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Glossar
Psychiatrie/Psychosomatik/
Psychotherapie/Neurologie/Neuropsychologie |
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wurde unter Verwendung neuester Literatur erstellt. Insbesondere
dem ICD 10, dem DSM IV, AMDP- Manual, Leitlinien der
Fachgesellschaften, Lehrbuch VT von J.Mragraf, Lehrbuch der
analytischen Therapie von Thomä und Kächele, Lexika wie
dem Pschyrembel, verschiedene Neurologie- und
Psychiatrielehrbücher, Literatur aus dem Web, außerdem
einer Vielzahl von Fachartikeln aktueller Zeitschriften der
letzten 10Jahre. Nicht alle (insbesondere kleinere) Zitate sind kenntlich
gemacht. Verständlicherweise konnte durch Verwendung
verschiedener Quellen eine Mischung aus den unterschiedlichen
Zitaten nicht immer vermieden werden. Soweit möglich
wird dies angezeigt. Nicht alles ist auf Anhieb
laienverständlich, da ich die Zusammenstellung auch für
mich selbst nutze, musste hier ein Kompromiss zwischen
Verständlichkeit und medizinischer und psychologischer
Exaktheit gefunden werden. Falls sich jemand falsch oder in zu
großem Umfang zitiert findet- bitte eine E-Mail
schicken. KM 19.4.2000 Siehe auch die ergänzenden Hinweise
unten auf dieser Seite.
PS
selbstverständlich wird das Glossar regelmäßig
aktualisiert werden.
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| Rache |
Der Rächer schadet einem anderen Menschen oder einer sozialen Gruppe als
Reaktion auf das Gefühl selbst von dieser Person oder Gruppe geschädigt worden
zu sein. Rache ist dabei oft intensiv, aggressiv und nicht rational abgewogen.
Dabei wird diese Intensität der Gefühle oft bewusst zugelassen und eingeschränkt
kontrolliert, in Einzelfällen mag sie auch per se schlecht kontrollierbar sein.
Rache soll einem subjektiv Geschädigten helfen seine negativen Gefühle von
Kränkung, Hass, Angst, Wut, Ärger, Beschämung, etc. durch Erleben von Genugtuung,
Zufriedenheit und wiederhergestellter Gerechtigkeit zu neutralisieren. Diese
Neutralisierung, die das Gefühl dass das Konto zum Täter wieder ausgeglichen sei
herstellen soll misst dabei nicht mit rationalen Maßstäben. Es handelt sich
damit um eine Bewältigungsreaktion mit dem Ziel durch Gegenschädigung die
subjektive Gerechtigkeit wieder herzustellen und nicht zuletzt der Vorbeugung
vor dem erneut unrecht behandelt werden. Ziel des Rächers ist die eigene
psychische Stabilität durch einen "Ausgleich" wieder herzustellen. Hierfür soll
die Rache verdient sein und dem Rächer Genugtuung bereiten. Ob sich jemand rächt
hat u.a. mit Persönlichkeitsvariablen, wie erhöhter Kränkbarkeit,
Gerechte-Welt-Glaube, Sensibilität für Ungerechtigkeit, dem Willen und der
Fähigkeit zur Impulssteuerung, der Abwägung der Kostspieligkeit der Rache und
der Eingebundenheit in friedliche oder feindselige Gemeinschaften zu tun. Bei
manchen Menschen spielen Abwägungen des eigenen Schadens durch die Rache keine
Rolle. Sie laufen Gefahr Amokläufer zu werden. Zitat S.B. Schule Emsdetten:
"Dann bin ich wach geworden. Mir wurde bewusst das ich mein Leben lang der Dumme
für andere war, und man sich über mich lustig machte. Und ich habe mir Rache
geschworen! Diese Rache wird so brutal und rücksichtslos ausgeführt werden, dass
euch das Blut in den Adern gefriert. Bevor ich gehe, werde ich euch einen
Denkzettel verpassen, damit mich nie wieder ein Mensch vergisst!"
Einer Rache geht meist das subjektive Gefühl materiell, psychischer oder sozial
geschädigt worden zu sein voraus. Es handelt sich dabei um einen subjektiven
Schaden, der nicht unbedingt von anderen oder dem Schädiger bzw. Täter so
wahrgenommen werden muss. Bestimmend für die Rachegelüste ist dabei das Ausmaß
an Verantwortlichkeit und Schuld, das dem Täter vom Rächer zugeschrieben wird.
Die Verantwortlichkeit des Täter wird dabei umso größer gesehen, um so schwerer
der Schaden empfunden wird. Ein weiterer Gesichtpunkt ist die mutmaßliche
oder empfundene Geringschätzung des "Täters" gegenüber der Person des "Opfers"
oder dessen Peergruppe bzw dessen Normen. Die empfundene Herablassung muss dabei
aber nicht einer tatsächlichen Geringschätzung entsprechen. Hat die Rache ein
juristisches Nachspiel, empfindet sich der Rächer nicht selten erneut
gedemütigt. Die Gefahr einer
Michael Kohlhaas Biographie droht.
Populärwissenschaftlich wird dem
Insichhineinfressen von Frustrationen eine Krankheits auslösende Wirkung
zugeschrieben und das Herauslassen von Aggressionen und damit auch der tätigen
Rache eine befreiende Wirkung zugesprochen. Dies kann dann zutreffen, wenn es
sich um die kleine heimliche Rache handelt. So süß letztere sein mag, so sehr
trifft für die handfestere Variante in der Regel das Gegenteil zu. In der Regel
führt das "Dem Ärger freien Lauf lassen" zu mehr Ärger und Wut und verlängert
die unangenehmen Gefühle erheblich. Die sinnvollste Lösung ist es meist, die
Situation zu verlassen - spätestens dann, wenn man spürt dass man an der Grenze
zur Gewalttätigkeit ist,- und sich selbst zu beruhigen. So letzteres nicht
gelingt, und auch die Unterstützung von Freunden und Angehörigen nicht dabei
hilft, kann auch der Weg zum Therapeuten sinnvoll sein. Auch die
Opfer der Rache wehren sich meist, im Zweifel auch klug in dem sie die
zuständige Staatmacht einschalten. Aus der intendierten Wiedergutmachung wird
dann schnell noch ein größerer Schaden als er zuvor schon da war. Oft kommt
jetzt eine zerstörerische Spirale der Gewalt in Gang, die auch den Rächer
zerstört. Rache spielt dort eine größere Rolle, wo der Gesellschaft oder
Staatsmacht nicht zugetraut wird, dass diese die moralische Ordnung
wiederherstellt und für einen gerechten Ausgleich sorgt. Je höher die Kultur
umso geringer ist die Rolle der Rache. Rache ist aber weiter schlecht erforscht,
dies gilt auch für die kulturspezifischen Besonderheiten. Die bessere
Erforschung der Rache in anderen Kulturkreisen könnte helfen, Kriege und Terror
zu vermeiden.
Auch Rächer handeln meist geplant und mit
zeitlicher Verzögerung, von unkontrollierbaren Gefühlen kann deshalb meist nicht
die Rede sein. Der Staat hat glücklicherweise das Gewaltmonopol, das statt der
Rache im Strafverfahren den Rechtsfrieden und den Frieden der Opfer wieder
herstellen soll. Filme wie Rambo und vergleichbare PC- Spiel etc. können dazu
beitragen, dass Rachephantasien für alle frustrierten Menschen berechtigter
erscheinen, die Schwelle zu selbstzerstörerischem Handeln kann dadurch sinken.
In einer Art Selbstsabotage können so auch selbstzerstörerische Akte mit der
Idee gerechtfertigt werden, dass die Anderen dann ja sehen, was sie angerichtet
haben. Zerstörung um jeden Preis kann dann aus der Ohnmacht wieder eine
scheinbare Macht machen. Im Wesentlichen ist es ein Irrtum anzunehmen, dass
Rache ein Heilmittel gegen Kränkungen ist. Sie führt auch nicht zu einem
Umdenken des kränkenden Täters, noch weniger schafft sie einen wirklichen
Ausgleich. Dies bedeutet nicht, dass man sich nicht wehren sollte. Rache
unterscheidet sich aber fundamental von sinnvollem und wirksamem Wehren.
Wirksames sich Wehren hält sich besser an Spielregeln und hat dann tatsächlich
eine Chance auf eine Stärkung des Selbstwertgefühls.
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Mario Gollwitzer Eine Analyse von Racheaktionen und rachebezogenen Reaktionen
unter gerechtigkeitspsychologischen Aspekten
Dissertation, Trier, 2004,
Bies, R.J. , Tripp, T.M., & Kramer, R.M. At the breaking point: Cognitive and
social dynamics of revenge in organizations. In R.A. Giacalone & J. Greenberg (eds.),
Antisocial behavior inorganizations (pp. 18-36). 1997 London: Sage.
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| radialis Nervus
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N. radialis (C5-Th1). Ursprung: dorsaler Faszikel, Der N. radialis windet sich zwischen dem lateralen und medialen Kopf des M. triceps brachii hinten um den Humerusschaft, dann zwischen dem M. brachialis und dem M. brachioradialis in die Ellenbeuge, wo er sich in die beiden Endäste teilt: Ramus profundus: durchbohrt den M. supinator und verzweigt sich zu den Streckern am Unterarm, Ramus superficialis: zieht am Medialrand des M. brachioradialis zum Handrücken Innervationsgebiete: motorisch: Der N. radialis innerviert alle Strecker des Ober- und Unterarms sensibel: Rückseite des Oberarms (N. cutaneus brachii posterior, N. cutaneus brachii lateralis inferior), Rückseite des Unterarms (N. cutaneus antebrachii posterior), Handrücken (Nn. digitales dorsales zu 2 ½ Fingern daumenseitig (ohne Endglieder, die der N. medianus innerviert), Die häufigste Läsion ist die Drucklähmung am Oberarm. Oft bei Schaftfrakturen des Humerus (Oberarmknochens), viel häufiger aber bei besonders tiefem Schlaf , wenn der Arm ungünstig auf einer harten Unterlage lag (Parkbanklähmung). Ähnliches kommt auch bei Parkinsonpatienten vor, die sich im Schlaf schlecht bewegen können vor, ähnlich bei , Bewusstlosen, sehr selten durch Injektionen. Der M. triceps ist dann nicht betroffen. Die Lähmung beginnt dann in Höhe des M. brachioradialis. Das autonome sensibel Areal (Auf der Handrückseite zwischen Daumen und Zeigefinger) ist mitbetroffen. Schlaflähmungen bilden sich dabei meist spontan gut zurück. Das Supinatorlogensyndrom entsteht durch Lipome, Ganglien oder Verhärtungen des M. supinator an der Durchtrittsstelle des Nerven. Dabei sind vor allem die Handstrecker betroffen. Zuerst ist hier meist der M. extensor dig. Minimi betroffen, später alle vom R. profundus versorgten Finger und Handstrecker. Eine Sensibilitätsstörung fehlt dabei. Der M. extensor carpi radialis longus und brevis sowie der M. brachioradialis sind nicht betroffen. Isolierte Schädigungen des sensiblen R. superfizialis kommen bei zu engen Armbändern am Handgelenk (Uhren, Handschellen), nach Shuntoperation und selten bei Ganglien vor. Als Cheiralgia parästhetica wird die chronische Druckschädigung des N. digitalis dorsalis bezeichnet, wie sie durch intensive Benutzung z.B.: einer Schere als Druckschädigung vorkommt. Lähmung: Maximalvariante ist die „Fallhand" durch eine Parese der Finger- und Handgelenkstrecker, ein Ausfall der Ellenbogenstreckung und partiell der Beugung (Mm. brachioradialis et brachialis). Wichtig ist die sekundäre, rein mechanische Beeinträchtigung der Fingerspreizer und –beuger durch die Fehlstellung des Handgelenks und die Zunahme der Fehlstellung beim Versuch, die Faust zu schließen. Bei der zentralen Fallhand (= distal betonte zentrale Armlähmung) bewirkt der Versuch des Faustschlusses die Dorsalflexion des Handgelenks. Die Sensibilität ist nur dorsal auf der ulnaren Seite der Hand gestört. Eine Abgrenzung gegen eine Wurzelläsion C 6/C 7 erlaubt die scharfe Dissoziation von M. biceps brachii (intakt) und M. brachioradialis (paretisch) bzw. die entsprechenden Reflexbefunde. Für eine Wurzelschädigung spricht wiederum eine Dissoziation der Fingerstrecker (C7) und radialen Handgelenkstrecker (C6). Radikuläre Sensibilitätsstörungen C 6/C 7 betreffen die Dorsal- und Palmarseite der Hand. Die Schwerpunktpolyneuropathie bei Bleivergiftung betrifft betont die Strecker am Arm. Subtypen der Radialislähmung: Drucklähmungen in der Axilla betreffen alle Anteile (obere Radialislähmung). Nervenverletzungen bei Humerusfraktur und lagerungsbedingter Drucklähmungen („Parkbanklähmung" im Schlaf, Operation) sparen den M. triceps brachii und seinen Reflex aus. Paresen des N. radialis profundus am proximalen Unterarm (Supinatorlogensyndrom) sind rein motorisch und betreffen die Finger- und ulnaren Handgelenksstrecker. Oft gibt es eine lokale Ursache, manchmal nur eine ungewohnte Muskelbelastung. Noch weiter distal lokalisierte Läsionen ohne Beteiligung der Handgelenkstrecker sind traumatisch bis auf die rein sensible Druckläsion am Handgelenk durch festsitzende Armbänder (oder Handschellen = Arrestantenlähmung).
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Radialislähmung Übersicht
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Axilla (Achsel)
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Krückenlähmung,
Gipsverband,
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Fallhand,
Armstreckerlähmung, Unterarmbeugerlähmung in Mittelstellung zwischen
Pronation und Suppination, sensibler Ausfall im Versorgungsgebiet des R.
cutaneus antebrachii posterior, TSR u RPR abgeschwächt.
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Oberarm
|
Humerusschaftfrakturen,
Lagerung bei Narkose, Parkbanklähmung der Alkoholiker, Tourniquetlähmung,
Gipsverband
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Fallhand, Lähmung der
Unterarmbeuger in halber Pronationsstellung, Grublerschwellung am
Handrücken, RPR abgeschwächt, Gefühlsstörung im Spatium inteross.I
(ramus superf. )
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Supinatorlogensyndrom
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Läsion des R. profundus
des N. radialis, der die Finger- und Handstrecker versorgt, kein sensibles
Defizit.
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Proximaler Unterarm
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Radiusköpfchenluxation,
Kallusbildung, Muskelüberbeanspruchung, Rheuma, Lipome, Fibrome, Neurome,
Osteosynthese am Radius, Supinatorlogensyndrom
|
Rein motorisch, teilweise
Fallhand, mit Fallfinger, und Abduktionsschwäche des Daumens in der
Handebene, Radialabweichung der Hand
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Distaler Unterarm
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Spikung von
Radiusfrakturen,
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Teilschädigung der
Fingerstrecker
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Dorsale radiale Kante des
distalen Unterarmes
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Schnittverletzung,
Shunt-Op, Spikung von Radiusfrakturen, Injektionen, Punktionen
|
Gefühlsstörung im Spatium
inteross.I (ramus superf. )
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Radiale Daumenseite als
Cheiralgia paraesthetica
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Chronische
Druckschädigung durch eine Schere oder ähnliches
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Hypästhesie und
Dysästhesien der dorsalen Daumenseite (Versorgungsgebiet des N. digitalis
dorsalis)
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| Ramsay Hunt Syndrom
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| James Ramsay Hunt (1872-1937) beschrieb eigentlich verschiedene 3 Syndrome, eines davon beschreibt die klinischen Auswirkungen eines Karotisverschlusses. Das 2. Ramsay Hunt Syndrom ist die Dyssynergia cerebellaris progressiva, letzteres ist aber pathologisch nicht ausreichend untermauert und hat keinen Eingang in die Klassifikation degenerativer spinocerebellarer Erkrankungen gefunden. Überwiegend versteht man aber unter einem Ramsay Hunt Syndrom das 3 Syndrom eine periphere Fazialisparese mit bläschenförmigem Ausschlag im Ohr (Zoster oticus) oder im Mund. Hunt beschrieb auch andere Begleiterscheinungen wie Tinnitus, Hörverlust, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen und Nystagmus. Er erklärte diese Begleitsymptome mit der räumlichen Nähe des Ganglion geniculatum mit dem Nervus vestibulocochlearis. Die Lähmung ist meist ausgeprägter als bei der idiopathischen Fazialisparese, (die meist durch HSV 1 verursacht wird) die Prognose soll ohne Behandlung schlechter sein.
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Fazialisparese
Zoster
Hunt JR.
The role
of the
carotid
arteries
in the
causation
of
vascular
lesions of
the brain,
with
remarks on
certain
special
features
of the
symptomatology.
Am J Med
Sci
1914;147:704-713.
Hunt JR.
Dyssynergia
cerebellaris
progressiva:
a chronic
progressive
form of
cerebellar
tremor.
Brain
1914-15;37:247-268.
Hunt JR.
The
sensory
system of
the facial
nerve and
its
symptomatology.
J Nerv
Ment Dis
1909;36:321-350.
C J Sweeney and D H Gilden, NOSOLOGICAL ENTITIES?: Ramsay Hunt syndrome, J
Neurol Neurosurg Psychiatry 2001; 71: 149-154.
[Abstract]
[Full text]
|
| Randomisieren |
| Die Zuordnung zur Prüfgruppe oder
Kontrollgruppe in einer Studie geschieht zufällig. Verwendet wird eine vor
Studienbeginn erstellte Zufallsliste. Nach dieser werden die Patienten der
Prüfgruppe oder der Kontrollgruppe zugeteilt. Dabei sollte nicht zu erkennen
oder zu erahnen sein, zu welcher Gruppe der nächste Patient der in die Studie
aufgenommen wird zugeordnet wird.
RCT: randomisierte
kontrollierte Studie. Nach den Anforderungen der EBM (evidenz
basierten Medizin
) ist dies die methodisch
hochwertigste Form von Studien... Auch die Tatsache, dass eine
Behandlungsmethode in Studien erfolgreich beschrieben wurde, beweist
nicht dass eine solche Aussage zutreffend ist, dies gilt auch dann, wenn
eine solche Studie hier zitiert wurde oder Sie diese anderweitig in der
Presse zitiert finden. Die Zufallszuteilung gewährleistet
allerdings eine aussagekräftiger Bewertung der Wirksamkeit und der
Nebenwirkungen einer Behandlung als andere Arten von Studien. Ohne RCTs
ist der Nutzen einer medizinischen Behandlung meist nicht als wirklich
erwiesen anzusehen. Arzneimittel erhalten ohne Wirksamkeitsnachweis aus
RCTs keine Zulassung, erst neuerdings werden RCTs auch für chirurgische
Interventionen vereinzelt durchgeführt.
Amerikanische Autoren
gingen jüngst 49 in hohem Maße (mehr als tausendfach) zitierten
Original- Studien aus den Jahren 1999-2003 nach, die in besonders
angesehenen und viel gelesenen Zeitschriften publiziert worden waren. 45
behaupteten, ein Behandlungsverfahren sei wirksam. Von den letzteren
wurden 7 (16%) durch nachfolgende Studien widerlegt, 7 weitere (16%)
hatten eine größer Wirkung berichtet, als die nachfolgenden Studien
belegen konnten, 20 (44%) wurden von anderen Untersuchern bestätigt, und
11 (24%) wurden nicht in Frage gestellt. 5 von 6 dieser vielfach
zitierten Studien, die nicht randomisiert waren, wurden widerlegt, bei den
randomisierten waren es 9 von 39. Auch viel beachtete und zitierte Studien sind
kein Beweis für eine Wirksamkeit einer Therapiemethode. Studien bei denen ein
wesentliche Gelder durch die Pharmaindustrie fließen, zeigen eine deutlich
höhere Erfolgsrate für das Präparat. das untersucht wurde. Manchmal werden
Studien vorzeitig abgebrochen, weil ein bereits eindeutiger Nutzen erkennbar
sei. Häufig werden dann aber nicht alle Ergebnisse veröffentlicht, und die
Ergebnisse basieren nicht selten auf wenigen Einzelfällen. Eine Untersuchung der
289 weltweit am häufigsten zitierten randomisierten und kontrollierten Studien
kam zu dem Ergebnis, dass 65 der 77 Spitzenreiter an randomisierten und
kontrollierten Studien teilweise von der Industrie finanziert wurden, 18 von 32
der am häufigsten zitierten randomisierten und kontrollierten Studien wurden
ausschließlich von der Industrie finanziert. Die Industriefinanzierung nimmt
dabei kontinuierlich zu, etwa auf das 1,5 fache pro Jahr, öffentliche
Finanzierung spielt eine immer kleinere Rolle. -
Ohne das Geld aus der
Pharmaindustrie gäbe es also ganz erheblich weniger Forschung, der Einfluss der
Pharmaindustrie auf die Forscher-- und damit möglicherweise auch auf die
Ergebnisse (siehe unter
Bias) nimmt damit aber auch zu. Industriefinanzierung führt auch dazu,
dass dort geforscht wird, wo Geld zu verdienen ist. Eine Analyse zeigt, dass nur
21 der 1556 neuen Medikamente die zwischen 1975 und 2004 auf den Markt kamen zur
Behandlung der wichtigen Krankheiten der Entwicklungsländer entwickelt wurden.
Gemeint ist die Afrikanische Schalfkrankheit, Leishmaniose, Wurminfekte,
Schistosomiase (Bilharziose), Onchocercose , Chagas- Krankheit, Malaria, und
Tuberkulose. 10 der 21 Medikamente wurden für Malaria und Tuberkulose
entwickelt. Alles gilt so lange, bis man es besser weiß. |
- siehe auch unter
Bias
Doppelblindversuch
Kohorte
Validität
Tests (psychologische) Testgütekriterien
- John P. A. Ioannidis,
Contradicted and Initially Stronger Effects in Highly Cited Clinical
Research JAMA. 294(17):2203-2209, November 2, 2005;
JAMA. 2005;294:218-228.
- Nikolaos A Patsopoulos, John
P A Ioannidis, Apostolos A Analatos, Origin and funding of the most
frequently cited papers in medicine: database analysis, BMJ
2006;332:1061-1064, doi:10.1136/bmj.38768.420139.80,
Abstract]
[Abridged PDF]
[Full text]
[PDF]
- Chirca P, Torreele E. Global
framework on essential health R&D. Lancet 2006;367: 1560-1
- Windeler, Jürgen;
Antes, Gerd; Behrens, Johann; Donner-Banzhoff,
Norbert; Lelgemann, Monika Randomisierte kontrollierte
Studien: Kritische Evaluation ist ein Wesensmerkmal ärztlichen Handelns
Dtsch Arztebl 2008; 105(11): A-565
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PDF
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| Ranvier-Schnürringe
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| Nach dem Lyoner Anatomen Louis-Antoine Ranvier (1835--1922) im Jahre 1871 beschriebene Abschnitte der Schwannschen Scheide, wo in einer Länge bis 5 mm und einem Abstand von 1--3 mm die Myelinisolationsschicht unterbrochen ist. Dies ermöglicht das Phänomen der "Saltation". |
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| Rationalisierung
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| Rationalisierung (psychoanalytisch gesehen) = Versuch, eine verbotene Triebbefriedigung oder ein Verbot mit scheinlogischen Argumenten zu begründen, z.B. Patient rationalisiert sein flirtendes, sexualisiertes Verhalten den Schwestern gegenüber damit, dass er dies nur tut, um das Klima zu verbessern. Die tatsächlichen Beweggründe für ihre Gedanken, Handlungen oder Gefühle werden durch Ausarbeitung von Erklärungen verborgen |
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| Raucher |
Abhängiges Rauchen gehört zu den „psychischen Verhaltensstörung durch psychotrope Substanz“, sowohl in der Definition nach dem ICD 10 der WHO als auch im DSM IV. Beim Rauchen einer Zigarette wird das Nikotin sehr schnell und sehr vollständig in den Lungen resorbiert, bereits nach 10-16 Sekunden ist das Nikotin im Gehirn, schneller als dies bei jeder intravenösen Injektion der Fall wäre. Das Ergebnis funktioneller Kernspinaufnahmen zeigt: Beim Rauchen der ersten täglichen Zigarette nimmt der Blutfluss im visuellen Cortex (Sehrinde) und im Cerebellum zu, gleichzeitig kommt es zu einer Abnahme des Blutflusses im vorderen Gyrus cinguli, dem rechten Hippocampus, und dem ventralen Striatum, einschließlich des Nucleus accumbens. Das Ausmaß des Verlangens oder des Suchtdrucks korreliert mit der Veränderung des regionalen Blutflusses im dorsalen anterioren Cingulum und dem rechten Hippocampus. Weniger deutlich sieht man diese Auswirkungen auch bei der 2. Zigarette oder einer Nikotinfreien Zigarette. Rauchen führt also nicht nur zu einem Anstieg der Durchblutung in den Hirngebieten, in denen es reichlich nikotinische cholinerge Rezeptoren gibt, sondern auch im Hirnbelohnungssytem in den Hirngebieten, die für die Belohnung bei Drogen oder Alkoholmissbrauch angesprochen werden. Außerdem werden beim Verlangen nach der Zigarette (Craving) bei chronischen Rauchern die Hirngebiete aktiviert, die für Schlüsselreize auf Drogen verantwortlich sind (rechter Hippocampus) und das Hirngebiet, das für das Drogencraving und Rückfälle bei Abhängigen verantwortlich sind. Diese Tatsache der schnelle Resorption und Wirkung ist ähnlich wie beim Heroin wesentlich für die schnelle Suchtentwicklung. Nikotin verbreitet sich in 15-20 Minuten dann im ganzen Körper, nach 2 Stunden ist die Hälfte wieder aus dem Körper heraus. Es werden also sehr schnell hohe Konzentrationen im Körper erreicht, man benötigt etwa jede Stunde ein neue Zigarette um die Konzentration von Nikotin aufrecht zu erhalten. Unabhängig von der Stärke der Zigarette wird die Nikotinkonzentration durch den Raucher über die Stärke des individuellen Zuges recht genau reguliert. Light Zigaretten haben deshalb keine Vorteil. Mit den tieferen Zügen wird dann auch die selbe Menge Teer inhaliert, wie zuvor bei den stärkeren Zigaretten. Über Nacht sinkt die Nikotinkonzentration praktisch auf die eines Nichtrauchers ab. Schon in der Kindheit findet eine Gewöhnung an Nikotin statt, die Nikotinkonzentration im Blut von Kindern korreliert mit deren Wahrscheinlichkeit zu Rauchern zu werden. Nikotin hat vielfältige Wirkungen im Gehirn, es aktiviert die nikotinischen Acetylcholinrezeptoren (nAchRs), die im Gehirn weit verbreitet sind. Nikotin aktiviert die Freisetzung von Dopamin im Nukleus accumbens, dieser Effekt ähnelt anderen Drogen wie Amphetaminen und Kokain, man macht ihn für die abhängig machende Komponente verantwortlich. Nikotin ist psychomotorisch stimulierend, bei nicht daran gewöhnten Nutzern beschleunigt es wie andere Stimulantien die Leistung bei Aufmerksamkeitstests. Es entwickelt sich allerdings schnell eine Gewöhnung und Toleranz in Bezug auf diese Wirkung. Die Wirkung auf Aufmerksamkeit, Stimmung und Hirnleistung ist also nur vorübergehend, bis die Gewöhnung eintritt. Im Gegensatz zur Meinung der meisten Raucher dämpft Nikotin hauptsächlich die selbst induzierten Entzugssymptome, es beruhigt also nur die Entzugserscheinungen im Stress. Bereits wenige Stunden nach der letzten Zigarette tritt im Entzug Unruhe und eine leichte Depression auf. Diese Entzugserscheinungen werden in jedem Raucherleben tausendfach durchlebt, und wieder durch Zigaretten gemildert. Im Entzug tritt ein für 2 Tage ein Leeregefühl im Kopf auf, Schlafstörungen können eine ganze Woche dauern, Konzentrationsstörungen und der schlimme Suchtdruck können 2 Wochen anhalten, Reizbarkeit, reaktive Depressionen, Unruhe und Aggressivität halten bei manchen Menschen 4 Wochen an, reaktive Depressionen, die Appetitsteigerung hält meist 10 Wochen an. 70 Rauchen verursacht eine 10fach höhere Morbidität und Mortalität als alle anderen missbrauchten Drogen (außer Alkohol) zusammen [Smoking tobacco and health. A fact book. Washington DC: U.S. Department of Health and Human Services, revised October 1989. DHHS publication CDC 87-8397. ]. 33,4 Prozent aller Männer und 20,4 Prozent aller Frauen in Deutschland konsumieren im Jahr 140 Milliarden Zigaretten. Ihre Lebenserwartung liegt zwischen drei und acht Jahren unter der von Nichtrauchern. 90 % aller Lungenkrebserkrankungen, 73 % der chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen, 33% aller koronaren Herzerkrankungen sind durch Rauchen verursacht. Rauchen ist auch an vielen schweren Erkrankungen und anderen Todesursachen wesentlich ursächlich beteiligt. Von häufigen Infekten zu Impotenz und Unfruchtbarkeit, häufigeren Rückenschmerzen, faltiger Haut im Alter, verschiedensten Krebserkrankungen über Schlaganfälle bis zur Osteoporose, Rauchen vergrößert das Risiko erheblich. Die Hälfte aller lebenslangen Raucher wird an den Folgen des Rauchens sterben. Rauchen kommt in niedrigen sozialen Schichten häufiger vor. Raucher fehlen krankheitsbedingt häufiger am Arbeitsplatz. Europaweit sterben jährlich rund 500 000 Menschen an Erkrankungen, die durch das Rauchen verursacht werden. In Deutschland sterben täglich etwa 340 Raucher an den Folgen ihrer Nikotinsucht, jährlich sind es in Deutschland 140 000 Nikotin-Tote. Weltweit tötet Tabak jeden zehnten Erwachsenen. Für Großbritannien schätzt man, dass Passivrauchen am Arbeitsplatz pro Tag 2 Menschen im arbeitsfähigen Alter tötet. (617 Tote pro Jahr), davon alleine 54 im Gaststättengewerbe. Jedes Jahr sterben in Großbritannien 2700 weitere Menschen im Alter zwischen 20-64 Jahren und 8000 über 65 jährige an den Folgen des Passivrauchens. BMJ 2005;330:812 Tabakrauchen ist damit eine der wichtigsten Todesursachen überhaupt. Viele dieser Todesfälle wären vermeidbar, wenn mehr Menschen über die gesundheitlichen Gefahren des Rauchens informiert wären. Mit dem Rauchen aufzuhören lohnt sich jederzeit. Wenn beispielsweise ein Risiko für den plötzlichen Herztod vorhanden ist, haben Raucher ein verdoppeltes Risiko, bei Exrauchern normalisiert sich dies in kurzer Zeit. Hierzu können die Medien einen wichtigen Beitrag leisten. Aus diesem Grund wurde 1997 der Pressedienst „Blauer Dunst“ entwickelt. Er veröffentlicht regelmäßig Ergebnisse wissenschaftlicher Arbeiten aus aller Welt in knapper, verständlicher Sprache und schickt sie an rund 1500 Journalisten in Deutschland, Österreich und Luxemburg.DKFZ- Heidelberg- Blauer_Dunst Nur 3%, all derer die einen ernsthaften Versuch machen aufzuhören, sind nach einem Jahr noch abstinent. Eine Entwöhnung vom Rauchen hat positive Auswirkungen auf die Gesundheit (innerhalb eines Monats: Abnahme von Symptomen und Infektionen des Respirationstraktes; nach einem Jahr und später: Abnahme des Risikos von Herzinfarkten und anderen kardiovaskulären Ereignissen um 50% und mehr [The health benefits of smoking cessation. A report of the Surgeon General. Washington DC: U.S. Department of Health and Human Services, 1990. ]). Das Wissen über die gesundheitlichen Gefahren des Rauchens und auch unmittelbar erfahrene gesundheitliche Nachteile haben offensichtlich bei vielen Menschen keinen Einfluss auf die Nikotinabhängigkeit. Kinder mit Asthma rauchen beispielsweise sogar häufiger als gesunde Kinder. Precht Pediatrics 2003; 111: e562-e568. [Abstract]. Rauchen ist nicht nur verantwortlich für Atemwegerkrankungen, Krebs und Herz-Kreislauferkrankungen, Rauchen begünstigt beispielsweise auch Knochenbrüche und erhöht dabei das Risiko auf das 1,3-1,8 fache des Risikos von Nichtraucher. Auch hier handelt es sich um einen Langzeiteffekt. P Vestergaard Journal of Internal Medicine 2003 254: 572-583. Tabakwerbung ist besonders bei Jugendlichen erfolgreich und stiftet zum Rauchen an. (Cochrane Review Issue 4, 2003) Aufhören mit dem Rauchen lohnt sich auch im Hinblick auf das Krebsrisiko. Man geht sogar derzeit davon aus, dass die Zahl der Todesfälle durch Lungenkrebs deutlicher vom Rauchverhalten der Rauchern im mittleren Alter abhängt als von den Jugendlichen die das Rauchen beginnen. Screeninguntersuchungen für Lungenkrebs werden derzeit in manchen Ländern heftig propagiert. Die Kosten/Nutzenanalyse vieler Experten zu diesem Thema besagt bisher, dass der Schaden für die Patienten eher größer ist. Insbesondere ist neben den finanziellen Kosten die hohe Rate an verdächtigen Befunden zu vermerken, die zu operativen Eingriffen und massiver radiologischer Diagnostik führen. Manche Autoren werfen deshalb die Frage auf, ob hier nicht mehr Krebs durch die Diagnostik verursacht wird, als hierdurch verhindert wird.
|
Rückgang
des Lungenkrebsrisikos bis zum Alter von 75 Jahren bei Beendigung des
Rauchens mit X Jahren |
| |
Anteil der Raucher die an
Lungenkrebs erkranken |
| Lungenkrebsrisiko für
männliche Raucher bis 70 Jahre |
16% |
| Lungenkrebsrisiko bei
Beendigung des Rauchens mit 60 Jahren |
10% |
| bei Beendigung des Rauchens
mit 50 Jahren |
6% |
| bei Beendigung des Rauchens
mit 40 Jahren |
3% |
| bei Beendigung des Rauchens
mit 30 Jahren |
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Entwöhnungsversuche, die ca. 3/4 der Raucher jedes Jahr gern unternehmen würden, sind mit sehr hohen Rückfallraten von ca. 65% innerhalb von 3 Monaten und über 80% im 1. Jahr assoziiert. Obwohl viele Raucher irgendwann mit dem Rauchen aufhören, sind hierfür in der Regel mehrere Versuche erforderlich. Mit der Anzahl der Versuche aufzuhören steigt die Chance auf Erfolg. In einer Studie von 630 Rauchern, die aus Eigenmotivation, ohne Hilfe das Rauchen einstellten hielten 33% 2 Tage durch, 24% 7 Tage, 22% 14 Tage, 19% einen Monat, 11% 3 Monate, 8% 6 Monate, und 3% 6 Monate bei biochemischer Überprüfung. Slipping (ab und zu eine Zigarette, dabei weniger als durchschnittlich eine am Tag) war häufig (9-15%) und zeigte eine schlechte Prognose an. Allerdings hatten dies auch 23% von denen, die wirklich irgendwann endgültig aufhörten an irgendeinem Zeitpunkt getan. Mit dem Rauchen aufzuhören ist also meistens nicht ganz einfach. Hughes, John R.;Health Psychology. 1992 Vol 11(5) 331-334 Rauchen ist Folge einer Nikotinabhängigkeit. Aus Untersuchungen bei Jugendlichen ist bekannt, dass Abhängigkeitssymptome sich bereits innerhalb von wenigen Tagen oder Wochen entwickeln. Bei 2/3 treten diese bereits auf, vor zum regelmäßigen Rauchen übergegangen wird. Genetische Ursachen spielen eine erhebliche Rolle. Vom CYP2A6-Gen sind 14 Varianten bekannt, Nichtraucher haben nach einer Studie wesentlich häufiger inaktive CYP2A6-Enzyme als Raucher. Starke Raucher hatten dagegen häufig überaktive Enzyme, so dass mehr Zigaretten für denselben konstanten Nikotinspiegel nötig sind. Der Nikotinkonsum ist weniger von Umgebungsreizen abhängig als die meisten Raucher denken, entscheidend sind die Entzugserscheinungen. (Journal of Abnormal Psychology, 2002, Vol. 111, No. 4, 556–567). Alleine eine Telefonberatung erhöht die Abstinenzrate. Britt J, . J Consult Clin Psychol. 1995;63:1005-1014. Ungeborene Kinder rauchen bereits mit, die Kinder von Rauchern sind nach der Geburt reizbarer, zeigen Stress und Entzugssymptome an verschiedenen Organen. Rauchen fördert Missbildungen und Frühgeburten. Da die Verhaltenstherapie mit kognitiven Elementen meist in Gruppensitzungen allein die Abstinenzrate zwar auf ca. 30% für das 1. Jahr erhöht, aber für den einzelnen immer noch eine größere Wahrscheinlichkeit für einen Rückfall als für Abstinenz beinhaltet, sind Zusatzbehandlungsverfahren dringend notwendig. Einerseits hat der Einsatz transdermaler Nikotinapplikationen und Nikotinkaugummis zur Verringerung von Entzugssymptomen gerade in Kombination mit Verhaltenstherapie die Abstinenzraten erhöht, andererseits konnte die Wirksamkeit von verschiedenen Antidepressiva (Doxepin, Fluoxetin u.a.) in diesem Zusammenhang auch bei Rauchern ohne Depression nachgewiesen werden. Kaugummis scheinen wirksamer als Pflaster in der Unterdrückung von Entzugsymptomen. Wesentlich ist allerdings die Beratung und Beachtung des Umgangs mit den Nikotinersatzmitteln. Pflaster haben seltener Nebenwirkungen als Kaugummi. Nikotin wird durch das Leber- Cytochrom P450 (CYP) 2A6 zu Cotinin, und Cotinin zu 3'-Hydroxycotinin (3-HC) verstoffwechselt. Menschen die schneller verstoffwechseln rauchen mehr und haben schlechtere Resultate bei der Entwöhnung mit Niktionpflaster, bei Benutzung des Nikotinnasensprays spielt dies keine Rolle. Clinical Pharmacology & Therapeutics June 2006 79(6) 600-8 Da Nikotin im ZNS seine Hauptwirkung außer im Locus coeruleus im mesolimbischen dopaminergen System entfaltet, lag es nahe, zur Rückfallprophylaxe eine dopaminerg wirksame Substanz einzusetzen. Bupropion ist ein in den USA zugelassenes Antidepressivum, das hauptsächlich als Dopaminwiederaufnahmehemmer und relativ schwacher Aufnahmehemmer für Noradrenalin wirkt. Bupropion hemmt die Monoaminooxidase nicht. Der für die Raucherentwöhnung verantwortliche Mechanismus ist noch unklar, könnte aber mit der Wiederaufnahmehemmung von Dopamin zusammenhängen. Auch andere Antidepressiva besonders Nortryptilin sind wirksam. Die häufigsten unerwünschten Wirkungen sind Schlaflosigkeit und Kopfschmerzen. Es hat seine Wirksamkeit als Entwöhnungsmedikament bei Rauchern im Vergleich zu Plazebo bereits in einer großen kontrollierten Studie gezeigt [Hurt RD, N Engl J Med 1997;337:1195202. ]. Bupropion, das über 9 Wochen gegeben und dann wieder abgesetzt wurde, entweder allein oder in Kombination mit einem Nikotinpflaster ist einer Therapie mit Nikotinpflaster allein oder Plazebo überlegen. In der Bupropionststudie betrugen die Abstinenzraten nach 6 bzw. 12 Monaten in der Plazebogruppe 18,8 bzw. 15,6%, in der Gruppe mit Nikotinpflaster 21,3 bzw. 16,4%, in der Bupropiongruppe 30,3% bzw. 35,5% (p < 0,001 im Vergleich zu Plazebo), in der Gruppe mit Bupropion und Nikotinpflaster 38,8 bzw. 35,5% (p < 0,001 im Vergleich zu Plazebo). Nach 7 Wochen hatten die Probanden in der Plazebogruppe durchschnittlich 2,1 kg an Körpergewicht zugenommen, im Vergleich zu 1,6 kg in der Gruppe mit Nikotinpflaster, 1,7 kg in der Bupropiongruppe und 1,1 kg in der Gruppe mit Kombinationsbehandlung (p < 0,05 im Vergleich zu Plazebo). Die Gewichtszunahme nach 7 Wochen war in der Gruppe mit Kombinationsbehandlung signifikant geringer als in der Bupropion- und in der Plazebogruppe (p < 0,05 für beide Vergleiche) Jorenby DE, Leischow SJ, Nides MA, et al. A controlled trial of sustained-release bupropion, a nicotine patch, or both for smoking cessation. N Engl J Med 1999;340: 68591.Im 8 Jahres Follow up waren in einer Studie noch die Hälfte derer die mit Nikotinpflaster abstinent geworden waren weiter Nichtraucher. (BMJ 2003). Neuerdings sind die Suizidversuche unter Antidepressiva besonders ins Gespräch gekommen. (genaueres) . Zyban ist ein Antidepressivum, wie bei allen Antidepressiva gilt, dass in den ersten 10 Tagen keine Wirkung sondern nur Nebenwirkungen zu erwarten sind. Dies gilt auch für Zyban. Auch Nikotin ist antidepressiv wirksam. Bei Absetzen von Nikotin und zeitgleichem Beginn von Zyban tritt vorübergehend eine Verschlechterung der Befindlichkeit auf, die bei manifester Depression auch Suizidalität begünstigen kann. Wenn Zyban, ist deshalb der Beginn der Nikotinabstinenz am sinnvollsten erst nach 10 Tagen. (siehe auch) Neue Hoffnung auf eine medikamentöse Unterstützung bei der Raucherentwöhnung ergibt sich aus ersten Studien bezüglich des Medikamentes Vareniclin (Chantix®) , einem partiellen nikotinischen Azetylcholinrezeptoragonisten, die Erfolgsraten scheinen höher als unter Bupropion, die Verträglichkeit scheint akzeptabel. Viele Studienteilnehmer litten allerdings unter Schwindel, Kopfschmerzen, Erbrechen, Blähungen, Schlaflosigkeit, abnormen Träumen und Geschmackstörungen. Ein Medikament alleine wird auch in diesem Fall nicht ausreichen um stabil nikotinabstinent zu werden. Vareniclin ist in den USA bereits zugelassen, Hersteller ist die Firma Pfizer. Stress ebenso wie Rauchen unterdrückt die Neubildung von Nervenzellen in dem für das Gedächtnis wichtigen Hippokampus. Zwar hebt Rauchen ähnlich wie Stress die Aufmerksamkeit, es schädigt aber langfristig das Gedächtnis. Ähnlich erhöhen auch die Acetylcholinesterasehemmer die Aufmerksamkeit, auch sie wirken an den nikotinergen Rezeptoren. Bei Rauchern verändern sich diese Rezeptoren dauerhaft. Rauchen schädigt auch die Nervenzellen im Locus coeruleus, was Raucher bei Aufgabe des Rauchens anfällig für Depressionen macht. Rauchen aktiviert kurzfristig das körpereigene Belohnungssystem, dies führt dazu, dass Menschen mit Depressionen ihren Nikotinkonsum oft steigern. Inzwischen ist eindeutig, dass Rauchen auch die Angehörigen erheblich gefährdet und deren Risiko am Herzinfarkt zu sterben erhöht, auch Rauchverbote in öffentlichen Gebäuden senken eindeutig die Herzinfarktrate in der betroffenen Gegend, auch für Nichtraucher. (BMJ 2004) Tabakrauchen beinhaltet nicht nur medizinische, sondern auch soziale und wirtschaftliche Folgen. Allein in Deutschland erkranken jährlich 80.000 bis 90.000 Raucher an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und ca. 30.000 Raucher an Bronchialkarzinom. (844 kb). Die USA und Deutschland sind die Länder, die sich der Antiraucherkampange der WHO entgegenstellten. Wirtschaftliche Interessen gehen hier vor Gesundheitsinteressen. Die Bundesregierung hat offensichtlich Sorgen, dass bei einer Preiserhöhung zu viele Raucher das Rauchen einstellen könnten und damit die Steuererhöhungen zurückgehen könnten. Raucherprävention und Behandlung ist offensichtlich von Seiten unserer Regierung nicht gewollt. Ob man die Bundesregierung angesichts solch offensichtlicher Begünstigung der Nikotinsucht für die Folgen haftbar machen kann, ist allerdings zweifelhaft, wenn es auch wünschenswert wäre. Dass auch versteckte Zigarettenwerbung in Filme Jugendliche zum Rauchen animiert ist nach einer neuen Studie (Lancet 2003) gesichert, sollte die Bundesregierung gegen die Eindämmung der Tabakwerbung sein um dem entgegen zu arbeiten?. |
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David Gonzales et al., Varenicline, an Nicotinic
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|
FULL TEXT |
PDF
-
Douglas E. Jorenby et al., Efficacy of Varenicline,
an 42 Nicotinic Acetylcholine Receptor Partial Agonist, vs Placebo or
Sustained-Release Bupropion for Smoking Cessation: A Randomized Controlled
Trial, JAMA. 2006;296:56-63.ABSTRACT
|
FULL TEXT |
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Serena Tonstad; et al., Effect of Maintenance
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ABSTRACT |
FULL TEXT |
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-
Robert C. Klesges, Varenicline for
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|
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Statistisches Bundesamt Rauchgewohnheiten
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Arch Intern Med.
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|
FULL TEXT |
PDF
|
| Rauschzustände
|
| Typologisierung
von Rauschzuständen nach Rasch (1986 Forensische
Psychiatrie.Kohlhammer, Stuttgart) |
| Euphorische Auflockerung |
| Depressiv-dysphorische
Verstimmung |
|
Akzentuierend-katalysierende Reaktion |
| Toxische Reizoffenheit |
| Ungerichtetes
Handlungsbedürfnis |
| Rauschdämmerzustände |
|
|
|
| Raynaudphänomen |
| attackenartig auftretende Gefäßspasmen der kleinen
arteriellen Gefäße der Finger, Hände und selten der Füße. Dabei kommt es zu
Beginn zu einem Abblassen der Finger oder Zehen, im Verlauf dann zu einer
Blaufärbung (Zyanose) und dann zu einer schmerzhaften vermehrten Durchblutung (Hyperämie).
Am häufigsten ist die Blässe und Zyanose der Finger durch Kälte oder Emotionen
ausgelöst. Etwa 3% der Bevölkerung soll unter diesen Symptomen leiden, in 60% ist keine Ursache
zu finden, in 40% ist es sekundär zu anderen Autoimmun- Krankheiten. Diagnostisch werden deshalb Antinukleäre Antikörper, Antiphospholipid-
Antikörper.. auf der Suche nach Autoimmunerkrankungen oder rheumatologischen
Erkrankungen bestimmt sind diese positiv und finden sich abnorme kleine
Blutgefäße im Nagelbett ist dies ein Hinweis auf eine eventuell
behandlungsbedürftige Ursache. Frauen sind häufiger als Männer betroffen, es
beginnt meist zwischen 20 und 40 Jahren es sind aber auch schon Kinder
betroffen, die Blässe entsteht durch eine Gefäßkonstriktion, oder einen
Gefäßspasmus in den Wänden der Fingerarterien durch eine Überempfindlichkeit auf
den gefäßzusammenziehenden Effekt der Kälte. Kältetraumen, häufige
Überanstrengung der Finger z.b. bei Klavierspielern können ebenfalls auslösend
sein. Raucher haben häufiger ein Raynaudphänomen. Das Raynaudphänomen kommt auch
bei bestimmten neurologischen Erkrankungen gehäuft vor: Neuritis,
Syringomyelie, Bandscheibenprolaps, Hemiplegie, Poliomyelitis, Multiple
Sklerose, spinale Tumore, Karpaltunnelsyndrom,
Schlaganfälle, Poliomyelitis.
Auch Medikamente können ursächlich sein, insbesondere: Ergotamin und
damit verwandte Parkinsonmedikamente, Clonidin, Betablocker, Noradrenalin,
Bromocriptin, hormonelle Kontrazeptiva, Zytostatikatherapie mit Bleomycin.
Irreversible kann es bei Behandlung mit Vinylchlorid, versehentlicher
intraarterieller Injektion, und im Rahmen von Kumarinnekrosen auftreten.
|
Häufigkeit sekundärer
Raynaud-Syndrome als Frühsymptome bei Autoimmun- Erkrankungen in
Prozent |
|
Erkrankung |
|
Erkrankung |
|
|
Systemische Sklerose/ Sklerodermie |
>90 |
Polymyositis/ Dermatomyositis |
10–29 |
|
Mischkollagenose |
>90 |
Rheumatoide Arthritis |
-17 |
|
Undifferenzierte Kollagenose |
50 |
Sjögren-Syndrom |
13 |
|
Systemischer Lupus erythematodes |
21–44 |
|
|
Sekundäre Raynaud- Syndrome gibt es bei Sklerodermie (90- 95%), oft Jahre
vor Beginn der Sklerodermie. Bei Sklerodermie nimmt das Syndrom oft einen
schweren Verlauf und muss deshalb zeitig behandelt werden. Sekundäre Raynaud-
Syndrome kommen auch bei rheumatoider Arthritis, systemischem Lupus
erythematosus, Dermatomyositis, und polymyositis vor. Andere Ursachen sind
Kryoglobulinämie, Myeloproliferative Erkrankungen, andere Krebserkrankungen,
Hypothyreose, Anorexia nervosa,
Da eine
Sklerodermie oder andere Kollagenosen nicht selten mit einem Raynaud-
Syndrom beginnen können, ist eine Nachuntersuchung der Patienten ohne
Hinweis auf eine sekundäre Form oft sinnvoll,
| Primäres Raynaud- Syndrom |
Sekundäres Raynaud- Syndrom |
| jüngeres Alter bei Beginn |
Alter meist >50 |
| symmetrische Attacken |
symmetrische oder assymetrische Attacken |
| leichtere Symptome (keine Nekrosen,
Ulzerationen und kein Gangrän) |
schwere schmerzhafte Symptome mit
Nekrosen, Ulzerationen und/oder Gangrän)
 |
| keine mikrovaskulären
Auffälligkeiten
im Nagelbett
|
mikrovaskuläre
Auffälligkeiten
im Nagelbett
 |
| keine Symptome die auf eine
sonstige Ursache hinweisen |
Symptome die auf eine
Bindegewebserkrankung hinweisen |
| Negative Labortests bei der Suche nach
Autoimmunerkrankungen (BKS, ANA, spez. AK) |
Positive Labortests bei der Suche nach
Autoimmunerkrankungen (BKS, ANA, spez. AK) |
| Vorgeschichte mit Migräne oder
Prinzmetal- Angina |
Anamnese mit begünstigenden
Umweltfaktoren |
Oft ist die Vermeidung von Auslösern eine
ausreichende Behandlung, Handschuhe tragen bei Kälte, eisgekühlte
Getränke meiden, Rauchen einstellen, Entspannung. Auslösende
Medikamente kann man manchmal weglassen. Manchmal sind auch medikamentöse
Behandlungen notwendig. In Betracht kommen Kalziumkanalblocker wie
Nifedipin, ACE- Hemmer,
Phosphodiesterasehemmer (Viagra u.ä.), Fluoxetin, u.a.SSRI. |
- Pope, Janet E
The Diagnosis and Treatment of
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[Abstract]
[Full Text]
|
| Reaktanz
|
| ist eine "Trotzreaktion" bei äußerem Druck. Man befolgt z.B. vernünftige Ratschläge nicht, weil man sich in seiner Freiheit eingeschränkt fühlt, Versuch verlorene, verloren geglaubte oder bedrohte innere Freiheit wiederzugewinnen. Ausweichen und innerer Widerstand, der sich gegen die Einschränkung der eigenen Handlungsfreiheit wehrt. Reaktanz ist ein Erregungs- oder Motivationszustand, der darauf abzielt, die bedrohte, eingeengte oder blockierte Freiheit wieder herzustellen." (W. Herkner). Verbotene Handlungen werden z.B. weiter ausgeführt, oder gar "gerade deshalb weil es verboten ist" ausgeführt. |
|
|
| Reaktionsbildung
|
| Reaktionsbildung = ein bestraftes Bedürfnis kann nicht mehr ausgeführt werden und wird durch eine gegenteilige Handlungsweise ersetzt, so können sie ausgelebt und gleichzeitig für das Über-Ich akzeptierbar werden, Es werden ersatzweise Verhalten, Gedanken oder Gefühle gezeigt, die ihren eigenen unannehmbaren Gedanken oder Gefühlen diametral gegenüberstehen z.B. ein Verein zur Überwachung der Sexualmoral, der erotische Literatur zensiert und damit die permanente Beschäftigung mit Sexualität legitimiert.
|
|
|
| Reaktionsverhinderung
|
| Maßnahme bei der Behandlung von Zwangssyndromen, die typischerweise mit ausgeprägten Ritualen zur Verhinderung befürchteter Unannehmlichkeiten oder Katastrophen einhergehen (z.B. Ansteckung nach Kontakt mit Schmutz). Um langfristige Reduktion von Angst und Zwangsritualen zu erreichen, müssen die Konfrontationsmaßnahmen (vgl. dort) durchgeführt werden, während gleichzeitig verhindert wird, dass die Zwangsrituale ausgeführt werden (dies ist die Reaktionsverhinderung). Beide Komponenten zusammen stellen die erfolgreichste Form der Zwangsbehandlung dar. Ohne Reaktionsverhinderung besteht die Gefahr, dass die Patienten die auftretende Habituation und das Ausbleiben der befürchteten Katastrophe fälschlich auf ihr Zwangsritual zurückführen oder dass erst gar keine Angst und damit auch keine Lernsituation eintritt. |
|
Zwangsstörungen |
| Reaktionszyklus (sexueller nach Masters u. Johnson)
|
-
Erregungsphase,
-
Plateauphase,
-
Orgasmus,
-
Rückbildungsphase (nicht
Erschöpfungsphase!)
Je älter, desto länger dauern
diese Phasen. Hohe Koitusfrequenz in jüngeren Jahren korreliert mit längerer
sexueller Aktivität im Alter. Die Sexualität wird vorwiegend durch die
Lernerfahrung, weniger durch genetische Disposition determiniert. |
|
|
| Reattribution
|
| (auch kognitive Neubewertung, Umstrukturierung) Liegen der Angsterkrankung bzw. Teilen derselben fehlerhafte Bewertungen zugrunde, kann versucht werden, diese auf direktem Weg durch rationale Argumentation oder durch geeignete “Verhaltensexperimente” zu korrigieren. Objekt der Reattribution können die Fehlinterpretationen von Symptomen (körperlich oder psychisch, z.B. beim Paniksyndrom), die falsche Interpretation von Verhaltensweisen anderer (Gefühl, beobachtet oder bewertet zu werden, z.B. bei der Sozialphobie) oder sogenannte überwertige Ideen (“man muß immer Kontrolle über alles haben”, “man ist immer für alle Folgen seiner Handlungen verantwortlich”, z.B. beim Zwangssyndrom) sein. Auch grundsätzliche irrationale Einstellungen (“man muß immer von allen Menschen geliebt werden”, “es gibt nur Schwarz oder Weiß auf der Welt”) sind Ziel von Reattributionsverfahren. Verwandt ist auch die kognitive Neubearbeitung und damit Umbewertung von traumatischen Erfahrungen (z.B. im Hinblick auf die eigene Schuld oder die befürchtete Entwertung der eigenen Person, beides typisch für die posttraumatische Belastungsstörung).
|
|
|
| Rebound-Phänomen
|
| Dieses Rückschlagphänomen stellt das überschießende Zurückschnellen einer gegen Widerstand gedrückten Extremität bei plötzlichem Wegfall dieses Widerstandes dar und ist Ausdruck einer zerebellaren (Kleinhirn) Asynergie.
|
|
|
| rectus abdominis Syndrom (Muskel)
|
| scharfer brennender Schmerz entlang dem Muskel, besonders bei Anspannung, lokaler Druckschmerz dort, manchmal Sensibilitätsstörungen, entsteht anscheinend durch plötzliche intensive Anspannung des Muskels, manchmal durch einen Riss der A. epigastrica.
|
|
|
| Redundanz
|
| Überfluss, Überzähligkeit, überflüssige Mehrfachkennzeichnung einer Information. |
|
|
| Reelin-Gen
|
| Mutationen im Reelin-Gen (RELN) verursachen eine zerebelläre Hypoplasie mit einer Migrationsstörung kortikaler Neurone (Lissenzephalie) und abnormale neuronale Verbindungen. Das menschliche Reelin-Gen liegt auf Chromosom 7q22 und hat 65 Exons, welche sich über mehr als 400 kb genomischer DNA verteilen
|
Morris-Rosendahl, Deborah; Wolff, Gerhard
Klinik, Genetik und Pathogenese der Lissenzephalien Dtsch Arztebl
2003; 100: A 1269–1282 [Heft 19]
|
| Reflexion
|
| Überlegung, bewusste Betrachtung der eigenen inneren psychischen Vorgänge mit dem Ziel eine größere Klarheit für sich selbst zu finden. |
|
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