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Glossar
Psychiatrie/Psychosomatik/
Psychotherapie/Neurologie/Neuropsychologie |
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wurde unter Verwendung neuester Literatur erstellt. Insbesondere
dem ICD 10, dem DSM IV, AMDP- Manual, Leitlinien der
Fachgesellschaften, Lehrbuch VT von J.Mragraf, Lehrbuch der
analytischen Therapie von Thomä und Kächele, Lexika wie
dem Pschyrembel, verschiedene Neurologie- und
Psychiatrielehrbücher, Literatur aus dem Web, außerdem
einer Vielzahl von Fachartikeln aktueller Zeitschriften der
letzten 10Jahre. Nicht alle (insbesondere kleinere) Zitate sind kenntlich
gemacht. Verständlicherweise konnte durch Verwendung
verschiedener Quellen eine Mischung aus den unterschiedlichen
Zitaten nicht immer vermieden werden. Soweit möglich
wird dies angezeigt. Nicht alles ist auf Anhieb
laienverständlich, da ich die Zusammenstellung auch für
mich selbst nutze, musste hier ein Kompromiss zwischen
Verständlichkeit und medizinischer und psychologischer
Exaktheit gefunden werden. Falls sich jemand falsch oder in zu
großem Umfang zitiert findet- bitte eine E-Mail
schicken. KM 19.4.2000 Siehe auch die ergänzenden Hinweise
unten auf dieser Seite.
PS
selbstverständlich wird das Glossar regelmäßig
aktualisiert werden.
|
| MALT (Münchner-Alkoholismus-Test) |
Formularbestellung: 1978 BeltzTest Gesellschaft mbH, Weinheim. - Best.-Nr. 94382
| Der Fremdbeurteilungsteil ist vom Arzt
anhand seiner Untersuchungsergebnisse und Anamneseerhebung auszufüllen.
Der Selbstbeurteilungsteil ist entsprechend der dort gegebenen Anleitung
vom Patienten selbständig auszufüllen. Bei der Testauswertung ist darauf
zu achten, dass alle Aussagen des Selbstbeurteilungsteiles vom Patienten
entweder als zutreffend oder als nicht zutreffend angekreuzt worden sind. |
| Testauswertung: |
| Zur Testwertbestimmung wird aus beiden
Testteilen (MALT-F und MALT-S) ein gemeinsamer Summenwert gebildet. Dabei
erhalten die vom Arzt als zutreffend bezeichneten Punkte des MALT-F
eine vierfache, die vom Patienten als zutreffend angekreuzten Aussagen
des MALT-S eine einfache Gewichtung. |
| Summenwertberechnung für den
Gesamttest: |
| Summenwert der Fremdbeurteilung (MALT-F):
n x 4= |
| Summenwert der Selbstbeurteilung (MALT-S):
= |
| Gesamt-Testwert: El |
| Diagnosestellung: |
| Testwert von 6 bis 10 Punkten: Verdacht
auf Alkoholismus |
| Testwert von 11 und mehr Punkten:
Alkoholismus |
| |
|
Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für
Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse |
| MALT-S |
| |
| Name: |
| Vorname: Geb.-Dat.: |
| Nachfolgend finden Sie eine Reihe von
Aussagen über Beschwerden und Probleme, die in Zusammenhang mit
Alkoholtrinken auftreten können. Bitte machen Sie für jede dieser
einzelnen Feststellungen entweder in der Spalte ,,trifft zu" oder ,,trifft
nicht zu" ein Kreuz. Vielleicht werden Sie manchmal den Eindruck haben,
dass eine Feststellung nicht richtig passt. Kreuzen Sie aber trotzdem
immer eine der beiden Antworten an und zwar die, welche am ehesten auf
Sie zutrifft. |
| 1. In der letzten Zeit leide ich häufiger
an Zittern der Hände |
| 2. Ich hatte zeitweilig, besonders
morgens, ein Würgegefühl oder Brechreiz |
| 3. Ich habe schon einmal versucht, Zittern
oder morgendlichen Brechreiz mit A l k o h o l zu kurieren |
| 4. Zur Zeit fühle ich mich verbittert
wegen meiner Probleme und Schwierigkeiten |
| 5. Es kommt nicht selten vor, dass ich vor
dem Mittagessen bzw. zweiten Frühstück Alkohol trinke |
| 6. Nach den ersten Gläsern Alkohol habe
ich ein unwiderstehliches Verlangen , weiter zu trinken. |
| 7. Ich denke häufig an Alkohol |
| 2 1.7 Die fortgeschrittene
Alkoholkrankheit |
| 8. Ich habe manchmal auch dann Alkohol
getrunken, wenn es mir vom Arzt verboten wurde |
| 9. In Zeiten erhöhten Alkoholkonsums habe
ich weniger gegessen. |
| 10. An der Arbeitsstelle hat man mir schon
einmal Vorhaltungen wegen meines Alkoholtrinkens gemacht |
| 11. Ich trinke Alkohol lieber, wenn ich
allein bin |
| 12. Seitdem ich mehr Alkohol trinke, bin
ich weniger tüchtig |
| 13. Ich habe nach dem Trinken von Alkohol
schon öfters Gewissensbisse (Schuldgefühle) gehabt. |
| 14. Ich habe ein Trinksystem versucht (z.
B. nicht vor bestimmten Zeiten zu trinken). |
| 15. Ich glaube, ich sollte mein Trinken
einschränken |
| 18. Ohne Alkohol hätte ich nicht so viele
Probleme |
| 17. Wenn ich aufgeregt bin, trinke ich
Alkohol, um mich zu beruhigen. |
| 18. Ich glaube, der Alkohol zerstört mein
Leben |
| 19. Einmal möchte ich aufhören mit dem
Trinken, dann wieder nicht |
| 20. Andere Leute können nicht verstehen,
warum ich trinke |
| 21. Wenn ich nicht trinken würde, käme ich
mit meinem Partner besser zurecht |
| 22. Ich habe schon versucht, zeitweilig
ohne Alkohol zu leben |
| 23. Wenn ich nicht trinken würde, wäre ich
mit mir zufrieden |
| 24. Man hat mich schon wiederholt auf
meine ,,Alkoholfahne" angesprochen |
|
Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für
Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse |
| |
| MALT-F |
| Name: |
| D a t u m : |
| Vorname: Geb.-Dat.: |
| 1. Lebererkrankung |
| (Mindest. ein klin. Symptom: z. B.
vermehrte Konsistenz, Vergrößerung, zu Druckdolenz o. a. und mindest. ein
pathologischer Laborwert: z. 8. GOT, GPT oder Gamma -GT sind notwendig .) |
| 2. Polyneuropathie |
| (Trifft nur zu, wenn keine anderen
Ursachen bekannt sind, z. B. Diabetes |
| mellitus oder eindeutige chron.
Vergiftungen.) |
| 3. Delirium tremens (jetzt oder in der
Vorgeschichte) |
| 4. Alkoholkonsum von mehr als 150 ml (bei
Frauen 120 ml) reinem Alkohol pro T a g mindestens über einige
Monate |
| 5. Alkoholkonsum von mehr als 300 ml (bei
Frauen 240 ml) reinem Alkohol ein- oder mehrmals im Monat |
| 6. Foetor alcoholicus (z. Zt. der
ärztlichen Untersuchung) |
| 7. Familienangehörige oder engere
Bezugspersonen haben schon einmal Rat gesucht wegen Alkoholproblemen des
Patienten. (z. B. beim Arzt, der Familienfürsorge oder anderen
entsprechenden Einrichtungen.) |
|
Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für
Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse |
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| Kindesmissbrauch |
Sexueller Missbrauch Definition:
Sexuelle Handlungen mit
Körperkontakt (insbesondere Brust- und Genitalbereich; sog. hands-on-Taten)
sowie das Vorzeigen von pornographischem Material bzw. das Herstellen von
pornographischen Fotos, Filmen etc. und der Exhibitionismus (hands-off-Taten)
durch eine wesentlich ältere jugendliche oder erwachsene Person. Besonders zu
berücksichtigen sind Handlungen unter Ausnutzung von Abhängigkeitsverhältnissen.
Ausgenommen sind gleichrangige Liebesbeziehungen unter Jugendlichen und
Heranwachsenden. Für jede Art von Vernachlässigung und Missbrauch gilt: Taten
durch Bezugspersonen zeitigen in der Regel schwerere psychische Folgen als
solche durch Fremdtäter, selbst wenn ausgeprägte Gewalt ausgeübt wurde. Die
größte Gefahr für Gewalt und Misshandlung bei Kindern geht von ihren Eltern und
direkten Bezugspersonen aus, nur vergleichsweise selten sind Fremde die Täter.
Sexueller Missbrauch gehört zu den
schrecklichsten Verbrechen überhaupt. Schätzungsweise 150 Millionen Mädchen und
73 Millionen Jungen unter 18 Jahren werden nach
Unicef sexuell
missbraucht oder zum Geschlechtsverkehr gezwungen. Zwischen 133 und 275
Millionen Kinder und Jugendliche sind weltweit jedes Jahr in ihren Familien
Zeugen von gewalttätigen Auseinandersetzungen. Die WHO hat Kindesmissbrauch
inzwischen zu einem wichtigen Gesundheitsproblem weltweit erklärt. Die Folgen
für das weitere Leben der Kinder sind oft katastrophal. Nach einer neuen
Untersuchung werden 11% der Opfer sexuellen Missbrauchs später zu Tätern.
Frühere Untersucher hatten teilweise wesentlich höhere Zahlen vermutet. Ein
Phänomen das nicht überrascht. Auch für allgemeine körperliche Misshandlungen
ist bekannt, wer als Kind geschlagen wird, hat ein höheres Risiko später seine
Kinder zu misshandeln. Der Schrecken wird so von Generation zu Generation
weitergegeben. In der Studie hatten 26 von 224 früheren Opfern im Verlauf von
7-19 Jahren selbst Kinder missbraucht, meist nicht innerhalb der eigenen
Familie. Als Risikofaktoren wurde massive Verwahrlosung in der Kindheit, Mangel
an Aufsicht, und Missbrauch durch eine Frau identifiziert. Die Opfer, die später
zu Tätern wurden, waren auch in einem höheren Prozentsatz Zeuge massiver Gewalt
in der Familie geworden, waren häufiger von ihren Eltern emotional abgewiesen
worden, manche von ihnen hatten auch als Kinder schon Tiere gequält. Gewalt in
der Familie gilt allgemein als ein wesentlicher Faktor für spätere
Gewalttätigkeit und auch sexuellen Missbrauch. Auch ohne Missbrauch schadet eine
Sexualisierung dem Selbstbild junger Frauen zu. Wenn Medien und Werbung eine
Wertvorstellung implizieren, bei der sexuelle Attraktivität von jungen Frauen
vor deren anderen Eigenschaften rangiert, führt dies zu einem negativen Einfluss
auf die intellektuelle Entwicklung, körperliche und seelische Gesundheit und die
gesunde sexuelle Entwicklung. Diese Sexualisierung unterminiert das
Selbstbewusstsein und das Wohlgefühl im eigenen Körper, führt zu
Selbstwertproblemen, Scham und Angst. So werden Essstörungen, Ängste und
Depressionen besonders bei den heranwachsenden jungen Frauen gefördert.
Stellungnahme der American Psychological Association zur
Sexualisierung von Mädchen und jungen Frauen
Es gibt deutliche Unterschiede in den bleibenden
Folgen für Opfer sexueller Straftaten je nach Art und Ablauf des Übergriffs.
Dass sexueller Missbrauch von Kindern das Risiko psychischer Störungen massiv
erhöht, ist unzweifelhaft. Eine große prospektive Untersuchung, die 1612 Kinder
davon 1327 Mädchen mit nachgewiesenem sexuellem Missbrauch (ein hoher
Prozentsatz mit nachgewiesener Penetration) als junge Erwachsene
nachuntersuchte fand eindeutige Hinweise auf psychische Störungen als Folge des
Missbrauchs bei den jungen Erwachsenen. 12.4% der sexuell missbrauchten Kinder
waren als junge Erwachsene in psychiatrischer Betreuung im Vergleich zu nur 3.6%
der Kontrollpersonen, bei den männlichen Opfern waren die Folgen in dieser
Studie sogar gravierender hier waren 22.8% als junge Erwachsene in
psychiatrischer Betreuung im Vergleich zu nur 10.2% der Kontrollpersonen.
Verhaltensstörungen und Persönlichkeitsstörungen waren die häufigsten Folgen.
Angst, Depression und posttraumatische Belastungsstörungen sind ebenfalls
häufige Folgen.
The
British Journal of Psychiatry (2004) 184: 416-421 In einer Metaanalyse
zeigten Menschen die insbesondere mehrfach mit Penetration sexuell missbraucht
worden waren, eine deutlich erhöhte Häufigkeit von Kopfschmerzen,
gastrointestinale und gynäkologischen Beschwerden und Angstsymptomen.
Psychosomatic Medicine 67:906–915 (2005)
Nach Mullen 1997 ,soll bei nichtgewaltsamen
sexuellen Übergriffen die große Mehrheit der Kinder keine Dauerschäden erleiden.
Therapeutische Hilfen benötigen eher Kinder mit starken sexuellen
Gewalterlebnissen, die ein hohes Maß an Angst und Ohnmacht haben. Aber auch hier
ist genau abzuwägen, wie viel Hilfe zur Selbsthilfe das Kind benötigt und
wünscht. Spezielle schützende Lebensfaktoren ließen sich in dieser Studie nicht
finden. Interessant in der Forschung ist weiterhin, warum bestimmte Kinder (bis
zu 44%) nach sexuellem Missbrauch keine gesundheitlichen oder psychischen
Probleme entwickeln. Neben der Wiederholung des selbst erlittenen an den
eigenen Kindern oder ausgelieferten Schutzbefohlenen scheint auch Erblichkeit
eine Rolle zu spielen. In einer im letzten Jahr veröffentlichten Studie konnte
nachgewiesen werden, dass sich die Erbanlagen von solchen Jugendlichen, die
später selbst Täter werden von denen unterscheiden, die diesen Weg nicht
wählten. Ein Gen, dass ein Enzym verschlüsselt, das den Neurotransmitter
Monoaminooxidase A (MAOA) kodiert scheint dabei eine Schlüsselrolle zu spielen.
Die Monoaminooxidase spielt eine Rolle im Abbau der Neurotransmitter Serotonin,
Noradrenalin und Dopamin. Wie erfolgreich Behandlungsprogramme dahingehend sind,
zu verhindern, dass aus Opfern Täter werden ist weiter umstritten. Vorbeugender
Opferschutz, Kinder zu mehr Selbstbewusstsein zu erziehen und ihnen beizubringen
gefährliche und gefährdende Situationen zu erkennen, scheint bisher in der
Verhütung effektiver zu sein. Krug EG, Dahlberg LL, Mercy JA, Zwi AB, Lozano
R, eds. World report on violence and health. Geneva: WHO, 2002:
http://www5. who.int/violence_injury_prevention, Caspi A, McClay J, Moffitt
TE, et al. Role of genotype in the cycle of violence in maltreated children.
Science 2002; 297: 851-54. [PubMed],
David Skuse et al, Development of sexually abusive behaviour in sexually
victimised males: a longitudinal study Lancet 2003; 361: 471-76 [Full
Text] [PDF
|
Risikofaktoren für Kindesmisshandlung |
| Fürsorgepersonen, Eltern |
Vorgeschichte mit Kriminalität oder
Dissozialer Persönlichkeit, unrealistische Erwartungen an das Kind,
falsche Vorstellungen über Kindererziehung oder allgemein von der
Kindesentwicklung, Substanzmissbrauch, |
| Kind |
Verhaltensstörungen, schwächliches
krankes Kind, nicht biologischer Abkömmling der Eltern, Frühreife,
spezielle Bedürftigkeiten |
| Familie und Umwelt |
hohe Arbeitslosigkeit in der Wohngegend,
Gewalt in der Partnerschaft der Eltern, Armut, soziale Isolation,
mangelnde soziale Unterstützung |
Körperliche Kindesmisshandlung ist nach
den
Leitlinien definiert als direkte Gewalteinwirkung auf das Kind durch
Schlagen, Verbrennen, Verätzen, Schütteln, aber auch die Schädigung durch
Intoxikation eines Kindes. Jugendämter geben bei Gericht nach einer Untersuchung
(Münder, J., Mutke, B., Schone, R. 2000) wenn es um das Sorgerecht geht als
zentrales Gefährdungsmerkmal seelische Misshandlung in 12,6%, körperliche
Misshandlung in 6,6 %, sexuellen Missbrauch in 7,9%, Eltern-Konflikte in 4,1%
an. Den Verdacht auf schwere körperliche Kindesmisshandlung wecken oft die
Verteilung der Läsionen, bzw. ein typisches Muster, wie erkennbare Bisse oder
Prellungen mit eindeutigem Muster einer Erwachsenenhand, bei Verbrennungen klar
abgrenzbare Ränder und mehrere Verbrennungen mit der selben Tiefe, Handschuh
oder Sockenförmige Verteilung von Verbrühungen, allgemein Verletzungen in
verschiedenen Heilungsstadien, multiple ältere Knochenbrüche, der Bericht über
einen unwahrscheinlichen Unfallmechanismus, der nicht zur Verletzung oder deren
Ausmaß passt. Gedacht werden muss auch an das Münchhausen
by proxi Syndrom. Bei Verdacht auf Verbrennungen, Verbrühungen oder
Folgen von Schlägen bei Kindern müssen Hautkrankheiten, Gerinnungsstörungen,
bestimmte genetische Ursachen wie Ehlers-Danlos Syndrom, Purpura
Schönlein-Henoch, Mongolen Flecken, Unfälle, bestimmte kulturelle Praktiken,
eine Dermatitis, Hautinfekte, ein Stevens-Johnson Syndrom als Ursache von
Hautveränderungen ausgeschlossen werden. Bei Knochenbrüchen muss auch erwogen
werden, dass tatsächliche Unfälle ursächlich sein können, daneben können alte
Knochenbrüche von Geburtstraumen herrühren. Eine angeborene Syphilis kann
Knochenbrüche begünstigen, Daneben kommen Leukämien, Osteogenesis imperfecta,
Osteomyelitis, Vitamin D- Mangel mit Rachitis, etc. in Betracht.
Am schwierigsten nachzuweisen ist ein
emotionaler Missbrauch von Kindern. Emotionale Vernachlässigung
(Deprivation) ist nach den Leitlinien definiert als ein nicht hinreichendes oder
ständig wechselndes und dadurch nicht ausreichendes emotionales
Beziehungsangebot. Emotionaler Missbrauch selbst ist nicht exakt definiert.
Verhaltensauffälligkeiten der Kinder oder beobachtete Auffälligkeiten im
Verhalten der Eltern zu den Kindern können Hinweise sein. Bei sozialem Rückzug,
Aggressivität der Kinder, Essstörungen, Entwicklungs- und
Wachstumsverzögerungen, Ängsten und Depressionen der Kinder sollte daran gedacht
werden. Besonders daran zu denken ist bei Weglaufen der Kinder. In jüngerer Zeit
werden in den Medien immer wieder Fälle von allgemeiner Vernachlässigung
mit Todesfolge berichtet. Kinder die verhungern und verdursten, deren Mütter sie
einfach alleine lassen. Oft aber bei weitem nicht immer hat hier zuvor per
Definition eine körperliche Kindesmisshandlung in der Vorgeschichte vorgelegen.
Werden Kinder nach (meist wiederholtem und
längeren) Misshandlungen, Missbrauch, Vernachlässigung in eine Pflegefamilie
gegeben und dann nach 1-2 Jahren wieder zu den leiblichen Eltern zurück
gebracht, kommt es in 25-40% der Fälle trotz entsprechender Unterstützung zu
erneuter Misshandlung bzw. Vernachlässigung nach einer Rückführung von Kindern,
die zuvor aufgrund einer Kindeswohlgefährdung in der Herkunftsfamilie in einer
Pflegefamilie
untergebracht waren. Solche Familien bedürfen damit der länger dauernden
Unterstützung und Überwachung. Je schwerer die Misshandlung und Traumatisierung
des Kindes umso weniger sinnvoll ist es in solchen Fällen, die Kinder überhaupt
zu den Eltern wieder in Obhut zu geben. Frühzeitige eindeutige Entscheidungen
über den dauerhaften Verbleib des Kindes können in schweren Fällen von
Misshandlung und Traumatisierung des Kindes und/oder dissozialer Persönlichkeit
der Eltern für alle Beteiligten nur hilfreich sein. (Kindler,
Praxis der Rechtspsychologie 14 (2), 2004)
Die Diskussion um dieses Thema
ist weiter sehr kontrovers. Unzweifelhaft ist, dass Kindesmissbrauch nicht
selten ist. Ebenso unzweifelhaft ist, dass er schlimme Folgen haben kann. Leider
ebenso wahr ist, dass es auch einen Missbrauch des Missbrauchs in
Scheidungsverfahren, Arbeitsgerichtsprozessen wie zur Erlangung anderer Vorteile
gibt. Die Folgen falscher (manchmal sogar massenhafter) Verdächtigungen können
für die Betroffenen ebenso gravierend sein, wie die Missbrauchsfolgen für
tatsächliche Opfer. Es
handelt sich also um ein sehr schwieriges Thema, das zwar öffentlicher
Diskussion bedarf, eine Veröffentlichung von verdächtigen Tätern vor Beweise
vorliegen, macht allerdings die Betroffenheit unglaubwürdig, und
Sensationshunger oder andere Motive wie Rache wahrscheinlicher.
Erwachsene und Kinder, die einen traumatischen Vorfall erleben, können später
eine psychiatrische Krankheit bekommen, die posttraumatische Belastungsstörung
oder PTBS. Eine der hervorstechendsten Merkmale einer PTBS besteht, dass die
Betreffenden immer wieder von den qualvollen Erinnerungen an das schreckliche
Ereignis überfallen werden: Es ist noch nie beobachtet worden, dass
PTBS-Patienten entscheidende Aspekte des Traumas aus dem Bewusstsein verbannt
hätten. Dies gilt für Vietnam-Veteranen wie für Menschen, die in
Konzentrationslagern gewesen sind. Auch Kinder, die Zeugen der Vergewaltigung
ihrer Mutter oder des Mordes an einem Elternteil wurden, haben die traumatische
Erinnerung nicht abgewehrt. Die verfügbaren Feldstudien über die Art, wie
Menschen mit schlimmen Traumen umgehen, deuten nicht auf Verdrängung hin. Wenn
die Idee des sexuellen Missbrauchs erst im Verlauf einer Psychotherapie
entsteht, bleibt die Frage offen, ob es sich um tatsächliche Erinnerungen oder
um vom Therapeuten induzierte Phantasien handelt. Bei sog. dissoziativen
Störungen wird ein Verdrängungsmechanismus als Ursache der Störung diskutiert.
Wesentlich bei dissoziativen Störungen ist die Abspaltung bestimmter
Erinnerungs-Vorstellungen vom Bewusstsein, entweder durch Amnesie, oder durch
eine Veränderung des Bewusstseins selbst (Tagträume, Absencen, Trance, in
Extremfällen Fugue-Zustände), um damit Erlebnisinhalte zu vermeiden zu
verdrängen. Diese Zusammenhänge, die eine Verdrängung voraussetzen sind
allerdings deutlich schlechter belegbar. Nach manchen Studien scheint aber mit
relativ großen Zahlen ein nachvollziehbarer Beweis möglich zu sein. Andrews
et al., 1999:Br. J. Psychiat. 175:141
Bei dissoziativen Störungen bestehen amnestische
Lücken für selektive Erlebnisse oder Handlungen, situativ ausgelöste
Abwesenheits- oder Trancezustände, extreme Tagträume mit imaginativen
Erlebnisweisen, gestörtes Identitätserleben, intermittierende
Depersonalisations- und Derealisationsgefühle, in einigen Fällen auch passagere
pseudo-neurologische Symptome (Lähmungen, Aphonien oder Dyskinesien ohne
organischen Befund). Gegenstand der Amnesie müssen dabei nicht - bzw. nicht
ausschließlich - jene traumatischen Erlebnisse sein, von denen her die Störung
ihren Ausgang nahm. Von Amnesie betroffen sein können vielmehr auch aktuelle
Situationen im Alltag der Betroffenen, nicht selten Handlungen, welche die
Patienten selbst begehen. Zur objektiven Erfassung und zur Gewichtung der
Ausprägungsschwere der dissoziativen Störung wurden spezifische Inventare, wie
die Dissoziative Experience Scale oder die Child Dissociative Checklist,
entwickelt. Die Diskussion ist hier in vieler Hinsicht noch offen.
Nebenwirkungen auch falscher Vermutungen in Therapien müssen ebenso bedacht
werden, wie die Tatsache, dass das Vertrauen in den Therapeuten nur möglich ist,
wenn dieser dem Patienten glaubt. Crombag, Hans F. M./Harald L. G.
Merckelbach, 1999:Mißbrauch vergisst man nicht. Verlag Gesundheit, Berlin
Einige Untersuchungen dafür, dass Misshandlungen
einen erheblichen Beitrag zur Entstehung späterer chronischer
Schmerzerkrankungen
leisten. Dass ein - der bewussten Kontrolle entzogenes - Schmerzgedächtnis
in späteren Belastungssituationen zum Ausgangspunkt chronischer Schmerzen werden
kann, sollte bei der Behandlung von Schmerzpatienten bedacht werden. Da die
Exploration von Traumen außerhalb einer psychotherapeutischen Situation eine
Re-Traumatisierung zur Folge haben kann, sollte eine gezielte Exploration von
Nicht-Psychotherapeuten nur mit äußerster Vorsicht vorgenommen oder unterlassen
werden. Der organisch behandelnde Arzt sollte seinem Schmerzpatienten mitteilen,
dass schmerzhafte Vorerfahrungen einen Beitrag zu Schmerzerkrankungen leisten
können. Aufgrund einer quantitativ zwar noch unzureichenden, qualitativ jedoch
positiven Datenlage zur Wirksamkeit einer psychotherapeutischer Behandlung bei
chronischen Schmerzen.
Ein besonderes Problem, stellen Kinder
psychisch kranker Eltern dar. In der Bundesrepublik wachsen etwa 2 Millionen
Kinder bei einem Elternteil mit irgendeiner schwerwiegenden psychischen Störung
auf, etwa 100.000 Kinder wachsen bei einem Elternteil mit einer
Schizophrenie auf. Etwa
600.000 Kinder wachsen bei einem Elternteil mit einer schwerer wiegenden
Depression auf. Alleine auf
Grund der Erblichkeit haben diese Kinder ein erhöhtes Risiko selbst die
Erkrankung ihrer Eltern oder damit verwandte psychische Störungen zu bekommen.
33 % der Kinder, die sich in stationärer kinder- und jugendpsychiatrischer
Behandlung befinden, haben einen psychisch kranken Elternteil. Viele psychische
Störungen schränken die Emotionalität und Kontaktfähigkeit ein, was sich negativ
auf die Eltern-Kind-Beziehung auswirkt. Psychisch kranke Eltern sind häufiger
überfordert, die Erziehung ist häufiger inkonsequent,
Vorurteile in der Gesellschaft
können die Familien von psychisch Kranken isolieren. Psychisch kranke Eltern
werden häufiger arbeitslos, geschieden oder sind primär häufiger
alleinerziehend. Auch ohne Misshandlung haben es also Kinder psychisch kranker
Eltern deutlich schwerer als andere Kinder. Überforderung der Eltern,
Einschränkungen der Beziehungsfähigkeit bei psychisch kranken Eltern kann auch
Misshandlungen fördern. Kinder psychisch kranker Eltern haben eine zwei bis
fünffach erhöhte Wahrscheinlichkeit für Vernachlässigung, Misshandlung und
sexuellen Missbrauch (Walsh et al. The relationship between parental
psychiatric disorder and child physical and sexual abuse:Child Abuse & Neglect
Volume 26, Issue 1, January 2002, Pages 11-22) Dieser Risikogruppe wird
bisher zuwenig primär Unterstützung und Anleitung gegeben. Fast jeder Fall eines
erweiterten Suizids geht
derzeit durch die Medien. Hierdurch wird ein falscher Eindruck der Häufigkeit
und ein nicht fundierter Eindruck einer Zunahme dieses Problems gegeben. Unter
einem erweiterten Suizid- oder auch Mitnahmesuizid- , versteht man, das Menschen
nicht nur sich selbst, sondern auch ihnen Nahestehende (meistens ihr Kind) mit
in den Tod nehmen. Naturgemäß handelt es sich im Einzelfall um furchtbare
Tragödien. Erweiterte Suizide kommen besonders bei Schizophrenie und im Rahmen
von Wochenbettdepressionen und manisch-depressive Erkrankungen vor. Diese
Menschen sehen aus einer krankheitsbedingt verzerrten Wahrnehmung heraus keine
Hoffnung mehr für sich und ihr Kinder, und wollen sie diese nicht hilflos
zurücklassen und vor einer unglücklichen Zukunft bewahren. In den meisten Fällen
sind die Mütter diese erweiterten Suizidhandlungen begehen unbehandelt, die
psychische Störung besteht oft noch nicht lange, für die Umgebung waren die
Betroffenen oft zuvor wenig auffällig. Suizidäußerungen, Hinweise auf
psychotische Symptomatik, und Zeichen der massiven Überforderung sollten aber
bei Müttern immer ein Alarmzeichen sein, und zu einer psychiatrischen Diagnostik
führen. In Relation zur hohen Zahl psychisch kranker Eltern handelt es sich um
ein sehr seltenes Ereignis. Verlässliche Zahlen dazu gibt es nicht.
Tötungsdelikte an Kindern sind aber auch insgesamt rückläufig. Die
deutsche Kriminalstatistik weist einen Rückgang von Kindern als Opfer von
Tötungsdelikten aus (siehe Tabelle unten). Ein nicht untypischer Fall ist der
einer 37 jährigen Mutter aus Bayern, die zu Weihnachten 2007 ihre beiden Kinder
tötete. Sie soll ohne, dass der Ehemann und die im Haus lebenden Schwiegereltern
davon wussten, schon einige Wochen überlegt haben, sich und ihre 2 und 3 Jahre
alten Söhne durch eine Geisterfahrt auf der Autobahn zu töten. Sie habe Angst
gehabt, in eine Nervenklinik eingewiesen zu werden und so ihre Kinder zu
verlieren. Sie sei der Meinung gewesen, es sei nicht gut, sollten die Söhne
allein beim Ehemann und ihren Schwiegereltern bleiben müssen. Wie häufig in
solchen Fällen meinte, "ihren Kindern etwas Gutes zu tun“. Sie wollte ihren
Kindern nicht nur das Schicksaal beim Ehemann aufzuwachsen, sondern auch das
Schicksaal die selbe psychische Störung zu bekommen ersparen. Ähnlich war wohl
der Fall der 31 jährigen Mutter, die ihre 5 Kinder zwischen 3 und 9 Jahren in
dem kleinen Ort Darry umbrachte. Hier war kurz vorher der religiöse Wahn der
Frau dem Jugendamt bekannt geworden, die Frau war von einem Psychiater
untersucht worden. Ausreichende Gefährdungsmomente für eine zwangsweise
Unterbringung- insbesondere akute Suizidalität war aber nicht aufgefallen.
Wenn Männer ihre Kinder in den erweiterten Suizid mitnehmen, ist der Grund für
die Tat häufig der Streit um das Sorgerecht mit der früheren Partnerin. Es
handelt sich dann oft um Männer mit
Persönlichkeitsstörungen. Auch hier gehen oft längere Planungen bei
nicht verkrafteter Kränkung voraus. Die meisten Eltern, die einen erweiterten
Suizid begehen, lieben ihre Kinder, sie haben sie in den meisten Fällen zuvor
nicht misshandelt. Bei der Behandlung psychischer Störungen müssen die
Angehörigen immer mit bedacht werden, manchmal auch in die Behandlung direkt
einbezogen werden. Auch dann wird man nicht alle Fälle von erweiterten Suiziden
verhindern können.
|
Kinder unter 14 Jahren |
|
als Opfer von |
|
Tötungsdelikten laut
BKA |
|
1999 |
276 |
|
2000 |
293 |
|
2001 |
275 |
|
2002 |
236 |
|
2003 |
223 |
|
2004 |
236 |
|
2005 |
208 |
|
2006 |
202 |
|
Darunter jeweils ca 100 Fälle |
|
von Mord
oder Totschlag |
Diese erweiterten Suizide werden
von den wesentlich häufigeren "Neonatiziden" unterschieden, bei denen eine meist
unreife jungen (und gleichwohl in der Regel in fester Partnerschaft lebenden)
Mutter die Schwangerschaft verheimlicht hat und das Kind dann nach der Geburt
(innerhalb der ersten 24 Std.) getötet hat. Bei den "Neonatiziden" liegt nicht
immer eine schwere psychische Störung der Mutter vor. Die Mütter haben meist die
Schwangerschaft von Beginn an nicht gewollt. Selten sind es ältere Frauen, die
Angst haben, den Partner durch die Schwangerschaft zu verlieren.
(Santé mentale au Québec, 2003, XXVIII, 2, 183-194) Nicht gemeint sind hier
Morde an Kindern, bei denen auch zu etwa 60% die Eltern die Täter sind. Ein Teil
des Mord- und Totschlags an Kindern passiert als direkte Folge der körperlichen
Misshandlungen. Bei diesem letzten Fall sind allermeistens langdauernde
Misshandlungen vorausgegangen. (A.
Rohde 1998) Manchmal werden die Begriffe Infantizid für die Tötung eines Kindes im
Alter von einem Tag bis zu einem Jahr und Filizid für die Tötung von Kindern,
die älter als ein Jahr sind verwendet. Nach einer Erhebung spielte bei 27 % der
Kinder, für die ein Sorgerechtrechtsverfahren wegen Kindeswohlgefährdung
eingeleitet wurde, eine erhebliche bis gravierende Belastungen der Eltern durch
psychische Krankheit eine Rolle.
| § 179 STGB Sexueller Missbrauch
widerstandsunfähiger Personen
(1) Wer eine andere Person,
die 1. wegen einer
geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung einschließlich
einer Suchtkrankheit oder wegen einer tiefergreifenden
Bewusstseinsstörung oder 2. körperlich -zum Widerstand unfähig ist,
dadurch missbraucht, dass er unter Ausnutzung der
Widerstandunfähigkeit sexuelle Handlungen an ihr vornimmt oder an
sich von ihr vornehmen lässt, wird mit Freiheitsstrafe von sechs
Monaten bis zu zehn Jahren bestraft.
(2) Ebenso wird bestraft,
wer eine widerstandsunfähige Person (Absatz 1) dadurch missbraucht,
dass er sie unter Ausnutzung der Widerstandsunfähigkeit dazu
bestimmt, sexuelle Handlungen an einem Dritten vorzunehmen oder von
einem Dritten an sich vornehmen zu lassen. (3) Der Versuch ist strafbar.(4)
Auf Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr ist zu erkennen, wenn
1.der Täter mit dem Opfer
den Beischlaf vollzieht oder ähnliche sexuelle Handlungen an ihm
vornimmt oder an sich von ihm vornehmen lässt, die mit einem
Eindringen in den Körper verbunden sind, 2. die Tat von mehreren
gemeinschaftlich begangen wird oder 3. der Täter das Opfer durch die
Tat in die Gefahr einer schweren Gesundheitsschädigung oder einer
erheblichen Schädigung der körperlichen oder seelischen Entwicklung
bringt. (5)
In minder schweren Fällen der Absätze 1, 2 und 4 ist auf
Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren zu erkennen.
(6) § 176a Abs. 4
und § 176b gelten entsprechend. |
|
Dynamik der Situation |
Auswirkungen auf die Gefühlsebene |
Verhaltensebene |
|
Stigmatisierung
Dem Opfer wird die Schuld zugewiesen;
Scham;
Geheimhaltungszwang;
andere reagieren schockiert;
Opfer wird wie beschädigte Ware
behandelt |
Scham – und Schuldgefühle, geschwächtes
Selbstbewußtsein,
Gefühl anders zu sein, als die
anderen
Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie,
Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin,
Psychoanalyse |
Drogenkonsum, Kriminalität,
Selbstzerstörerisches Verhalten, Selbstmordversuche,
Isolation
Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt
für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse |
|
Hilf - und Machtlosigkeit
Missachtung kindlicher Grenzen und
Bedürfnisse;
Kind fühlt sich nicht fähig, sich
selber zu schützen und ist nicht in der Lage, anderen das Geschehene
glaubhaft zu machen |
Selbsteinschätzung als Opfer;
Ohnmacht und Angst;
Kontrollbedürfnis;
Identifizierung mit dem Angreifer |
Alpträume, Angstzustände, Phobien,
Konzentrationsstörungen, psychosomatisch Krankheiten, Eß - und
Schlafstörungen, Depression, Dissoziation, Weglaufen, Schulprobleme
Reviktimisierung,
selber zum Missbraucher werden,
Aggressivität, Delinquenz |
|
Vertrauensbruch
Ausnutzen von Vertrauen durch nahe
stehende, eigentlich schutzgebende Personen;
Das Wohlergehen des Kindes wird nicht
beachtet;
Mangelnde Unterstützung und Schutz
durch die Eltern |
Kummer, Depression,
Misstrauen, Hass, Verlust, Trauer,
extreme Abhängigkeit, Feindseligkeit |
Vulnerabilität für weiteren Missbrauch
und Ausbeutung, Misstrauen, Ängste vor Menschen / Männern, Rückzug
in sich selbst, Aggressivität, soziale Isolation, Kontaktlosigkeit,
Eheprobleme
Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie,
Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin,
Psychoanalyse |
|
Traumatische Sexualisierung
Erwachsenensexualität als Antwort auf
kindliche Zuwendungsbedürfnisse; Täter vermittelt falsche
Moralvorstellungen und falsche Auffassungen von Sexualität;
Konditionierung von sexueller
Aktivität mit negativen Emotionen und Erinnerungen |
Zuwendung ist an Sexualität gekoppelt
Ekel, Abscheu, Angst beschädigt zu
sein, Verwirrung durch körperliche Erregung, Verwirrung der
sexuellen Identität und sexueller Normen, Aversion gegen Sex oder
Intimität |
Sexuelle Probleme, sexualisiertes
Verhalten, Abscheu vor dem eigenen Körper, sexuelle Aggressivität
bei Jungen, Reviktimisierung, Abspalten von Gefühlen, Angst vor
körperlicher Nähe
(Prostitution, Promiskuität) |
|
(Finkelhor, David et al. : A
Sourcebook on Child Sexual Abuse 9. Auflage, Newbury Park, London,
New Delhi, 1990) |
|
- Zu den Konsequenzen und
Folgen von Missbrauch und Misshandlung siehe auch unter Posttraumatische
Belastungsstörung
- siehe auch unter
Pädophilie
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www.youngavenue.de Kinderschutz-Zentren
Seite für Kinder Informationen, Kommunikationsräume und Hilfen,
www.zartbitter.de Kölner Informations-
und Kontaktstelle gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen und Jungen,
www.zissg.de Zentrale Informationsstelle zu
sexuellem Missbrauch und sexualisierter Gewalt,
www.jugendschutz.net Gemeinsame Seite
der Jugendministerinnen und Jugendminister der Länder,
www.frauen-maedchen-beratung.de
www.bmfsfj.de Internetseite des
Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend,
www.dggkv.de Deutsche Gesellschaft gegen
Kindesmisshandlung und -vernachlässigung
www.dji.de/ikk
Deutsches Jugendinstitut e.V. München,
www.bundesverein.de Bundesverein zur Prävention von sexuellem Missbrauch an
Mädchen und Jungen e.V.
Bundesvernetzungsstelle autonomer Frauennotrufe
Pro Familia
Meldestellen
Kinderpornografie: Baden-Württemberg:
flz@lka.polizei-bw.de Bayern:
blka@polizei.bayern.de
mailto:ppmuc@polizei.bayern.de , Berlin:
lka@polizei.berlin.de Hamburg:
lka-hinweise-rechts@hamburg.de
Mecklenburg-Vorpommern:
www.isinet-mv.de/pages/ Nordrhein-Westfalen:
www.lka.nrw.de/formular/kontakt2.asp Rheinland-Pfalz:
landeskriminalamt.fahndung@polizei.rlp.de Saarland:
lka211@slpol.de Sachsen:
www.lka.sachsen.de/FrFeedback.htm Sachsen-Anhalt:
Anzeigen.Hinweise@lka.pol.lsa-net.de
Thüringen: cybercop-tlka@knuut.de
Tennyson
Center for Children Child
Abuse Evaluation & Treatment for Medical Providers MedlinePlus:
Child Sexual Abuse
Child Welfare Information Gateway
State statutes Child Welfare Information Gateway |
| Macht |
der deutsche Begriff „Macht"
leitet sich vom althochdeutschen „mugan" ab, welches seine indogermanische
Wurzel in „magh" findet, was soviel bedeutet wie „können, vermögen". Die
Brockhaus-Enzyklopädie definiert Macht als „das Vermögen einer Person oder
Gruppe, ihre eigenen Ziele gegen Widerstände durchzusetzen. Diese Widerstände
können in äußeren Umständen, im Willen Dritter oder sogar in der eigenen Person
liegen". M. ist eine Bezeichnung für die Mittel der Durchsetzung der Interessen
einzelner Menschen oder von Gruppen auf Kosten Anderer.
Macht bedeutet auch dass die soziale Beziehung in
der sie auftritt asymmetrisch ist, die Verteilung von zugeschriebener
Sozialkompetenz, Kontrolle und Entscheidungsgewalt ist einseitig verteilt.
Macht existiert nicht als
statischer Zustand. Machtverhältnisse setzen entsprechende soziale Beziehungen
voraus. Man hat nicht nur Macht (über jemanden oder etwas), sondern es wird
einem auch Macht von jemandem gegeben oder zugestanden.
Eine
Überordnung bedingt eine Unterordnung, Nehmen fordert ein „sich Nehmen lassen".
Macht setzt damit die, die sich ihr unterwerfen, genauso voraus, wie die, die
sie ausüben. Dabei gibt es einen so genannten Komplementaritätseffekt, oder in
Beziehungen eine Kollusion. Dominante Interaktionspartner
provozieren bei anderen eher submissives (unterwürfiges) Verhalten, und
umgekehrt provozieren submissive Interaktionspartner Dominanzgebaren. Wenn dies
gut zusammenpasst, können sich beide auch wohlfühlen. Macht beinhaltet das
Erlebnis von Kontrolle und den entsprechenden Affektkonsequenzen über die
Situation und/oder Andere. Hoch machtmotivierte Menschen sind nicht selten auch
sehr leistungsbereit um ihre Machtposition zu erreichen und zu halten. Die kann
gepaart sein mit dem Prahlen mit den Insignien der Macht und manchmal auch einem
ausschweifenden Leben. Macht bekommen Menschen auch oft darüber, dass sie
gegen einen anderen Mächtigen "ungehorsam" werden. Ungehorsam kann Auswüchse von
Macht verhindern. Grundlage von Macht können unterschiedliche Ressourcen wie
Charisma, Autorität, Ausstrahlung, genetische Faktoren, erworbene materielle
Güter, Zugehörigkeit zu einem Stand oder einer Klasse, Inhaberschaft eines Amts
oder einer Funktion u.v.m. sein. Experimentell belegt ist dass eine stark
angeregte Machtmotivation im Sinne einer Stressreaktion zur Ausschüttung von
Adrenalin und Noradrenalin sowie Testosteron führt. |
|
|
| MADRS |
| Montgomery-Asberg Depression Scale
(Depressionsskala von Montgomery-Asberg). |
|
Montgomery, S.A. u. Asberg, M.: Brit.
J. Psychiat.134, 382 (1979). |
| Magengeschwür |
Das
Magengeschwür
war früher
eines der
Paradepferde
der
Psychosomatik
im Sinne
einer der
klassischen
psychosomatischen
Krankheiten.
Das Magengeschwür wird nach heutigem Verständnis meist von vor dem 10. Lebensjahr (am häufigsten zwischen 4 und 5 Jahren) erworbenen Infektionen durch Helicobacter pylori ausgelöst und entsprechend als Infektionskrankheit behandelt. Die Entdeckung dieses Erregers war einer der Meilensteine der Medizin in den letzten Jahrzehnten. Helicobacter pylori ist überall auf der Welt seit Jahrtausenden präsent, die genetischen Varianten werden inzwischen sogar dazu genutzt, Wanderbewegungen der Bevölkerung in den letzten 100000 Jahren nachzuweisen. In Entwicklungsländern ist fast jeder Erwachsene mit dem Erreger infiziert, die Prävalenz der Infektion in den Industrieländern ist viel niedriger. Bereits vor Entdeckung des Erregers hat die Prävalenz der Infektionen in den Industrieländern in den letzten 60 Jahren von Generation zu Generation nachgelassen. Die Infektion tritt entsprechend häufiger in sozialen Randgruppen wie türkischen Kindern oder Aussiedlerkindern auf. Auch aus anderen Ländern sind solche ethnischen und ökonomischen Unterschiede berichtet, je enger die Wohnverhältnisse umso häufiger der Infekt. Stillen verringert das Risiko. Mindestens die Hälfte der Weltbevölkerung soll mit Helicobacter pylori infiziert sein. Die Erreger bleiben meist klinisch stumm, sie verursachen am Magen aber nicht selten auch eine asymptomatische Gastritis bis hin zum peptischen Geschwür oder Magenkrebs sowie MALT Lymphome. Nur 15% bis 20% der infizierten erkrankt irgendwann am Magengeschwür, eine symptomlose Entzündung ist aber die Regel. H pylori wird auch für andere Krankheiten außerhalb des Verdauungstraktes angeschuldigt: therapierefraktäre Eisenmangelanämien, und chronische Autoimmunthrombozytopenische Purpura soll ebenfalls durch H pylori bedingt sein könne. Unterschiedliche Varianten des Erregers und die Veranlagung des Patienten entscheiden ob und wie sehr man durch H pylori krank wird. Ein Test und eine Behandlung wird derzeit nur empfohlen, wenn der Erreger Symptome verursacht.
Helicobacter pylori schützt bis zu einem gewissen Grad vor dem Reflux vom Magen in die Speiseröhre und dem Barrettösophagus sowie dem Adenokarzinom der Speiseröhre. Man vermutet, dass dieser Schutz vor dem gastroösophagealen Reflux auch verantwortlich dafür ist, dass Kinder die mit Helicobacter pylori infiziert sind bis ins Erwachsenenalter seltener Allergien und Asthma entwickeln. Statistisch nachgewiesen ist dies zumindest für cagA+ Stämme des Erregers. (Arch Intern Med. 2007;167:821-827) Es wird sogar vermutet, dass der Rückgang der Helicobacter pylori Infektionen in den Industrieländern eine der Ursachen für die Zunahme an Allergien und Asthma ist. Die Eradikation von Helicobacter pylori Bakterien aus dem Magendarmtrakt der Bewohner von Industrieländern, mit der Folge einer gravierenden Veränderung der Mikroökologie des Magendarmtraktes, könnte also neben der erwünschten Wirkung einer Verminderung der Magengeschwüre und der Adenokarzinome des Magens zum vermehrten Auftreten anderer Krankheiten wie dem Barrettösophagus sowie dem Adenokarzinom der Speiseröhre und von Allergien und Asthma führen. .
| Risikoprofil
für Magenblutungen (Wann besonderer Magenschutz bei Älteren) |
|
| Aspirin oder
nichtsteroidalen Antirheumatika sind für über 80 Prozent aller
Ulkusblutungen des älteren Menschen verantwortlich. |
|
| Andere
Risikofaktoren |
|
| orale Antikoagulantien |
7,8 |
| Ulkusanamnese |
3,8 |
| Herzinsuffizienz |
5,9 |
| orale Corticosteroide |
2,7 |
| Diabetes mellitus |
3,l |
| Raucheranamnese |
1,6 |
| Weil 5, Langmann MJS, Wainwright
P et al.: Peptic ulcer bleeding: accessory risk, factors and interactions
with non-steroid atiinflammatory drugs. Gut 2000; 46: |
|
|
Yu Chen;
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Children
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Teenagers?
Arch
Pediatr
Adolesc
Med.
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|
| Magisches Denken |
| Der irrtümliche Glaube einer
Person, dass ihre Gedanken, Worte oder Handlungen ein bestimmtes Ereignis
hervorrufen oder verhindern können, wobei allgemeingültige Regeln von Ursache
und Wirkung verletzt werden.
Überhöhter
Glaube an
die
Wirkmächtigkeit
von
Gedanken,
Worte oder
Handlungen. Magisches Denken kann eine Durchgangsphase in der
normalen Kindheitsentwicklung sein.
Spielt bei
Zwangskrankheiten
und
Aberglauben
eine
wesentliche
Rolle.
Kann (wenn
in großem
Ausmaß
vorhanden)
bei
Erwachsenen
eine
Vorbote
von
wahnhaften
Störungen
sein. |
|
|
| Magnete in der Schmerzbehandlung |
| Magnete in der
Schmerzbehandlung sind ein häufig angewendetes
Placebo. In der Summe der bisher vorhandenen Studien zeigt sich keine über
den Plazeboeffekt hinausgehende Wirkung. Abgesehen von den meist vergleichsweise
geringen Kosten hat dieses Plazebo allerdings auch meist keine Nachteile, so
dass man Patienten nicht unbedingt davon abraten muss, zuraten sollte man
allerdings auch nicht. Wie bei allen Placebobehandlungen besteht in jedem Fall
das Risiko, dass notwendige medizinische Diagnostik unterbleibt und eine
behandelbare Krankheit übersehen wird. Die meisten Studien zu Magnettherapien
sind suboptimal angelegt. Vergleichbare Reproduktionen von Ergebnissen scheitern
oft schon daran, dass nicht einmal die Feldstärken angegeben werden, bzw. jede
Studie andere Feldstärken verwendet. |
- Static
magnets for reducing pain: systematic review and meta-analysis of randomized
trials
Pittler et al. CMAJ 2007;177:736-742.ABSTRACT
|
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Connelly, E., Schiffke, H. C., Forsten, C., Gregory, W. L., Markov, M. S.,
Souder, J. J., Elmer, P., King, V. (2007). Static Magnetic Field Therapy: A
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ABSTRACT
|
| Makula |
| gelber Fleck der Netzhaut, etwa
2,5 mm Durchmesser, enthält die Fovea centralis, die Stelle des stärksten
Sehens. Wenn die Makula degeneriert, tritt im Zentrum des Gesichtsfeldes, an der
Stelle des schärfsten Sehens Blindheit ein. Das periphere Sehen bleibt erhalten,
Lesen wird dadurch aber unmöglich. Leichte Formen beeinträchtigen wenig, bei den
selteneren schweren Formen bilden sich unter der Netzhaut neue Blutgefäße, diese
wachsen schnell und sondern eine Flüssigkeit ab, die die Zapfen zerstört. Bei
manchen Patienten scheint die Laserkoagulation diese schwere Form einzudämmen. |
|
|
| Malformationen, arteriovenöse (intracranielle = innerhalb des Hirnschädels) |
Arteriovenöse Malformationen des Gehirns sind angeborene Gefäßerkrankungen
die etwa 0,01-0,50% der Bevölkerung betreffen, die Zahlen in der Literatur sind
allerdings sehr unterschiedlich, möglicherweise wird die Häufigkeit überschätzt.
Meist fallen sie zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf,
12% to 18% der Fälle betreffen aber
Kinder bei denen sie 30% bis 50% der hemorrhagischen Schlaganfälle
auslösen, wobei die Prognose bei Kindern ohne Ruptur oder Blutung entgegen
älteren Studien eher besser ist. (Stroke.
2005;36:2099.)
Bei
Erwachsenen
verursachen
sie 2%
aller haemorrhagischen
Schlaganfälle.
Bei 50%
der
Patienten
werden sie
anlässlich
einer
solchen
Blutung
diagnostiziert,
bei den
anderen
entweder
wegen
fokalen
neurologischen
Defiziten,
Anfällen
oder
zufällig
bei
Durchführung
einer
Kernspintomographie
aus
anderen
Gründen. Sichere Zahlen sind nicht bekannt. Wegen häufigerer und immer
genauerer Kerspintomographien werden immer mehr Fälle zufällig entdeckt.
Computertomographien ohne Kontrastmittel zeigen oft keine Auffälligkeiten.
Autopsiedaten gehen sogar davon aus, dass AVMs bei 4.3% der Bevölkerung
vorkommen. In einer anderen Serie von Autopsiebefunden wurden 1,4% der Fälle
entdeckt, 12,2% der Fälle hatten Symptome verursacht. Symptomatische Fälle
treten bei etwa 1,2 pro 100 000 Person/Jahr auf. Spontane Rückbildungen sind
selten
Lee SK, Vilela P, Willinsky R, TerBrugge KG.
Man versteht darunter
Gefäßfehlbildungen, die mit einem arteriovenösen Kurzschluss (shunt) bei
fehlendem Kapillarbett einhergehen. Diese Gefäßfehlbildungen wurden früher als
Gefäßtumoren (Angiome) bezeichnet, weisen jedoch ansonsten keine
Tumorcharakteristika auf. Cerebrale AVM können oberflächlich (sulcal) oder auch
tief im Parenchym liegen, häufig liegen gemischte Formen vor. Sie bestehen aus
zuführenden Gefäßen (Feeder), die einerseits in der Malformation enden können (Terminalfeeder)
oder als en passage feeder auf dem Niveau der Malformation an deren Versorgung
beteiligt sind, jedoch peripher zusätzlich hirnnutritive Funktion tragen.
Daneben kommen sogenannte perforierende Feederarterien vor, die für die
endovaskuläre und operative Behandlung von großer Bedeutung sind. Spinale
arteriovenöse Malformationen können sowohl im Rückenmark als auch perimedullär,
lokalisiert sein. Sie sind zu unterscheiden von der spinalen arteriovenösen
Durafistel, die hinsichtlich der Erkrankungsfolgen, des Erkrankungsalters, der
Pathogenese und Therapie ein hiervon differentes Vorgehen erfordert.
Hauptsymptom der spinalen AV-Malformation ist analog zur cerebralen AVM die
Blutung, es können jedoch auch venös-kongestive (Stauungs-)ödeme des
Rückenmarkes eine entsprechende neurologische Funktionsbeeinträchtigung bis hin
zur vollständigen Querschnittslähmung hervorrufen.
http://www.bvmed.de/publ/fallstudie5.pdf
Symptome treten meist zwischen dem
20. und 40 Lebensjahr auf. Meist treten Blutungen (50%), epileptische
Anfälle (20-25%), zunehmende neurologische Ausfallserscheinungen (5%), oder
Kopfschmerzen (z.B.:immer einseitig die selbe Seite bei "Migräne") (15%) auf
selten auch nur pulsierende Ohrgeräusche. Verlaufsbeobachtungen ohne Behandlung
zeigen eine jährliche Rate von Blutungen bei 1-4% der Betroffenen. Sie sind
Ursache für etwa 11% aller intracerebralen Blutungen. Die Häufigkeit von 2. oder
3. Blutungen nimmt im Laufe der Jahre zu und soll nach einer ersten Blutung
6,0-6,9% im ersten Jahr betragen und dann wieder auf das Ausgangsrisiko
zurückgehen. Das niedrigste Blutungsrisiko (Risiko von 1.0% pro Jahr)
haben die, die bisher keine Blutung hatten, und >1 drainierende Verne in einem
kompakten Nidus habe, das höchste Risiko (8.9% pro Jahr) haben die, die
bereits eine Blutung hatten, eine einzige drainierende Verne haben und
einen diffusen Nidus haben .Während zufällig entdeckte Malformationen ein
geringes Blutungsrisiko von unter 1%/Jahr haben, steigt dieses bei Patienten,
die bereits einmal aus der Malformation geblutet haben deutlich an, dies trifft
besonders zu, bei hohem Alter, Lokalisation tief im Gehirn und ausschließlicher
Drainage in eine tiefe Hirnvene auf bis zu 34% an.
(Neurology, May 9, 2006; 66(9): 1350 - 1355.[Abstract])
Behandlung: Wann man chirurgisch behandeln
sollte, ist im Einzelfall weiter schwierig zu entscheiden. Eine Studie, die alle
in Schottland 1999–2003 (n=114) diagnostizierten nicht rupturierten Erwaschenen
Patienten 3 Jahre nachuntersuchte, sah in den 3 Jahren ein schlechteres
funktionelles Ergebnis für die Patienten, die einer interventioellen Behandlung
unterzogen wurden. Die Prognose war zudem von der Größe der AVM abhängig. Ob
langfristig doch ein Profit des Eingriffs bei Patienten ohne Blutung besteht,
konnten die Untersucher noch nicht beurteilen. (Lancet Neurol 2008; 7: 223–30
Summary) Fortschritte der endovaskulären
Embolisationstechniken (Es gibt feste und flüssige Embolisationsmittel, mit
permanentem und temporärem Effekt), Stereotaktischen Radiochirurgie, und
Mikrochirurgie ermöglichen es immer mehr Patienten zu behandeln und die Risiken
zu senken. Das Prinzip der endovaskulären Behandlung von AV-Malformationen des
Gehirns besteht darin, dass speziell gebaute Mikrokatheter in einem koaxialen
Kathetersystem unter speziellen Durchleuchtungstechniken (Roadmapping) von der
Arteria femoralis aus in die gehirnversorgenden
und angiomversorgenden Arterien eingebracht und bis in den Angiomnidus
vorgeschoben werden. Über den Mikrokatheter werden rasch aushärtende Kunststoffe
(meist Acrylate) in den Angiomnidus injiziert. Mit einer radiochirurgischen
Behandlung von großen AV-Malformationen im Gehirn wird eine Okklusionsrate von
20–40 % erreicht. Die großen Bestrahlungsvolumina und die damit verbundenen
Gefahren einer radiochirurgischen Schädigung des umgebenden Hirngewebes erlauben
es nicht, die für den Verschluss der AVM erforderliche Dosis zu applizieren, so
dass dieses Verfahren selten alleine eingesetzt wird. Neurochirurgen,
Neuroradiologen und Neurologen müssen hier bei der Therapieentscheidung
zusammenarbeiten. Fast immer ist ein multimodales
Vorgehen mit Kombination von endovaskulärer Therapie, Strahlentherapie und
Neurochirurgie notwendig. (Morimoto M, Mori K (1998). How to treat dural
arteriovenous malformations or fistulas.Cri Rev Neurosurg; 8: 248-255)
Oft ist eine Kombination der Methoden erforderlich, zB. zunächst Embolisation
und dann Operation. Flussabhängige Aneurysmen scheinen ein höheres
Blutungsrisiko zu bedingen. Entscheidend für das
Verständnis der Pathophysiologie und für die Planung der Therapie sind die
angiographischen Befunde. Drei "venöse Faktoren" sind die entscheidenden
Prädiktoren für das Blutungsrisiko oder für fortschreitende neurologische
Symptome: piale Drainage, Ausbildung venöser Aneurysmen und Drainage ins
galenische System. Generell scheint es so zu sein, dass Fisteln am Sinus
transversus bzw. sigmoideus und am Sinus cavernosus eher einen gutartigen
Verlauf zeigen. Diese Fisteln sind in der Regel weniger aggressiv, manchmal
kommt es gar zu Spontanheilungen. Fisteln am Sinus petrosus oder am Sinus rectus
führen fast immer zu neurologischen Defiziten und gleichzeitig zur Ausbildung
von venösen Aneurysmen. Eine Spontanheilung ist besonders bei den tentoriellen
Durafisteln nicht zu erwarten.
Entgegen früheren Annahmen scheint es sich
um eine proliferative Kapillaropathie als Folge einer Mutation zu handeln. Ob
und wie sie wachsen ist aber weiter offen und möglicherweise ganz
unterschiedlich (abhängig von der Größe?). Für 16% der Patienten die eine
Blutung erleiden ist davon auszugehen, dass eine mäßige bis schwere Behinderung
zurückbleibt, die Sterblichkeit wird sehr unterschiedlich meist bei 10-30%
angegeben. Die Komplikationsrate bei Ops ist geringer. In über 80% tritt nach Op
Anfallsfreiheit ein, 6% die zuvor anfallsfrei waren, bekommen nach Op Anfälle.
Auch bei anderen Behandlungsmethoden beträgt die Anfallsfreiheit 55-94%.
Eine
Studie an
500
Patienten
zeigt,
dass auch
die
Behandlung
mit dem
Gamma-
Knife
(Radiochirurgie)
das
Blutungsrisiko
signifikant
(bis zu
88%) senkt
und zwar
auch
bereits
vor die
Malformation
sich
schließt. Venöse Angiome sind im Gegensatz zu
Arteriovenösen Malformationen
vergleichsweise harmlos. Sie sollten in der
Regel nicht operativ behandelt werden.
Op- Ergebnisse nach der Literatur aus
Circulation. 2001;103:2644
nach der Spetzler-Martin AVM Grading Scale
- Grad I (92% bis 100%) gutes Ergebnis
- Grad II (95%) gutes Ergebnis
- Grad III (68,2%) gutes Ergebnis im späteren Verlauf 88,6% gutes Ergebnis
- Grad IV (73%) gutes Ergebnis
- Grad V (57,1%) gutes Ergebnis, 14,3% schlechtes Ergebnis, Mortalität 4,8%
|
Einteilung der Cerebralen und spinalen Arteriovenösen
Malformationen NACH
Fallstudie 5 Gefäßkurzschluss: Arteriovenöse Embolisation |
| Typus |
Beschreibung |
|
Cerebrales AV-Angiom
|
Klassifikation nach Spetzler/Martin Grad I-V nach Größe,
Lage und Drainage. Zusätzlich Vorhandensein von AV- Fisteln, Aneurysmen,
Venektasien u. venösen Stenosen, perforierenden Hirnarterien mit
AVM-Versorgung als ungünstige Prognose beeinflussende Faktoren |
| Spinales AV-Angiom
Intramedulläre AVM isoliert, |
perimedulläre AVM mit/ohne intramedullärem Anteil, selten
im Rahmen eines Cobb-Syndrom (metamere Angiomatose) |
| Craniale Durale
AV-Malformation |
Die arteriovenöse Kurzschlussverbindung liegt in der
harten Hirnhaut. Durale AV-Fistel mit vorzugsweiser Lokalisation
laterooccipital (Tinnitus) und Sinus cavernosus (red shunt eye).
Epizerebrale Venendrainage mit hohem Blutungsrisiko möglich. |
|
Spinale Durale AV-Malformation (Übersichtsartikel
Thron, A; Mull, M; Gilsbach, J;
Der arteriovenöse Kurzschluss in der Dura mater des Spinalkanals: Eine
behandelbare, wenig bekannte Ursache einer Querschnittlähmung des älteren
PatientenDeutsches Ärzteblatt 100, Ausgabe 17 vom 25.04.2003, Seite
A-1132 |
AV-Fistelverbindung zwischen Hirnhautarterien und
perimedullären Venen, rückenmarksdrainiernden Venen mit Symptomen durch
kongestives Rückenmarksödem, äußerst selten symptomatisch durch Blutung. |
| Traumatische AV Fisteln |
am häufigsten im Rahmen einer mesobasalen Schädelfraktur
mit Beteiligung des Os sphenoidale, führt zur Carotis-Sinus cavernosus
Fistel |
|
Spinale u. craniale AV Fisteln
|
Perimedulläre Fistel, zerebrale AV-Fistel (kongenital) |
 |
Spetzler-Martin
AVM Grading Scale |
|
| Größe |
|
| 0–3 cm |
1 |
| 3.1–6.0 cm |
2 |
| >6 cm |
3 |
| Lokalisation |
|
| außerhalb
der Sprachregion |
0 |
| Sprachregion |
1 |
| Tiefe
Venendrainage |
|
| Vorhanden |
0 |
|
Nicht vorhanden |
1 |
| Serie Autor |
Beschreibung der
Studie |
Fallzahl |
Follow-Up, Jahr |
Blutungen Anzahl |
Jährliche Erst-
Blutungsrate roh |
Jährliche Erst-
Blutungsrate korrigiert |
| |
| Brown et al |
Retrospektiv,
Zuweisungsserie |
168 |
8.2 |
31 |
2.3 (nach15 Jahren) |
2.2 |
| Graf et al |
Retrospektiv,
Zuweisungsserie |
71 |
4.8 |
14 |
4.1 |
... |
| Crawford et al |
Retrospektiv,
Zuweisungsserie |
217 |
10.4 |
77 |
3.4 |
3 |
| Ondra et al |
Retrospektiv,
Zuweisungsserie und "populationbased" |
160 |
23.7 |
64 |
1.7 |
... |
| Mast et al |
Prospektiv, konsekutive,
Zuweisungsserie |
139 |
1.0 |
3 |
2.2 |
2.2 |
|
Ogilvy CS, Stieg PE, Awad I,
et al. Recommendations for the management of intracranial arteriovenous
malformations: a statement for healthcare professionals from a special
writing group of the Stroke Council, American Stroke Association. Circulation
2001; 103: 2644-57. |
|
| Faktoren die das Vorgehend bestimmen
|
| Größe |
Nicht kritische Lokalisation |
kritische Lokalisation |
| Klein (<3·0 cm) |
1. Mikrochirurgische Resektion |
1. Stereotaktische Radiochirurgie |
| |
2.
Stereotaktische Radiochirurgie
bei schlechtem Op- Risiko |
2. manchmal
Mikrochirurgische Resektion |
| |
3.
manchmal Embolisation
mit dem Ziel einer kompletten Thrombose |
Embolisation nach mehr als einer Blutung
|
| Groß (>3·0 cm) |
1. Embolisation gefolgt von
Mikrochirurgischer Resektion |
1. Embolisation gefolgt von
Stereotaktischer
Radiochirurgie |
| |
2.
Embolisation gefolgt von
Stereotaktischer Radiochirurgie, bei schlechtem Op- Risiko
|
2.Stereotaktische
Radiochirurgie alleine bei schlechtem Embolisations- |
| |
Ian G Fleetwood, Gary
K Steinberg Arteriovenous malformations
Lancet 2002; 359: 863-73 |
Kandidaten (Protonenstrahl Röntgentherapie für arteriovenöse
Malformationen >3·5 cm) |
| Resultate mikrochirurgischer Resektion
arterio- venöser Malformationen an speziellen anatomischen Lokalisationen |
| Autor, Jahr |
anatomischen
Lokalisationen |
Patienten |
komplette Obliteration |
Bleibende Komplikationen |
Todesfälle |
| Zimmerman, 2000 |
Sylvische Fissur |
8 |
8 (100%) |
0 |
0 |
| Malik, 1996 |
Temporallappen |
24 |
Na |
3 (13%) |
1 (4%) |
| Nagata, 1991 |
Seitenventrikel |
9 |
9 (100%) |
0 |
0 |
| Yamada, 1990 |
Funktionale Regionen* |
56 |
56 (100%) |
2 (4%) |
0 |
| Solomon, 1986 |
Hirnstamm |
9 |
8 (89%) |
2 (22%) |
0 |
| Na=Nicht angegeben. *Einschließlich sensomotorischer
Cortex, Sprachregion, Visueller Cortex, Hirnstamm und Basalganglien.
Ian G Fleetwood, Gary K Steinberg Arteriovenous malformations
Lancet 2002; 359: 863-73 |
|
- Ian
G Fleetwood, Gary K Steinberg Arteriovenous malformations
Lancet 2002; 359: 863-73
- The Arteriovenous Malformation Study
Group. Arteriovenous malformations of the brain in adults. N Engl J Med
1999; 340: 1812-18.
- Ogilvy
CS, Stieg PE, Awad I, et al. Recommendations for the management of intracranial
arteriovenous malformations: a statement for healthcare professionals from a
special writing group of the Stroke Council, American Stroke Association. Circulation
2001; 103: 2644-57.
Reprint
(PDF) Version of this Article
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[Full Text]
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Treated at California Hospitals • Editorial Comment Stroke 2002 33:
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[Abstract]
[Full Text]
- Keisuke Maruyama,et al., The Risk of
Hemorrhage after Radiosurgery for Cerebral Arteriovenous Malformations. NEJM
352:146-153
|
| Malignes Neuroleptika induziertes Syndrom |
| Soll bei etwa 0,2% der mit Neuroleptika
behandelten Patienten auftreten, am häufigsten unter Haloperidol, prinzipiell
aber bei allen Neuroleptika - auch den Atypika möglich. Einzelne familiäre Fälle
sind bekannt, so dass auch eine genetische Komponente in der Entstehung
wahrscheinlich ist. Es bestehen gewisse Ähnlichkeiten zum Serotoninsyndrom.
Die Kombination von Haloperidol mit Lithium scheint am häufigsten auslösend zu
sein. Neben einer Neuroleptikabehandlung kann auch der Entzug von
Parkinsonmedikamenten bei Parkinsonkranken auslösend sein. Einzelne
Antidepressiva mit Wirkung auf das dopaminerge System können ebenfalls auslösend
sein (Dothiepin, Amoxapin, Trimipramin). Nortryptilin und SSRIs und Lithium
können vor allem bei Patienten die zuvor oder gleichzeitig Neuroleptika erhalten
haben auslösend sein. Eine Vielzahl andere Medikamente wie Diphenhydramin,
Methylphenidat, Droperidol und Metoclopramid können ebenfalls auslösend sein.
Körperliche Erschöpfung. Flüssigkeitsmangel, Hyponatriämie, begünstigt das
Syndrom. Junge Männer mit biplaren Störungen scheinen häufiger betroffen als
ältere und Frauen oder an Schizophrenie erkrankte. Hirnschädigungen und
Schilddrüsenerkrankungen können das Risiko ebenfalls erhöhen.
Symptome: Unerwartete Änderungen des psychischen Befundes, Katatonie ähnliche Zustände,
Herzrasen, schneller Atem, hoher Blutdruck, Sprech- und Schluckstörungen,
Speichelfluss, Schweißausbrüche, Inkontinenz, Anstieg der Köpertemperatur, Rigor
und CPK Anstieg im Labor können Hinweise auf den Beginn eines malignen
Neuroleptika induzierten Syndroms sein. Die wichtigsten Zeichen sind Fieber,
autonome Instabilität und Rigor seltener Tremor. Meist beginnt das maligne Neuroleptika
induzierte Syndrom weniger als 10 Tage (selten bis zu 2 Monate) nachdem die
Behandlung mit dem auslösenden Medikament begonnen wurde, innerhalb von 2 Tagen,
sehr selten innerhalb weniger Stunden) entwickelt es sich meist zum Vollbild.
Diagnose: Fieber messen, Blutdruck kontrollieren (kann hoch oder nieder sein,
ist oft labil), CPK Anstieg (als Zeichen der Rhabdomyolyse) auf 10 000–40 000 U/l in den meisten Fällen (kann
aber auch nur leicht sein), erhöhte LDH, Leukozytose mit oder ohne
Linksverschiebung, Proteinurie und Myoglobinurie, Hyponatriämie und
Hypernatriämie, niedriges Serumeisen, Serumkalzium und Magnesium,
metabolische Azidose und Hypoxie, im EEG diffuse Verlangsamung, leichte
Eiweißerhöhung im Liquor. Die Differenzialdiagnose zur Katatonie kann schwierig
sein (siehe auch
Journal of Psychopharmacology, 23,2; 223-226 2009) oder
The British Journal of Psychiatry 165: 548-550 1994 Manche Autoren halten es
daher für sinnvoller von Hyperthermie Syndromen in der Psychiatrie zu sprechen
(unter Einschluss des Serotoninsyndroms)
Advances in Psychiatric Treatment (2009) 15: 181-191.
Die Behandlung des Vollbildes muss auf der
Intensivstation erfolgen. Das Neuroleptikum oder Antipsychotikum wird abgesetzt,
Flüssigkeitsverlust und Elektrolytverlust werden ausgeglichen, das Fieber so
schnell wie möglich gesenkt. Manchmal ist eine zeitweise Dialyse notwendig.
Muskelrelaxantien, und Dopaminagonisten scheinen wirksam. Die meisten Daten gibt
es zu einer Behandlung mit Dantrolen i.v. und Bromocriptin oral. Einzelfälle
beschreiben auch ein Wirksamkeit von subcutanem Apomorphin
(Am J Psychiatry 163:1450-1451) Wenn ein Antipsychotikum erforderlich
ist, wird auf eine andere Substanzklasse gewechselt und niedrig beginnend
eindosiert. Der Entzug von Parkinsonmedikamenten bei Parkinsonkranken in Sinne
von Drug- Holidays wird ohnehin auch deshalb nicht mehr empfohlen, in jedem Fall
sollten bei Parkinsonkranken die Medikamente (L-dopa und Dopaminagonisten)
möglichst schnell wieder eindosiert werden. Bei rechtzeitiger Diagnose und
Intensivbehandlung ist die Prognose meistens gut. (siehe auch
J Neurol Neurosurg Psychiatry. 1995 58(3): 271–273.)
Patienten mit malignem neuroleptischem Syndrom haben ein erhöhtes
Narkoserisiko, und sollte das durchgemachte Syndrom dem Narkosearzt mitteilen.
Es sind zudem Rezidive möglich.
Diagnostische Kriterien nach dem DSM IV
A) Die Entwicklung einen schweren Rigors und
erhöhter Temperatur in Verbindung mit neuroleptischer Medikation.
B) Zwei (oder mehr) der folgenden Kriterien (Symptome):
- starkes Schwitzen
- Dysphagie
- Tremor
- Inkontinenz
- Bewusstseinsveränderungen von Verwirrtheit
bis Koma
- Mutismus
- Tachykardie
- erhöhter oder schwankender Blutdruck
- Leukozytose
- Laborhinweise für Muskelschädigung .
Ausschluss: Die Symptome unter A und B sind nicht auf andere
Substanzen oder einen neurologischen oder anderen medizinischen
Krankheitsfaktor zurückzuführen.
Die Symptome unter A und B können durch eine psychische Störung nicht besser
erklärt werden.
|
|
Ananth J, Aduri K,
Parameswaran S, Gunatilake S. Neuroleptic malignant syndrome: risk factors,
pathophysiology, and treatment. Acta Neuropsychiatrica 2004: 16:219–228.Mane
A, Baeza I, Morer A, Lazaro ML, Bernardo M. Neuroleptic malignant syndrome
associated with risperidone in a male with early-onset schizophrenia. J Child
Adolesc Psychopharmacol. 2005 Dec;15(6):844-
Borovicka MC, Bond LC, Gaughan KM.Ziprasidone- and Lithium-Induced
Neuroleptic Malignant Syndrome (January). Ann Pharmacother. 2005 Dec 13,
Tsai JH, Yang P, Yen JY, Chen CC, Yang MJ. Zotepine-induced catatonia as a
precursor in the progression to neuroleptic malignant syndrome. Pharmacotherapy.
2005 Aug;25(8):1156-9Mendhekar
DN, Jiloha RC.Neuroleptic malignant syndrome precipitated by haloperidol
following clozapine discontinuation. Aust N Z J Psychiatry. 2005
Oct;39(10):947-8Nielsen
J, Bruhn AM.Atypical neuroleptic malignant syndrome caused by olanzapine.
Acta Psychiatr Scand. 2005 Sep;112(3):238-40; |
| Man-in-the-barrel-Syndrom |
| wörtlich "Mann einem Fass steckend" gemeint ist
eine Lähmung beider Arme, besonders der Oberarme, als ob man in einem Fass
feststecken würde, bei erhaltener Beweglichkeit des Gesichtes und der Beine.
Ursprünglich nur für beidseitige Fronallappenläsionen verwendeter Begriff. Meist
sind beidseitige Grenzzoneninfarkte zwischen dem Stromgebiet der A. cerebri
media und A. cerebri anterior, ursächlich, die zu Infarkten im Marklager beider
Hirnhälften führen. Da ausschließlich die Pyramidenbahnen geschädigt sind, kommt
es zu keinen begleitenden Sensibilitätsstörung. Diffuse Hirnschädigungen
nach einem Schockzustand, nach Eingriffen am offenen Herzen, oder Herztamponade,
diffus infiltrierende Hirntumore, Zustände nach Hirntrauma, verursachen selten
ein ähnliches klinisches Bild. Markschädigungen auf der Höhe der
Pyramidenbahnkreuzung
oder dem oberen Halsmark z.B. bei
Spinalis anterior
Syndrom , zervikaler
Myelopathie Halsmarktraumen oder Raumforderungen können ähnlich klinische
Zustände hervorrufen, die oft mit dem selben Syndrombegriff belegt werden. |
- Sage JI, Van Clitert RL. Man-in-the-barrel
syndrome. Neurology 1986; 36: 1102-3
- Georgiadis D.; Schulte-Mattler W.J.
Cruciate paralysis or man-in-the-barrel syndrome? Report of a case of
Brachial Diplegia
Acta Neurologica Scandinavica, 105, (4), 2002: 337-340(4)
- Peter P. Urban, Joachim Gawehn, Kurt Ringel,
Man-in-the-barrel“-Syndrom, Klin Neuroradiol 15; 190- 94 2005
- Bhatoe HS. Multicentric glioma presenting as
man-in-the-barrel syndrome. Neurol India [serial online] 2005 [cited 2008
May 20];53:371-2. Available from: http://www.neurologyindia.com/text.asp?2005/53/3/371/16954
- Berg, D.; Mullges, W.; Koltzenburg, M.;
Bendszus, M.; Reiners, K. Man-in-the-barrel syndrome caused by cervical
spinal cord infarction. Acta Neurologica Scandinavica.1998. 97(6):417-419,
- Yerdelen, Deniz; Karatas, Mehmet; Pourbagher,
Aysin "Man-in-the-Barrel Syndrome" Owing to Cervical Spinal Cord Metastases:
Case Report and Review. Neurosurgery Quarterly. 18(1):74-76, March 2008.
|
| Manie |
| Bei einer
Manie kann
die Stimmung situationsinadäquat gehoben
oder auch
gereizt
sein, sie
kann zwischen sorgloser Heiterkeit und fast unkontrollierbarer Erregung
auch
Reizbarkeit,
und
Aggressivität
schwanken. Die gehobene Stimmung ist mit
gesteigertem Antrieb
kombiniert. Überaktivität, Rededrang und vermindertem Schlafbedürfnis
sind die
Folge. Die
Aufmerksamkeit
ist durch
vermehrte Ablenkbarkeit
reduziert. Größenideen
und/oder übertriebener
Optimismus
führen zu
überhöhter
Selbsteinschätzung. Der Verlust normaler sozialer Hemmungen kann zu
einem leichtsinnigen, rücksichtslosen oder in Bezug auf die Umstände unpassenden
und persönlichkeitsfremdem Verhalten führen.
Manie kann
alleine
als
eigenständiges
Krankheitsbild
oder im
Zusammenhang
mit
anderen
psychischen
Störungen
wie
bipolaren
Störungen
oder
schizoaffektiven
Störungen
aber auch
organischen
Persönlichkeitsveränderungen
auftreten. |
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| Manieriert-bizarr |
| Alltägliche Bewegungen und
Handlungen (auch Gestik, Mimik und Sprache) werden verstiegen, verschroben,
possenhaft und verschnörkelt, manchmal mit einer ausgesprochen spielerischen
Note, ausgeführt. Veränderung des Ausdrucksverhaltens mit sonderbaren,
verschrobenen Gewohnheiten, die meist in bizarren Entstellungen von sinnvollen
Handlungen bestehen. Manieriert meint auch unnatürlich, schwülstig, aufgeblasen im
Sinne von hochtrabend und wichtigtuerisch, geziert, affektiert und gekünstelt,
verkrampft, stilisiert, floskelhaft. Hier ist auch noch einzutragen bizarres
Verhalten: Ein Patient benimmt sich besonders auffällig (im Kontrast zum landes-
und gruppen-üblichen) im Sprechen, Sich-Bewegen, in der Kleidung. |
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| Manipulation |
| verdeckte Beeinflussung des Menschen zum Zwecke einer zielgerichteten Lenkung des Bewusstseins, der Denkgewohnheiten oder der Gefühlslage, bzw. die Steuerung des Erlebens und Verhalten von Einzelnen und Gruppen. |
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| manuelle Medizin |
| = Chirotherapie, in den USA auch Osteopathie. Die
manuelle Medizin nutzt für Diagnostik und Therapie von Funktionsstörungen am
Bewegungsapparat definierte Handgriffe und differenzierte manuelle Techniken
(Weichteiltechniken, Mobilisationen). Angriffspunkte sind funktionelle,
reversible Störungen im Regelkreis Gelenkspiel -nozizeptive Afferenz -
motorische Efferenz - Schmerzempfindung. Durch die Wiederherstellung eines
regelrechten Gelenkspieles bessern sich nicht nur Schmerzen, Voraussetzung zur
manuellen Therapie sind sorgfältige klinische Untersuchungen unter Einschluss
bildgebender Verfahren, eine manuell-medizinische Untersuchung sowie die
korrekte Lagerung und Fixierung. Bei nachweisbaren Gelenkblockierungen ergeben
sich als Indikation für eine manuelle Therapie in der Rheumatologie: Wegen der
Gefahr von induzierten Gefügestörungen müssen Kontraindikationen der manuellen
Therapie in der Behandlung beachtet werden: akute Arthritis oder Spondylitis,
Knochenerkrankungen (hochgradige Osteoporose, schwere Osteomalazie, M. Paget),
Neoplasien (Primäre Knochentumore, Knochenmetastasen), Radikuläre, medulläre
Kompression, akuter Bandscheibenprolaps, Hypermobilität der Wirbelsäule oder der
peripheren Gelenke, Gefügelockerungen von Bewegungssegmenten der Wirbelsäule (Cervikalarthritis)
oder peripherer Gelenke, frische Frakturen, schwere arterielle
Durchblutungsstörungen (Halswirbelsäule). Vorsicht bei hohem Lebensalter! Die
manuelle Therapie darf nur von einem entsprechend weitergebildeten
Arzt/Physiotherapeuten unter Kenntnis von Indikationen und Kontraindikationen
durchgeführt werden. Auch bei Behandlung durch den Fachmann sind bei
Manipulationen an der Halswirbelsäule Schlaganfälle beschrieben, wie hoch das
Risiko ist, ist strittig, es wird von Verfechtern der Methode als sehr gering
angesehen, Neurologen schätzen es teilweise wesentlich höher ein. Ob die
Statistiken zuverlässig sind, ist Gegenstand der Diskussion. Von Neurologen immer
wieder beschrieben und in ihrer Inzidenz unbekannt sind die Komplikationen mit
Dissektion der A. vertebralis und Schlaganfall bei jungen bis dahin gesunden
Menschen. Hier die Ergebnisse einer in der Zeitschrift
Manuelle Medizin veröffentlichten Metaananalyse der Literatur. Die niedrige
Inzidenz, die die Studie vermuten lässt, beruhigt. Allein vieles bleibt weiter
offen. Dies ist umso bedeutsamer, als der therapeutische Nutzen als umstritten
gilt. Schätzungsweise sind nur 1,3 von 1000 Schlaganfällen auf eine
Dissektion im vertebrobasilären Stromgebiet zurückzuführen. In einem großen
medizinischen Zentrum können maximal 0,5 bis 3 Fälle pro Jahr erwartet werden.
Nach einer Metaanalyse der Literatur traten 160 Fälle spontan auf, 115 Fälle
nach einer Manipulation (Chiropraxis), 58 Fälle nach einem Bagatelltrauma und 37
Fälle nach einem massiven Trauma. Die subjektiven Beschreibungen der
Manipulationen reichen von gewaltsam bis sanft. Beteiligt ist nahezu jede Art
der Manipulation. Inzidenzschätzung der Veröffentlichung zwischen 1 von 1,3
Millionen Behandlungssitzungen und 1 von 400.000 Behandlungssitzungen. Es ist
allerdings anzunehmen, dass bei weitem nicht alle Fälle veröffentlicht werden,
die Dunkelziffer bleibt unklar. Als mögliche Erklärung für den Zusammenhang
zwischen der Wirbelsäulenmanipulation und einer Dissektion im vertebrobasilären
Stromgebiet wird diskutiert, dass die zervikale Manipulation in vielen Fällen bei
Patienten eingesetzt wird, die bereits an einer fortschreitenden Dissektion
leiden. Diese Theorie stützt sich auf die Beobachtung, dass viele Patienten mit
einer spontanen Dissektion akute Nacken- und Kopfschmerzen als initiale Symptome
angeben, was sich mit fortschreitender Zeit zu einem Hirninfarkt entwickelt. Da
die meisten zervikalen Manipulationen zur Therapie von Nacken- und Kopfschmerzen
durchgeführt werden, erscheint es wahrscheinlich, dass Patienten mit einer
fortschreitenden Dissektion, die von einem Therapeuten gesehen werden, einer
Manipulationsbehandlung zugeführt werden. Diese kann wiederum eine
Gefäßokklusion induzieren oder zur Dislokation eines Embolus führen. Die
Durchsicht der Artikel ermöglichte keine Beurteilung über die Anzahl der Fälle,
die dieser Kategorie zugeordnet werden könnten. |
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S.
Haldeman 1 · F. J. Kohlbeck 2 · M. McGregor 3, Manuelle Medizin,
2000 38: 3-16
DGMM Deutsche Gesellschaft für Manuelle Medizin -
kritisches bei Quackwatch"ausgerenkt":
das schwer fassbare Zauberwort der Chiropraktoren
Verdeckte Ermittlungen
Wenn
Chiropraktoren sich zu gut verkaufen
Mein
Besuch bei einem "orthodoxen" Chiropraktor
Innenansichten aus der Chiropraxis Office
Kontakt Reflex Analyse
Was kann ein
vernünftiger Chiropraktiker für Sie tun?
Tips wie man einen Chiropraktiker auswählt
Hilfskommittee für Chiropraxie-Opfer
Gruppen-Klage
(Class Action Suit) gegen Life University möglich |
| MAO |
| meint in der Medizin nicht einen ehemaligen
chinesischen Parteivorsitzenden, Despoten und Massenmörder, sondern das Enzym Monoaminooxidase (MAO). Die Gene, die die MAO kodieren, spielen in der Forschung
nach den Ursachen psychischer Störungen eine Rolle. MAO-A Gene sind auf dem X
Chromosom lokalisiert, sie helfen Amine wie das Serotonin im Darm abzubauen und
spielen eine Rolle bei der Verstoffwechselung von biogenen Aminen wie Dopamin,
Noradrenalin, und Serotonin. Eine verkürzte Version des Gens soll die eine
niedrige MAO- Aktivität produziert soll beispielsweise bei der Entstehung der
antisozialen Persönlichkeit oder kriminellem Verhalten spielen. In der
Depressionsbehandlung werden MAO-A Hemmer wie der selektive reversible MAO-A
Hemmer ( RIMA) Moclobemid) und der nichtselektive MAO Hemmer Tranylcypromin
eingesetzt, sie blockieren den Abbau von Noradrenalin, und Serotonin und erhöhen
damit beispielsweise die Serotoninkonzentration in der Synapse. In der
Parkinsonbehandlung finden MAO-B-Hemmer wie Selegelin oder Rasagilin Anwendung,
sie blockieren den Dopaminabbau und erhöhen damit die Dopaminkonzentration in
der Synapse. Die MAO- Hemmer sind nur teilselektiv, sie dürfen mit bestimmten
anderen Medikamenten nicht kombiniert werden. Bei manchen MAO- Hemmern muss bei
der Nahrungsaufnahme auf den verminderten Konsum biogener Amine geachtet werden
um schwere Nebenwirkungen zu verhindern. Fragen Sie Ihren Arzt. |
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| Marchiafava-Bignami-Syndrom |
| über die Pathologie definierte
Erkrankung mit Entmarkung des Balkens, möglicherweise eine Variante der
zentralen pontinen Myelinolyse, Ätiologie: unbekannt; sehr häufig (aber nicht
immer) mit Alkoholismus (v.a. Wein) assoziiert,
daher wird auch ein nutritiver Faktor oder ein Zusammenhang mit
Elektrolytstörungen diskutiert.: Entmarkung des Balkens; ähnliche symmetrische
Läsionen in den zentralen Anteilen der vorderen und hinteren Kommissur und im
Brachium pontis möglich, seltener in den Hintersträngen, oberen
Kleinhirnschenkeln und im Centrum semiovale; Aussparung der Capsula interna, der
Corona radiata und des Cerebellum. Klinisches Bild: sehr variabel:
Frontalhirnsyndrom, progredienter dementieller Abbau, Dysarthrie und andere
fokale Ausfälle, epileptische Anfälle, Inkontinenz, symptomatische Psychosen,
terminal Koma NMR: Entmarkung des Balkens (v.a. vorderes Drittel) Thiamin ist
unwirksam, sehr variabler Verlauf: akute und chronische Verläufe; Remissionen
möglich. |
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| Massenhysterie - Wenn Angst ansteckend ist |
| Siehe hier! |
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| Masseterreflex |
| Die Untersuchung des Masseterreflex ist
hilfreich, um periphere Läsionen des Nervus trigeminus, pontine und mesenzephale
Läsionen zu erfassen. Der Reflexbogen des Masseterreflexes beginnt im Kaumuskel.
Die Afferenzen ziehen dann vermutlich mit dem sensiblen Anteil des N. trigeminus
zum mesenzephalen Teil des sensiblen trigeminalen Kerngebietes und projizieren
von dort zum motorischen Kern in der Brücke. Seine Efferenzen sind die
motorischen Fasern des N. trigeminus zum M. masseter. |
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SABINE FITZEK, OTTO W.
WITTE, Der Masseterreflex, Das
Neurophysiologie-Labor 3/02. |
| McGurk- Effekt |
| Versuchspersonen wurde ein Videoband gezeigt, auf dem eine Sprecherin ga ga
sagte, dabei wurde auf der Tonspur das g durch ein b ersetzt, so dass die Person
real ba ba sagte. Die Versuchspersonen hörten da da. Die Versuchspersonen haben
beim Hören die Lippenbewegungen mitberücksichtigt. Man schloss daraus, dass bei
der Sprachverarbeitung jedes verfügbare Signal auch aus anderen
Sinnesmodalitäten für das Verständnis genutzt wird. Für die Sprachwahrnehmung
scheint auch das unbewusste Wissen über die Entstehungsorte des Laute bedeutsam. |
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