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Glossar
Psychiatrie/Psychosomatik/
Psychotherapie/Neurologie/Neuropsychologie |
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wurde unter Verwendung neuester Literatur erstellt. Insbesondere
dem ICD 10, dem DSM IV, AMDP- Manual, Leitlinien der
Fachgesellschaften, Lehrbuch VT von J.Mragraf, Lehrbuch der
analytischen Therapie von Thomä und Kächele, Lexika wie
dem Pschyrembel, verschiedene Neurologie- und
Psychiatrielehrbücher, Literatur aus dem Web, außerdem
einer Vielzahl von Fachartikeln aktueller Zeitschriften der
letzten 10Jahre. Nicht alle (insbesondere kleinere) Zitate sind kenntlich
gemacht. Verständlicherweise konnte durch Verwendung
verschiedener Quellen eine Mischung aus den unterschiedlichen
Zitaten nicht immer vermieden werden. Soweit möglich
wird dies angezeigt. Nicht alles ist auf Anhieb
laienverständlich, da ich die Zusammenstellung auch für
mich selbst nutze, musste hier ein Kompromiss zwischen
Verständlichkeit und medizinischer und psychologischer
Exaktheit gefunden werden. Falls sich jemand falsch oder in zu
großem Umfang zitiert findet- bitte eine E-Mail
schicken. KM 19.4.2000 Siehe auch die ergänzenden Hinweise
unten auf dieser Seite.
PS
selbstverständlich wird das Glossar regelmäßig
aktualisiert werden.
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| Objektivität |
| Idealvorstellung,
Bezeichnung für die Tendenz, die Wirklichkeit sachlich
und
unvoreingenommen zu beurteilen
oder
wiederzuspiegeln und sich an
vorhandenen Daten oder Fakten zu orientieren. Im
Gegensatz
zu
Subjektivität,
die sich
an
subjektiven
(z.B.
persönlichen)
Gefühlen,
Wünschen,
Interessen,
Meinungen,
Neigungen,
Vorurteilen
orientiert.
Oft wird
der
Begriff
Intersubjektivität
synonym
verwendet.
Bei Studien oder Tests als
Gütekriterium: Wiederholbarkeit
durch
unterschiedliche
Untersucher
unter
gleichen
Bedingungen.
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| obturatorius, Nervus (L2-L4) |
| Versorgt die Adduktorenmuskeln am Oberschenkel, die teilweise auch and der
Außenrollung beteiligt sind. Der M. adduktor magnus wird teilweise aus dem M.
ischiadicus mitversorgt, der M. adduktor longus aus dem N. femoralis. Sensibel
ein handtellergroßes Gebiet am mittleren Oberschenkel knapp oberhalb des Knie.
Bei einer Lähmung wird das Bein in der Schwungphase beim Gehen etwas nach außen
geführt, da die Abduktoren überwiegen. Schädigungen kommen nach Beckenbrüchen,
bei Obturatoriushernien, in der Schwangerschaft, bei gynäkologischen
Totaloperationen, und bei der Geburt vor. Selten spontan bei Adipösen durch
Austreten von Fettgewebe in den Canalis obturatorius. Bei Knochenentzündungen am
Schambein z.B. nach Operationen kann es durch die Schwellung und Entzündung zu
Schmerzen im Obturatoriusgebiet und Adduktionsspasmen kommen, ähnlich auf der
Grundlage von Narben. |
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| Odds-Ratio |
| Verhältnis
der
Erfolgschancen/
Krankheitsrisiken
in der
Experimentalgruppe
relativ
zur
Kontrollgruppe. Anstelle der absoluten Risiken
kann man die
Erfolgs-Misserfolgsquoten miteinander in Beziehung setzen; das sich ergebende
Verhältnis (Kreuzprodukt-quotient) ist der „Odds-ratio"
OR=(a/b)/(c/d)=(a*d)/(b*c). Der Vorteil des Odds-ratio gegenüber dem relativen
Risiko liegt u.a. darin, dass dieser nicht davon abhängt, ob das Eintreten oder
Ausbleiben eines Ereignisses untersucht wird. In Fall-Kontroll-Studien und in
Metaanalysen ist der Odds-ratio dem relativen Risiko vorzuziehen. Wie das
relative Risiko, so gibt auch der Odds-ratio keine Informationen über die Größe
des absoluten Risikos. Er gibt an, um welchen Faktor häufiger ein Ereignis unter
zwei verschiedenen Bedingungen auftritt.
Kein
Unterschied
= Odds
ratio von
1, Odds
ratio > 1:
Behandlung
wirksam,
oder
Krankheitsrisiko
erhöht,
Odds ratio
< 1:
Behandlung
unwirksam,
oder
Krankheitsrisiko
erniedrigt. |
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| Ödipus-Komplex (in der aktuellen analytischen Theorie) |
| Ödipus-Komplex (psychoanalyt.) Komplex, der infolge fehlender od. unvollständiger Lösung der Bindung des Sohnes an die Mutter entsteht; die duale Beziehung zur Mutter wird mit 3-6 Jahren durch eine Dreiecksstruktur abgelöst: der Vater spielt jetzt eine bedeutendere Rolle. Jungen im Alter von vier bis fünf Jahren haben nach dieser Theorie aufgrund des Erwachens erster sexueller Wünsche eine starke sexuelle Bindung zu ihren Müttern auf. Als Reaktion sieht der Junge seinen Vater als einen Rivalen, dessen Rache wird gefürchtet, was zu Kastrationsängsten führen kann (Geschichte vom kleinen Hans). Kastrationsangst und Inzesttabu sind die notwendigen Voraussetzungen für die Entwicklung des Ödipuskomplex. Das Akzeptieren des väterlichen Verbots ist zugleich mit einer Identifikation mit dem Vater (und seiner Männlichkeit) verbunden, damit auch einem Zugewinn an Selbstwertgefühl. Das Inzestverbot, das zum "Untergang des Ödipuskomplexes" führt, ist aus analytische Sicht Bestandteil aller Kulturen. Kann die Lösung nicht erfolgen spricht man von einer `Fixierung` die von der Libido vorgeschriebene Progression auf eine andere Entwicklungsstufe findet nicht statt, (Fixierung auf einer Stufe)( Poluda-Korte Forum Psychoanal (1999) 15:101–119) Bei Frauen wird vom Elektra-Komplex gesprochen. Unter einem Komplex versteht man Gedächtnisinhalte, die miteinander und mit ähnlichen Erlebnis- und Gefühlsinhalten verknüpft und ins Unterbewusstsein verdrängt sind und so bestimmte Handlungs- und Wahrnehmungsmuster verfestigen. Freud ging von einer universellen ödipalen Entwicklungsstufe (die auch heute noch analytisch für alle Kulturen angenommen wird) aus, nicht zuletzt auf Grundlage seiner Selbstreflexion:" Ich habe die Verliebtheit in die Mutter und die Eifersucht gegen den Vater auch bei mir gefunden und halte sie jetzt für ein allgemeines Ereignis früher Kindheit".. Die griechische Sage greift einen Zwang auf, den jeder anerkennt, weil er dessen Existenz in sich verspürt hat. Jeder der Hörer war einmal im Keime und in der Phantasie ein solcher Ödipus und vor der hier in die Realität gezogenen Traumerfüllung schaudert jeder zurück mit dem ganzen Betrag der Verdrängung, der seinen infantilen Zustand von seinem heutigen trennt.".. Der frühe Ödipuskomplex Melanie Klein (Klein M (1928) Frühstadien des Ödipuskonfliktes. Int Z Psychoanal 14:1) datiert den frühen Ödipuskomplex schon mit 6 Monaten (übrigens der Zeitpunkt, zu dem Freud die Wende zum Oralsadismus vermutete), während Margret Mahler (1968 On human symbiosis and the vissitudes of individuation. Int Univ Press,New York ) meint, der Geschlechtsunterschied werde dem Kleinkind erst 1 Jahr später, also mit 18 Monaten bewusst. Im Verlauf eines Prozesses, in dem das Kind selber laufen, selber essen und selber den Topf zu benutzen lernt und ein eigenständiges Körperschema mit der Repräsentanz eines eigenen Geschlechtsorgans entwickelt, realisiert es, dass DAS Liebespaar nicht länger Mutter und Kind heißt, sondern sich als Mutter und Vater herausstellt. Manche psychoanalytische Richtungen stellten die menschliche Entwicklung von Anfang an in den Rahmen einer Dreierbeziehung und verbinden den Ödipuskomplex eng mit dem Auseinanderbrechen der Mutter-Kind-Symbiose und der Erfahrung der Urszene. Freud sah die Inzestwünsche erst in der frühen genitalen Phase (3.–6. Lj.) Empirische Untersuchungen haben erwiesen, dass das Zugehörigkeitsgefühl zu einem von zwei Geschlechtern bereits gegen Ende des ersten Lebensjahres so geprägt ist, dass es ab da irreversibel festliegt. Es ist dies der Moment, den die griechische Mythologie als den Ursprung des geschlechtlichen Eros darstellt: die Spaltung des selbstgenügsam-zweieinheitlichen Kugelmenschen bzw. der Mutter-Kind-Symbiose. Das Kind begreift sich als getrenntes Lebewesen, es hat das Paradies verloren, in dem es eine grandiose, aber selbstlose Mutter als Teil des eigenen Selbst zu regieren glaubte, ein Liebespaar, wie es das Emblem unserer Kultur veranschaulicht: die Madonna mit dem Kind auf dem Arm, das die Insignien der Herrschaft in Händen hält. Indem das Kind sich nun als ausgeschlossen und die Eltern als Paar wahrnimmt, gewinnt es eine Ahnung von dem Geschlechtsunterschied und der Sexualität sowie der eigenen Zugehörigkeit zu einem Geschlecht und Nichtzugehörigkeit zu dem anderen, auf das es sich von nun an verwiesen sieht. Üblicherweise wird dabei nicht von einer manifesten sexuellen Verführung, sondern von einer unbewussten Verführung ausgegangen. Der frühe Ödipuskomplex ist also das Resultat eines Ablösungsprozesses, der anschließend schmerzlich als Verlorenheit realisiert wird; er bedeutet eine Umzentrierung der Wahrnehmung im Sinne eines individuierten Welterlebens, eine Realisierung des Generationenunterschieds und des Ausgeschlossenseins von der Paarung der Eltern, eine Ahnung von der Geschlechterdifferenz sowie der eigenen Zugehörigkeit. Die Nichtbewältigung dieses Ablösungsvorgangs mit Verzicht auf das geschlechtliche Begehren des gegengeschlechtlichen Elternteils wird psychoanalytisch als Basis für viele neurotische Erkrankungen interpretiert. Es entsteht gegenüber dem Vater (und in Übertragung gegen alle Autoritäten) keine Autonomie. Ein übersteigertes Geltungsbedürfnis als Kompensation von Minderwertigkeitsgefühlen, neurotische Störungen und Persönlichkeitsstörungen werden in der klassischen Psychoanalyse als typische Folge angesehen. Nach Freud handelt es sich beim Ödipuskomplex um den "Kernkomplex" der Neurosen. Die ungelöste ödipalen Problematik hat nach analytischer Theorie große Auswirkungen auf die Sozialisation der betreffenden Personen. Vom negativen Ödipuskomplex spricht man, bei Liebe für den gleichgeschlechtlichen Elternteil und eifersüchtigem Hass für den gegengeschlechtlichen. Freuds Religionsvorstellungen, speziell das Bild des allmächtigen, gefürchteten und verehrten Gottes erwachsen aus einer Analogie zur Vaterfigur und zum ,,Ödipuskomplex" heraus. Beim reifen Ödipuskomplex kommt es nach dieser Theorie zu einer Konsolidierung der Beziehung zum gleichgeschlechtlichen Elternteil und zu einer narzisstisch- modellierenden Spiegelbeziehung (Poluda-Korte 1993Der lesbische Komplex. In: Alves EM (Hrsg) Stumme Liebe. Kore, Freiburg) dahin, dass sie ihr Begehren immer eindeutiger dem Vater zuwendet, der ihr nicht nur das kompensatorische Kind schenken soll, sondern von dessen Genitale sie nun phantasiert, die verlorene Befriedigung in neuer Weise in der Tiefe ihres psychisch repräsentierten und körperlich erlebten Genitales wiederzuerlangen. Dies Begehren spitzt sich im reifen Ödipuskomplex endlich so zu, dass die Identifizierung mit der Mutter in ein mörderisches Ersetzenwollen ihrer Person mündet, um den Vater exklusiv genießen zu können. Anders als Freud, der beim Mädchen (mangels Kastrationsdrohung) keine Lösung des Ödipuskomplexes, sondern ein „Landen im ödipalen Hafen" konstatierte, glaub Frau Korte, dass auch der Ödipuskomplex des Mädchens untergeht, indem es den Anspruch der Mutter akzeptiert. Die notwendige ödipale Enttäuschung wirkt sich schließlich auch beim Mädchen in einer partiellen Identifizierung mit dem Vater als dem aufgegebenen Liebesobjekt und zunehmender Über-Ich-Reifung aus. Die Enttäuschung im reifen Ödipuskomplex scheint jedoch beim Jungen in weit schmerzlicherer Weise zu verlaufen als beim Mädchen, da es den Vater nie so intim besessen hat, wie einst die Mutter, während der Junge erst jetzt von der ganzen Härte des sexuellen Verzichts auf die Mutter betroffen ist. Dementsprechend fällt das reife Über-Ich des Jungens strenger aus als beim Mädchen, was Freud bereits konstatierte. In der autoerotischen Phase entwickelt der Junge parallel zum Mädchen ein großes, wenn auch ambivalentes Interesse für den Vater, mit dem er sich phallisch-narzisstisch identifiziert, mit dem er leidenschaftliche Kämpfe phantasiert, Supermann-Größenträume und schließlich auch intensive erotische Szenarien, um sich seines männlichen Organs zu versichern und Distanz und Selbstbehauptung gegenüber der Mutter zu gewinnen, deren Bild er nun mehr und mehr durch die Augen des Vaters zu erneuern trachtet. Da sich die Beziehung zum idealisierten Vater weniger konkret als phantastisch entwickelt, bedeutet der Progress zur ödipalen Konkurrenz schließlich eine phantasmatisch erhöhte Herausforderung, die den Jungen so in Nöte bringt, wie es von psychoanalytischer Seite oft beschrieben wurde. Der Untergang seines reifen Ödipuskomplexes wird deshalb so zu einem entscheidenden Ereignis in seiner Entwicklung, da er für den herben Verzicht auf die primär und genital, also doppelt begehrte Mutter eine loyale und liebevolle Beziehung zum großen Vater sichert, wobei er seine doppelte Wut ins entsprechend gestrenge Über-Ich bindet und sich wiederum partiell mit der Mutter identifiziert, indem er sich sexuell von ihr löst.( Poluda-Korte Forum Psychoanal (1999) 15:101–119). Der Ödipuskomplex spielt nach analytischer Auffassung die grundlegende Rolle in der Strukturierung der Persönlichkeit und der Ausrichtung des sexuellen Wunsches des Menschen, er ist in dieser Theorie die Hauptbezugsachse der Psychopathologie. Freud: "Nach meinen bereits zahlreichen Erfahrungen spielen die Eltern im Kinderseelenleben aller späteren Psychoneurotiker die Hauptrolle, und Verliebtheit gegen den einen, Hass gegen den anderen Teil des Elternpaares gehören zum eisernen Bestand des in jener Zeit gebildeten und für die Symptomatik der späteren Neurose so bedeutsamen Materials an psychischen Regungen. Ich glaube aber nicht, dass die Psychoneurotiker sich hierin von anderen normal verbleibenden Menschenkindern scharf sondern". "Das Altertum hat uns zur Unterstützung dieser Erkenntnis einen Sagenstoff überliefert, dessen durchgreifende und allgemeingültige Wirksamkeit nur durch eine ähnliche Allgemeingültigkeit der besprochenen Voraussetzungen aus der Kinderpsychologie verständlich wird."" Man sagt mit Recht", dass der Ödipuskomplex der Kernkomplex der Neurosen ist, das wesentliche Stück im Inhalt der Neurose darstellt. In ihm gipfelt die infantile Sexualität, welche durch ihre Nachwirkungen die Sexualität des Erwachsenen entscheidend beeinflusst. Jedem menschlichen Neuankömmling ist die Aufgabe gestellt, den Ödipuskomplex zu bewältigen; wer es nicht zustande bringt, ist der Neurose verfallen." Die Theorie des Ödipuskomplexes ist auch populärwissenschaftlich inzwischen sehr verbreitet. Wissenschaftlich spielt sich außerhalb der Psychoanalyse keine große Rolle. "Die Phantasien erinnern an etwas, das ein Kind früh gehört, aber erst später verstanden hat." Insbesondere bei Deutungen des realen sexuellen Missbrauchs ist die Tendenz wegen unbewusster Wünsche Opfer und Täter gleichzusetzen, den angeblichen sexuellen Wünschen des Kindes eine Teilverantwortung zu geben, sehr problematisch. |
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Greve, W., Roos, J. (1996): Der Untergang des Ödipus-Komplexes.
Argumente gegen einen Mythos. Bern/Göttingen/Toronto (Huber), Klaus Schlagmann
(1997): Zur Rehabilitation der Könige Laios und Ödipus oder: Die Lüge der
Iokaste. Verlag Der Stammbaum und die Sieben Zweige, Saarbrücken. 217 S., 24.80
DM. (ISBN 3-9805272-1-2). Sophokles (1995):
König Ödipus. Übersetzung, Anmerkungen und Nachwort von Kurt Steinmann. Reclam,
Stuttgart. |
| Ödipussage |
| "König Ödipus" ( von Sophokles auf gegriffen wird auch früheren Autoren zugeschrieben und in verschiedenen Versionen überliefert) wurde um 425 v. Chr. uraufgeführt, und ist eines der bekanntesten antiken Dramen, es gilt als Prototyp der analytischen Tragödie, in der mit kriminalistischem Spürsinn die tatsächlichen Hintergründe eines zunächst zusammenhangslos erscheinenden Falles aufgedeckt werden. Um den Preis der Selbstvernichtung sucht Ödipus die ganze Wahrheit, aus dem unwissenden König wird ein blinder Sehender. Ödipus war der Sohn des Laios und der Iokaste, König und Königin von Theben. Ein Orakel warnte Laios, dass sein eigener Sohn ihn töten würde. Um diesem Schicksal zu entgehen, band er die Füße seines neugeborenen Kindes zusammen und setzte es zum Sterben auf einem einsamen Berg aus. Ein Hirte rettete jedoch das Kind und gab es dem kinderlosen Königspaar von Korinth, Polybus und Merope. Sie nannten das Kind nach dem Zustand seiner Füße Ödipus (Schwellfuß) und zogen es auf wie ihren eigenen Sohn. Der Junge hielt Polybus für seinen leiblichen Vater, und als ein Orakel verkündete, dass er seinen Vater töten würde, verließ er Korinth. Auf dem Weg nach Phokis begegnete er an einer engen Stelle dem Laios. Da Ödipus dem Wagenlenker nicht früh genug auswich, kam es zum Streit, in dem Ödipus Laios erschlug, von dem er nicht wusste, dass er sein Vater war. So erfüllte er unwissentlich die Prophezeiung. Einsam und heimatlos kam Ödipus schließlich nach Theben, das von einem schrecklichen Ungeheuer, der Sphinx, heimgesucht wurde. Dieses gefährliche Ungeheuer lauerte allen Reisenden auf ihrem Weg in die Stadt auf und verschlang jeden, der ihr Rätsel nicht beantworten konnte. Ödipus löste das Rätsel, worauf sich die Sphinx selbst tötete. Die Thebaner glaubten, dass König Laios unbekannten Räubern zum Opfer gefallen war. Da sie Ödipus dankbar waren, dass er sie von der Sphinx befreit hatte, machten sie ihn zu ihrem König und gaben ihm Königin Iokaste zur Gemahlin. Viele Jahre lebte das Paar glücklich zusammen, ohne zu wissen, dass sie in Wirklichkeit Mutter und Sohn waren. Dann wurde das Land von der Pest (die in der analytischen Deutung der Hysterie entspricht) heimgesucht, und das delphische Orakel verkündete, Laios’ Mörder müsse bestraft werden. Der Seher Teiresias bezeichnete Ödipus als Schuldigen und eine Untersuchung, die vom König geleitet wurde, enthüllte die schreckliche Wahrheit. Daraufhin erhängte sich Iokaste, und Ödipus stach sich die Augen aus... Ö. hat dabei seine Taten „mehr erlitten als verübt“, was seine Entsprechung in der analytischen Deutung findet. Ö hat weder den realen Inzest mit der Mutter, noch den Tod des Vaters bewusst verschuldet, es war sein Schicksaal. Im Gegensatz dazu deutet er im Drama die Schuld seiner Mutter an, die wusste was sie tat. Ödipus äußert, Iokaste habe ihm „zur eignen Schmach“ Kinder geboren, wiest darauf hin, dass Iokaste - im Gegensatz zu Ödipus - um den Inzest wusste. Sie trägt die Verantwortung für diese „Schmach“ wie niemand anderes. . Als eine Pest ausbrach und das Orakel die Bestrafung von Laios’ Mörder forderte, wurde durch den Seher Teiresias und als Ergebnis einer von Ödipus selbst geleiteten Untersuchung die Wahrheit offenbar. Iokaste erhängte sich, Ödipus stach sich beide Augen aus, Eteokles und Polyneikes vertrieben ihn aus der Stadt. Ödipus irrte, von Antigone begleitet, in der Fremde umher, bis er im Hain der Eumeniden auf dem Kolonos bei Athen auf geheimnisvolle Weise entrückt wurde |
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| Off-Label-Use |
| Ein Arzneimittel kann auch dann,
wenn es zum Verkehr zugelassen ist, grundsätzlich nicht zu Lasten der
Krankenversicherung in einem Anwendungsgebiet verordnet werden, auf das sich die
Zulassung nicht erstreckt. Es handelt sich sonst um eine
zulassungsüberschreitende Anwendung, die auch als Off-Label-Use bezeichnet wird.
Die Grenzen sind hier fliesend, typische Streitpunkte sind die Off-Label-
Verordnungen von Medikamenten gegen das Restless legs Syndrom, die Behandlung
des ADHS bei Erwachsen, Immunotherapien bei Myasthenie, genau genommen, die
Anwendung der meisten Medikamente bei Kindern..... In den meisten Fällen in
denen betroffene Patienten gegen die Krankenkassen gerichtlich ihre Interessen
durchsetzen wollen, haben sie nach den Urteilen des Bundessozialgerichtes nur
wenig Aussichten. Bei den o.g. Erkrankungen und psychischen Störungen handelt es
sich dabei um prinzipiell zu Lasten der gesetzlichen Krankenkasse zu behandelnde
Leiden. "Unter „Off-Label-Use“
versteht man die Anwendung eines zugelassenen Arzneimittels außerhalb der von
den nationalen und europäischen Zulassungsbehörden genehmigten Anwendungsgebiete
(Indikationen). Auf der Basis eines Erlasses des Bundesministeriums für
Gesundheit (BMG) beauftragt der G-BA die eingerichteten Expertengruppen mit der
Bewertung des Wissensstandes zum Off-Label-Use
einzelner Wirkstoffe beziehungsweise Arzneimittel. Die Expertengruppen leiten
dem G-BA die jeweils erarbeiteten Empfehlungen zum Stand der wissenschaftlichen
Erkenntnisse über den Off-Label-Use dieser
Arzneimittel zur Umsetzung in der Arzneimittelrichtlinie zu." Für die Anwendung
eines Arzneimittels außerhalb der zugelassenen Anwendungsgebiete gibt es häufig
nur wenige oder keine Wirksamkeitsbelege. Eine behördliche Überprüfung des
Nutzens und der Risiken der Anwendung des Arzneimittels in einer nicht
zugelassenen Indikation hat meist nicht stattgefunden. Mit dem berechtigten
Wunsch der Patienten nach einer wirksamen Behandlung ihrer Krankheit geht die
potentielle Gefährdung durch hierfür ungeprüfte beziehungsweise nicht
ausreichend geprüfte Arzneimittel einher. Nichtsdestotrotz wird für die Bereiche
Onkologie, Neurologie sowie Kinderheilkunde die Anwendung von Arzneimitteln
außerhalb ihrer Zulassung als unverzichtbarer Bestandteil der Therapien gesehen.
Aus Gründen des Patientenschutzes sollen Arzneimittel jedoch nur innerhalb der
Grenzen des Arzneimittelgesetzes, des Sozialrechts und der Rechtsprechung durch
das Bundessozialgericht angewandt werden. Dass dies begründet ist, zeigen
Beispiele schwerer und schwerster Nebenwirkungen bis hin zu Todesfällen, die
nachweislich aufgrund von Off-Label-Use
eingetreten sind.Anlage
VI zum Abschnitt K der Arzneimittel-Richtlinie
Der Gemeinsame Bundesausschuss Fragen und Antworten zum "Off-Label-Use"
Ist die Anwendung eines Medikamentes, für die beabsichtigte Therapie
arzneimittelrechtlich nicht zugelassen ist, eine umfassendere Aufklärungspflicht
des Arztes gegeben. Der Off-Label-Use entspricht einem Heilversuch, so
dass die Aufklärung auf den Versuchscharakter sowie den Chancen- und
Risikovergleich abstellen muss. AG Essen, Urt. v. 16. 4. 2009 – 21 C 486/08. Der
Anspruch an die ärztliche Aufklärungspflicht ist damit bei einer off-label
Verordnung größer als bei einer Verordnung mit entsprechender Zulassung.
Ein Patient mit Myasthenie hat
jetzt beim Bundesverfassungsgericht einen Teilerfolg erzielt. 1 BvR 131/04 Das
Gericht führt aus: In der Verfassungsordnung der Bundesrepublik Deutschland
haben Leben und körperliche Unversehrtheit hohen Rang. Aus dem Grundrecht folgt
allgemein die Pflicht der staatlichen Organe, sich schützend und fördernd vor
die darin genannten Rechtsgüter zu stellen. Behördliche und gerichtliche
Verfahren müssen der im Grundrecht auf Leben und auf körperliche Unversehrtheit
enthaltenen grundlegenden objektiven Wertentscheidung gerecht werden.
Entscheidender Satz: Jedoch ist nach Aktenlage jedenfalls nicht auszuschließen,
dass der Bundesausschuss die Anforderungen an die Evidenz der zu fordernden
Wirksamkeitsnachweise in Anbetracht dessen, dass es sich hier um eine sehr
seltene Krankheit handeln könnte, überspannt hat. Es bedarf an dieser Stelle
keiner Klärung, ob aus dem Grundgesetz ein Gebot abzuleiten ist, die
Anforderungen an die Mindestevidenz entsprechend den Besonderheiten des
Einzelfalls zu ermäßigen, und ob, sofern dies der Fall ist, hier dagegen
verstoßen worden ist. Jedenfalls wäre es verfassungsrechtlich geboten gewesen,
dass die Sozialgerichte, wenn sie sich für eine Prüfung der Erfolgsaussichten in
der Hauptsache statt für eine Folgenabwägung entscheiden, der möglichen
Fehlerquelle nachgehen. Hieraus könnte sich für eine Vielzahl weiterer
Rechtsstreitigkeiten eine Konsequenz ergeben- soweit es sich um seltenere und
schwerere Erkrankungen handelt. Das Erfordernis der Zulassung eines neuen
Arzneimittels nach dem AMG sowie die Prüfung seiner Wirtschaftlichkeit und
Wirksamkeit in Deutschland dienen unmittelbar dem Gesundheitsschutz im Sinne der
Gewährleistung eines bestimmten Niveaus der medizinischen Versorgung. Der
Behandlungs- und Versorgungsanspruch eines Versicherten unterliegt den sich aus
§ 2 Abs 1 und § 12 Abs 1 SGB V ergebenden Einschränkungen. Gemäß § 135 Abs. 1
Satz 1 SGB V in seiner Auslegung durch die Rechtsprechung des
Bundessozialgerichts steht gesetzlich Krankenversicherten ein Leistungsanspruch
auf neue medizinische Behandlungsmethoden gegen ihre Krankenkasse nur dann zu,
Gemeinsame Bundesausschuss die jeweilige Methode "zugelassen" hat. Daran sind
die Gerichte der Sozialgerichtsbarkeit gebunden. Grundsätzlich dürfen sie nach
der höchstrichterlichen Rechtsprechung im einzelnen Leistungsfall nur dann
prüfen, ob eine neue Behandlungsmethode medizinisch notwendig, zweckmäßig und
wirtschaftlich ist, wenn im Zusammenhang mit dem Verfahren vor dem
Bundesausschuss Fehler aufgetreten sind, die ein so genanntes Systemversagen
begründen. Er umfasst folglich nur solche Leistungen, die zweckmäßig und
wirtschaftlich sind und deren Qualität und Wirksamkeit dem allgemein anerkannten
Stand der medizinischen Erkenntnisse entsprechen. Zu Qualität und Wirkungsweise
eines Arzneimittels muss es vielmehr zuverlässige, wissenschaftlich nachprüfbare
Aussagen in dem Sinne geben, dass der Erfolg der Behandlungsmethode in einer für
die sichere Beurteilung ausreichenden Anzahl von Behandlungsfällen belegt ist.
Nach der Rechtsprechung des BSG fehlt es daher an der Zweckmäßigkeit und
Wirtschaftlichkeit speziell einer Arzneimitteltherapie, wenn das verwendete
Mittel nach den Regelungen des Arzneimittelrechts einer Zulassung bedarf und
diese Zulassung nicht erteilt worden ist (stRspr, vgl zB BSGE 72, 252, 256 f =
SozR 3-2200 § 182 Nr 17; BSG SozR 3-2500 § 31 Nr 3 S 8 f mwN; BSGE 82, 233 ff =
SozR 3-2500 § 31 Nr 5; SozR 3-2500 § 31 Nr 7 S 23 f; BSGE 89, 184, 185 = SozR
3-2500 § 31 Nr 8 S 29). Eine nationale gesetzliche Regelung, die die
automatische Geltung einer in einem anderen EU-Mitgliedstaat ausgesprochenen
Arzneimittelzulassung auch in Deutschland anordnet, existiert nicht. Nach § 37
Abs 1 Satz 2 AMG gilt die von einem anderen Staat für ein Arzneimittel erteilte
Zulassung vielmehr nur dann als solche iS von § 21 AMG, soweit dies durch eine
Rechtsverordnung des zuständigen Bundesministeriums bestimmt ist.
Die vom BSG festgesetzten
Bedingungen für eine Kostenübernahme durch die Krankenkassen für den Fall, dass
ein Zulassungsverfahren nicht bereits beantragt ist, sind:
- es muss sich um eine
lebensbedrohende oder die Lebensqualität auf Dauer nachhaltig
beeinträchtigende Krankheit handeln
- es darf kein anderes
Medikament auf dem Markt sein, das für diese Krankheit zugelassen ist
- es müssen außerhalb eines
Zulassungsverfahrens gewonnene Erkenntnisse veröffentlicht sein, die über
die Qualität und Wirksamkeit des Medikamentes in dem neuen Anwendungsgebiet
zuverlässige, wissenschaftlich nachprüfbare Aussagen zulassen und aufgrund
deren in den einschlägigen Fachkreisen Konsens darüber besteht, dass mit dem
betreffenden Medikament ein Behandlungserfolg erzielt werden kann.
Ein in Deutschland nicht
zugelassenes Arzneimittel darf trotz seiner Zulassung in einem anderen
Mitgliedstaat der Europäischen Union nicht zu Lasten der gesetzlichen
Krankenversicherung verordnet werden, wenn es weder das zentrale noch das
dezentrale europarechtliche Anerkennungsverfahren durchlaufen hat. Ein
zugelassenes Arzneimittel kann grundsätzlich nicht zu Lasten der
Krankenversicherung in einem Anwendungsgebiet verordnet werden, auf das sich die
Zulassung nicht erstreckt (insoweit Aufgabe von BSG vom 5.7.1995 - 1 RK 6/95 =
BSGE 76, 194 = SozR 3-2500 § 27 Nr 5). Davon kann ausnahmsweise abgewichen
werden, wenn es bei einer schweren Krankheit keine Behandlungsalternative gibt
und nach dem Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis die begründete Aussicht
besteht, dass mit dem Medikament ein Behandlungserfolg erzielt werden kann.
BUNDESSOZIALGERICHT Urteil vom 18.5.2004, B 1 KR 21/02 R,
B1 KR 21/02 R,
B1 KR 37/00 R
Definitiv ausgeschlossen ist die Verordnung von
Medikamenten für Indikationen, die nicht in zur Krankenbehandlung gehören zu
Lasten der GKV. Das Antidepressivum Bupropion ist beispielsweise unter
einem Namen als Antidepressivum und unter anderem Namen zur Raucherentwöhnung
zugelassen. Manche Antidepressiva eignen sich vorzüglich zur Behandlung der Ejaculatio praecox. Hier kann die gleichzeitig eindeutig vorliegende Indikation
einer Depression allerdings die Auswahl des Antidepressivums so beeinflussen,
dass die bei anderer Indikation nicht zu Lasten der GKV verordnungsfähigen
Medikamente dennoch verordnungsfähig sind. Der Fall liegt hier nicht wesentlich
anders, wie wenn das Antidepressivum Duloxetin, bei einer Depression und
gleichzeitig vorliegender Stressinkontinenz verordnet wird. |
|
G. Chouinard,
The search for
new off-label
indications for
antidepressant,
antianxiety,
antipsychotic
and
anticonvulsant
drugs, [abstract
HTML /
full text in
PDF]
Efficacy and Comparative Effectiveness of Off-Label Use of Atypical
Antipsychotics,
Agency for Healthcare Research and Quality (AHRQ),
AHRQ Publication No. 07-EHC003-EF, January 2007 Mühlbauer, Bernd; Janhsen, Katrin; Pichler, Josef; Schoettler, Petra
Off-label-Gebrauch von Arzneimitteln im Kindes- und Jugendalter:
Eine Verordnungsanalyse für Deutschland
HTML
PDF
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| Ohnmacht, Angst vor |
| Häufige Befürchtung von Patienten
mit Panikanfallen. Hier muss zunächst durch detaillierte Exploration
geklärt werden, ob die Patienten überhaupt schon einmal ohnmächtig geworden sind
(wesentlich ist die somatische Differentialdiagnose). Falls ja (nur bei
einer Minderheit der Patienten), müssen die Umstände der Ohnmacht besprochen
werden. Wichtig ist dabei, dai3 die Ohnmacht entweder ganz ohne Angst erfolgte
oder die Angst erst im Anschluss an die Ohnmacht auftrat. Daran anschließend
werden die Patienten darüber informiert, dass für eine Ohnmacht ein Abfall des
Blutdrucks und der Herzfrequenz notwendig ist, dass diese Parameter aber während
ihrer Ängste ansteigen, wodurch eine Ohnmacht nicht mehr, sondern weniger
wahrscheinlich wird. Waren zuvor nicht mögliche frühere Ohnmachten besprochen
worden, so bestünde die Gefahr, dass der Patient die Informationen des
Therapeuten über die Ohnmacht anzweifelt und implizit davon ausgeht, er sei
durch starke Angst ohnmächtig geworden. |
|
(Nach Margraf Lehrbuch der
Verhaltenstherapie, Springerverlag 1996) |
| Ohrkerzen |
| werden
angepriesen,
zur
Behandlung
von
Nasennebenhöhlenentzündungen,
Schnupfen,
Ohrenentzündung,
Ohrensausen,
Hörschwächen,
Kopfdruck,
Stress,
Migräne
oder auch
nur zur
Reinigung
des
Gehörgangs.
Der
Patient
soll dazu
auf der
Seite
liegen,
die hohle
Kerze wird
auf dem
oberen Ohr
abgebrannt.
Nach dem
ein
Drittel
abgebrannt
ist, und
die Flamme
gelöscht
wurde,
wird die
Kerze
aufgeschnitten,
viele
Anbieter
und Kunden
glauben
dass die
dann
sichtbare
schwarzbraune
Masse dem
überschüssigen
Ohrenschmalz
entspreche,
real
handelt es
sich
einfach um
geschmolzenes
Wachs der
Kerze. Es
entstehe
durch die
Kerze auch
nicht wie
behauptet
eine
Unterdruck
im äußeren
Ohr. Nach
einer
Studie
wird nicht
nur kein
Ohrenschmalz
entfernt,
sondern
teilweise
sogar
Wachs in
die Ohren
gebracht.
Obwohl die
angegebenen
Wirkungen
fehlen
berichtet
der US- Pharmacist,
dass
gravierende
Nebenwirkungen
auftreten
können:
Otitis
external,
zeitweiser
Hörverlust,
Verbrennungen
am Ohr,
Beschädigungen
des
Trommelfells,
Verschluss
des
Gehörgangs
durch
tropfendes
Wachs. Die
FDA warnt
bereits
1998 vor
Ohrkerzen
mit den
Worten: "Die
Auszeichnung
der
Produkte
ist
falsch,
und
irreführend.
Es gibt
keinen
wissenschaftlichen
Beweis,
für die
Wirksamkeit
der
Ohrkerzen
für die
Indikationen
für die
sie
angeboten
werden,
Ohrkerzen
werden bei
bestimmungsgemäßem
Gebrauch
als
gefährlich
angesehen,
da dabei
ein Kerze
in der
Nähe des
Gesichts
und der
Haare
einer
Person
angebrannt
werden und
für die
Nutzer ein
hohes
Risiko von
Brandverletzungen
im
Gesicht,
an den
Haaren
besteht
und
schwerer
Schaden
für das
Mittelohr
zu
befürchten
ist."
|
|
FDA
Enforcement
Report
FDA IMPORT
ALERT
IA7701
USPharmacist
2005
Earwax:
Should It
Be Removed?
Seely
DR,
Quigley
SM,
Langman AW.
Ear
candles -
efficacy
and safety.
Laryngoscope.
1996:106;1226-9.
Ernst E.Ear
candles: a
triumph of
ignorance
over
science.
J Laryngol
Otol.
2004
Jan;118(1):1-2.
Review |
| okuläre Myositis |
| Es handelt sich
um eine
idiopathische
(ohne bekannte
Ursache
auftretende)
Entzündung der
Augenhöhle
(meist die
Augenmuskeln
betreffend),
die früher auch
als
Pseudotumour
orbitae
bezeichnet
wurde. Es
handelt sich um
die nach der
Orbitopathie
bei
Schilddrüsenleiden
und
lymphoproliferativen
Erkrankungen
dritthäufigste
Erkrankung der
Orbita
(Augenhöhle).
Die Ursache des
Krankheitsbildes
ist unbekannt,
vermutet werden
Autoimmunphänomene.
Am häufigsten
tritt die
Erkrankung bei
jungen
Erwachsenen
auf. Es kommt
zu einem akuten
hervortreten
des Augapfels (Proptosis),
Bindehautentzündung
und
Schwellung(Chemosis)
und
Einschränkung
der
Augenbewegungen.
Das
Krankheitsbild
ist meist
einseitig.
Symptome
bewegungsabhängige
retrobulbäre
Schmerzen (94%)
mit Diplopie
(85%) die
Kernsymptome
des
Krankheitsbildes
dar. Ein
weiterer
klinischer
Hauptbefund ist
die
konjunktivale
Injektion
(73%), meistens
an der
Insertionsstelle
des betroffenen
Muskels. Die
exophthalmische
Form mit
zusätzlichem
Lidödem, Ptose,
Chemose und
Exophthalmus
tritt seltener
auf (24%), eine
Visusabnahme
ist die
Ausnahme. Ein
beidseitiger
Augenmuskelbefall,
typischerweise
sequentiell,
wird in 40%
beobachtet.
Frauen sind
häufiger
betroffen
(73%), das
mittlere
Erkrankungsalter
liegt bei 34
Jahren. Der M.
rectus medialis
ist der am
häufigsten
betroffene
Muskel (70%).
Diagnose:
Obwohl das
Krankheitsbild
benigne ist,
sind dauerhafte
Augenbewegungsstörungen
oder Sehverlust
möglich,
deshalb muss
frühzeitig
diagnostiziert
werden.
Die
Diagnosesicherung
gelingt heute
mit der
Kernspintomographie
auch in
leichteren
Fällen. Der
durch die
Entzündung
erhöhte
Wassergehalt
der befallenen
Muskeln erklärt
die gegenüber
der
Computertomographie
erhöhte
Sensitivität
der
Kernspintomographie.
Therapie
der Wahl ist
die Behandlung
mit
Kortikosteroiden,
hierunter kommt
es in 90%
innerhalb von
Tagen zur
Abheilung. Bei
zu kurzer
Therapiedauer
sind Rezidive
häufig. Bei
Therapieresistenz
ist die
niedrigdosierte
Bestrahlung
meist
effizient.
Differenzialdiagnosen:
Endokrine
Ophthalmopathie
bei Morbus
Basedow. Eine
Verwechslung
ist auch mit
Clusterkopfschmerzen,
durchgebrochener
Sinusitis,
orbitaler
Zellulitis,
orbitalen
Abszessen,
Vaskulitis,
Sarkoidose,
Krebserkrankungen,
und
arteriovenösen
Malformationen
ist möglich.
|
-
Chetan
Shenoy and
Sudhakar
Sattur A
woman with
orbital
myositis,
CMAJ
January 16,
2007; 176
(2).
-
Michael S.
Lee, MD;
Simmons
Lessell, MD
Orbital
Myositis
Posing as
Cluster
Headache
Arch Neurol.
2002;59:635-636.
-
Berkhoff
Nervenarzt
68:792–800
Springer-Verlag
1997
-
Goldberg et
al.
Idiopathic
Orbital
Inflammatory
Disease
Arch
Ophthalmol
2004;122:1092-1092.
FULL TEXT
-
S J. Ahn
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D. Rubin,
Idiopathic
Orbital
Inflammation
Distribution,
Clinical
Features,
and
Treatment
Outcome
Arch
Ophthalmol.
2003;121:491-499.
|
| Okzipitalisneuralgie |
(Siehe auch hier!)
Anfallsweiser stechenden Schmerz mit
Gefühlsstörung und Missempfindungen sowie einer Berührungsüberempfindlichkeit im
Versorgungsgebiet des N. occipitalis major oder minor, der durch eine lokale
Infiltrationsanästhesie vorübergehend zu durchbrechen ist. Okzipitalisneuralgien
können entzündlich, postherpetisch oder traumatisch bedingt sein. |
|
|
| Olfaktorisch |
| von Geruch, siehe unter Hirnnerven I,
oder unangenehme Geruchswahrnehmung
bei Epilepsie. |
|
|
| Oligodendrogliom |
| Dies sind Tumore des stützenden
Hirngewebes. Sie treten am häufigsten bei Erwachsenen mittleren Alters auf. Der
häufigste Auftrittsort ist die zerebrale Hemisphäre. Dieser Tumor repräsentiert
mindestens 4 % aller primären Hirntumore. Oligodendrogliome enthalten häufig
Astrozytomzellen. Reine Oligodendrogliome wachsen normalerweise langsam und sind
relativ niedriggradig, obwohl bösartige Formen möglich sind. Oft sind solche
Tumore schon viele Jahre vor der Diagnose vorhanden. |
|
|
| Oligophrenie |
(siehe auch unter Intelligenzminderung!)
älterer
Begriff,
der
eigentlich
nicht mehr
verwendet
werden
sollte.
Synonym
für
Schwachsinn.
Er
bezeichnet
eine
angeborene
oder
frühzeitig
erworbene
Intelligenzminderung
und
wird von
der
Demenz,
den später
erworbenen
Intelligenzstörungen
unterschieden.
Dabei
wurde eine
Einteilung
nach
Schweregrad
in
Debilität
(leicht),
Imbezillität
(mittel),
Idiotie
(schwer)
vorgenommen.
Wie auch
bei vielen
anderen
psychiatrischen
Begriffen
wurde auch
das Wort
Oligophrenie
und
besonders
Begriffe
wie
Idiotie
umgangssprachlich
als
Schimpfwort
missbraucht.
Die
Begriffe
stammen
darüber
hinaus aus
einer Zeit
als in
"Idiotenanstalten"
eine
Verwahrung
der
Betroffenen
vor einer
Förderung
und
Integration
den
Vorrang
hatte.
Sinnvoller
und
weniger
diskriminierend
ist die
neuere
Einteilung
in
leichte,
mittlere
und
schwere
Intelligenzschwäche
oder -minderung
oder die
Definition
des DSM
III der
Geistige
Behinderung:
Hauptmerkmale
dieser
Störung
sind: (1)
deutlich
unterdurchschnittliche
allgemeine
intellektuelle
Leistungsfähigkeit
(ein IQ
von
höchstens
70) bei
(2)
gleichzeitig
gestörter
oder
eingeschränkter
Anpassungsfähigkeit
(Erfüllung
sozialer
Normen,
die sein
soziales
Umfeld für
Personen
seines
Alters
erwartet),
und (3)
Beginn vor
Vollendung
des 18.
Lebensjahres.
Der
Verlauf
einer
geistigen
Behinderung
ist sowohl
abhängig
von einer
zugrunde
liegenden
verursachenden
Erkrankung
als auch
von
Umweltfaktoren,
wie zum
Beispiel
der
Erziehung
und
anderer
Bildungsmöglichkeiten,
Stimulation
durch die
Umwelt und
dem
geeigneten
Umgang mit
der
Störung
selbst.
Die
Prognose
der
geistigen
Behinderung
hat sich
in den
letzten
Jahren
enorm
verbessert.
Die
meisten
geistig
behinderten
Menschen
fügen sich
heute im
Rahmen
ihrer
Möglichkeiten
gut in das
soziale
Leben ein.
In diesen
Fällen
kann die
Diagnose
einer
geistigen
Behinderung
nicht
länger
gerechtfertigt
sein. |
|
|
| Omnipotenz |
| Die Person begegnet emotionalen
Konflikten oder inneren oder äußeren Belastungsfaktoren, indem sie sich fühlt
oder verhalt, als besäße sie besondere Kräfte oder Fähigkeiten und als sei sie
anderen überlegen. |
|
|
| Oneiroid
|
| "traumartiger Verwirrtheitszustand" im Sinne eines desorientiert- verworrenen Zustandes, mit leichter Bewusstseinstrübung. Meist mit lebhaften und inhaltlich fantastischen Sinnestäuschungen, Gefühl der Irrealität oder Inszenierung der Erlebnisse, wahnhafte Interpretationen der Erlebnisse mit intensiven Gefühlserlebnissen im Sinne von Begeisterung, Entsetzen und/oder Faszination, Depersonalisation und/oder Derealisation. Der Begriff ist unscharf vom Begriff des Delirs abgegrenzt. Voraussetzung für das Zustandekommen des oneiroiden Syndroms ist eine schon präpsychotisch vorhandene Neigung zur Phantastik. Häufiger handelt es sich um drogeninduzierte Zustände, die auch wieder vollständig abklingen. Beschrieben sind solche Zustände auch bei Polyradikulitiskranken, die auf der Intensivstation beatmet werden. Manchmal handelt es sich aber bei der ursprünglich traumartig anmutenden Symptomatik auch um eine Schizophrenie. Die Differenzialdiagnose zur Schizophrenie ist besonders bedeutsam, die Prognose ist gut. Die Behandlung erfolgt psychopharmakologisch mit Neuroleptika, und ansonsten beschützend haltgebend. Zuverlässige Studien fehlen, angesichts der Seltenheit der entsprechenden diagnostischen Einordnung. |
|
Delirium oder
Delir
|
| Operationalisierung |
| Festlegung von Kriterien zur empirischen Erfassung eines theoretischen Konstrukts. |
|
|
| Operative medizinische Verfahren |
| Operative
Eingriffe
werden oft
mystisch
in ihrer
Wirkung
überhöht.
Nicht
selten
bestimmen
Ängste der
Patienten
im
Zusammenwirken
mit
mangelnder
Aufklärung,
dass die
Wirkung
von
operativen
Eingriffen
überschätzt
werden.
Die Idee
ist oft,
dass mit
der
Operation
das Übel
an der
Wurzel
gepackt
und
beseitigt
wird, was
aber nur
für einen
geringen
Teil aller
operativen
Eingriffe
zutreffend
ist. In
einer
Studie
gaben fast
80% aller
Frauen bei
denen
wegen
gutartiger
Veränderungen
die
Gebärmutter
entfernt
wurde an,
dass sie
zumindest
ein
bisschen
Angst
hatten
Krebs der
Gebärmutter
zu
bekommen,
wenn sie
nicht
operiert
werden,
29% gaben
sogar an
große
Angst
Krebs der
Gebärmutter
zu
bekommen
an, wenn
sie nicht
operiert
werden.
Psychosomatic
Medicine
67:420-424
(2005)
Informationen
über den
tatsächlichen
zu
erwartenden
Profit
eines
Eingriffs
sind bei
Patienten
oft
mangelhaft.
Dass eine
Überprüfung
der
Wirksamkeit
von
Therapien
aller Art
notwendig
ist und
dabei
Placebobehandlungen
als
Kontrolle
erforderlich
sind ist
unstrittig.
Dies gilt
auch für
Psychotherapien
und
operative
Eingriffe.
Auch die
Geschichte
der
Psychiatrie
ist reich
an Flops
operativer
Behandlungen
(siehe z.
B. die
Lobotomie)
Nach einer
jetzt
veröffentlichten
Studie (A Controlled Trial of Arthroscopic Surgery for
Osteoarthritis of the Knee J. B. Moseley and Others
[Abstract]
[Full Text]
[CME Exam] )
ist einer häufigsten orthopädischen Eingriffe zur Behandlung der Arthrose am
Knie wirkungslos. Eine „Schein-Operation“ erzielte die gleiche Wirkung wie eine
Lavage oder ein Débridement, die im Rahmen der arthroskopischen/offenen Revision
auch in Deutschland zum Behandlungsstandard gehören. Eine Scheinoperation mit
kleinen Schnitten am Knie hatte die selbe Wirkung wie der Standardeingriff oder
einen Spülung des Kniegelenkes. Da bei solchen Eingriffen auch erhebliche
Komplikationen (z.B. schwer behandelbare Gelenkvereiterungen) möglich sind, ist
hier sicherlich als Ergebnis einer solchen Studie zu vermerken, dass die
Eingriffen besser unterlassen werden sollten. Ohne Placebokontrolle sind solche
Aussagen nicht möglich. Auch im vorliegenden Beispiel vermeldete ein Teil
der Placebopatienten eine Besserung (von der Tendenz her mehr als beim realen
Eingriff). Dennoch wird man alleine wegen des Placeboeffektes kaum jemand eine
solche komplikationsträchtige Op zumuten wollen. Selbstverständlich sollte man
in solchen Fällen vor einer endgültigen Beurteilung abwarten, ob andere
Untersucher im Placebovergleich zu ähnlichen Ergebnissen kommen. Sicher ist
aber, dass auch operative Eingriffe zum Nachweis ihrer Wirksamkeit den
Placebovergleich brauchen. Auch dort wo Strahlentherapien logisch erscheinen,
sind sie nicht immer nützlich. Bei bestimmten Arten von Lungenkrebs scheint die
postoperative Strahlenbehandlung wenn sie falsch durchgeführt wird, die
Patienten im Zweifel zu töten. Alastair J Munro What now for
postoperative radiotherapy for lung cancer? The Lancet 352. Eine
jetzt veröffentlichte Untersuchung verglich bei 116 zufällig auf die Eingriffe
verteilten Patienten einen Scheineingriff mit der Laparoskopischen Adhäsiolyse
(Lösung von Verwachsungen) im Bauchraum bei Patienten mit chronischen
Bauchschmerzen. Im Ergebnis trat beim Scheineingriff mit gleicher Häufigkeit
eine Besserung ein wie bei der tatsächlichen chirurgischen Behandlung von
Verwachsungen. Der Eingriff an sich scheint also nicht wirksam zu sein, alleine
der Glaube an seine Wirksamkeit scheint auch hier bei vielen Patienten zu einer
vorübergehenden Schmerzlinderung geführt zu haben.
D J Swank, S C
G Swank-Bordewijk, W C J Hop, W F M van Erp, I M C Janssen, H J Bonjer, J Jeekel
Laparoscopic adhesiolysis in patients with
chronic abdominal pain: a blinded randomised controlled multi-centre trial [Summary] [Full
Text] [PDF]
Große Diskussionen haben auch Doppelblindstudien mit Placebogruppen in
der Transplantation von Embryonalen Zellen beim M. Parkinson ausgelöst.
Die
Patienten
hatten
nach dem
Plazeboeingriff
eine
genauso
gute
Besserung
wie nach
der
tatsächlichen
Stammzelltransplantation. Freeman TB, Vawter DE, Leaverton PE, et al. Use of placebo surgery in controlled
trials of a cellular-based therapy for Parkinson's disease. N Engl J Med
1999;341:988-992.[Full Text]
Macklin R. The ethical problems with sham surgery in clinical
research. N Engl J Med 1999;341:992-996.[Full Text],
Baum M. Reflections on randomised controlled trials in surgery. Lancet
1999;353:Suppl 1:SI6-SI8. Die Entfernung der "Polypen" bei Kleinkindern mit
häufigen Mittelohrentzündungen ist ein häufiger operativer Eingriff, auch hier
zeigt eine aktuelle Studie keine Überlegenheit zu einer Plazebobehandlung.
(Petri Koivunen, Matti Uhari, Jukka Luotonen, Aila Kristo, Risto Raski, Tytti
Pokka, Olli-Pekka Alho Adenoidectomy versus chemoprophylaxis and placebo for
recurrent acute otitis media in children aged under 2 years: randomised
controlled trial
BMJ
2004;328:487,
Abstract]
[Abridged
text] [Abridged
PDF]
[Full text] [PDF]
. Unentschiedene Diskussionen um den Nutzen operativer
Eingriffe sind häufig, die Abwägung Nutzen/Schaden ist oft schwierig. Plazebokontrollierte Studien sind ethisch oft schwierig zu rechtfertigen,
scheinen aber durchaus zum Nutzen der Patienten zu sein. So ist beispielsweise
die Diskussion um den Nutzen der operativen Behandlung des Prostatakrebses
weiter offen.
BMJ 1999;318:299-300 ( 30 January )
Amerikanische
Autoren
gingen
jüngst 49
in hohem
Maße (mehr
als
tausendfach)
zitierten
Original-
Studien
aus den
Jahren
1999-2003
nach die
in
besonders
angesehenen
und viel
gelesenen
Zeitschriften
publiziert
worden
waren. 45
behaupteten,
ein
Behandlungsverfahren
sei
wirksam.
Von den
letzteren
wurden 7
(16%)
durch
nachfolgende
Studien
widerlegt,
7 weitere
(16%)
hatten
eine
größer
Wirkung
berichtet,
als die
nachfolgenden
Studien
belegen
konnten,
20 (44%)
wurden von
anderen
Untersuchern
bestätigt,
und 11
(24%)
wurden
nicht in
Frage
gestellt.
5 von 6
dieser
vielfach
zitierten
Studien
die nicht
randomisiert
waren,
wurden
widerlegt,
bei den
randomisierten
waren es
9 von 39.
Auch viel
beachtete
und
zitierte
Studien
sind kein
Beweis für
eine
Wirksamkeit
einer
Therapiemethode,
alles gilt
so lange,
bis man es
besser
weiß. John
P. A.
Ioannidis,
Contradicted
and
Initially
Stronger
Effects in
Highly
Cited
Clinical
Research ;
JAMA.
2005;294:218-228.
Für
viele
operative
Behandlungsverfahren
gibt es
also einen
erheblichen
Nachholbedarf
an
Studien,
die die
Wirksamkeit
des
Eingriffs
unter
Beweis
stellen
und eine
wirkliche
Nutzen/Schaden-
Abwägung
erlauben. |
|
|
| Ophtalmoplegie |
Ophtalmoplegia totalis: · alle drei Augenmuskelnerven sind gelähmt, meistens
durch ein Sinus-cavernosus-Syndrom Ophtalmoplegia externa: · die für
die äußeren Augenmuskeln zuständigen Anteile des N. oculomotorius sind gelähmt,
der sphincter pupillae und der ciliaris funktionieren. Selten, meist Störung im
Kerngebiet des Oculomotorius Ophtalmoplegia interna: · die äußeren
Augenmuskeln funktionieren, die inneren sind gelähmt. Meist Störung im
peripheren Verlauf des N. oculomotorius, wo die empfindlicheren autonomen Fasern
zuerst geschädigt werden. Auch bei Botulismus · die betroffene Pupille ist weit
und reagiert nicht auf Licht Naheinstellung. Ophtalmoplegia plus:
Ophtalmoplegia externa, kombiniert mit anderen neurologischen Ausfällen
Internukleäre Ophthalmoplegie. Die
klinisch wichtigste Läsion zwischen pontinen Blickzentren und Hirnnervenkernen
ist die inter- nukleäre Ophthalmoplegie.
Geschädigt
ist der
Fasciculus
longitudinalis
medialis
das
Zusammenspiels
zwischen
Abduzenz-
und
Okulomortiuskernen
ist
gestört.
Man
unterscheidet
die
Ophtalmoplegia
internuclearis
anterior (supranukleäre
Medialisparese):
hier tritt
eine
dissoziierte
Blickstörung
mit
Adduktionshemmung
des
gegenseitigen
Auges bei
Blick zur
Herdseite
bei
erhaltener
Konvergenzfähigkeit
und Fehlen
von
Doppelbildern
auf. Bei
der
Ophtalmoplegia
internuclearis
posterior
tritt eine
dissoziierte
Blickstörung
bei Läsion
des
Fasciculus
longitudinalis
medialis
mit
Abduktionshemmung
eines
Auges beim
Seitwärtsblicken,
ohne
Doppelbilder,
mit
normalem
Ansprechen
des
ausgefallenen
M.
rectus
lateralis
auf
vestibuläre
Reize auf.
Bei der
Internukleären
Ophthalmoplegie
tritt beim Versuch der horizontalen
Blickwendung
am abduzierten Auge einen grobschlägigen Nystagmus
auf,
während das adduzierte Auge zurückbleibt bis hin zum völligen Ausfall der
Adduktion (dissoziierter Nystagmus)
( Trotz
Abduktionsschwäche
liegt
dabei aber
keine
Schädigung
des
Abduzenzkerns
oder des
N.
Abducens
an sich
vor. Doppelbilder werden dabei
wie
erwähnt
trotz
fehlender
Koordination
der
Augäpfel
meist nicht
wahrgenommen. Eine erhaltene Fähigkeit zur Konvergenz beweist, dass es sich nicht
um eine Augenmuskelparese handelt. Häufigste Ursache dieser Funktionsstörung des
mittleren Längsbündels ist bei jungen Patienten die Multiple Sklerose, bei
älteren die zerebrale Mikroangiopathie, daneben auch die
Wernicke-Enzephalopathie und Neoplasmen.
Selbstverständlich
können
aber auch
andere
Ursachen
wie
Blutungen
oder
Abszesse
vorliegen. Da die Läsion mittelliniennah ist,
findet man sie oft doppelseitig.
In einer
großen
Serie von
410
Patienten
war
bei 157
Patienten
(38%) ein
Schlaganfall,
bei 139
(34%) eine
Multiple
Sklerose ,
bei 20
Patienten
ein Trauma
oder eine
tentoriale
Herniation,
bei 17
eine
Infektion
oder ein
Tumor, bei
12 eine
iatrogene
Verletzung,
bei 13
eine
Blutung,
bei 7 eine
Vaskulitis
ursächlich.
Die
Ophtalmoplegie
war bei
87% der
Schlaganfallpatienten
und bei
27% der
MS-Patienten
einseitig. Die
Chronisch
progressive
externe
Ophthalmoplegie
ist eine
Mitochondriopathie
bei der es zur
Ptose (Hängen
des Augenlides,
und
Augenbewegungsstörungen
kommt, meist
einer Störung
der
Blickbewegungen
nach oben.
Diskonjugierte
Blickbewegungen
kommen vor,
Doppelbilder
sind aber
selten und dann
meist
vorübergehend.
Manche
Patienten haben
eine
Muskelschwäche,
sehr selten
kommt es zu
einer ZNS-
Manifestation
mit
Demenz,
epileptischen
Anfällen,
Myoklonien, und
schlaganfallähnlichen
Episoden.
Differenzialdiagnostisch
muss von der
Chronisch
progressiven
externen
Ophthalmoplegie
das
Kearns-Sayre-Syndrom
abgegrenzt
werden. Tetrazykline verzögern möglicherweise den Verlauf der Opthalamoplegie, ansonsten kann die Ptose operativ korrigiert werden, andere Behandlungsmöglichkeiten bestehen nicht.
|
|
James
R. Keane,
Internuclear Ophtalmoplegia
Unusual
Causes in
114 of 410
Patients,
Arch
Neurol.
2005;62:714-717.
Ayman Omar, Lenworth N. Johnson, Tetracycline delays ocular motility decline in chronic progressive external ophthalmoplegia NEUROLOGY 68 1159
Pedro Enrique Jime´nez Caballero, et al., Chronic Progressive External Ophthalmoplegia A Report of 6 Cases and a Review of the Literature, The Neurologist 2007;13: 33–36
|
| Ophthalmoplegische Migräne |
| Die Ophthalmoplegische Migräne (ICD 10: G43.80) ist eine sehr seltene
Form primärer Kopfschmerzen, eine Ausschlussdiagnose.
Diagnostische Kriterien nach der internationale Kopfschmerzklassifikation:
A) Wenigsten 2 Kopfschmerzattacken, die das Kriterium B erfüllen
B) Migräneähnliche Kopfschmerzen mit oder gefolgt von einer Parese eines oder
mehrerer der Hirnnerven 3, 4 und 6
c) Ein parasellärer Prozeß bzw. eine Läsion im Bereich der Fissura orbitalis
oder der hinteren Schädelgrube konnten durch geeignete Untersuchungen
ausgeschlossen werden
Wie der Name sagt, handelt es sich um wiederkehrende migräneähnliche
Kopfschmerzattacken mit einer Lähmung eines oder mehrere Augenmuskeln ohne
bekannte Ursache. Es handelt sich um keine eigentliche Migräne. Die
Attacken treten oft schon erstmals in der Kindheit auf. Die Kopfschmerzen dauern
länger als bei einer Migräne und können mehrere Wochen anhalten. Die
Kopfschmerzen gehen meist der Augenmuskellähmung um Tage voraus.
Kernspintomographisch sieht man in vielen Fällen eine Gadoliniumaufnahme
und Verdickung des betroffenen Hirnnerven (meist den N. okulomotrius. Eine
Vermutung ist, dass der Entzündungsprozess im Rahmen einer demyelinisierenden
Neuropathie des Augennerven auch die sensorischen Trigeminusanteile
(möglicherweise innerhalb des Hirnstamms) reizt und es so zu den Kopfschmerzen
kommt. Eine gesicherte Ursache gibt es bisher nicht. Es handelt sich um eine
Ausschlussdiagnose. Gedacht werden muss an eine MS, eine Sarkoidose, ein
Tolosa-Hunt Syndrom. Ausgeschlossen werden müssen auch gutartige Tumore der
Schädelbasis wie Schwannome, Hämangiome oder maligne Tumore wie Lymphome,
Leukämien oder eine Meningeosis carcinomatosa. Auch bei einer Vielzahl von
Infektionen des ZNS kann es zu ähnlichen Symptomen kommen. Insbesondere muss an
Neuroborreliosen, Syphilis, Coccidioidomykose, HIV-Infektionen gedacht werden.
Bisher gibt es auch keine gesicherte Behandlung. Eine ganz frühzeitige
Kortisongabe kann möglicherweise den Verlauf der einzelnen Attacke abkürzen.
Gesichert ist dies bisher nicht. |
- DC Davis Leptomeningeal metastasis: MR imaging
Radiology, Vol 163, 449-454,
- Semai Bek,, Gencer Genc,, Seref Demirkaya, , Erdal Eroglu, , and Zeki
Odabasi, Ophthalmoplegic Migraine
The Neurologist: 2009 15/3. 147-149
- Manzouri B, Sainani A, Plant GT, et al. The aetiology and management of
long-lasting sixth nerve palsy in ophthalmoplegic migraine.
Cephalalgia. 2007;27:275–278.
- Alexander S. Mark, Jan Casselman, Douglas Brown, Joao Sanchez, Martin
Kolsky,
Theodore C. Larsen III, Patrick Lavin, and Blaise Ferraraccio
Ophthalmoplegic Migraine: Reversible Enhancement and Thickening of the
Cisternal Segment of the Oculomotor Nerve on Contrast-Enhanced MR Images
AJNR Am J Neuroradiol 19:1887–1891, November 1998
- Giraud P, Valade D, Lanteri-Minet M, et al. Is migraine with cranial
nerve palsy an ophthalmoplegic migraine?
J Headache Pain. 2007;8:119 –122.
|
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|