Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse

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Glossar Psychiatrie/Psychosomatik/ Psychotherapie/Neurologie/Neuropsychologie

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PS selbstverständlich wird das Glossar regelmäßig aktualisiert werden.

 

Ouerschnittsmyelitis, akute
(AQM) ist eine entzündliche, monophasische und demyelinisierende Erkrankung, die klinisch durch beidseitige motorische, sensible und autonome Symptome mit einem spinalen Niveau gekennzeichnet ist. Ursächlich kommen v.a. die multiple Sklerose, infektiöse und Autoimmunerkrankungen in Frage. In einer retrospektiven Studie von Jeffery und Mitarbeiter blieb die Ursache allerdings in 21% der Fälle unklar. Differentialdiagnostisch kommen v.a. Kompressionssyndrome, infektiöse und vaskuläre Erkrankungen (Ischämien, Gefäßfehlbildungen) in Frage, die durch bildgebende Verfahren und eine Liquoruntersuchung in der Regel abgegrenzt werden können. Rezidivierende Querschnittsmyelitiden (RQM) lassen primär an die spinale Verlaufsform der multiplen Sklerose denken, besonders wenn zur spinalen Symptomatik zusätzliche Symptome oder paraklinische Befunde auf eine Beteiligung anderer ZNS-Strukturen hinweisen. Bei klinisch isolierten demyelinisierenden Syndromen ist die kraniale MRT hierbei der stärkste Prädiktor im Zusammenhang mit der Entwicklung einer definitiven MS. Seltenere Ursachen für eine RQM wurden in einer Reihe von Einzelfallberichten veröffentlicht. Hierzu zählen bakterielle, virale und parasitäre Infektionen, Kollagenosen und Vaskulitiden. Differentialdiagnostisch kommen außerdem arteriovenöse Gefäßfehlbildungen und ischämische Erkrankungen in Frage, selten auch Tumoren mit z.T. akut einsetzender Symptomatik.
Kahl et al Rezidivierende Quer-schnittsmyelitis Nervenarzt 1998 · 69: 1115–1122 © Springer-Verlag 1998


Q Fieber
Seltene Zoonose (durch Zecken übertragene Coxiella burnetii, früher auch als Rickettsia burneti bezeichneter relativ Hitze, Druck und Desinfektionsmittelresistenter gram-negativer Coccobazillus) mit vielfältigen Symptomen und Organmanifestationen. Neben Zecken bilden Kühe, Ziegen, Schafe, Hunde, Katzen, Affen, Nagetiere, Reptilien, Amphibien, Vögel, Fische ein Virusreservoir. Das Überträgertier wechselt von Land zu Land. Tröpfcheninfektion im Tierkontakt oder bei der Schlachtung sind Ansteckungsquellen, ebenso die getrockneten Ausscheidungen und Produkte (z.B. Wolle) infizierter Haus- und Nutztiere. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist sehr selten. Inkubationszeit 4 Tage bis 6 Wochen, meist 2–3 Wochen. Theoretisch als bioterroristischer Kampfstoff einsetzbar. . Die durchschnittliche Q Fieber Inzidenz lag in Deutschland 1979-1989 bei 0.8/1000 000 und von 1990-1999 bei 1,4/1000 000. Baden-Württemberg ist 3x so häufig betroffen wie der Norden Deutschlands. Insgesamt gab es nach dem Robert-Koch-Institut 40 dokumentierte kleinere Ausbrüche seit 1947; bei 24 davon waren Schafe die Überträger. Winter-Frühjahr ist die häufigste Erkrankungszeit. Meist tritt eine grippeartige Symptomatik mit Lungenentzündung und Leberentzündung auf. Meist heilt die Infektion von alleine aus, in der Hälfte der Fälle handelt es sich um eine asymptomatische Infektion (der Betroffene merkt nichts von einer Erkrankung), Todesfälle kommen aber vor. Die Diagnose wird meist nicht gestellt. Eine Endokarditis ist die häufigste chronische Folge, Myokarditis ist selten(<1%), aber eine der häufigsten Todesursachen. Chronische Müdigkeitssyndrome (chronic fatigue Syndrome) und kardiovaskuläre Erkrankungen scheinen mögliche Langzeitfolgen zu sein. An neurologischen Symptomen kommen Enzephalitis, Meningoenzephalitis, Enzephalomyelitis, Meningitis, Cerebellitis, Guillain-Barré- Syndrom, Neuritis (einschließlich optisch, brachial, und Mononeuritis multiplex), Myelitis und periphere Neuropathie, Polyradikulopathie, extrapyramidale neurologische Erkrankungen vor. Fast jedes Organ kann befallen sein. In Australien gibt es eine Impfung. Serumtiter sind nach erst bis zu 3–4 Wochen nachweisbar. In einer Untersuchung waren die Titer bei der Erstuntersuchung nur bei weniger als 40% nachweisbar. Doxycyclin 2x100 mg möglichst vor dem 3. Tag für 14 Tage wird für die Akuterkrankung empfohlen, bei Kindern alternativ Co-trimoxazol. Bei Endokarditis wird für 18 Monate behandelt.
Neil R Parker, Jennifer H Barralet, M App Epidb, Alan Morton Bell, Q fever The Lancet, Volume 367, Issue 9511 , 25 February 2006-3 March 2006, Pages 679-688. Changing Epidemiology of Q Fever in Germany, 1947-1999 Robert-Koch-Institut  RKI-Ratgeber


Qualität
Wertigkeit, Beschaffenheit, Eigenschaft oder Güte einer Sache die nicht immer messbar bzw. zahlenmäßig erfassbar ist (gemessen an definierten Anforderungen), scheinbar im Gegensatz zur zählbaren Quantität. Wobei Quantität ab einem bestimmten Punkt zur Qualität werden kann. Oft als Synonym für Hochwertigkeit verwendet. Im Unternehmen Anforderungen, die das Unternehmen im Rahmen des Qualitätsmanagement-Handbuchs (QMH) an sich selbst stellt (gesetzlich geregelte Selbstbewertung), damit nur bei Kenntnis der subjektiven Anforderungen beurteilbar, kein "objektives" Kriterium. Auch kontinuierlichen "Verbesserungsprozesse" garantieren nicht, dass wirklich etwas besser wird. In der Regel wird nur im Unternehmen überprüft ob Mitarbeiter die "Verantwortung für die Gesamtleistung" übernehmen, Gewinnorientierung ist dabei in der Regel die Maxime, dabei verschwimmen oft die Begriffe der Qualität und Quantität. Dabei wird zwar zwischen Prozessqualität und Produktqualität unterschieden, in der Regel aber am Interesse des Unternehmens ausgerichtet.
Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses über eine Qualitätsmanagement-Richtlinie vertragsärztliche Versorgung vom 18. Oktober 2005


Quantität
Menge, Größe, Intensität oder Anzahl einer Sache, die meßbar und zahlenmäßig erfaßbar ist


Querschnittlähmung Klassifikation nach Lähmungsausmaß
Differenzialdiagnose akuter und subakuter nichttraumatischer Querschnittssyndrome
Gefäßerkrankungen mit  Rückenmarksschädigung:  Mangelnde Durchblutung des Rückenmarks: Primäre Durchblutungsstörungen : Arteriosklerose, Gefäßentzündung (Vaskulitis),  Sekundäre Durchblutungsstörungen: Gefäßkompression durch Raumforderung,Erkrankungen der Aorta,  Dekompressionskrankheit bei Tauchern
Blutungen im Wirbelkanal: epidurales Hämatom, subdurales Hämatom, Subarachnoidalblutung, intraparenchymale Blutung (Hämatomyelie) GefäßmIssbildungen im Rückenmark oder Wirbelkanal: arteriovenöse Durafistel, perimedulläre Fisteln, intramedulläre arteriovenöse Angiome, Kavernome
Entzündliche Rückenmarkserkrankungen: Ohne Rückenmarkskompression: Akute Myelitis: transversa: viral, bakteriell, mykotisch, para-/postinfektiös oder postvakzinal.   Myelitis bei chronisch entzündlicher ZNS-Erkrankung: (z.B. multiple Sklerose, Neuroborreliose), Myelitis bei Systemerkrankung: (zum Beispiel M. Behçet). Mit Rückenmarkskompression: Epiduraler Abszess,  Subduraler Abszess,  Spondylodiszitis
Toxisch-allergische Rückenmarkserkrankungen: Subakute Myelo-Optiko-Neuropathie (SMON) durch Clioquinol, Spätmyelopathie nach Chemonukleolyse
Nichtentzündliche spinale Raumforderungen: Bandscheibenmassenprolaps, Krebserkrankungen oder Metastasen
Nichtspinale Erkrankungen: Akute Polyradikulitis Guillain Barré, Hyper- oder hypokaliämische Lähmungen, Mantelkantensyndrom (zum Beispiel bilateraler Infarkt im Versorgungsgebiet der Aa. cerebri anteriores), Psychogene Querschittssymptomatik
Modifiziert nach Schwenkreis, Peter; Pennekamp, Werner; Tegenthoff, Martin Differenzialdiagnose der akuten und subakuten nichttraumatischen Querschnittslähmungen Deutsches Ärzteblatt 103, Ausgabe 44 vom 03.11.2006, Seite A-2948 HTML | PDF | Literatur

Querschnittlähmung Klassifikation nach Lähmungsausmaß

A – komplett Keine sensible oder motorische Funktion ist in den sakralen Segmenten
S4 bis S5 erhalten.
B – inkomplett Sensible, aber keine motorische Funktion ist unterhalb des neurologischen
Niveaus erhalten und dehnt sich bis in die sakralen Segmente
S4/S5 aus.
C – inkomplett Motorische Funktion ist unterhalb des neurologischen Niveaus erhalten,
und die Mehrzahl der Kennmuskeln unterhalb des neurologischen
Niveaus haben einen Muskelkraftgrad von weniger als 3
D – inkomplett  Motorische Funktion ist unterhalb des Schädigungsniveaus erhalten,
und die Mehrheit der Kennmuskeln unterhalb des neurologischen
Niveaus haben einen Muskelkraftgrad größer oder entsprechend 3
E – normal Sensible und motorische Funktionen sind normal.
American Spinal Injury Assosciation. International Standards for Neurological Classification of Spinal Cord Injury, revised 2002. Chicago: American Spinal Injury Association; 2002.


Querschnittstudie
Verschiedene Alterskassen werden zu einem bestimmten Zeitpunkt untersucht.


Querulantenwahn
ist eine besondere Form des Beeinträchtigungswahnes, wobei meistens eine Kränkung und der daran anschließende Kampf ums Recht beherrschend sind


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Um Mitteilung wo dies nicht der Fall ist bin ich dankbar. Fragen Sie hierzu immer Ihren behandelnden Arzt. Dieser weiß in der Regel über die hier dargestellten Sachverhalte gut Bescheid und kann Ihren individuellen Fall und Ihre Beschwerden besser einordnen- was für einen bestimmten Patienten nützlich ist, kann einem anderen schaden.  Selbstverständlich gibt es zu den meisten Themen unterschiedliche Auffassungen. Soweit möglich wird hier dargestellt woher die Informationen stammen. In den meisten Fällen mit einem entsprechenden Link (da diese oft ohne Ankündigung geändert werden, sind diese leider nicht immer aktuell zu halten).. Leider ist die zitierte Literatur nicht immer kostenfrei zugänglich. Die Beschränkung auf kostenfrei zugängliche Literatur würde manches sehr oberflächlich lassen. In der Regel versuche ich mich in der Darstellung an deutschen oder internationalen Leitlinien der Fachgesellschaften und Metaanalysen der Literatur zu orientieren. Auch dies ist nicht überall möglich. Zum einen gibt es nicht überall solche Leitlinien, zum anderen werden diese mir nicht immer sofort bekannt. Manche Leitlinien sind lange nicht aktualisiert worden und von neuerer Literatur überholt, bzw, ergänzungsbedürftig.  Wenn möglich sind im Text Links zu solchen Leitlinien eingebaut. Auch Leitlinien sind nur Orientierungen, sie schließen nicht aus, dass generell oder im Einzelfall Fehler enthalten sind oder diese im Einzelfall nicht anwendbar sind. Ziel der Darstellung ist hier definitiv nicht, mich als Experten für irgendeines der in der Homepage dargestellten Krankheitsbilder auszuweisen. Ich gehe davon aus, dass alle vergleichbaren Fachärzte für Neurologie, Psychotherapeutische Medizin und Psychiatrie ihre Patienten sorgfältig und genau so gut wie ich behandeln. Sollten Sie über eine Suchmaschine direkt auf diese Seite gekommen sein, werden Sie gebeten auch die Hauptseite aufzusuchen. 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