
Kopfschmerzen Seite 11
cervikogener
(von der Hals- Wirbel-Säule ausgehender) Kopfschmerz.
In seiner
Intensität wechselnder Dauerschmerz und/oder Schmerzattacken variabler Dauer, streng
einseitig, seitenkonstant , mittelschwerer, nicht pulsierender, nicht
lanzinierender Schmerz ,Schmerzausstrahlung vom Hinterhaupt nach dem Auge, Stirn und
Schläfe, Schmerzprovokation durch Kopfbewegung oder Druck auf Triggerpunkte,
eingeschränkte HWS-Beweglichkeit, nicht radikuläre Schmerzen in Arm und Schulter selten
mäßig ausgeprägte Phänomene bei Attacken: Übelkeit, Licht und
Lärmempfindlichkeit,
Benommenheitsschwindel, auf der betroffenen Seite "Verschwommensehen" und
Schwellung ums Auge. Manualdiagnostik beschäftigt sich mit den muskulären, cutanen und
subcutanen klinischen Zeichen und sogenannten Blockierungen bei Patienten mit
Nacken- und Hinterkopfschmerzen. Bis heute ist ungeklärt und strittig, ob derartige Befunde bei
bestimmten Kopfschmerzsyndromen eine "spezifische" diagnostische Bedeutung haben
Der cervikogene Kopfschmerz gehört mit ca. 4-5% zu den eher selteneren
Kopfschmerzformen und wird nur selten korrekt diagnostiziert. Die Erfahrung hat gezeigt,
dass röntgenologische Auffälligkeiten in der Regel nicht
nachweisbar oder unspezifischer Natur (z.B. Spondylose oder Osteochondrose) sind und
fehlen daher auch in den Kriterien nach Sjaastad. Es besteht heute
Übereinstimmung darin, dass radiologisch fassbare degenerative Veränderungen der
Halswirbelsäule nicht obligat mit Schmerzen korreliert sind. Auch aufwendigere
Bildgebung hilft bei der Diagnostik nicht weiter. Es ist ein weitverbreitetes
Missverständnis, dass die Schmerzen in erster Linie auf pathologische Veränderungen der
knöchernen Strukturen oder der Bandscheiben zurückzuführen sind. Dies ist der Grund,
warum degenerativen Veränderungen der HWS im Röntgenbild ein viel zu hoher Stellenwert
zugeschrieben wird. Die Ursachen scheinen vielfältig, vermutlich kein einheitliches
Krankheitsbild (Sjaastad, O., Fredriksen, T.A., Pfaffenrath, V.: Cervicogenic
headache: diagnostic criteria. Headache 38 (1998) 442-445.)
Bestätigung durch diagnostische anästhesiologische Blockade des N.
occipitalis major, des medialen Astes des Ramus dorsalis der Wurzel C2,nur marginaler oder
fehlender Effekt von Indometacin nur marginaler oder fehlender Effekt von Ergotamin und
Sumatriptan, Frauen häufiger als Männer betroffen, nicht selten anamnestisch Schädel-
oder HWS-Trauma
Die Bedeutung einer "Manualtherapie" beim cervikogener
(von der Hals- Wirbel-Säule ausgehender) Kopfschmerz. (CEK) ist nicht
schlüssig geklärt. Dass solche Therapien überschätzt werden, zeigt eine Studie,
die in einem doppelblinden Design bei Patienten mit chronischen Nackenschmerzen keine
signifikanten Unterschiede zwischen manualtherapeutisch Behandelten gegenüber einer
Kontrollgruppe verifizieren konnte. Derzeit sollten Patienten mit einem CEK außerhalb
kontrollierter Studien noch keiner operativen Intervention unterzogen
werden, da allgemein anerkannte, wirksame und im Verlauf kontrollierte Verfahren fehlen.
Bei "erfolgreichen" Eingriffen ist oft die Katamnese zu kurz, die nicht seltenen
Rezidive entgehen der Beurteilung. Zu deutsch Operationen sind hier bisher allenfalls
Experimente mit großen Risiken und ohne wirklich belegten Erfolg. (Kopfschmerzen
und
die Halswirbelsäule" von W. Pöllmann, M. Keidel und V. Pfaffenrath in der
Zeitschrift NERVENARZT 67: 821-836, 1996)
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