Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse

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Schwindel

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Vestibuläre EpilepsiewpeA8.jpg (7550 Byte)

Epileptische Anfälle kommen als einfach und komplex- fokale Anfälle mit Schwindel und Nystagmus vor. Sekunden bis Minuten dauernder Drehschwindel ist auch hier das wichtigste Symptom. Manchmal ist auch hier Tinnitus dabei, manchmal auch Gefühlsstörungen auf einer Körperhälfte. Aus den Folgen von Schlaganfällen und anderen Hirnläsionen sowie cortikalen Stimulationsstudien weiß man, das bei Menschen  mehrere Hirnrindengebiete bei der Verarbeitung von Informationen aus dem Gleichgewichtsorgan eine Rolle spielen, es gibt also nicht "einen" primären vestibulären Cortex. Der parietale, temporale, und frontale Hirnlappen beinhalten Rindengebiete die Afferenzen aus dem Gleichgewichtorgan bekommen, die temporal -perisylvisiche Vestibularrinde spielt aber die wichtigste Rolle. Aus iktalen EEGs (während der Anfälle abgeleitet), ist zu vermuten, dass der hintere Teil des mittleren frontalen Gyrus und die parieto-temporale Region, selten auch parieto-occipitale Rindengebiete als Herd für epileptische Anfälle mit Drehschwindel in Betracht kommen. Aus der Anfallsbeobachtung (Semiologie), kann in diesen Fällen also nicht eindeutig der Schädigungsort im Gehirn bestimmt werden.  Bei den vestibulären Anfällen kommt es zu einem rotatorischen oder linearen Schwindel, der von Körper, Kopf und Augenrotationen mit oder ohne Nystagmus begleitet ist. Der Schwindel ist dabei oft das erste Symptom, das während des Anfalls auftritt. Die Anfälle werden manchmal durch die Beobachtung bewegter Objekte ausgelöst und dauern meist nur kurze Zeit ohne Bewusstseinsverlust.  Die im obigen Hirnbild eingezeichneten schwarzen Flecken zeigen wo der Vestibuläre (Gleichgewichts) Cortex (Rinde) im Hirn sitzen. Dort ist auch der Ursprungsort dieser Anfälle, die wie andere Epilepsien behandelt werden.

 

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