Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse

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Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) Seite 7 

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Das Hyperarousal- Kontinuum:  Defensive und 'Kampf oder Flucht Reaktionen

Zu Beginn einer Bedrohung oder Gefahr, wird eine Alarmreaktion  initiiert (Table 1). Die Alarmreaktion ist charakterisiert durch eine enorme Zunahme der Aktivität des sympathischen Nerven Systems, hieraus folgt eine Erhöhung des Pulses und Verstärkung des Herzschlags und dadurch erhöhter Blutdruck, Umleitung des Bluts aus der Haut in die Skelettmuskeln, Herzkranzgefäße,  (kalte Hände, kalte Füße, blasses Gesicht). Vorbereitung der Kampf- Flucht- Reaktion, um den Organismus in Leistungsbereitschaft zu versetzen, Anhebung des Blutzuckerspiegels, Zunahme der Muskelanspannung (Zittern, Schulter- Nackenverspannungen...), Erhöhung der Stoffwechselgeschwindigkeit, Erweiterung der Bronchien, Erweiterung der Pupillen, ein Gefühl der Alarmbereitschaft oder Hypervigilanz, und ein Abschalten aller nicht für die Situation wichtigen Informationen. All dieses bereitet den Körper für eine Verteidigung -  für einen Kampf - oder für Flucht  vor der Gefahr vor.   Wenn die Gefahr sich bewahrheitet, kann eine voll ausgebildete Kampf- Flucht- Reaktion aktiviert werden.

Dieses komplexe Muster interaktiver Prozesse schließt eine Aktivierung des zentral- kontrollierten peripheren autonomen Nervensystems, des Immunsystems (Giller, Perry, Southwick, and Mason, 1990), der  hypothalamisch - hypohysären Achse  und eine begleitende periphere Ausschüttung von adrenocorticotrophen Hormonen und Kortison (Sapolsky et al., 1984), sowie andere Stress-Antworten in den  neuronalen Systemen   im Hirn ein (Krystal, Kosten, Perry, Mason, Southwick, Giller, 1989; Perry, Southwick, and Giller, 1990a). Der Lokus coeruleus (LC) ist der hauptsächliche Mediator der klassischen Kampf- Flucht- Reaktion bei Gefahren (Svensson, 1987; Korf, 1976; Elam, Svensson, Thoren, 1984; Altman, Das, 1964). Diese bilaterale Gruppierung von noradrenalinhaltigen Neuronen entspringt aus der Pons (Brücke), einem primitiveren, regulatorischen Hirnteil, und sendet verschiedene axonale Projektionen in praktisch alle wichtigen Hirnregionen, dadurch wird er ein  genereller Regulator für den noradrenergen Tonus und die noradrenerge Aktivität (Moore and Bloom, 1979). Der ventrale tegmentale Kern (VTN)  spielt ebenfalls eine Rolle bei der Regulierung sympathischer Kerngebiete in der Pons und Medulla.

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