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Glossar
Psychiatrie/Psychosomatik/
Psychotherapie/Neurologie/Neuropsychologie |
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wurde unter Verwendung neuester Literatur erstellt. Insbesondere
dem ICD 10, dem DSM IV, AMDP- Manual, Leitlinien der
Fachgesellschaften, Lehrbuch VT von J.Mragraf, Lehrbuch der
analytischen Therapie von Thomä und Kächele, Lexika wie
dem Pschyrembel, verschiedene Neurologie- und
Psychiatrielehrbücher, Literatur aus dem Web, außerdem
einer Vielzahl von Fachartikeln aktueller Zeitschriften der
letzten 10Jahre. Nicht alle (insbesondere kleinere) Zitate sind kenntlich
gemacht. Verständlicherweise konnte durch Verwendung
verschiedener Quellen eine Mischung aus den unterschiedlichen
Zitaten nicht immer vermieden werden. Soweit möglich
wird dies angezeigt. Nicht alles ist auf Anhieb
laienverständlich, da ich die Zusammenstellung auch für
mich selbst nutze, musste hier ein Kompromiss zwischen
Verständlichkeit und medizinischer und psychologischer
Exaktheit gefunden werden. Falls sich jemand falsch oder in zu
großem Umfang zitiert findet- bitte eine E-Mail
schicken. KM 19.4.2000 Siehe auch die ergänzenden Hinweise
unten auf dieser Seite.
PS
selbstverständlich wird das Glossar regelmäßig
aktualisiert werden.
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| Zahlen-Verbindungs-Test (ZVT)
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| Beim Test sind die Zahlen 1 bis 50 (oder in anderen Versionen auch 30 oder 90) zufällig auf einem Blatt Papier verteilt und müssen so rasch als möglich durch Striche verbunden werden. Ziel ist die Prüfung der kognitiven Verarbeitungsgeschwindigkeit. Für die einzelnen Versionen gibt es Normierungen, teilweise werden mehrere Durchgänge gefordert.
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| Zähneknirschen
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| Nächtliches Zähneknirschen (Bruxismus) kommt sehr häufig vor und steht offensichtlich in keiner Verbindung zu ernsthaften physischen oder psychischen Erkrankungen. Ist aber häufig ein Zeichen vermehrter innerer Anspannung. In schwerwiegenden Fällen können kieferorthopädische Maßnahmen (Aufbißschiene) zur Vermeidung einer starken Abnutzung der Zähne beitragen.
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| Zahnfleischhypertrophie |
| Zahnfleischwucherungen kommen auch spontan vor, sie können allerdings auch eine Nebenwirkung einer medikamentösen Behandlung sein. Beobachtet wurde dies zuerst bei Phenytoin das in der Behandlung der Epilepsie eingesetzt wird. Etwa 50% der Patienten die mit diesem Medikament behandelt werden haben abnorme Zahnfleischwucherungen. Bei dem Immunsuppressivum Cyclosporin sollen 25-80% der Patienten betroffen sein. Auch Calciumkanal- Antagonisten wie Nifedipin, Felodipin, Amlodipin scheinen diese Nebenwirkung auszulösen. Diese Nebenwirkung tritt meist mehrere Monate nach Beginn der Medikamenteneinnahme auf, fängt zwischen den Zähnen an und nimmt dann in alle Richtungen zu. Oft sind die Wucherungen entzündlich verändert, sie bluten leicht. Zahnfleischwucherungen treten besonders dort auf, wo auch Plaques zu finden sind. Professionell unterstützte Zahnpflege verringert das Risiko. Schlechte Mundhygiene begünstigt das Syndrom. Die Zahnfleischfunktion wird beeinträchtigt, eine chirurgische Behandlung (exzessive Wucherungen entfernen) ist nicht selten indiziert.
Meist sind die Medikamente, die auslösend sind bei gleicher Wirksamkeit ersetzbar.
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B.A. Taylor
Management of drug-induced gingival enlargement, Aust Prescr 2003;26:11-3,
Bildliche Darstellung in Dong-Soo Yu et al., Medication-Induced Gingival Hypertrophy; NEJM 360:e2 January 8, 2009 |
| Zange-Kindler-Syndrom
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| Nach dem Grazer Arzt J. Zange (1880--1969) benanntes Syndrom mit Hinterhauptschmerzen, Nausea und Emesis, Schwindel, Ataxie, Dysdiadochokinese etc. bei raumfordernden Prozessen der hinteren Schädelgrube |
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| Zecken |
Zecken leben in fast allen
unseren Wäldern, Parks und Gärten. Die wichtigste Zeckenart in Mitteleuropa, der
sogenannte Gemeine Holzbock benötigt eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit und
Temperaturen über 10 bis 15 Grad um aktiv zu werden. Diese Wetterbedingungen
finden sich in unseren Wäldern vorwiegend im Frühsommer und im Herbst (in den
trockenen Hochsommerperioden kann die relative Luftfeuchtigkeit meist unter die
für Zecken notwendigen Werte absinken). Diese Aktivitätsangaben sind aber stark
witterungsabhängig. Auch in warmen Wintern wurden gelegentlich aktive
Zecken beobachtet. Darüber hinaus führt ein milder Winter dazu, dass die
Zeckenpopulation und deren Aktivität im folgenden Frühjahr auf besonders hohem
Niveau beginnt. Zecken zählen zur Gruppe der Milbentiere, wie alle anderen
Spinnentiere haben sie 8 Beine. Zeckenlarven spielen beim Menschen kaum eine
Rolle, die Haut ist zu dick. Nymphen sind geschlechtslose Wesen, etwa doppelt so
groß wie Larven, sie sind gut in der Lage die Haut des Menschen zu durchdringen.
An das Nymphenstadium schließt sich das Erwachsenenstadium, die Weibchen sind
mit 4 mm etwa doppelt so groß wie Männchen. Sie bevorzugen Dickicht und
Wildpflanzen, lieben die Feuchtigkeit und schätzen die Wärme. Nie lassen sie
sich, wie vielfach angenommen, von den Bäumen auf ihr Opfer fallen. In der Regel
sitzen sie geduldig im hohen Gras, auf Büschen oder Sträuchern und heften sich
bei passender Gelegenheit an den Körper, auf den sie durch dessen Duft und
dessen Wärme aufmerksam wurden. Setzt
sich die Zecke auf den Wirt, wandert sie zu warmen, feuchten und dunklen
Stellen des Körpers. Dazu gehören beispielsweise die Achseln und die
Schamregion. Aber auch an jeder anderen Körperstelle kann sich die Zecke
festbeißen. Kleidung stellt eine physikalische Barriere gegen Zecken dar
(geschlossenen Schuhe, lange Hosen und Hemden). Die Verwendung chemischer
Abwehrsubstanzen kann eventuell auch Zecken fern halten. Da die meisten
Zeckenstiche nicht bemerkt werden, sollte man sich kurz nach einem Waldbesuch
immer auf Zecken absuchen und gegebenenfalls eine Zecke sobald wie möglich
entfernen. Die Stichstelle soll in den Tagen nach der Zeckenentfernung
sorgfältig beobachtet werden. Allgemeinreaktionen wenige Stunden nach einem
Zeckenstich (Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen, leichtes Fieber) kommen vor. Es
handelt sich meist um eine allergische Reaktion des Körpers auf Bestandteile des
Zeckenspeichels. Die Borrelien gelangen erst nach vielen Stunden über
die Saugorgane der Zecke in den Körper des Menschen. Deshalb ist die
Wahrscheinlichkeit der Borrelienübertragung umso größer, je länger die Zecke
saugen kann. Innerhalb der ersten 12 Stunden findet fast keine Übertragung der
Erreger statt. Haben die Zecken aber Gelegenheit, zwei Tage oder länger zu
saugen, erhöht sich das Transmissionsrisiko auf fast 100 %. Auch für FSME
gilt, dass das Infektions-Risiko der FSME mit der Dauer der Blutmahlzeit der
Zecke am Menschen steigt. Alle anderen blutsaugenden Insekten benötigen für
diesen Vorgang des Blutsaugens nur Sekunden bis Minuten. Vermutlich ist dies
einer der Gründe, warum über diese Art von Insekten keine Übertragung von
Borrelien erfolgen kann. Ob die Zecke aus der
Haut in ganz oder nur teilweise entfernt wird, hat auf das Infektionsrisiko kaum
einen Einfluss. Um eine lokale Fremdkörperreaktion (nicht das Infektionsrisiko)
zu vermeiden, sollte die Zecke allerdings möglichst vollständig entfernt werden.
Da der Saugrüssel in die Haut einzementiert ist, gelingt das für diesen Teil des
Tieres in der Regel nicht. Die im Volksmund ausgesprochene Empfehlung, das Tier
mit Öl oder Nagellack einzudecken, soll dazu führen, dass die Zecke ihren Wirt
umgehend loslässt, die Methode wird allerdings von vielen als risikoreicher
abgelehnt. Die Befürchtung, dass diese Behandlung das Infektionsrisikos eher
erhöht, indem die Zecke nämlich das aufgesaugte Material mitsamt den Borrelien
in den Wirtskörper erbricht, kann neueren Untersuchungen zufolge nicht
bekräftigt werden, ist allerdings theoretisch möglich..
HW Kölmel,
Neuroborreliose
Neuro-Transmitter
3 ·2001
| Ineffektive oder gefährliche
Methoden um Zecken zu entfernen |
Am besten gesichert ist die
Entfernung |
Keine scharfen Gegenstände
benutzen.
Die Zecke nicht zerdrücken, punktieren oder zusammendrücken
Lieber kein Öl, Gel, oder Lokalanästhetikum auf die Zecke oder Umgebung
aufbringen
Keine erhitzten Gegenstände wie Streichhölzer oder heiße Nadeln oder
ähnliches verwenden.
Die Zecke nicht drehen oder kippen, nicht mit bloßen Händen anfassen
(Handschuhe) |
Mit einer gebogenen
medizinischen Zange wird möglichst tief auf der Haut aufgesetzt und
vertikal herausgezogen. Anschließend wird Hautdesinfektionsmittel
aufgebracht. Spezielle Zeckenzangen oder Werkzeuge sollen sich nicht als
effektiver erwiesen haben. In der Regel wird ohne Infektionsverdacht nicht
prophylaktisch antibiotisch behandelt. In speziellen Endemiegebieten kann
dies aber für Schwangere diskutiert werden. |
| Nach Tick
Removal, MATTHEW GAMMONS, M.D., and GOHAR SALAM, M.D., D.O., Michigan
State University College of Human Medicine, East Lansing,Michigan,
AMERICAN FAMILY PHYSICIAN
www.aafp.org/afp VOLUME 66, NUMBER 4 / AUGUST 15, 2002 |
| Durch
Zecken übertragbare bakterielle Krankheiten |
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Erkrankung, Erreger: |
Häufigste Symptome |
Laborbefunde |
Behandlung |
Borreliose, Lyme- Erkrankung
Borrelia burgdorferi
häufig |
Erythema migrans, (schmerzloser roter Fleck der nach und nach immer
größer wird und in der Mitte ausbleicht ), Müdigkeit, Muskelschmerzen,
Gelenkschmerzen, Kopfschmerz, Fieber, Schüttelfrost. Viele Menschen
die mit diesem Erreger infiziert werden bekommen keine Symptome. Bei
unspezifischen Symptomen kann deshalb die Unterscheidung schwierig
sein, ob die Symptome tatsächlich mit dem Erreger zusammenhängen.
Heimtückisch bleibt aber, dass auch
mehrere Jahre nach dem Biss
noch Symptome
auftreten können. |
Initiale Untersuchungen sind unspezifisch; die Serologie bestätigt die
Diagnose nach 4 bis 6 Wochen. Die
Antikörper
müssen keine Krankheit
beweisen, sie
können von einer alten
Ansteckung kommen und lassen sich jahrelang im Blut nachweisen.
|
Amoxicillin
Doxycyclin (Vibramycin), Rocephin bei Neuroborreliose |
Menschliche monozytische Ehrlichiose
Ehrlichia chaffeensis
Ehrlichia ewingii |
Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerz, Muskelschmerzen |
Leukopenie, Thrombozytopenie, erhöhte Transaminasen, die Serologie
bestätigt die Diagnose nach 1 bis 2 Wochen |
Doxycyclin
Chloramphenicol
Rifampizin |
Menschliche granulozytische Ehrlichiose
Ehrlichia phagocytophila/equi |
Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerz, Muskelschmerzen |
Leukopenie, Thrombocytopenie, Ehrlichiose, erhöhte Transaminasen,
die Serologie bestätigt die Diagnose nach 1 bis 2 Wochen |
Doxycyclin
Chloramphenicol
Rifampizin |
Rocky Mountain spotted fever
Rickettsia rickettsii |
Fieber, Kopfschmerz, Muskelschmerzen, allgemeines Krankheitsgefühl,
Erbrechen, Ausschlag |
Milde Leukopenie, Thrombocytopenie, erhöhte Transaminasen,
Hyponatremie; die Serologie bestätigt die Diagnose nach 1 bis 2
Wochen |
Tetracyclin
Chloramphenicol
Doxycyclin |
Tularaemie
Francisella tularensis |
Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerz, allgemeines Krankheitsgefühl,
Müdigkeit, Husten, Muskelschmerzen, Erbrechen, Halsweh,
Bauchschmerzen, Diarrhoe, Hautgeschwüre, Lymphadenopathie |
Normale oder leicht erhöhte Leukozyten und BKS; die Serologie
bestätigt die Diagnose nach 2 Wochen |
Streptomycin
Gentamicin
Tetracyclin
Chloramphenicol
Fluoroquinolone |
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FSME-Virus, von dem zwei Subtypen existieren.
häufig
Man geht davon aus, dass sich etwa 2% der Bevölkerung in deutschen Endemiegebieten mit FSMEV infiziert haben, wobei z.B. Waldarbeiter eine höhere Prävalenz aufweisen. (RKI) |
Fieber, Kopf-, Kreuz- und Gliederschmerzen, Schnupfen,
Appetitlosigkeit, heftige Kopfschmerzen, Lichtempfindlichkeit,
Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Nackensteife. Bei Hirnbeteiligung
neurologische Ausfälle (z.B. Lähmungen), Bewusstseinstörung,
meningomyelitischen Formen mit Schädigung des Rückenmarks und
schlaffen Lähmung der Schultermuskulatur, des Nackens und der Arme,
In Deutschland erkranken
jährlich etwa 250 Personen an FSME, rund 30 Prozent davon schwer.
Bis zu
30% entwickeln in der Folge ein
neurasthenisches Syndrom , selten bleiben auch Lähmungen,
Gleichgewichtsstörungen, Hörstörungen und psychische Veränderungen als
Folge der Infektion.10% behalten
bleibende, teilweise schwerste neurologische Schäden, 1 - 2 %
Letatiltät..
Stadieneinteilung
- leicht:
- Meningitis
- minimale Bewußtseinsstörungen
- leichtes fokales neurologisches Defizit
- mittelschwer:
- deutliche neurologische Ausfälle von mindestens einwöchiger Dauer
- Funktionsstörungen, die zu Einschränkungen bei Verrichtungen des
täglichen Lebens führen
- Anfälle
- qualitative / quantitative Bewußtseinsstörungen
- schwer:
- ausgeprägte Bewußtseinsstörung (Koma)
- Ateminsuffizienz
- zentrale Paresen die länger als eine Woche anhalten
|
FSME-
Antikörpernachweis im Blut oder der
Gehirnflüssigkeit (Liquor) |
Noch keine spezielle Therapie, da Virusinfekt. Vorbeugung durch
Impfung für im Land- und Forstwirtschaftsbereich tätige in den
Donau-Auen, im Bayerischen Wald und einigen Gebieten
Baden-Württembergs. Nach einer
durchstandenen FSME hält die Immunität wahrscheinlich lebenslang an.
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| Zeitmangement |
Zeit muss von jedem Menschen individuell nach
eigenen Werten und Verpflichtungen eingeteilt werden. Oft ist es schwierig hier
ein gesundes Gleichgewicht zwischen dem Notwendigen und den Wünschen zu
erreichen. Die Einteilung der Zeit und unser Lebensglück hängen eng zusammen. Um
eine gesunde Balance zwischen zwischen den verschiedenen Aktivitäten in Ihrem
Leben wie Arbeit und Privatleben, notwendige Verpflichtungen etc. zu finden ist
es oft sinnvoll eine Bestandsaufnahme darüber zu machen, wofür Sie derzeit Ihre
Zeit verwenden, und zu bewerten in wie weit diese Einteilung mit Ihren
derzeitigen persönlichen Wertvorstellungen und Prioritäten übereinstimmt.
Auf dieser Grundlage sind sinnvolle Änderungen möglich.
Gegenwärtige Verpflichtungen in Zeit.
Stellen Sie zunächst fest, wie viele Stunden in
der Woche sie mit den unten gelisteten Aktivitäten in der Woche verbringen.
Beachten Sie, dass mit notwendigen Verpflichtungen alle Aktivitäten wie
Überweisungen ausfüllen, Autowaschen, das Haus/die Wohnung in Stand halten...
gemeint sind, gemeint sind damit notwendige Verpflichtungen, die Sie erfüllen
müssen, ohne dass diese zu Ihrem Leben einen sonst wertvollen Aspekt hinzufügen.
Schreiben Sie die gesamte Zeit auf die Sie für eine Aktivität verwenden.
Die Zeit für die Arbeit sollte auch den Arbeitsweg, Fortbildung zu hause etc.
enthalten.
| Wie viele Stunden verbringen
Sie derzeit pro Woche mit folgenden Angelegenheiten:
_____ Schlaf
_____ Notwendige Verpflichtungen
_____ Zeit für Persönliche Aktivitäten
_____ Zeit für Paaraktivitäten
_____ Zeit für Familienaktivitäten
_____ Zeit für Aktivitäten mit Freunden
_____ Arbeit, Kariere
_____ Kirche, Gemeinde...
_____ anderes_______________
Stellen Sie sicher, dass Sie auf 168 Stunden kommen. |
 |
Teilen Sie die Zeit für jede Aktivität durch 168.
Zeichnen Sie die Prozentsätze für jede Aktivität in Woche in einen Prozentkuchen
ein. Legen Sie daneben einen "Prozentkuchen" in dem Sie nach Ihren Werten
aufteilen. Vergleichen Sie und entscheiden Sie ob Sie zufrieden mit dem Ergebnis
sind, ob Übereinstimmung zwischen Werten und Realität besteht. Entscheiden
Sie ob Sie etwas ändern wollen. Wenn ja machen Sie eine komplette schriftliche
Wochenplanung, Sie sollten den Wochenplan täglich überprüfen und ihn flexibel
umgestalten, wenn es notwendig ist und Unvorgesehenes eintritt. Nehmen Sie sich
zu Beginn täglich 10 min für die Planung. Die wichtigsten Aufgaben werden zuerst
geplant. Zeitmanagement ist am ehesten sinnvoll für Menschen mit
unstrukturierter Arbeitsweise, wie Selbstständige, Führungskräfte oder bei
Projektarbeit wenn immer wieder andere Tätigkeiten anfallen. Für die meisten
Menschen halten kommerzielle Angebote nicht was sie versprechen. Das
Bewußtmachen wo die Zeitfresser, Prioritäten usw. sind kann aber generell von
Zeit zu Zeit sinnvoll sein und einem Burnout vorbeugen. Perfekte Planung kann
auch den Genuss beeinträchtigen, wägen Sie ab. Entscheiden Sie ob Sie Hilfe in
Anspruch nehmen wollen. |
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| Zeitschriften |
| Zeitschriften
(medizinische Zeitschriften mit online- Zugang und zumindest teilweise freiem Zugang) |
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| Zelle
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| Kleinste strukturelle und funktionelle Einheit von Lebewesen. Bakterien und manche Algen bestehen aus nur einer Zelle ohne Zellkern, Pflanzen, Tiere und Menschen bestehen aus sehr vielen Zellen mit Zellkern. Zellkern: Im Kern einer Zelle finden sich als wichtigster Bestandteil die Chromosomen als Träger der Erbsubstanz. |
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| Zentralarterienverschluß
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| Ursache:· Arteriosklerose,· Arteriitis temporalis (mit Kopfschmerz, BSG-Erhöhung und Visusverschlechterung), Befund:· plötzliche, einseitige schmerzlose Sehverschlechterung,· kein Blendungsgefühl,· verengte Netzhautarterien,· diffuses Netzhautödem,· afferente Störung der Pupillomotorik,· weißlicher, ödematöser Bereich im Versorgungsgebiet der verschlossenen Arterie,· kirschrote Fleck im Bereich der Macula (Choroidea schimmert durch),· bei zilioretinaler Arterie in diesem Bereich erhaltene Durchblutung |
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| Zerebralparese
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| Die infantile Zerebralparese ist als eine nicht-progressive Erkrankung des unreifen Gehirns definiert, der verschiedene Ätiologien der prä-, peri- und postnatalen Periode zugrunde liegen können. Sie beeinträchtigen die Entwicklung der Kinder massiv. Nicht selten besteht gleichzeitig eine Epilepsie, Lernschwierigkeiten, Verhaltensstörungen, Beeinträchtigungen der Sinnesorgane und motorische Störungen von massiven Lähmungen bis zu nur leichteren Störungen der Visuomotorik und Feinmotorik. Eine Heilung ist nicht möglich, durch zeitige Förderung, kann aber die Entwicklung der Kinder und damit auch deren Integration in ein normales Leben erheblich verbessert werden. Meist muss dabei die ganze Familie mit einbezogen werden. Viele Kinder mit infantiler Zerebralparese bedürfen auch noch als Erwachsene der Förderung. Die wichtigste dieser Erkrankungen ist die zystische periventrikuläre Leukenzephalomalazie (PVL), in weiterer Folge kommen intra- und periventrikuläre Hirnblutungen, hypoxische Schädigungen, Gefäßprozesse, Infektionen durch neurotrope Viren während der Schwangerschaft, oder Hirnmißbildungen in Frage. Ursächlich besteht immer eine Schädigung des ersten motorischen Neurons. Zerebralparesen gehören zu den häufigsten "Körperbehinderungen" in der Kindheit. Die Prävalenz der Zerebralparese liegt europaweit bei 2 - 3 auf 1000 Lebendgeburten mit starken Streuungsbereichen in den einzelnen Gewichtsklassen. Bei Frühgeborenen und Zwillingskindern ist die infantile Zerebralparese häufiger. Etablierte klassische Therapiemöglichkeiten umfassen neurophysiologische physiotherapeutische Therapien (Bobath, Vojta, Hippotherapie), ganzheitliche Methoden (Petö), logopädische und ergotherapeutische Maßnahmen (Castillo-Morales, sensorische Integration) sowie heilpädagogische Konzepte (Affolter, Frostig). Hyperbarer Sauerstoff scheint in Studien nicht erfolgreich in der Behandlung der Kinder. Möglicherweise kann die Sauerstoffbehandlung aber schaden. Im unten angegebenen Artikel im BMJ finden sich Tabellen und Kurven, die Auskunft über Einteilung und Prognose geben. |
-
Wiener Medizinische Wochenschrift, 152, 1-2, 14 - January 2002
- Peter Rosenbaum Cerebral palsy: what parents
and doctors want to know BMJ 2003; 326: 970-974.[Full
text] [PDF]
-
Collet JP, Vanasse et al. Hyperbaric oxygen for children with cerebral
palsy: a randomised multicentre trial. HBO-CP Research Group Lancet. 2001 Feb
24;357(9256):582-6.
-
Hardy P, Collet JP, Goldberg J, .Neuropsychological effects of hyperbaric
oxygen therapy in cerebral palsy; Dev Med Child Neurol. 2002 Jul;44(7):436-46.
- Rosenbaum PL, Walter SD, Hanna SE, Palisano RJ,
Russell DJ, Raina R, et al. Prognosis for gross motor function in cerebral
palsy: creation of motor development curves.
JAMA 2002; 288: 1357-1363
-
Nuthall G, Seear M, Lepawsky M, Wensley D, Skippen P, Hukin J.Hyperbaric
oxygen therapy for cerebral palsy: two complications of treatment, Pediatrics
2000 Dec;106(6):E80
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| Zersetzen |
| In der Sprache der Stasi, die gewollte und
bewusste Zerstörung von Persönlichkeiten, und deren Isolation aus ihrem
sozialen Umfeld mit Hilfe psychologischer und psychiatrischer Kenntnisse.
Um die Anerkennung durch die Weltöffentlichkeit
und lukrative Geschäftsbeziehungen nicht zu gefährden, hat die DDR ab den 70er
Jahren ihren offenen Terror gegen ihre Bürger durch subtile Methoden ersetzt.
„Operative Psychologie“ war Pflichtfach in der Ausbildung der Stasi- Offiziere
an der juristischen Hochschule des MfS. Auch wenn es sich um "um aufgeblasenen Dilletantismus
auf dem Niveau geheimpolizeilicher Ratgeber-Literatur handelte", so konnte der Schaden für einzelne Opfer enorm sein. Ein Schwerpunkt war dabei die „
fürsorglich freundschaftliche Führung der Inoffiziellen Mitarbeiter“ (IM), der
andere das systematische „Zersetzen“ Andersdenkender. Die Stasi war ja auch eine
militärische Organisation, damit ist die Herleitung vom Begriff der
„Wehrkraftzersetzung “ aus der NS- Zeit nicht ungewöhnlich. Auf der MfS
Hochschule lernte man, dass bei richtiger Anwendung der Zersetzungsmaßnahmen,
diese in der Regel den Gegner hart treffen. Zugleich werde erreicht, dass er für
längere Zeit über die tatsächlichen Ursachen seiner Misserfolge und Niederlagen
in Unkenntnis bleibt. Es handelt sich um eine systematische und beabsichtigte
Zerstörung der Person der politischen Gegner, bei der unter Mithilfe
psychologischer Methoden Angst, Panik, Isolation, Zweifel an der eigenen
geistigen Verfassung..., hervorgerufen wurden. Gemeint war dabei mit Zersetzung
nach der Literatur, jedes denkbare Mittel die persönliche Integrität der
Verfolgten zu untergraben. Der offene Terror war einer leisen Zerstörung von
Menschen mit Mitteln der Psychologie, Diskreditierung, Verunglimpfung, direkter
Verleumdung, Fotomontagen, Vortäuschen eines unmoralischen Lebenswandels der zu
zersetzenden Person oder deren Partners, Verbreiten von Gerüchten,
Telefonterror, Kriminalisierung durch fingierte Delikte der Betroffenen,
heimliche Wohnungseinbrüche, Verunsicherung, … gewichen.
Mit zum Zeitpunkt der Wende 91.000 hauptamtlichen
und rund 175.000 IM war immerhin etwa 1% der Bevölkerung der ehemaligen DDR-
Bevölkerung nebenberuflich und 0,5% hauptberuflich für die Stasi tätig. Auch war
der Stasi für einen IM wohl nicht jeder recht, das Anforderungsprofil (Pingel-
Schliemann Seite 166ff) für eine IM- Tätigkeit liest sich wie die Suche nach den
besonders intelligenten, charmanten und beliebten Mitbürgern. Absagen der
fürsorglich angeworbenen waren wohl eher selten, obwohl diese abgesehen von den
seltenen Fällen in denen beispielweise Gefängnisinsassen erpresst wurden, ohne
wesentliche Konsequenz geblieben sind. Dieser „Nebentätigkeit“ gingen Menschen
aller Berufsgruppen nach, darunter auch bekannte Anwälte, Ärzte und Oberkirchenräte. In manchem
Oberkirchenrat sollen die IMs zumindest zeitweise die Mehrheit gestellt haben.
IMs gab es auch unter Psychologen, Psychiatern und sonstigen Therapeuten. Sie verieten ihre Patienten ebenso wie manche Anwälte oder Kirchenobere die dafür sorgten, dass die Friedensbewegung unterstüzende Pfarrer versetzt und degradiert wurden. In den
letzten Jahren der DDR wurden ca 19000 Personen/Jahr von Zersetzungsmaßnahmen
betroffen.
Im Rahmen dieser Zersetzungsmaßnahmen trugen die
Stasimitarbeiter mit dazu bei systematisch und geplant Eltern von ihren Kinder
zu entfremden, Ehen zu zerstören, Karrieren und das Ansehen von Betroffenen zu
zerstören. In regelhaft unterwanderten oppositionellen Gruppen wurde
gegenseitiges Misstrauen und Rivalitäten erzeugt, ihre Mitglieder systematisch
diskreditiert, deren berufliche Karriere zerstört. Ein nebenberuflich als IM
tätiger Chefarzt bezeichnete systematisch die Diagnosen einer Assistenzärztin
sowohl in der Röntgenbesprechung als auch bei den Visiten falsch, bis sich kein
Patient mehr von ihr behandeln lassen wollte, gemeinsam mit anderen IM-Ärzten
warf er ihr vor Dienstpläne nicht einzuhalten. (Pingel- Schliemann Seite 224ff)
Ärzte sollen im Auftrag der Stasi einer schwangeren Frau absichtlich ein
gefälschtes Gutachten ausgestellt haben, sie habe Krebs. Es gab heimlich
Wohnungseinbrüche, bei denen einfach nur Gegenstände verrückt wurden, oder ganz
bestimmte (unbedeutende) Gegenstände entwendet wurden oder Bilder umgehängt wurden um die Person zu
verunsichern. Fingierte Briefe an Freunde und Familienmitglieder, die die
Illoyalität der „feindlichen Person“ gegenüber Freunden und Familienmitgliedern
beweisen sollten. Oft wurde eine Vielzahl von „Maßnahmen der Zersetzung“ gegen
einzelne Personen eingesetzt.
Diese Zersetzung galt auch nach der Wende als
überwiegend nicht strafwürdig. Es handelte sich auch um einen schwerwiegenden
Missbrauch psychologischer Methoden. Die Einweisung von Dissidenten in
psychiatrische Kliniken war nur eine Methode Psychiatrie und Psychologie im
Sinne einer Diktatur zu missbrauchen. Diese Methode löste damals unter
Chruschtschow in der Sowjetunion die Schauprozesse Stalins ab . Zersetzen, im
Sinne eines hochsystematischen Mobbings durch eine allmächtige Institution
gehört zu den unmenschlichsten Arten der Folter einer terroristischen Diktatur.
Erschreckend ist nicht nur, dass es fast unbemerkt und wenig beachtet vor
unserer Westdeutschen Haustür stattgefunden hat, sondern auch, dass die
systematische Aufarbeitung nur unzureichend langsam erfolgt. Ähnlich wie in der
Nazizeit haben auch bei dieser Diktatur sehr viele sonst brave Bürger als IM bei der geplanten Zerstörung ihrer Freunde, Eltern, Kinder, Nachbarn, Arbeitskollegen, Lehrer, Patienten, Klienten oder Vorgesetzten ohne
schlechtes Gewissen einfach mitgemacht.
 |
-
Lesenswert Sandra
Pingel-Schliemann: Zersetzen - Strategie einer Diktatur. Schriftenreihe des
Robert-Havelmann-Archivs, Berlin 2004,
Vortrag von Dr.
Sandra Pingel-Schliemann anläßlich der Buchvorstellung am 23. Mai 2002 in
Berlin
-
Fuchs J. Unter Nutzung der
Angst. Die "leise Form" des Terrors - Zersetzungsmaßnahmen des MfS
(Ministerium für Staatssicherheit). BStU Berlin 1994;
-
Behnke K. Lernziel
Zersetzung. In: Behnke K, Fuchs J (Hrsg): Zersetzung der Seele. Psychologie
und Psychiatrie im Dienst der STASI. Hamburg: Rotbuch 1995;
-
Hartmut Holz, Zersetzung:
Machtmittel des Ministeriums für Staatssicherheit in der ehemaligen DDR,
Psychiat Prax 2005; 32: 308-310
HTML
-
Museum in der "Runden Ecke"
-
Jürgen Fuchs: Magdalena MfS Memfisblues Stasi Die Firma VEB Horch & Gauck -- ein Roman
Rowohlt 1998
-
Axel Kintzinger Ich
kann keinen mehr umarmen"
DIE ZEIT, Ausgabe 41, 1998
|
| Zink
|
| Zink ist im Körper essentiell erforderlich. Zink ist Bestandteil vieler verschiedener Enzyme des Eiweiß-, Fett- und Kohlenhydratstoffwechsels. Zinkmangel kann bei rein vegetarischer Ernährung von Kindern vorkommen, dies gilt insbesondere für einseitige kohlehydratreiche Ernährung in den armen Ländern. Weniger gilt dies auch für ärmere Bevölkerungsschichten in den reichen Ländern. Besonders in Entwicklungsländern scheint er ein wichtiger Grund für Minderwuchs zu sein. Er kann zu Zwergwuchs, Hypogonadismus, Verzögerungen in der Wundheilung, (unterentwickelte Geschlechtsorgane), Hepatosplenomegalie (Leber und Milzvergrößerung), rauer und trockener Haut, psychischer Lethargie, Pica, verminderter Geruchs- und Geschmackssinn, Durchfall, Haarausfall, Nachtblindheit, brüchige Nägel, führen. Die Nahrungsergänzung mit Zn führt nach Mangelzuständen zu vermehrter Stickstoffaufnahme und einem vermehrten Eiweißumsatz in den Organismus. Der Effekt von Zink alleine ist dabei aber nach der Literatur geringer, als wenn anderer Micronährstoffe die fehlen ebenfalls ergänzt werden. Ein Effekt auf das Wachstum lässt sich nur nachweisen, wenn Zn tatsächlich fehlt. Häufig fehlt den selben Kindern gleichzeitig Eisen und Vit A. Phytate in Ceralien und besonders in Vollkornprodukten können die Resorption von Zink (wie auch von Magnesium und Kalzium) beeinträchtigen. Es ist beteiligt an der Insulinspeicherung, der Spermabildung und stärkt das Immunsystem. Zinkmangel schädigt vor allem das Immunsystem und verursacht einen Rückgang der Zahl der B Lymphozyten und T Lymphozyten (CD4 Lymphozyten besonders) durch gesteigerte Apoptose und schränkt auch deren Funktion ein. Die Funktionen der Makrophagen, die ebenfalls im Immunsystem wichtig sind, da sie Bakterien umschließen und zerstören, wird ebenfalls beeinträchtigt. Die Produktion und Funktionalität einiger Zytokine, der wichtigen Botenstoffe des Immunsystems werden ebenfalls bei Zinkmangel beeinträchtig. Viele dieser Störungen entstehen bereits bei geringem Zinkmangel. Zink spielt ebenfalls ein Rolle bei der Aufrechterhaltung eines gesundes Epithels in der Haut wie im Darm. Es unterdrückt auch hier die Apoptose und fördert das Zellwachstum, wichtig dabei ist seine Rolle als Antioxidans mit Schutz vor freien Radikalen bei Entzündungen. Insbesondere bei Durchfallerkrankungen kann also Zink durch eine Vielzahl von Funktionen die Intaktheit des Darmes fördern und den Flüssigkeitsverlust vermindern. Ein Effekt bei Darmerkrankungen ist, wenn ein Zinkmangel vorliegt bereits nach 48 Stunden zu erwarten. Die empfohlene tägliche Dosis von Zink beträgt nur 10 mg elementaren Zinks pro Tag, Viele Menschen haben auch diese geringe Menge nicht in ihrer Nahrung, dies gilt besonders für Entwicklungsländer. Zinkmangel ist biochemisch definiert als eine Serumkonzentration von weniger als 9 µmol/l. Die Serumkonzentration spiegeln allerdings nicht vollständig den Zinkstatus eines Menschen wieder. Auch Menschen mit normalen Serumkonzentration profitieren möglicherweise manchmal von einer Zinkgabe. Tägliche Zinkeinnahme kann die Wahrscheinlichkeit einer Lungenentzündung um 41% und von Durchfall um 18% vermindern. Bei Kindern verkürzt sie die Dauer einer Durchfallerkrankung um 1/4 der Zeit, auch das Risiko für eine Malariainfektion in Infektionsgebieten scheint zurückzugehen. Auch Babies und Schwangere scheinen nach manchen Untersuchungen von einer Zinkgabe zu profitieren. Zuviel Zinkeinnahme kann allerdings ebenfall ein Problem erzeugen. Zink ist selbst nicht giftig, allerdings beeinträchtigt es die Kupferaufnahme und Eisenaufnahme und kann so zu Mangelzuständen bei diesen Mineralien führen. Dies kann zu Kupfermangel und darüber wiederum zu einer Immunsuppression und anderen auch für Mutter und Kind schädlichen Effekten führen. Mehr als das doppelte der empfohlenen täglichen Dosis von Zink (10 mg elementaren Zinks pro Tag) sollten deshalb auf keinen Fall eingenommen werden. Bei 30mg Substitution bei Kindern wird in einer Studie von einer Beeinträchtigung der mentalen Leistungsfähigkeit bei Kleinkindern berichtet. Der Gesamtgehalt des menschlichen Körpers an Zink beträgt etwa 2 bis 4 g Zink. Die Konzentration im Blutserum beträgt etwa 15 umol/l Zink. Bei Schwangeren sollten Zinksupplemente auch Kupfer enthalten, dies gilt besonders dann, wenn insgesamt wenig Mineralien eingenommen werden. Die Ergebnisse aus Entwicklungsländern bezüglich der Zinksubstitution bei Schwangeren sind widersprüchlich und zumindest für die alleinige Zinksubstitution gibt es auch Studien die eher einen schädlichen Effekt auf die Kinder zeigen. (Jena D Hamadani et al.)Zink vermindert den Kupfergehalt im Köper und ist deshalb bei der Behandlung des M. Wilson nützlich. In therapeutischen Dosen scheint Zink auch in der Behandlung der hepatischen Enzephalopathie, der Sichelzellanämie und von Erkältungskrankheiten nützlich zu sein. Viele Diabetiker scheiden 2-3 mal mehr Zink im Urin aus. Zink beeinflusst Speicherung sowie Ausschüttung des Insulins. Bei schlechter Diabeteseinstellung kann sich außerdem Zink in Erythrozyten anreichern und steht dann für die Aktivierung von exogenem Insulin nicht mehr zur Verfügung. Diabetiker benötigen häufig zusätzliche Zink-Gaben. Bei ausgewogener Ernährung beim Nichtdiabetiker und Nicht-Vegetariern ist Zinkmangel in Deutschland sehr selten. In niedriger Dosis schadet die Substitution allerdings nicht. Zink-Substitution ist mit Zinksalzen wie Zink.-Aspartat, -Gluconat, -Orotat, -Sulfat möglich. Auch ein erhöhter Zinkspiegel und erhöhtes Calprotectin (Kalzium und Zinkbindendes Protein = 60% des Gesamtproteins im Zytosol der Neutrophilen Granulozyten, Monozyten und Hautzellen mit antibakteriellen Eigenschaften) kann auf eine seltene neu definierte Erbkrankheit hinweisen. Diese äußert sich in häufigen Infektionen, Hepatosplenomegalie, Anämie, und Hinweisen auf eine systemische Entzündung. In einer Vergleichsstudie zeigten Patienten mit einer Epilepsie eine bessere Geruchs- und Geschmackswahrnehmung für süß und bitter im Vergleich zu Gesunden. Dies traf besonders für Patienten mit fokalen Anfällen zu. Man nimmt an, dass erhöhte Zinkkonzentrationen und ein erhöhter Zinkstoffwechsel dort die Schwelle für Geruchswahrnehmungen ebenso reduziert, wie die Anfallsschwelle. Auch viele Parkinsonpatienten mit Geruchsstörungen und Sehstörungen scheinen einen Zinkmangel zu haben. Insgesamt bleibt noch viel unklar bezüglich des Nutzens der Zinksubstitution in den wohlhabenden Ländern wie auch in den Entwicklungsländern.
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| Zisternen
|
| Zwischen den weichen Hirnhäuten Arachnoidea und Pia liegt der von einem bindegewebigen Bälkchenwerk durchsetzte Subarachnoidalraum, der den Liquor cerebrospinalis enthält. Dieser ist im Bereiche von Furchen und Nischen erweitert; besonders weite Abschnitte bezeichnet man als Zisternen. Cisterna magna (cerebello-medullaris) zwischen Medulla oblongata und Unterfläche des Kleinhirns, Cisterna basalis (mit verschiedenen Unterteilungen: Cisterna chiasmatis, Cisterna interpeduncularis, Cisterna pontis). Cisterna venae cerebri magnae (um die gleichnamige Vene und das Corpus pineale herum). Cisterna ambiens (umgibt das Mesencephalon und verbindet die Cisterna venae cerebri magnae mit der Cisterna interpeduncularis.
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| Zöliakie |
| = Sprue Die Nahrungsrationierungen
während des 2. Weltkrieges führten einen holländischen Kinderarzt zu der
Beobachtung dass der Mangel Weizenbestandteils Gliadin die Symptome der von
Sprue betroffenen Kinder besserte. Die Zöliakie ist eine immunologische
Erkrankung des Dünndarms, die bei genetisch prädisponierten Menschen durch den
Nahrungsbestandteil Gliadin ausgelöst wird und zu einer Schädigung der
Darmmukosa mit anschließender Malabsorption führt, die durch eine gliadinfreie
Diät reversibel ist. Ein Versuch die Erkrankung mittels Diät nachzuweisen gilt
heute als obsolet, da viele unnötig als krank diagnostiziert würden. Prävalenz
1/130-300. Nach den Ergebnissen des bisher größten Bevölkerungsscreenings (Archives
of Internal Medicine 2003; 163: 286–292) beträgt die Prävalenz in der
Allgemeinbevölkerung 0,75 % (0.3-1%). Unter den Verwandten ersten Grades beträgt
die Prävalenz sogar 4,54 Prozent. Bei 25% wird die Diagnose erst im Alter von
über 60 Jahren gestellt.
Ein eindeutiger Gendefekt ist
bisher nicht nachgewiesen, ebenso gibt es bisher keine gentherapeutischen
Ansätze. Allerdings lässt sich bei über 95% der Patienten das HLA-Molekül DQ2
nachweisen, was allerdings die Erkrankung nicht beweist. Die Erkrankung ist
assoziiert mit dem HLA-B8, DR3, DQ2 oder DQ8 Haplotyp. 20% der Bevölkerung haben
die selbe Genkonstellation und erkranken nicht. Immerhin 70% der eineiigen
Zwillinge erkranken auch, wenn der andere Zwilling erkrankt ist. Mit
entscheidend ob jemand an Zöliakie erkrankt ist, wann beim Säugling
Getreideprodukte zugefüttert werden. Allgemein wird empfohlen, dass Säuglinge
bis zum 6. Monat gestillt werden. Säuglinge denen vor dem 6 Monat
Getreideprodukte zugefüttert werden haben ebenso wie Säuglinge bei denen dies
erst nach Beendigung des 7. Monats erfolgt ein erhöhtes Risiko an Zöliakie zu
erkranken. (JAMA. 2005;293:2343-2351)
Diagnose: Zöliakie wird häufig
nicht oder sehr spät diagnostiziert. Gewebetransglutaminase
(Transglutaminase2, TG2) Nachweis gilt inzwischen als relativ sicherer Nachweis
der Zöliakie. Bei
Blutuntersuchungen lassen sich bei fast allen Patienten hochtitrige Endomysium
Antikörper und Gliadin Antikörper im Serum nachweisen, was die Erkrankung fast
beweist. Einige Patienten mit positiven Antikörpern verlieren diese aber aus
unklaren Gründen später wieder. IgA- Mangel kann ein Grund sein, warum die
Erkrankung durch die Antikörperbestimmung nicht nachweisbar ist. In den meisten
Fällen muss eine Darmbiopsie zur Diagnosesicherung durchgeführt werden, in
Fällen mit negativen oder unsicheren Antikörpern kann sie manchmal beweisend
sein. Die Befunde sind allerdings unspezifisch, ein Irrtum ist auch bei der
Biopsie möglich, da auch nach einer anderen Durchfallerkrankung ähnliche Befunde
vorhanden sein können. Selten ist die Darmbiopsie auch bei eindeutige Diagnose
negativ. Als Basisdiagnostik gilt dabei der Nachweis einer Vermehrung der
intraepithelialen Lymphozyten (IEL) um mehr als 40/100 Epithelzellen. Ohne
IEL-Vermehrung gibt es keine Sprue. Bei der typischen Sprue besteht nach Marsh 3
a bis 3 c eine Vermehrung der IEL um mehr als 40/100 Epithelzellen, eine
Kryptenhyperplasie sowie eine Zottenreduktion (3a: leichte Atrophie, 3b: schwere
Atrophie, 3c: völliges Fehlen.
1% Pärvalenz bei der Westeuropäischen Bevölkerung
3-6% Pärvalenz bei Typ 1 Diabetes
5-10% Pärvalenz bei Verwandten ersten Grades
10-15% Pärvalenz bei symptomatischer Eisenmangelanämie
3-6% Pärvalenz bei asymptomatischer Eisenmangelanämie
1-3% Pärvalenz bei Osteoporose
deutlch erhöhte Prävalenz bei Autoimmunthyroidits und Unfruchtbarkeit
Leitsymptome einer Sprue sind
schlechtes Gedeihen bei Kindern, Zahnschmelzhypoplasie Gewichtsabnahme,
Durchfall, Blähungen, seltener sind Blutarmut ( Eisenmangelanämie), Arthritis
und Arthralgien, Knochenbrüche durch Kalziummangel, Osteoporose,
Blutungsneigung, Kleinwuchs, Chronische Hepatitis und Transaminasenerhöhung,
Polyneuropathien oft mit Beginn im Kindesalter, Fehlgeburten, Unfruchtbarkeit,
verspätet einsetzende Pubertät. Durchfall, Malabsorbtion müssen also nicht die
Hauptsymptome sein, was die Diagnose schwierig machen kann. Oft ist eine Dermatitis herpetiformis Duhring (eine typische Hauterkrankung mit Bläschen) vorhanden. Die
Sprue scheint das Risiko an einen non-Hodgkinlymphom zu erkranken wesentlich zu
erhöhen. Bei Erwachsenen muss aber nicht unbedingt ein Gewichtsverlust oder ein
Durchfall vorliegen, es werden auch übergewichtige Zöliakiepatienten berichtet.
Eine unklare Anaemie (Blutarmut) ist meist das einzige Hinweissymptom bei diesen
weniger Betroffenen. Der Kalziummangel kann Hyperventilationssymptome auslösen,
die zur Verwechslung mit Angststörungen Anlass geben kann. Mangelnde
Gewichtszunahmen oder gar Abmagerungen können insbesondere bei Kindern und
Jugendlichen aber auch bei Erwachsenen zur Verwechslung mit einer Magersucht
führen. Einzelne Studien wiesen daraufhin, dass bei Frauen mit Zöliakie vermehrt
Infertilität, Fehlgeburten, Frühgeburten und dystrophe Neugeborene zu beobachten
sind. Das klinische Spektrum der Sprue
des Erwachsenen hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert. Bei weniger als
50 Prozent der Patienten bestehen keine gastrointestinalen Symptome. Zu den
atypischen Formen im Erwachsenenalter zählen: - Dermatitis herpetiformis Duhring
Viele Patienten mit nachgewiesener Sprue haben keine Symptome. Bei leichten
Symptomen kann das Syndrom leicht übersehen werden. Leicht untergewichtige
Patienten mit häufigerem Durchfall und leichter Anämie sind ein Beispiel. Da die
Zöliakie auch zu einer schwerwiegenden Malabsorption von z.B. Kalzium führen
kann, können dennoch relevante Folgen wie Rachitis und Osteoporose auftreten..
Glutenfreie Ernährung könnte nicht nur die Symptome rasch vermindern sondern
auch schnell die Knochendichte normalisieren. Unter Osteoporosepatienten ist die
Häufigkeit der Zöliakie etwa 15x höher als in der Normalbevölkerung. Symptome
der Sprue sind schlechtes Gedeihen bei Kindern, Gewichtsabnahme, Durchfall,
Blähungen, seltener sind Blutarmut, Knochenbrüche durch Kalziummangel,
Blutungsneigung, Polyneuropathien oft mit Beginn im Kindesalter. Säuglinge sind
von der Erkrankung am schlimmsten betroffen, sie wachsen und gedeihen nicht,
haben Durchfall, Blähungen und Bauchweh, ältere Kinder sind unbehandelt
kleinwüchsig mit schlechten Zähnen. Bei Erwachsenen sind 3/4 der Erkrankten
Frauen, sie klagen über gastrointestinale Symptome wie Durchfall und
Verstopfung, aber auch andere Symptome der Malabsorption, wie Blähungen,
Bauchweh.. Müdigkeit, Depression, Fibromyalgie- ähnliche Symptome, aphthöse
Stomatitis, Knochenschmerzen, Dyspepsie, gastroösophagealen Reflux, und andere
unspezifische Symptome. Oft ist eine Dermatitis herpetiformis Duhring (eine
typische Hauterkrankung mit Bläschen) vorhanden. Der Kalziummangel kann
Hyperventilationssymptome auslösen, die zur Verwechslung mit Angststörungen
Anlass geben kann. Mangelnde Gewichtszunahmen oder gar Abmagerungen können
insbesondere bei Kindern und Jugendlichen aber auch bei Erwachsenen zur
Verwechslung mit einer Magersucht führen.
Gluten-Sensitivität kann sich
neben der Gluten-sensitiven Enteropathie und der Dermatitis herpetiforme als
neurologische Störung äußern, am häufigsten ist eine cerebelläre Ataxie und
eine periphere Neuropathie. Eine prospektive Untersuchung geht davon aus, dass
ein nicht unerheblicher Anteil der idiopathischen Neuropathien bei älteren
Erwachsenen auf eine Zöliakie zurückgeht. Untersucht wurden Patienten mit
sporadischer axonaler Neuropathie auf Antigliadin, Antiendomysium und
Gewebstransglutaminase- Antikörper. Von 215 Patienten mit axonaler
Neuropathie. hatten 140 eine
idiopathische Neuropathie. Positive Immunoglobulin (Ig)G ohne oder mit IgA
Antigliadinantikörpern fand man bei 34% (47/140) der Patienten im Vergleich zu
12% Prävalenz bei Gesunden. Bei der Biopsie fand sich eine Prävalenz von
mindestens 9% in der Gruppe der Patienten mit idiopathischen Neuropathien
verglichen mit 1% in der Durchschnittsbevölkerung, bzw. der Kontrollgruppe der
Studie. Das mittlere Alter des Beginns der Polyneuropathie lag bei 55 Jahren.
Eine Gluten-sensitive Enteropathie fand sich bei 29% der Patienten. HLA-Typen
die mit einer Zöliakie assoziiert sind fanden sich bei 80% der Patienten. Eine
nicht unerhebliche Anzahl der idiopathischen axonalen Neuropathien könnte also
durch eine Zöliakie bedingt sein. J Neurol Neurosurg Psychiatry
2006;77:1262–1266. .
[Abstract]
[Full
text] [PDF]
Studien zur Effizienz einer Diät in der Behandlung solcher Neuropathien fehlen
bisher. Erst, wenn diese Studien vorliegen, lässt sich der Zusammenhang
endgültig bestätigen. Daneben kämen nach Einzelfallberichten auch
Kortikosteroidgaben bei bioptisch gesicherter entzündlicher Manifestation einer
Zöliakie am periferen Nervensystem in Betracht. Einzelne Berichte über
MR-Abnormalitäten in der weißen Substanz, die entzündliche Läsionen nahe legten,
liegen vor. Ebenso ein Arbeit die migräneähnliche Symptome (mit neurologischen
Ausfällen bei 10 Patienten) und NMR- Auffälligkeiten in diesem Zusammenhang
berichtet, die auf Glutenkarenz reversibel waren. Hadjivassiliou M, Grünewald
RA, Lawden M, Davies-Jones GAB, Powell TC, Smith CM. Headache and CNS white
matter abnormalities associated with gluten sensitivity. Neurology
2001;56:385-388 Eine Zusammenhang zwischen Gluten- Sensitivität und
migräneartigen Kopfschmerzen ist möglich. Da es sich bei dem
Schädigungsmechanismus der Gluten-Sensitivität um eine humorale und
T-Zell-mediierte Entzündungsreaktion handelt, die nicht auf den Darm beschränkt
ist, sind möglicherweise auch entzündliche Veränderungen der weißen Substanz im
Gehirn recht gut erklärlich. Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass
Migräne-Patienten gehäuft als unspezifisch eingeordnete MRT-Herde haben, muss
bei Patienten mit episodischem Kopfschmerz und unerklärlichen Herden in der
weißen Substanz an die Bestimmun von Antigliadin-Antikörper gedacht werden. Es
sind allerdings noch größere Studien nötig, um den Zusammenhang zwischen Migräne
und Gluten-Sensitivität zu klären, wie auch die Frage wie viele unerklärte
MRT-Abnormalitäten in der weißen Substanz generell möglicherweise durch diese
Erkrankung bedingt sind. Bereits wenige Wochen oder Monate nach einer strikten
glutenfreien Diät verschwinden die Symptome und die Morphologie der
Dünndarmmukosa bessert sich bis hin zur Normalisierung.
Behandlung: Die strenge
Einhaltung einer Glutenfreien Ernährung verhindert die Komplikationen der Sprue. Weizen-,
Gersten-, Roggen- (Nudeln, Teigwaren) und Haferprodukte Brot, Nudeln, Gries..
müssen vermieden werden, bei Fertigprodukten genau auf die Zusammensetzung
achten, Reis-, Mais- und Kartoffelstärke, Sago sind erlaubter Ersatz, eine
begleitende Milchzuckerallergie normalisiert sich unter Diät. Die Kennzeichnung
von Nahrungsmitteln ist leider weiter mangelhaft, so dass viele Betroffene
darauf angewiesen sind, manche Produkte im Reformhaus zu kaufen. Bei einzelnen
Patienten ohne Symptome kann es sein, dass eine Diät nicht unbedingt
erforderlich ist. Letzteres sollte aber ärztlich abgeklärt sein.
|
Erkrankungen die
mit einer Zoeliakie gehäuft vorkommen |
| Dermatitis herpetiformis |
Alopecia areata
|
| IgA Mangel |
Epilepsie |
| Hyposplenismus |
Ataxie |
| Type 1 Diabetes mellitus |
Periphere Neuropathie |
| Autoimmunthyroiditis |
Autoimmune
Lebererkrankungen |
| Atrophische Gastritis |
Primär biliäre Zirrhose |
| Downsyndrom |
Turner Syndrom, Sjögren
Syndrom |
|
|
Symptome bei Zöliakie |
Mögliche Ursachen |
| Epileptische Anfälle,
Glutenataxie, ZNS- Symtome |
Erhöhte Affinität der
Zöliakie- Antikörper zu den Hirngefäßen |
|
Müdigkeit, Krankheitsgefühl
|
Anämie, allgemeine
Immunsystem Aktivierung |
| Gewichtsverlust |
Malabsorption der
Nahrung |
| Durchfall,
Bauchschmerzen |
Beschleunigte
Magendarmpassage, Steatorrhoe, Malabsorption |
| Anämie |
Am häufigsten
Eisenmangel, seltener Vitamin B12 und/oder
fölsäuremangel |
| Knochenschmerzen |
Osteoporose |
| Aphthöse oral Geschwüre,
Glossitis, Stomatitis |
Vitaminmangel, "orale"
Zoeliakie |
| Infertilität |
Vermutete Ursache:
Eisen, Folsäure, und/oder Zinkmangel |
| Impotenz,
Libidominderung |
Peripheres mangelndes
Ansprechen auf zirkulierendes Testosteron |
| Alopezia areata |
Immunologische Attacke
auf die Haarfolikel |
| Zahnschmelzdefekte |
Demineralisation während
der Zahnentwicklung bei Kindern |
| Hypoglykämie
|
Verzögerte
Glukoseresorption |
| Blähungen |
Sekundäre Verdauung von
Zucker durch die Darmflora |
| Nach DAVID
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|
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ABSTRACT
FULL TEXT
PDF
Klinische
Bedeutung
nichtklassischer
Zöliakieformen Zimmer,
Prof. Dr. med.
Klaus-Peter
Sprue – die
vielen
Gesichter der
glutensensitiven
Enteropathie Caspary,
Prof. Dr. med.
Wolfgang F.
|
| Zönästhesie
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| auch Zoenästhesie oder Coenästhesie, Koenästhesie. Der Begriff Zönästhesie, zusammengesetzt aus dem griechischen Koine und Aisthesis, bedeutet wörtlich übersetzt: Allgemeine Empfindung oder, als entsprechender deutscher Begriff: „Gemeingefühl". Dieser Terminus war in der Physiologie und Psychologie des 19. Jahrhunderts gängig, um das Leiberleben im Grenzgebiet zwischen Psychischem und Physischem zu beschreiben. In den letzten Jahrzehnten unseres Jahrhunderts, maßgeblich beeinflußt durch die grundlegenden Arbeiten von Huber und Glatzel u. Huber, wurde der Begriff hauptsächlich in pathologischen Zusammenhängen gebraucht. Als Zönästhesien wurden nun qualitativ eigenartige Leibgefühlsstörungen bezeichnet, welche in verschiedene Teile des Körpers projiziert werden. Die von den Patienten geschilderten bizarren, fremdartigen Sensationen werden mit Vorliebe in das Körperinnere projiziert, in Organe, von denen man normalerweise keine bewußte Empfindung hat. Neben umschriebenen Schmerzsensationen von z.T. bohrenden, reißendem oder brennendem Charakter werden ziehende, kreisende oder steigende Leibgefühle, Elektrisierungs- oder thermische Sensationen, Zug- oder Druckempfindungen im Körperinnern sowie das Gefühl einer Verkleinerung oder Schrumpfung beschrieben. Daneben finden sich häufig Taubheits-, Steifigkeits- und Fremdheitsempfindungen bis hin zu Entfremdungserlebnissen im eigenen Körper sowie Erlebnisse des Nichtvorhandenseins von Organen oder Extremitäten. Die Zönästhesien sind als Symptom zu werten, welches bei verschiedenen psychiatrischen Erkrankungen auftritt, selten jedoch auch bei neurologischen Erkrankungen, z.B. entzündlichen oder tumorösen Erkrankungen des zentralen Nervensystems beobachtet werden kann. Zönästhesien sind als abnorme Körpermißempfindungen oder leibliche Beeinflussungserlebnisse im Sinn von Leibhalluzinationen definiert, welche in verschiedene Teile des Körpers projiziert werden. Die Patienten klagen häufig über unerträgliche Schmerzen oder Mißempfindungen, welche auch Organe betreffen können, von denen normalerweise keine bewußte Empfindung besteht. Zönästhesien sind als Symptome zu werten, die bei verschiedenen psychiatrischen Erkrankungen, z.B. Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis, beobachtet werden. Sie können jedoch auch Symptome neurologischer Erkrankungen sein, z.B. von entzündlichen oder tumorösen Erkrankungen des ZNS, weshalb eine ausführliche Differentialdiagnostik erforderlich ist.Während Zönästhesien in späten Krankheitsstadien aufgrund ihres „bizarren" Charakters leicht zu erkennen sind, kann die Einordnung in Frühstadien, in denen häufig nur schwer lokalisierbare Brennschmerzen oder Mißempfindungen berichtet werden, schwierig sein.Trotz der unspezifischen Beschwerdeschilderung werden aufgrund des hohen Leidensdrucks der Patienten nicht selten wiederholt weitreichende, z.T. invasive und manchmal unnötige diagnostische und therapeutische Maßnahmen veranlaßt. Als Therapie erster Wahl gelten in Abhängigkeit von der Grunderkrankung Neuroleptika, wobei sich die therapeutische Beeinflußbarkeit der Symptome schwierig gestalten kann.
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(siehe unter Schizophrenie) |
| Zooanthropismus
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| Menschen, die unter der wahnhaften Vorstellung leiden, in ein Tier verwandelt zu sein, auch Zooanthrophie. Solche Vorstellungen einer Mensch-Tier-Metamorphose sind bei Erwachsenen als eine Variante des Wahnerlebens, die gehäuft bei affektiven und schizophrenen Psychosen vorkommt und hinsichtlich der unbewußten Wahl des Tieres Interpretationen bezüglich des emotionalen Erlebens der Patienten zulässt. Es wurden Mensch-Tier-Metamorphosen in die Tiere Wolf, Hund, Kaninchen, Pferd, Tiger, Katze, Vogel sowie unspezifizierte Tierarten beobachtet. Im Prozeß der Individualentwicklung müssen zooanthrope Verhaltensweisen als psychologische Normvariante aufgefasst werden So verwandeln sich Kinder nicht selten im Spiel auch in Tiergestalten. |
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| Zoophilie,
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Teilweise
auch als
Zoosexualität
bezeichnet.
Früher im
deutschen
Sprachraum
auch
als
Sodomie
bezeichnet.
Der Wandel
der
Begriffe
spiegelt
die sich
wandelnde
Einstellung
zum Thema.
Krafft
Ebing sah
1886 die
Ursache
noch in
einer
tieferstehenden
Moralität,
einem
großen
geschlechtlichen
Drang und
erschwerter
naturgemäßer
Befriedigung
und sprach
auch von
Bestialität,
Zooerastie
oder
Tierschändung.
Er ging
allerdings
damals
schon
davon aus,
dass die "
Bestialität"
keine
Seltenheit
in Kuh und
Pferdeställen
sei, die
Betroffenen
würden
sich auch
an Ziegen
Hündinnen,
ja sogar
Hennen
vergreifen.
Auch in
den von
ihm
zusammengetragen
und
geschilderten
Fallberichten
findet
sich
allerdings
meist
keine oder
keine
schwere
Psychopathologie.
Die Stadt
am Toten
Meer Sodom
soll laut
dem alten
Testament
von Gott
wegen der
zügellosen
Lasterhaftigkeit
(und
Kriminalität
jeder Art)
die
sexuellen
Verkehr
mit Tieren
einschloss
mit Feuer,
Schwefel
und einer
Meeresflut
zerstört
worden
sein.
Sodom galt
als der
Ort der
schlimmsten
Sünde.
Hiervon
rührte
ursprünglich
der
Begriff
Sodomie,
der heute
nicht mehr
verwendet
wird.
Gemeint
war dort
aber die
allgemeine
sexuelle
Zügellosigkeit,
die
Bedeutung
des Wortes
Sodomie
ist
deshalb
auch in
verschiedenen
Sprachen
unterschiedlich,
in
Frankreich
soll das
Wort auch
synonym
für
homosexuelle
Handlungen
verwendet
werden.
Viele
Sagen und
Mythen
erwähnen
die
Zoophilie.
Die alten
Griechen
unterstellten
selbst
ihrem
obersten
Gott Zeus,
dass er
manchmal
die Form
eines
Tieres
annahm um
eine Frau
zu
erobern.
Die
Königin
vor Kreta
Persiphae
wurde nach
der Sage
von einem
Stier
begattet
und gebar
den
Minotaurus. Hieronymous
Bosch
(Bild)
stellte
Sexualität
mit Tieren
in
Abschnitt
Hölle als
Höllenstrafe
in
seinem Triptychons
Garten der
Lüste
dar.
Möglicherweise
ging es
Hieronymus
Bosch bei
dem Bild
aber eher
um eine
Werbung
für
Toleranz,
er hat in
verschiedenen
Bildern
eindeutig
die
Inquisition
und die
Verlogenheit
in Teilen
der Kirche
spöttisch
aufs Korn
genommen.
Ob Bosch
ein
Moralist
oder
einfach
ein
genialer
Analytiker
seiner
Zeit war
ist
strittig. Im
Buch und
Film Padre
Padrone
wird die
Zoophilie
als aus
der Not
des
Hirtenlebens
in der
Isolation
Sardiniens
geboren
dargestellt.
Die auf
Tiere
bezogene
sexuelle
Präferenz
ist seit
1970 in
Deutschland nicht
mehr
strafbar,
wenn es
nicht zu
Tierquälerei
oder
Verletzungen
von Tieren
kommt. Für
Tier- Pornograhie
gelten die
sonst für
Pornograhie
auch
geltenden
Gesetze.
Weltweit
sind die
gesetzlichen
Regelungen
bezüglich
Zoophilie
sehr
unterschiedlich. Geschätzte Prävalenz
der
Zoosexualität
bis zu 3% der
Bevölkerung,
es gibt
keine
einheitliche
Ursache.
Manche
sollen den
Wunsch
nach
Umwandlung
ihres
Köpers in
einen
tierischen
Körper
verspüren.
Fantasien
über Tiere
bestehen
oft schon
in der
Kindheit
und werden
in der
Pubertät
erotisch
und von
intensiven
sexuellen
Regungen
begleitet.
Die Zoophilie
soll in
ländlichen
Wohngebieten
oder bei
intensivem
Bezug zu
Tieren
nicht
häufiger
sein als
in Städten.
Haeberle
geht in
seinem
Handbuch "
die
Sexualität
des
Menschen",
allerdings
davon aus,
dass bei
Bauernjungen
der
gelegentliche
Kontakt
angeregt
durch die
Beobachtung
sexueller
Akte der
Tiere
vorkomme,
der sich
allerdings
selten
wiederhole.
Betroffene
sehen in
ihrer
sexuellen
Präferenz
heute
meist
keine
Störung
oder
Krankheit
mehr. Sie
wird meist
auch nicht
als Ersatz für
misslingende
Beziehungen
zu
Menschen
gesehen.
Tierliebe
bei der
das
Haustier
als
Lebenspartner
(nicht als
Ersatz)
angesehen
wird,
fällt
ebenso
darunter
wie
eigentliche
Sexualität
bis hin
zum
Geschlechtsverkehr
mit
Tieren.
Insgesamt
entsteht
durch die
Zoophilie
nur dann
ein
psychiatrisches
Problem,
wenn der
Betroffene
unter
dieser
Leidenschaft
oder deren
Auswirkungen
subjektiv
leidet und
Hilfe
sucht, per
se stellt
sie keine
psychische
Störung
dar.
Sexuelle
Lust an
Gewalttätigkeiten
mit Tieren
bezeichnet
man als
Zoosadismus,
bei
letzterem
kann, wenn
er
ausgelebt
wird und
es zu
Tierquälerei
oder
Verletzungen
von Tieren
kommt
Strafbarkeit
vorliegen. |
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siehe unter Paraphilie
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| zoster Herpes |
- Herpes Zoster (Gürtelrose) ist verursacht
durch das im Köper befindliche Windpockenvirus (Varicella-Zoster-Virus,
VZV) und betrifft nur Menschen, die zuvor Windpocken durchgemacht haben. Die
Inzidenz wird mit 120–350 pro 100 000 Personenjahre angegeben.
- Patienten mit Herpes zoster sind bis zur
Verkrustung der Bläschen ansteckungsfähig durch Schmierinfektionen.
Gefährdet sind Menschen, die noch keine Windpocken hatten, das
Ansteckungsrisiko gilt als gering.
- Der Gürtelrose kann eine Prodromalphase
vor Auftreten der Bläschen vorausgehen. Betroffene fühlen sich dann für 3-5
Tage vor auftreten der Bläschen krank, habe manchmal Schüttelfrost, Fieber,
Magendarmbeschwerden und Missempfindungen und Juckreiz in den betroffenen Dermatomen.
- Die Gürtelrose ist fast immer einseitig,
dass benachbarte Dermatome einer Seite befallen sind ist nicht ganz selten,
das Überschreitung der Mittellinie des Körpers gilt als Rarität, ganz selten
werden mehrere Hautsegmente asymmetrisch, also auf beiden Körperseiten,
befallen. In fast in allen Fällen von symmetrischer Gürtelrose ist in der
Literatur eine eine Grundkrankheit oder ein vermutlich triggernder Faktor
wie Leberfunktionsstörung, Leukämie, Transfusion nachweisbar. Bei
beidseitigem Zoster müssen besonders sorgfältig Differenzialdiagnosen
wie der zosteriforme Herpes simplex, das Erysipel, eine Kontaktdermatitis,
Insektenstiche, bullöse Dermatosen wie z.B. das bullöse Pemphigoid und der
Pemphigus vulgaris ausgeschlossen werden. Siehe Hautarzt (2001)
52: 335 - 338 , und Hautarzt (2001) 52:817–819
Leitlinie Dermatologie
Zoster und
Zosterschmerzen
- VZV-Infektion in der Regel nur zu einem
klinisch manifesten Rezidiv, die Gürtelrose tritt also in der Regel nur
einmal im Leben auf. Bei massiv immungeschwächten Patienten kann die
Gürtelrose auch zweimal im selben Dermatom auftreten, auch bei diesen
Patienten ist ein mehrfaches Auftreten extrem selten.
- Besonders gefährlich sind Windpocken
in der 5.-24. Schwangerschaftswoche und 5 Tage vor bis 2 Tage nach der
Geburt für das Neugeborene. Die Gürtelrose der Schwangeren ist für das
ungeborene Kind nicht gefährlich. Windpocken bei Erwachsenen sollten
generell virustatisch behandelt werden, das gilt auch für Schwangere. Die
Komplikationsrate nimmt mit zunehmendem Alter zu. Neben der Lungenentzündung
kann auch eine Gehirnentzündung als Komplikation auftreten. Besonders
gefährdet sich anzustecken sind auch eingereiste erwachsene Menschen aus
tropischen Ländern, die als Kinder häufig keine Windpocken durchgemacht
haben und nicht geimpft sind.
- Gürtelrose tritt besonders bei älteren
Menschen ab dem 50. Lebensjahr und mit dem fortschreitenden Alter
zunnehmend auf. 20% und nach manchen Studien sogar 90% aller
Menschen, die das 85. Lebensjahr erreichen, erkranken 1x in ihrem Leben an
einer Gürtelrose. Der Kontakt mit Windpocken- Kindern vermindert die
Häufigkeit von Zoster im Alter. Die Häufigkeit wird durch die
Windpockenimpfung wahrscheinlich zunächst zunehmen in ferner Zukunft
abnehmen. Infektionen, Traumata, Operationen, vorausgegangene Bestrahlungen,
und andere Stressfaktoren begünstigen das Auftreten. Vermutlich verhindert
auch eine Windpockenimpfung im Alter eine Gürtelrose und vermindert auch die
Wahrscheinlichkeit einer postzosterische Neuralgie.
- Schwere Krankheitsverläufe treten besonders
bei immunsupprimierten und organtransplantierten Patienten, Tumor- und
AIDS-Patienten auf.
- frühzeitige antiviraler Therapie (Aciclovir,
Brivudin, Famciclovir oder Valaciclovir innerhalb der ersten 72 Stunden
nach Auftreten der Bläschen) mit systemischen Virostatika führen zu
rascherer Abheilung der Hautveränderungen und verhindern in vielen Fällen
die Komplikationen insbesondere auch die nach dem Ausschlag auftretenden
Nervenschmerzen die man postherpetische Neuralgie nennt. Virostatika sind
immer indiziert bei: immunsupprimierten Patienten, Zoster am ersten Ast des
N. Trigeminus mit der Gefahr der Augenbeteiligung, Beteiligung des
Hörnerven, und im Alter >50, besonders bei Frauen, heftigen Schmerzen
bereits in der Prodromalphase, depressiven Patienten. Bei Immungeschwächten
mit Windpocken oder Herpes zoster muss Aciclovir parenteral (als Infusion)
gegeben werden. Bei unter 50 jährigen Patienten ohne Risikofaktor ist die
antivirale Therapie Ermessenssache.
- Der Begriff postherpetische Neuralgie
wird unterschiedlich verwendet, was auch die zum Teil unterschiedlichen
Zahlen zur Häufigkeit erklärt. Streng genommen meinen Neuralgien nur die
einschießenden kurz dauernden Schmerzen (Sekunden bis wenige Minuten). Der
Begriff der postherpetischen Neuralgie wird aber auch für alle Schmerzen
verwendet, die nach Abklingen des Hautausschlages weiter bestehen oder neu
auftreten. Manchmal werden zeitliche Kriterien eingesetzt, wie dass
der Begriff postherpetische Neuralgie nur für Schmerzen verwendet
wird, die mehr als 30 Tage nach Auftreten des Hautausschlages noch vorhanden
sind oder 3-6 Monate nach der akuten Episode noch vorhanden sind.
- Häufigkeit der postherpetischen Neuralgie:
Zum Zeitpunkt der Abheilung der
Hauterscheinungen klagen in Bevölkerungsstudien noch ungefähr 8-20% der
unbehandelten Patienten über Schmerzen,
einen Monat später 9-15% nach 3 Monaten 3–7% und nach einem Jahr 2-5% der
Patienten aller Altersgruppen. In den prospektiven Studien zu Aciclovir
wurden in den Plazebogruppen eine höhere Inzidenz angegeben. Dort wurden
Häufigkeiten bis zu 50–60% nach einem Monat angegeben, In einer
Aciclovirstudie wurde beispielsweise bei über 60 jährigen eine Häufigkeit
von 61% nach einem Monat angegeben, die nach 6 Monaten auf 13% sank.
Möglicherweise handelt es sich in den Studien um andere
Patientenpopulationen. Sehr selten können diese Schmerzen auch lebenslang
bestehen. Eine postherpetische Neuralgie tritt auch besonders häufig
bei Frauen auf, Alleineleben zum Zeitpunkt des Auftretens der Gürtelrose und
psychischer Distress begünstigt ebenfalls die postherpetische Neuralgie. Je
älter der Patient und umso schwerer der ursprüngliche Hautausschlag bzw. je
ausgeprägter die Narben, umso größer das sensible Defizit umso
wahrscheinlicher ist die postherpetische Neuralgie. Auch Patienten mit einem
Zoster ophthalmikus haben ein erhöhtes Risiko für eine Neuralgie. Patienten
mit heftigen Prodromalsymptomen und besonders heftigen Schmerzen während der
akuten Gürtelrose haben ebenfalls ein höheres Risiko. Die Häufigkeit der
postherpetischen Neuralgie wird in der Literatur unterschiedlich angegeben.
Bis zu 15% der unbehandelten Patienten haben einen Monat nach Abheilen der
Bläschen noch Schmerzen, 1/4 von diesen oder 4% aller Gürtelrosepatienten
haben nach einem Jahr noch Schmerzen. European Journal of Pain, 1999, 3(4),
335-342, Clinical Journal of Pain. 2002 18(6):350-354
Bandolier Jul-99
- Komplikationen: sehr selten kommt es
zu einer Meningitis (Hirnhautentzündung), noch seltener zu einer
Enzephalitis (Gehirnentzündung), Hirnnervenlähmungen (z.B. Gesichtslähmung),
Halbseitenlähmung, Polyradikulitis), Myelitis, oder Myeloenzephalitis,
Ventrikulitis, Angiitis, Myositis, motorische Paresen in den betroffenen
Myotomen, akuter Polyneuritis. Bauchwandlähmungen oder Lähmungen auch an
inneren Organen wie der Magen oder Darmmuskulatur werden aber häufig nicht
korrekt als Folge der Gürtelrose erkannt. Eine Bläschenbildung am
äußeren Ohr, Gehörgang und der gleichseitigen Hälfte des harten Gaumens und
der Zunge mit einer Fazialisparese und Ververlust wird als
Ramsay-Hunt-Syndrom bezeichnet. Besondere Überwachung ist
erforderlich, wenn die Gürtelrose den oberen Ast des Nervus Trigeminus und
damit das Auge betrifft, hier sind Komplikationen bis zu Erblindung möglich.
Am Auge können alle Strukturen betroffen sein: die Augenhöhle, die
Bindehaut, die Hornhaut, der Glaskörper, die Regenbogenhaut und der Sehnerv.
Komplikationen sind entsprechend Keratitis, Skleritis, Uveitis,
Chorioretinitis, Iridocyclitis, Ptose, Mydriasis, Sekundäres Glaukom, Akute
Retinanekrose, Doppelbilder. Die Augenbeteiligung tritt meist 1–4 Wochen
nach den Bläschen auf und sollte sofort zum Augenarzt führen. Wenn also der
erste Trigeminusast betroffen ist, sollte immer eine antivirale Behandlung
erfolgen unabhängig vom Alter.
Eine frühzeitige antivirale Therapie macht solche Komplikationen noch
unwahrscheinlicher.
- Am besten gesichert in der Behandlung der
Schmerzen sind Trizyklische Antidepressiva, diese können im hohen Alter
aber kontraindiziert sein. Sie werden in 25mg Schritten eingeschlichen und
aufdosiert bis Schmerzfreiheit oder min 150mg. Alternativ kommen bei den
plötzlich einschießenden kurzdauernden Schmerzen Antiepileptika (Gabapentin,
Pregabalin, Carbamazepin, Topiramat,...) in Betracht. Auch hier wird nach
Wirkung und Verträglichkeit die Dosis bis zur Maximaldosierung gesteigert.
Um die Wirksamkeit zu beurteilen müssen die Antidepressiva und
Antiepileptika mindestens 2 Wochen bei ausreichender Dosierung eingenommen
worden sein. Bei manchen Patienten helfen auch hochdosierte retardierte
Morphinpräparate. Lokal wirksam ist Lidocain-Creme oder Pflaster oder
0,025-0,075% Capsaicincreme 3-4mal/Tag für 4-6 Wochen. Wichtig ist dabei zu
beachten, dass Capsaicincreme zu Beginn zu einer Reizung und mehr Schmerzen
führt und erst dann die Linderung mit der Zeit eintritt.
- In Bevölkerungsstudien war ein großer Teil
der Patienten, die durch die neuropathischen oder neuralgischen Schmerzen
nach einer Gürtelrose schwer beeinträchtigt war, bezüglich der wirksamen
Medikamente wie Amitriptylin, Carbamazepin, Gabapentin oder Pregabalin
unterdosiert. In manchen Studien nahm nicht einmal die Hälfte ein als
wirksam erwiesenes Medikament. Viele nahmen periphere wirksame Schmerzmittel
für die es keine Studien gibt, die eine Wirksamkeit nachweisen.
Age Ageing, 2006; 35(2): 132 - 137.
[Abstract], J Pain. 2005;6(6):356-63.
Das ursächliche Virus ist 70
Millionen Jahre alt, die von ihm verursachten Krankheitsbilder waren deshalb
auch schon in der Antike bekannt. Hippocrates gab dem Herpes (Herpes von
griechisch kriechen, Zoster von griechisch Gürtel) den Namen. Dass es sich um
eine übertragbare Erkrankung handelt ist bereits 1875 bewiesen worden, der
Zusammenhang zwischen Windpocken und Gürtelrose wurde 1892 von dem Wiener Arzt
Janos von Bókay erkannt, erst in den 1940ern konnte das Virus dann unter dem
Elektronenmikroskop von Helmut Ruska sichtbar gemacht werden. Mit der
Möglichkeit des serologischen Nachweises (Thomas H. Weller 1952) konnte dann
bewiesen werden, dass Windpocken und Gürtelrose vom selben Erreger verursacht
werden.
Das
Varicella-zoster Virus verursacht 2 verschiedene Krankheitsbilder. Bei der
Erstinfektion meist im Kindesalter kommt es zu den Windpocken (auch
Varicella oder englisch chickenpox), der Windpockenvirus, dieser bleibt nach
durchgemachten Windpocken lebenslang in den Nervenzelle (den sensorischen
Ganglien) quasi schlafend präsent. Windpocken sind durch eine Impfung vermeidbar
geworden, hierdurch wird auch der Herpes zoster bei den geimpften vermutlich
seltener. Da die Impfung noch relativ neu ist, bleiben noch Jahrzehnte, bis
eindeutig nachweisbar ist, dass auch der Herpes zoster durch die Impfung
seltener wird. Unklar ist auch ob spätere weitere Impfungen bei den primär
geimpften Erwachsenen erforderlich werden. Sicher ist, dass durch die Impfung
die Mortalitätsrate von Windpocken an sich von 0,41 auf 0,14 pro einer Million
Einwohner in den USA zurückgegangen ist (NEJM 2005; 352: 450-8). Seit August
2004 ist die Varizellen-Schutzimpfung in Deutschland für alle Kinder
und Jugendlichen empfohlen. Die Impfung sollte vorzugsweise im Alter von
11–14 Monaten durchgeführt werden, kann jedoch auch jederzeit danach erfolgen.
Noch ungeimpfte 9- bis 17-Jährige ohne Windpockenanamnese sollten möglichst bald
geimpft werden, da die Erkrankung bei Ihnen mit einer höheren Komplikationsrate
einhergeht. Frauen mit Kinderwunsch, die keine Windpocken hatten, Personal im
Gesundheitswesen und immunsupprimierte Patienten sollen ebenfalls geimpft
werden.
Windpocken haben eine
Inkubationszeit von 8–28 Tagen, meist treten sie 2 Wochen nach der
Ansteckung auf. Personen mit Windpocken sind 1–2 Tage vor Auftreten des
Exanthems und 5-7 Tage nach Sichtbarwerden der Bläschen ansteckend. Windpocken
führen nur in etwa 0,1% der Erkrankungen zu einer Beteiligung des zentralen
Nervensystems. Meist sind es meningeale Reizungen aber auch akute
zerebellärer Ataxien mit günstiger Prognose. Ungünstiger verlaufen aseptische
Meningitiden, Enzephalitiden, die Myelitis transversa, das
Guillain-Barré-Syndrom und das Reye-Syndrom. Acyclovir vermindert auch bei
gesunden Kindern mit Windpocken die Anzahl der Fiebertage und die Anzahl der
Hautläsionen, ob Acyclovir bei sonst gesunden Kindern mit Windpocken sinnvoll
ist, ist strittig. (Cochrane Reviews 2005,4) Symptomatisch sollen bei
an Windpocken erkrankten bakterielle Superinfektionen der Haut durch
sorgfältige Hautpflege (tägliches Baden, topische Verbände, Gabe von
juckreizlindernden Medikamenten) vermieden werden. Aufgekratzte Wunden können
durch Streptococcus pyogenes oder Staphylococcus aureus infiziert werden. Eine
begleitende Lungenentzündung kann vor allem bei Erwachsenen zu schweren
Komplikationen führen. Besonders gefährdet sind Schwangere
im ersten und zweiten Drittel der Schwangerschaft,
es können dann (bei 1–2%) Missbildungen im Sinne eines
fetalen Varizellensyndroms entstehen.
Im Rahmen von Stressfaktoren oder
anderen Erkrankungen kann es zum Ausbruch der Gürtelrose kommen. Der
Schmerz geht meist den Hauterscheinungen voraus. Erst Tage nach den Schmerzen
treten in einer band- oder gürtelförmiger Anordnung auf einer Körperseite
flüssigkeitsgefüllte Bläschen auf. Die Dermatome von T3 bis L3 sind am
häufigsten betroffen, daneben gibt es aber auch Zoster im Hirnnervenbereicht und
im Genitalbereich. Die Gürtelrose, klingt nach der sehr unangenehmen Zeit mit
Bläschen und Schmerzen nach 2-4 Wochen meist vollständig ab. Junge Menschen
haben meist weniger Beschwerden. Etwa die 20-50% aller Menschen, die 85 Jahre
alt werden erkranken irgendwann in ihrem Leben an Gürtelrose, oder 2 von tausend
Menschen pro Jahr oder 400 000 Menschen pro Jahr in Deutschland. Bei Kindern
sind es weniger als eines pro Jahr bei Menschen die älter als 65 Jahre sind
erkranken bereits 12/1000 pro Jahr. Grund für die Erkrankung im Alter ist die
nachlassende zelluläre Immunität gegen das Virus. Risikofaktoren für den Herpes
zoster sind: eine Vorgeschichte mit Windpocken, Alter über 50, Einnahme von
Immunsuppressiva, oder Kortisonpräparaten, Krebserkrankungen, HIV- Infektion,
lokale Bestrahlung, Traumen, chirurgische Eingriffe. Patienten mit Herpes
zoster sind bis zur Verkrustung der Bläschen ansteckungsfähig
(Schmierinfektionen). Neuralgieforme Schmerzen können in seltenen Fällen
auf die Gürtelrose folgen. Besonders häufig sind neuralgieforme Schmerzen bei
hohem Alter, schweren Hauterscheinungen, schweren akuten Schmerzen, Prodrome
(Kopfschmerz, Schüttelfrost, Fieber, allgemeines Krankheitsgefühl,
gastrointestinale Beschwerden, Parästhesien oder Neuralgien in den betroffenen
Dermatomen) vor Auftreten des Zoster. Die Schmerzen sind dann oft heftig und
sprechen nicht selten schlecht auf Behandlung an. In einer Studie wurden die
Daten von 421 Patienten untersucht. Das Lebensalter war signifikanter Prädiktor
für das Auftreten von Schmerzen, wobei die Wahrscheinlichkeit mit Abstand vom
Exanthem zunahm. Auch Schmerzintensität und -dauer korrelierten mit dem
Patientenalter. Unter 60 Jahre war der Verlauf generell günstiger. Das Risiko
einer postherpetischen Neuralgie betrug nach 3 Monaten 1,8%, bei > 60 Jahren
20%. Nach 12 Monaten bestanden nur mäßige Schmerzen und 7 von 14 Patienten
wurden im Verlauf völlig beschwerdefrei. Das Geschlecht beeinflusste die
Neuralgiehäufigkeit nicht. Vier Prozent erhielten zum Zeitpunkt der
Hauterscheinungen eine antivirale Therapie, die nach heutigem Kenntnisstand in
den meisten Fällen unterdosiert war. Bei Beschwerdefreiheit nach 12 Monaten kam
es in keinem Fall zu späteren neurologischen Komplikationen. Bedeutsame
Begleiterkrankungen wie Diabetes, Karzinome o.ä. bestanden bei 17 Patienten.
Nach Erstmanifestation einer Herpes zoster-Infektion sind postherpetische
Neuralgien selten und weniger schwerwiegend als angenommen.
Eine
antivirale Therapie mit Aciclovir sollte lediglich bei Patienten mit schweren
anderen Erkrankungen und über 60-Jährigen erwogen werden. Helgason, S. et
al., Prevalence of Postherpetic Neuralgia After a First Episode of Herpes
Zoster: Prospective Study with Long Term Follow Up,
Brit Med J 321 (2000) 794-796. Bei mäßiger Studienlage, deuten Studien
darauf hin, dass durch Einsatz neuer Virustatika wie des Famciclovir oder des
Valaciclovir der akute Zosterschmerz schneller sistiert und die Rate an
Post-zoster-Neuralgien sinkt. (Akt Neurol 2006; 33: 257-262)

Von postherpetische Neuralgien spricht
man, wenn der Schmerz Monate oder Jahre nach dem Ausschlag anhält. Diese wird
von der akuten herpetischen Neuralgie, die innerhalb von 30 Tagen nach dem
Ausschlag auftritt und der subakuten herpetischen Neuralgie die 30-120 Tage nach
dem Ausschlag auftritt unterschieden. Risikofaktoren für das Auftreten der
Postherpetischen Neuralgie sind hohes Alter, schwere akute Schmerzen während des
Zoster, schwerer Ausschlag, und bereits vor dem Ausschlag vorhandene Schmerzen.
Patienten mit all diesen Risikofaktoren haben ein bis 50-75%- iges Risiko 6
Monate nach dem Ausschlag noch Schmerzen zu haben. In wie weit Antivirale
Substanzen vorbeugen ist noch nicht völlig gesichert, nach einer Metaanalyse
wurde das Risiko aber immerhin etwa halbiert. (Jackson JL, Gibbons et al
1997) Neben dem Risiko von Neuralgien spielen auch besonders wenn die Stirn
betroffenist (Zoster ophthalmicus) die direkten Komplikationen eine Rolle. 5x
800 mg Aciclovir/Tag über 10 Tage senken das Risiko von Komplikationen am Auge
nach sechs Monaten von 42% auf 5% (Number needed to treat [NNT] = 3). Gründe von
Anfang an eine antiviralen Therapie zu beginnen gibt es älteren Patienten über
50, Zoster im Kopf-Hals-Bereich bei Patienten, einem schweren Zoster (hämorrhagische
Läsionen, wenn mehr als ein Segment befallen ist, bei aberrierenden Bläschen,
Schleimhautbeteiligung) am Stamm und an den Extremitäten, Zoster bei
immundefizienten Patienten, Zoster bei Patienten mit schwerer Dermatitis atopica
und ausgedehnten Ekzemen, Zoster bei Kindern und Jugendlichen, die Salizylate
oder Kortikosteroide als Dauertherapie erhalten. (Valacyclovir( 3x1 g für 7
Tage) oder Famciclovir (3x750 mg für 7 Tage) oder Acyclovir (5x800 mg für 7–10
Tage). Falls keine Kontraindikationen bestehen, ist eventuell die zusätzliche
Gabe von Prednison (60 mg/Tag, ausschleichend über 21 Tage) sinnvoll. Oft übersehen werden etwa 2 Wochen nach den Bläschen auftretende Lähmungen , die immerhin etwa 2-5% der Patienten betreffen. Real ist die Häufigkeit vermutlich deutlich höher, da Lähmungen, wenn die oberen cervikalen Segemente oder die Thorakalen Segmente betroffen sind, nur in den seltensten Fällen diagnostiziert werden. Am häufigsten werden Lähmungen in den Myotomen C5-7 und L1-4 diagnostiziert. Sie treten besonders bei alten Patienten auf. Eine wirksame Behandlung gibt es nicht. Die Diagnose erspart den Patienten aber oft langwierige und unproduktive diagnostische Abklärungen.
Leider kann die antivirale Behandlung nicht in
allen Fälle die Entwicklung der gefürchteten neuralgieformen Schmerzen
verhindern. Etwa 20% aller Menschen die frühzeitig antiviral behandelt wurden
entwickeln dennoch eine Neuralgie, die auch noch nach einem halben Jahr heftige
Schmerzen verursacht. Die neuralgieformen Schmerzen werden zunächst mit
Anitepileptika (Carbamazepin,
Phenythoin, evtl Gabapentin) oder Antidepressiva (Amitryptilin, Nortriptylin,)
Amitriptylin ist dabei am besten untersucht und in der Regel die erste Wahl bei
Beginn der Behandlung, allerdings im Alter sehr problematisch) oder Lidocain-,
Prilocaincreme oder Capsaicincreme (0.025 –0.075 %) behandelt. (Kost et al. in
N Engl J Med, Vol. 32 July 4, 1996). Oft ist die Kombination
(Antidepressivum + Antiepileptikum) dieser Substanzen sinnvoll und erfolgreicher
als nur ein Medikament aus einer Substanzgruppe. Auch Opiate sind wirksam und
werden von den Patienten auch lieber genommen, da sie schneller wirken, sind
allerdings mit dem Risiko einer Gewöhnung behaftet. Sind diese erfolglos kann
Abschätzen der Risiko/Nutzen-Relation die intrathekale (in den Rückemarkskanal)
Applikation von Methylprednisolon als wirkungsvolle Therapie der
postherpetischen Neuralgie eingesetzt werden. Die Risiken dieser invasiven
Behandlung sind aber nach der Literatur noch nicht endgültig abschätzbar. (Kotani,
N. et al., N Engl J Med 343
(2000); N. Raja, et al.
Neurology 2002 59: 1015-1021.)
Ein Nachweis der Effizienz von Nervenblockaden
oder Sympathikusblockaden bei Neuralgien fehlt bisher, ein Nutzen ist hier nur
in den ersten 2 Monaten für Stunden bis Tage zu erwarten. Selten kann ein Herpes
zoster allerdings auch schwerwiegende neurologische Komplikationen auslösen.
Hierzu gehören Myelitis Enzephalitis, Entzündungen der großen Gehirngefäße mit
der Folge von Hirninfarkten (siehe Grafik unten). Andere Komplikationen sind
Hornhautnarben mit Sehstörung bei Betroffenheit des ersten Trigeminusastes,
Hörstörungen bei Betroffensein des Hörnerven, anhaltende Hautrötungen an der
Stelle des Zoster, Sekundärinfektionen, Hauthyperpigmentation und Narben,
Arteriitis, Ventrikulitis, Harnverhalt bei Betroffensein der sakralen Dermatome.
Ein Nachweis des Varicella–zoster Virus gelingt oft nur über die Polymerase
chain reaction (PCR), dies ist bedeutsam, da die Bläschen auch fehlen können.
Eine Übersicht über die neurologischen Komplikationen des H. zoster findet sich
in (Donald Gilden NEJM). Aus einer anderen Studie war bereits bekannt,
dass Kinderärzte seltener als beispielsweise Psychiater an einer Gürtelrose
erkranken. Die Theorie, dass der Kontakt mit dem Windpockenvirus, die Abwehr
gegen das Herpes zoster Virus verbessert wurde schon mehrfach vertreten.
Nach einer neuen Studie haben alte Menschen, die
viel in Kontakt mit Kindern kommen ein geringeres Risiko an einem Herpes zoster
zu erkranken. Für die Menschen, die Kontakt zu Kindern mit Windpocken haben wird
das Risiko 5x geringer. Da durch die Impfung der Kinder der Kontakt alter
Menschen zu Windpocken seltener wird, ist es möglich, dass die Häufigkeit der
Gürtelrose vorübergehend zunehmen wird. In Ländern in denen Kinder gegen
Windpocken geimpft werden, soll deshalb jetzt überprüft werden, ob die Impfung
der älteren Menschen der Gürtelrose vorbeugen kann. Den Omas kann jedenfalls
empfohlen werden, die an Windpocken erkrankten Enkel zu besuchen. Gegen
Windpocken geimpfte Personen erkranken vermutlich seltener an Herpes zoster, da
das Impfvirus eine geringere Reaktivierungsrate zu haben scheint.
(Lancet 2002; 360: 678–82. Published online July 2, 2002). Ein Impfstoff
zur Impfung der Erwachsenen (zur Vorbeugung gegen den Zoster) hat sich in einer
Studie bewährt (New England Journal of Medicine (2005;
352: 2271-2284) und soll bald auf den Markt kommen. Sanofi Pasteur MSD
plant die Vermarktung in Deutschland unter dem Namen Zostavax® Anfang 2007.
Bei Patienten mit medikamentöser Immunsuppression oder HIV und Herpes zoster
senkt intravenös infundiertes Aciclovir das Risiko der lebensbedrohlichen
Zosterausbreitung auf den ganzen Körper. Unter einem Zoster sine herpete
versteht man einen lokalisierten radikulären Schmerz ohne erkennbare
Zosterbläschen, bei virologischem Nachweis einer VZV- Infection, und Ansprechen
auf Acyclovirbehandlung.
Herpes zoster und postherpetische Neuralgien
verursachen nicht selten sehr beeinträchtigende neuropathische Schmerzen. Eine
systemische antivirale Behandlung mit Brivudin, Aciclovir, Famciclovir, oder
Valaciclovir, die in den ersten 72 Stunden begonnen wird, vermindert den akuten
Schmerz und das Risiko der Entwicklung einer postherpetischen Neuralgie.
Ausschließlich in Kombination mit dem Virustatikum können Kortisonpräparate
zusätzlich lindern. In absteigender Reihenfolge können Trizyklische
Antidepressiva, Carbamazepin, Gabapentin, Opioide, und Lidocainpflaster der
postherpetischen Neuralgie vorbeugen oder diese lindern. Durch Impfung von
Kindern und älteren Menschen wird man langfristig vermutlich die Häufigkeit des
Herpes zoster und der postherpetischen Neuralgien signifikant vermindern können.
Bilder bei Dermis.net
Herpes zoster (33 images) |
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-
Bandolier PRIMARY CARE TREATMENT FOR POSTHERPATIC NEURALGIA IN ACUTE HERPES
ZOSTER: Jul-99
|
| Zucker |
| Unzweifelhaft ist, dass der Konsum hoher Mengen an Zucker, vor allem über kalorienhaltige Getränke schädlich ist und zu Übergewicht führt. Dies gilt vor allem für Softdrinks bei Kindern. Allerdings sind immer wiederkehrende Behauptungen Zucker sei allgemein ungesund offensichtlich falsch. Der Konsum von Zucker begünstigt nach einer neuen großen Studie auch keinen Diabetes. |
|
siehe unter
Diabetes
Sok-Ja Janket, JoAnn E. Manson, Howard Sesso, Julie
E. Buring, and Simin Liu A Prospective Study of Sugar Intake and Risk of
Type 2 Diabetes in Women Diabetes Care 2003 26: 1008-1015.
[Abstract]
[Full
Text] |
| Zwangsdenken
|
| Zwanghaft persistierende Denkinhalte. Charakteristisch ist das Sich-Aufdrängen und Beharren von Vorstellungen, die zwar abgelehnt werden, sich aber doch durch willentliche Beeinflussung nicht abstellen lassen. Zwanghafte Vorstellungen müssen inhaltlich nicht unsinnig sein. Als unsinnig oder jedenfalls ungerechtfertigt kann aber ihre Persistenz und Penetranz empfunden werden. Man faßt hier zusammen: Zwangsideen, -gedanken, -vorstellungen, -erinnerungen, -fragen, -grübeln, -befürchtungen. Sie können die Form von zwanghaften Ideen, bildhaften Vorstellungen oder Zwangsimpulsen annehmen, die fast immer für die betreffende Person quälend sind. Manchmal sind diese Ideen eine endlose Überlegung unwägbarer Alternativen, häufig verbunden mit der Unfähigkeit, einfache, aber notwendige Entscheidungen des täglichen Lebens zu treffen. Die Beziehung zwischen Grübelzwängen und Depression ist besonders eng. Eine Zwangsstörung ist nur dann zu diagnostizieren, wenn der Grübelzwang nicht während einer depressiven Episode auftritt und anhält.
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Zwangsstörung |
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