Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse

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Hirnnerven   I II III IV V  VI  VII  VIII IX X XI XII

 

siehe auch Trigeminusneuralgie

Nervus trigeminus  (Drillingsnerv) der stärkste aller Hirnnerven, der motorische und sensible Fasern enthält und sich in drei Hauptäste teilt: den Augennerv (Nervus ophthalmicus), der die Stirn, Tränendrüse, Augenbindehaut, Augenwinkel, Siebbein und Teile der Nase sensibel versorgt; den Oberkiefernerv (Nervus maxillaris), der insbesonders die Oberkieferregion, die Oberkieferzähne, den Gaumen und Teile der Gesichtshaut versorgt; den Unterkiefernerv (Nervus mandibularis), der die sensible und motorische Kaumuskulatur, die Zunge, den Mundboden sowie die Haut über dem Unterkiefer versorgt.
 

Die Versorgungsgebiete der 3 sensorischen Anteile (Nn. ophthalmicus I, maxillaris II  mandibularis III) Versorgt sensibel mit drei Ästen das Gesicht: Stirn- und Hornhaut, Wange und Oberlippe, obere und untere Zähne. Bei einem sensorischen Ausfall im Gesicht wird der Kieferwinkelbereich besonders gründlich untersucht, weil diese Zone von den Segmentalnerven C2 und C 3 versorgt wird und bei Trigeminusprozessen nicht betroffen sein sollte.    

 

 

Motorisch: versorgt er die Kaumuskeln.  Die motorische Funktion des Trigeminus (nur durch den mandibulären Ast vermittelt) testet man durch Palpation der angespannten Massetermuskulatur (Zähnezusammenbeißen) und dadurch, daß man den Kiefer gegen Widerstand öffnen läßt. Bei einseitiger Schwäche des M. pterygoideus weicht der Kiefer zu dieser Seite hin ab.

 

Der im dritten Ast verlaufende Nervus lingualis (N. fazialis) vermittelt die Geschmacksempfindung süß, salzig, sauer auf den vorderen zwei Dritteln der Zunge. 

Sensibel wird mit Utersuchungsnadel auf Sensibilität hin geprüft, und der Kornealreflex wird ausgelöst durch Bestreichen des unteren Limbus corneae mit einem Wattebausch. Eine durch eine Facialisschwäche bedingte Blinzelschwäche kann  als abgeschwächter Kornealreflex fehlinterpretiert werden. Eine Hypästhesie der Kornea vom supranukleären Typ (in der Regel von Hypalgesie im Gesichts- und Körperbereich begleitet) muß abgegrenzt werden von einer infranukleären Schädigung. 

Läsionen können durch entzündliche Erkrankungen (Herpes zoster, Polyneuritis cranialis, lymphozytäre Meningitis einschließlich Morbus Boeck, Kollagenosen), Tumoren der Schädelbasis (z. B. Meningeom en plaque, Knochenmetastasen, Nasopharynxtumoren), Mundboden- und Unterkiefertumoren, Trigeminusneurinome und ausgedehnte Akustikusneurinome verursacht werden. Schädeltraumen führen oft zu Trigeminusläsionen, gelegentlich auch Nasennebenhöhleninfektionen, Erkrankungen der Zahnwurzeln und Zahnextraktionen. Seltene, aber wichtige Ursache fazialer Sensibilitätsstörungen ist die Trichlorethylenintoxikation, die aufgrund gleichzeitiger Optikusläsionen und Ataxie mit Multipler Sklerose verwechselt werden kann.

Grad der Behinderung im Schwerbehindertenrecht aus den
"Anhaltspunkten für die ärztliche Gutachtertätigkeit im sozialen Entschädigungsrecht und nach dem Schwerbehindertengesetz" (1996)
Sensibilitätsstörungen im Gesichtsbereich GdB
leicht 0-10
ausgeprägt, den oralen Bereich einschließend 20-30

 

Weitere Bilder in Gray´s Anatomy

Filme zur Untersuchung der Hirnnerven auf YouTube  Cranial Nerve V - Sensory 15/25 Cranial Nerve V - Motor 17/25 Abnormal Cranial Nerve V - Motor 17/25 

 
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