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| IHS ICHD-II Kode | WHO ICD-10NA Kode (deutsch) | Diagnose |
|---|---|---|
| 3. | [G44.0] | Clusterkopfschmerz und andere trigemino-autonome Kopfschmerzerkrankungen |
| 3.1 | [G44.0] | Clusterkopfschmerz |
| 3.1.1 | [G44.01] | Episodischer Clusterkopfschmerz |
| 3.1.2 | [G44.02] | Chronischer Clusterkopfschmerz |
| 3.2 | [G44.03] | Paroxysmale Hemikranie |
| 3.2.1 | [G44.03] | Episodische paroxysmale Hemikranie |
| 3.2.2 | [G44.03] | Chronische paroxysmale Hemikranie (CPH) |
| 3.3 | [G44.08] | Short-lasting Unilateral Neuralgiform headache attacks with Conjunctival injection and Tearing (SUNCT) |
| 3.4 | [G44.08] | Wahrscheinliche trigemino-autonome Kopfschmerzerkrankung |
| 3.4.1 | [G44.08] | Wahrscheinlicher Clusterkopfschmerz |
| 3.4.2 | [G44.08] | Wahrscheinliche paroxysmale Hemikranie |
| 3.4.3 | [G44.08] | Wahrscheinliches SUNCT-Syndrom |
Die Diagnose wird mit einer ausführlichen Erhebung der Vorgeschichte gestellt. Apparate spielen in der Diagnostik keine Rolle. In typischen Fällen sollte, (wenn das Krankheitsbild dem Arzt bekannt ist), die Diagnose einfach zu stellen sein.
Häufigkeit: Die Kopfschmerzform ist eher selten (etwa 69 Fälle pro 100,000 Menschen, die Prävalenz- Angaben schwanken zwischen 0,04 bis 0,09). Dies mag mit daran Schuld sein, dass die Diagnose oft nicht gestellt wird. Meist wird jahrelang mit unwirksamen Methoden (wie Spritzen in den Nacken, einfache und starke Schmerzmittel) behandelt. Die auch bei Gesunden häufigen Abnutzungserscheinungen der HWS müssen besonders oft als vermeintliche Ursache herhalten. Weil die Attacken auch ohne Behandlung kurz sind, oft mit dem fälschlichen Eindruck einer Wirksamkeit. Die Cluster- Kopfschmerzen sind von der Vererbung her, biochemisch und klinisch etwas völlig anderes als Migräne. Propranolol hilft in der Vorbeugung von Migräne ist aber bei Cluster- Kopfschmerzen wirkungslos. Lithium hilft bei Cluster Kopfschmerzen nicht aber bei Migräne. Triptane und Ergotamine sind aber in der akuten Attacke bei beiden hilfreich, es gibt Patienten die beide Kopfschmerzformen haben, was auf eine gewisse Verbindung hinweist. Männer sind 6x häufiger betroffen. Die Erkrankung beginnt meist zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr kann aber in jedem Alter beginnen. Bei Frauen ist der Beginn meist später. Die Kopfschmerzen treten im Gegensatz zur Migräne nicht gehäuft im Rahmen der Menses auf und verschwinden meist während der Schwangerschaft. Die Pille soll manchmal ein Auslöser sein. Studien zeigen, dass Vererbung eine Rolle spielt, bei Verwandten 1. Grades ist der Clusterkopfschmerz 5-18x häufiger, bei Verwandten 2. Grades 1-3xhäufiger als in der Durchschnittsbevölkerung. Man nimmt an, dass es sich in manchen Familien um einen autosomal dominanten Erbgang mit niedriger Penetranz handelt und in anderen Familien um einen autosomal rezessiven Erbgang oder eine multifaktorielle Vererbung. Ein G1246A Polymorphismus im Gene des Hypocretinrezeptors 2 (HCRTR2) scheint das Risiko für Clusterkopfschmerzen zu erhöhen. Homozygote Träger der G-allele haben nach Untersuchungen ein doppelt so hohes Risiko an Cluster- Kopfschmerzen zu erkranken. Es sind auch 5 eineiige Zwillingspaare mit Clusterkopfschmerz bekannt, bei denen jeweils beide erkrankt sind, eine schwedische Studie beobachtet 2 eineiige und 9 zweieiige Zwillingspaare, bisher ohne dass der jeweils andere nach 10–31 Jahren erkrankt wäre. M. Schürks et al., NEUROLOGY 2006;66:1–1
Symptome: Clusterattacken haben eine spontane Dauer von 15 bis 180 Minuten im Durchschnitt eine 3/4 Stunde. Am häufigsten sind die Attacken nachts zwischen 1 Uhr und 2 Uhr zu beobachten. Bei vielen Patienten ist es immer die selbe Zeit. Meist handelt es sich um 1-3 Attacken pro Tag über einen Zeitraum von 4-8 Wochen (Tage bis 4 Monate). Gefolgt von einem meist schmerzfreien Jahr um dann wieder zu kommen. Pausen können aber auch nur Monate oder bis zu 25 Jahren betragen. Nach mehreren Jahren gibt es dann leider manchmal einen Übergang in die chronische Form. Bei über 50 % der Patienten beginnen die Attacken aus dem Schlaf heraus Bei über 90 % der Patienten beginnt der Schmerz in der Augenregion. Der Schmerz kann auch zur Stirn, zum Kiefer, zum Rachen, zum Ohr, zum Hinterhaupt oder in seltenen Fällen auch zum Nacken und zur Schulter ausstrahlen. Der Anstieg der Schmerzintensität ist sehr schnell. Aus dem Wohlbefinden heraus kommt es innerhalb von zehn Minuten zu einem extrem schweren, oft als vernichtend erlebten Schmerz. Die Patienten beschreiben den Schmerz als ein glühendes Messer, das in das Auge gestochen wird, oder als einen brennenden Dorn, der in die Schläfe gerammt wird Die Begleitstörungen treten ausschließlich auf der vom Schmerz betroffenen Seite auf. Am häufigsten findet sich mit einer Frequenz von ca. 80 % ein Tränenfluss am betroffenen Auge. Bindehautrötung zeigt sich als zweithäufigstes Begleitsymptom mit einer Häufigkeit zwischen 50 und 80 %. Ein hängendes Augenlied mit Pupillenverengung während der Attacke kann bei nahezu bis zu 70 % der Patienten beobachtet werden. (Kann leider nach vielen Attacken auch als Dauerzustand bleiben) Bei ca. 60 bis 80 % zeigt sich eine Schnupfen auf der betroffenen Seite. Gesichtsschwitzen und Gesichtsröten lässt sich ebenfalls auf der betroffenen Seite finden, allerdings tritt diese Störung mit deutlich geringerer Häufigkeit als die vorgenannten Beschwerden auf. Ein differentialdiagnostisch wichtiges Merkmal des Clusterkopfschmerzes in der Abgrenzung zur Migräne ist der Bewegungsdrang der Patienten während der Attacke. Im typischen Fall schildern die Patienten, dass sie während der Schmerzattacken ruhelos umher laufen; sie schlagen schmerzgeplagt mit der Faust auf den Tisch oder mit dem Kopf gegen die Wand. Bettruhe wird selten eingehalten. Selten kommen Auren mit neurologischen Symptomen vor, die manchmal während der Attacke andauern. Sie sind allerdings am ehesten ein Grund die Diagnose zu überprüfen.
Alkohol triggert bei empfindlichen Patienten eine Attacke innerhalb von 5 bis 45 Minuten nach Konsum bereits einer kleinen Menge. Da dies nicht jedes Mal sondern nur in 70 bis 80 Prozent der Fälle auftritt, wenn ein dafür sensibler Patient Alkohol trinkt wird dieser Mechanismus oft nicht erkannt, Im Hinblick auf die mögliche Provokation von Attacken durch Alkohol, vasodilatorische Substanzen wie Nitrate oder Histamin sollte der Patient angehalten werden, solche Stoffe zu vermeiden. Dazu ist auch eine genaue Medikamentenanamnese erforderlich. Bei einigen Patienten kann auch Nikotin Clusterkopfschmerzattacken provozieren. Auch Wärme kann möglicherweise Clusterkopfschmerzen begünstigen. Um sich der Diagnose sicher zu sein kann der Arzt während der Clusterzeit versuchen mit 1 mg Nitroglyzerin sublingual eine Attacke auszulösen, die funktioniert aber nur wenn innerhalb der letzten 8 h keine spontane Attacke vorhanden war und innerhalb der letzten 24 h keine vasokonstriktorischen Substanzen eingenommen wurden und keine medikamentöse Prophylaxe betrieben wird. Beginn der Attacke nach 30-60 min. Mechanismus ist möglicherweise die Freisetzung von Calcitonin gene related peptide (CGRP) im trigeminovaskulären System. Dies bedeutet selbstverständlich auch, dass alle Arten von Nitropräparaten in der Behandlung anderer Erkrankungen Attacken auslösen können.
Die Pathophysiologie: Es
handelt sich nicht um einen "Gefäßkopfschmerz" die Gefäßerweiterung scheint nur
sekundär in der Attacke bedeutsam zu sein. Die Schmerzen gehen vom
Hypothalamus und dort von den posterioren Zellen die die autonomen Funktionen
regeln und den anterioren Kernen (suprachiasmatische Kerne, 2 Zellgruppen direkt
hinter dem Chiasma optikum) die eine wichtige Rolle als Schrittmacher der
inneren Uhr haben aus. Die "innere Uhr" wird serotonerg moduliert und ist
anatomisch mit dem Auge verbunden. Das Hypocretinsystem spielt eine Rolle
bei Generierung des Tagesrhythms. Ein G1246A Polymorphismus im Gene des
Hypocretinrezeptors 2 (HCRTR2) scheint das Risiko für Clusterkopfschmerzen zu
erhöhen. PET-Untersuchung belegen, dass
bestimmte Strukturen im Hypothalamus, bei Cluster-Patienten während einer
Attacke besonders aktiv sind. Die Medikamente die bei Clusterkopfschmerzen
helfen greifen in die serotonerge Neurotransmission ein (ähnlich wie bei der
Migräne). Daraus wird auf eine instabile serotonerge Neurotransmission, an
verschiedenen Stellen geschlossen die bei beiden Erkrankungen eine Rolle spielt.
Daneben spielen als Transmitter Acetylcholin, Histamin und das Erythrozyten Cholin eine Rolle. Bei Migränepatienten werden Strukturen im oberen Hirnstamm
aktiviert, bei Clusterpatienten im Hyothalamus. Die sehr sorgfältig
durchgeführten Kontrollexperimente an gesunden Probanden zeigen, dass die
Vasodilatation offenbar unspezifisch ist und damit nicht nur, wie früher
vermutet, bei der Migräne eine Rolle spielt. Dies könnte auch erklären, warum
vasokonstriktive Substanzen wie Mutterkornalkaloide und Triptane sowohl beim
Clusterkopfschmerz wie bei der Migräne wirksam sind.
(siehe auch Pathophysiologie der Migräne)
May A, Bahra A, Büchel C, Frackowiak RSJ, Goadsby PJ. PET and MRA
findings in cluster headache and MRA in experimental pain. Neurology
2000;55:1328-1335
Verlauf: Manche Patienten
(ca 13%) haben nur einmalig im Leben eine aktive Cluster Periode, wenn jedoch
eine zweite Episode auftritt, so tritt diese bei den meisten Patienten innerhalb
der nächsten 3 Jahre nach dem “Erstereignis” auf. Ca. 10 bis 15% der
Clusterkopfschmerzpatienten weisen eine chronische Verlaufsform der Erkrankung
auf. Neben den primär chronisch verlaufenden Formen treten dabei auch sekundär
chronische Formen nach primär episodischem Verlauf auf. .Sjöstrand
E, Waldenlind E, Ekbom K. A follow-up study of 60 patients after an assumed
first period of cluster headache Cephalalgia 2000;20:653-65
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Die Klassifizierung und diagnostischen Kriterien des Clusterkopfschmerz (International Headache Society oder internationale Kopfschmerz- Gesellschaft, 1988) IHS 3.1. Clusterkopfschmerz
3.1.1 Clusterkopfschmerz mit noch nicht abschätzbarem Verlauf
3.1.2 Episodischer Clusterkopfschmerz
3.1.3 Chronischer Clusterkopfschmerz
3.1.3.1 Chronischer Clusterkopfschmerz von Beginn an ohne Remissionen
3.1.3.2 Chronischer Clusterkopfschmerz nach primär episodischem Verlauf
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Die die
Behandlung des Cluster-Kopfschmerzes, erfolgt anders als bei der Migräne, in
erster Linie präventiv und nicht (oder nicht ausschließlich) durch eine
Attackenkupierung. Erst wenn alle medikamentösen prophylaktischen
Möglichkeiten (Kalziumantagonisten, Cortison, Lithium, Valproinsäure, Budipin
und andere) ausgeschöpft sind, sollte eine Attackenkupierung auf Dauer erwogen
werden. Wegen der fehlenden Nebenwirkungen hat hier die Sauerstoffinhalation
absolute Priorität, danach kann aus Kostengründen die lokale Instillation von
Kokain oder Lidokain in die Nase versucht werden, danach käme subkutanes Imigran
in Frage.
Als Therapiemethode der ersten Wahl zur Kupierung einer akuten Cluster-Attacke gilt die Inhalation von 100-%igem Sauerstoff. 8 bis 10 Liter/min für 10 bis 15 Minuten. (Von Horton bereits 1952 also vor 50 Jahren empfohlen und inzwischen als wirksam erwiesen). Interessanterweise zeigte sich ein unterschiedliches Ansprechverhalten der Sauerstofftherapie in Abhängigkeit vom Zeitverlauf der Attacke. Eine optimale Ansprechbarkeit findet sich im unmittelbaren Attackenbeginn und im Attackenmaximum. Dagegen lässt sich die Zunahme der Schmerzattacke in der Crescendophase bis zum Erreichen des Attackenmaximums nicht verhindern. Es wird angenommen, dass der Wirkmechanismus der Sauerstofftherapie durch einen akuten aktiven vasokonstriktorischen Effekt erzielt wird. Links zu Sauerstoff 1 2
Lidocain: Die intranasale Instillation von 1 ml 4 % igem Lidocain soll bei 4 von 5 Patienten die Attacke beenden. Die Patienten sollen auf dem Rücken liegen, den Kopf 45 Grad rückwärts gestreckt und um 30 bis 40 Grad zur Seit der Kopfschmerzen gedreht. 1 ml Lidocain wird langsam in das Nasen loch der betroffenen Seite hineingetropft. Der Patient soll noch einige Minuten so verharren. Bei sehr stark verstopfter Nase soll zuvor ein Schnupfenspray zum Abschwellen benutzt werden.(0,5% Phenylephrin). Eventuell muss die Dosis ein bis zwei mal wiederholt werden. Am handlichsten ist es, sich das Lidocain in eine Schnupfensprayflasche füllen zu lassen. Herzrhythmusstörungen und Allergien gegen Lidocain müssen ausgeschlossen sein. Bekannt und über einen ähnlichen Mechanismus wirksam ist Kokain.
Daneben stehen bestimmte Medikamente für die Akutbehandlung und Vorbeugung zur Verfügung. Die Akutbehandlung erfolgt (wenn kein Sauerstoff zur Verfügung steht, und Lidocain nicht hilft) heute am sinnvollsten mit Ergotaminen oder Triptanen. (siehe Tabelle unten) Wegen der Nebenwirkungen ist nicht jede wirksame Clusterkopfschmerzprophylaxe ist auch für eine Dauertherapie geeignet, z.B. Prednisolon, Ergotamin, Methysergid sind nicht für eine Dauerbehandlung geeignet.
Übliche Schmerzmittel, seien es Opioid- oder Nichtopioidanalgetika, sind in der Therapie der akuten Clusterattacken wirkungslos. Da Clusterattacken nach 30–60 min spontan abklingen können, wird von vielen Patienten irrtümlicherweise angenommen dass dieses Abklingen durch die Applikation eines Analgetikums erzielt wird. Die Folge ist, dass über Jahre oder Jahrzehnte unnötigerweise ineffektive und nebenwirkungsträchtige Medikamente eingenommen werden. Ohne Wirksamkeit sind auch Carbamazepin, Phenytoin, Beta-Blocker, Antidepressiva, MAO-Hemmer, Histaminantagonisten, Biofeedback, Akupunktur, Neuraltherapie, Lokalanästhetika, physikalische Therapie, operative Maßnahmen und jegliche Form der Psychotherapie.
Der Clusterkopfschmerz wird nur minimal durch psychische Mechanismen beeinflusst.
Im Gegensatz zu anderen primären Kopfschmerzerkrankungen wird der Clusterkopfschmerz nur minimal durch psychische Mechanismen beeinflusst. Entspannungsverfahren, Streßbewältigungstechniken und ähnliche Maßnahmen, die eine wichtige Rolle in der Therapie der Migräne und des Kopfschmerzes vom Spannungstyp spielen, können den Clusterkopfschmerzverlauf nicht bedeutsam verändern. Der Einsatz alternativer nichtmedikamentöser Therapiemaßnahmen, wie Akupunktur, Neuraltherapie, Biofeedback, Massagen Manualtherapie, transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) etc. ist beim Clusterkopfschmerz sinnlos und verzögert die Aufnahme einer effektiven Therapie.
Einzig für sofortigen anstrengenden Sport oder körperliche Betätigung bei Beginn der Attacke gibt es Hinweise, dass dies bei einem Teil der Patienten die Symptome bessert und manchmal sogar die Attacke zum Verschwinden bringen soll.
Prophylaxe des episodischen Clusterkopfschmerzes.
Aufgrund der guten Verträglichkeit und problemlosen Kombinierbarkeit mit einer Akuttherapie mit Sauerstoff oder mit Sumatriptan wird Verapamil vielfach als Substanz der 1. Wahl angesehen. Verapamil kann mit gutem Erfolg beim episodischen Clusterkopfschmerz eingesetzt werden. Verapamil gehört zur Gruppe der Kalziumantagonisten und eignet sich insbesondere auch zur Dauertherapie beim chronischen Clusterkopfschmerz. Oft stellt sich aber unter Verapamil kein komplettes Sistieren der aktiven Clusterkopfschmerzphase ein. In einer offenen Studie konnte bei 69% der Patienten eine Verbesserung von mehr als 75% der Cluster-kopfschmerzparameter beobachtet werden. Die Dosierung beginnt mit 3mal 80 mg/Tag. In Abhängigkeit vom Therapieerfolg kann bis auf Dosierungen von 360 mg/Tag erhöht werden. Im Einzelfall können von erfahrenen Spezialisten nach echokardiographischen Kontrollen auch höhere Dosierungen eingesetzt werden. Ein EKG vor Therapiebeginn und regelmäßige Blutdruckkontrollen sollen immer veranlaßt werden. Ebenfalls als eine prophylaktische Behandlung der ersten Wahl beim episodischen Clusterkopfschmerz kann nach wie vor Ergotamintartrat angesehen werden. Es können damit Erfolgsraten im Sinn eines Sistierens der aktiven Clusterperiode von über 70% erwartet werden. Wenn die Kontraindikationen dieser vasoaktiven Substanz beachtet werden, sind die Nebenwirkungen häufig bemerkenswert gering. Ein Teil der Patienten kann initial mit Übelkeit oder Erbrechen reagieren Wenn dies der Fall ist, kann in den ersten 3 Tagen Metoclopramid 3mal 20 Trpf zusätzlich verabreicht werden. Die Dosierung von Ergotamintartrat erfolgt oral oder als Suppositorium in einer Menge von 3–4 mg/Tag, auf 2 Dosen (2 mg bis 0–2 mg) verteilt (z.B.Cafergot® supp 2x/d). Treten die Clusterattacken ausschließlich nachts auf, kann die Gabe eines Suppositoriums mit 2 mg Ergotamin (Idealerweise 2 Stunden vor der Attacke zugeführt) zur Nacht ausreichend sein. Bei nächtlichen Attacken kann unter stationären Bedingungen die ihm. Injektion von 0,25–0,5 m Dihydroergotamin beim Schlafengehen das Ausbrechen der nächtlichen Clusterattacke verhindern. Der Behandlungszeitraum sollte auf maximal 4 Wochen festgesetzt werden. Ein Rebound-Effekt ist nicht zu erwarten. Tritt nach Abbruch der Ergotamingabe erneut eine aktive Clusterperiode auf, kann die Behandlung weitergeführt werden. Möglich sind auch die initiale Therapieeinleitung mit Ergotamin über 5 Tage und die simultane Aufdosierung von Verapamil. Bei Eintritt der Wirksamkeit kann Ergotamin dann wieder abgesetzt und Verapamil weitergeführt werden. Da die Therapie beim episodischen Clusterkopfschmerz zeitlich begrenzt ist, müssen Langzeitwirkungen der Ergotamineinnahme, insbesondere ein Ergotismus nicht befürchtet werden. Allerdings ist es erforderlich, dass die Einnahmedauer und Dosierung streng limitiert werden. Wird Ergotamintartrat zur Prophylaxe des Clusterkopfschmerzes eingesetzt, dürfen Sumatriptan oder andere Triptane nicht zur Attackentherapie angewandt werden. Methysergid hilft bei etwa 70 % der Patienten mit der episodischen Form des Clusterkopfschmerzes, sehr selten auch bei der chronischen Form. Dosierung 4 bis 10 mg/Tag, selten bis zu 16 mg/Tag. Zur Langzeitanwendung wegen Nebenwirkungen nicht geeignet. In einigen europäischen Ländern gibt es auch Dihydroergotamin als Nasenspray, Vorteil wirkt deutlich schneller.
| Kontraindikationen gegen Ergotamine Davidoff RA. Migraine: Manifestation, Pathogenesis, and Management. Philadelphia, PA: FA Davis; 1995. |
|
Triptan kommen nur in Ausnahmefällen in Betracht.
Imigran als Spritze 6 mg s.c.
ist bezüglich der Triptane wegen des schnellen Wirkungseintritts das Mittel der
Wahl, alternativ Imigran als Nasenspray bei Patienten, bei denen die
Attacken länger als 30 Min. anhalten, kann auch ein anderes orales Triptan
eingesetzt werden. Die Erfolgsquoten sind allerdings deutlich niedriger als bei
subkutanem Sumatriptan. J. A. van Vliet, A. Bahra, V. Martin, N.
Ramadan, S. K. Aurora, N. T. Mathew, M. D. Ferrari, and P. J. Goadsby Intranasal
sumatriptan in cluster headache: Randomized placebo-controlled double-blind
study[Abstract]
[Full Text]
[Figures Only]
[CME Quiz]
Mit den meisten Triptanen kommt man also zu spät, die Schmerzen klingen ab vor die Wirkung eintritt.
| Substanz | Dosis | Nebenwirkungen | Kontraindikationen | Besonderheit |
| Sumatriptan (Imigran®) |
25 - 100 mg 25 - 100 mg p.o. 6 mg s.c. 25 mg Supp 10 - 20 mg nasal |
Druck-, Wärme-, Schwere- Druck-, Wärme-,Schweregefühl, "Brustschmerzen", Kältegefühl, Lokalreaktion an der Injektionsstelle, Atemnot, allgemeines Schwächegefühl |
Hypertonie, KHK, Angina Hypertonie, KHK, Angina pectoris, Myokardinfarkt, M. Raynaud, AVK, Schwangerschaft, Stillzeit, <18 und >65 J. Prophylaxe mit DHE oder Methysergid, Ergotaminmißbrauch, Migräneaura (Kein Patient sollte sowohl Ergotamine als auch Triptane im Arzneischrank haben) |
|
| Zolmitriptan (Ascotop®) |
2,5 - 5 mg p.o. | Schwindel, Benommenheit Wärmegefühl, Schwäche, Mundtrockenheit, Schweregefühl, "Brustschmerzen", Engegefühl im Hals | wie Sumatriptan WPW-Syndrom |
Lipophil und damit ZNS- gängig, spezifischer als Sumatriptan (5-HT1B und 5-HT 1D Rezeptoren) |
| Naratriptan (Naramig®) |
2,5 - 5 mg p.o. | Müdigkeit, Parästhesien, Engegefühl der Brust | wie Zolmitriptan |
lange Halbwertszeit und damit lange Wirksamkeit- Wiederkehren der Kopfschmerzen innerhalb der Attacke am seltensten, seltener nebenwirkungen, aber auch etwas weniger wirksam als Sumatriptan |
| Rizatriptan (Maxalt®) |
5 - 10 mg p.o. bzw. Maxalt lingual | wie Sumatriptan | wie Sumatriptan; bei Propanolol-Medikation nur 5 mg Rizatriptan |
höhere Wirksamkeit, schnellerer Wirkungseintritt, als Sumatriptan |
| Eletriptan
(Relpax®) |
wie Sumatriptan | noch nicht zugelassen | soll am wirksamsten sein, aber auch am häufigsten Nebenwirkungen haben. | |
| Nach: | Gibt es eine differentielle Indikation für
Triptane bei der Migräneattacke? |
Volker Pfaffenrath |
Der Einsatz von Kortikosteroiden zur Prophylaxe von
Clusterkopfschmerzattacken wird oft und mit zuverlässigem Erfolg vorgenommen,
obwohl kontrollierte Studien zu dieser Therapieform fehlen. Im Hinblick auf die
pathophysiologische Modellvorstellung mit einer entzündlichen Veränderung im
Bereich des Sinus cavernosus ist eine begründete Rationale für den Einsatz von
Kortikosteroiden gegeben. Hinsichtlich der Dosierung und der zeitlichen
Ausgestaltung bei der Gabe von Kortikosteroiden in der Prophylaxe von
Clusterkopfschmerzattacken kann nur auf Erfahrungswerte, nicht jedoch auf
kontrollierte Studien zurückgegriffen werden. Die wenigen Studien deuten darauf
hin, dass eine Wirksamkeit beim episodischen Clusterkopfschmerz zwischen 50 und
70% anzunehmen ist, dagegen beim chronischen Clusterkopfschmerz nur bei ca. 40%
eine Wirkung zu erzielen ist. Eine in verschiedenen Kopfschmerzentren übliche
Vorgehensweise besteht in der initialen Gabe von 100 mg Prednison oder
Prednisolon in 2 über den Tag verteilten Dosen. Diese Dosierung wird für 3 Tage
aufrechtserhalten. Am 4. Tag erfolgt eine Dosisreduktion zunächst unter
Einschränkung der am Abend eingenommenen Dosis um 10 mg. Oft sind bereits
initial nach dem 1. bis 5. Tag eine deutliche Reduktion oder sogar eine
komplette Remission der Attacken zu beobachten Jeden weiteren 4. Tag wird dann
um zusätzliche 10 mg reduziert. Diese Reduktion wird so lange vorgenommen, bis
man bei 0 mg angekommen ist. Prinzipiell sollte die Prednisongabe nach den
Mahlzeiten, vornehmlich nach dem Frühstück erfolgen. Aufgrund von
Langzeitnebenwirkungen müssen Kortikosteroide bei chronischen
Clusterkopfschmerzen mit Restriktion eingesetzt werden. Kortikosteroide sind
Substanzen der 2. Wahl. Bei Patienten mit therapierefraktärem
Cluster-Kopfschmerz kann versuchsweise eine hohe Dosis (0,5 g oder 1 g
Methylprednisolon i.v) eingesetzt werden. Nach der Injektion kam es ein einer
Studie über einen Zeitraum von 6 - 12 Tagen.
Die klinische Wirkung von Lithium wurde in einer Reihe offener, unkontrollierter Studien gezeigt. Ein Erfolg sollte nach ein bis 2 Wochen sichtbar sein. Es können Verbesserungsraten bei bis zu 70% der behandelten Patienten erwartet werden. Es wird angenommen, dass beim chronischen Clusterkopfschmerz eine bessere Wirksamkeit als beim episodischen Clusterkopfschmerz erzielt werden kann. Dabei ist von Interesse, dass nach einer Lithiumbehandlung eine chronische Verlaufsform wieder in eine episodische Verlaufsform mit freien Intervallen zurückgeführt werden kann. Oft folgt der Lithiumbehandlung eine lange schmerzfreie Zeit. Lithium soll besonders häufig auch die Empfindlichkeit auf Alkohol beenden. Die Wirkungsweise von Lithium in der Therapie des Clusterkopfschmerzes ist nicht geklärt. In Vergleichsstudien zwischen Lithium und Verapamil zeigte sich, dass beide Substanzen weitgehend ähnliche Wirksamkeitsraten aufweisen. Verapamil ist jedoch dem Lithium hinsichtlich der Nebenwirkungen überlegen. Darüber hinaus zeigte sich auch ein schnellerer Wirkungsantritt nach Verapamilgabe. Lithium ist als Therapeutikum der 2. Wahl anzusehen. Eine Kombination mit Verapamil ist möglich. Aufgrund des engen therapeutischen Fensters von Lithium sollte bei der Entscheidung für eine Lithiumtherapie die Einleitung durch einen mit dieser Therapieform erfahrenen Neurologen durchgeführt werden. Während der Therapie müssen auch Serumspiegelkontrollen vorgenommen werden.
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Vorbeugende medikamentöse Behandlung des episodischen und chronischen Cluster-Kopfschmerzes |
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| Episodischer CK | Chronischer CK | |
| 1.Wahl: | Verapamil | Verapamil oder Lithium |
| 2.Wahl:
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Methysergid oder Kortikosteroide | Kortikosteroide oder Lithium (nur vorübergehend) |
| 3.Wahl:
|
Valproat | Valproat |
| Verapamil (Isoptin®) 3-4 x 80mg/d wirksam ab dem 5. Tag Mittel der ersten Wahl. | Prednisolon (Aprednisolon®): 80mg initial, tägliche Reduktion um 10mg nach dem 4. Tag. |
| Lithium (Quilonum® ret, Hypnorex ® ret, Lithium
Apogeph) 1-3 Tabl/d unter Spiegelkontrolle auf Serumspiegel von 0,3 bis
0,8 mval/l einstellen, v.a. bei chronischem Clusterkopfschmerz,
Nebenwirkungen Lithium : Gewichtszunahme, Tremor, Zunahme des Halsumfangs (Kropf), Konzentrationsstörungen, Harndrang, besonders bei kochsalzarmer Diät, Flüssigkeitsverlust, Diuretikaeinnahme, Narkosen, oder Nierenerkrankungen |
Klinische Symptome der Lithiumintoxikation (bei ÜberdosierungÜbelkeit, Erbrechen, Diarrhoe, Ataxie (wie bei Betrunkenen), Dysarthrie (verwaschenen Sprache), Grobschlächtiger Händetremor, Rigor (Muskeltonuserhöhung), Abgeschlagenheit, Schläfrigkeit, psychomotorische Verlangsamung, Muskelzuckungen, Hyperreflexie, Schwindel, Krampfanfälle, Bewußtseinsstörung bis zum Koma |
In letzter Zeit wird zunehmend beschrieben, das andere Antikonvulsiva als Valproinsäure ebenfalls bei der Behandlung von rezidivierenden Kopfschmerzen wirksam sind. Dies gilt für Gabapentin, Topiramat und Lamotrigin. Allerdings ist bei allen offenen Studien, insbesondere beim episodischen Clusterkopfschmerz Vorsicht angezeigt, da es ebenso zu einem spontanen Ende der Clusterperiode gekommen sein könnte. Einsatz bisher also nur in verzweifelten Fällen, wenn erprobte Methoden keinen Effekt gezeigt haben oder kontraindiziert sind.
Eine Operation nach Janetta soll in verzweifelten und austherapierten Fällen manchmal Erfolg haben. (retromastoidale Craniektomie mit mikrovaskulärer Dekompression des N. trigeminus mit Durchtrennung des N. intermedius). Die Nebenwirkungsrisiken sind nicht unerheblich, die Fallzahlen zur Beurteilung des Erfolges bisher klein. Rezidive zudem möglich.
Eine amerikanische Arbeitsgruppe berichtet jetzt über Erfolge bei 8 Patienten mit Okzipitalnervenstimulation mittels implantierten Stimulationselektroden bei therapieresistenten Patienten. In wie weit diese Verfahren sich durchsetzt und sich die Ergebnisse in anderen Studien wiederholen lassen ist offen. Lancet 2007; 369: 1099–106
Nicht wirksam sind psychotherapeutische
Behandlungen, Akupunktur, Massagen, Neuraltherapie, transkutane
elektrische Nervenstimulation (TENS),.Opioid- und Nicht-Opioid-Analgetika,
Carbamazepin, Phenytoin, trizyklische Antidepressiva bzw.Betablocker.
Literatur: H. Göbel , · H.-C. Diener, · K.-H. Grotemeyer 3 · V. Pfaffenrath,Therapie des Clusterkopfschmerzes Therapieempfehlung der Deutschen Migräne- und Kopfschmerz-Gesellschaft Schmerz 1998 · 12:39–52
Ähnlich dem Clusterkopfschmerz ist die Chronisch paroxysmale
Hemicranie ( CPH)
Definition:
Typisch ist die hohe Anfallsfrequenz von bis zu 30 Attacken in 24 Stunden und die kurze Dauer dieser immer einseitig äußerst heftigen Kopfschmerzen. Sie dauern in der Regel unter 30 Minuten und werden oft Bindehautreizung, Tränenfluss, Nasenverstopfung, Nasenlaufen, hängendem Augenlid und Lidschwellung auf der betroffenen Seite begleitet. Frauen sind häufiger von chronischer parosxysmaler Hemikranie betroffen als Männer. Was gegen CPH hilft, bleibt nämlich bei Clusterkopfschmerz wirkungslos und umgekehrt. Die Gemeinsamkeit von CPH und Clusterkopfschmerz sind die strenge Einseitigkeit der Schmerzen, die Intensität, die Lokalisierung um das Auge der betroffenen Seite und die Zusatzsymptome. Die Unterschiede liegen neben der Wirksamkeit von Indometacin bei CPH und nahezu völliger Wirkungslosigkeit dieser Substanz bei Custerkopfschmerz vor allem in der Anfallsfrequenz und -dauer. CPH-Attacken sind kurz, wiederkehrend und multipel. Sie sind nicht an bestimmte Tageszeiten gebunden. Clusterkopfschmerz-Attacken dauern hingegen länger - meist 30 - 90 Minuten, es können aber auch drei Stunden sein - und sie treten oft immer wieder zur selben Tageszeit auf, bevorzugt nachts. Männer sind fünf- bis achtmal häufiger von Clusterkopfschmerz betroffen als Frauen
Neu definiert wurde das SUNCT-Syndrom
Definition:
Was ist sonst bisher zum SUNCT-Syndrom bekannt:
| Clusterkopfschmerz | Parosysmale Hemicranie | SUNCT | |
| vegetative Symptome auf der betroffenen Seite | + | + | ++ |
| Attackendauer | 15–180 min | 2–30 min | 5–240 s |
| Attackenfrequenz pro Tag | 1–8 | 1–40 | 3–200 |
| Schmerzlokalisation | einseitig, orbital, temporal | einseitig, orbital, temporal | einseitig, orbital, temporal |
| Schmerzintensität | +++ | +++ | ++/+++ |
| Indomethazinwirksamkeit | +/- | + | - |
| Triggerung durch Alkohol | + | (+) | - |
| Nach Massimiliano M Siccoli, Claudio L Bassetti, Peter S Sándor, Facial pain: clinical differential diagnosis Lancet Neurol 2006; 5: 257–67 | |||
Vorschlag der deutschen Migräne und Kopfschmerzgesellschaft für ein mögliches Attest zur Genehmigung einer Sauerstoffflasche für Clusterpatienten
zum Einsetzen in den eigenen Briefkopf des Arztes:
Patient Herr/FrauXY, geb. xy;
Diagnose: Episodischer/chronischer Cluster-Kopfschmerz
Verordnung von Sauerstoff zur Attackencoupierung bei Cluster-Kopfschmerz
Sehr geehrte Damen und Herren,
als Anlage finden Sie ein Rezept über die Verordnung von 7l/min
100%-Sauerstoffstoff zur Inhalation über Maske für meienen Patienten Herrn/Frau
XY, geb. xy. zur Coupierung der Kopfschmerz-Attacken bei
episodischen/chronischem Cluster-Kopfschmerz.
Cluster-Kopfschmerz ist eine primäre Kopfschmerzform, die sich klinisch in
heftigsten, attackenförmig auftretenden, einseitigen Kopfschmerzen äußert.
Begleitend sind autonome Erscheinungen wie hängendes Augenlid, Verkleinerung der
Pupille, Tränenfluss, Überwärmung und Nasenlaufen auf der betroffenen Seite,
weshalb der Kopfschmerz in die Gruppe der sogenannten „trigemino-autonomen“
Kopfschmerzen eingeordnet wird. Während der akuten Attacke sind die Patienten
ruhelos, was in der Literatur als „pacing around“ bezeichnet wird. Unbehandelt
dauert eine Kopfschmerzattacke typischerweise zwischen 15 und 180 min und tritt
bis zu 8x täglich, gehäuft nachts, auf. Therapeutisch greift man hier zum einen
durch vorbeugende Medikamente (z.B. Verapamil, Lithium oder Methysergid) ein,
damit die Attacken seltener werden bzw. nicht mehr auftreten und durch
Akuttherapie der einzelnen Attacken ein.
Mittel der ersten Wahl nach den Empfehlungen der Deutschen Migräne- und
Kopfschmerzgesellschaft und der internationalen Literatur zur Coupierung der
Cluster-Attacke ist die Inhalation von 7l 100% Sauerstoff über Maske für die
Dauer von 15min in sitzender vorne übergebeugter Haltung. Alternative
medikamentöse Therapie ist die Verabreichung von 6mg Sumatriptan s.c. (Imigran-Spritzen),
was jedoch die unter Umständen nebenwirkungsreichere Alternative darstellt,
zudem nicht beliebig oft eingesetzt werden kann und zum Teil auch mit
vorbeugenden Medikamenten (Methysergid, Lithium) interagieren kann.
Die Verabreichung von Sauerstoff ist bei 70% der Patienten wirksam. Bei
Herrn/Frau XY wurde die erfolgreiche Coupierung der Cluster-Attacke durch die
Inhalation von Sauerstoff in unserer/meiner Klinik/Praxis bereits überprüft.
Da Herr/Frau XY unter einem episodischen/chronischen Cluster-Kopfschmerz seit xy
mit einer Episodenfrequenz von xy/Jahr und einer Dauer von xy Monaten ist aus
jetziger Sicht davon auszugehen, dass Herr/Frau XY auf längere Dauer auf die
Therapie mit Sauerstoff angewiesen ist. Parallel zur Akuttherapie wurde zur
prophylaktischen Behandlung xy bereits eingeleitet.
Ich/wir bitte/n um Genehmigung der Verordnung für ein Sauerstoffgerät und
Kostenübernahme. Sollten sie bezüglich des weiteren Procederes oder der Auswahl
der Lieferanten oder Geräte irgendwelche Vorgaben haben, bitte/n ich/wir um
umgehende entsprechende Mitteilung.
Wir danken Ihnen bereits vorab für Ihre Bemühungen und verbleiben mit
freundlichen Grüßen