn
ist in den
verschiedenen
bekannten
Familien
zwischen 7 und
21 Jahren,
dieser
Unterschied im
Erkrankungsalter
scheint
ebenfalls
erblich zu
sein. Es wird
auch diskutiert
ob es eine
Erwachsenenform
mit Beginn im
25. Lebensjahr
gibt. Es folgen
dem ersten
epileptischen
Anfall meist
progressive
Myoklonien,
myoklonische,
fokale
okzipitale, und
tonisch-klonische
Anfälle
epileptische
visuelle
Halluzinationen,
und ein
geistiger Abbau
mit schweren
motorischen
Störungen und
Koordinationsstörungen.
Die meisten
betroffenen
werden nicht
älter als 25
Jahre. Die
Krankheit nimmt
von Anfang an
einen
ungünstigen
Verlauf, die
Symptome nehmen
stetig zu und
führen zur
Demenz und
nicht auf
Behandlung
ansprechenden
Anfällen.
Die
Lafora-Krankheit
ist
genetisch
heterogen mit
mindestens 3
veränderten
Genloci die
auslösend sein
können, von
denen 2 bekannt
sind (EPM2A und
EPM2B). EPM2A
ist ein
4-Exongen das
das Laforin
kodiert, einer
dual-spezifischen
Phosphatase mit
einen
Kohlehydratbindenden
Teil. EPM2B hat
ein einzelnes
großes Exon,
das die Malin
E3 Ubiquitin
Ligase kodiert.
Laforin und
Malin wirken
zusammen und
scheinen das
Gewebe vor der
Akkumulation
von
Polyglukosan zu
schützen in dem
sie die
Eiweiße, die im
Glykogenstoffwechsel
eine Rolle
spielen
steuern. Die
pathologischen
intrazellulären
Einlagerung von
Poliglukosanen
(unlösliche
Stärke- oder
Glykogenähnliche
Poliglukosanfibrillen,
periodic acid–Schiff
(PAS)–positiv)
finden sich
hautsächlich in
den Dendriten
der Neurone.
Diese
Ablagerungen in
den Dendriten
sind vermutlich
für die
Krankheitssymptome
verantwortlich.
Diese auch
konzentrische
Amyloidkörperchen
oder auch
Laforakörperchen
genannten
Einlagerungen
finden sich
nicht nur in
Neuronen,
sondern auch in
der Leber,
Haut, Knochen
und Muskeln.
Symptome
enstehen
ausschließlich
durch die
Einlagerung in
den Dendriten
der Neurone.
Laforakrankheit
kann durch
Hautibiopsie
diagnostiziert
werden, wobei
diese Diagnose
unsicher ist
mit falsch
negativen und
falsch
positiven
Ergebnissen.
Biopsien aus
anderen Organen
werden
ebenfalls
eingesetzt.
Neuerdings ist
eine genetische
Diagnose bei
einem Teil der
Erkrankten
möglich. |
-
Guerrini
Renzo:
Epilepsy in
children,
Lancet,
February
11, 2006,
Vol. 367,
499–518.
-
H. Lohi,
PhD; J.
Turnbull,
BSc; X.C.
Zhao, et
al.,
Genetic
diagnosis
in Lafora
disease,
Genotype–phenotype
correlations
and
diagnostic
pitfalls,
NEUROLOGY
2007;68:996–1001
Abstract]
[Full Text]
-
C.
Gomez-Abad,
P.
Gomez-Garre,
E.
Gutierrez-Delicado,
S. Saygi,
R.
Michelucci,
C. A.
Tassinari,
S.
Rodriguez
de Cordoba,
and J. M.
Serratosa
Lafora
disease due
to EPM2B
mutations:
A clinical
and genetic
study
Neurology,
March 22, 2005;
64(6): 982
- 986.
[Abstract]
-
E. M. Chan,
C. A.
Ackerley,
H. Lohi, L.
Ianzano, M.
A. Cortez,
P. Shannon,
S. W.
Scherer,
and B. A.
Minassian
Laforin
preferentially
binds the
neurotoxic
starch-like
polyglucosans,
which form
in its
absence in
progressive
myoclonus
epilepsy
Hum. Mol.
Genet.,
June 1, 2004;
13(11):
1117 -
1129.
[Abstract]
[Full Text]
[PDF]
-
M. S.
Gentry, C.
A. Worby,
and J. E.
Dixon
From The
Cover:
Insights
into Lafora
disease:
Malin is an
E3
ubiquitin
ligase that
ubiquitinates
and
promotes
the
degradation
of laforin
PNAS, June 14, 2005;
102(24):
8501 -
8506.
[Abstract]
[Full Text]
[PDF]
-
E. M. Chan,
S. Omer, M.
Ahmed, L.
R. Bridges,
C. Bennett,
S. W.
Scherer,
and B. A.
Minassian
Progressive
myoclonus
epilepsy
with
polyglucosans
(Lafora
disease):
Evidence
for a third
locus
Neurology,
August 10, 2004;
63(3): 565
- 567.
[Abstract]
[Full Text]
[PDF]
A
FERNANDEZ-BARREIRO,
J S.
GUILLEN, P
C. VERA,
et al.,
A new case
of late
onset
Lafora's
disease
without
generalised
seizures
J.
Neurol.
Neurosurg.
Psychiatry,
January 1, 1999;
66(1):
114a - 116.
[Full Text]
-
M. E.
Fernandez-Sanchez,
O.
Criado-Garcia,
K. E.
Heath, et
al.,
Laforin,
the
dual-phosphatase
responsible
for Lafora
disease,
interacts
with R5 (PTG),
a
regulatory
subunit of
protein
phosphatase-1
that
enhances
glycogen
accumulation
Hum. Mol.
Genet.,
December 1, 2003;
12(23):
3161 -
3171.
[Abstract]
[Full Text]
[PDF]
|
| Lagerungsschwindel |
| Bei dem gutartigen anfallsweise auftretenden
Lagerungsschwindel handelt es sich um eine relativ
häufige Schwindelursache. Er heißt gutartig deshalb, weil die Symptome zunächst
zwar sehr unangenehm sind und meistens am Anfang als sehr bedrohlich empfunden
werden, es sich aber um eine harmlose Erkrankung handelt, die man auch einfach
behandeln kann. Die Beschwerden bilden sich meistens wieder vollständig zurück,
können aber wieder kommen. Meistens beginnen die Symptome morgens beim
Aufwachen. Ganz am Anfang kann ein mäßiggradiger Dauerschwindel da sein, sogar
bei Ruhigstellung des Kopfes. Am häufigsten aber tritt von Anfang an nur bei
bestimmten Kopfbewegungen ein Drehschwindel auf. Am Anfang kann beim Laufen auch
ein Gefühl da sein als ob man auf einer Matratze läuft. Im weiteren Verlauf ist
fast immer ausschließlich ein von Kopfbewegungen abhängiger Drehschwindel
vorhanden. Es handelt sich dabei um Schwindelattacken von relativ kurzer Dauer,
i. d. R. 10 bis 40 Sekunden, fast immer weniger als 1 Minute. Wenn man die
Bewegung durch die der Schwindel auftritt wiederholt, nimmt der Schwindel i. d.
R. rasch an Intensität ab, und läßt sich nach mehrfacher Wiederholung meistens
nicht mehr provozieren. |
|
|
| Lagophthalmus |
| Auge kann
nicht geschlossen werden, Ursachen: · Orbitatumoren, · endokrine Orbitopathie,·
Fazialislähmung, Folgen:· Keratitis e lagophthalmo (bei Fazialisparese meist im
unteren Hornautdrittel) |
|
|
| Laienätiologie |
| LA erfaßt den Grad, zu dem Patienten ihre
Beschwerden psychosozialen Ursachen wie etwa der eigenen Lebensführung oder
beruflicher Belastung zuschreiben; hohe Skalenwerte kennzeichnen dabei eine
starke Neigung zu psychosozialer Attribution. |
|
|
| Lakunare Hirninfarkte, Leukoaraiosen; und andere weiße Flecken im Kernspin |
Die 3 diagnostischen Entitäten lakunare Infarkte,
Leukoaraiose, und vaskuläre Demenz überlappen sich. Die Sprachverwirrung
ist auch unter Fachleuten groß. Die so häufig den Patienten genannten
Durchblutungsstörungen des Gehirns sind bisher so unscharf definiert, dass auch
Fachleute ihre Daten kaum mit einander vergleichen können. Für ältere Patienten
resultiert aus der Befundmitteilung oft eine unnötige Verunsicherung.
Vereinfacht könnte man sagen, moderne Technik liefert Bilder, die bisher nur
unzureichend verstanden werden. Sehr oft wird unzureichend zwischen einem
klinischen Zustand und einem Kernspinbefund unterschieden. Letztere
Unterscheidung ist allerdings entscheidend. Griechisch Leuko meint weiß, Araiose
meint Rarefizierung. Weitgehend synonym gebraucht werden folgende Begriffe:
Weiße Substanzhyperintensitäten, deep white-matter hyperintensities"
white-matter hyperintensities"
Leukoaraiosis, Leukoaraiose, WML, White
Matter Lesions, Periventrikulär gelegene
Hypodensitäten
des Marklagers, "unknown white spots", Hyperintense lesions (HL), age-related
white matter changes (ARWMCs), Subcortical White Matter Lesions. Weitgehend
identisch dazu verwendet werden folgende Begriffe mit ursächlicher Zuordnung,
bzw. symptomatischer Zuordnung: SAE –
subkortikale arteriosklerotische Enzephalopathie, M. Binswanger,
Präsenile Demenz, Lower body Parkinson. Gemeint sind hier jeweils die
subkortikal als unterhalb der Hirnrinde im sogenannten Marklager gelegenen
weißen Flecken im T2 gewichteten Kernspintomogramm. Eine Leukoaraiose ist
also zunächst ein radiologischer Befund unklarer Ursache und unklarer Bedeutung.
Man sieht dabei meist bilaterale fleckige diffus verteilte Hirngebiete mit so
genannten Hyperintensitäten der weißen Hirnsubstanz (engl. white matter (WM)) im
T2-gewichteten Kernspinbild. Studien sind mit dem Problem behaftet, dass es eine
Vielzahl von verschiedenen Ratingskalen gibt die diese Leukoaraiosen messen
sollen, die Übereinstimmung zwischen den Skalen und zwischen den Untersuchern
ist teilweise sehr gering. Sicher scheint bei schweren Leukoaraiosen, dass eine
verminderte Durchblutung der weißen Substanz, bei normaler Durchblutung der
Hirnrinde vorliegt. Der Pathologe findet bei Leukoaraiosen nicht immer einen
auffälligen Befund und wenn scheint dieser oft spärlich zu sein. Eine
Leukoaraiose findet sich in manchen Studien in 100% der alten Menschen die
untersucht wurden.
Lakunen sind kleine Hirninfarkte meist im
Stammganlienbereich, im Hirnstamm und im Marklager. Sie werden als kleine,
tiefe Infarkte mit einem maximalen Durchmesser von 2 cm definiert. Meist
ereignen sie sich in den Versorgungsgebieten der Arteriae lenticulostriatae,
welche im Versorgungsgebiet der Arteriae carotis liegen, und den Arteriae
thalamoperforantes und paramediani, welche sich im Versorgungsbereich der
Arteria basilaris befinden. Multiple Lakunarinfarkte werden als zwei oder
mehrere bilateral gelegene lakunare Hirninfarkte definiert. Sie entstehen durch
die Kombination von arteriellem Hypertonus, massivem Alkoholmissbrauch (über den
daraus resultierenden Bluthochdruck), Alter und charakteristischen, vaskulären
Läsionen kleiner perforierender Marklagerarterien.((Stroke.
1999;30:2053-2058.)Herzinfarkte, Herzinsuffizienz, Vorhofflimmern und eine
Arteriosklerose der A. Carotis zeigen keine Korrelation mit lakunären Infarkten.
Sie gelten vielfach als ein Synonym 'hypertensive Mikroangiopathie' oder
allgemein zerebraler Durchblutungsstörungen, eine konsequente Behandlung des
Hochdrucks kann sie vermutlich verhindern. Kleine Embolien oder eine
Gefäßverkalkung bei Diabetes (strittig) können aber ebenso Ursache sein. Je nach
Definition gibt es hier Unschärfen und Überlappungen.
|
Unterschiede zwischen
Hirninfakten und Leukoaraiosen bzw. White Matter Lesions, |
| Infarkte |
Leukoaraiosen bzw. White Matter Lesions, |
|
Hypointens im T1- und protondichten Bild,
Hyperintens im T2-gewichteten Bild. Gut abgrenzbar, Rand scharf begrenzt
wenn periphere Läsion Oft einzeln oder wenige, oft Ausbreitung nach
kortikal. Manchmal mit fokaler Erweiterung der Ventrikel und/oder Sulci |
Hyperintens m T2- und
protondichten Bild, im T1-gewichteten Bild keine Veränderungen erkennbar.
Von punktuell bis diffus konfluierend, oft multiple Ausbreitung, begrenzt
auf die weiße Substanz (Mark), Rinde nicht betroffen, Ventrikel und/oder
Sulci nicht verändert. |
|
John O’Brien & Bob Barber,
Neuroimaging in dementia and depression Advances in Psychiatric Treatment
(2000), vol. 6, pp. 109–119 |
Da sich dei 3 diagnostischen Entitäten lakunare
Infarkte, Leukoaraiose, und vaskuläre Demenz überlappen schlagen manche Autoren
vor ausgehend von der Klinik den Begriff der subkortikal vaskulären Demenz
zusammenfassend für die "Binswanger' Demenz und den "Status lakunaris zu
verwenden. Möglicherweise spielt die abnorme Durchlässigkeit der
Bluthirnschranke eine Rolle in der Entstehung. Eine entzündliche Reaktion mit
Beeinträchtigung des axonalen Transports ausgelöst durch eine chronische
Ischämie könnte eventuell in der Entstehung eine Rolle spielen.
Stroke. 1997;28:1423-1429 Weiße
Substanzhyperintensitäten (=Leukoaraiosis) korrelieren mit dem Alter
(hauptsächlich) und cerebrovaskulären Risikofaktoren. Histopathologisch handelt
es sich um eine Gliose, eine Demyelinisierung, und einen Verlust von Axonen. Man
nimmt an, dass degenerative Veränderungen in den kleinen Gefäßen und daraus
resultierende Mangeldurchblutung die zentrale Rolle in der Entstehung der in
Kernspinbildern erkennbaren weißen Substanzhyperintensitäten spielt. Diese
weißen Substanzhyperintensitäten im Marklager findet man häufiger bei lakunären
Infarkten als bei Menschen mit kortikalen Infarkten. Es gibt also einen
Übergangsbereich. Klinisch werden ca. 20 lakunare Syndrome unterschieden;
z.B.: die rein motorische Hemiparese, das rein sensible Hemisyndrom, die
sensomotorische Hemiparese, die ataktische Hemiparese und das Dysarthrie und das
ungeschickte Hand Syndrom. Diagnostische Kriterien für die klinischen Folgen
lakunarer Infarkte gehen allerdings weit auseinander. Ebenso die Kriterien einer
vaskulären Demenz, je nach Definition variiert die Häufigkeit der vaskulären
Demenz um den Faktor 10. Einigkeit wäre dringlich erforderlich. Vor allem bei
klinisch leichteren Syndromen und Zufallsbefunden im Kernspin ist die
Kommunikation und Vergleichbarkeit von Studien kaum möglich. Die Verwirrung wird
dadurch noch größer, dass die Unterscheidung zwischen vaskulärer Demenz und M.
Alzheimer ebenfalls schwierig geworden ist, nach dem deutlich wird, dass
vaskuläre Veränderungen auch beim M. Alzheimer eine wesentliche Rolle spielen.
Es ist unklar, ob es sich bei vaskulären und Alzheimerdemenzen tatsächlich um
verschiedene Erkrankungen handelt, oder ob nicht vaskuläre Veränderungen einfach
bei Alzheimerkranken zusätzliche neurologische Symptome bedingen. Hinzu kommt,
dass in moderneren Theorien des M. Alzheimer die Durchblutung ebenfalls wieder
eine wichtige Rolle spielt. Ob und wie viel eine Leukoaraiosis über die
kognitive Leistungsfähigkeit eines Menschen aussagt, ist weiter unklar. Es
handelt sich um einen Kernspinbefund, dessen Bedeutung nur zum Teil verstanden
wird und der nicht immer parallel zu Symptomen geht. Es gibt kaum einen
Befund in der Neurologie der so kontrovers gesehen wird, wie eine Leukoaraiosis
(Stroke. 1995;26:1293-1301.) In einer neuen Studie war ein solcher Effekt
nur bei schlechter Bildung nachweisbar, bei guter Bildung bestand keine
Korrelation. Interessant ist übrigens auch eine Studie, die die Häufigkeit
solcher weißer Flecke bei Schwindelpatienten genauso häufig sind, wie bei
Patienten ohne Schwindel. Die Durchblutungsstörungen sind also keine häufige
Schwindelursache. Bei über 70 jährigen findet man solche Veränderungen bei
immerhin 49% der nicht dementen Freiwilligen. Im Vergleich zu Gesunden sind sie
etwas verlangsamt, hatten Probleme mit der Aufmerksamkeit, und zeigen
Schwierigkeiten bei den exekutiven Funktionen. Das episodische wie auch das
Arbeitsgedächtnis waren in dieser Studie nicht beeinträchtigt. WMHs können sich
in spezifischen neurologischen und neuropsychiatrischen Symptomen manifestieren,
sie rufen allerdings selten eine allgemeine kognitive Beeinträchtigung hervor,
letztere tritt eher bei allgemeiner Hirn- Atrophie auf. (Stroke.
2000;31:2182-2188.)Schwere Leukoariaiosen sind im Alter generell häufig, bei
schweren Depressionen im Alter sind Leukoariaiosen noch häufiger und sollen
Hinweise auf eine schlechtere Prognose (hinsichtlich Chronifizierung und
Rückfallhäufigkeit) geben. Leukoariaiosen begünstigen eventuell Depressionen im
Alter, sie beeinflussen vermutlich nicht den Verlauf kognitiver Störungen beim
M. Alzheimer. Urininkontinenz und eine Gangstörung mit Fallneigung
scheint eine häufige Folge einer schwereren Leukaraiose und gehört auch zu den
ersten Symptomen, die eine tatsächliche vaskuläre Demenz begleiten. Problem ist
hier im Einzelfall, ab wann eine Leukoaraiose als schwer genug zu bezeichnen
ist, um vorhandene Symptome zu erklären. Die Tatsache, dass Symptome vorhanden
sind und dass gleichzeitig sichtbare Veränderungen im Kernspinbild vorhanden
sind, bedeutet noch keine Kausalität. Dennoch eindeutig schwere
bildmorphologische Veränderungen zeigen ein vorzeitiges Altern des Gehirns an
und sind mit einer erhöhten Morbidität und Mortalität für verschiedenste
Erkrankungen vergesellschaftet. Am ehesten trifft dies allerdings zu, wenn
Inkontinenz und Gangstörungen vorhanden sind. (NEUROLOGY 2000;54:90–94) Das
Vorliegen einer Gangstörung im Alter ist dabei umgekehrt häufig ein Hinweise auf
eine beginnende vaskuläre Demenz, auch wenn noch keine anderen Symptome
vorhanden sind. Es handelt sich also um ein Frühsymptom. (New Engl.J.Med
347:1761-1768
November 28, 2002) Aktuell ist die Verwirrung in der medizinischen Literatur
bezüglich des Umgangs mit den genannten Kernspinveränderungen noch groß, eine
Vereinheitlichung von Diagnosekriterien steht noch aus. Relevante Autoren mahnen
zur Vorsicht in der Interpretation der Kernspinveränderungen. "Sowohl
periventrikuläre als auch " deep white-matter hyperintensities" korrelieren mit
einem Rückgang der Intelligenz, aber bei gesunden 80 jährigen erklären die
kumulativen Wirkungen dieser Veränderungen nur einen kleinen Teil der
Unterschiede in den kognitiven Fähigkeiten bei den Menschen mit altersbedingten
Unterschieden in den kognitiven Fähigkeiten. Die Interpretation des
Vorhandenseins und der Schwere dieser radiologischen Veränderungen sollte im
diagnostischen Kontext und vorsichtig erfolgen." (Ellen Garde et al Lancet
2000; 356: 628–34). 356:Siehe auch unter
Stumme Hirninfarkte und "
Eine Leukoaraisose muss nicht zwingend mit der Diagnose einer vaskulären Demenz
verknüpft sein. Vielmehr bestehen zum Teil erhebliche Unterschiede zwischen
kognitiven Ausfällen (eher leicht) und bildgebendem Befund (ausgeprägt). Deshalb
muss die Aufklärung über die Leukoaraiose vorsichtig und ohne Verunsicherung des
Patienten erfolgen. (Hamann und Liebtrau 2002, S 235) Die Unterscheidung
zwischen bedeutungslosen Altersveränderungen und klinisch signifikanten
Veränderungen ist im Kernspin nicht möglich. Leukoaraisosen können
verschiedenste Ursachen haben. Neben einem M. Binswanger (SAE) kommen
Kollagenosen wie ein Lupus Erythematodes, eine Pararteriitis nodosa, eine
granulomatöse Angiitis CADASIL, infektiöse Ursachen wie HIV- Demenz, Syphilis,
Progressive Multifocal Leukoencephalopathy (PML), post und parainfketiöse
Leukoencephalopathien, Herpes Zoster und Herpes simplex, Metachromatische
Leukodystrophien, Adrenoleukodystrophien und strahleninduzierte
Hirnsubstanzschäden in Betracht. Rein bildmorphologisch ist auch die
Unterscheidung zu MS-Herden kaum möglich. Problematisch ist die Bewertung der
Leukoariaiose besonders dann, wenn sie ein Zufallsbefund einer
Kernspintomographie in der Ausschlussdiagnostik ist. Alter ist der
Hauptrisikofaktor für eine Leukoaraiose. (Stroke. 1995;26:1293-1301) Die Frage,
wann im Alter eine Kernspintomographie zur Ausschlussdiagnostik sinnvoll ist,
ist immer schwierig zu beantworten. Wenn das Bild und der Befund vorliegt, muss
beides bewertet werden. Bei schweren klinischen Befunden mit schweren
bildmorphologischen Veränderungen ist die Sachlage einfach, bei weniger
gravierenden Befunden sollte auf eine Überinterpretation verzichtet werden,
gleichzeitig sollten Risikofaktoren insbesondere ein Hypertonus ernst genommen
werden. |
- J. O'Brien, D. Ames, E. Chiu, I. Schweitzer,
P. Desmond, and B. Tress Severe deep white matter lesions and outcome in
elderly patients with major depressive disorder: follow up study BMJ, October 10, 1998;
317(7164): 982 - 984.
[Abstract]
[Full Text]
- Hamann und Liebtrau im Kapitel Vaskuläre
Demenz des Lehrbuch Demenz Einhäupl et al Herausgeb. Thiemeverlag 2002, Seite
235
- J. C. de Groot, F.-E. de Leeuw, M. Oudkerk, A.
Hofman, J. Jolles, and M. M. B. Breteler Cerebral White Matter Lesions and
Depressive Symptoms in Elderly Adults Arch Gen Psychiatry, November 1, 2000;
57(11): 1071 - 1076.
[Abstract]
[Full Text]
[PDF]
- A. J. Thomas, J. T. O'Brien, S. Davis, C.
Ballard, R. Barber, R. N. Kalaria, and R. H. Perry Ischemic Basis for Deep
White Matter Hyperintensities in Major Depression: A Neuropathological Study
Arch Gen Psychiatry, September 1, 2002; 59(9): 785 - 792.
[Abstract]
[Full Text]
[PDF]
- J. T. O'BRIEN, R. WISEMAN, E. J. BURTON, B.
BARBER, K. WESNES, B. SAXBY, and G. A. FORD Cognitive Associations of
Subcortical White Matter Lesions in Older People Ann. N.Y. Acad. Sci.,
November 1, 2002; 977(1): 436 - 444.
[Abstract]
- Pantoni L, Garcia JH. Pathogenesis of
leukoaraiosis: a review. Stroke. 1997; 28: 652–659.[Abstract
Full Text]
- Mäntylä R, Erkinjuntti T, Salonen O, Aronen
HJ, Peltonen T, Pohjasvaara T, Standertskjöld-Nordenstam CG. Variable
agreement between visual rating scales for white matter hyperintensities on
MRI. Comparison of 13 rating scales in a poststroke cohort.
Stroke. 1997; 28: 1614–1623
- N. Hirono, H. Kitagaki, H. Kazui, M.
Hashimoto, and E. Mori Impact of White Matter Changes on Clinical
Manifestation of Alzheimer's Disease : A Quantitative Study Stroke,
September 1, 2000; 31(9): 2182 - 2188.
[Abstract]
[Full Text]
[PDF]
- I. G. McKEITH Dementia with Lewy bodies Br. J.
Psychiatry, February 1, 2002; 180(2): 144 - 147.
[Abstract]
[Full Text]
[PDF]
- I. A. Cook, A. F. Leuchter, M. L. Morgan, E.
W. Conlee, S. David, R. Lufkin, A. Babaie, J. J. Dunkin, R. O'Hara, S. Simon,
A. Lightner, S. Thomas, D. Broumandi, N. Badjatia, L. Mickes, R. K. Mody, S.
Arora, Z. Zheng, M. Abrams, and S. Rosenberg-Thompson Cognitive and
Physiologic Correlates of Subclinical Structural Brain Disease in Elderly
Healthy Control Subjects Arch Neurol, October 1, 2002; 59(10): 1612 - 1620.
[Abstract]
[Full Text]
[PDF]
- R Barber, P Scheltens, A Gholkar, C Ballard, I
McKeith, P Ince, R Perry, and J O'Brien White matter lesions on magnetic
resonance imaging in dementia with Lewy bodies, Alzheimer's disease, vascular
dementia, and normal aging J. Neurol. Neurosurg. Psychiatry, July 1, 1999;
67(1): 66 - 72.
[Abstract] [Full
Text]
- J. O'Brien and B. Barber Neuroimaging in
dementia and depression Advan. Psychiatr. Treat., March 1, 2000; 6(2): 109 -
119. [Full Text]
- T. Pohjasvaara, A. Leppavuori, I. Siira, R.
Vataja, M. Kaste, and T. Erkinjuntti Frequency and Clinical Determinants of
Poststroke Depression Stroke, November 1, 1998; 29(11): 2311 - 2317.
[Abstract]
[Full
Text] [PDF]
- D. P. Briley, S. Haroon, S. M. Sergent, and S.
Thomas Does leukoaraiosis predict morbidity and mortality? Neurology, January 11, 2000;
54(1): 90 - 90.
[Abstract]
[Full Text]
[PDF]
- Brant-Zawadzki M, Fein G, Van Dyke C, et al.MR
imaging of the aging brain; pacthy white-matter lesions and dementia. AJNR Am
J Neuroradiol 1985;6:675–82.
- S. A. Leaper, A. D. Murray, H. A. Lemmon, R.
T. Staff, I. J. Deary, J. R. Crawford, and L. J. Whalley Neuropsychologic
Correlates of Brain White Matter Lesions Depicted on MR Images: 1921 Aberdeen
Birth Cohort Radiology, October 1, 2001; 221(1): 51 - 55.
[Abstract]
- R. Vataja, T. Pohjasvaara, A. Leppavuori, R.
Mantyla, H. J. Aronen, O. Salonen, M. Kaste, and T. Erkinjuntti Magnetic
Resonance Imaging Correlates of Depression After Ischemic Stroke Arch Gen
Psychiatry, October 1, 2001; 58(10): 925 - 931.
[Abstract]
[Full Text]
[PDF]
- L. Pantoni, M. Simoni, G. Pracucci, R.
Schmidt, F. Barkhof, and D. Inzitari Visual Rating Scales for Age-Related
White Matter Changes (Leukoaraiosis): Can the Heterogeneity Be Reduced? Stroke,
December 1, 2002; 33(12): 2827 - 2833.
[Abstract]
[Full
Text] [PDF]
- Oliveira-Filho J, Ay H, Schaefer PW, Buonanno
FS, Chang Y, Gonzalez RG, Koroshetz WJ. Diffusion-weighted magnetic resonance
imaging identifies the "clinically relevant" small-penetrator infarcts.
Arch Neurol. 2000; 57: 1009–1014
- Markus HS, Lythgoe DJ, Østergaard L,
O’Sullivan M, Williams SC. Reduced cerebral blood flow in white matter in
ischaemic leukoaraiosis demonstrated using quantitative exogenous contrast
based perfusion MRI.
J Neurol Neurosurg Psychiatry. 2000; 69: 48–53.
- Okada K, Wu LH, Kobayashi S.
Diffusion-weighted MRI in severe leukoaraiosis.
Stroke. 1999; 30: 478–479[letter].
- K. Okada, L.-H. Wu, and S. Kobayashi
Diffusion-Weighted MRI in Severe Leukoaraiosis Stroke, February 1, 1999;
30(2): 478 - 479.
[Full Text]
[PDF]
- J. Helenius, L. Soinne, O. Salonen, M. Kaste,
and T. Tatlisumak Leukoaraiosis, Ischemic Stroke, and Normal White Matter on
Diffusion-Weighted MRI
Stroke, January 1, 2002; 33(1): 45 - 50.
[Abstract]
[Full Text]
[PDF]
- B. S. Greenwald, E. Kramer-Ginsberg, K. R. R.
Krishnan, M. Ashtari, C. Auerbach, and M. Patel Neuroanatomic Localization of
Magnetic Resonance Imaging Signal Hyperintensities in Geriatric Depression
Stroke, March 1, 1998; 29(3): 613 - 617.
[Abstract]
[Full Text]
[PDF]
- P. J. Harrison The neuropathology of primary
mood disorder Brain, July 1, 2002; 125(7): 1428 - 1449.
[Abstract]
[Full Text]
[PDF]
- M. D. Miller, E. J. Lenze, M. A. Dew, E.
Whyte, E. Weber, A. E. Begley, and C. F. Reynolds III Effect of
Cerebrovascular Risk Factors on Depression Treatment Outcome in Later Life Am.
J. Geriatr. Psychiatry, October 1, 2002; 10(5): 592 - 598.
[Abstract]
[Full
Text] [PDF]
- K. Amar and G. Wilcock Fortnightly Review:
Vascular dementia BMJ, January 27, 1996; 312(7025): 227 - 231.[Abstract]
[Full Text]
- Isabelle Möbs, Zur Genese lakunarer und
nichtlakunarer Hirninfarkte Dissertation, Freie Universität Berlin 2002,
Wardlaw, J.M., Sandercock, P.A.G., Dennis, M.S., Starr, J., Kalimo, H. (2003).
Is Breakdown of the Blood-Brain Barrier Responsible for Lacunar Stroke,
Leukoaraiosis, and Dementia?. Stroke 34: 806-812
[Abstract]
[Full Text]
- ERKINJUNTTI, T., INZITARI, D., PANTONI, L.,
WALLIN, A., SCHELTENS, P., ROCKWOOD, K., DESMOND, D. W. (2000). Limitations of
Clincal Criteria for the Diagnosis of Vascular Dementia in Clinical Trials: Is
a Focus on Subcortical Vascular Dementia a Solution?. Annals NYAS Online 903:
262-272
[Abstract]
[Full Text]
- T. Pohjasvaara, R. Mantyla, R. Ylikoski, M.
Kaste, and T. Erkinjuntti Comparison of Different Clinical Criteria (DSM-III,
ADDTC, ICD-10, NINDS-AIREN, DSM-IV) for the Diagnosis of Vascular Dementia
Stroke, December 1, 2000; 31(12): 2952 - 2957.
[Abstract]
[Full
Text] [PDF]
- Erkinjuntti T, Ostby T, Steenhuis R, Hachinski
V. The effect of different diagnostic criteria on the prevalence of dementia.
N Engl J Med. 1997;337:1667–1674
- Chui HC, Mack W, Jackson E, Mungas D, Reed BR,
Tinklenberg J, Chang FL, Skinner K, Tasaki C, William JJ. Clinical criteria
for the diagnosis of vascular dementia.
Arch Neurol. 2000;57:191–196
- Pohjasvaara T, Mäntylä R, Aronen HJ, Leskelä
M, Salonen O, Kaste M, Erkinjuntti T. Clinical and radiological determinants
of prestroke cognitive decline in a stroke cohort. J Neurol Neurosurg
Psychiatry.
1999;67:742–748.
- Mäntylä R, Aronen HJ, Salonen O, Pohjasvaara
T, Korpelainen M, Peltonen T, Standertskjöld-Nordenstam C-G, Kaste M,
Erkinjuntti T. Magnetic resonance imaging white matter hyperintensities and
mechanism of ischemic stroke.
Stroke. 1999;30:2053–2058.
- Bowler JV, Hachinski V. Criteria for vascular
dementia: replacing dogma with data.
Arch Neurol. 2000;57:170–171.
- STEWART Vascular dementia: a diagnosis running
out of time
Br
J Psychiatry 2002;180:152-156.
- Erkinjuntti T, Inzitari D, Pantoni L, Wallin
A, Scheltens P, Rockwood K, Desmond DW. Limitations of clinical criteria for
the diagnosis of vascular dementia in clinical trials: is a focus on
subcortical vascular dementia a solution?
Ann N Y Acad Sci. 2000;903:262–272
- Ari Ylikoski, MD; Timo Erkinjuntti, MD, PhD;
Raili Raininko, MD, PhD; Seppo Sarna, PhD; Raimo Sulkava, MD, PhD; Reijo
Tilvis, MD, PhD White Matter Hyperintensities on MRI in the Neurologically
Nondiseased Elderly Analysis of Cohorts of Consecutive Subjects Aged 55 to 85
Years Living at Home
Stroke. 1995;26:1171-1177
- M. Wiszniewska, G. Devuyst, J. Bogousslavsky,
J. Ghika, and G. van Melle What Is the Significance of Leukoaraiosis in
Patients With Acute Ischemic Stroke? Arch Neurol, July 1, 2000; 57(7): 967 -
973.
[Abstract]
[Full Text]
[PDF]
- C. Dufouil, A. Alperovitch, and C. Tzourio
Influence of education on the relationship between white matter lesions and
cognition Neurology, March 11, 2003; 60(5): 831 - 836.
[Abstract]
[Full Text]
[PDF]
- I. A. Cook, A. F. Leuchter, M. L. Morgan, E.
W. Conlee, S. David, R. Lufkin, A. Babaie, J. J. Dunkin, R. O'Hara, S. Simon,
A. Lightner, S. Thomas, D. Broumandi, N. Badjatia, L. Mickes, R. K. Mody, S.
Arora, Z. Zheng, M. Abrams, and S. Rosenberg-Thompson Cognitive and
Physiologic Correlates of Subclinical Structural Brain Disease in Elderly
Healthy Control Subjects Arch Neurol, October 1, 2002; 59(10): 1612 - 1620.
[Abstract]
[Full Text]
[PDF]
- N Colledge, S Lewis, G Mead, R Sellar, J
Wardlaw, and J Wilson Magnetic resonance brain imaging in people with
dizziness: a comparison with non-dizzy people J. Neurol. Neurosurg.
Psychiatry, May 1, 2002; 72(5): 587 - 589.
[Abstract]
[Full Text]
[PDF]
- Ellen Garde, Erik Lykke Mortensen, Katja
Krabbe, Egill Rostrup, Henrik B W Larsson, Relation between age-related
decline in intelligence and cerebral white-matter hyperintensities in healthy
octogenarians: a longitudinal study Lancet 2000; 356: 628–34). 356:Haan
M, Shemanski L, Jagust WJ, Kuller L, Manolio T, Bryan N. Predictors of
cognitive change in the Cardiovascular Health Study: the role of
cardiovascular and genetic risk factors. JAMA 1999; 282: 40-46. [PubMed
- Hénon H, Durieu I, Guerouaou D, Lebert F,
Pasquier F, Leys D. Poststroke dementia: incidence and relationship to
prestroke cognitive decline. Neurology 2001; 57: 1216-22. [PubMed]
- Verghese J., Lipton R. B., Hall C. B.,
Kuslansky G., Katz M. J., Buschke H. Abnormality of Gait as a Predictor of
Non-Alzheimer's Dementia, N Engl J Med 2002; 347:1761-1768,
Abstract]
[Full Text]
[PDF]
- Looi JCL, Sachdev PS. Differentiation of
vascular dementia from AD on neuropsychological tests.
Neurology 1999;53:670-678
- O. A. Selnes, R. M. Royall, M. A. Grega, L.
M. Borowicz Jr, S. Quaskey, and G. M. McKhann
Cognitive Changes 5 Years After Coronary Artery Bypass Grafting: Is There
Evidence of Late Decline? Arch Neurol, April 1, 2001; 58(4): 598 -
604.
[Abstract]
[Full Text]
[PDF]
- J. L. Ingles, C. Wentzel, J. D. Fisk, and K.
Rockwood Neuropsychological Predictors of
Incident Dementia in Patients With Vascular Cognitive Impairment, Without
Dementia Stroke, August 1, 2002; 33(8): 1999 - 2002.
[Abstract]
[Full Text]
[PDF]
- A. L. Jefferson, S. A. Cosentino, S. K. Ball,
B. Bogdanoff, N. Leopold, E. Kaplan, and D. J. Libon,
Errors Produced on the Mini-Mental State
Examination and Neuropsychological Test Performance in Alzheimer's Disease,
Ischemic Vascular Dementia, and Parkinson's Disease, J.
Neuropsychiatry. Clin. Neurosci., August 1, 2002; 14(3): 311 - 320.
[Abstract]
[Full
Text] [PDF]
(Stroke. 1995;26:1293-1301.) |
| Lambert-Eaton-Syndrom |
(Siehe auch unter Paraneoplastische Syndrome!)
= pseudo myasthenisches
Syndrom,
mit myasthenieartiger
Muskelschwäche der
Becken-
Oberschenkel
und oberen Armmuskulatur.
Im
Gegensatz
zur
Myasthenie
ist die
maximale
Kraftentwicklung
bei
wiederholten
Bewegungen
verzögert,
entsprechend
findet man
im EMG ein
Inkrement
und nicht
wie bei
der
Myastehie
ein
Dekrement. Es handelt
sich um
eine
Autoimmunerkrankung.
Muskeleigenreflexe
sind
schwach
auslösbar.
Mundtrockenheit,
Verstopfung, Blasenentleerungstörungen
und
Akkomodationsstörungen
sollen
vorkommen.
Durch
Antikörper
gegen
Calziumkanäle
und damit
verminderten
Calziumeinstrom
ist an der
Endplatte
weniger
Acetylcholin
verfügbar,
es handelt
sich also
um eine
präsynaptische
Störung.
Bei
Diagnose
eines
Lambert-Eaton-Syndrom
muss
deshalb
besonders
nach einem
Bronchialkarzinom
(60% der
Fälle,
seltener
auch bei
Non-Hodgin-Lymphomen)
gefahndet
werden,
umgekehrt
auch bei
Muskelschwäche
im Rahmen
eines
Bronchialkarzinoms
an ein
Lambert-Eaton-Syndrom
gedacht
werden.
Umgekehrt
sollen
1–2% der
Patienten
mit einem
kleinzelligen
Bronchialkarzinom
betroffen
sein,
wobei das
Syndrom
möglicherweise
häufig
nicht
diagnostiziert
wird. Das
Syndrom
kann auch
auftreten,
bevor
(Jahre)
der Tumor
diagnostiziert
werden
kann,
deshalb
müssen
Betroffene
diesbezüglich
nachuntersucht
werden.
Männer
sollen
häufiger
als Frauen
betroffen
sein. Es
tritt aber
auch im
Zusammenhang
mit
anderen
Autoimmunkrankheiten
wie dem
Diabetes
Typ 1 auf.
Neben
einem
typischen
EMG-Befund
finden
sich im
Labor bei
85%
Antikörper
gegen
spannungsabhängige
Kalzium-Kanäle
(Anti-VGCC-AK
[anti-voltage-gated
calcium
channel])
manchmal
auch auch
Anti-Hu-Antikörper,
Acetylcholin-Rezeptor
Autoantikörper
sind im
Gegensatz
zur
Myasthenie
negativ.
Die Anti-VGCC-AK
können
auch bei
anderen
paraneoplastischen
Erkrankungen
oder der
ALS
positiv
sein. Acetylcholinesterasehemmer
wirken
schlechter
als bei
der
Myasthenie,
der
Kalium-Ionenkanalblocker
3,4-Diaminopyridin
führt zu
einer
Steigerung
der
Acetylcholin-Ausschüttung
aus den
präsynaptischen
Nervenendigungen
und ist
als sehr
wirksam
beschrieben
aber noch
nicht in
Deutschland
zugelassen.
Immunsuppression
mit
Steroiden
oder
Azathioprin
im Notfall
wenn
3,4-Diaminopyridin
nicht
hilft auch
Plasmapherese
haben in
Behandlungszentren
ebenfalls
einen
Stellenwert. |
|
(Sieb et
al
Deutsches
Ärzteblatt
97 2000,
A3496-ff)
Deutsche
Gesellschaft
für
Autoimmunerkrankungen
Lambert-Eaton-Myasthenisches-Syndrom.-
Selbsthilfegruppe
T.
Meyer-Heim,
M. Stäubli
Paraneoplasien,
Schweiz
Med Forum
Nr. 48 27.
November
2002 1139
Leitlinie
Myasthenie
der DGN
DLD
Diagnostika
|
| Landau-Kleffner-Syndrom |
Erstbeschreibung durch Landau u. Kleffner 1957
als Syndrom der erworbenen Aphasie mit Anfällen im Kindesalter. Das
Landau-Kleffner--Syndrom (LKS) ist eine seltene cerebrale Funktionsstörung der
Kindheit mit folgenden Characteristika: Erworbene Aphasie und auditorische
Agnosie nach bislang unauffälliger Entwicklung, paroxysmale bitemporal betonte
EEG-Veränderungen (spikes, sharp waves und spike wave Komplexe), epileptische
Anfälle, die i.d. Regel mit den üblichen Antikonvulsiva gut behandelbar sind,
Verhaltensauffälligkeiten, selbst limitierender Verlauf und fehlende
pathologische Hirnveränderungen. Ausschlußdiagnose, differentialdignostische
Abgrenzung gegenüber anderen Ursachen einer erworbenen Aphasie im Kindesalter
und autistisch-mutistischen Sörungen. Bislang etwa 200 Fälle in der
Weltliteratur publiziert. Jungen (63%) häufiger als Mädchen (37%) betroffen.
Beginn in der Regel im 3.-5. Lebensjahr mit sensorischer und motorischer Aphasie
und auditorischer Agnosie (Unfähigkeit akustische angebotene Sprachsignale zu
erkennen und decodieren) . Die Folge ist ein rezeptiver und expressiver
Sprachzerfall unter dem Bild einer globalen Aphasie. Die Variabilität der
Funktions-störungen und der Verläufe ist erheblich. Es entwickelt sich ein
pathologisches Sprach- und Sozialverhalten (Kontaktstörungen, motorische
Hyperaktivität (hyperkinetisches Syndrom), Aufmerksamkeitsdefizite,
Affektstörungen), nur in sehr seltenen Fällen cognitive Einbußen oder
dementielle Entwicklung. Über visuelle Reizangebote sind die Kinder in der Lage
Lesen und Schreiben zu lernen. Im EEG werden paroxysmale epilepsiespezifische
Potentiale von hoher Variabilität, zumeist temporal und linkshemisphärisch
registriert. Die EEG-Diagnose wird durch ausgeprägte Veränderungen im Schlaf-EEG
komplettiert, wo häufig generalisierte Slow-spike-wave-Komplexe, die dem
ESES-Syndrom (Electrical Status epilepticus during Sleep) entsprechen,
registriert werden. Nicht alle Kinder entwickeln Anfälle, etwa 20-30 % bleiben
anfallsfrei oder es bleibt bei einem oder einzelnen epileptischen Anfällen.
Zwischen dem 4. und 10.Lebensjahr kann die Anfallsfrequenz deutlich zunehmen,
der Verlauf ist bis auf wenige Ausnahmen benigne. Nach dem 10.Lebensjahr finden
sich nur noch bei ca. 1/5 der Patienten Anfälle, die regelmäßig in der
Adolescens sistieren, das EEG normalisiert sich. Nach dem 15. Lebensjahr sind
Anfälle aufgrund des LKS unwahrscheinlich, Spitzenpotentiale bei Verlaufsstudien
nicht gefunden worden. Therapie: Multidisziplinäre Behandlung
(neuropädiatrische, kinderpsychiatrische, klinisch-psychologische und
logopädisch-heilpädagogische Aspekte). Medikamentös: Valproat, Clobazam, ACTH
oder Prednison (Neubeginn), Sultiam (?).
Prognose: Aphasisch-agnostische Störungen: ca 30 % mit anhaltend schweren
Sprachstörungen, ca 37% mit leichten -mäßigen sprachlichen Dysfunktionen,
insgesamt breites Spektrum der Verläufe, bei geringen Fallzahlen keine
ausreichenden Statistiken möglich, noch nach vielen Jahren komplette oder
partielle Rückbildungen möglich. Insgesamt wird aber davon ausgegangen, dass
auch bei konsequenter medikamentöser Therapie ist die Prognose für den
Rückerwerb der Sprache schlecht ist. Die erfolgreiche operative Therapie des
Landau-Kleffner-Syndroms mit der multiplen subpialen Transektion scheint die
Sprachentwicklung zu begünstigen. Über die psycho-soziale Prognose ist
wenig bekannt. |
|
Elliger TJ, Trott G-E, Hoffmeyer O, Nissen G Das
Landau-Kleffner-Syndrom. Fortschr. Neurol. Psychiat. 1990 (58): 125-136 Smith MC
Landau-Kleffner Syndrome and Continuous Spikes and Waves During Slow Sleep.
Chapter 226. In: Engel J, Pedley TA (eds) Epilepsy: A Comprehensive Textbook
(1997). Lippincott-Raven Publishers, Philadelphia. Siehe auch
Hypothalamic Hamartomas
Commentary by William J. Marks, Jr., M.D. |
| Längsschnittstudie |
| Eine Kohorte wird zu verschiedenen Zeitpunkten getestet. Es sind individuelle Verläufe erfaßbar. Nachteile: selektive Stichprobenveränderung, Konfundierung von Alter u. Erhebungszeitpunkt, langes Warten. |
|
|
| Lasègue-Test |
auch
Lasègue´sches Zeichen, dabei wird das gestreckt Bein beim liegenden Patienten
angehoben, angegeben wird der Winkel bei dem der Patient Schmerzen empfindet und
gegenspannt. Das Lasègue´sche Zeichen dient als Nervendehungszeichen zur
Bestimmung des Ausmaßes oder Schweregrades einer Lumboischialgie. Die Auswertbarkeit ist von der
Kooperation des Untersuchten abhängig.
Pseudolasègue:
Beim
Durchführen
des
Lasègue-Manövers
entwickelt
sich ab 40
- 50°
langsam
ein
dumpfer
Schmerz an
der
Oberschenkelrückseite.
Charles Lasègue, 1809–1883 war
einer der bekanntesten Psychiater Frankreichs im 19. Jahrhundert, er
unterrichtete Literaturwissenschaft und Philosophie am Lycée Louis le Grand in
Paris, versuchte in Kritik der damaligen psychologischen Theorien eine objektive
Psychologie auf der Basis exakter klinischer Beobachtungen zu entwickeln. Auch
in der Medizin versuchte er eine experimentelle wissenschaftliche Methodik
durchzusetzen. Er war dann zeitweise Professor für allgemeine Pathologie.
1852 schrieb er ein Abhandlung über den Verfolgungswahn und seine Entwicklung,
1873 über die "hysterische Anorexia, er legte damals schon einen Schwerpunkt auf
die psychologischen Symptome und betonte die Wichtigkeit der Einbeziehung der
Familie in die Behandlung. |
|
|
| Latenzzeit (6 J. bis Pubertätsbeginn) |
| Latenzzeit (6 J. bis Pubertätsbeginn) =
Unterbrechung der psychosexuellen Entwicklung, beide Geschlechter hören mit der
Selbstbefriedigung auf, das erotische Interesse am eigenen Körper erlischt,
Spiel mit Gleichaltrigen und Leistungsmotivation stehen im Vordergrund. |
|
|
| Latenzzeit bei Leistungstests |
| Der zunehmende Einsatz von Computern, auch in der
Intelligenzdiagnostik, ermöglicht neben der Erfassung der Lösungsgüte u.a. auch
die Erfassung der Latenzzeit (als die Dauer von der Darbietung des einzelnen
Items bis zur Antwort des Testanden). Somit stellt sich die Frage nach deren
diagnostischer Relevanz, zumal aufgrund der Testleistung das Latenzzeitverhalten
nicht erschöpfend vorhergesagt werden kann. Aktuellere Analysen von Latenzzeiten
bei der Bearbeitung von Reasoningitems ergaben, daß zum einen Falsch-Antworten
später gegeben werden als Richtig-Antworten und zum anderen, daß
leistungsstärkere Testanden insgesamt längere Latenzzeiten produzieren
(genereller Effekt). Darüber hinaus unterscheidet sich das Latenzzeit-Verhältnis
von Falsch- zu Richtig-Antworten i.S. eines differentiellen Effektes
systematisch in Abhängigkeit von der Leistungsfähigkeit der Testanden.
Leistungsschwächere scheinen vornehmlich ihre Falsch-Antworten (vor allem bei
höher komplexen Items) schneller zu geben, als Leistungsstarke. Für die
Richtig-Antworten lassen sich jedoch keine derartigen Unterschiede feststellen.
An einer Stichprobe von N = 115 Schülerinnen und Schülern 9. Klassen ist der
Frage nachgegangen worden, inwieweit sich das Latenzzeitverhalten bei der
Bearbeitung von Figurenfolgen unter Lerntestbedingungen (Feedback, Hilfen und
adaptive Itemsequenz) vom Latenzzeitverhalten unter Statustestbedingungen
(traditionelle Intelligenztests) unterscheidet und inwieweit sich das
Latenzzeitverhalten mit außerintellektuellen Merkmalen erklären läßt. Die
Ergebnisse zeigen, daß das zumindest partiell schnellere Antworten der
leistungsschwachen Testanden nicht als Ausdruck des kognitiven Stils
Impulsivität/Reflexivität (AHA, Kubinger & Ebenhöh, 1996), der
Prüfungsängstlichkeit (AFS, Wierczerkowski et al., 1974), der
Selbstwirksamkeitserwartung (sensu Schwarzer, 1994) oder der
Frustrationstoleranz (AHA) interpretiert werden kann. Somit wird die Erwartung
aufrecht erhalten, daß mit Latenzzeiten in Reasoningtests potentiell ein
weiterer Indikator für kognitive Prozeßbesonderheiten zur Verfügung steht. |
|
AFS, Wierczerkowski et al., 1974; AHA, Kubinger & Ebenhöh, 1996; sensu Schwarzer, 1994 |
| Lateralisation |
| Entwicklung der Differenzierung der Funktionen
der beiden Gehirnhemisphären (-hälften). Die laterale Funktionsgliederung
beginnt ab dem 20. Lebensmonat. Hier wird strukturiert, welche Teile des Gehirns
welche Aufgaben übernehmen. Die Lateralisation ist erst mit der Pubertät
abgeschlossen. In der Kindheit kann die rechte Hemisphäre bei aphasischer
Schädigung, daß heißt bei Erkrankung des Sprechzentrum im Gehirn, der linken
Hemisphäre die Sprachfunktion nahezu vollständig übernehmen. |
|
|
| Lateralsklerose amyotrophische |
| Siehe hier! |
|
|
| Lateralsklerose primäre (chronisch progressive spinobulbäre Spastik) |
| Ursache unbekannt, Verserbung spielt
möglicherweise eine Rolle. Erkrankungsbeginn meist um das 50. Lebensjahr; Beginn
mit Spastik im Bein, Feinmotorikstörung der Hand, initial oft asymmetrisch. Im
weiteren Verlauf spastische Paraparese, Dysarthrie Dysphagie. Störungen
der Augenfolgebewegungen und der Mimik. 'Später massive Dysarthrie und
Dysphagie, Imperatives Lachen und Weinen als Zeichen geminderter frontaler
Funktion. Verläufe bis zu 25 Jahren wurden dokumentiert, bevor die Betroffenen
an interkurrenten Erkrankungen (Pneumonie) oder Altersleiden (Infarkt)
versterben. Im Kernspin des Kopfes Marklageratrophie im motorischen und
prämotorischen Kortex bei eventueller Hervorhebung der Pyramidenbahnen durch
Signalanhebung. Die endgültige Diagnose kann erst der Pathologe stellen:
einfache Degeneration der kortikobulbären und lateralen kortikospinalen Trakte;
Abblassungen der absteigenden Fasern im Brückenfuß, im Fasciculus gracilis,
cuneatus und im vestibulospinalen Trakt im Markscheidenpräparat; Verlust großer
Pyramidenzellen der Rindenschichten V und VI präzentral mit reaktiver
Astrogliose; fallweise auch Nervenzellverlust und Astrogliose in Thalamus und
Putamen. |
|
|
| Lebensqualität
|
| In der Medizin ist man zunehmend bemüht, die Auswirkungen von Erkrankungen auf die Lebensqualität oder den allgemein Alltag von Betroffenen zu untersuchen und in der Behandlung zu berücksichtigen. Lebensqualität als Zielkriterium für den Effektivitätsnachweis klinischer Interventionen ist ein mit den Methoden der Sozialpsychologie quantifizierbares, reproduzierbares Ergebnismaß. Lebensqualität wird in Studien meist im Fragebogentest in Scores gemessen. Am häufigsten wird das SF-36 Health Survey eingesetzt, das als Standardinstrument zur Erfassung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität gilt. Der Fragebogen beinhaltet 36 Items, die wiederum acht Dimensionen der subjektiven Gesundheit zugeordnet werden können: Körperliche Funktionsfähigkeit, Körperliche Rollenfunktion, Körperliche Schmerzen, Allgemeine Gesundheitswahrnehmung, Vitalität, Soziale Funktionsfähigkeit, Emotionale Rollenfunktion und Psychisches Wohlbefinden. Lebensqualitätsscores sind in hohem Maß von der Stimmung des Betroffenen abhängig, andere Dimensionen kommen dabei möglicherweise zu kurz. An der Entwicklung von Scores, bei denen die Stimmung weniger eingeht, wird gearbeitet. Reliabilität, Validität und Sensitivität der verschiedenen Scores mag reproduzierbar hoch sein, ob sie aber wirklich messen was das Wort vorgibt ist nicht immer gesichert. Lebenszufriedenheit hängt langfristig meist nur wenig von der Schwere einer Erkrankung ab. Beispielweise unterschied sich die Lebenszufriedenheit von 135 Patienten 3,5 Jahre nach einer schwersten Hirnschädigungen bei Befragung mit Ausnahme der gesundheitsbezogenen Lebenszufriedenheit nicht von der bundesdeutschen Durchschnittsbevölkerung. Die Ergebnisse zeigen, dass die untersuchten Patienten trotz bestehender Defizite ihre Lebenssituation weitgehend positiv bewerten. Die Messung der Lebensqualität im Rahmen einer speziellen Erkrankung oder psychischen Störung ist sinnvoll, die Verbesserung der Messinstrumente und die Subjektivität der Ergebnisse muss aber jeweils diskutiert werden. |
|
NEUROLOGY 2006;67:1–1, Sven Benson et al., Lebenszufriedenheit von Menschen nach schwersten Hirnschädigungen Eine explorative Follow-up Studie, Zeitschrift für Neuropsychologie, 17 (1), 2006, 15–23
|
| Leberschädigung durch Medikamente
|
(bis hin zu tödlichem Ausgang möglich bei (Auswahl))
Auch
frei verkäufliche Medikamente können schwere Leberschäden auslösen. Besonders
auch bei Schmerzmitteln sollte bei entsprechenden Symptomen daran gedacht
werden. Die Symptome sind vielfältig, deshalb sollten lieber zu oft die
Laborwerte kontrolliert werden. Möglich sind Appetitlosigkeit,
Abgeschlagenheit, Gewichtsverlust, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Schmerzen im
rechten Oberbauch, Arthralgien, Myalgien, Pruritus, Exanthem, Stuhlentfärbung
sowie Urin-Dunkelfärbung. Das auffälligste Symptom ist jedoch häufig ein
Gelbwerden der Augen oder gar der Haut- was zu dringlicher Diagnostik Anlass
sein sollte. Da die von den Patienten angegebenen
Beschwerden zahlreich sind, wird an die Diagnose einer arzneimittelbedingten
Lebererkrankung oft sehr spät gedacht. Die Diagnose wird meist auch dadurch
erschwert, dass von multimorbiden Patienten oft mehrere Medikamente gleichzeitig
eingenommen werden. Hilfreich für die Diagnose ist eine Besserung oder ein
vollständiger Rückgang der angegebenen Symptomatik nach Absetzen der
angeschuldigten Medikation. Auch neu zugelassene Arzneimittel können die Ursache
einer fakultativen Leberschädigung sein. Leichte Leberwerterhöhungen unter der
Einnahme von Medikamenten sind kontrollbedürftig und rechtfertigen nicht immer
ein Absetzen der Medikamente. Medikamente können aber auch für schwere
Leberschäden verantwortlich sein. Wie lange es ab Beginn der Einnahme eines
Medikamentes dauern kann, bis eine Leberschädigung auftritt, ist je nach
Medikament sehr unterschiedlich. Andere Lebererkrankungen müssen ausgeschlossen
werden. Es müssen immer auch alle pflanzlichen Präparate, die gleichzeitig
eingenommen werden bekannt sein, auch diese können alleine oder in Kombination
ursächlich sein. Hinweisend ist, wenn durch Absetzen eine Besserung der
Leberwerte eintritt. Das Leberversagen kann in den ersten Tagen oder Wochen
zunehmen, ab einen bestimmten Punkt können auch fallende Leberwerte eine
Verschlechterung der Leberfunktion ankündigen. Immunologisch bedingte
Leberschäden durch ein Medikament können bei erneuter Verabreichung auch sehr
schnell zu einer Verschlechterung führen, in anderen Fällen kann sich eine
Toleranz herausgebildet haben, die dazu führt, dass das Medikament bei der 2.
Verabreichung gut vertragen wird. Schwindel, Appetitmangel, allgemeines
Krankheitsgefühl, Müdigkeit und Beschwerden im rechten Oberbauch können
hinweisend auf eine Leberschädigung sein. Juckreiz und Gelbsucht sind
bereits deutlichere Hinweise, bei Gelbwerden der Augen oder der Haut ist
sofortige gastroenterologische Diagnostik angesagt. Im Zweifel sollte
selbstverständlich sofort und wenn möglich in Absprache mit dem Arzt das
Medikament abgesetzt werden. Paracetamol in Überdosis ist der wichtigste
Verursacher von schweren akuten Leberschäden. Bei allen neuen Medikamenten muss
berücksichtigt werden, dass die Häufigkeit von Leberschäden oft erst lange nach
der Zulassung der Medikamente bekannt wird. Alkohol kann die Schäden durch die
Medikamente verschlimmern oder mit auslösen. Die Wahrscheinlichkeit eines
Leberschadens, durch ein Medikament hängt auch von genetischen Veranlagungen und
dem Ernährungszustand ab. Man nimmt an, dass schwerere Leberschäden mit einer
Wahrscheinlichkeit von 1:10 000 bis 1:100 000 bei den meisten Medikamenten
auftritt, bei denen solche Schäden bekannt sind, in Einzelfällen aber auch
deutlich häufiger, die Zahlen erklären, warum diese Nebenwirkung bei Zulassung
meist nicht bekannt ist. Nach einer guten französischen Statistik waren es 14
pro 100 000 Einwohner pro Jahr, von denen 12% ins Krankenhaus aufgenommen werden
mussten und von diesen wiederum 6% am Leberschaden starben. Es folgt eine
Liste der Medikamente bei denen solche Leberschäden bekannt sind, auch um
deutlich zu machen, dass jeweils alle Medikamente, die eingenommen werden, dem
Arzt benannt werden müssen. Hepatozelluläre Schädigungen mit
erhöhter GPT können durch Acarbose (Diabetesmedikament), Acetaminophen
(Paracetamol), Allopurinol (Gichtmedikament), Amiodaron (gegen
Herzrhythmusstörungen), Baclofen (gegen Spastik), Buproprion (zur
Raucherentwöhnung), Fluoxetin Paroxetin, Sertralin, Trazodon (Antidepressiva),
Kavakava (pflanzliches Beruhigungsmittel), Isoniazid Rifampin(INH
Tuberkulosemittel), Tetracycline (Antibiotika),Ketoconazol (Pilzmittel),
Lisinopril, Losartan (Bluthochdruckmittel), Methotrexat (Immuntherapeutikum),
Omeprazol (Magensäurehemmer), Risperidon (Neuroleptikum), Statine
(Cholesterinsenker), Valproinsäure (Antiepileptikum) auftreten. Gallenstau-
Cholestatische Leberschäden mit erhöhter alkalischer Phosphatase und erhöhtem
Bilirubin können nach Amoxicillin–Clavulansäure, Erythromycin (Antibiotikum),
anabolen Steroiden (Missbrauch bei Bodybuildern), Chlorpromazin, Phenothiazine
(Neuroleptika), Clopidogrel (Blutverdünner), Mirtazapin, Trizyklika
(Antidepressiva), Hormonpräparaten wie der Pille, Terbinafin
(Antimykotikum) auftreten. Gemischte Hepatozelluläre Schädigungen mit
Cholestatischen Leberschäden bei Amitriptylin, Trazodon (Antidepressiva),
Azathioprin (Immuntherapeutikum), Captopril, Enalapril,
(Bluthochdruckmittel), Carbamazepin Phenobarbital, Phenytoin (Antiepileptika),
Clindamycin, Nitrofurantoin, Sulfonamide, Trimethoprim–Sulfamethoxazol
(Antibiotika), Cyproheptadin (Antihistaminikum), Flutamid (Mittel bei
Prostatakrebs), Verapamil ( Mittel bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und
Clusterkopfschmerz) auftreten. Leberschäden
sind auch bekannt durch Amphotericin B,
Aurothiopropanol/-malat, Benoxaprofen, Carbromal, Carbimazol, Clozapin, Cyproteron, Dacarbazin, Dactinomycin, Dantrolen, Desipramin,
Dihydralazin, Disulfiram, Enfluran, Erythromycin, Flutamid, Halothan, Imipramin,
Iproclozid, Indometacin, Iproniazid, Isocarboxazid, Isoniazid, Mercaptopurin,
Alpha-Methyldopa, Minocyclin, Natriumperchlorat, Nimesulid, Nortriptylin,
Ofloxacin, Phenylbutazon, Phenytoin, Probenecid, Propylthiouracil,
Pyrazinamid, Pyrimethamin, Sulfasalazin, Tiabendazol, Tolbutamid,
Troglitazon, Absetzen der Medikamente führt meist zu einer raschen
Besserung der klinischen Symptomatik und der erhöhten Leberwerte, sofern das
Bild einer fakultativen toxischen Hepatitis vorliegt. Langwieriger ist der
Verlauf bei den arzneimittelbedingten Lebererkrankungen mit
Gallenstauung. Problematisch ist das Auftreten eines akuten
Leberversagens, außerdem die Entwicklung von chronischen Lebererkrankungen und
Lebertumoren. Die Prognose ist dann abhängig von der jeweiligen Art der
Lebererkrankung. Eine schlechte Prognose haben Patienten, die das angeschuldigte
Arzneimittel auch noch nach Auftreten der klinischen Symptomatik einer arzneimittelbedingen Lebererkrankung weiter einnehmen. |
|
R. Teschke in Dt Ärztebl
2001; 98: A2584–2589[Heft 40] Victor J. Navarro, M.D., and John R. Senior,
M.D. Drug-Related Hepatotoxicity N Engl J Med 2006;354:731-9. |
| Leber`sche hereditäre Optikus-Neuropathie (LHON) |
| Mütterliche Vererbung Beginn im frühen Erwachsenenalter mit einer
progressiven, schmerzlosen und initial die zentralen Gesichtsfelder betreffenden
Visusminderung. Nach initial unilateraler Symptomatik manifestiert sich meist
innerhalb von wenigen Wochen oder Monaten auch eine entsprechende Visus-
und Farbsehstörung auf dem anderen Auge. In der Mehrzahl der Fälle resultiert
die Erkrankung in einer permanenten und ausgeprägten Visusminderung; in einigen
Fällen (4-40%) kommt es im späteren Krankheitsverlauf zu einer spontanen
Besserung der Sehleistung. Selten finden sich bei Patienten mit LHON weitere
neurologische Auffälligkeiten, insbesondere Bewegungsstörungen (z.B.
Tremor, Dystonie). Überleitungsstörungen, selten mit anderen neurologischen
Symptomen wie Spastik (bei Müttern selten MS-ähnliche Bilder). Bei den teilweise
MS- artigen Krankheitsbildern kommen entzündliche MS- ähnliche Verläufe und
Krankheitsbilder mit subakuter metabolischer Axonopathie mit einem
Leigh-ähnlichen Syndrom vor. Männer sind von der Erkrankung häufiger betroffen
als Frauen. Neben Erkrankungsfällen mit maternalem Erbmodus finden sich häufig
auch sporadische Erkrankungsfälle. Drei Punktmutationen der mitochondrialen DNA,
die alle in Komplex I Genen liegen und die Mitochondriale Atmungskette
betreffen, verursachen 90 % aller LHON Erkrankungen (mtDNA, m.11778G-> A,
m.3460G->A, oder m.14484T
In einer großen Multicenterstudie mit 196 Erkrankten und 206 bisher nicht
erkrankten Genträgern wurde per Fragebogen die Vorgeschichte hinsichtlich
Rauchen, Alkoholkonsum und anderen möglichen schädlichen Umwelteinflüssen
erhoben. Rauchen erwies sich dabei als sehr starker Auslöser der Erkrankung bei
entsprechender Veranlagung. 93% der Männer, die rauchten und die Veranlagung
hatten waren symptomatisch. Alkohol wirkte sich hingegen nur in höheren Dosen
schädlich aus.
Assymptomatische Genträger sollten daher auf keinen Fall rauchen und ihren
Alkholkonsum mäßigen um eine Erkrankung zu verhindern.
Brain 2009 132(9):2317-2326; doi:10.1093/brain/awp158 |
|
Leitlinie DGN zu
Mitochondrialen Erkrankungen Swantje Beyer, Peter Krebsa, Roland
Spiegel, Walter Waespe; Parieto-temporaler Insult? Schweiz Med Forum
2004;4:85–88,
E. Jaros, D.J. Mahad, G. Hudson, et al.,PRIMARY SPINAL CORD NEURODEGENERATION IN
LEBER HEREDITARY OPTIC NEUROPATHY Neurology 69 214-215 July 10, 2007 |
| Lee Silverman Stimm Therapie |
| 3/4 der Parkinsonpatienten haben ein Problem mit ihrer Stimme, sie sprechen leise, wenig moduliert. Nicht selten führt dies zu einer erheblichen Beeinträchtigung in der Teilnahme am sozialen Leben.
Übung kann bei Parkinsonpatienten die Hypophonie (leise wenig modulierte
Stimme) erheblich verbessern, die Veränderungen der Stimme zeigen sich dann auch
als Normalisierung der entsprechenden Aktivierungen im Gehirn.
Lee Silverman Stimm Therapie bei Parkinsonpatienten
- Allgemeine Verminderung der neuronalen Steuerung für die an der
Stimmbildung beteiligten Muskeln, führt zu einer weichen monotonen Stimme,
letztlich über eine Bradykinese.
- Eine verminderte sensorische Wahrnehmung der eigenen Sprechenergie die
für die Stimmbildung eingesetzt wird, führt zu verminderten eigenen
Wahrnehmung des Gesprochenen. - "Ich spreche nicht zu leise, meine Frau
braucht ein Hörgerät"
- Schwierigkeiten die notwendige und angemessene Energie für eine adäquate
Vokalisation bereit zu stellen. "ich kann nicht so laut sprechen, ich habe
den Eindruck, dass ich schon schreie"
Die 5 wichtigen Bausteine der Lee Silverman Stimm Therapie:
- Die Amplitude des Stimmoutput vergrößern (Seien Sie laut).
- Verbesserung der sensorische Wahrnehmung der eigenen Sprechens (Denken
Sie laut)
- Hoher Energieeinsatz, (Nacheichung, des eigenen Sprechaktes).
- Wiederholen sie die Übungen häufig (4x wöchentlich, für 16 Sitzungen in
einem Monat)
- Messen Sie ihre Lautstärke (Schallmessgerät - Phonometer).
|
- Ramig LO, Sapir S, Countryman S, et al. Intensive voice treatment (LSVT) for
patients with Parkinson’s disease: a 2 year follow-up.
J Neurol
Neurosurg Psychiatry. 2001;71:493– 498
- Edwin Maas Principles of Motor Learning in Treatment of Motor Speech
Disorders
American Journal of Speech-Language Pathology Vol.17 277-298 August 2008.
doi:10.1044/1058-0360(2008/025)
- Liotti, M., Ramig, L. O., Vogel, D., New, P., Cook, C. I., Ingham, R. J., et
al. (2003). Hypophonia in Parkinson's disease: Neural correlates of voice
treatment revealed by PET.
Neurology, 60, 432–440
- Spielman, L. O. Ramig, L. Mahler, A. Halpern, and W. J. Gavin
Effects of an Extended Version of the Lee Silverman Voice Treatment on Voice and
Speech in Parkinson's Disease
Am J Speech Lang Pathol, May 1, 2007; 16(2): 95 - 107.
[Abstract]
- S. Pinto, S. Thobois, N. Costes, D. Le Bars, A.-L. Benabid, E. Broussolle, P.
Pollak, and M. Gentil
Subthalamic nucleus stimulation and dysarthria in Parkinson's disease: a PET
study
Brain, March 1, 2004; 127(3): 602 - 615.
[Abstract]
[Full Text]
[PDF]
- S. Sapir, J. L. Spielman, L. O. Ramig, B. H. Story, C. Fox Effects of
Intensive Voice Treatment (the Lee Silverman Voice Treatment [LSVT]) on Vowel
Articulation in Dysarthric Individuals With Idiopathic Parkinson Disease:
Acoustic and Perceptual Findings
JSLHR 2007;50:899-912
- A. T. Neel
Effects of Loud and Amplified Speech on Sentence and Word Intelligibility in
Parkinson Disease
J Speech Lang Hear Res, August 1, 2009; 52(4): 1021 - 1033.
[Abstract]
- M. Liotti, L. Ramig, B. J. M. de Swart, S. C. Willemse, M. W. I. M. Horstink,
and B. A. M. Maassen
Improvement of voicing in patients with Parkinson's disease by speech therapy
Neurology, November 11, 2003; 61(9): 1316 - 1317.
[Full Text]
[PDF]
|
[vorherige]
Seite 1 von 4 für Buchstabe l [nächste]
|