Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse

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Rückenschmerz Seite 15

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Ärztliche Maßnahmen die Rückenschmerzen chronifizieren nach Der Nervenarzt 3-99  1999 - 70: 225–232 © Springer Verlag 1999  S. Heger Klinik für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin (Komm.Direktor: Prof. Dr. K. Lieberz), Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim  Zur Psychosomatik des Failed back Syndroms: warum Rückenschmerzen chronifizieren Plädoyer für einen zeitgemäßen Umgang mit den Lumbago Ischialgie Syndromen

  1. Unangemessen extensive Diagnostik unter der Vorstellung, wo ein Schmerz ist, müsse ein Gewebsschaden zu finden sein
  2. Verschreibung von Bettruhe im akuten Stadium der unkompliziertem Rückenschmerz oder bei bereits chronifizierten Schmerz
  3. Unangemessen invasive Therapie
  4. Mangelnde und/oder verspätete Aufklärung der Patienten über das Krankheitsbild und die mögliche Rolle psychischer und sozialer Einflüsse
  5. Fixierung auf das eigene therapeutische Spektrum („Who you See is what you get“) zu Ungunsten eines interdisziplinären Vorgehens,+
  6. insbesondere Fehlendes oder verspätetes Hinzuziehen eines Psychosomatikers, dadurch Übersehen chronifizierender psychischer und sozialer Rahmenbedingungen
  7. Hinzuzufügen wäre hier vor allem die Überinterpretation von Röntgenbildern.

Prävention Angesichts der enormen volkswirtschaftlichen Bedeutung und der oft schicksalhaften Auswirkungen für den Betroffenen kommt der Prävention eine wichtige Rolle zu. Die sogenannte Rückenschule vermittelt Grundkenntnisse der Anatomie und Biomechanik und ein Training ergonomischer Verhaltens und Bewegungsabläufe im Alltag. Da sie beim Rückenkranken aber eine individuelle Therapie nicht ersetzen kann, ist ihr Beitrag zur Sekundärprävention nur begrenzt. Für die Primärprävention spielt die Rückenschule jedoch besonders am Arbeitsplatz und in der Schule eine wichtige Rolle. Mit der seit 1993 möglichen Anerkennung des Lumbalsyndroms als Berufskrankheit (BKNr. 2108) sind neue Möglichkeiten der Primärprävention für Unfallversicherungsträger im Zusammenwirken mit den Arbeitgebern eröffnet, wie etwa die Feststellung prädiskotischer Vorbelastungen bei der Einstellungsuntersuchung mit einschlägiger Beratung, Beschaffung haltungsgerechter Sitzmöbel, wirksamer Hebe und Tragevorrichtungen und Einrichtung einer Rückenschule am Arbeitsplatz.

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