Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse

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Glossar Psychiatrie/Psychosomatik/ Psychotherapie/Neurologie/Neuropsychologie

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PS selbstverständlich wird das Glossar regelmäßig aktualisiert werden.

 

Überdiagnose.
Gemeint sind damit Diagnosen - auch- von schwerwiegenden Erkrankungen, die nie zu Lebzeiten Symptome gemacht hätten, aber dennoch nach Entdeckung durch ein Screening/Vorsorge zur Behandlung führen. Was bei der Interpretation von Statistiken häufig übersehen wird, ist dass die Überlebenszeit bei früherer Diagnose einer Krebserkrankung immer verlängert ist, da ganz einfach wegen der früheren Diagnose ein längerer Verlauf beobachtet werden kann. Ob dabei das längere bewusste Leben mit dem Krebs auch mit einer Verlängerung der Lebenszeit einhergeht ist hingegen manchmal zweifelhaft. Das längere Überleben ab Diagnose kann somit bedeuten, dass man einfach länger von seiner Diagnose weiß, aber genauso lange lebt, wie die Patienten, bei denen die Krankheit nicht oder spät diagnostiziert wird.


Als Lead-time bias (Vorlaufzeit- Bias) definitiert man danach die offensichtlich verlängerte Überlegenszeit durch die frühere Diagnose mittels Screening/Vorsorge, auch wenn die tatsächliche Lebenszeit und das Ergebnis (z.B. Tod am Lungenkrebs) unverändert ist. Es geht hier also nur um mehr Zeit zwischen Diagnose und Tod, als ohne Screening/Vorsorge.
 

Als Length-time bias (Bezugszeit - Bias)  bezeichnet man dabei die Verfälschung der Statistik in Richtung einer scheinbar verlängerten Überlebenszeit durch die Entdeckung relativ gutartiger Krebsgeschwüre die langsam wachsen und damit eine gute Prognose haben, verglichen mit den Krebserkrankungen, die anhand von Symptomen ohne Screening/Vorsorge entdeckt werden. Es ist möglich, dass die besonders aggressiv wachsenden Krebserkrankungen dem Screening/Vorsorge entgehen, und bei den Patienten auch dann wenn sie zur Screening/Vorsorge- Untersuchung gehen im Verlauf des Jahres zwischen den Screenings an Symptomen entdeckt wird, oder die Teilnehmer einer Studie, die an der im Screening gesuchten Erkrankung sterben ohne dass diese überhaupt zu Lebzeiten diagnostiziert wurde.
 

Das Überdiagnose Bias ist die Extremform des length-time oder Bezugszeit - Bias die Überlebenszeit aller Erkrankten wird zu positiv dargestellt, durch die Identifikation von Krebserkrankungen oder anderen schweren Erkrankungen, die ohne Screening nie entdeckt worden wären, die unentdeckt geblieben wären, weil sie nie Symptome gemacht hätten und auch niemand daran gestorben wäre.

Die Überlebenszeit der Patienten in der Screening/Vorsorge – Gruppe und den Patienten, die der nicht gescreenten Gruppe in Studien zugeordnet wurde, ist auch nur ein Teil der wichtigen Aussagen, auch die Mortalität (wie viele Menschen sterben an der Erkrankung) muss verglichen werden. Nur in großen randomisierten Studien lässt sich langfristig klären, von welcher Vorsorgeuntersuchung bestimmte Patientengruppen tatsächlich profitieren. Die Überlebensraten von Menschen, bei denen in einer Screeninguntersuchung ein noch sehr kleiner Krebs festgestellt wurde können nicht mit den Überlebensraten von Menschen, bei denen auf Grund von Symptomen Krebs diagnostiziert wurde verglichen werden. Es ist zunächst unbekannt, wie häufig die kleineren im Screening entdeckten Befunde tatsächlich zu einer Erkrankung oder zum Tod geführt hätten. Hier wird bei den meisten Krebserkrankungen weiter geforscht, mit zum Teil ungewissem Ausgang.

Typische Beispiele sind die PSA- Testungen von Männern mit der Diagnose Prostatakrebs oder die Mammographie- Screenings mit der Diagnose kleiner lokal begrenzter Karzinome der Milchgänge. Auch das Screening bezüglich Lungenkrebs hat bisher keinen eindeutigen Nutzen für die Studienteilnehmer nachweisen können. Zwar wurden bei den Röntgenuntersuchungen der Lungen bisher nicht bekannte kleine Tumore entdeckt, die Patienten in der Gruppe die sich dem Screening unterzog, lebte aber nicht länger, ein Teil der Tumore die frühzeitig entdeckt und behandelt wurden hätte nie Symptome gemacht. Neuerdings werden bei Rauchern Spiral- CT Vorsorge-Untersuchungen in Studien gemacht, ob sich hierdurch ein überwiegender Nutzen für die Raucher herausstellt, ist noch nicht absehbar.
Überdiagnosen beschränken sich nicht auf Krebserkrankungen. Bei alten 265 englischen Patienten wurde beispielsweise untersucht, wie häufig die Überdiagnose eines Harnwegsinfektes ist. Bei 43,4% der alten Patienten, die wegen eines Harnwegsinfektes behandelt wurden, trafen die in Leitlinien genannten diagnostischen Kriterien nicht zu. Die Mortalitätsrate betrug 6.0%, Komplikationen waren häufig 8% sekundäre Clostridium difficile Diarrhöen, 4% Stürze, 3% MRSA- Infektionen, 2% Knochenbrüche.
 

  1. Woodford HJ, George J.Diagnosis and management of urinary tract infection in hospitalized older people. J Am Geriatr Soc. 2009 Jan;57(1):107-14. Epub 2008 Nov 14
  2. Pamela M. Marcus et al., Extended Lung Cancer Incidence Follow-up in the Mayo Lung Project and Overdiagnosis JNCI Journal of the National Cancer Institute 2006 98(11):748-756; doi:10.1093/jnci/djj207
  3. National Lung Screening Trial
  4. M. M. Byrne, J. Weissfeld, and M. S. Roberts Anxiety, Fear of Cancer, and Perceived Risk of Cancer following Lung Cancer Screening Med Decis Making, November 1, 2008; 28(6): 917 - 925.  [Abstract]
  5. H. G. Welch, S. Woloshin, L. M. Schwartz, L. Gordis, P. C. Gotzsche, R. Harris, B. S. Kramer, and D. F. Ransohoff Overstating the Evidence for Lung Cancer Screening: The International Early Lung Cancer Action Program (I-ELCAP) Study Arch Intern Med, November 26, 2007; 167(21): 2289 - 2295.  [Abstract]
  6. Wilson et al. The Pittsburgh Lung Screening Study (PLuSS): Outcomes within 3 Years of a First Computed Tomography Scan Am. J. Respir. Crit. Care Med. 2008;178:956-961.ABSTRACT
  7. D. E. Midthun, S. J. Swensen, T. E. Hartman, and J. R. Jett Lung Cancer Screening Results: Easily Misunderstood Mayo Clin. Proc.,  January 1, 2007; 82(1): 14 - 15. [Full Text]


Überschuldung
ist per Definition dann gegeben, wenn trotz Reduzierung des Lebensstils der Einkommensrest nach Abzug der Lebenshaltungskosten (Miete, Energie, Versicherung, Grundnahrungsmittel, ÖPNV, Telefon, Kleidung etc.) nicht zur fristgerechten Schuldentilgung ausreicht.“ (Dr. D. Korczak – Definition der Verschuldung und Überschuldung im Europäischen Raum, München 2003). Psychisch Kranke sind überzufällig häufig von Überschuldung betroffen. Schlechte Schulbildung, andauernde Arbeitslosigkeit, niedriges Einkommen, Probleme der Haushaltsführung, unvorhersehbare familiäre Lebensereignisse, und Unerfahrenheit gegenüber Kredit- und Konsumangeboten sind die Hauptursachen laut Schufa. In Einzelfällen können riesige Schäden, durch Unfälle oder einen Jungenstreich bei mangelnder Versicherung zu einer dauerhaften Überschuldung führen. Überschuldung kann zu Ausgrenzung und sozialem Rückzug führen. Im Haushalten lebende Kinder sind mit betroffen. Oft ist die Unterstützung einer professionellen Schuldenberatung erforderlich. Eine Möglichkeit zur Suche der nächsten Schuldnerberatung bietet Bag-Schuldnerberatung und Schulden-online.de. Wichtige Informationen zu Schulden lassen sich auch bei der Schufa auf der Homepage erhalten. Dort kann man auch seine eigenen Schufaeinträge anfordern, 


Übertragung
Frühkindliche Beziehungen und Einstellungen werden (z.B. zu Mutter, Vater) auf den Therapeuten projiziert/übertragen. Innerhalb der Therapie dient der Therapeut als Projektionsfläche für das Seelenleben des Patienten – etwa so wie die Leinwand für den Diaprojektor. Der Patient projiziert auf den Therapeuten jene Gefühle, Wünsche, Ängste und Gedanken, die eigentlich anderen Personen (beispielsweise der Mutter oder dem Vater) gelten. Dies wird »Übertragung« genannt. Dies löst auch bei Therapeuten Gefühle aus, die er als Gegenübertragungsgefühle erkennt und die Erkenntnis diagnostisch wie therapeutisch verwerten kann. Der Arzt muss deshalb seine Gegenübertragungen wahrnehmen und über ständige Selbstreflexion prüfen können.  Ihre Deutung und Nutzung in der Psychotherapie ist sicherlich der größte Beitrag der Psychoanalyse für die moderne Psychotherapie. Psychoanalytische Beziehungsdiagnostik nutzt überwiegend das Wechselspiel von Übertragung und Gegenübertragung in der Therapie. Dabei wird davon ausgegangen, dass der Analytiker seine eigenen realen Beiträge bewusst erkennt (ein hoher Anspruch).  Als dysfunktionale habituelle Beziehungsmuster werden spezifische,  für den Patienten leidvolle Konstellation bezeichnet, die sich aus seinem habituellen Beziehungsverhalten und den typischen Reaktionsweisen seiner Sozialpartner ergibt. Der Therapeut legt diese Muster offen, da er die Hintergründe versteht (sie damit auch nicht als persönlichen Angriff oder persönliche Liebesbezeugung, sonder als Wiederholung alter Erfahrungen erkennt, kann er diese Muster durch Deutung auch dem Patienten bewusst machen. Die in der Beziehung zum Therapeuten gemachten korrektiven emotionalen Erfahrungen ermöglichen neue, weniger ambivalente innere Repräsentanzen und neue Modelle für Beziehungen und Bindungen. Diese neuen Repräsentanzen überlagern frühere durch traumatische Erfahrungen geprägte Repräsentanzen. Während der Analytiker in therapeutischen Beziehungen die Übertragungsbeziehung deutet und sich dabei entsprechend der Abstinenzregel nur als Spiegelfläche für den Patieten anbietet, arbeiten manche andere Therapieverfahren unter aktiver Nutzung der Übertragungsbeziehung die vom Therapeuten gesucht bzw. provoziert wird. Ein Beispiel ist die „Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy” (CBASP) in der Behandlung chronischer Depressionen. Therapeuten werden dabei ermutigt, sich auf ihre Patienten in einer kontrollierten Weise persönlich einzulassen, um damit deren Verhalten zu modifizieren und zu beeinflussen. Übertragungsthemen werden konzeptualisiert, indem die Technik einer Hypothesengenerierung verfolgt wird und die Übertragungsprozesse während des Therapieprozesses proaktiv hinterfragt werden.
Ephi Betan, Amy Kegley Heim, Carolyn Zittel Conklin, and Drew Westen Countertransference Phenomena and Personality Pathology in Clinical Practice: An Empirical Investigation, Am J Psychiatry 2005 162: 890-898. [Abstract] [Full Text


Übertrainingssyndrom
(ÜTS; engl. ”overtraining syndrome”, ”staleness”) ist charakterisiert durch einen Abfall der sportartspezifischen Leistungsfähigkeit trotz weitergeführtem oder sogar intensiviertem Training mit teilweise ausgeprägten Befindlichkeitsstörungen, der auch nach einer verlängerten Regenerationsphase von (willkürlich festgelegten) 2 bis 3 Wochen noch nachweisbar ist. Bei einer kürzeren Dauer spricht man eher von einem Überlastungszustand (engl. ”overreaching”). "Übertraining" bezeichnet eigentlich nur den überlastenden Trainingsprozess per se. Andere organisch krankhafte Ursachen müssen ausgeschlossen werden, beispielsweise Infekte (Mononukleose oder andere virale Entzündungen, Zahnwurzelherd usw.), eventuell sogar mit kardialer Beteiligung im Sinne einer Myokarditis, eine Eisenmangelanämie oder endokrinologische Störungen (Schilddrüsen- oder Nebennierenfehlfunktion). Klassischerweise wird zwischen einer sympathikotonen ("basedowoiden") und einer parasympathikotonen ("addisonoiden") Form des ÜTS unterschieden. Während erstere mit ausgeprägteren vegetativen Symptomen wie erhöhte Herzfrequenz, Schlafstörungen, emotionale Instabilität und organbezogene Beschwerden einhergeht, weist letztere eine verstärkte phlegmatische bis depressive Komponente auf und ist wegen ihrer Symptomarmut schwerer zu erkennen. Oftmals liegt allerdings ein Mischtyp bzw. ein Übergang zwischen der eher frühen sympathikotonen und der chronischen parasympathikotonen Form vor. Allen gemeinsam ist aber immer ein primär unerklärlicher Leistungsabfall mit schnellerer Ermüdbarkeit und verzögerter Regeneration im Training.
A. Urhausen, W. Kindermann Deutschen Zeitschrift für Sportmedizin (DZSM  S. 121 + 122 Übertraining (  434 KB)


Uhrentest

Engl.: Clock-drawing task (CDT). Der Patient wird aufgefordert ein Ziffernblatt einer Uhr mit der Uhrzeit 11:10 oder 8:20 Uhr in einen Kreis einzuzeichnen. Wird in der Demenzdiagnostik verwendet. Siehe auch MMST Test. Der Test lässt sich überall durchführen, Vorgabe ist ein Kreis. Manche Untersucher lassen die Patienten auch den Kreis zeichnen. (uneinheitliche Vorgaben wie uneinheitliche Auswertung, des ansonsten sehr sensitiven Tests) Ein solcher lässt sich im Zweifel auch bei jedem Hausbesuch unter Zuhilfenahme z.B.: eines Glases auf ein Blatt Papier zeichnen. Der Test zeigt eigentlich eine konstruktive Apraxie (Schwierigkeiten komplexe Figuren zu zeichnen) , der räumlichen Wahrnehmung, Planung und Ausführung, er kann aber auch eine allgemein Unfähigkeit den Zeitbegriff zu verstehen anzeigen.   Die Aufforderung würden dann lauten: Zeichnen Sie einen Kreis und anschließend zeichnen Sie bitte ein Ziffernblatt mit Zahlen, die genau das Ziffernblatt einer Uhr darstellen. Zeichnen Sie dann die Zeiger der Uhr auf 11 Uhr 10.   Im allgemeinen wird eine  0-4 Punkt-Methode oder die 0-3 Punkt-Methode (bei vorgegebenem Kreis) zur Auswertung angewendet. Ein Punkt für einen geschlossenen Kreis, einen Punkt für die korrekte Platzierung der Zahlen, einen Punkt dafür wenn alle 12 Zahlen korrekt eingezeichnet wurden, einen Punkt, wenn die Zeiger in eine korrekte Position gebracht wurden. Es gibt aber auch komplexe Scores mit 16 oder 20 Punkten. Manche Untersucher setzen ein Zeitlimit, andere nicht. Es gibt auch CDTs bei denen eine Uhr vom Bild kopiert werden soll, diese Tests sind aber weniger sensitiv.  Häufige Fehler sind das Auslassen von Zahlen, die falsche Platzierung von Zahlen, oder das inadäquate Hinzufügen von Zahlen. Der Test ist schnell durchführbar und bezüglich der Diagnose einer mäßig ausgeprägten Demenz sensitiv. Leichte Fälle (mild cognitive impairment) lassen sich mit dem Test nicht vom normalen Altern unterscheiden. Es gibt keinen cut-off Score. Der Test alleine stellt auch keine Diagnose, wenn er pathologisch ist, besteht aber Grund zu weiterer Demenzdiagnostik.  Der Test ist weitgehend unabhängig von der Kultur, allerdings kann es einzelne Menschen auch in unserem Land geben, die normalerweise keine Uhr benutzt haben. Wer den Test ohne Fehler besteht hat nicht unbedingt bewiesen, dass er keine Demenz hat. Viele Menschen mit einer Demenz, die auf eine umschriebene Hirnschädigung z.B.: nach Schlaganfällen zurückgeht, schneiden in diesem Test normal ab. Für die Verlaufsbeurteilung einer Demenz ist der Test nur bedingt und insgesamt weniger als der MMST-Test geeignet. Wie bei allen Demenztests sollten die Patienten entsprechend vorbereitet und beruhigt werden, da die offensichtlich erkennbaren Defizite bei solchen Tests auch schwerer dementen Patienten offensichtlich sind. Der Test zählt zu den Screening-Verfahren zur Verdachtsabklärung dementieller Erkrankungen (Demenztests). Er ermöglicht im Zusammenwirken mit anderen Tests die Abgrenzung dementieller Erkrankungen von altersbedingten Beschwerden und eine Quantifizierung des Abbaus. Ein schlechtes Abschneiden in diesem Test beweist keine Demenz, der Test hat nur eine Bedeutung im Zusammenwirken mit dem klinischen Eindruck und anderen Untersuchungsergebnissen. In der Summe bleibt der Test einfach durchzuführen, ist allgemein anerkannt, aussagekräftig und sensitiv, bedauerlich ist, dass es keine einheitlichen Auswertungskriterien gibt
Shulman K: Clock-Drawing: Is it the ideal cognitive screening test? Int J Geriatr Psychiatry 2000; 15:548-561. Sunderland, T., Hill, J.L., Mellow, A.M., Lawlor, B.A., Gundersheimer, J., Newhouse, P.A. y Grafman, J. (1989): Clock drawing in Alzheimerís disease: a novel measure of dementia severity. Journal of the American Geriatric Society, 37: 725-729.  Heidi Lee, Gregory R. J. Swanwick, Robert F. Coen, and Brian A. Lawlor Use of the Clock Drawing Task in the Diagnosis of Mild and Very Mild Alzheimer's Disease International Psychogeriatrics, Volume 08, Number 3 - Fall 1996, 469 Libon, D.J., Swenson, R.A., Schwartz, B.L., Ross, L.A., y Deutsch, S.I. (1992) : Clock drawing as an assessement tool for dementia. Archives of Clinical Neuropsychology, 8: 405-415. Mendez MF, Ala T, Underwood KL. Development of scoring criteria for the Clock Drawing Task in Alzheimer’s disease. J Am Geriatr Soc 1992;40:1095-9. Tuokko H, Hadjistavropoulos T, Miller JA, et al. The clock test: a sensitive measure to differentiate normal elderly from those with Alzheimer disease. J Am Geriatr Soc 1992;40:579-84. Borson S, Brush M, Gil E, Scanlan J, Vitaliano P, Chen J, Cashman J, Sta Maria M, Barnhart R, Roques J: The Clock Drawing Test: Utility for dementia detection in multiethnic elders. J Gerontol A Biol 1999;54A:M534-M540 Watson YI, Arfken CL, Birge SJ: Clock completion: An objective screening test for dementia. J Am Geriatr Soc 1993;41:12 35-1240 Hsiu-Chih Liu The three-item clock-drawing test: A simplified screening test for Alzheimer's diseaseMental Help Net - Neuroscience and Neuropsychology Shulman K: Clock-Drawing: Is it the ideal cognitive screening test? Int J Geriatr Psychiatry 2000; 15:548-561. Sunderland, T., Hill, J.L., Mellow, A.M., Lawlor, B.A., Gundersheimer, J., Newhouse, P.A. y Grafman, J. (1989): Clock drawing in Alzheimerís disease: a novel measure of dementia severity. Journal of the American Geriatric Society, 37: 725-729.  Heidi Lee, Gregory R. J. Swanwick, Robert F. Coen, and Brian A. Lawlor Use of the Clock Drawing Task in the Diagnosis of Mild and Very Mild Alzheimer's Disease International Psychogeriatrics, Volume 08, Number 3 - Fall 1996, 469 Libon, D.J., Swenson, R.A., Schwartz, B.L., Ross, L.A., y Deutsch, S.I. (1992) : Clock drawing as an assessement tool for dementia. Archives of Clinical Neuropsychology, 8: 405-415. Mendez MF, Ala T, Underwood KL. Development of scoring criteria for the Clock Drawing Task in Alzheimer’s disease. J Am Geriatr Soc 1992;40:1095-9. Tuokko H, Hadjistavropoulos T, Miller JA, et al. The clock test: a sensitive measure to differentiate normal elderly from those with Alzheimer disease. J Am Geriatr Soc 1992;40:579-84. Borson S, Brush M, Gil E, Scanlan J, Vitaliano P, Chen J, Cashman J, Sta Maria M, Barnhart R, Roques J: The Clock Drawing Test: Utility for dementia detection in multiethnic elders. J Gerontol A Biol 1999;54A:M534-M540 Watson YI, Arfken CL, Birge SJ: Clock completion: An objective screening test for dementia. J Am Geriatr Soc 1993;41:12 35-1240 Hsiu-Chih Liu The three-item clock-drawing test: A simplified screening test for Alzheimer's diseaseMental Help Net - Neuroscience and Neuropsychology 7.3.2003


ulnaris Nervus
(C8-Th1) Ursprung: medialer Faszikel, Der N. ulnaris entfernt sich am Oberarm allmählich von der A. brachialis nach hinten, zieht im Sulcus nervi ulnaris (Rinne am distalen, medialen Humerusende) zum Unterarm und erreicht die Hand gemeinsam mit der A. ulnaris oberflächlich zum Retinaculum flexorum unmittelbar lateral vom Erbsenbein, Äste: Ramus dorsalis zum Handrücken, Ramus superficialis: sensibel zu den Fingern 4 + 5, Ramus profundus: zu den kurzen Handmuskeln, Innervationsgebiete: motorisch: am Unterarm: M. flexor carpi ulnaris, M. flexor digitorum profundus (Anteile für 4. + 5. Finger), an der Hand: alle Mm. interossei, alle Hypothenarmuskeln, vom Daumenballen nur M. adductor pollicis und Caput profundus des M. flexor pollicis, brevis, von den Mm. lumbricales die ulnare Hälfte, sensibel: Ulnarseite der Hand, palmar 1 ½ Finger, dorsal 2 ½ Finger, Autonomgebiet: gesamter Kleinfinger, Druckläsion: Das Sulcus-Ulnaris-Syndrom (Ulnarisrinnen-Syndrom) ist Folge einer chronischen Mikrotraumatisierung des Nerven im Bereich der Ulnarisrinne am Ellbogen. Häufig durch Aufstützen des Ellenbogens auf eine harte Unterlage bedingt,- z.B.: beim Lesen, Telefonieren, bei Bettlägerigen, bei falscher Lagerung unter Narkose. Ebensolche Schädigungen kommen bei häufig wiederholten Beuge- und Streckbewegungen im Ellbogengelenk vor,- z.B. mit Hanteln bei regelmäßigen Fitnessübungen, bei regelmäßiger stereotyper Bedienung von Hebeln bei der Arbeit. Eine flache Ulnarisrinne sowie eine bei Unterarmbeugung eintretende (Sub-)Luxation des N. ulnaris können die Ulnarisparese begünstigen. Im Vergleich zur gestreckten Armstellung steigt der Druck im Kubitalkanal des Ellenbogens für den Ulnarisnerv bei rechtwinkliger Beugung auf das Doppelte und bei maximaler Beugung auf bis zu das 15-fache an. Bei Vermeidung des Aufstützens oder der häufigen Beuge- und Streckbewegungen ist die Prognose in der Regel gut, manchmal ist zusätzlich eine Polsterung des inneren Ellbogens nützlich. Aufstützen und jede Art von Kompression oder übermäßiger Dehnung des Nerven muß vermieden werden. Nur sehr selten ist zum Schutz des Nerven eine operative Vorverlagerung erforderlich. Akute exogene Druckschädigungen des N. ulnaris in der Ulnarisrinne stellen nach den Leitlinien keine Operationsindikation dar! Bei mehr als 4% aller Menschen soll eine oft beidseitige spontane Luxation (Herausspringen aus der Knochenrille im Ellenbogen) aus dem Sulcus vorkommen. Diese Luxation ist meist mit den Fingern beim Beugen des Ellenbogens tastbar. Meist macht diese Luxation keine Beschwerden. Sie kann aber insbesondere bei großer Beanspruchung  des Ellenbogens eine Lähmung begünstigen. Auch Dupuytren´schen Kontrakturen kommen in diesem Zusammenhang häufiger vor. Spätlähmungen nach Knochenbrüchen im Ellbogenbereich (aber auch bei Arthrose) kommen vor. Meist sind letztere langsam zunehmend und oft mit nur geringen sensiblen Symptomen. Im Gegensatz zu den einfachen Drucklähmungen ist bei Lähmungen als Folge von Veränderungen im Bett des Nerven im Sulcus meist eine operative Behandlung indiziert, die Operationsprognose ist in der Regel sehr gut. Anhand der Nervenleitgeschwindigkeiten lässt sich die fokale Kompression bei einer Ulnarisneuropathie im Ellbogen mit hoher Wahrscheinlichkeit bestimmen. Dies ermöglicht dem Chirurgen , sich über das therapeutische Vorgehen zu orientieren. Der Sulcus nervi ulnaris wird von unterschiedlich starkem sehnenähnlichen Gewebe – dem sogen. Sulcusdach – bedeckt, das gelegentlich durch den atavistischen M. epitrochleoanconaeus verstärkt wird und eine N. ulnaris Kompression bewirken kann. Neurologia 1999 Oct;14(8):389-92  Zur chirurgischen Behandlung der Ulnariskompression am Ellbogen gehören die mediale Epikondylektomie, die einfache Dekompression sowie die anteriore Transposition (subkutan, intramuskulär oder submuskulär). Es gibt kaum prospektive randomisierte Studien, aus denen sich Richtlinien entnehmen ließen, welche Operationstechnik bevorzugt gewählt werden sollte. Der Ansatz , wonach in erster Linie eine einfache Dekompression durch geführt werden sollte, gestützt wird. Die einfache Operationstechnik unter Erhaltung der Anatomie, insbesondere der Gefäßversorgung, und die Möglichkeit einer schnellen postoperativen Rehabilitation werden ebenfalls berücksichtigt. Bei intraoperativer Subluxation wird eine anteriore Transposition vorgeschlagen. Bartels RH, Menovsky T, Van Overbeeke JJ, Verhagen WI J Neurosurg 1998 Nov;89(5):722-7 Beim Kubitaltunnel-Syndrom handelt es sich um eine Kompression des Ellennervs im Verlauf durch den Kubitaltunnel unter dem M. flexor carpi ulnari. Der Eingang des Kubitaltunnels wird von einer Aponeurose (=flächige Sehnenstrukturen aus Bindegewebe) gebildet, die vom Musculus flexor carpi ulnari zum Olekranon verläuft. Aus der bei Beugung des Unterarms stattfindenden Anspannung dieser Aponeurose kommt es zu einer Druckschädigung des Ellennervs. Sowohl bei häufig wiederholten Beuge- und Streckbewegungen, als auch bei länger dauernder Unterarmbeugung z. B. im Schlaf kann dadurch ein Nervenkompressionssyndrom mit Störung der Mikrozirkulation, Ödembildung und nachfolgender Myelin- und Axonschädigung entstehen. Operativ behandelt wird mit Spaltung der den Eingang des Kubitalkanals bildenden Aponeurose. Loge de Guyon Syndrom: Als Folge eines Traumas (insbesondere am Radioulnargelenk) oder einer Verletzung, als Radfahrerlähmung, durch langes Videospiel, oder durch Ganglien kommt es zu einer Druckschädigung des ramus profundus (tiefen Astes) am Handgelenk. Hierbei liegen oft keine sensiblen Störungen vor, wenn betreffen diese nicht den Fingerrücken. Die sensibel NLG ist dabei dann auch meist normal. Besonders wenn die Läsion an der Handwurzel ist bleiben die Äste des Nerven zum Kleinfingerballen verschont, es schwinden dann überwiegend die Muskeln im Zwischenraum zwischen dem Daumen und Zeigefinger (spatium interosseum I). Manchmal entsteht aber auch hier eine Krallenhand. Meist kommt es nach Vermeidung des schädigenden Mechanismus (oder Tragen eines gepolsterten Handschuhs zum Schutz) innerhalb von 2 Monaten zu einer Rückbildung der Lähmung. Falls sich in diesem Zeitraum keine Besserung zeigt, wird eine Operation auch mit Suche nach einem Ganglion empfohlen. Bei der Lähmung typisch ist die „Krallenhand" mit Überstreckung der Fingergrundgelenke und Beugung der Interphalangealgelenke bei Lähmung der Mm. interossei. Entsprechend ist auch die Fingerspreizung paretisch. Es besteht eine Schwäche der Endgliedbeugung der Finger IV und V, eine Adduktionsschwäche des Daumens und eine Parese des ulnaren Handgelenkbeugers. Besonders sichtbar sind Atrophien des Hypothenars und des M. interosseus dorsalis I zwischen Daumen und Zeigefinger. Die Sensibilitätsstörung betrifft die ulnare Hand bis zur Mitte des Fingers IV. Diagnostisch wertvoll ist das Froment-Zeichen: beim Versuch der Daumenadduktion wird der Daumen unwillkürlich durch den medianusinervierten M. flexor pollicis longus gebeugt. Als Ursache dieses Lähmungstyps kommen Aufstützen und häufige Bewegungen des Ellenbogens in Frage, begünstigt durch Lageanomalien bzw. eine „Luxation" des Nervs aus seinem Bett (Sulcus ulnaris), daneben andere Druckwirkungen und Frakturen. Neurographisch kann die Diagnose gesichert werden. Hilft eine Änderung von Gewohnheiten nicht, ist eine operative Neurolyse indiziert. Druck auf die Loge de Guyon am Eintritt in die Hohlhand („Radfahrerlähmung") kann rein sensible oder motorische Störungen des Hypothenars oder Paresen der Mm. interossei mit Aussparung des Hypothenars bewirken.

Ursachen der Ulnarislähmung

 

 

 

Oberarm

Trauma, Gipsverbände, Gehstützen, Aneurisma der A. brachialis, Anlageanomalien

Gefühlsminderung im Versorgungsgebiet des N. Ulnaris,  motorische Störung , Krallenhand mit  Lähmung der Abduktion und Adduktion der Finger 2-5, Adduktion des Daumens, Beugung im Grundgelenk 4+5, Streckung im Mittel- und Endgelenk 4-5. F. Endgelenksbeugung 4+5. F. ulnare Handbeugung, Daumenballen und Interosseusatrophie, Kleinfingerballenatrophie

Ellenbogen

Druckläsion, (Aufstützen, Luxation des Nerven in der Rinne mit vielen Mikrotraumen) Ellbogenfraktur auch als Spätfolge, suprakondyläre Humerusfraktur

Gefühlsminderung im Versorgungsgebiet des N. Ulnaris,  motorische Störung , Krallenhand mit  Lähmung der Abduktion und Adduktion der Finger 2-5, Adduktion des Daumens, Beugung im Grundgelenk 4+5, Streckung im Mittel- und Endgelenk 4-5. F. Endgelenksbeugung 4+5. F. ulnare Handbeugung, Daumenballen und Interosseusatrophie, Kleinfingerballenatrophie

Unterarm

Kubitaltunnelsyndrom, Frakturen, Chronische Druckschädigung  (Fahrradgriff, Gehstützen o.ä.)

Gefühlsminderung im Versorgungsgebiet des N. Ulnaris,  motorische Störung , Krallenhand mit  Lähmung der Abduktion und Adduktion der Finger 2-5, Adduktion des Daumens, Beugung im Grundgelenk 4+5, Streckung im Mittel- und Endgelenk 4-5. F. Endgelenksbeugung 4+5. F. Daumenballen und Interosseusatrophie, Kleinfingerballenatrophie

Handgelenk

Loge de Gyon – Syndrom, Siehe z.B. Schweiz Med Forum 2008;8(35):641–643 Trauma, Gelenksveränderungen, Handgelenksfraktur, Ganglion, Lipom

Evtl. Gefühlsminderung im Versorgungsgebiet des N. Ulnaris,  motorische Störung , Krallenhand mit  Lähmung der Abduktion und Adduktion der Finger 2-5, Adduktion des Daumens, Beugung im Grundgelenk 4+5, Streckung im Mittel- und Endgelenk 4-5. F. Daumenballen und Interosseusatrophie, Kleinfingerballenatrophie

Hohlhand

Druckläsion, Fahrradgriff, Instrumente, Krücken, Verletzungen

Rein motorische Störung , Lähmung der Abduktion und Adduktion der Finger 2-4, Adduktion des Daumens, Beugung im Grundgelenk 4+5, Streckung im Mittel- und Endgelenk 4-5. F. Daumenballen- und Interosseusatrophie, Kleinfingerballen nicht betroffen.



Unfall rechtliche Definition
Der Begriff des Unfalls ist in der RVO nicht bestimmt. Nach der in Rechtsprechung und Schrifttum seit langem und im wesentlichen einhellig vertretenen Auffassung ist Unfall ein körperlich schädigendes, zeitlich begrenztes Ereignis (s ua BSGE 23, 139, 141 = SozR Nr 1 zu § 555 RVO; BSGE 46, 283 = SozR 2200 § 530 Nr 47; BSG SozR 2200 § 548 Nr 56; Brackmann/Krasney, Handbuch der Sozialversicherung, SGB VII, 12. Aufl, § 8 Nr 7; Schulin, HS-UV, § 28 RdNr 1, jeweils mwN; KassKomm-Ricke § 548 RVO RdNr 5). Soweit daneben zum Teil auch gefordert wird, das Ereignis müsse "von außen" auf den Menschen einwirken, soll damit lediglich ausgedrückt werden, dass ein aus innerer Ursache, aus dem Menschen selbst kommendes Ereignis nicht als Unfall anzusehen ist (s BSG SozR aaO; Brackmann/Krasney, aaO, § 8 RdNr 10; Schulin, aaO, § 28 RdNr 5). Wesentlich für den Begriff des Unfalls sind hiernach ein ("äußeres") Ereignis als Ursache und eine Körperschädigung als Wirkung. Die Körperschädigung kann verursacht sein durch körperlich gegenständliche Einwirkungen (zB Verletzung beim Aufschlag nach Sturz), aber auch durch geistig-seelische Einwirkungen in einem eng begrenzten Zeitraum (BSGE 18, 173, 175 = SozR Nr 61 zu § 542 RVO aF; KassKomm-Ricke, aaO, RdNr 6; s auch BSGE 61, 113, 116 = SozR 2200 § 1252 Nr 6). Damit sind den körperlichen Schäden die im Bereich der Psyche und des Geistigen gleichgestellt. Bei der rechtlichen Wertung der seelischen Auswirkungen des Unfalles darf nicht von vornherein darauf abgestellt werden, wie ein "normaler" Versicherter reagiert hätte. Ebenso wie bei körperlichen Auswirkungen eines Unfalles darf auch bei Vorgängen im Bereich des Psychischen und Geistigen nicht unter Anlegung eines generalisierenden Maßstabs darauf abgestellt werden, ob die Auswirkungen des Unfalls auch bei einem durchschnittlichen Menschen erfahrungsgemäß gleiche oder ähnliche Folgen gehabt hätten; vielmehr ist grundsätzlich zu prüfen, welche Folgen die Auswirkungen des Unfalls, dh die seelische Belastung, gerade bei dem betroffenen Menschen infolge der Eigenart seiner Persönlichkeit gehabt hat (BSG Urteil vom 24. Februar 1967 - 2 RU 114/65 - SGb 1967, 542, 543; Schönberger/Mehrtens/Valentin, aaO, S 255). Aus: BUNDESSOZIALGERICHT Urteil vom 8.12.1998, B 2 U 1/98 R


Ungeschehenmachen
Ungeschehenmachen = verbotene, aber bereits durchgeführte Triebhandlungen werden symbolisch ungeschehen gemacht, z.B. übertriebene Reinlichkeit bei Schuldgefühlen wegen sexueller Handlungen wie Masturbation. "Zaubermittel" bewirken, dass eine Handlung nicht stattgefunden hat, gegenteiliges Handeln hebt die ursprüngliche Handlung auf. Der Mechanismus spielt bei Zwängen eine wesentliche Rolle.


Unterberger-Tretversuch
auch Fukuda stepping test genannt. Bei der neurologischen Untersuchung tritt der Patient mit geschlossen Augen auf der Stelle, der Raum sollte akustisch und optisch homogen sein um Ortungseffekte zu vermeiden. Bei peripher- vestibulärer Unterfunktion dreht sich der Patient unwillkürlich langsam zur Seite der Schädigung. Bei zentral-vestibulärem Ungleichgewicht ist die Seitenlokalisation nicht sicher möglich.


Unterwerfung (analytisch)

Unterwerfung vs. Kontrolle

passiver Modus

Aktiver Modus

Es besteht in Beziehungen die Unfähigkeit „nein“ zu sagen, sich gegen die Ansichten der Bezugsperson durchzusetzen. Regeln haben eine große Bedeutung, das ganze Familienleben erscheint streng festgelegt und geplant. Der Status wird streng beachtet, Beziehungen wirken dadurch manchmal konventionell und förmlich. Diese Menschen sind in Beziehungen bescheiden, zufrieden mit ihrer untergeordneten Stellung. Widerstand wird indirekt durch Zögern, Trödeln, Eigensinn usw. passiv ausgelebt und ist unbewusst. Dieses Verhalten wird von sozialen Beziehungspersonen sehr wohl als Widerstand wahrgenommen, es entsteht Verärgerung.

In Beziehungen überwiegen Eigenwilligkeit, manchmal trotzige Aggressivität und der Wunsch alles nach persönlichen Interessen und Vorstellungen zu gestalten. Es besteht ein Protest gegen fremdbestimmte Regulierungen und das Einfügen in von anderen gestaltete Ordnungen. Aufgrund ihres Verhaltens wirken diese Menschen in Beziehungen meistens störend, unruhig, bis hin zu ständiger



Urvertrauen
Urvertrauen ist das sich im Säuglingsalter entwickelnde Vertrauen gegenüber dem sozialen Umfeld. Liebe und Zuwendung der Eltern führen zu stabilem Urvertrauen, Verunsicherung durch die Eltern zu Urmisstrauen. (Die analytische Theorie erklärt die Entwicklung des Urvertrauens ausschließlich aus der Eltern- Kind- Beziehung, Vererbung und andere Umwelteinflüsse werden nicht gewürdigt). Urvertrauen wird als Basis des Selbstbewusstseins gesehen. Selbstzweifel, Zweifel an der Zuverlässigkeit von Bezugspersonen und der Welt im allgemeinen sind die Folge fehlenden Urvertrauens.


Utilisationsverhalten
ungehemmte, aber nicht zielgerichtete Benutzung eines Gegenstands


Uveitis
Als Uveitis werden entzündliche Veränderungen der Uvea (mittlere Augenhaut oder Tunica media bulbi) sowie angrenzender anderer Teile des Auges wie Kornea (Hornhaut), Sklera (Lederhaut), Glaskörper, Retina (Netzhaut) und Sehnerv bezeichnet. Symptomatisch kann es zu einer Abnahme der Sehschärfe, Augenrötung, Lichtscheu, Tränenfluss und Schmerz kommen. Ausgelöst durch Infektionserreger oder immunologische Vorgänge kann es in jedem Alter zum Austritt von Entzündungszellen und Eiweißen in die verschiedenen Gewebe und Strukturen des Auges kommen. Diese intraokulare Entzündung wird Uveitis genannt. Die Uvea bildet das mittlere Blatt der Schichten des Augapfels. Im vorderen Augensegment bildet es die Iris (Regenbogenhaut) und den Ziliarkörper, im hinteren die Chorioidea (Aderhaut). Sie wird eingeteilt in die Uveitis anterior oder vordere Uveitis mit Entzündung der Regenbogenhaut (Iritis oder wenn der Ziliarkörpers und der vordere Glaskörper mitbetroffen sind Iridozyklitis). Meist idiopathisch - (ohne erkennbare Ursache) kommt aber besonders bei HLA-B27-assoziierten Erkrankungen (siehe unten), Borrelien, Syphilis, TBC, und Sarkoidose, vor,  Intermediäre Uveitis mit  Glaskörperinfiltration und/oder exsudative Netzhautablösung. Diese Form ist meist idiopathisch - (ohne erkennbare Ursache) kommt aber auch bei Sarkoidose, Multipler Sklerose Borrelien, Syphilis, TBC und HTLV-1 vor.  Uveitis posterior mit Entzündung der Aderhaut (Choroiditis) oder Entzündung der Aderhaut und Netzhaut gemeinsam (Chorioretinitis)Auch diese Form ist meist idiopathisch - (ohne erkennbare Ursache) kommt aber besonders bei HIV -Infektionen im Zusammenhang mit Toxoplasmose oder Zytomegalie-Virus, Bartonellen, Syphilis Infekten vor. Bei einer Panuveitis sind alle 3 Untergruppen gleichzeitig ohne eindeutigen Schwerpunkt betroffen. Auch bei den Untergruppen können leichte Beteiligungen der anderen Bereiche vorhanden sein. Auch diese Form ist meist idiopathisch - (ohne erkennbare Ursache) kommt aber besonders bei Sarkoidose, Behçet’sche Erkrankung, Toxoplasmose, und Onchozerkiasis vor. Eine Endophthalmitis ist eine Entzündung aller Teile des Augapfels außer der äußeren Wand, meist durch Bakterien oder Pilzinfektionen.  Bei der Panophthalmitis betrifft die Entzündung Teile des Augapfels und meist auch die ganze Augenhöhle. Eine Uveitis ist mit einer Inzidenz bei circa 8 000 bis 15 000 Neuerkrankungen pro Jahr, einer Prävalenz von circa 400 000 Personen in Deutschland, nach altersbedingter Makuladegeneration, Glaukom und diabetischer Retinopathie die vierthäufigste Ursache für Blindheit. Nicht immer findet sich eine Ursache, immunologisch ist bei uns die HLA-B27-assoziierte akute anteriore Uveitis mit oder ohne Spondylarthropathie die häufigste Ursache. HLA-B27 steht dabei für Human Leukocyte Antigen-System, HLA-B27 findet sich bei bis zu 8% der Gesunden, aber auch bei 95% der an M. Bechterew erkrankten sowie bei 10-80 der von anderen rheumatischen Erkrankungen betroffenen, je nach Art der Erkrankung. Das HLA-B27 ist damit keine Krankheit, sondern ein genetischer Marker, der sich bei manchen rheumatischen Erkrankungen gehäuft findet. Gesunde mit HLA-B27 bekommen nur in etwa 6-7% einen rheumatische Erkrankung. Umgekehrt ist ihr Risiko eine Uveitis zu bekommen etwa 10-fach erhöht. Bei M. Bechterew, M. Reiter, Chronisch entzündlichen Darmerkrankung, und Psoriasis- Arthritis kommt am häufigsten eine HLA-B27-assoziierte anteriore Uveitis vor.
Fiehn, Dr. med. Christoph; Zierhut, Prof. Dr. med. Manfred; Becker, Priv.-Doz. Dr. med. Matthias Differenzialdiagnose der Uveitis  Dtsch Arztebl 2003; 100: A 2514–2522 [Heft 39] Veit Sturm, Fabio Meier; Epidemiologie und Diagnostik der Uveitis Schweiz Med Forum 2007;7:1012–1017


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