Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse

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Kopfschmerzen Seite 11

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cervikogener (von der Hals- Wirbel-Säule ausgehender) Kopfschmerz.

In seiner Intensität wechselnder Dauerschmerz und/oder Schmerzattacken variabler Dauer, streng einseitig, seitenkonstant , mittelschwerer, nicht pulsierender, nicht lanzinierender Schmerz ,Schmerzausstrahlung vom Hinterhaupt nach dem Auge, Stirn und Schläfe, Schmerzprovokation durch Kopfbewegung  oder Druck auf Triggerpunkte, eingeschränkte HWS-Beweglichkeit, nicht radikuläre Schmerzen in Arm und Schulter selten mäßig ausgeprägte Phänomene bei Attacken: Übelkeit, Licht und Lärmempfindlichkeit, Benommenheitsschwindel, auf der betroffenen Seite  "Verschwommensehen" und Schwellung ums Auge. Manualdiagnostik beschäftigt sich mit den muskulären, cutanen und subcutanen klinischen Zeichen und sogenannten Blockierungen bei Patienten mit Nacken- und Hinterkopfschmerzen. Bis heute ist ungeklärt und strittig, ob derartige Befunde bei bestimmten Kopfschmerzsyndromen eine "spezifische" diagnostische Bedeutung haben 

Der cervikogene Kopfschmerz gehört mit ca. 4-5% zu den eher selteneren Kopfschmerzformen und wird nur selten korrekt diagnostiziert. Die Erfahrung hat gezeigt, dass röntgenologische Auffälligkeiten in der Regel nicht nachweisbar oder unspezifischer Natur (z.B. Spondylose oder Osteochondrose) sind und fehlen daher auch in den Kriterien nach Sjaastad. Es besteht heute Übereinstimmung darin, dass radiologisch fassbare degenerative Veränderungen der Halswirbelsäule nicht obligat mit Schmerzen korreliert sind.  Auch aufwendigere Bildgebung hilft bei der Diagnostik nicht weiter. Es ist ein weitverbreitetes Missverständnis, dass die Schmerzen in erster Linie auf pathologische Veränderungen der knöchernen Strukturen oder der Bandscheiben zurückzuführen sind. Dies ist der Grund, warum degenerativen Veränderungen der HWS im Röntgenbild ein viel zu hoher Stellenwert zugeschrieben wird. Die Ursachen scheinen vielfältig, vermutlich kein einheitliches Krankheitsbild (Sjaastad, O., Fredriksen, T.A., Pfaffenrath, V.: Cervicogenic headache: diagnostic criteria. Headache 38 (1998) 442-445.)

Bestätigung durch diagnostische anästhesiologische Blockade des N. occipitalis major, des medialen Astes des Ramus dorsalis der Wurzel C2,nur marginaler oder fehlender Effekt von Indometacin nur marginaler oder fehlender Effekt von Ergotamin und Sumatriptan, Frauen häufiger als Männer betroffen, nicht selten anamnestisch Schädel- oder HWS-Trauma

Die Bedeutung einer "Manualtherapie" beim cervikogener (von der Hals- Wirbel-Säule ausgehender) Kopfschmerz. (CEK) ist nicht schlüssig geklärt. Dass solche Therapien überschätzt werden, zeigt eine Studie, die in einem doppelblinden Design bei Patienten mit chronischen Nackenschmerzen keine signifikanten Unterschiede zwischen manualtherapeutisch Behandelten gegenüber einer Kontrollgruppe verifizieren konnte. Derzeit sollten Patienten mit einem CEK außerhalb kontrollierter Studien noch keiner operativen Intervention unterzogen werden, da allgemein anerkannte, wirksame und im Verlauf kontrollierte Verfahren fehlen. Bei "erfolgreichen" Eingriffen ist oft die Katamnese zu kurz, die nicht seltenen Rezidive entgehen der Beurteilung. Zu deutsch Operationen sind hier bisher allenfalls Experimente mit großen Risiken und ohne wirklich belegten Erfolg. (Kopfschmerzen und die Halswirbelsäule" von W. Pöllmann, M. Keidel und V. Pfaffenrath in der Zeitschrift NERVENARZT 67: 821-836, 1996)

 

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Spannungskopfschmerzen

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