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Seite 10
| Kraftgrade |
| Motorische Funktionsprüfung British
Medical Research Council (BMRC) 1978 |
| Definition |
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Kraftgrad |
| Fehlende Muskelkontraktion |
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0 |
| Eben sichtbare Muskelanspannung |
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1 |
| Bewegung des Gliedmaßenabschnitts bei
Ausschaltung der Schwerkraft |
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2 |
| Aktive Bewegung gegen die Schwerkraft |
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3 |
| Aktive Bewegung gegen leichten Widerstand |
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4- |
| Aktive Bewegung gegen mäßigen Widerstand |
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4 |
| Aktive Bewegung gegen kraftigen Widerstand
(jedoch schwächer als auf der Gegenseite) |
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4+ |
| Normale Kraft |
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5 |
Sensibilitätsstörungen (Gefühlsstörungen,
eine Körperseite fühlt sich taub an)
| Bewertung der
Sensibilitätsstörungen: Nicht jedes Kribbeln ist ein Hinweis auf
einen Schlaganfall. Fast nie ist es ein Hinweis auf Durchblutungstörungen
an Armen und Beinen. Für die Beurteilung der hier erhobenen Befunde ist
eine exakte Kenntnis der komplizierten physiologischen
Hautinnerinnervationsverhältnisse (zentral, peripher und segmental )
Voraussetzung. Nicht bei jedem Patienten wird jedes Detail
untersucht, der Untersucher muss einschätzen können, wo ein ganz genaues
Nachschauen erforderlich ist. Wie bei Lähmungen können auch
Sensiblitätsstörungen ihre Ursache nicht nur in Schäden des Gehirns durch
einen Schlaganfall haben, sondern auch in Schäden der peripheren Nerven.
Wichtig ist hier für die Unterscheidung zunächst die genaue Feststellung
in welchem Hautbezirk sich der Schaden feststellen lässt. Die Untersuchung
der Schmerzwahrnehmung oder Spitz-Stumpf-Unterscheidung mit einer Nadel
kann diese Hautbezirke oft besser abgrenzen als die Prüfung des
Berührungsempfindens. Manchmal ist es bei Sensibilitätsstörungen
erforderlich, das betroffene Gebiet am Patienten beispielsweise mit einem
Kugelschreiber zu markieren um die Ausdehnung genauer abschätzen zu
können, oder auch um zu überprüfen ob diese reproduzierbar ist.
Zentral bedingte, also im Zusammenhang mit
einem Schlaganfall stehende Sensibilitätsstörungen haben eine typische
Verteilung je nach Ort der Schädigung im Gehirn, ihre Verteilung ist
diffuser als bei peripheren Nervenschäden, sie betrifft häufig eine ganze
Gliedmaße oder eine ganze Körperhälfte.
Die Verteilung von peripher (also außerhalb
des zentralen Nervensystems von Hirn und Rückenmark) bedingten
Sensibilitätsstörungen wird durch zwei voneinander unabhängige
Ordnungsprinzipien bestimmt: von der segmentalen, radikulären
(Nervenwurzel) Gliederung (Dermatome) einerseits und von dem
Verteilungsmuster der peripheren Nervenverästelungen andererseits. (hinzu
kommt noch die besondere Verteilung bei Plexusläsionen). Radikuläre oder
periphere Sensibilitätsstörungen unterscheiden sich vor allem durch die
Verteilung des Ausfalles.
Zur sogenannten Oberflächensensibilität
gehört die Wahrnehmung Berührungs-, Schmerz- und Temperaturreize auf der
Haut.
Als besondere Leistung der
Tiefensensibilität gelten das Bewegungs-, Lage- und das
Vibrationsempfinden.
Schließlich wird als Stereognosie die
Fähigkeit bezeichnet, Gegenstände durch Betasten ohne Kontrolle durch das
Auge zu erkennen. An der Stereognosie sind differenzierte (epikritische)
Leistungen der Oberflächensensibilität und die Tiefensensibilität
beteiligt |
| Taktile Ästhesie.
Oft ist es sinnvoll, die Sensibilitätsprüfung mit der Frage an den
Patienten einzuleiten, an welcher Körperstelle seine sensibel Wahrnehmung
beeinträchtig ist, oder wo sich Berührung oder Druck anders als bisher
anfühlen. Man kontrolliert den oberflächlichen Drucksinn der Haut, die
Berührungsempfindung, mit leichten, streichenden Berührungen durch einen
Wattebausch, eine Hühnerfeder, ein Holzstäbchen, den Glaskopf einer
Stecknadel oder dergleichen. Die Prüfung mit der bloßen Fingerkuppe hat
den Vorteil, daß der Untersucher selbst die Intensität der Druckentfaltung
spüren kann. Was der Arzt auf diese Weise selbst als ,,gleich" wahrnimmt,
sollte auch die zu untersuchende Person so erkennen. |
| Zweipunkt-
Unterscheidung. Diese erlaubt eine quantitative Analyse der
taktilen Ästhesie. Dies geschieht mit Hilfe des sog. Webersehen
Tastzirkels, eines Zirkels mit rechtwinklig abgebogenen stumpfen Enden und
einer Skala, welche die Abstände dieser Enden in Millimeter anzeigt. Bei
einer Rarefizierung der Druckpunkte in der Haut wird der Mindestabstand
der Unterscheidungsmöglichkeit zweier Berührungspunkte vergrößert.
Normalerweise werden zum Beispiel an der Fingerkuppe zwei Punkte im
Abstand von 3-5mm noch als differente Berührung empfunden. Wichtig ist
immer auch der Vergleich mit der analogen Region der gesunden Seite
Als improvisierter Tastzirkel kann eine auseinandergezogene Büroklammer
verwendet werden |
| Algesie. Als
Hyper-, Hyp- und Analgesie werden Steigerung, Abschwächung und Aufhebung
des Schmerzempfindens bezeichnet. Die Schmerzempfindung wird vielfach mit
einer Nadelspitze geprüft. Dies ist nicht immer zuverlässig, da die
Nadelspitze in gewissen, wenig empfindlichen Körperregionen sehr wohl
zwischen zwei Schmerzpunkten an die Haut angesetzt werden kann, wodurch
dann eine Verminderung des Schmerzsinnes vorgetäuscht wird. Im
wesentlichen ist immer eine Spitz- Stumpf- Unterscheidung möglich, wie
spitz ein Gegenstand empfunden wird, ist allerdings auch generell bei
Gesunden immer an verschiedenen Körperregionen und zu verschiedenen
Zeitpunkten unterschiedlich. Eine andere Möglichkeit ist, eine Hautfalte
zwischen zwei Fingern mit den Nägeln zu klemmen, wobei man auch die
Intensität des Reizes beim Vergleich mit einer gesunden Region annähernd
dosieren kann. Die Prüfung der Algesie kann meist das von einer
Sensibilitätsstörung betroffene Hautgebiet besser abgrenzen als die
Prüfung der taktilen Ästhesie. Besondere Bedeutung hat die Prüfung der
Algesie auch, wenn der Verdacht auf eine Rückenmarksschädigung besteht und
das sensible Niveau gesucht wird. Nadeln haben bei der Prüfung den
Nachteil, dass es möglich ist den Patienten zu verletzen, sie dürfen auch
nur bei einem Patienten verwendet werden. |
| Thermästhesie.
Als Thermhyp- und Thermanästhesie werden Abschwächung und Aufhebung des
Temperaturempfindens bezeichnet. Am einfachsten ist die Prüfung mit dem
kalten Metallteil des Reflexhammers, auch im Gegensatz z.B. zum Holzgriff.
Sinnvoll ist, dass der Reflexhammer kälter ist als die Haut des Patienten.
Gegenstände die Temperatur leiten, wie Metall, werden immer als kühler
empfunden als Gegenstände die Temperatur schlecht leiten wie Holz oder
Kunststoff. Die Temperaturempfindlichkeit kann man auch mit
Hilfe zweier Reagenzgläser oder besser zweier Metallgefäße prüfen, die man
mit kaltem bzw. warmem Wasser füllt. Die Temperaturunterschiede sollten
nicht zu groß sein, nur so, daß sie der Untersucher in seiner Hand
deutlich empfindet (warm bis 30°C kalt bis 10°C). |
| Vibrationsempfindung.
Störungen des Vibrationsempfindens nennt man Pallhyp- bzw. Pallanästhesie.
Man setzt eine angeschlagene Stimmgabel (128 Schwingungen /s) mit ihrem
Fuße zunächst auf die Finger oder Zehenballen auf, falls hier keine
Vibration gefühlt werden kann, wird erst auf auf tastbare
Skelettvorsprünge (Sprunggelenk, Schienbein, Kniegelenk, Darmbeinstachel)
aufgesetzt. Nachteil beim aufsetzten der Stimmgabel auf Skelettvorsprünge
ist, dass Knochen die Vibration über weite Strecken leiten und damit die
Wahrnehmungsfähigkeit des Patienten überschätzt wird. Man überprüft mit
der nichtschwingenden Gabel immer noch einmal, ob der Patient wirklich das
Schwingen spürt und korrekt angibt. |
| Dermolexie oder
Graphästhesie oder Zahlenschrifterkennen. In der Regel mit dem Finger
des Untersuchers aber auch mit einem Holzstab werden dem Patienten Zahlen
zwischen 0und 9 auf die Hohlhand oder den Unterschenkel geschrieben, der
Patient versucht diese mit geschlossenen Augen zu erkennen oder zu
,,lesen". |
| Bewegungsempfinden (Propriozeption)
wird geprüft an distalen Gelenken der Hände und Füße, wobei vom
Untersucher die Endglieder seitlich gefasst und dann passive Beuge- und
Streckbewegungen durchgeführt werden. Der Patient hat dabei die Augen
geschlossen. An den Fingern muss dabei das Grundglied ebenfall seitlich
festgehalten werden, damit sich nur das distale Glied bewegt. Finger oder
Zeh werden jeweils nach oben oder unten bewegt. Die Richtung der jeweils
vollzogenen Bewegung hat der Patient dann anzugeben. Die meisten Patienten
können mit geschlossenen Augen auch feinste Bewegungen in den Finger- oder
Zehengelenken unterscheiden und erkennen. Wenn der Patient am Finger oder
Zeh ein normales Bewegungsempfinden hat kann auf die Prüfung des
Bewegungsempfindens an den proximalen
Extremitäten verzichtet werden. Bei massive Störung an Fingern und Zehen
wird aber auch im Hand- Ellbogen- und Schultergelenk bzw. entsprechend an
den Beinen geprüft. |
| Lageempfinden wird
geprüft dadurch, daß der Kranke mit geschlossenen Augen eine vom
Untersucher an der Gegenseite vorgegebene Extremitätenhaltung
nachzuvollziehen hat. |
| Stereognosie
(Tasterkennen) wird geprüft durch verschiedene Münzen oder
Schlüssel, Sicherheitsnadel usw., die dem Kranken in die Hohlhand gegeben
werden und die er erkennen soll. Das Unvermögen hierzu wird als
Astereognosie (besser: Stereoagnosie) bezeichnet. |
| bei der dissoziierten
Empfindungsstörung ist nicht die gesamte Oberflächensensibilität
gestört, sondern nur die Schmerz- und Temperaturempfindung bei erhaltenem
Berührungsempfinden,. (besonders bei Rückenmarksläsionen) |
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