|
Progressive Muskeldystrophien
Myotone Muskeldystrophie
|
Progressive Muskeldystrophien
|
|
Alle pathologischen
Befunde sind bei den schweren Formen eindeutiger. Häufig typisches EMG
Bild lange vor klinische Zeichen der Erkrankung da sind. Dabei verkürzte
Dauer und Herabsetzung der Amplitude der Einzelaktionspotentiale bei
dichtem Interferenzbild schon bei geringer Muskelanspannung. Manchmal aber
auch neurogen anmutendes Muster. CK, LDH, Transaminasen im Serum häufig
erhöht. Häufig erhöhte Aminosäurenausscheidung im Urin. Diagnostisch auch
die enzymhistochemische Untersuchung des
Muskelbiopsats. Keine kausale Therapie bisher, KG, eiweißreiche Nahrung
sind hilfreich, im fortgeschrittenen Stadium eventuell Heimbeatmung. Die
genetischen Defekte sind inzwischen bekannt, dies ist nicht nur für die
genetische Beratung wichtig, therapeutische Konsequenzen sind lanfristig
wahrscheinlich. |
|
Typ nach
Jerusalem Muskelerkrankungen, Klinik und Therapie, Thiemeverlag 1991 |
Geschlecht |
Alter bei Beginn |
Lebenserwartung |
Vorwiegende
Lokalisation |
|
Rezessiv
X-chromosomale Muskeldystrophie |
|
|
|
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|
a)bösartiger Typ(Duchenne) |
m |
0-3 |
Etwa 20 Jahre |
Beckengürtel aufsteigend
zum Schultergürtel, Beginn mit Pseudohypertrophie der Waden |
|
b)gutartiger Typ (Becker
- Kiener |
m |
6-19 |
Leicht verkürzt |
Beckengürtel aufsteigend
zum Schultergürtel, manchmal Kardiomyopathie |
|
c) Emery- Dreifuß |
m |
6-19 |
Oft verkürzt |
Extremitäten später
Schulter- Becken- und Herzbeteiligung, Kontrakturen |
|
Autosomal
rezessive kongenitale Muskeldystrophie |
m,w, |
ab Geburt |
Verkürzt |
Generalisierte Schwäche
und Hypotonie |
|
Autosomal-
rezessiver Gliedergürteltyp |
m, w |
2-50 |
Verkürzt (aber sehr
unterschiedlich) |
Beckengürtel aufsteigend
zum Schultergürtel |
|
Autosomal- dominante fazio-
skapulo- humerale Muskeldystrophie |
M,w |
10-20 |
Meistens normal |
Schultergürtel, Gesicht,
Oberarme und Unterschenkelmuskulatur |
|
Autosomal-
dominante oculäre Muskeldystrophie |
|
|
|
|
|
a) oculäre Form |
M,w |
1-90 |
Meistens normal |
Äußere Augenmuskeln |
|
b)oculopharyngeale Form |
M,w, |
40-60 |
Meistens normal |
Augen- und
Pharynxmuskulatur |
|
Autosomal- dominante Myopathia
tarda hereditaria |
M,w, |
40-60 |
Normal |
Distale
Extremitätenabschnitte |
|
Autosomal-
dominante Myopathia distalis juvenilis hereditaria |
M,w |
5-15 |
Normal |
Distale
Extremitätenabschnitte |
|
|
|
|
|
|

| Verteilung der Muskelschwäche bei verschiedenen Formen der
Muskeldystrophie: (a) Duchenne-Typ und Becker-Typ, (b) Emery-Dreifuss, (c)Gliedergürtel-
Typ, (d) facioscapulohumeraler Typ, (e) distaler, und (f)
oculopharyngealer Typ |
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The Neuromuscular Disease Center:
www.neuro.wustl.edu/neuromuscular Washington University
School of Medicine, St Louis by Alan Pestronk sehr empfehlenswert für Neurologen
|
Myotone Muskeldystrophie |
| die häufigste genetische neuromuskuläre
Erkrankung des Erwachsenenalters.( Prävalenz: 13,5 pro 100 000
Lebendgeburten), Neben der Muskelbeteiligung sind
Katarakt, kardiale, gastrointestinale und endokrinologische Störungen
häufige Symptome. Charakteristisch ist eine ausgeprägte intraund
interfamiliäre klinische Variabilität. Vier verschiedene klinische
Verlaufsformen werden unterschieden: 1. Eine Minimalvariante mit einem
Erkrankungsbeginn nach dem 50. Lebensjahr mit Katarakt, aber nur sehr
geringer Ausprägung neuromuskulärer Symptome. 2. Die klassische
Verlaufsform, die im frühen Erwachsenenalter mit Myotonie und
progredienter Muskelschwäche beginnt. 3. Eine kongenitale Unterform mit
muskulärer Hypotonie, Trink- und Atemschwäche, psychomotorischer
Entwicklungsverzögerung und geistiger Behinderung und 4. eine seltene, im
frühen Kindesalter beginnende Verlaufsform mit psychomotorischer
Retardierung, aber ohne angeborene Anomalien. Die myotone Muskeldystrophie
ist eine autosomal dominante Multisystemerkrankung, die Muskulatur,
Gehirn, Herz, Augen, Gastrointestinaltrakt und endokrine Organe betreffen
kann.Die zugrundeliegende Genmutation ist eine Vermehrung von CTG-Triplets
in der untranslatierten 3’Region eines Serin-Threonin-Kinase-Gens auf
Chromosom 19q. Die Anzahl der CTG-Kopien korreliert statistisch mit der
Schwere der Erkrankung. Das Krankheitsbild der Myotone Muskeldystrophie,
·M. Spranger, Der Nervenarzt 2·99 131ff. Aspirationspneumonien und
Herzdysrhythmien als Folge der Degeneration des kardialen
Reizleitungssystems sind die häufigste Todesursache. Eine kardiologische
Überwachung muss deshalb frühzeitig begonnen werden. Die Kombination einer
erhöhten Sensitivität des Zentralnervensystems auf Narkosemittel,
Herzdysrhythmien und Aspirationspneumonien kann bei Narkosen zu
schwierigen Problemen führen, besonders dann, wenn die Diagnose nicht
bekannt ist. Da die myotone Dystrophie in jeder Generation schlimmer wird,
wird zu einer genetischen Beratung geraten und die schwere kongenitale
Form zu vermeiden. Lancet 2003; 362: 1038 |
|
Myotonie
nennt man die verzögerte Muskelentspannung nach länger anhaltender
Kontraktion oder direktem Beklopfen des Muskels. Man findet sie
hauptsächlich bei der myotonen Dystrophie. Die Unfähigkeit zur
Muskelentspannung, z.B. eine geschlossene Hand rasch zu öffnen, kann dabei
zu erheblichen Behinderungen führen. Bei den Myotonien besteht eine
Dekontraktionshemmung, es kommt zu einer verzögerten Erschlaffung der
Muskulatur nach Kontraktion, diese verzögerte Erschlaffung ist durch
Beklopfen des Muskels ebenso auszulösen, wie sie spontan bei Betätigung
(z.B.: 5 sec. Handdrücken) oder nach elektrischer Reizung auftritt. Im EMG
typische motorische Schauer (Sturzkampfbombergeräusch) und asynchrone
Nachentladungen kurzer Potentiale. |
|
|
Krankheit |
Vererbung
|
Symptome
|
|
|
Myotone
Dystrophie Curschmann Steinert |
Autosomal
dominant |
Muskleldystrophie mit Ptose, bulbäre Sprache und Steppergang, Innenohrschwerhörigkeit,
Stirnglatze, Katarkat, Skelettdeformitäten Hodenatrophie oder
Ovarialinsuffizienz, Herzinsuff. Und Herzrhythmusst. Auch Darmmuskulatur
kann betroffen sein. Fieberschübe kommen vor. |
Besserung vieler Symptome
durch Substitution der Sexualhormone, eventuell Phenytoin,
Krankengymnastik |
|
Kongenitale
Myotonie (Typ Becker Thomsen |
Autosomal dominant aber
auch a. rezessiv |
Kälteinduzierte Myotonie,
Hypertrophie der Willkürmuskulatur, verzögerte motorische Entwicklung,
Fehlbildungen und geistige Retardierung kommen vor, gutartiger Verlauf,
bei paradoxer Myotonie |
Verschlimmerung durch
Üben. Besserung mit Phenytoin,
Xylothan, Mexitil. |
|
Paramyotonie (Eulenberg) |
Autosomal dominant |
Kälteinduzierte Myotonie,
es können auch paroxysmale Lähmungen auftreten, auch die mimische
Muskulatur betroffen mit schlitzartiger Verkrampfung des
M. orbicularis oculi. Kombination
mit Hyperkaliämischer Lähmung möglich |
|
|
Hyper- und Normo-
kaliämische Lähmung |
Autosomal dominant |
Lähmungsattacken nach
Fasten, körperlicher Anstrengung, oder Kaliumgabe |
Schlaffe Lähmungen können
Tage anhalten, anfangs im Intervall keine Beschwerden, später kann durch
Muskelschwäche Gehunfähigkeit eintreten |
|
Hypokaliämische
Lähmung |
Autosomal dominant |
Durch kohlehydratreiche
Nahrung oder körperliche Anstrengung ausgelöste Lähmungsattacken. Im
Anfall erniedrigter Kaliumspiegel und Behandlung mit Kalium. (3 Kalinor-
Brausetabletten, danach Rückbildung der Lähmung in etwa einer Stunde.
Eventuell Dauerbehandlung mit Acetazolamid oder Spironolacton |
Beginn meist mit 20-
zunächst verschlimmernd später oft spontane Besserung, die Lähmungen
treten meist in der Nacht oder am frühen Morgen aus dem Schlaf auf, Der
Anfall kann zu Tod durch Atemlähmung oder Herzversagen führen |
|
Proximale myotone Myopathie |
Autosomal
dominant |
Wie bei der myotonen
Dystrophie nur milder und proximal betont |
|
|
|
|
|
|
| Genlocus und Proteindefekt
bei den häufigsten Formen der Muskeldystrophie |
| Erkrankung |
Genlocus |
Proteindefekt |
| Angeboren (AR) |
6q |
Laminin alpha 2 (Merosin) |
| |
12q |
Laminin Rezeptor |
| |
|
(alpha7
Integrin) |
| |
9q |
Fukutin |
| |
|
(Fukuyama Dystrophie) |
| |
1p |
Selenoprotein N1 |
| |
|
(rigid spine syndrome) |
| |
1p |
Glycosyltransferase |
| |
|
(muscle-eye-brain |
| |
|
disease) |
| Duchenne and Becker (XR) |
Xp21 |
Dystrophin |
| Emery-Dreifuss (XR) |
Xq28 |
Emerin |
| Emery-Dreifuss (AD/AR) |
1q |
Lamin A/C |
| Distal (AD) |
14q, 2q |
? |
| Distal (AR) |
2p |
Dysferlin |
| Facioscapulohumeral (AD) |
4q |
? |
| Oculopharyngeal (AD) |
14q |
Poly(A)-binding protein |
| |
|
2 (PAB 2) |
| Gliedergürtel (AD) |
| 1A |
5q |
Myotilin |
| 1B |
1q |
Lamin A/C |
| 1C |
3p |
Caveolin 3 |
| 1D |
6q |
? |
| 1E |
7q |
? |
| 1F |
2q |
? |
| Gliedergürtel (AR) |
| 2A |
15q |
Calpain-3 |
| 2B |
2p |
Dysferlin |
| 2C |
13q |
gamma-sarcoglycan |
| 2D |
17q |
alpha-sarcoglycan
(adhalin) |
| 2E |
4q |
beta-sarcoglycan |
| 2F |
5q |
delta-sarcoglycan |
| 2G |
17q |
Telethonin |
| 2H |
9q |
? |
| 2I |
19q |
Fukutin-related |
| Art der Vererbung: AR=autosomal
rezessive; AD=autosomal dominant; XR=X-chromosomal rezessive. ?=unbekannt |
| Nach:
Alan E H Emery The muscular
dystrophies [Full
Text] [PDF]Lancet
2002; 359: 687-95 |
| Myotonia congenita Thomsen und Becker sind durch eine
generalisierte Myotonie charakterisiert, die bei der dominanten
Thomsen-Form in frühester Kindheit und bei der rezessiven Becker-Form im
Schulalter oder später beginnt. Es besteht ein so genanntes
Warm-up-Phänomen, dass heißt die Muskelsteifigkeit bessert sich durch
wiederholte Muskelkontraktionen. Die Diagnose wird nach der Klinik und dem
Elektromyogramm gestellt, in dem Aktionspotenzialserien mit einer
Amplituden- und Frequenzmodulation nachgewiesen werden. Für diese
Erkrankungen sind bisher circa 40 Mutationen im skelettmuskulären
Chloridkanal ClC-1 beschrieben worden, die eine reduzierte
Chloridleitfähigkeit der Muskelfasermembran bedingen. Die
Chloridleitfähigkeit macht an der Skelettmuskelfasermembran in Ruhe etwa
80 Prozent der Gesamtleitfähigkeit aus. Es ist eine passive Leitfähigkeit,
die kleine Potenzialschwankungen ausgleicht und dadurch das
Ruhemembranpotenzial stabilisiert. Ist die Chloridleitfähigkeit auf
weniger als 30 Prozent der Gesamtleitfähigkeit reduziert, so kommt es zu
einer Instabilität der Membran und zu myotonen Entladungen. Eine genetisch
interessante Frage ist die des unterschiedlichen Erbgangs bei den
allelischen Krankheiten Thomsen und Becker, die wie folgt beantwortet
werden kann: Fällt eines der bei- den Chloridkanalgene durch eine „Nonsense-Mutation“
aus, so reduziert sich die Anzahl der Kanalproteine und damit die
Leitfähigkeit der Membran für Chlorid auf 50 Prozent, es kommt also noch
nicht zu manifester Myotonie. Erst wenn beide Gene betroffen sind, tritt
die Krankheit klinisch in Erscheinung, was einen rezessiven Erbgang zur
Folge hat. Für einen dominanten Erbgang muss man fordern, dass auch die
von dem gesunden Gen ausgehenden Kanäle durch den mutierten Kanal in ihrer
Funktion beeinträchtigt werden („dominant negativer Effekt“). Menschliche
muskuläre Chloridkanäle setzen sich aus zwei Untereinheiten zusammen. Bei
einem dominant negativen Effekt fallen somit 75 Prozent der Kanäle aus,
was eine dominante Form der Myotonie hervorruft. |
| Für leicht bis mäßig ausgeprägte Myotonien ist in aller Regel keine
Therapie erforderlich, die Patienten lernen, gut mit der Erkrankung
umzugehen. Sollte eine Therapie zum Beispiel wegen ausgeprägter Myotonie
oder beruflicher Behinderung notwendig sein, so zeigt bei allen Myotonien
das Antiarrhythmikum Mexiletin die beste Wirkung. Wie alle
Lokalanästhetika beziehungsweise Antiarrhythmika vom Lidocaintyp,
blockiert es den Natriumkanal im inaktivierten Zustand und unterdrückt
damit die pathologische elektrische Nachaktivität, ohne dass die
Erregbarkeit an sich gestört ist. Die therapeutische Breite ist gering.
Man sollte vorsichtig entsprechend dem Serumspiegel dosieren (täglich
eine, selten zwei Kapseln Mexitil Depot [360 mg Mexiletin]), auf mögliche
kardiale und zentralnervöse Nebenwirkungen achten und
Hydratationsschwankungen vermeiden. |
Myotone
Dystrophie Leitlinie The Neuromuscular Disease Center:
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MuscleNet
Review of Muscle
Diseases
Master Muscle List -Online
Muscle Atlas Muscle Net
Imaging of Muscle Injuries
Online Muscle Atlas
Muscles in Action
-Muscle
Metabolism Muscle
Physiology and Design Skeletal
Muscles of the Human Body
Electromyography
On Surface
Electromyography articles. (US) in
www.neuroscript.com/cpt-mang.htm
Mitochondrale Störungen
www.neuroscript.com/mitochon.htm
Maligne Hyperthermie
Endokrine Myopathien
Night-time Leg Cramps
Vitamin E and Leg Cramps
Muscle Cramps: Dealing With
Heat Stress During Endurance Exercise
Conquering Muscle
Cramps Meta-analysis of
efficacy of quinine
for treatment of nocturnal leg cramps in elderly people
Myositis
Definition of Myositis Myositis
Association of America Myositis Page
Inflammatory Myopathies Diseases
(-- Myositis) - (AU)
Dermatomyositis -
some images -Dermatomyositis
-
Dermatomyositis [MS Grauschwitz] - U of Erlangen (DE)
Dermatomyositis
(UK) Myosite et la
Dermatomyosite
Juvenile
Dermatomyositis -(US)
Polymyositis (CA)
Polymyositis Myositis
Ossificans - Myositis Ossificans (Sterner's
tumor) - Wheeless' Textbook of Orthopaedics
Myositis Ossificans in Young Athlets - f
Myositis Ossificans (9 yr
old boy) - another case
- Int'l Fibrodysplasia
Ossificans Progessiva Association About
Myositis Ossificans Progressiva
Myositis Ossificans
Progressiva - (UK)
Die entzündlichen Muskelerkrankungen sind
selten
|
Jährlich erkranken zehn von
einer Million Menschen an einer Myositis. Ähnlich den immunogenen
Muskelentzündungen durch Arzneimittel wie D-Penicillamin (TROLOVOL
u.a.) vermutet man heute auch für die „idiopathischen”
entzündlich-degenerativen Erkrankungen der Skelettmuskulatur äußere
Einflüsse als Auslöser: Bei genetischer
Veranlagung, z.B. Menschen mit dem HLA-Merkmal DR3, können Virusinfekte
oder Umwelt- und Nahrungstoxine einen Autoimmunprozeß in Gang setzen, der
mit Gewebsschädigung einhergeht und unter dem Bild der Myositis verläuft.
Unterscheiden lassen sich die akut verlaufende Dermatomyositis ,die
Polymyositis, und die ,,Einschlußkörpermyositis". Es handelt sich dabei um
die wichtigsten nicht erregerbedingten entzündlichen Muskelerkrankungen.
Sie können manchmal mit anderen entzündlichen Bindegewebserkrankungen
kombiniert auftreten. Beispiele für solche begleitende Erkrankungen sind
die progressive Sklerodermie mit vorwiegendem Befall der Haut, die
rheumatoide Arthritis (Gelenkentzündung), der Lupus erythematodes
(ebenfalls eine kombinierte Erkrankung verschiedener Organsysteme) und das
Sjögren-Syndrom (bevorzugter Befall der Speichel- und Tränendrüsen).
Außerdem können die Polymyositis und vor allen Dingen die Dermatomyositis
jenseits des 40. Lebensjahres mit einem - unter Umständen noch
unentdeckten - Tumor vergesellschaftet sein (sogenannte paraneoplastische
Formen). Diese Fälle sind zwar glücklicherweise selten, machen aber
deutlich, daß in höherem Lebensalter ein zusätzlicher Tumor (vor allem
Bronchialkarzinom beziehungsweise Brust- und Magenkrebs, seltener weitere
Tumorformen) sorgfältig ausgeschlossen werden muß. Symptome:
Meist macht sich als erstes eine Muskelschwäche im Bereich des Becken- und
auch des Schultergürtels bemerkbar. Häufig sind zum Beispiel bei
Erstbefall der Beinmuskulatur Schwierigkeiten beim Treppensteigen oder
Aufrichten aus einem tiefen Stuhl, bei Befall der Armmuskulatur Probleme
beim Heben der Arme, etwa beim Haarekämmen. Die Muskulatur ist oft
zumindest zeitweilig schmerzend und druckempfindlich. Die
Schmerzhaftigkeit wird vor allem in der Tiefe der großen Arm- und
Beinmuskeln angegeben und als überstarker; bzw. nicht durch entsprechende
Belastungen erklärbarer Muskelkater geschildert, sie verstärkt sich unter
Belastungen. Trotz der entzündlichen Ursache sind jedoch Muskelschmerzen
kein regelmäßiges Symptom dieser Erkrankung, bei akuten Formen findet man
sie häufiger, bei chronischen Stadien können sie völlig fehlen. In
schweren Fällen kommen zusätzlich Schluckstörungen oder sogar eine
Atemschwäche hinzu. Neben der Muskulatur können auch andere innere Organe
insbesondere der Herzmuskel, betroffen sein. Bei der Dermatomyositis
werden die Muskelsymptome von einem Hautausschlag begleitet. Es handelt
sich hierbei im frischen Stadium um rötlich-bläuliche, oft ausgesprochen
lilafarbene Hautverfärbungen an charakteristischen Stellen, zum Beispiel
an den Augenlidern, Wangen, am Hals, am vorderen Brustkorb oder an den
Streckseiten von Armen und Beinen; an den Fingern sowie Fingernägeln
treten weitere charakteristische Veränderungen auf. Ein Anstieg der
Kreatinkinase und anderer Muskelenzyme im Serum spiegelt die
Krankheitsaktivität wider. Ein „Myopathiemuster” im Elektromyogramm mit
pathologischer Spontanaktivität in Ruhe untermauert die Diagnose Bei 60%
bis 80% der Patienten mit Dermato- oder Polymyositis finden sich
Autoantikörper. Als für die Myositis spezifische lassen sich am häufigsten
Antisynthetase-Antikörper nachweisen, die sich gegen Enzyme der
Eiweißsynthese richten..Nach heutiger Kenntnis gehören die nicht
erregerbedingten entzündlichen Muskelerkrankungen zu den
Autoimmunerkrankungen. Bei diesen Krankheiten attackiert das
Immunsystem, dessen eigentliche Aufgabe in der Abwehr und Bekämpfung
körperfremder Krankheitserreger besteht, sozusagen ,,irrtümlich" eigenes
Gewebe. Bei der Dermatomyositis richtet sich dieser Angriff wahrscheinlich
in erster Linie gegen kleine, für die Ernährung von Haut und Muskel
wichtige Blutgefäße. Das bedingt eine sogenannte Vaskulitis, das heißt
eine im Gewebe unter dem Mikroskop erkennbare Entzündung in diesem
Bereich. Durch die dadurch bedingte Beeinträchtigung der Blutversorgung
werden Haut und Muskeln indirekt geschädigt.Bei der Polymyositis und der
Einschlußkörpermyositis werden die Muskelfasern hingegen direkt
geschädigt. Bei der mikroskopischen Untersuchung der Muskelbiopsie kann
man beobachten, wie sich sogenannte zytotoxische T-Lymphozyten (eine
besondere Form der weißen Blutkörperchen) in viele Muskelfasern
hineinbohren und diese zerstören. Neuerdings ist es möglich, solche
L-Linien aus den kleinen, bei der Biopsie gewonnenen Gewebsproben zu
isolieren und im Reagenzglas weiterzuzüchten. Durch solche und ähnliche
Untersuchungen kann es gelingen, herauszufinden, warum die bei der Abwehr
gegen Krankheitserreger so nützlichen Zellen außer Kontrolle geraten.Bei
der Einschlußkörpermyositis wurde zunächst angenommen, es handle sich um
eine durch besondere Viren hervorgerufene abnorme Immunreaktion. Neueste
Untersuchungen von Forschern aus den USA können diese ,,Virushypothese"
jedoch nicht bestätigen. Die erwähnten Symptome der entzündlichen
Muskelerkrankungen können in ähnlicher oder sogar in gleicher Form auch
bei anderen Erkrankungen, zum Beispiel bei erblichen Muskeldystrophien,
vorkommen. Für die Diagnosestellung ist der Arzt auf zusätzliche
Untersuchungen angewiesen. Dazu gehören Blutuntersuchungen, die
Entzündungszeichen verraten können. Im Blutserum werden außerdem die
Muskelenzyme (vor allem Kreatinkinase) bestimmt, die aus zerstörten
Muskelfasern freigesetzt werden und somit Aufschluß über die
Krankheitsaktivität geben können. Bei der Elektromyographie wird mit einer
feinen Nadel die bioelektrische Aktivität einzelner Muskelfasergruppen
bestimmt. Auch moderne bildgebende Verfahren, insbesondere die
Kernspintomographie, lassen den Verdacht auf eine entzündliche
Muskelkrankheit weiter untermauern und gegebenenfalls auch eine geeignete
Stelle für die Muskelbiopsie auswählen. Die im Falle der entzündlichen
Muskelkrankheiten aufschlußreichste Zusatzuntersuchung ist die
Muskelbiopsie. Hierbei wird unter lokaler Betäubung ein kleines, etwa
bohnengroßes Muskelstückchen entnommen und für die mikroskopische
Untersuchung aufbereitet. Charakteristisch für die entzündliche
Muskelerkrankungen ist der mikroskopische Nachweis bestimmter weißer
Blutkörperchen (Lymphozyten), die aus den Blutgefäßen austreten und in das
umgebende Muskelgewebe eindringen. Eine heutigen Qualitätskriterien
entsprechende Muskelbiopsie beinhaltet neben der üblichen histologischen
Untersuchung zusätzliche, am Gefrierschnitt durchzuführende enzym- und
immunhistologische Techniken, weiterhin sollte stets eine kleine Probe der
Biopsie für eine mögliche elektronenmikroskopische Untersuchung (besonders
wichtig im Falle der Dermatomyositis sowie insbesondere der
Einschlußkörpermyositis) entsprechend fixiert und aufbewahrt werden. Mit
den heutigen Behandlungsmöglichkeiten läßt sich in den
meisten Fällen (90 bis 95%) eine deutliche Besserung, nicht selten sogar
eine völlige Heilung erzielen. Behandelt wird mit Kortison, Immurek,
bei der Dermatomyositis und Einschlußkörpermyositis auch mit
hochdosierten intravenösen Inmunglobulinen -Behandlung in Frage.
www.dgm.org INITIALTHERAPIE:
Glukokortikoide gelten als Mittel der Wahl: täglich 1 bis 2 mg Prednisolon
(DECORTIN u.a.)-Äquivalent pro kg Körpergewicht (KG) per os über drei bis
vier Wochen. Die Dosis wird anschließend langsam verringert, z.B.
monatlich um 25%. Die Kreatinkinase braucht ein Vierteljahr, um sich zu
normalisieren. Die Muskelkraft, die als eigentliches Erfolgskriterium
gilt, erholt sich langsamer. Bei perakutem Beginn oder ungünstigen
Prognosefaktoren soll möglichst früh behandelt werden, eventuell mit
höherer Dosis oder Kortikoid-Pulstherapie. Läßt unter längerer Therapie
die Muskelkraft erneut nach, ohne daß Laborzeichen für erhöhte
Krankheitsaktivität sprechen, ist an eine Steroidmyopathie zu denken. In
einer von den US-amerikanischen National Institutes of Health (NIH)
unterstützten Untersuchung zum Behandlungsverlauf bei 113
Myositispatienten erzielt die initiale Therapie mit Kortikoiden bei 25%
der Patienten eine klinisch komplette, bei 60% eine partielle Remission.
Die Kreatinkinase normalisiert sich bei 40%. Patienten mit Myositis bei
malignem Tumor oder einer weiteren rheumatischen Erkrankung („Overlap“)
profitieren mit 50% kompletten Remissionen am meisten. Bei 30% der
Patienten mit Dermatomyositis bilden sich klinische Krankheitszeichen
völlig zurück, bei 60% teilweise. Etwas schlechter
läßt sich die Polymyositis behandeln mit 10% vollständigen und 65%
partiellen Remissionen. Die Einschlußkörper-Myositis spricht am wenigsten
an: Nur bei jedem zweiten
Teilnehmer bessern sich die Beschwerden lediglich teilweise. Sprechen
Kortikoide nicht oder nur unzureichend an, werden als Mittel der Reserve
meist zusätzlich das Immunsuppressivum Azathioprin (IMUREK u.a.; 0,5 bis 3
mg pro kg KG pro Tag) oder der Antimetabolit Methotrexat (METHOTREXAT
LEDERLE u.a.; 15 bis 25 mg per os pro Woche) über jeweils vier bis sechs
Monate verwendet.2,5,6 In der NIH-Studie wirkt Methotrexat geringfügig
besser als Azathioprin. WEITERE BEHANDLUNGSMÖGLICHKEITEN: Als
aussichtsreich werden Immunglobulin-Hochdosen angesehen. Bei
therapierefraktärer Dermatomyositis steigern Immunglobuline (SANDOGLOBULIN
u.a.; 2 g pro kg KG
i.v., einmal monatlich über drei Monate) in einer randomisierten Studie
die Muskelkraft besser als Plazebo. Die kostspielige Therapie muß mehrfach
wiederholt werden, da
der Effekt durchschnittlich nur sechs Wochen anhält. Nach ersten
unkontrollierten Untersuchungen scheinen Immunglobuline Beschwerden und
Laborbefunde auch bei therapieresistenter Polymyositis günstig zu
beeinflussen. Bis auf Befindlichkeitsstörungen wie Kopfschmerz, Übelkeit
und Schwindel wird die Therapie relativ gut vertragen.
http://www.arznei-telegramm.de/register/9607069.pdf |
|
Labor bei Dermatomyositits und
Polymyositis |
|
BSG/ CRP |
|
Antikörper gegen Zellkerne und quergestreifte Muskulatur |
|
Komplement C3 und C4 |
|
Immunglobuline |
|
Kryoglobuline |
|
Rheumafaktoren |
|
Muskelbiopsie (möglichst am Ort nachgewiesener
Fibrillationspotentiale, aber nicht später als 2 Std. nach Registrierung):
lymphozytäre Infiltrate im Endo- und Perimysium und perivaskulär bei
Polymyositis; perifaszikuläre Atrophie |
|
Hautbiopsie bei Verdacht auf Dermatomyositis: lymphozytäre
Immuneinheiten an Haut- (und Muskel-) Gefäßen, evtl.
Komplementaktivierungskomplexe nachweisbar |
|
Den Nachweis erbringen: |
|
Antikörper gegen extrahierbares nukleäres Antigen (ENA) |
|
Antikörper gegen Ribonukleoprotein (RNP) |
|
Grad der Behinderung im
Schwerbehindertenrecht aus den
"Anhaltspunkten für die ärztliche Gutachtertätigkeit im sozialen
Entschädigungsrecht und nach dem Schwerbehindertengesetz" (1996) |
|
Muskelkrankheiten
Bei der Beurteilung des GdB/F-Grades ist von folgenden
Funktionsbeeinträchtigungen auszugehen: |
|
| Muskelschwäche |
GdB |
mit geringen Auswirkungen (vorzeitige
Ermüdung, gebrauchsabhängige Unsicherheiten)
|
20-40 |
mit mittelgradigen Auswirkungen (zunehmende
Gelenkkontrakturen und Deformitäten, Aufrichten aus dem Liegen nicht
mehr möglich, Unmöglichkeit des Treppensteigens)
|
50-80 |
mit schweren Auswirkungen (bis zur Geh und
Stehunfähigkeit und Gebrauchsunfähigkeit der Arme)
|
90-100 |
| Zusätzlich sind bei einzelnen Muskelkrankheiten
Auswirkungen auf innere Organe (z.B. Einschränkung der Lungenfunktion
und/oder der Herzleistung durch Brustkorbdeformierung) oder Augenmuskel-,
Schluck- oder Sprechstörungen (z. B. bei der Myasthenie) zu
berücksichtigen. |
 |
Anschrift des Verfassers: (Praxisadresse) |
|
Feedback: |
Karl C. Mayer |
|
Gästebuch |
Bergheimerstraße 56a |
|
E-Mail |
69115 Heidelberg |
Bitte beachten
Sie, diese Webseite ersetzt keine medizinische Diagnosestellung oder Behandlung.
Es wird hier versucht einen Überblick über den derzeitigen Stand der
medizinischen Forschung auch für interessierte Laien zu geben, dies ist
nicht immer aktuell möglich. Es ist auch nicht möglich, dass ein Arzt immer auf
dem aktuellsten Stand der medizinischen Forschung in allen Bereichen seines
Faches ist. Es ist immer möglich, dass die medizinische Forschung hier
noch als wirksam und ungefährlich dargestellte Behandlungsmaßnahmen inzwischen
als gefährlich oder unwirksam erwiesen hat. Lesen Sie bei Medikamenten immer den
Beipackzettel und fragen Sie bei Unklarheiten Ihren behandelnden Arzt.
Medikamentöse Behandlungen auch mit freiverkäuflichen Medikamenten bedürfen
ärztlicher Aufsicht und Anleitung. Dies gilt auch für alle anderen
Behandlungsverfahren. Die hier angebotenen Informationen können nicht immer für
jeden verständlich sein. Um Mitteilung wo dies nicht der Fall ist bin ich
dankbar. Fragen Sie hierzu immer Ihren behandelnden Arzt. Dieser weiß in der
Regel über die hier dargestellten Sachverhalte gut Bescheid und kann Ihren
individuellen Fall und Ihre Beschwerden besser einordnen- was für einen
bestimmten Patienten nützlich ist, kann einem anderen schaden.
Selbstverständlich gibt es zu den meisten Themen unterschiedliche Auffassungen.
Soweit möglich wird hier dargestellt woher die Informationen stammen. In den
meisten Fällen mit einem entsprechenden Link (da diese oft ohne Ankündigung
geändert werden, sind diese leider nicht immer aktuell zu halten).. Leider ist
die zitierte Literatur nicht immer kostenfrei zugänglich. Die Beschränkung auf
kostenfrei zugängliche Literatur würde manches sehr oberflächlich lassen. In der
Regel versuche ich mich in der Darstellung an deutschen oder internationalen
Leitlinien der Fachgesellschaften und Metaanalysen der Literatur zu orientieren.
Auch dies ist nicht überall möglich. Zum einen gibt es nicht überall solche
Leitlinien, zum anderen werden diese mir nicht immer sofort bekannt. Manche
Leitlinien sind lange nicht aktualisiert worden und von neuerer Literatur
überholt, bzw, ergänzungsbedürftig. Wenn möglich sind im Text Links zu
solchen Leitlinien eingebaut. Auch Leitlinien sind nur Orientierungen, sie
schließen nicht aus, dass generell oder im Einzelfall Fehler enthalten sind oder
diese im Einzelfall nicht anwendbar sind. Ziel der Darstellung ist hier
definitiv nicht, mich als Experten für irgendeines der in der Homepage
dargestellten Krankheitsbilder auszuweisen. Ich gehe davon aus, dass alle
vergleichbaren Fachärzte für Neurologie, Psychotherapeutische Medizin und
Psychiatrie ihre Patienten sorgfältig und genau so gut wie ich behandeln.
Sollten Sie über eine Suchmaschine direkt auf diese Seite gekommen sein, werden
Sie gebeten auch die Hauptseite aufzusuchen. Dort
finden Sie einen Link zu den zuständigen Ärztekammern. Bitte lesen sie auch den
Beipackzettel der Homepage und
das Vorwort. Jeder Nutzer ist für die Verwendung der hier gewonnenen
Informationen selbst verantwortlich, es handelt sich definitiv um keine
Anleitung zur Selbstbehandlung. Es wird keinerlei Haftung weder für die hier
angebotenen Informationen noch für die in den Links angebotenen Informationen
übernommen. Sollten Sie Links finden, die nicht (oder nicht mehr) seriös sind,
teilen Sie mir dies bitte mit, damit ich diese löschen kann. Der Autor übernimmt
keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität
der bereitgestellten Informationen. Haftungsansprüche gegen den Autor, welche
sich auf Schäden materieller oder ideeller Art beziehen, die durch die Nutzung
oder Nichtnutzung der dargebotenen Informationen bzw. durch die Nutzung
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vorsätzliches oder grob fahrlässiges Verschulden vorliegt. Alle Angebote sind
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einzustellen. Veränderungen erfolgen dabei ständig in Anpassung an neue
Literatur oder weil sich meine Auffassung zu einem Thema aus anderen Gründen
geändert hat. Dieser Haftungsausschluss ist als Teil des Internetangebotes
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