Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse

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Schwindel

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Bei folgenden Erkrankungen kann eine Ursache im Gehirn einen Schwindel auslösen:
Vertebrobasiläre Ischämie , (zu häufig ohne Grund vermutet)
Basliarismigräne, kann in jedem Alter auch ohne Kopfschmerz auftreten, und prophylaktisch wirksam mit Betablockern behandelt werden. 
Demyelinisierende Erkrankungen (Multiple Sklerose, oder im Rahmen einer Krebserkrankung),
Kleinhirnbrückenwinkelprozesse (Akustikusneurinom, Meningeom),
Hirnnervenneuropathie (N. statoacustius)  
Pathologischer Gefäß-Nerv-Kontakt (paroxysmaler Schwindel)
Hirnstammprozesse (arteriovenöse  Malformation, Tumor, Trauma, Blutung)
Epilepsie
Degenerative Erkrankungen (Spinozerebelläre Ataxien, olivopontozerebelläre Ataxien, Friedreich-Ataxie

 

Merkregeln:
  1. Wenn Ihr Arzt bei Schwindel keine ausführliche Anamnese (Erhebung der Vorgeschichte) macht, ist der Apparateeinsatz meistens sinnlos, überflüssig und oft auch schädlich.
  2. Die Schwindeldiagnose wird zu mindestens 75% aus der Beschwerdeschilderung gestellt. 
  3. die Halswirbelsäule als angeschuldigte Ursache ist eine häufige Verlegenheitsdiagnose, meist von Ärzten gestellt, die sich wenig mit den bekannten und wissenschaftlich nachgewiesenen Schwindelursachen beschäftigt haben.
  4. Infusionen und Akupunktur gehören nicht in die Schwindelbehandlung
  5. Medikamente sind meist nur zu Beginn für wenige Tage sinnvoll.
  6. Das Übersehen psychischer Krankheiten hat bei Schwindel meist schlimmere Folgen, als dies bei den häufigsten organischen Krankheiten der Fall ist.
  7. Schwindelabklärung sollte eine neurologische, psychiatrische und hals-nasen-ohren-ärztliche Untersuchung beinhalten.
  8. orthopädische Schwindelursachen sind Raritäten.
  9. Schwindel bessert sich bei Bewegung und häufiger Auslösung des Schwindels (Training), dies gilt für fast alle organischen und für alle psychischen Ursachen.
  10. Schonung verschlimmert Schwindel. Ausnahme sind hier nur die schweren ständigen Drehschwindelattacken in den ersten Tagen bei der Neuronitis vestibularis und anderen seltenen Erkrankungen.
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