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Glossar
Psychiatrie/Psychosomatik/
Psychotherapie/Neurologie/Neuropsychologie |
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wurde unter Verwendung neuester Literatur erstellt. Insbesondere
dem ICD 10, dem DSM IV, AMDP- Manual, Leitlinien der
Fachgesellschaften, Lehrbuch VT von J.Mragraf, Lehrbuch der
analytischen Therapie von Thomä und Kächele, Lexika wie
dem Pschyrembel, verschiedene Neurologie- und
Psychiatrielehrbücher, Literatur aus dem Web, außerdem
einer Vielzahl von Fachartikeln aktueller Zeitschriften der
letzten 10Jahre. Nicht alle (insbesondere kleinere) Zitate sind kenntlich
gemacht. Verständlicherweise konnte durch Verwendung
verschiedener Quellen eine Mischung aus den unterschiedlichen
Zitaten nicht immer vermieden werden. Soweit möglich
wird dies angezeigt. Nicht alles ist auf Anhieb
laienverständlich, da ich die Zusammenstellung auch für
mich selbst nutze, musste hier ein Kompromiss zwischen
Verständlichkeit und medizinischer und psychologischer
Exaktheit gefunden werden. Falls sich jemand falsch oder in zu
großem Umfang zitiert findet- bitte eine E-Mail
schicken. KM 19.4.2000 Siehe auch die ergänzenden Hinweise
unten auf dieser Seite.
PS
selbstverständlich wird das Glossar regelmäßig
aktualisiert werden.
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| Wachkoma |
| oder Coma vigile, apallische Syndrom, engl meist vegetative state. Bei fehlender Besserung nach 3-6 Monaten spricht man engl. von einem „persistent vegetativ state“: Folge einer schweren Hirnschädigung oder eines Schädel-Hirn-Traumas, Bewusstseinsstörung bei schweren zerebralen Funktionsstörungen mit aufgehobener Wahrnehmungsfähigkeit bei erhaltener Wachheit, Zustand bei dem das Großhirn vom Hirnstamm abgekoppelt ist. Erste Rückbildungszeichen im Sinne einer vegetativen Erholung. Meist bestehen schwere Schädigungen der Hirnrinde, diffuse Marklagerschädigungen und/oder beidseitige Thalamusschädigungen. Bei intakten vegetativen Regulationszentren des unteren Hirnstammes und zerstörtem (Hirnmantel = Pallium) resultiert ein apallisches Syndrom. Es ist hauptsächlich durch die Unmöglichkeit jeglicher Kontaktaufnahme mit der Umwelt /z.B. auch fehlende Sprachfähigkeit, bewusste Wahrnehmungsfähigkeit, mimisch adäquate Reaktion auf gesehenes). Es besteht eine Bewusstseinsstörung bei Wachheit aber erloschener Wahrnehmungsfähigkeit. Es ist vom Erlöschen aller höheren Hirnfunktionen, bei erhaltenen vegetativen (Temperatur-, Kreislauf- und Atemregulation intakt, Harn- und Stuhlinkontinenz, kein Blickkontakt, fixieren nicht ) und damit Vitalfunktionen, gekennzeichnet. Die Patienten zeigen jedoch primitive Orientierungsreflexe auf Geräusche und Gesehenes, mit Kopf- und Augenwendung zur jeweiligen Reizquelle. Beispiele: Augen wieder geöffnet, jedoch ohne erkennbare Kontaktaufnahme mit der Umgebung. Wieder normaler Schlaf-Wach-Rhythmus; jedoch weiterhin ausgeprägte Gehirn-Störungen (z. B. Temperaturregulation, erhöhte Muskelspannung aller vier Gliedmaßen usw.). Möglich als Zwischenstadium nach schwersten Hirnverletzungen. Kann Jahre dauern. Lebensgefahr durch zusätzliche Erkrankungen (z. B. Infektionen) bei erheblich geschwächtem Organismus. Prinzipiell handelt es sich beim apallischen Syndrom um einen Funktionsausfall des menschlichen Großhirns und nicht um einen Struktur‑Schaden der Großhirnrinde und deren Schaltzentren. Den Begriff apallisch hat Kretschmer vom lateinischen Wort "Pallium" für den griechischen Übermantel abgeleitet. Damit sind die Funktionen der Großhirnrinde zu verstehen, die alle anderen Hirnzentren wie die des Hirnstamms und des Rückenmarks steuern. Es wird unter apallisch somit ein Funktionsausfall des Großhirns und nicht eine Zerstörung der Großhirnrinde und deren Schaltzentren verstanden. Im Vollbild des apallischen Syndroms werden keinerlei äußere Reize wie akustische, visuelle und Berührungsreize vom Patienten wahrgenommen. Auf Schmerzreize von Außen und vom Körperinneren kommt es zu einer reflektorischen Antwort in Form von Massenbewegungen des Körpers und der Extremitäten und zu primitiven Emotionen. Es besteht eine typische Körperhaltung mit Beugestellung der Arme und Beuge-Streckstellung der Beine verbunden mit einer Steigerung des Muskeltonus, gesteigerten Sehnenreflexen und mit Pyramidenbahnzeichen. Die Augen befinden sich in Divergenzstellung und führen beim Drehen des Kopfes eine Gegenbewegung durch (Puppenkopf-Phänomen). Bei manchen Patienten besteht eine permanente Seitwärtshaltung des Kopfes verbunden mit einer Stellung der Augen in die Gegenrichtung und einer asymmetrischen Haltung von Armen und Beinen. Die Pupillen sind meist übermittelweit und reagieren prompt auf Licht und auf Schmerzreize. Motorische Primitivschablonen treten in Form von Kau-Saug-Automatismen auf. Orale Schablonen mit Mundöffnen können durch Berührung der Lippen oder Vorhalten von Gegenständen ausgelöst werden. In den Mund gebrachte Gegenstände werden mit den Zähnen festgehalten (Bulldoggreflex). Greifschablonen treten auf, wenn ein Gegenstand in die Hand gegeben wird. Primitivreflexe, wie Palmomental- oder Greifreflex, können ebenfalls auslösbar sein. Durch Auslösen der Haltungs- und Stellreflexe (Kopfdrehen zur Seite und vor- und rückwärts) können die Extremitäten bewegt werden. Klinisch bilden sich typische schwere Kontrakturen der Extremitäten mit charakteristischer „Pfötchenstellung“ der Hände und ausgeprägter Inaktivitätsatrophie der Skelettmuskulatur heraus. Es kann dabei sogar zu dystrophischer Verkalkung der Skelettmuskeln kommen. Die vegetativen Systeme sind enthemmt und reagieren auf äußere und Körperinner-Reize vor allem auf Schmerz oder auch nur bei der Körperpflege mit Tendenz zur Tachycardie, Blutdrucksteigerung, beschleunigter Atmung und vermehrtem Schwitzen. Die Noradrenalin-Konzentration im Blut ist stark erhöht wodurch ein vermehrter Kalorienbedarf besteht . Prinzipiell ist zwischen einem apallischen Syndrom als Folge einer schweren Akutschädigung des Großhirns (Hirnverletzung, Sauerstoffmangel durch Herz-Kreislaufstillstand und Narkose, Hirnentzündung, akute Massenblutung im Gehirn, Hirnvolumensteigerung durch diffuses Hirnödem etc.) und einem apallischen Syndrom nach einem fortschreitendem Hirnabbauprozeß wie Alzheimer'sche Erkrankung, Jacob Creutzfeldt'sche Erkrankung zu unterscheiden. Bei jedem Patienten mit einem apallischen Syndrom nach einem Akutschaden des Großhirns und/oder des oberen Hirnstammes kann eine Rückbildung der apallischen Symptomatik erwartet werden. Eine Rückbildung kann nach kurzer Zeit aber auch erst nach monatelangem Bestehen des Vollbildes einsetzen. Beim apallischen Syndrom durch einen diffusen oder multilokulären, fortschreitenden Hirnabbauprozeß entwickelt sich die apallische Symptomatik schrittweise und bleibt als Endzustand bis zum Tode des Patienten unverändert bestehen. Im Rückbildungsverlauf sind nach der Innsbrucker Remissionsskala 8 Phasen abzugrenzen. Die erste Rückbildungsphase wird durch optisches Fixieren, Differenzierung der emotionellen Reaktionen, beginnende Abwehrbewegungen auf Schmerzreize und Umstellung des Schlaf-Wach-Rhythmus zur tageszeitlichen Steuerung eingeleitet. In der zweiten Remissionsphase zeigt der Patient optisches Folgen und eine beginnende Differenzierung der Bewegungen und der motorischen Primitivschablonen, wie auch der emotionellen Reaktionen, bei Umstellung des Schlaf-Wach-Rhythmus zur Tageszeit. Im Einzelfall ist immer schwer festzustellen, ob ein Patient im Wachkoma Außenreize wahrnehmen kann und was er für ein Innenleben hat. Die Ursachen, Schicksale und Prognose sind sehr individuell. Einen Interessanten Fall veröffentlicht die Zeitschrift Science (2006; 313: 1402) eine 23 jährige Patientin, die nach einem schweren Schädeltrauma bereits 5 Monate im Wachkoma war wurde mittels funktioneller Kernspintomographie untersucht. Der Patientin wurden Aufforderungen gegeben, wie sie solle sich vorstellen, sie spiele Tennis oder sie gehe durch ihr Haus. Sprachspezifische Hirn-Zentren (mittlere und obere Temporalwindung) wurden bei der Patientin beim Hören genauso aktiviert wie bei gesunden Kontrollpersonen. Auf die Aufforderung. "Stellen Sie sich vor, Sie spielen Tennis", wurden die supplementärmotorischen Rindenareale aktiviert, als die Hirngebiete, die Bewegungen planen. Auf die Aufforderung: "Stellen Sie sich vor, Sie gehen durch ihr Haus und stellen Sie sich die einzelnen Räume vor", wurde der parahippocampale Gyrus, die hintere Parietalrinde, und die laterale praemotorische Hirnrinde aktiviert, Gebiete die auch beim Gesunden bei der Erinnerung komplexer Räume und der Planung von Bewegungen aktiviert werden. Man kann daher annehmen, dass diese spezielle Patientin, nicht nur die Aufforderungen gehört und verstanden hat sondern auch in ihrer Vorstellung Tennis gespielt hat, oder durch ihr Haus gewandert ist. Sie hat also im Wachkoma eine lebhafte Phantasie entwickeln können und ihre Umgebung wahrnehmen können. Auch die Autoren der Untersuchung warnen allerdings vor einer Generalisierung solcher Befunde auf alle Wachkomapatienten. |
|
Nacimiento,
Wilhelm,
Das
apallische
Syndrom:
Diagnose,
Prognose
und
ethische
Probleme
Dt Ärztebl
1997; 94:
A-661-666
Zur Abgrenzung
siehe auch
unter
Locked-in-Syndrom |
| Wada-Test
|
| wird hauptsächlich zur Bestimmung der sprachdominanten Hemisphäre vor operativen Eingriffen (z.B. operative Behandlung eines Hirntumors) angewandt. Allgemein führt hierbei eine Injektion des Narkosemittels Natrium-Amytal in die rechte oder linke Halsschlagader (A. Carotis) zu einer wenige Minuten andauernden Funktionsblockierung der durch diese Arterie versorgten Funktionen der gegenseitigen Körperhälfte. Die Leistungsfähigkeit der nichtnarkotisierten bzw. die Leistungsausfälle der narkotisierten Hirnhälfte können während dieses Zeitraums beim wachen Patienten isoliert untersucht werden. Möglicherweise wird der Wada- Test zukünftig durch schonendere und nebenwirkungsfreie fMRI - Untersuchungen überflüssig werden. Allerdings ist auch das fMRI bisher nur begrenzt zuverlässig.
|
|
F. G. Woermann, H. Jokeit, R. Luerding, H. Freitag, R. Schulz, S. Guertler, M.
Okujava, P. Wolf, I. Tuxhorn, and A. Ebner, Language lateralization by Wada test
and fMRI in 100 patients with epilepsy, Neurology 2003 61: 699-701..
[Abstract]A
Schulze-Bonhage,
A Quiske,
T
Loddenkemper,
D S
Dinner,
and E
Wyllie
Validity
of
language
lateralisation
by
unilateral
intracarotid
Wada test
J. Neurol.
Neurosurg.
Psychiatry,
September 1, 2004;
75(9):
1367 -
1368.
[Full
Text]
[PDF]
F.
Liegeois,
A.
Connelly,
J. H.
Cross, S.
G. Boyd,
D. G.
Gadian, F.
Vargha-Khadem,
and T.
Baldeweg
Language
reorganization
in
children
with
early-onset
lesions of
the left
hemisphere:
an fMRI
study
Brain,
June 1, 2004;
127(6):
1229 -
1236.
[Abstract]
[Full
Text]
[PDF]
T
Loddenkemper,
D S
Dinner, C
Kubu, R
Prayson, W
Bingaman,
A
Dagirmanjian,
and E
Wyllie
Aphasia
after
hemispherectomy
in an
adult with
early
onset
epilepsy
and
hemiplegia
J. Neurol.
Neurosurg.
Psychiatry,
January 1, 2004;
75(1): 149
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[Abstract]
[Full
Text]
[PDF]
L. S.
Medina, E.
Aguirre,
B. Bernal,
and N. R.
Altman
Functional
MR Imaging
versus
Wada Test
for
Evaluation
of
Language
Lateralization:
Cost
Analysis
Radiology,
January 1, 2004;
230(1): 49
- 54.
[Abstract]
[Full
Text]
[PDF]
L. M.
Balsamo,
B. Xu, C.
B.
Grandin,
J. R.
Petrella,
S. H.
Braniecki,
T. K.
Elliott,
and W. D.
Gaillard
A
Functional
Magnetic
Resonance
Imaging
Study of
Left
Hemisphere
Language
Dominance
in
Children
Arch
Neurol,
July 1, 2002;
59(7):
1168 -
1174.
[Abstract]
[Full
Text]
[PDF]
S.
Lehericy,
A. Biondi,
N. Sourour,
M. Vlaicu,
S. T. du
Montcel,
L. Cohen,
E. Vivas,
L. Capelle,
T. Faillot,
A. Casasco,
D. Le
Bihan, and
C.
Marsault
Arteriovenous
Brain
Malformations:
Is
Functional
MR Imaging
Reliable
for
Studying
Language
Reorganization
in
Patients?
Initial
Observations
Radiology,
June 1, 2002;
223(3):
672 - 682.
[Abstract]
[Full
Text]
[PDF]
L.
Hertz-Pannier,
C. Chiron,
I.
Jambaque,
V.
Renaux-Kieffer,
P.-F. V.
d.
Moortele,
O.
Delalande,
M. Fohlen,
F.
Brunelle,
and D. L.
Bihan
Late
plasticity
for
language
in a
child's
non-dominant
hemisphere:
A pre- and
post-surgery
fMRI study
Brain,
February 1, 2002;
125(2):
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[Abstract]
[Full
Text]
[PDF]
R. L.
Billingsley,
M. P.
McAndrews,
A. P.
Crawley,
and D. J.
Mikulis
Functional
MRI of
phonological
and
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processing
in
temporal
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Brain,
June 1, 2001;
124(6):
1218 -
1227.
[Abstract]
[Full
Text]
S. Knecht,
B. Dräger,
M. Deppe,
L. Bobe,
H.
Lohmann,
A. Flöel,
E.-B.
Ringelstein,
and H.
Henningsen
Handedness
and
hemispheric
language
dominance
in healthy
humans
Brain,
December 1, 2000;
123(12):
2512 -
2518.
[Abstract]
[Full
Text]
|
| Wahn |
| Eine falsche Gewissheit, die mit Überzeugung
aufrechterhalten wird, auch wenn sie im Widerspruch zur Realität steht. Man kann
Wahn definieren als krankhaft entstandene Fehlbeurteilungen der Realität, die
mit apriorischer Evidenz (erfahrungsunabhängiger Gewissheit) auftreten und an
denen mit subjektiver Gewissheit festgehalten wird, auch wenn sie im Widerspruch
zur Wirklichkeit und zur Erfahrung der gesunden Mitmenschen sowie zu ihrem
kollektiven Meinen und Glauben stehen. Wahn wird von überwertigen Ideen
dadurch unterschieden dass letztere im Gespräch oder bei Überprüfung durch den
Betroffenen korrigierbar sind. Gemeinsam ist dem Wahn und der überwertigen Idee,
dass beide verhaltensrelevant sind, und lange Zeit emotionale Spannung erzeugen.
Wahnthemen sind meist emotionsbezogen, je länger ein Wahn besteht, umso weniger
ist er aber oft von Emotionen begleitet. Die Entstehung aus einer Emotionalen
Not heraus rührt daher, dass die die Fähigkeit einschränkt ist, im Affekt
logisch zu denken. Die ganze Aufmerksamkeit und das Denken des Kranken ist
dann meist auf das Wahnobjekt fixiert, dem Wahn widersprechende Hinweise
werden nicht beachtet. Innere Vorgänge werden auf Veränderungen in der Umwelt
bezogen. Unerklärliches wird mit ungewöhnliche Erklärungen scheinbar schlüssig
erklärt und häufig als von Außen gesteuert wahrgenommen (Erklärungswahn). Ein
bestehender Wahn bringt für die Kranken oft auch eine subjektive Erleichterung,
jetzt alles erklären zu können. Wahn gibt es bei verschiedenen Psychosen,
er ist nicht spezifisch für die Schizophrenie, beispielsweise begünstigen auch
Persönlichkeitsstörungen die Wahnentwicklung. Auch Diskriminierungen und andere
sehr schwere Traumen können wahnhafte Entwicklungen auslösen. Soziale Isolierung
und Einsamkeit fördert Wahn, durch den Verlust sozialer Beziehungen und damit
auch von Korrekturanregungen während der Entstehung. Für
die Entwicklung von Schizophrenien gelten Diskriminierungen und andere sehr schwere Traumen aber nur als Auslöser oder
Auslöser für einen Rückfall, nicht als ursächliches Agens.
Wahn führt häufig zur sozialen Isolierung, die dann
wiederum die Aufrechterhaltung des Wahns begünstigt.
Nicht jede Verschwörungstheorie oder
abweichende Überzeugung ist ein Wahn. Alle Menschen
aus geistig Gesunde besitzen ein Kausalitätsbedürfnis, das uns hilft nach
Zusammenhängen zu suchen und in Ansätzen die Welt um uns herum, und auch andere
Menschen und deren Kommunikation mit uns zu verstehen. Dieses
Kausalitätsbedürfnis zwingt uns geradezu, über ursächliche Zusammenhänge
nachzudenken, besonders wenn wir wahrnehmen, dass etwas real oder scheinbar
gegen uns vor sich geht. Je bedrohlicher und die Situation erlebt wird, umso
verständlicher sind Überreaktionen in der ursächlichen Deutung. Auch
Verschwörungstheorien können sich noch im Bereich des Gesunden abspielen, und
manchmal sogar von einer ganzen Gesellschaft oder einzelnen gesellschaftlichen
Gruppen geteilt werden. Dabei können in Extremsituationen für
Außenstehende unverständliche Reaktionen auftreten, die per se nach Kenntnis der
Auslöser und der Situation und Herkunft des Betroffenen nicht abnorm, wahnhaft
oder allgemein krankhaft oder psychotisch bedingt sind und dann auch nicht als
wahnhaft klassifiziert werden dürfen. Auch haben sehr viele Menschen irreale
Ängste (siehe Graphik).
Der Übergang von häufigen irrrationalen Ängsten und dysfunktionalen persönlichen
Überzeugungen, oder Ideologien zur überwertigen Idee und dann zum Wahn ist
fließend. Die Häufigkeit von Wahnphänomenen in der Allgemeinbevölkerung ist
wesentlich größer, als die psychiatrische Diagnose einer Wahnhaften oder
psychotischen Störung.
Wahn kann ansteckend sein, sowohl in der engen Familienbande als auch in
größeren isolierten Gemeinschaften. In den beiden letzten Fällen sind in der
Regel keine Halluzinationen vorhanden. Betroffene haben im allgemeinen
nicht das Bedürfnis nach einer Begründung seiner wahnhaften Meinung, ihre
Richtigkeit ist ihm unmittelbar evident. Ein Wahn ist allgemein eine objektiv
falsche Überzeugung, die aus einer krankhaften Ursache heraus entsteht und trotz
vernünftiger Gegengründe aufrecht erhalten wird. Beispielsweise haben manche
Patienten das Gefühl, bestimmte Vorgänge in ihrer Umgebung hätten speziell etwas
mit ihnen zu tun, auch wenn dies objektiv nicht der Fall ist. So können sie z.
B. annehmen, dass andere Menschen über sie reden, dass sich Radio- oder
Fernsehsendungen oder Zeitungsberichte auf sie beziehen oder dass Gegenstände
oder Ereignisse in ihrer Umgebung ihnen bestimmte Zeichen geben. Andere
Betroffene fühlen sich verfolgt und beeinfl usst durch andere Menschen oder
außerirdische Mächte, oder sie befürchten, daß bestimmte Strahlen oder Gifte auf
ihren Körper einwirken. Der Wahn kann sich in zahlreichen Formen zeigen und
verschiedene Bereiche betreffen. So unterscheidet man z. B. Beziehungswahn,
Beeinträchtigungswahn, Verfolgungswahn, Vernichtungswahn, religiösen Wahn,
Eifersuchtswahn, Liebeswahn, Größenwahn und Kleinheitswahn. Während der akuten
Krankheitsepisode halten die Patienten diese Gedanken oder Erlebnisse für völlig
realistisch und können nicht verstehen, dass z. B. die Angehörigen oder der Arzt
anderer Meinung sind. Nach Beendigung der akuten Krankheitsepisode können die
meisten Betroffenen aber erkennen, dass es sich nur um krankheitsbedingte
"Einbildungen" gehandelt hatte. Systematisierter Wahn: Liegt vor, wenn ein Wahn
in der sogenannten Wahnarbeit durch Verknüpfungen, Beziehungssetzungen,
,,Begründungen" und ,,Beweise", Bestätigungen, Ableitungen und dergleichen
zusammenhängend ausgestaltet wird. Zu diesem Ausbau können neue
Wahnwahrnehmungen und Wahneinfälle, reale Wahrnehmungen und Erfahrungen sowie
auch sekundäre Wahnerscheinungen (z. B. der Erklärungswahn) herangezogen werden.
Es gibt aber auch Wahnsysteme, bei denen offenbar nur die allererste
Voraussetzung eindeutig wahnhaft ist. Die Wahnformung vollzieht sich am
häufigsten erst im längeren Verlauf der Psychose und ist weitgehend von der
Gesamtverfassung des Kranken abhängig. Es gibt chronische Psychosen mit sehr gut
erhaltener Persönlichkeit, bei denen ein systematisierter Wahn das einzige
offenkundige Symptom zu sein scheint. Bei der Paranoia ist immer ein Wahnsystem
entwickelt.
Wahndynamik
Die affektive Anteilnahme am Wahn; die Kraft des
Antriebes und die Stärke der Affekte, die im Wahn wirken. Für den Untersucher
ist die Wahndynamik zu erschließen aus der Art, wie der Wahn vorgetragen wird.
Zwischen lebhafter Wahndynamik mit antriebsstarker Produktivität, lebhaftem
Vordrängen des Wahnes und einem eintönig starren Festhalten an einem (dann oft
alten) Wahn, oft auch ohne affektive Bewegtheit mit Herunterleiern des Wahns, so
daß die psychotische Wahnproduktivität ausgebrannt erscheint, gibt es alle
Ubergänge. Vollziehen sich z. B. Wahneinfalle vor dem Hintergrund lebhaften oder
stürmischen affektiven (wenn auch gelegentlich parathymen) Mitschwingeris,
bewegter Psychomotorik oder gesteigerten Antriebs, sind die Wahngedanken
fließend, wechelnd und durch intensives Reagieren des Kranken ausgezeichnet, so
besteht eine stark ausgeprägte Wahndynamik. Werden dagegen vom Kranken z. B.
Wahneinfalle ohne nennenswertes emotionales Reagieren, ohne erkennbare Tendenz
zur produktiven Ausweitung vorgebracht, so liegt nur eine geringe Wahndynamik
vor. Bei alten Schizophrenen scheint es oft ein affektleeres, eingeschliffenes
Herunterleiern, ohne daß hier noch ein echtes Erleben des Wahnes spürbar wäre
(Residual-Wahn).
Wahnhafte Störung
Karl C.
Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für
Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse
Eine Störung charakterisiert
durch die Entwicklung eines einzelnen Wahns oder mehrerer aufeinander bezogener
Wahninhalte, die im allgemeinen lange, manchmal lebenslang, andauern. Der Inhalt
des Wahns oder des Wahnsystems ist sehr unterschiedlich. Eindeutige und
anhaltende akustische Halluzinationen (Stimmen), schizophrene Symptome wie
Kontrollwahn oder Affektverflachung und eine eindeutige Gehirnerkrankung sind
nicht mit der Diagnose vereinbar. Gelegentliche oder vorübergehende akustische
Halluzinationen schließen besonders bei älteren Patienten die Diagnose jedoch
nicht aus, solange diese Symptome nicht typisch schizophren erscheinen und nur
einen kleinen Teil des klinischen Bildes ausmachen.
Wahnstimmung
Ist die erlebte Atmosphäre des
Betroffenseins, des bedeutungsvollen Angemutetwerdens in einer verändert
erlebten Welt oder auch durch ein verändert erlebtes Ich, wobei der Kranke nicht
unbedingt einen konkreten Inhalt angeben muß. Diese Stimmung besteht in einem
unmotivierten, d. h. dem Gesunden nicht zwingend nachvollziehbaren
Bedeutungszumessen und Inbeziehungsetzen, Meinen, Vermuten und Erwarten. Bei der
(subjektiven) Überzeugung von der Richtigkeit des wahnhaft Erlebten (Wahngewißheit,
apriorisches ,,Wissen") gibt es die verschiedensten Grundtönungen der Stimmung,
am häufigsten die Stimmung der Unheimlichkeit, des Verändertseins (des Kranken
selbst oder seiner Umgebung), des Erschüttert- und Erschrecktseins, der
Bedrohung, der Angst, des Argwohns, der Ratlosigkeit, manchmal auch der
Gehobenheit und Zuversicht. (Beispiele: es liegt etwa in der Luft, es kommt
etwas heran, alltägliche Dinge der Umgebung erhalten eine besondere Bedeutung
etc.).
Wahnwahrnehmung
Richtige Sinneswahrnehmungen
erhalten eine abnorme Bedeutung (meist im Sinne der Eigenbeziehung), die ihnen
objektiv nicht zukommt. Die Wahnwahrnehmung ist also eine wahnhafte
FehlInterpretation einer wirklichen Wahrnehmung. Beispiel: Dieser Streifen am
Himmel (ein Kondensstreifen von einem Flugzeug) ist ein Fingerzeig Gottes. - Daß
der Arzt mit dem Kopf nickte, als er mir zum Abschied die Hand gab, bedeutet,
daß ich doch Krebs habe. Nicht zu verwechseln mit illusionärer Verkennung.
Wahneinfall nennt man das plötzliche Ankommen (,,Einfallen")
von wahnhaften Meinungen.
Wahngedanken
Gedanken, die eine Person äußert, und die für sie eine hohe Bedeutung haben, die
aber falsch sind und mit den Überzeugungen in der Kultur der Umwelt nicht
vereinbar sind. Eine emotionaler Beteiligung ist gegenwärtig oder in der
Vergangenheit vorhanden.
Der Inhalt der Gedanken ist für den Betroffenen unmittelbar evident ohne
notwendigen Bezug auf die Erfahrung, und bedarf keiner weiteren Überprüfung oder
Erklärung. Die Überzeugung ist im Gespräch unkorrigierbar, ein möglicher Zufall
wird vom Betroffenen als Erklärung abgelehnt. |
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Schizophrenie
Links zu Studien zur Häufigkeit wahnhafter oder psychotischer Phänomen in der
Allgemeinbevölkerung:
Arch Gen Psychiatry. 2001;58:663-668,
The British Journal of Psychiatry (2004) 185: 298-305
British Journal of Psychiatry, 180, 174 -178
The British Journal of Psychiatry, June 1, 2006; 188(6): 519 - 526.
Am J Psychiatry 159:1412-1419, August 2002
The British Journal of Psychiatry, April 1, 2008; 192(4): 258 - 263.
Am J Psychiatry, May 1, 2004; 161(5): 864 - 871. Arch
Gen Psychiatry 1996; 53:880-886 |
| Wahrnehmung
|
Wahrnehmung
ist Vorgang und Ergebnis der Reizverarbeitung. Wahrnehmung ist ein aktiver
Prozess, der durch die Verschaltungsprinzipien des Gehirns wesentlich
mitbestimmt wird. Unter Wahrnehmung versteht man das gegenwärtige Erfassen der
eigentlichen Sinneseindrücke, z.B. was wir im Augenblick sehen, der Klang einer
Stimme. Wahrnehmung geschieht auch ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Als Apperzeption bezeichnet man die Wahrnehmung von Elementen von Objekten auf die beispielsweise in Reaktionszeitexperimenten reagiert werden kann, noch bevor das ganze Objekt bewusst wahrgenommen wird. In diesem Zusammenhang bezeichnet man als Perzeption (syn. für Wahrnehmung)die bewusste Wahrnehmung. Menschliche Wahrnehmung ist nicht nur selektiv, sondern auch ergänzend -
das Ergebnis meiner Wahrnehmung ist ein Produkt aus den Reizen, die aus der
Umgebung kommen und deren Interpretation durch den Wahrnehmenden unter Nutzung
der Gedächtnisinhalte und vorgegebener Wahrnehmungsmuster. Wahrprägung ist
die Bewertung des gerade Wahrgenommenen aufgrund unserer Erfahrungen. Wir
benutzen dabei ein Erfahrungssystem, das auf unseren früheren Wahrnehmungen
beruht, und ein Erfassungssystem für die augenblicklichen Reize. Während das
Erfahrungssystem nur im Wachzustand aktiv ist (im Schlaf nehmen wir keine
bewusste Bewertung vor), arbeitet das Erfassungssystem ständig. Dies ist auch der
Grund, warum man durch ein lautes Geräusch aufwacht oder trotz Lageänderungen im
Schlaf nicht aus dem Bett fällt. Das Ergebnis der Wahrnehmung ist ein Abbild
objektiv- realer Umwelt und der eigenen Personeninnenwelt. Beim Sehvorgang
fällt ein visueller Reiz auf die Netzhaut, dauert es etwa eine Viertelsekunde,
bis er als bewusste Wahrnehmung erscheint. Vor diesem Moment an wird jeder
einzelne Bestandteil dieses Bildes – etwa Farbe, Form, Lage im Raum und Bewegung
– einzeln von verschiedenen, spezialisierten Regionen im Gehirn verarbeitet.
Diese einzelnen Eindrücke müssen dann „erst zu einem Muster vereinigt werden,
das wiederum mit Arealen verschaltet wird, die es mit Bedeutung verbinden, nur
das Ergebnis wird bewusst wahrgenommen. Wahrnehmung ist der
aktuelle und anschauliche Teil des Erkenntnisprozesses und der Erkenntnis und
schließt darin Vorstellungen, Vergegenwärtigtes und Nachbilder mit ein. Prozesse
und Ergebnisse sowie Modelle und Theorien sind Gegenstände der
Wahrnehmungspsychologie. Im Laufe der Leben-/Lerngeschichte
werden Wahrnehmungskategorien ausgebildet, in die ein Großteil des Inputs
abgebildet wird, diese sind größtenteils multimodal - somit muss ein
wahrnehmender Organismus z.B. wissen, wann ein Geräusch zu einem Bild gehört und
wann nicht. Dies ist nicht im Reiz, sondern in der Erfahrung mit ähnlichen
Reizen in der Vergangenheit enthalten. Neben den bekannten fünf Sinnen wie
Sehen, Hören,
Riechen,
Schmecken und Tasten sind die
Sinne Schmerzwahrnehmung, Kälte- und
Wärmeempfinden, der Gleichgewichtsinn (meist nicht bewusst erlebt), die
Wahrnehmung der Stellung des Kopfes und Körpers im Raum, die Wahrnehmung der
Eigenbewegung durch Muskelspindeln und spezielle Wahrnehmungsorgane in den
Gelenken bedeutsam. Man müsste also sinnvoller von 10 Sinnen sprechen.
Wahrnehmung beginnt mit einem Umgebungsreiz, den man im physiologischen Versuch
Signal nennt. Welche Umgebungs- Reize und inneren Reize wir wahrnehmen können
hängt zunächst von unseren Sinnesorganen ab. Verschiedene Tierarten können ganz
andere Reize wahrnehmen, die menschlichen Sinnesorganen verschlossen sind.
Vögeln dient die Wahrnehmung des Magnetfeldes als zusätzliche
Orientierungsmöglichkeit, manche Schlangen haben Rezeptoren für Wärme, mit denen
sie auch bei absoluter Dunkelheit ihre Beute „sehen“ können. Andere Tiere können
elektrische Felder oder besonders hochfrequente Schwingungen wahrnehmen. Es ist
davon auszugehen, dass diese Tiere alleine durch ihre andersgearteten
Sinnesorgane auch eine ganz andere Wahrnehmung unserer Welt haben. Auch bei
Menschen gibt es Unterschiede in der Wahrnehmung, da Wahrnehmung individuell
ist, lässt sich die Wahrnehmungswelt auch anderer Menschen nur begrenzt
erschließen. Der Umgebungsreiz wird an den Rezeptoren unserer
Sinnesorgane in einen neurophysiologischen Impuls umgewandelt, bis dieser im
Gehirn als eigentliche Reizinformation wahrgenommen wird, sind weitere
komplizierte Wege und Vorgänge erforderlich. Wahrnehmung bildet die Grundlage
unserer Handlungen und Entscheidungen, sie ist Voraussetzung für unsere
Bewegungen. Wahrnehmungen brauche wir um unsere Umwelt aber auch um uns selbst
wahrzunehmen. Wir brauchen für die Wahrnehmung, wie für das Gedächtnis eine
Ordnung. Begriffe, Formen, Zusammenhänge der Nützlichkeit eines wahrgenommenen
Reizes etc. stellen solche Ordnungen dar. So können wir Gerüche für die wir
einen Namen haben uns schneller merken, sie aber auch eher erkennen. Wenn uns
Teilinformationen fehlen, werden diese vom Gehirn oft ergänzt, als ob sie
vorhanden wären. Ein Beispiel ist, dass wir den blinden Fleck man aus einer
Tonspur beispielsweise bestimmte Buchstaben heraus, hören die meisten Menschen
diese mit, obwohl sie nicht vorhanden sind. Allerdings kann wenn zusätzliche
Informationen vorhanden sind (z.B. Lippenbewegungen im Film die nicht zur
Tonspur passen auch der ausgelassene Buchstabe verändert werden, so dass er eher
zur Lippenbewegung passt). Welche Informationen ein Reiz vermittelt hängt auch
davon ab ob er statisch ist, oder sich bewegt. Bewegung wird dabei immer auch in
Relation zur Eigenbewegung des Wahrnehmenden wahrgenommen. Wahrnehmung geschieht
immer in einem Kontext. Der Kontext verändert dabei die Bedeutung der
Wahrnehmung erheblich, dies gilt für alle Sinnesmodalitäten, für einfache wie
für komplexe Wahrnehmungen. Der Kontext verändert damit auch was wir wahrnehmen.
Wir ordnen dabei die Reizangebote unserer Umwelt nach unseren inneren
Bedürfnissen (wie Hunger, Durst, sexuellem Verlangen..), wie auch nach den
sozialen oder kulturellen Bedeutungen eines Reizes. Ob wir einen Reiz überhaupt
wahrnehmen hängt von unserer aktuellen Motivation ab. Die Prioritäten sind dabei
in jeder Situation unterschiedlich, damit unterscheidet sich auch bei
identischer äußerer Situation je nach Motivationslage die Priorität dessen, was
wir wahrnehmen. Wahrnehmung ist also immer auch ein aktiver und subjektiver
Prozess, der im Reiz der Umgebung und den Sinnesorganen nur bedingt seinen
Anfang findet. Der Komplexe Fertigkeiten im Beruf wie in der Freizeit, setzen
komplexe Wahrnehmungsfähigkeiten voraus. Wahrnehmungsfähigkeiten und –präferenzen
sind zumindest teilweise erlernt, teilweise sind sie auch bei uns Menschen
instinktiv oder angeboren. Wir adaptieren unsere Sinnesorgane an Wahrnehmung,
was zu einer Wahrnehmungsverzerrung durch die Adaptation führt. Ein einfaches
Beispiel ist der Weber´sche-drei-Schalen-Versuch: In Schalen befindet
sich Wasser unterschiedlicher Temperatur. Eine Hand in eine Schale mit heißem,
die andere Hand in eine Schale mit sehr kaltem Wasser gehalten. Nach 2 Minuten
werden beide Hände in die andere Schale mit zimmerwarmem Wasser gehalten. Die
Temperatur des zimmerwarmen Wassers wird nun von jeder der beiden Hände anders
empfunden. Je nach Anpassungsniveau erscheint das zimmerwarme Wasser entweder
kalt oder warm. Signal: Unter einem Signal versteht man
in der Wahrnehmungsforschung einen Reiz, der einem Probanden dargeboten wird
(meist wird nur eine Sinnesmodalität angesprochen: Duftstoff, Geschmackstoff,
Ton, Lichtreiz, Farbe, Schmerzreiz,...), unter Rauschen versteht man die anderen
Reize der Umgebung, da bei Experimenten der Reiz in der Regel sehr schwach ist,
kann die Versuchsperson bei wenig intensiven Reizen Signal und Rauschen leicht
verwechseln, es kommt dann zum falschen Alarm. Die Schwelle für die
Signalentdeckung ist dabei je nach Situation variabel. Sie wird auch durch
Beobachter beeinflusst. Die Unterschiedsschwelle bezeichnet den gerade
merklichen Reizunterschied, den eine Versuchsperson wahrnehmen kann. In vielen
Bereichen gilt dabei für unsere Sinne das Webersche Gesetz. Delta S/S=K. K ist
dabei eine als Weberscher- Quotient bezeichnete Konstante. Delta S ist der
kleinste spürbare Unterschied. Er ist über ein breites Spektrum an
Reizintensitäten konstant. Nachgewiesen hat dies Weber mit Gewichten,
proportional zum Gewicht steigt der eben spürbare Unterschied zwischen Gewichten
an. Wenn wir ein kleines Gewicht in den Händen halten, spüren wir auch kleine
Unterschiede, ...Das Antwortkriterium definiert in psychologischen
Experimenten die Stärke oder Größe des Signals das erforderlich ist, damit der
Proband ein Singal als wahrnehmbar bezeichnet. Es ist erheblich abhängig von der
Persönlichkeit des Probanden (z.B.: vorsichtig/genau wagemutig/impulsiv). Es
ist auch abhängig von der Situation und den aus der Wahrnehmung möglichen
positiven oder negativen Konsequenzen. In Angstsituationen nehmen wir äußere wie
innere Reize wesentlich schneller wahr und intensiver wahr, unsere
Wahrnehmungsschwelle sinkt, das heißt viel kleinere Reize werden wahrgenommen,
dies allerdings mit der Folge, dass wir auch viel häufiger Teile des Rauschen
als Signal wahrnehmen. Dies kann auch beim Gesunden bis zu illusionären
Verkennungen gehen (z.B. Reiter über den Bodensee, Goethes Erlkönig). Unser
Antwortkriterium ist auch durch andere manipulierbar und hängt erheblich von der
Erwartung an die Situation ab. Alle Sinnessysteme besitzen die Fähigkeit
bei Teilwahrnehmungen nach dem Gedächtnis Ergänzungen vorzunehmen am einfachsten
wird diese Fähigkeit beim visuellen System nachgewiesen, unvollständige
Objektgrenzen, die häufig in visuellen Szenen auftreten, werden zu vollständigen
Szenen oder Objekten ergänzt. Wahrnehmungskonstanz bedeutet, dass
Merkmale von Objekten, die wir wahrnehmen konstant bleiben obwohl sich die
Wahrnehmungsbedingungen ändern. Unabhängig davon, aus welchem Blickwinkel und
bei welcher Beleuchtung wir eine Kiste ansehen, sie behält eine rechteckige Form
für unsere Wahrnehmung und auch ihre braune Farbe. Wir nehmen also die reale
Gestalt, nicht die meist trapezförmige Abbildung auf der Netzhaut war. Im Falle
von Formen bezeichnet man das Formkonstanz, im Falle von Farbe als Farbkonstanz,
wenn es um die Helligkeit der Farben eines Objektes geht als
Helligkeitskonstanz. Letztere gehen auf das Verhältnisprinzip zurück. Auf diese
Weise können wir Objekte als gleichbleibend wahrnehmen. Wahrnehmen,
(obwohl zunächst ein Prozess, der sich nur im Jetzt abspielt), ist ohne
Gedächtnis nur eingeschränkt möglich. Das Gedächtnis ist in diesem Zusammenhang
die aktive Ordnungsstruktur des Wissen und der Wahrnehmung zugleich. Wir sehen
wonach wir suchen können, zumindest sehen wir bekanntes wesentlich schneller und
besser, wir können es erkennen. Bereits bekanntes strukturiert daher unsere
Wahrnehmung vor (Priming). Neue Wahrnehmungen verändern die bereits im
Gedächtnis vorhandenen Schemata und Informationen. Dadurch verändern und
erweitern neue Wahrnehmungen auch unsere Fähigkeit wahrzunehmen, gleichzeitig
schränken unsere vorgefertigten Gedächtnisinhalte auch das Spektrum dessen ein,
was wir wahrnehmen.
Für jede Wahrnehmung sind bereits vorgefertigte Schemen zur
Informationsverarbeitung erforderlich, die sich mit der Wahrnehmung aber auch
laufend ändern. Die Möglichkeiten der Veränderung sind dabei für
unterschiedliche Wahrnehmungssystem unterschiedlich. Vieles bleibt lebenslang
flexibel und veränderbar. Wenn wir uns auf etwas konzentrieren und unsere
Aufmerksamkeit darauf richten, werden zum einen die Wahrnehmungsprozesse, die
sich mit diesem speziellen Objekt befassen verstärkt, andere werden aktiv in den
Hintergrund gedrängt. Findet dieser Aufmerksamkeitsprozess für ein Objekt
häufiger statt, stellt sich unser Gehirn darauf ein, sowohl die Hemmung der
störenden Umgebungsreize, als auch die Aufmerksamkeit für den spezifischen Reiz
werden zunehmend erleichtert und automatisiert, sie sind deshalb auch mit
größerer Sicherheit und Geschwindigkeit möglich (. Es ist davon auszugehen, dass
diesem Prozess neu gebildete Synapsen zu Grunde)
liegen. Wahrnehmung führt an dieser Stelle also zu lernen und einer Veränderung
in der Hirnsubstanz. Wahrnehmung ist auch bei allen Handlungsprozessen
begleitend eine unbedingte Voraussetzung. Für jede geführte Bewegung ist die
Rückmeldung der Bewegungsrezeptoren in den Muskelspindeln, Gelenkrezeptoren, dem
Sehen wie dem Gleichgewichtsorgan Bedingung. Schon der Ausfall eines dieser
Systeme beeinträchtigt die Zielgenauigkeit der Bewegung. Auch bei einfachen
Erkenntnisvorgängen werden meistens mehrere Wahrnehmungssysteme gleichzeitig
benutzt. Manche Wahrnehmungsprozesse können in kritischen Entwicklungsperioden
irreversibel gestört werden. Viele dieser Wahrnehmungsprozesse werden früh in
erheblichem Maße vorgeprägt und sind später nicht mehr elementar zu ändern. Wenn
beispielsweise bei Säuglingen eine zeitlang nach einer Operation ein Auge
verschlossen wird, besteht ein hohes Risiko, dass dieses Auge schwachsichtig
wird. Wenn Kinder länger unbehandelt schielen, bilden sich in der Sehrinde
weniger von beiden Augen versorgte Neurone, die Kommunikation zwischen den
Wahrnehmungen der beiden Augen in der Hirnrinde ist dann oft auf Dauer gestört.
Beidäugiges Sehen wird zwischen dem 2 und 4.-8. Lebensjahr ausgebildet, später
ist dies nur noch in geringerem Ausmaß möglich . Der Wahrnehmungsprozess
geschieht überwiegend unbewusst und ist bisher nur teilweise erforscht.
Wahrnehmung ist dennoch immer ein aktiver Prozess. Vermutlich sind an jeder
einzelnen Wahrnehmung eine Vielzahl von Mechanismen beteiligt, die bisher nur
teilweise aufgeklärt sind. Verschiedene Forschungsrichtungen sehen historisch
wie aktuell unterschiedliche Mechanismen im Vordergrund. Ein Großteil der
Untersuchungen konzentriert sich dabei bisher auf die Wahrnehmungen durch ein
Sinnessystem, vermutlich wirken aber bei unserer Wahrnehmung in den meisten
Fällen Informationen aus mehreren Sinnen zusammen. Wahrnehmung wird im Gehirn
nach Mustern organisiert, aus Teilen werden größere Einheiten
(Wahrnehmungsorganisation) Grundsätzlich unterschieden wird bei den
verschiedenen Wahrnehmungstheorien zwischen Top- down- und Bottom- up-
Verarbeitung. Bei der Top-down- Verarbeitung geht die Informationsaufnahme vom
Vorwissen, und damit von höheren Zentren im Gehirn aus. Es bestehen also in
diesem Fall kognitive Einflüsse auf die Wahrnehmung. Einfacher zu untersuchen
ist die Bottom- up- Verarbeitung, dabei bildet zunächst der Sinnesreiz die
Grundlage, erst in der späteren Verarbeitung werden die höheren Zentren mit ins
Spiel gebracht. Wahrnehmungspsychologie: Die W. ist ein
Teilbereich der Allgemeinen Psychologie. Hier werden die Ergebnisse der
Reizverarbeitung im Organismus erforscht. Thematischer Schwerpunkt der W. sind
Wahrnehmungstäuschungen (neuerdings nicht nur beim Sehen und Hören: auch beim
Figur,- Farb,- Bewegungs,- Zeitwahrnehmen
Wir nehmen nur wahr, was unser Gehirn für
realistisch hält, scheinbar unrealistisches sortieren wir ohne es zu wissen aus
.Emotionen spielen dabei eine genauso wichtige Rolle wie gelernte Fakten. Jede
aktuelle Erfahrung wird mit ähnlichen Reizen in der Vergangenheit in unserm Hirn
in Bezug gesetzt. Besonders unter dem Einfluss starker Emotionen neigen generell
auch gesunde Menschen zu Sinnestäuschungen, die altbewährten Methoden der
Informationsverarbeitung in
unserem
Gehirn können dann versagen. Da unsere Wahrnehmung gewohnt ist mehr zu sehen als
tatsächlich vorhanden ist, sehen die meisten Menschen beispielsweise die beiden
roten Linien unterschiedlich lang, die obere wird üblicherweise als länger
wahrgenommen. Ohne dass diese vorhanden wären sehen wir in der Abbildung unten 2
große Dreiecke ein großes blaues und ein großes weißes Dreieck. Real sind 3
kleine Dreiecke vorhanden. Voreingenommenheit ist auch beim besten Willen nicht
zu vermeiden, sie macht die Sortierung unserer Wahrnehmung einfacher. Wir
sollten nur wissen, dass eine solche Voreingenommenheit immer vorhanden ist. Sie
bei komplexeren Wahrnehmungen immer größer als bei den einfachen bebilderten
Beispielen hier. Unterschiede in Zeugenaussagen vor Gericht, oder die
unterschiedliche Wahrnehmung im Rahmen einer Ehescheidung sind typische
Beispiele.
Falsche
Zeugenaussagen
von
Augenzeugen
gelten
als der
Hauptgrund
für
falsche
Verurteilungen
vor
Gericht.
Samuel
R. Gross
(2004) Wir tun also gut daran, unseren Sinnen nicht unkritisch zu trauen.
"Unsere vermeintlich zuverlässigen Wahrnehmungen sind lediglich Hypothesen über
die Welt, die unser Gehirn unbewußt-rational konstruiert, und falsche Hypothesen
führen zu Wahrnehmungstäuschungen. Der uns angeborene "Gestaltungsdruck" lässt
uns in Zufallsereignisse Gesetzmäßigkeiten hineininterpretieren, die wir dann
selektiv wahrnehmen und uns gut merken. Haben wir einmal eine bestimmte
Überzeugung gewonnen, neigen wir dazu, selbst an fiktiven Zusammenhängen
unbeirrbar festzuhalten - auch dann, wenn diese Zusammenhänge experimentell
widerlegt worden sind. Diese "Credomanie" (Glaubsüchtigkeit) erweist sich als
eine tierische Erblast und ist eine unerschöpfliche Quelle menschlicher
Fehlvorstellungen."
Wahrnehmungstäuschungen bei GWUP
Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP).
Ob man an paranormale Phänomene glaubt oder nicht hängt eventuell auch von der
Hirnchemie ab. Der Neruotransmitter Dopamin wird nach einer in der Zeitschrift
New Scientist veröffentlichten Studie für die Anfälligkeit an Paranormales zu
glauben verantwortlich gemacht.
New
Scientist Print Edition siehe auch
Dr.
Martina Belz-Merk Beratung für Menschen mit ungewöhnlichen Erfahrungen
Ambulanz des Psychologischen Instituts an der Universität Freiburg
The Skeptic's Dictionary -
Deutsche Abteilung Vorstellungskraft
entspricht aus der Sicht eines Neurologen
am ehesten der sensorischen Antizipation. Ein mentales Bild entsteht dabei in
Vorbereitung auf was wir sehen, fühlen, riechen, schmecken oder hören, solange
das wirkliche Wahrnehmungsobjekt noch nicht oder nicht präsent ist.
Gedächtnisinhalte werden benutzt um den Wahrnehmungsapparat des Gehirn in einen
Zustand einer hohen Erwartung zu versetzen. Eine Erwartung die so lebendig ist,
dass man sie als eine Surrogaterfahrung bezeichnen könnte. Der Cortex besitzt
eine hierarchische Organisation Rückprojektionen ( heavy back-projections)
zwischen jedem Verarbeitungsschritt können in beide Richtungen geschehen. Die
selben neuronalen Schaltkreise können für bottom-up druch die Wahrnehmung oder
für top-down durch Vorstellungen benutzt werden. Es gibt große
Unterschiede in der individuellen Lebendigkeit und Stabilität von
Vorstellungskraft, bzw. sensorischer Antizipation. Bei der Müller-Lyer‘sche
Täuschung (typisches Beispiel einer optischen Täuschung) entsteht bei kürzer
erscheinenden Strecke entsteht der Eindruck einer vorspringenden, in
unmittelbarer Nähe des Betrachters befindlichen Kante, bei der anderen Figur
scheint die Ecke dagegen in weiterer Entfernung zu liegen. Die subjektive näherliegende Kante erscheint kürzer (Prinzip der Größenkonstanz). Eine andere
Erklärung ist, dass die Elemente an den Enden jeweils in die subjektive
Einschätzung der Streckenlängen mit einbezogen werden, so verlängern die nach
außen gerichteten Pfeilspitzen die zwischen ihnen liegende Strecke. Bei der
längeren Strecke sind zur Abtastung mehr Augenbewegungen nötig.


Wahrnehmungsstörungen und Halluzinationen
Wahrnehmungsstörungen und Halluzinationen Besonders
das schizophrene Krankheitsbild geht oft auch
mit Wahrnehmungsstörungen einher, die alle Sinne betreffen können. Die Patienten
hören, fühlen, sehen, riechen oder schmecken Dinge, die andere nicht wahrnehmen.
Man nennt dies auch Sinnestäuschungen oder Halluzinationen. So hören die
Betroffenen z. B. Stimmen von tatsächlich nicht anwesenden Personen, die sich
über sie unterhalten, ihnen Befehle geben oder ihr Tun mit Bemerkungen
kommentieren oder die drohen, schimpfen, rufen oder flüstern. Es kommen auch
reine Geräuschhalluzinationen vor, wobei die Patienten Töne und Geräusche hören,
wie z. B. ein Klopfen, Donnern, Summen oder Pfeifen. Geruchs- oder
Geschmackshalluzinationen können sich z. B. darin äußern, daß die Patienten
meinen, sie würden unangenehme Düfte riechen oder alles, was sie essen, würde z.
B. nach Seife oder Essig schmecken. Oft gehen diese Halluzinationen mit der
Angst einher, vergiftet zu werden. Die Halluzinationen können für Patienten
absolut realistisch sein, und sie fühlen sich sogar mißverstanden, wenn
Ärztin/Arzt oder Angehörige darauf hinweisen, daß das, was sie erleben, nicht in
Wirklichkeit vorhanden ist. Dies ist ganz typisch für die Krankheit, und wenn es
den Kranken wieder besser geht, können sie erkennen, daß sich diese Erlebnisse
nur "in ihnen selbst" abgespielt haben. Bei akustischen Halluzinationen werden
die selben zusammenarbeitenden Hirngebiete aktiviert wie bei der normalen
Sprachproduktion und Verarbeitung von gehörter Sprache oder auch stummen
Selbstgesprächen. Eine Spekulation ist, dass den Halluzinationen eine
verminderte Wahrnehmung dafür zu Grunde liegt, dass ein inneres Selbstgespräch
geführt wurde. Halluzinationen könnten also Folge einer abnorm verminderten
Funktion der Überwachung für selbst erzeugte innere Vorgänge (self- monitoring)
sein. Andere gehen sogar von einem epileptischen Herd in der Hörrinde aus, der
willentlich nicht kontrolliert werden kann. Der nicht der Kontrolle
unterliegende Vorgang erzeugt so oder so den Eindruck einer äußeren Realität an
Stelle der real vorhandenen inneren Realität. Möglicherweise spielen ähnliche
Phänomene bei Träumen eine Rolle. Jedenfalls scheinen Verbindungen zwischen
verschiedenen Hirnregionen während der Halluzinationen hier in ihrer Funktion
beeinträchtigt zu sein. Siehe auch: Shergill SS, Arch. Gen Psychiatry; 57;2000;
1033 ff |
|
|
| Walker-Warburg-Syndrom |
| (WWS), Angeborene erbliche Missbildung mit schlechter Prognose, Typ-2-Lissenzephalie, („Kopfsteinpflaster-Dysplasie“) mit Hydrozephalus und Fehlbildungen des Kleinhirns einschließlich einer Wurmhypoplasie. Alle Patienten leiden an einer angeborenen Muskeldystrophie, gleichzeitig sind Augensymptomen vorhanden (Retinadysplasie, Mikrophthalmie, Kolobome Katarakt, Hornhauttrübung, Glaukom). Zusätzlich Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte, Mikropenis, Kryptorchismus und kongenitale Kontrakturen. Makrozephalie infolge eines Hydrozephalus.. Die Schwangerschaften sind durch eine Polyhydramnie kompliziert, und die Neugeborenen bedürfen häufig einer intensivmedizinischen Betreuung. Die mittlere Überlebensrate beträgt circa neun Monate, die länger überlebenden Patienten sind schwer retardiert. Das WWS wird autosomal rezessiv vererbt. Mindestens drei Genorte
|
- A. E. Walker: Lissencephaly. Archives
of Neurology and Psychiatry, Chicago, 1942, 48: 13-29.
- M. Warburg: The heterogeneity of
microphthalmia in the mentally retarded. Birth Defects Original
Article Series, New York, 1971, 7 (3): 136-154.
- Morris-Rosendahl, Deborah;
Wolff, Gerhard
Klinik, Genetik und Pathogenese der Lissenzephalien Dtsch Arztebl 2003;
100: A 1269–1282 [Heft 19]
- Jens M. Rohrbach et
al., Walker-Warburg-Syndrom im Erwachsenenalter?
Klin Monatsbl Augenheilkd 2000; 216: 235-239 DOI: 10.1055/s-2000-10551
-
William B. Dobyns, et al., Diagnostic
criteria for Walker-Warburg syndrome
American Journal of Medical Genetics
Volume 32, Issue 2
, Pages 195 - 210 DOI
10.1002/ajmg.1320320213
|
| Wallenberg-Syndrom |
| (dorsolateraler Medulla oblongata-Infarkt)Ischämische Nekrosen im dorso-lateralen Abschnitt der Medulla oblongata sind klinisch durch das „Wallenberg-Syndrom“ bzw. die „dissoziierte Empfindungslähmung“ gekennzeichnet. Sie besteht in der Hauptsache in einer Sensibilitätsstörung der (der Nerkrose) gleichseitigen Gesichts- und der gegenseitigen Körperhälfte, kombiniert mit einem gleichseitigen Horner-schen Symptomenkomplex (Miosis, Ptosis, Enpohthalmus), Hemiataxie u. Gaumensegelparese. |
|
|
| Wallenberg-Syndrom
|
| bei einseitigem Infarkt im Bereich der dorso-lateralen Medulla oblongata (seitliches und hinteres verlängertes Mark) bei Durchblutungsstörung im Bereich der Arteria cerebelli posterior inferior. Es kommt zu Drehschwindel und Fallneigung zur Seite der Schädigung, Hemiataxie auf der Seite der Schädigung, einer dissoziierten Empfindungsstörung mit Minderung des Schmerz- und Temperaturempfindens auf der Gegenseite und einer Minderung der Oberflächensensibilität auf der Seite der Schädigung. Hinzukommen, Nystagmus, Schluckstörung, heiserer Stimme, Horner-Syndrom( Miosis, Ptosis und Enpohthalmus) auf der Seite der Schädigung. Vegetative Symptome wie schneller Puls, Atemschwierigkeiten oder schwer kontrollierbarer lange anhaltender Schluckauf können dazu kommen. Das Wallenberg-Syndrom ist das häufigste aller klassischen Hirnstammsyndrome. Der Ausprägungsgrad ist variabel, nicht alle Symptome sind immer vorhanden. |
|
|
| Websterskala
|
|
Schweregrade des Parkinson-Syndroms.
Websterskala [Nach: Webster DD (1968) Critical analysis of the disability
in Parkinson’s disease Med Treatm 5: 257-282) |
|
1.
Bradykinesie der Hände |
| 0 = normal |
| 1 = angedeutete
Verlangsamung |
| 2 = maßig, Mikrographie |
| 3 = schwer, deutliche
Funktionsbeeinträchtigung |
| 2. Rigor |
| 0 = keiner |
| 1 = angedeutet |
| 2 = mäßig |
| 3 = schwer (besteht auch
unter Medikamenten) |
| |
| 3. Haltung |
| 0 = normal |
| 1 = Kopf bis 12,5 cm nach
vorne |
| 2 = Kopf bis 15 cm nach
vorne, Armbeugung |
| 3 = Kopf mehr als 15 cm
nach vorne, Armbeugung über die Hüfte |
| |
| 4. Mitschwingen der
Arme |
| 0 = normal |
| 1 = ein Arm vermindert |
| 2 = ein Arm schwingt nicht |
| 3 = beide Arme schwingen
nicht |
| |
| 5. Gangbild |
| 0 = normal |
| 1 = Schrittverkürzung auf
30-45 cm |
| 2 = Schrittverkürzung auf
15-30 cm |
| 3 = Schrittverkürzung auf
unter 10 cm, Stotterschritte |
| |
| 6. Tremor |
| 0 = keiner |
| 1 = Amplitude < 2,5 cm |
| 2 = Amplitude < 10 cm |
| 3 = Amplitude > 10 cm,
Schreiben und Essen sind unmoglich |
| |
| 7. Gesicht |
| 0 = normal |
| 1 = ausgedehnte Hypomimie |
| 2 = mäßige Hypomimie, Mund
zeitweise offen |
| 3 = eingefrorenes Gesicht,
Speichelfluß |
| |
| 8. Seborrhö |
| 0 = keine |
| 1 = vermehrt |
| 2 = ölige Haut, dunner
Film |
| 3 = dicker Film gesamter
Kopf |
| |
| 9. Sprechen |
| 0 = normal |
| 1 = heiser, schlecht
moduliert |
| 2 = heiser, monoton,
undeutlich |
| 3 = Palilalie |
| |
| 10. Selbständigkeit |
| 0 = normal |
| 1 = beeintrachtigt, aber
erhalten |
| 2 = teilweise auf Hilfe
angewesen, braucht viel Zeit zu allem |
| 3 = vollständig abhängig |
| |
| Maximale
Punktzahl (schwerste Ausprägung des Parkinson-Syndroms): 30 |
| Minimale
Punktzahl (kein Parkinson-Syndrom): 0 |
| 1-10
Punkte leichtes 11-20 Punkte mittelschweres, 20-30 Punkte schweres
Parkinsonsyndrom |
|
|
|
| Wechseljahrsbeschwerden |
| die
Wechseljahre
bezeichnet
man
medizinisch
aus als
Klimakterium,
gemeint
ist die
Zeit der
hormonellen
Umstellung
vor und
nach der
Menopause
(Ende der
Monatsblutungen).
Die
Wechseljahre
sind damit
zunächst
ein
normaler
Lebensabschnitt
und für
sich
genommen
auch mit
den
üblichen
Beschwerden
weder eine
Krankheit
noch
behandlungsbedürftig.
Neuerdings
wird die
Bezeichnung
Wechseljahre
auch für
Männer
angewandt,
wobei
strittig
ist, in
wie weit
dies
gerechtfertigt
ist. Der
Beginn
liegt
meist
irgendwo
zwischen
dem 40.
und dem
50.
Lebensjahr,
der
definitive
Eintritt
in die
Wechseljahre
ist meist
Anfang der
50er
Jahre. Je
später die
Wechseljahre
umso
größer die
statistische
Lebenserwartung,
obwohl bei
späterer
Menopause
das
Krebsrisiko
(Gebährmutter,
Eierstöcke)
erhöht
ist, wird
dies durch
die
reduzierte
Mortalität
(Sterblichkeit) an kardiovaskulären
Erkrankungen
mehr als
ausgeglichen.
Unregelmäßigkeiten
des
Menstruationszyklus
mit
stärkeren
oder
schwächeren
Blutungen
leiten das
Ende der
Fruchtbarkeit
der Frau
ein. Der
Östrogenspiegel
sinkt
massiv ab.
Hitzewallungen,
Schweißausbrüche
und eine
trockene
Scheide
sind
eindeutig
Symptome
die, durch
die
Wechseljahre
ausgelöst
werden. Eine Hitzewallung ist eine Wahrnehmung einer plötzlichen und intensiven
Wärme die im Gesicht oder in der Brustregion beginnt und sich auf den Körper
ausbreitet, meist in Kombination mit Schweißausbrüchen und Herzrasen die Dauer
ist meist 2-30 Minuten. Nachts wachen die Betroffenen oft von den
Hitzewallungen auf. Am stärksten treten die Hitzewallungen um die Zeit der
letzten Periode herum am stärksten auf und nehmen dann an Häufigkeit und
Intensität ab. In der Regel enden sie spontan ohne Behandlung nach einer
gewissen Zeitperiode vollständig. Nur etwa 10% aller Frauen haben nach 7- 10
Jahren noch lästige Symptome. Nicht jede Hitzewallung ist ein Symptom der
Wechseljahre. Stress,
Panikattacken, Alkoholentzug, viele
Medikamente wie Tmoxifen, Raloxifen, Schilddrüsenerkrankungen, Infekte,
Krebserkrankungen, das Karzinoidsyndrom, Phaeochromozytome, systemische
Mastozytose.. können ganz ähnliche Symptome auslösen. Bei atypischem Verlauf
oder anderen Hinweisen auf eine der genannten Erkrankungen muss also weiter
gesucht werden.
Inkontinenz,
häufigere
Blasenentzündung
sind
ebenfalls
mögliche
Symptome
des
Östrogenabfalls in den Wechseljahren.
Bei
weiteren
Beschwerden
wie
subjektive
Gedächtnisstörungen,
Reizbarkeit,
Stimmungsschwankungen
depressive
Verstimmungen,
Schwindel,
Schlafstörungen,
Müdigkeit,
Verstopfung,
Durchfall,
trockene
Haut,
Gewichtszunahme,
Gelenk-
und
Muskelschmerzen
muss immer
an die
Differenzialdiagnose
einer
Depression
gedacht
werden.
Der
Hormonabfall
kann
möglicherweise
Depressionen
auslösen, nach aktuellen Studien verdoppelt sich in der Zeit des Eintritts der
Wechseljahre die Wahrscheinlichkeit einer Depression im Vergleich zu Frauen
gleichen Alters, die noch nicht in den Wechseljahren sind. Ob dies allerdings
eine kausale Beziehung in eine Richtung ist, ist offen. Auch umgekehrt ist
anzunehmen, dass eine Depression einen Hormonabfall bewirkt und den Eintritt der
Wechseljahre beschleunigt. Hitzewallungen, nächtliche Schweißausbrüche,
und eine trockene Scheide sind typische Wechseljahrssymptome ausgelöst durch den
Hormonabfall. Depression, Angst und Reizbarkeit, Schmerzen, Müdigkeit,
Inkontinenz, Schwindel, Kopfschmerzen, Herzrasen, Sexuelle Funktionsstörungen
etc. gehen oft auf andere Probleme zurück und sind nicht unbedingt Folge des
Östrogenmangels. Neben dem
Hormonabfall
spielen in
der Zeit
der
Wechseljahre
auch
andere
gravierende
Umwälzungsprozesse
im Leben
eine
Rolle.
Häufig ist
es die
Zeit in
der die
Eltern
pflegebedürftig
und krank
werden,
die Kinder
gehen aus
dem Haus,
der
Höhepunkt
der
Karriere
ist oft
überschritten,
der Wiedereinstieg
ins
Berufsleben
ist oft
schwierig
und nur
unter
Qualifikation
möglich,
die
Ehemänner
fangen an
ernsthafte
Erkrankungen
zu
bekommen,
nicht
zuletzt
wird auch
die
Tatsache
des
eigenen
Älterwerdens
bewusster.
All diese
Faktoren
können das
Entstehen
psychischer
Störungen
begünstigen
und können
die Frau
vorübergehend
überfordern.
Bei
gleichzeitig
vorhandener
Depression
sind
Hormonbehandlungen
alleine
meist
ineffektiv.
Eine
Entfernung
der
Eierstöcke
bei
jüngeren
Frauen,
Chemotherapie
oder
Bestrahlungen
lösen
häufig
heftigere
Symptome
aus, als
dies bei
den Frauen
der Fall
ist, die
auf
natürliche
Weise
langsam in
die
Wechseljahre
kommen.
Seit
einigen
Jahren
sind
Hormonbehandlungen
allgemein
wegen
ihres
gravierenden
Nebenwirkungsrisikos
ins Gerede
gekommen.
(siehe
unter
prämenstruelle
dysphorische
Störung (PMDS)
Das Risiko einer Hormonbehandlung für gravierende kardiovaskuläre oder
thrombotische Nebenwirkungen ist für die individuelle Frau verdoppelt, je
nach Risikoprofil kann man dieses Risiko als schwer oder leicht ansehen. Raucher
haben bei einer Hormonbehandlung ein zusätzlich höheres Risiko, dies gilt auch
für bereits bestehenden Bluthochdruck oder Diabetes. Das Einstellen
des Rauchens und die Reduktion des Alkoholkonsums, kalte Getränke, gekühlte
Räume können Hitzewallungen bessern. Sport bessert das Körpergefühl,
Stehen die
depressiven
Symptome
im
Vordergrund
sollte
auch die
Depression
behandelt
werden.
Für
bestimmte
Antidepressiva
ist eine
eindeutige
Wirksamkeit
auch für
Wechseljahrsbeschwerden
gesichert.
Neue
Trends
zeigen,
dass in
dem Maße
wie die
Behandlung
der
Wechseljahrsbeschwerden
durch
Hormone
abnimmt,
der
Einsatz
von
modernen
Antidepressiva
bei diesen
Frauen
ansteigt. Nicht
jede
Verordnung
von
Antidepressiva
in den
Wechseljahren
hat also
die
Indikation
der
Depressionsbehandlung.
Wechseljahrsbeschwerden
auch ohne
Depression
lassen
sich mit
diesen
Medikamenten
ebenso
behandeln.
In wie
weit dies
immer auch
zu Lasten
der GKV
gerechtfertigt
ist,
(Problem
der
Off-Label-Verordnung
)
ist
eine
andere
Frage. Langzeitstudien
fehlen
auch hier. Auch Antidepressiva können zumindest das Risiko von kardiovaskulären
Nebenwirkungen erhöhen. Eine Meta-Analyse von 70 Studien zur Wirkung alternativer
Heilmethoden auf die Wechseljahrsbeschwerden (Vitamin- und Proteingaben und
anderen diätetischen Maßnahmen. Neun Studien untersuchten die Effekte von
Meditationsübungen, Entspannungstechniken, Traditionellen Chinesischen Medizin TCM) kommt zu dem Ergebnis, dass in den Studien entweder keinen Wirkungsnachweis
gibt oder dieser auf dem Placeboniveau liegt. |
|
(Arch Intern Med. 2006;166:1453-1465) Stearns V,
Beebe KL,
Iyengar M,
Dube E.
Paroxetine
controlled
release in
the
treatment
of
menopausal
hot
flashes: a
randomized
controlled
trial.
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289(21):2827-34,
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Abstract
HTML
PDF (487 K)
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ABSTRACT
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PDF Ellen W.
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ABSTRACT
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FULL TEXT
PDF
|
| Wegefähigkeit
|
| Die Fähigkeit eine Arbeitsstelle aufzusuchen. Nach dem Bundessozialgericht muss man dazu in der Lage sein 4x täglich eine Wegstrecke von mehr als 500 m einschließlich kurzer Pausen jeweils in der Zeit von bis zu 20 Minuten (15-18min) zu Fuß zurückzulegen. Darüber hinaus muss die Fähigkeit vorhanden sein 2x täglich öffentliche oder private Verkehrsmittel auch während der Hauptverkehrszeit zu benutzen. Mangels eines entsprechend nahen Arbeitsplatzes oder eines Kfz, um einen weiter entfernten Arbeitsplatz zu erreichen, führt Wegeunfähigkeit im Rentenrecht nach der einschlägigen Rechtsprechung zur Verschlossenheit des Arbeitsmarkts und somit zur vollen Erwerbsminderung. Abgesehen von einer Besserung des Gesundheitszustandes könnte Wegeunfähigkeit als überwunden gelten, wenn Betroffene einen zu Fuß erreichbaren Arbeitsplatz tatsächlich inne haben oder wenn ihnen ein Kfz zur Verfügung stünde, das sie selbst führen oder mit dem sie gefahren werden könnten. Hat der Versicherte keinen Arbeitsplatz und wird ihm ein solcher auch nicht konkret angeboten, bemessen sich die Wegstrecken, deren Zurücklegung ihm - auch in Anbetracht der Zumutbarkeit eines Umzugs - möglich sein muss, nach einem generalisierenden Maßstab, der zugleich den Bedürfnissen einer Massenverwaltung Rechnung trägt. Dabei wird angenommen, dass ein Versicherter für den Weg zur Arbeitsstelle öffentliche Verkehrsmittel benutzen und von seiner Wohnung zum Verkehrsmittel und vom Verkehrsmittel zur Arbeitsstelle und zurück Fußwege zurücklegen muss. Erwerbsfähigkeit setzt danach grundsätzlich die Fähigkeit des Versicherten voraus, vier Mal am Tag Wegstrecken von mehr als 500 m mit zumutbarem Zeitaufwand zu Fuß bewältigen und zwei Mal täglich während der Hauptverkehrszeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren zu können. Bei der Beurteilung der Mobilität des Versicherten sind alle ihm tatsächlich zur Verfügung stehenden Hilfsmittel (zB Gehstützen) und Beförderungsmöglichkeiten zu berücksichtigen (vgl BSG Urteil vom 17. Dezember 1991 - 13/5 RJ 73/90 - SozR 3-2200 § 1247 Nr 10, S 30 f; Senatsurteile vom 19. November 1997 - 5 RJ 16/97 - SozR 3-2600 § 44 Nr 10 und vom 30. Januar 2002 - B 5 RJ 36/01 R - veröffentlicht in JURIS). Dazu gehört auch die zumutbare Benutzung eines vorhandenen, ggf im Rahmen der Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (§ 16 SGB VI, § 33 Abs 3 Nr 1, Abs 8 Nr 1 SGB IX) subventionierten Kraftfahrzeugs (vgl Senatsurteile vom 19. November 1997 - 5 RJ 16/97 - SozR 3-2600 § 44 Nr 10 und vom 30. Januar 2002 - B 5 RJ 36/01 R - veröffentlicht in JURIS; BSG Urteil vom 14. März 2002 - B 13 RJ 25/01 R - veröffentlicht in JURIS). |
|
|
| Werkstätten für Behinderte (WfB)
|
| Werkstätten für Behinderte haben den Auftrag, Arbeitstraining und Beschäftigung für den Personenkreis zu realisieren, der behinderungsbedingt nicht mehr auf dem all- gemeinen Arbeitsmarkt tätig sein kann. Mittlerweile finden sich in vielen Werkstätten für Behinderte auch Arbeits- und Produktionsbereiche, die ausschließlich für psy- chisch Behinderte eingerichtet sind. Werkstätten für Behinderung sind dann als ein Instrument der beruflichen Rehabilita- tion anzusehen, wenn der Rehabilitand im Arbeitstrainingsbereich voraussichtlich auf die Rückkehr auf den allgemeinen Arbeitsmarkt vorbereitet werden kann. Statistisch gesehen gelingt eine Reintegration nur bei maximal 15%, so dass dieser “geschützte“ Rehabilitationsbaustein nur in wenigen Einzelfällen in Betracht zu ziehen ist. In der Regel stützen sich die medizinischen Kriterien der Beurteilung für die Aufnahme in den Eingangs- und Arbeitstrainingsbereich einer WfB auf das Schwerbehindertengesetz. Das Ziel der Maßnahme ist die Erlangung eines Mindestmaßes an wirtschaftlich verwertbarer Arbeitsleistung. Kann dies voraussichtlich erreicht werden, ist eine Förderung durch den Rentenversicherungsträger möglich. Im Eingangsver- fahren (vier bis zwölf Wochen, von denen vier Wochen zu Lasten des Rentenversicherungsträgers gehen) wird die Eignung für die WfB festgestellt. Diese liegt vor bei einem Mindestmaß an sozialer Kontakt- und Beziehungsfähigkeit, hinreichender Unabhängigkeit von Pflege am Arbeitsplatz und der Erwartung, dass ein Minimum an wirtschaftlich verwertbarer Arbeitsleistung erreicht werden kann. Im Arbeitstrainings- bereich (12 bis 24 Monate) soll die Leistungsfähigkeit erhöht werden, damit die Betreuten in die Lage versetzt werden, danach im Produktionsbereich der Werkstatt zu arbeiten. Die Förderung der Behinderten im anschließenden Produktionsbereich ist Aufgabe des Trägers der Sozialhilfe. (DRV 2001)
|
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|
| Wernickeencephalopathie |
| (Polioencephalopathie Wernicke)
von Carl Wernicke 1881 beschriebene Polioencephalitis haemorrhagica superior beruht auf meistens bilateralen Läsionen von Dienzephalon und mediotemporalen Hirnarealen es treten hämorrhagische Läsionen und darauf folgende Nekrosen, der Corpora mamillaria, des Thalamus, Hypothalamus, der 4-Hügel-Platte, des periaquäduktales Höhlengrau, des Hirnstamms und Kleinhirns auf. in mehr als 80% der Fälle folgt ein Korsakoff-Syndrom Es findet sich in 1,7–2,8% der Autopsien wird aber nur bei jedem 5. diagnostiziert. Das lebensbedrohliche Krankheitsbild tritt meist akut auf, ursächlich ist ein Mangel an Thiamin (Vitamin B1). Alkoholismus ist die wichtigste Ursache, fehlerhafte parentale Ernährung, mangelhafte Säuglingsernährung, Anorexia nervosa, Tumoren, Hyperemesis gravidarum, AIDS oder Hämodialyse können ebenfalls ursächlich sein. Wodurch Thiaminmangel die Hirnzellen so nachhaltig schädigt ist nicht bekannt. Sehstörungen sind manchmal das erste Symptom und sollten beispielsweise beim Schwangerschaftserbrechen oder einer Anorexia nervosa den Verdacht auf eine beginnende Wernickeenzephalopathie lenken. Wenn bei Schwangerschaftserbrechen oder einer Anorexia nervosa Infusionen gegeben werden sollte Thiamin grundsätzlich dazu gegeben werden. Leitsymptome: Bewußtseinstrübung, Ataxie, Augenmuskellähmung, Gedächtnisstörungen, Kombination mit Delirium tremens, autonome Dysregulationen wie Hypothermie oder Hypotonie auch andere Symptome treten auf wie Amaurose, Bewusstseinsstörung, spastische Tetraparese... Die Kernspintomographie zeigt frühzeitig typische Auffälligkeiten. Wichtig: Das Auftreten einer Wernicke-Enzephalopathie zwingt zur sofortigen hochdosierten parenteralen Vitamin-B1l-Therapie (bereits vor der in jedem Fall notwendigen Klinikeinweisung!).Man gibt Thiamin 50 mg i. v. und 50 mg i. m., dann bis zur Normalisierung der Ernährung täglich 50 mg i. m. Mit möglicherweise gefährlichen aber sehr seltenen allergischen Reaktionen auf das Thiamin muß gerechnet werden!
|
Siehe auch unter
Alkoholismus- körperliche Folgen
- Harpe CG, Giles M, Finlay-Jones R. Clinical signs in the Wernicke-Korsakoff
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[Full Text]
[PDF]
|
| Werther- Effekt |
| Nach der Veröffentlichung von Goethes Liebesdrama gab es eine Welle von Suizidversuchen und auch Suiziden. Ähnliches ist immer wieder nach Suiziden in der personellen Umgebung wie auch nach Suiziden berühmter Stars zu beobachten. Den selben Effekt hat auch die hohe publizistische Ausschlachtung besonders von Jugendgewalt – ob nun die Gewalttaten in Littleton oder Steinewerfer auf den Autobahnbrücken. Pubertierende sind besonders leicht beeinflußbar, besonders labil und emotional unausgeglichen entsprechend sind solche Effekte ebenso wie die Beeinflußbarkeit durch die Massenmedien dort am größten.
|
|
Siehe unter
Suizidalität |
| Wesensveränderung, alkoholtoxische
|
| Sie läßt einzelne vorgegebene Persönlichkeitseigenheiten stärker in Erscheinung treten; sie impliziert aber auch eine Veränderung der Reaktionsmuster des Betroffenen auf alltägliche Belastungen und chronische Konflikte. Stimmungsschwankungen, Antriebsstörungen, vermindertes Durchhaltevermögen, mangeihafte Konzentration, Beeinträchtigung zielgerichteten Handelns, Interessenverarmung und Einbußen an verläßlicher Kontinuität eigenen Handelns lassen den Alkoholkranken wesensmäßig unharmonisch-entdifferenziert erscheinen. Die Wesensveränderung mischt sich mit und wird damit Teil der Depravation des Suchtkranken. Sie kann sich in Kritik- und Urteilsschwäche, Unehrlichkeit, Verwahrlosung, Dissozialität und Kriminalität manifestieren und ist immer Ausdruck der im Zentrum getroffenen und veränderten (,,entkernten") Persönlichkeit, der das Vermögen verloren gegangen ist den eigenen Seinsentwurf zu leben. Zur Wesensveränderung gehören auch die Dissimulations-, Bagatellisierungs- und Verleugnungstendenzen bezüglich der eigenen Trinkgewohnheiten, welche man mit mangelnder Krankheitseinsicht nur unvollkommen zu umschreiben versucht. Je deutlicher die Zeichen eines organischen Psychosyndroms, um so uniformer zeigt sich die alkoholtoxische Wesensänderung und verwischen sich die individuellen Besonderheiten. So wichtig im Einzelfall die aktuelle psychopathologische Struktur der Wesensänderung auch sein mag (zumal sie therapeutisch und prognostisch von hoher Wertigkeit ist), so liegt ihre folgenreichste Auswirkung im Bereich der zwischenmenschlichen und sozialen Bezüge und Wechselwirkungen. Deshalb ist die alkoholtoxische Wesensveränderung die schwerwiegendste Alkoholismus-Folge überhaupt, |
|
|
| Westnilvirus oder West- Nil- Virus |
| Siehe unter Flaviviren |
|
|
| Whipple Morbus Whipple`sche Erkrankung |
Die Erkrankung
wurde bereits
1907 von
Whipple
beschrieben,
aber erst im
Jahr 2000 wurde
das
verursachende
Bakterium
Tropheryma
whipplei,
nachgewiesen.
Über das
Vorkommen des
Erregers in der
allgemeinen
Umwelt gibt es
noch wenige
Daten. Eine
Ausbreitung
über Stuhl ist
wahrscheinlich. Betroffen sind überwiegend Menschen aus ländlichen Regionen mit Berufen in der Landwirtschaft, Tierhaltung/schlachtung, im Baugewerbe etc.
Bisher sind
erst etwa 1000
Fälle
beschrieben
worden, nach
postmortem
Studien soll
die Prävalenz
weniger als
0.1% sein. Die
Erkrankung
tritt überall
auf der Welt
auf, und
befällt
überwiegend
weiße Männer im
mittleren
Alter. Da
HLA-B27-
positiive
Menschen 2-3x
häufiger
erkranken,
nimmt man an,
dass viele
Menschen mit
dem Erreger in
Kontakt kommen,
aber nur die
genetisch
empfindlichen
oder
immunsupprimierten
erkranken.
Im frühen oder
Prodromalstadium,
das meist etwa
6 Jahre dauert,
leiden die
Betroffenen
meist unter
Gelenkschmerzen
und Arthritis.
Bei
immunosuppressiver
Behandlung, wie
beispielsweise
Behandlung mit
Kortikosteroiden
oder
Tumornekrosisfaktor
ist der Verlauf
beschleunigt.
Durchfall kann
dann bereits
nach Beginn der
Kortisonbehandlung
auftreten.
Danach kommt es
zu
Gewichtsverlust
Durchfall, und
manchmal auch
anderen
Organmanifestationen. Die Trias Diarrhoe, Malabsorption und Gewichtsverlust galt als typisch, kann aber auch fehlen. Wegen der vielfältigen Symptome und den technischen Schwierigkeiten bei der Diagnostik (die eine Endoskopie voraussetzt), wird die Diagnose häufig erst spät im Verlauf gestellt.
Die
Differenzialdiagnosen,
von der der M.
Whipple
abgegrenzt
werden muss,
schließen ein
großes Spektrum
von
Erkrankungen
wie
entzündliche
rheumatische
Erkrankungen,
Malabsorptionsyndrome
wie Zöliakie,
Sarkoidose und
Lymphome),
Morbus Addison,
Bindegewebserkrankungen
und eine große
Anzahl
neurologischer
Erkrankungen
ein.
In der
Reihenfolge
nach der
Häufigkeit
tritt folgende
Symptomatik
auf:
Arthralgie oder
Arthritis,
Diarrhoe,
Gewichtsverlust,
Fieber,
Lymphknotenvergrößerung,
Melanodermie,
immerhin bei
einem Drittel
neurologische
Symptome,
Augensymptome,
Pleuraerguss.
An
neurologischen
Symptomen
sind kognitive
Störungen (bis
hin zur
Demenz),
supranukleäre
Ophthalmoplegien,
Bewusstseinsstörungen,
psychische
Störungen,
Spastik,
Zeichen einer
hypothalamischen
Schädigung,
Hirnnervenstörungen,
Myoklonus,
epileptische
Anfälle,
Myorhythmien,
Ataxien, und
Sensibilitätsstörungen
beschrieben
worden.
Neurologische
Manifestationen
der Erkrankung
kommen als
Beteiligung im
Rahmen des
klassischen M.
Whipple vor,
als
neurologischer
Rückfall nach
zuvor
durchgeführter
antibiotischer
Behandlung des
M. Whipple und
auch als
isolierte
neurologische
Symptomatik.
In wie weit es
asymptomatische
Infektionen in
der
Allgemeinbevölkerung
gibt ist
strittig. In
einer Serie
wurde bei einem
von 174
Blutspendern
der Erreger
nachgewiesen.
In 2 anderen
Studien wurde
T. whipplei DNA
im Speichel bei
19 und 35%
gesunder
Probanden
nachgewiesen.
Bei Menschen
mit anderen
Duodenal oder
Magenerkrankungen
wurde mittels
PCR DNA von T.
whipplei in 5%
der Biopsien
und 12% im
Magensekret und
Stuhlgang
nachgewiesen.
Diese
Ergebnisse
werden aber von
anderen
bezweifelt.
Anämie,
Leukozytose,
Thrombozytose
oder -penie,
Laborhinweise
auf
Malabsorption
können
allgmeine
Hinweise sein. Bei zerebraler Beteiligung sind kernspintomographisch bilaterale, Signalanhebungen sowohl periventrikulär in der Weißen Substanz als auch subkortikal beschrieben. Solche Veränderungen sind aber insbesondere bei schon etwas älteren Menschen unspezifisch. Sie können auch ähnlich wie bei einer MS oder einer Vaskulitis aussehen.
Klassischerweise
wird die
Diagnose
mittels
Dünndarmbiopsie oder Biopsie aus einem anderen befallenen Organ
und
lichtmikroskopischer
Untersuchung
nach PAS-
Färbung
gestellt.
Verschiedene
PCR- Assays
sind entwickelt
worden. Mit der Polymerasekettenreaktion (PCR) lassen sich kleinste Genommengen
aus Gewebeproben oder Körperflüssigkeiten
spezifisch nachzuweisen. Dies entspricht aber keinem sicheren Nachweis einer Erkrankung. Als Differentialdiagnose käme hier selbstverständlich auch eine asymptomatische Infektion bei einem Gesunden in Betracht. Der Erregernachweis mittels PCR im Liquor kann aber bei entsprechend passender zentral nervöser Symptomatik und Bildmorphologie als ausreichender Beweis der Erkrankung dienen.
Behandlung:
Vor die
Erkrankung
genauer bekannt
war, verlief
sie meist
tödlich.
Trimethoprim–Sulfamethoxazol
scheint das
wirksamste
Antibiotikum zu
sein, aber auch
hier kommen
Rezidive vor.
Meist wird
empfohlen 160
mg Trimethoprim
und 800 mg
Sulfamethoxazol
2x/Tag für 1-2
Jahre,
üblicherweise
nachdem zuvor
parenteral mit
Streptomycin (1
g/Tag) und
Penicillin G
(1,2 Millionen
U/Tag) oder
Ceftriaxon (2
g/Tag) für 2
Wochen
anbehandelt
worden ist.
Rezidive sind
immer möglich,
wenn diese eine
neurologische
Symptomatik
beinhalten, ist
die Prognose
schlecht.
Interferonbehandlungen
werden
diesbezüglich
experimentell
eingesetzt.
Regelmäßige
Kontrolluntersuchungen
sind im Laufe
der Behandlung
notwendig.
|
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[Abstract]
|
| Whitely Index als Diagnosehilfe für die Diagnose Hypochondrie |
| Whitely Index als
Diagnosehilfe für die Diagnose Hypochondrie |
überhaupt nicht =1 |
ein wenig =2 |
mäßig =3 |
ziemlich =4 |
sehr =5 |
| Machen Sie sich oft Sorgen,
möglicherweise eine ernsthafte Krankheit zu haben? |
|
|
|
|
|
| Werden Sie durch eine Vielzahl
von Schmerzen geplagt? |
|
|
|
|
|
| Sind Sie sich oftmals der
verschiedenen Vorgänge bewusst, die in Ihrem Körper ablaufen? |
|
|
|
|
|
| Machen Sie sich viel Sorgen um
Ihre Gesundheit? |
|
|
|
|
|
| Haben Sie manchmal die Symptome
einer sehr ernsthaften Krankheit? |
|
|
|
|
|
| Wenn Sie von einer Krankheit
hören, machen Sie sich Sorgen, dass Sie die Krankheit bekommen? |
|
|
|
|
|
| Sie fühlen sich krank und jemand
sagt, dass Sie bereits wieder besser aussehen - ärgert Sie das? |
|
|
|
|
|
| Finden Sie, dass Sie von einer
Vielzahl unterschiedlicher Symptome geplagt werden? |
|
|
|
|
|
| Ist es schwer für Sie, einmal
nicht an sich zu denken, sondern an alle möglichen anderen Dinge? |
|
|
|
|
|
| Können Sie dem Arzt nur schwer
glauben, wenn er sagt, dass kein Grund zur Besorgnis besteht? |
|
|
|
|
|
| Bekommen Sie das Gefühl, dass
die Leute Ihre Krankheit nicht ernst nehmen? |
|
|
|
|
|
| Denken Sie, dass Sie sich mehr
Sorgen über Ihre Gesundheit machen als die meisten anderen? |
|
|
|
|
|
| Denken Sie, dass mit Ihrem
Körper ernsthaft etwas nicht in Ordnung ist? |
|
|
|
|
|
| Haben Sie Angst, krank zu
werden? |
|
|
|
|
|
| Gesamtpunkte: |
|
|
|
|
|
| Der Whitely- Index
wird durch die Summe der Punkte für jede Antwort gebildet- Je höher
der Score umso wahrscheinlicher neigen Sie zur Hypochondrie. Es gibt keinen
Cutoffscore, der die Diagnose beweist, aber gesunde Menschen
ohne Gesundheitsängste haben normalerweise einen Score von 21 +/- 7 (14-
28). Patienten mit Hypochondrie haben meist einen Score von 44 +/- 11 (32
-55). Diese Zahlen sind nur ein Hinweis für Sie um herauszufinden ob Sie
unter einer Hypochondrie leiden. Bei hohem Antwortscore sollten Sie mit
Ihrem Hausarzt oder einem Facharzt für Psychiatrie sprechen. Wenn Sie
depressiv sind oder an einer generalisierten Angststörung leiden, kann es
sein, dass Sie alleine wegen der Depression oder der generalisierten
Angststörung hypochondrische Befürchtungen haben und die Diagnose einer
Hypochondrie nicht auf Sie zutrifft. Auch im Rahmen einer körperlichen
schweren Erkrankung kann es sein, dass Sie einen hohen Testscore erreichen.
Ein einfacher Fragebogentest erlaubt keine medizinische Diagnose, kann aber
unterstützend bei der Diagnostik sein. In jedem Fall sprechen Sie mit Ihrem
Arzt darüber. Der Whitely- Index wurde bezüglich seiner Zuverlässigkeit
mehrfach kritisiert, möglicherweise ist eine Reduktion auf einen nur aus 7
Fragen, die mit ja oder nein beantwortet werden können zuverlässiger.
Conradt M, ., et al., Dimensionality
of the Whiteley Index: Assessment of hypochondriasis in an Australian
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137– 143
Hiller W, et al., Differentiating
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|
|
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