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Glossar
Psychiatrie/Psychosomatik/
Psychotherapie/Neurologie/Neuropsychologie |
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wurde unter Verwendung neuester Literatur erstellt. Insbesondere
dem ICD 10, dem DSM IV, AMDP- Manual, Leitlinien der
Fachgesellschaften, Lehrbuch VT von J.Mragraf, Lehrbuch der
analytischen Therapie von Thomä und Kächele, Lexika wie
dem Pschyrembel, verschiedene Neurologie- und
Psychiatrielehrbücher, Literatur aus dem Web, außerdem
einer Vielzahl von Fachartikeln aktueller Zeitschriften der
letzten 10Jahre. Nicht alle (insbesondere kleinere) Zitate sind kenntlich
gemacht. Verständlicherweise konnte durch Verwendung
verschiedener Quellen eine Mischung aus den unterschiedlichen
Zitaten nicht immer vermieden werden. Soweit möglich
wird dies angezeigt. Nicht alles ist auf Anhieb
laienverständlich, da ich die Zusammenstellung auch für
mich selbst nutze, musste hier ein Kompromiss zwischen
Verständlichkeit und medizinischer und psychologischer
Exaktheit gefunden werden. Falls sich jemand falsch oder in zu
großem Umfang zitiert findet- bitte eine E-Mail
schicken. KM 19.4.2000 Siehe auch die ergänzenden Hinweise
unten auf dieser Seite.
PS
selbstverständlich wird das Glossar regelmäßig
aktualisiert werden.
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| p450 Cytochrom |
| Siehe unter p450 |
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| Pädagogik
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| Erziehungswissenschaft, sie umfasst dabei die Erforschung des erzieherischen Handelns und die Theorie der Erziehung. Erziehung wird dabei als zumindest teilweise bewusster, planbarer und veränderbarer Vorgang betrachtet. Gerade diese aktive Formung ist immer wieder unter unterschiedlichen Vorzeichen Gegenstand der Kritik geworden. Der Erzieher geht von bestimmten Normvorstellungen und Erziehungszielen aus, diese bestimmen das Vorgehen, die Auswahl der Institutionen, Inhalte, Methoden, die Medien und auch die Erfolgsmaßstäbe. Sonderpädagogik beschäftigt sich mit der Erziehung und Bildung von Behinderten. Ein Pädagoge ist ein Erzieher oder Lehrer. Verschiedene Herangehensweise: hermeneutische Position, Position des Kritischen Rationalismus, Position der Kritischen Theorie u.v.a.m.
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| Pädophilie |
Der Begriff wurde von Krafft-Ebing als pedophilia erotica geprägt. Oft wird inzwischen auch pädosexuell synonym zu pädophil verwendet. Es handelt sich um eine psychische Störung. Nicht jeder sexuelle Beziehung zu Minderjährigen ist pädophil motiviert, manchmal bilden Kinder einen "Ersatz für sonst fehlende Sexualpartner, dann liegt nicht unbedingt eine Pädophilie vor. Sexuelle Präferenz für Kinder, Jungen oder Mädchen oder Kinder beiderlei Geschlechts, die sich meist in der Vorpubertät oder in einem frühen Stadium der Pubertät befinden. Nach dem DSM IV spricht man davon nur, wenn dies über mindestens 6 Monate mit wiederkehrenden intensiven sexuell erregenden Fantasien, sexuellem Drang oder Verhalten das sexuelle Aktivität mit Kindern unter 13 Jahre oder Jünger der Fall ist. Die Person nach diesem sexuellen Drang oder diesen Fantasien gehandelt hat, oder die Fantasien erhebliche Bedrängnis oder zwischenmenschliche Schwierigkeiten verursacht haben. Die Person muss mindestens 16 Jahre alt sein und mindestens 5 Jahre älter als das oder die Kinder. Ein 17 jähriger der eine sexuelle Beziehung zu einer 12 oder 13 jährigen unterhält würde nicht unter diese Definition fallen. Dennoch beginnt padophiles Verhalten oft in der späten Pubertät oder im jungen Erwachsenenalter.
| Pädophilie liegt nach
DSM-IV
302.2 vor wenn : |
A. Über einen Zeitraum von mindestens 6
Monaten wiederkehrende intensive sexuell
erregende Phantasien, sexuell dranghafte Bedürfnisse oder
Verhaltensweisen, die
sexuelle Handlungen mit einem präpubertären Kind oder Kindern (in der
Regel 13
Jahre oder jünger) beinhalten. |
B. Die Phantasien, sexuell dranghaften
Bedürfnisse oder Verhaltensweisen verursachen in
klinisch bedeutsamer Weise Leiden oder Beeinträchtigungen in sozialen,
beruflichen
oder anderen wichtigen Funktionsbereichen. |
C. Die Person ist mindestens 16 Jahre
alt und mindestens 5 Jahre älter als das Kind oder
die Kinder nach Kriterium A. |
Des weiteren soll das Opfergeschlecht
bestimmt werden, ferner ob der Betreffende
ausschließlich auf Kinder orientiert ist (Ausschließlicher Typus oder
Nicht Ausschließlicher
Typus) und ob eine Beschränkung auf Inzest vorliegt. |
Auch 25% der heterosexuellen Männer soll präpubertäre Mädchen sexuell erregend empfinden ohne überwiegend pädophile Fantasien zu haben oder überwiegend pädophil ausgerichtet zu sein. Pädophile werden meist durch Kinder zwischen 4 und 14 Jahren sexuell erregt, dabei soll es 2 Gruppen mit einem Gipfel 5-6 jährigen und einem Gipfel bei den 11-12 jährigen geben. Pädophile bleiben dabei meist auf einen Alterabschnitt fixiert. Das Interesse erlischt oft mit der Pubertät der Kinder. Für viele Pädophile ist das Berühren des Kindes allein als erregend, ohne dass diese Berührungen im Genitalbereich stattfinden müssen. Bestraft werden nur eindeutig sexuelle Handlungen. Pädophilie ist nicht gleichbedeutend mit Kindesmissbrauch. Nicht jeder pädophile Mensch missbraucht Kinder, auch wenn er subjektiv unter seinen Fantasien leidet sind die diagnostischen Kriterien erfüllt. Einzelfälle der späten Entwicklung einer Pädophilie als Folge eines
Hirntumors der auf das Frontalhirn drückt sind bekannt.
Archives of Neurology (2003; 60: 437-440) In einer Studie mit funktionellen
Kernspintomografien blieb bei Pädophilen die normalerweise durch das Betrachten
erotischer Bilder ausgelösten Reaktionen im Hypothalamus, in der
periaquäduktalen grauen Substanz und im dorsolateralen präfrontalen Kortex aus
oder war nur gering ausgeprägt. Das Ausbleiben einer Reaktion dieser für die
Steuerung der vegetativen Komponenten der sexuellen Erregung wichtigen Zentren
deuten die Forscher als fehlende normale sexuelle Reaktion auf Erwachsene.
Pädoohilie ließe sich damit langfristig auch auf organischer Ebene darstellen,
was forensisch von Bedeutung werden könnte. Biological Psychiatry (2007: 62:
698-701,
doi:10.1016/j.biopsych.2006.10.018). Andere Forscher sahen strukturelle
Defekte in den Gehirnen von Pädophilen in den rechten Amygdala, die
möglicherweise in den kritischen Perioden der Prägung der sexuellen Präferenz
die Störung begünstigen können.
Arch Gen Psychiatry. (2007;64:737-746.) Eine Behandlung mit Medikamenten,
die die sexuelle Lust vermindern (SSRI, Antiandrogene, bestimmte
Neuroleptika..)kann in Einzelfällen hilfreich sein.
Die Diskussion ob es sinnvoll ist Pädophilie als eine psychische Störung anzusehen ist weiter aktuell. Man schätzt, dass es in der Bundesrepublik Deutschland 50.000 bis 200.000 pädophile Menschen gibt. 80% der Pädophilen scheinen auf Jungen fixiert zu sein. 1999 in Deutschland insgesamt 19.436 Kinder als Opfer sexuellen Missbrauchs erfasst.2001 wurden 1.432 Erwachsene und 222 Jugendliche wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern mit Körperkontakt verurteilt. Weitere 458 Erwachsene und 41 „Unter- 21-Jährige“ wurden wegen sexuellen Missbrauchs ohne Körperkontakt verurteilt. Nur 30 der insgesamt 2.152 Verurteilten waren Frauen. 12% aller Männer geben sexuelle Berührungen durch Erwachsenen im Kindesalter an, 5,3 % der befragten Männer berichteten, dass sie als Kind unfreiwillige Sexualkontakte mit einem Mann gehabt hätten, der beträchtlich älter war als sie. 7,7 % sprachen von freiwilligen Kontakten zu den Männern, bei den Frauen sind es 17%. 29% missbrauchter Kinder werden nach amerikanischen Daten von den Eltern missbraucht, 25% von anderen Eltern, andere Bezugspersonen (Erzieher, Verwandte..) machen 46% der Täter aus. 5% der Täter sind Fremde, Bekannte und Verwandte stellte 53% und Familienmitglieder stellen 42% der Täter. 89% der Kinder wurden von Männern missbraucht 12% von Frauen. Sexueller Missbrauch geht nur zu einem geringen Teil auf das Konto pädophiler Täter, sie sollen nur für 2-10% des sexuellen Missbrauchs verantwortlich sein. Wegen der Häufigkeit und da missbrauchte Kinder häufig Verhaltensstörungen, Drogenmissbrauch, Essstörungen, Persönlichkeitsstörungen und Suizidgedanken entwickeln ist Pädophilie in diesem Bereich dennoch ein gravierendes Problem. Die Verjährung von Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung ruht bis das Opfer 18 Jahre alt ist und beträgt dann 10 Jahre bei Vergewaltigung 20 Jahre. Das bedeutet, dass junge Frauen und Männer eine Tat, die ihnen in der Kindheit oder Jugend passiert ist, auch noch mit 18 Jahren zur Anzeige bringen können (§ 78b StGB). Auch Straftaten im Ausland werden inzwischen verfolgt. Die von der Norm abweichende pädosexuelle Orientierung ist das Hauptunterscheidungsmerkmal pädoseueller oder pädophiler Menschen. Sie sind nicht triebhafter als andere Menschen und haben auch nicht mehr unbeherrschbaren sexuellen Handlungsdruck als homosexuelle oder normal an Gleichaltrigen interessierte heterosexuelle Menschen. Wie bei allen anderen Menschen können sie ihre sexuellen Begierden normalerweise unter Kontrolle behalten. Da Sexualität mit Kindern generell verboten ist, wird ihnen ein größere aber leistbarer Verzicht abverlangt. Seit den über 20 Jahren ist es in der Forschung eindeutig, dass Pädophilie nicht an sich heilbar ist. Die Betroffenen fühlen sich in der Regel lebenslang zu Kindern sexuell hingezogen. Behandlungsziel ist, dass die Betroffenen den Missbrauch einstellen und ihr Verhalten kontrollieren lernen. Verhaltenstherapeutische Gruppenbehandlungen in Kombination mit den Testosteronspiegel senkenden Medikamenten halbieren in etwa die Rückfallrate der Täter. Pädophile sollen besonders häufig in pädagogischen Berufen (Jugenderzieher, Lehrer, Priester,...) anzutreffen sein. Dass sexueller Missbrauch von Kindern das Risiko psychischer Störungen massiv erhöht, ist unzweifelhaft. Eine große prospektive Untersuchung, die 1612 Kinder davon 1327 Mädchen mit nachgewiesenem sexuellem Missbrauch (ein hoher Prozentsatz mit nachgewiesener Pentration) als junge Erwachsene nachuntersuchte fand eindeutige Hinweise auf psychische Störungen als Folge des Missbrauchs bei den jungen Erwachsenen. 12.4% der sexuell missbrauchten Kinder waren als junge Erwachsene in psychiatrischer Betreuung im Vergleich zu nur 3.6% der Kontrollpersonen, bei den männlichen Opfern waren die Folgen in dieser Studie sogar gravierender hier waren 22.8% als junge Erwachsene in psychiatrischer Betreuung im Vergleich zu nur 10.2% der Kontrollpersonen. Verhaltensstörungen und Persönlichkeitsstörungen waren die häufigsten Folgen. siehe auch unter Paraphilie und unter Kindesmissbrauch
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siehe unter Paraphilie
The
British
Journal of
Psychiatry
(2004)
184:
416-421
Finkelhor D,et al 1990.
Finkelhor D 1994.
Gorey KM, Leslie DR1997.
Margolin L.
Cappelleri JC,
etal 1993 P. J.
Fagan, et al, Pedophilia JAMA,288(19):
2458 - 2465.
[Abstract]
[Full Text] [PDF]
Swanston et al PEDIATRICS Vol. 100 No. 4
October 1997, pp. 600-608
Jugendschutzgesetz (JuSchG) (.pdf, 881
kB),
JuSchG - Stand 01.04.04 - (.pdf, 1.145
kB),
www.kinderschutz-zentren.org
Zentrale Zugangsseite der Kinderschutz-Zentren
www.youngavenue.de Kinderschutz-Zentren
Seite für Kinder Informationen, Kommunikationsräume und Hilfen,
www.zartbitter.de Kölner Informations-
und Kontaktstelle gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen und Jungen,
www.zissg.de Zentrale Informationsstelle zu
sexuellem Missbrauch und sexualisierter Gewalt,
www.jugendschutz.net Gemeinsame Seite
der Jugendministerinnen und Jugendminister
der Länder,
www.frauen-maedchen-beratung.de
www.bmfsfj.de Internetseite des Bundesministeriums für Familie, Senioren,
Frauen und Jugend, www.dggkv.de Deutsche
Gesellschaft gegen Kindesmisshandlung und -vernachlässigung
www.dji.de/ikk
Deutsches Jugendinstitut e.V. München,
www.bundesverein.de Bundesverein zur Prävention von sexuellem Missbrauch an
Mädchen und Jungen e.V. Meldestellen Kinderpornografie: Baden-Württemberg:
flz@lka.polizei-bw.de Bayern:
blka@polizei.bayern.de
mailto:ppmuc@polizei.bayern.de ,
Berlin: lka@polizei.berlin.de
Hamburg:
lka-hinweise-rechts@hamburg.de Mecklenburg-Vorpommern:
www.isinet-mv.de/pages/
Nordrhein-Westfalen:
www.lka.nrw.de/formular/kontakt2.asp Rheinland-Pfalz:
landeskriminalamt.fahndung@polizei.rlp.de Saarland:
lka211@slpol.de Sachsen:
www.lka.sachsen.de/FrFeedback.htm Sachsen-Anhalt:
Anzeigen.Hinweise@lka.pol.lsa-net.de
Thüringen: cybercop-tlka@knuut.de
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| Palinopsie
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| ( von griechisch palin wiederholt, und opsis, Sehen) ist eine Sehstörung, bei der kürzlich Gesehenes in Form von Nachbildern „perseveriert“ oder erneut wieder auftaucht. Diskrete stationäre Bilder ziehen wie ein geisterhafter Streifen sekundenlang hinter dem sich bewegenden Original her, bleiben noch für Minuten im peripheren Gesichtsfeld erhalten oder werden zum Teil in der Komplementärfarbe des Originals wahrgenommen. Die Symptome können leicht mit einem Verwirrtheitszustand verwechselt werden. Es handelt sich allerdings um ein hirnlokales neuropsychologsiches Symptom. Im Lancet findet sich eine minutiöse Fallbeschreibung ein Patient sieht zunächst als Beifahrer eines Autos nach passieren einer Ampel eine schräge Reihe von Ampeln in seinem zentralen Gesichtfeld, die nach ein paar Minuten wieder verschwinden, Darauf hin folgte ein linksseitiger Gesichtsfeldverlust. Er ging daraufhin in eine Ambulanz, dort sah er eine Röntgenbild eines Knies, wo immer er danach hinsah, sah er Gesichter, Lichtsschalter, Möbel.. mit den Formen und Farben eines Knieröntgenbildes Das dauerte wiederum einige Minuten. Eine Krankenschwester die vorbeiging sah er dann im linken Gesichtsfeld immer wieder vorbeilaufen. Später sah er einen Patienten ein Eis essen, daraufhin sah er auch beim Anblick anderer Patienten und des Personals der Ambulanz, dass diese am Eisessen waren. Es schien nicht emotional betroffen, war außer diesen Halluzinationen nicht verwirrt. .Die Wahrnehmungsstörung kommt nach schwerer Schädigung der hinteren Hirnbereiche (Okzipitalregion) meist der nicht dominanten Hirnhälfte vor, zuweilen bei Migränepatienten, nach plötzlichem Visusverlust, nach Schlaganfall, sowie in Verbindung mit den Psychodrogen Mescalin, LSD und Ecstasy. Funktional Kernspintomographien lassen vermuten, dass der Ursprung in parietalen cortikalen Projektionsbahnen zur Okzipitalen Rinde liegt. Es handelt sich möglicherweise um ein Phänomen das auf epileptische Entladungen im Sinne eines visuellen Anfalls zurückgeht. Auch verschiedene Arzneimittel werden verdächtigt, Palinopsie auszulösen: Antidepressiva wie Maprotilin (LUDIOMILu.a.), Nefazodon (NEFADAR) und Trazodon (THOMBRAN) das Neuroleptikum Risperidon (RISPERDAL) und das Antikrebsmittel Interleukin 2 (PROLEUKIN). Auftreten nach Dosissteigerung bzw. Verschwinden nach Absetzen sprechen für einen Zusammenhang mit der Medikation. Zum Teil bestanden Risikofaktoren wie Hirninfarkt im hinteren Hirnbereich oder es wurden gleichzeitig Trazodon und Risperidon eingenommen.
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arznei - telegramm 2001; Jg. 32, Nr. 1. Eine Behandlung mit Antiepileptika bringt das Phänomen manchmal zum Verschwinden. Meadows JC, Munro SSF. Palinopsia. J Neurol Neurosurg Psychiatr 1977; 40: 5-8. Norton JW, Corbett JJ. Visual perceptual abnormalities: hallucinations and illusions. Semin Neurol 2000; 20: 111-21. ]Hayashi R, Shimizu S, Watanabe R, Katsumata Y, Mimura M. Palinopsia and perilesional hyperperfusion following subcortical hemorrhage. Acta Neurol Scand 2002; 105: 228-31. Cummings JL, Syndulko K, Goldberg Z, Treiman DM. Palinopsia reconsidered. Neurology 1982; 32: 444-47.Philip E M Smith, Pushkar Shah, Jan Sharpe, Anna Todd, Andrew P Goringe Palinopsia Lancet 2003; 361: 1098
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| Palpitationen
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| Herzklopfen. Neben den Arrhythmien sind Angsterkrankungen die häufigste Ursache von Palpitationen. Eine entsprechende psychiatrische Untersuchung klärt meist die Diagnose, eine organische Ausschlussdiagnostik ist aber immer erforderlich. Besonders, wenn gleichzeitig Schwindel, Beinahe- Ohnmachten, Ohnmachten oder ein sehr schneller Puls beteiligt sind, ist eine rasche organische Abklärung anzuraten. Neben Herzerkrankungen wie (gutartigen oder bedrohlichen) Arrhythmien oder anderen organischen Erkrankungen wie Anämien, Elektrolytstörungen, Fieber, Hyperthyroidismus, Hypoglykämie, Hypovolämie, Phäochromozytome, Lungenerkrankungen, kommen auch psychische Störungen als Ursache in Betracht. Insbesondere bei Angststörungen, Panikattacken, Drogen-, Kaffee-, Nikotin-, oder Alkoholeinwirkung oder Entzug kann Herzklopfen das vorrangige Symptom sein. Oft sind auch Medikamente verantwortlich, z.B. Digitalis, Phenothiazine, Theophyllin, Betaagonisten (bei der Asthmabehandlung).
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| Panarteriitis nodosa |
(wörtlich
Entzündung aller Gefäße mit Knotenbildung). Entzündung der kleinen und
mittelgroßen Gefäße, die dann Aussackungen der Gefäße (=Aneurysmen) bilden, die
als Knötchen auch in der Haut tastbar sein können. Betrifft überwiegend
Männer, ab 40, Prävalenz 6,3/100 000 Einwohner, besonders häufig nach
Hepatitisinfektion. Führt zu starkem Krankheitsgefühl, Muskelschmerzen,
Hodenschmerzen, als Folge der Durchblutungsstörungen der Organd kommt es
zu Darmkloliken, Erbrechen, Durchfall, Darmblutungen, Gelenkentzündungen,
Herzinfarkten, Angina pectoris, Herzrhythmusstörungen, Kardiomyopathie,
Gewichtsverlust, Livedo reticularis (Hautveränderung), Muskelschmerzen,
Erhöhung des diastolischen Blutdrucks, Niereninsuffizienz. Neurologisch:
Synkopen, Schlaganfällen, und einer Mononeuritis multiplex seltener auch zu
distal symmetischen Polyneuropathie.
Diagnosesicherung
über Angiographie, Biopsie der betroffenen Gefäße, EMG, im Labor
Entzündungszeichen mit CRP und BKS- Erhöhung, Leukozytose, Eosinophilie, pos.
Rheumafaktoren, zirkulierenden Immunkomplexen, Kryoglobulinen, pos.
Hepatitisserologie, c-ANCA selten, Komplementverbrauch.
Therapie:
Prednisolon, unterstützt durch Cyclophosphamid oder Azathioprin, manchmal
Plasmapherese. |
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| Panellstudie
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| Dieselbe Personengruppe wird zu verschiedenen Zeitpunkten untersucht. Vorher- Nachher. Erhebungsverfahren zur Einstellungsmessung und Meinungsforschung. Die Befragung wird an der gleichen Stichprobe (Zielgruppe), dem «panel», mehrmals durchgeführt und gestattet so eine Verlaufsanalyse von Meinungen und Einstellungen. Die Paneltechnik dient damit der Feststellung von Einstellungs-, Entscheidungs- und Verhaltensänderungen unter veränderten Umweltbedingungen oder neuen Außeneinflüssen und eignet sich von daher besonders für die empirische Analyse des sozialen Wandels. |
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| Panenzephalitis subakute sklerosierende (SSPE)
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| tödlich verlaufende Komplikation der Maserninfektion. Jahre nach der Maserninfektion kann bei 1–5/ 1000 000 durch Verbleib eines veränderten Masernvirus im Zentralnervensystem diese schwere Erkrankung auftreten. Beginn schleichend mit kognitiven und motorischen Störungen häufig letal. |
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| Panikattacken
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| Umschriebene Perioden mit plötzlich einsetzender intensiver Besorgnis, Angst oder Schrecken, häufig verbunden mit dem Gefühl dro en h den Unheils. Während dieser Attacken bestehen Symptome wie Kurzatmigkeit oder Erstickungsgefühle, Palpitationen, Herzklopfen oder beschleunigter Herzschlag, Brustschmerzen oder -beschwerden, Beklemmungen und Angst, den Verstand oder die Beherrschung zu verlieren. Panikattacken können unerwartet sein (ohne Hinweisreiz), wobei das Einsetzen der Attacken nicht mit einem situativen Auslöser verbunden ist, sondern ,,aus heiterem Himmel" auftritt. Oder die Panikattacken können situationsgebunden sein, wobei sie fast ausnahmslos sofort bei der Konfrontation mit oder der Erwartung von einem situativen Auslöser (Hinweisreiz) auftreten. Oder es besteht eine situative Prädisposition, wobei die Panikattacken bei der Konfrontation mit einem situativen Auslöser mit größerer Wahrscheinlichkeit auftreten, aber nicht unveränderlich daran gebunden sind. |
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siehe unter Angststörungen |
| Pannexin
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| Gap junctions sind Ansammlungen interzellularer Kanäle die von Connexinen gebildet werden, eine multigene Familie mit 20 verschiedenen Varianten bei Menschen. Gap junctions zwischen Neuronen bilden das anatomische Substrat der elektrischen Synapsen. Pannexine haben Gemeinsamkeiten mit den Gap junction bildenden Proteinen. Nach einer neuen Untersuchung werden die Gene Pannexin 1 (Px1) und Px2 im Gehirn sehr stark und weit verbreitet exprimiert. ,In vielen neuronalen Zellverbänden, einschließlich Hippocampus, Bulbus olfactorius, Rinde und Kleinhirn gibt eis eine Coexpression beider Pannexine, in anderen Hirngebieten, besonders in der weißen Substanz, fanden sich nur Px1-positive Zellen. Obwohl elektrische Synapsen im Gegensatz zu chemischen Synapsen im Gehirn weniger verbreitet sind, haben Studien gezeigt, dass insbesondere Interneurone im Hippocampus und Neocortex mittels elektrischer Synapsen kommunizieren. Die jetzt nachgewiesene weitere Verbreitung könnte auf eine größere Bedeutung dieser Synapsen hinweisen.
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Roberto Bruzzone, Sheriar G.
Hormuzdi, Michael T. Barbe, Anne Herb, and Hannah Monyer
Pannexins, a family of gap junction proteins expressed in brain PNAS 2003 100:
13644-13649; published online before print November 3 2003,
10.1073/pnas.2233464100
[Abstract]
[Full Text]
[PDF] [Supporting
Figures] |
| Paradigma
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| Regelsystem, Muster, Modell |
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| Paradoxie
|
| Die Paradoxie heißt „richtig=falsch." Zur Bedingung der tragischen Wirksamkeit von Paradoxien gehört, dass eine solche Gleichung nicht als „Un-Sinn" abgetan werden kann. In menschlichen Tragödien geht es nicht logisch zu. Einfache Paradoxien von der Art „Alle Kreter lügen – sagt ein Kreter" kommen ohne das tragische Moment aus. Aus der Formulierung folgt nur: wenn der Kreter Recht hat (dass alle Kreter lügen), dann lügt er. Wenn er aber lügt, sagt er gerade die Wahrheit. Hier entsteht die Paradoxie nicht durch das Tragische, sondern durch die Selbstrückbezüglichkeit der Aussage. Paradoxien überschreiten die Logik und weisen auf andere Dimensionen hin. Sie zu „entparadoxieren" ist vermutlich das, was im allgemeinen als „Lösung" eines Konflikts bezeichnet wird. Pragmatische Paradoxien entstehen, wenn dieselben Ereignisse innerhalb verschiedener Kontexte unvereinbare Bedeutungen erhalten, wenn diese Bedeutungen zugleich als relevant erkannt, für Handeln verpflichtend und als verbindlich angesehen werden müssen; und wenn aus den unterschiedlichen Bewertungen und Bedeutungen gegenteilige Handlungsmaximen folgen. Ödipus wird geweissagt, dass er seinen Vater umbringen und seine Mutter heiraten wird – im Kontext dieser Weissagung ist seine Reaktion richtig: er verlässt seine Pflegeeltern, um sein Ziel zu erreichen, die Vorhersage nicht eintreten zu lassen. Im anderen Kontext des griechischen Mythos ist seine Reaktion gerade falsch: sie führt zur Erfüllung der Vorhersage. Ins Zentrum der Tragödie ist eine Paradoxie eingerückt. Wenn Ödipus „richtig" handelt, handelt er „falsch" – und umgekehrt. Nicht immer zu entdecken und aufzuklären sind Irrtümer aufgrund unterschiedlicher Definitionen. So scheinen Peru und andere südamerikanische Länder eine überraschend geringe Säuglingssterblichkeit zu haben. Doch unterscheiden sich die Definitionen von „Säuglingssterblichkeit“ von Land zu Land: „Lebendgeboren“ sind Kinder in Deutschland mit dem ersten Herzschlag oder dem Einsetzen der Atmung, in Peru jedoch erst mit dem Zeitpunkt der Taufe – alle Kinder, die nach dem ersten Herzschlag, aber vor der Taufe sterben, tauchen daher in Peru nicht in der Säuglingssterblichkeitsstatistik auf, sondern gelten als Totgeburten. Eine weitere Klasse von Irrtümern sind logische Trugschlüsse. Katholische Bischöfe haben unter allen Berufen eine der höchsten Lebenserwartungen – leben sie also gesünder als Angehörige anderer Berufe? Nicht unbedingt, denn es handelt sich um eine extrem verzerrte Stichprobe: Da man erst im fortgeschrittenen Alter Bischof wird, sind alle Personen, die jung sterben, automatisch aus der Statistik ausgeschlossen. |
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siehe http://www.gwup.org/skeptiker/archiv/2000/3/muenchen.htm
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| Parakinesen
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| Unregelmäßig, schlecht koordinierte, in ihrer Harmonie gestörte Bewegungen, z.B. bei Katatonie |
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| Parallelisieren
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| In einer Studie wird jedem Probanden in Gruppe A ein "Merkmalszwilling" in Gruppe B zugeordnet.
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| Parallelisierung (matched sampling)
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| Die Zusammenstellung von zwei oder mehr Parallelstichproben in der Weise, dass die Angehörigen der Stichproben hinsichtlich des Ausprägungsgrades eines Kontrollmerkmals paarweise einander zugeordnet werden können. Ziel der Parallelisierung ist die Ausschaltung von zufälligen Unterschieden hinsichtlich des Kontrollmerkmals zwischen den Angehörigen der Stichproben. |
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| Paramnesien
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| Wahnerinnerung: Umänderung der Erinnerung im Sinne eines Wahns oder auch scheinbare Erinnerungen, Zu den Paramnesien gehört auch das sogenannte falsche Wiedererkennen (schon einmal gesehen, gehört, erlebt) und auch ihr Gegenteil (noch nie gesehen), vermeintliche Vertrautheit deja-vu) oder Fremdheit (jamais vu). |
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| Paraneoplastische Syndrome |
| Paraneoplastische Syndrome die das Nervensystem betreffen sind neurologische
Symptome oder Syndrome die ausgelöst bzw. im Zusammenhang mit Krebserkrankungen
auftreten. Viele dieser Syndrome können auch unabhängig von Krebserkrankungen
auftreten.
Das Zentrale Nervensystem betreffend sind zu nennen:
Limbische Enzephalitis,
Encephalomyelitis als Differenzialdiagnose zur
MS, Kleinhirndegenerationen, Opsoklonus-Myokclonus Syndrome,
Optikusneuropathien/Retinopathien, Hirnstammenzephalitis, das
Stiff-man Syndrom,
Motoneuron Erkrankungen, Necrotisierende Myelopathien
Das Periphere Nervensystem betreffend
Polyneuronopathien, Neuromyotonien, das Lambert-Eaton Syndrom,
entzündliche Myopathien zu nennen.
Bei Vorliegen einer solchen Erkrankung muss die Differenzialdiagnose einer
Krebserkrankung bedacht werden. Dabei können die neurologischen
Paraneoplastischen Syndrome den anderen Symptomen der Krebserkrankung
vorauszugehen. |
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| paranormal belief
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| Unter ´paranormal belief´ werden Einstellungen zu einem breiten Spektrum von Inhalten zusammengefasst: paranormale Erfahrungen, nicht anerkannte Deutepraktiken, okkulte Praktiken, sowie spezielle Glaubensinhalte. Entsprechende Einstellungen sind, wie viele Umfrageergebnisse belegen, in der Bevölkerung weit verbreitet. Eine Assoziation mit Persönlichkeitsstörungen ist auf diesem Hintergrund nicht sehr nahe liegend. In der Beschreibung der schizotypischen Persönlichkeit (DSM III, DSM IV) tauchen jedoch genau solche Einstellungen als ein Störungsmerkmal auf. In entsprechenden Fragebögen findet man dann auch typische ´paranormal belief´ Fragen vermischt mit weiteren Fragen, die auf ein gestörtes Erleben verweisen. Eine Studie, an der knapp 400 gesunde Erwachsene teilnahmen, hatte das Ziel, einen Fragebogen zur Erfassung von ´paranormal belief´ zu entwickeln und den Zusammenhang dieser Skala mit verschiedenen Persönlichkeitsmerkmalen und einigen Schizotypiemerkmalen aufzuklären. Drei Skalen zu Erfassung ausgewählter Schizotypiemerkmale (schizotypal personality, magical ideation, perceptual aberration), für die ein Zusammenhang mit ´paranormal belief´ erwartet werden konnte, korrelierten hoch untereinander (zwischen r = .60 und r = .73). Dennoch bildeten sie in einer über alle Skalen berechnete Hauptkomponentenanalyse keinen eigenen Faktor. Vielmehr luden alle drei Skalen mit unterschiedlichen Gewichtungen auf einem Neurotizismusfaktor und einem ´paranormal belief´-Faktor, wobei sie auch noch substantielle Eigenanteile aufwiesen. Zwei weitere Studien bestätigten die relative Eigenständigkeit des Einstellungskonstrukts ´paranormal belief´. Bei ´paranormal belief´ handelt es sich um ein sehr homogenes Konstrukt, das deutlich weniger eng an die schizotypische Persönlichkeitsstörung gebunden ist, als es die Definition des Störungsbildes erwarten lässt. Die weite Verbreitung dieses Einstellungsmusters unterstreicht die Notwendigkeit, spezifischere und stärker am Erleben zentrierte Indikatoren für die schizotypische Persönlichkeitsstörung herauszuarbeiten.
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| Paraphilie |
sexuelle Deviation oder
Perversion nach älterer Nomenklatur. Andere Bezeichnungen sind sexuelle
Variationen oder Deviationen. Die sexuelle Vorliebe oder der Drang nach
sexueller Befriedigung mit Objekten die außerhalb des "Normalen" (z.B.:
Koprophilie, Koprophagie, Urolagnie) angesehen werden, oder eine oder eine Art
der sexueller Stimulierung die als außerhalb des Normbereiches angesehen wird.
Perversion wird von lat. perversus = verkehrt, abgeleitet. Während der
Inquisition wurde der Begriff eingeführt und war gleichbedeutend mit Häresie
(Ketzerei). Später wurde er angewandt auf Sexualpraktiken u. -vorstellungen, die
von der Gesellschaft geächtet oder zumindest als anrüchig betrachtet wurden (
Roche Lexikon Medizin (4. Aufl.) - Perversion) Allgemein wird aber
Feindseeligkeit in der Kombination mit Sexualität als wesentlich für die
Definition der Paraphilie angesehen.
Wichtig ist also dabei vor allem
die Art des Umgangs mit dem Sexualobjekt oft im Sinne von Instrumentalisierung
und Entpersönlichung, in Verbindung mit Gewalt, Macht... Häufig sollen
Paraphilien Persönlichkeitsstörungen zu Grunde liegen. Bei der Definition
spielen die manchmal zu Grunde liegenden Selbstwertprobleme und Ängste, die nach
aggressiver Selbstbestätigung suchen lassen, keine Rolle. Komorbidität mit
verschiedenen Paraphilien ist ebenso häufig, wie die Komorbidität mit anderen
schweren psychischen Störungen. Misshandlung und eigener sexueller Missbrauch in
der Kindheit sind häufig in der Vorgeschichte.
DSM-IV Kriterium A:
wiederkehrende intensive sexuell erregende Phantasien, sexuelle dranghafte
Bedürfnisse oder Verhaltensweisen, die sich im allgemeinen auf 1.
nichtmenschliche Objekte, 2. das Leiden oder die Demütigung von sich selbst oder
seines Partners, 3. Kinder oder andere nicht einwilligende oder nicht
einwilligungsfähige Personen beziehen----und die über einen Zeitraum von
mindestens 6 Monaten auftreten. Kriterium B: Das Verhalten, die sexuell
dranghaften Bedürfnisse oder Phantasien führen in klinisch bedeutsamer Weise zu
Leiden oder Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen
Funktionsbereichen. Exhibitionismus DSM-IV 302.4 ICD10 F65.2; Fetischismus
DSM-IV 302.81 ICD10 F65.0 ; Frotteurismus DSM-IV 302.89 ICD10 F65.8, Pädophilie
DSM-IV 302.2 ICD10 F65.4 Voyeurismus DSM-IV 302.82 ICD10 F65.3, NNB Paraphilie
DSM-IV 302.9 ICD10 F65.9
Strittig ist ab wann man bereits
alleinige gelegentliche Phantasien zu den Paraphilien rechnen sollte. Die
Grenze, was als Normal angesehen wird ist auch Zeit- und Kulturabhängig.
Homosexualität gilt in der westlichen Welt nur noch in Sekten als Paraphilie.
Vergehen gegen die sexuelle Selbstbestimmung gelten generell als deviant,
entsprechen aber nicht immer der Definition einer Paraphilie. z.B.: ganz
erhebliche Altersdifferenzen (Gerontophilie, Pädophilie), Vorliebe oder
Wunschvorstellung von behinderten Partnern.. Oder Acrotomophilie als Wunsch nach
einem Beinamputierten Partner oder Apotemnophilie", als Wunsch selbst amputiert
zu werden. Oft bestehen mehrere Paraphilien, gleichzeitig wie z.B. ein
gleichzeitiges Auftreten von
Exhibitionismus, mit anderen
Störungen wie
Fetischismus,
Pädophilie, Transvestitismus,
Voyeurismus,
Frotteurismus,
Kleptomanie,
Sadomasochismus,
Zoophilie, Erotophonie
(multiple Störungen) weiteres Kriterium ist ein Leidensdruck und Entsetzen über
paraphile Phantasien; und ein häufigeres Auftreten in Zeiten von Stress oder
Konfliktsituationen.
Paraphilien treten bei Männern
wesentlich häufiger als bei Frauen auf. Psychische Störungen sind ätiologisch,
bezüglich der Therapieprognose und therapeutisch oft wichtiger als die
eigentliche Symptomatik. Dies gilt insbesondere in der Therapie und Begutachtung
der bei der Sexualdelinquenz. Delinquenz resultiert hauptsächlich wenn auch noch
eine Störung der Impulskontrolle vorliegt. In einigen Untersuchungen hatten
Sexualstraftätern sehr häufig affektiven Störungen, Angststörungen und
substanzbezogenen Störungen. Unter den Angststörungen kam die Sozialphobie am
häufigsten vor. Erhöhte soziale Angst bei Sexualstraftätern wird als eine
Entstehungsbedingung für Sexualdelinquenz diskutiert. In verschiedenen Arbeiten
wird davon ausgegangen, dass Defizite der sozialen Kompetenz und Minderbegabung
die Entstehung der Sozialphobie bei Sexualdelinquenten mitbedingen können. Viele
Sexualstraftäter waren selbst Opfer sexuellen oder physischen Missbrauchs.
Schätzungen variieren hier zwischen 25-58% Wissenschaftliche Arbeiten
ermittelten bei Sexualstraftätern auch einen häufigen Missbrauch bzw. eine
Abhängigkeit von Alkohol und / oder Drogen. Fast die Hälft aller Sexualdelikte
mit Gewaltanwendung soll unter dem Einfluss von Alkohol begangen werden.
Der Ursprung paraphiler
Neigungen ist nicht bekannt, sie beginnen meist in der Pubertät zunächst mit
Masturbations-Fantasien. Da sie durch den Orgasmus ständig belohnt werden,
besteht die Gefahr, dass sie sich einschleifen, ausweiten und zur Verwirklichung
drängen. In der Diskussion ist in wie weit bestimmte anatomische Läsionen zu
Paraphilien führen können. Einzelfallbeschreibungen weisen auf solche Aspekte
hin. Eine erworbene Paraphilie bei einem MS- Kranken wurde mit einer
entzündlichen Demyelinisation in den hypothalamischen und septalen Regionen des
basalen Prosenzephalon in Zusammenhang gebracht. Unter Stimulation mit
entsprechenden Bildern lässt sich mit fMRI- Bildern die Erregung zeigen, was
möglicherweise in der Beurteilung des Therapieerfolges bei Straftätern Bedeutung
erlangen könnte. Darstellen lässt sich damit auch das Craving bei Süchtigen,
damit lässt sich eine relativ zuverlässige Prognose hinsichtlich der
Anfälligkeit gegen Rückfälle stellen. Die entsprechenden Bilder zeigen eine
Korrelation zu PET- Bildern die eine Rolle des N. Accumbens eines Teils der
Basalganglien im Belohnungssystem belegen. Bei Pädophilen lässt sich die selbe
Hirnregion bei Ansicht eines entsprechenden Bildes belegen. Dabei lässt sich
auch hier eine Aussage bezüglich der Rückfallgefährdung machen. Die
Rückfallgefährdung ist bei allen Paraphilien hoch, die Wirksamkeit von
psychotherapeutischen wie medikamentösen Behandlungen ist noch schlecht
untersucht. SSRIs werden positive Wirkungen auf viele paraphile Symptome
zugeschrieben, die unabhängig sein sollen, von der die sexuelle Lust dämpfenden
Nebenwirkung. Antiandrogene, Phasenprophylaktika und Neuroleptika sind andere
Medikamente, die eingesetzt werden. siehe auch unter Transsexualität, Zoophilie
und unter sexuelle Funktionsstörungen
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Siehe auch unter
Frotteurismus,
Fetischismus,
Gerontophilie,
Pädophilie,
Transsexualismus
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| Parasomnien
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| sind ungewöhnliche Ereignisse, die entweder während der Schlafes oder an der Schwelle zwischen Wachsein und Schlaf auftreten. Dazu gehören Schlafwandeln (Somnambulismus), nächtliches Aufschrecken (Pavor nocturnus), Angstträume, nächtliches Einnässen (Enuresis nocturna), nächtliches Zähneknirschen (Bruxismus) usw. Sie werden vor allem im Kindesalter beobachtet, können aber auch bei Erwachsenen auftreten und pflegen - unerkannt und damit unbehandelt - belastende Konsequenzen (z. B. Verunsicherung mit Isolationsneigung) nach sich zu ziehen.
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genaueres siehe unter Schlafstörungen |
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