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Die wichtigste primärpräventive Maßnahme besteht darin, den Bluthochdruck zu erkennen und zu senken. Außerdem tragen cholesterinarme Ernährung, regelmäßiger Sport(Physical Activity and Risk of Stroke in Women F. B. Hu, et. al. JAMA. 2000;283:2961-2967, Rodgers A, MacMahon S, Gamble G. Blood pressure and risk of stroke patients with cerebrovascular disease. BMJ 1996; 313: 147[Full Text]. ) siehe auch 5-9. zur Verhütung bei. Der Artikel kommt zum Schluß, daß eine Dosiswirkungsbeziehung zwischen körperlicher Bewegung und der Verhinderung eines Schlaganfalles besteht. Ein normales Gewicht, Mäßigung beim Alkoholkonsum sowie der Verzicht auf Rauchen dazu bei, einem Schlaganfall vorzubeugen. "Mediterane Kost" mit viel Obst14 und Gemüse, wenig Fleisch und Wurst, wenig tierisches Fett, häufig Fisch. Diabetiker sollten sich regelmäßig ärztlich kontrollieren lassen. Warnsignale wie z.B. ein vorübergehendes Taubheitsgefühl oder eine Schwäche in Arm oder Bein, Sprachstörungen oder unerklärliche Kopfschmerzen sollten sofort einem Arzt mitgeteilt werden. Vitamin E Gabe kann nicht empfohlen werden. Aufgrund einiger Untersuchungen wurde für Vitamin E ein protektiver Effekt bei der Entwicklung und Progression der koronaren Herzerkrankung (KHK) postuliert. Eine kanadische Studie untersuchte den Effekt einer Vitamin-E-Therapie bei Patienten mit ausgeprägten Risikofaktoren für kardiovaskuläre Ereignisse, 2 545 Frauen und 6 996 Männer über 55 Jahre mit bekannter KHK, Diabetes mellitus und weiteren Risikofaktoren wurden neben einer ACE-Hemmer-Therapie randomisiert kontrolliert mit Vitamin E (400 IU/die) oder Placebo über 4,5 Jahre behandelt. Bei 16,2 Prozent der mit Vitamin E behandelten Patienten und bei 15,5 Prozent der mit Placebo behandelten Gruppe traten in der Nachbeobachungsphase kardiovaskuläre Ereignisse (Herzinfarkt, Schlaganfall und Tod an kardiovaskulären Erkrankungen) auf. Auch bei den sekundären Endpunkten (instabile Angina pectoris, Herzinsuffizienz, Revaskularisation oder Amputation, Tod jeglicher Ursache, Diabetesfolgeschäden oder Krebs) waren keine signifikanten Unterschiede zu verzeichnen.The Heart Outtome Prevention Evaluation Study Investigators: Vitamine E supplementation and cardiovascular events in high-risk patients. N Eng J Med 2000; 342: 154-160.Dr. Salim Jussuf, Canadian Cardiovascu lar Collaboration Project Office, Hamilton Siehe auch die Empfehlungen der American Heart Association Recommendations Regarding Public Screening for Measuring Blood Cholesterol Expert Panel on High Blood Cholesterol in Adults High Blood Pressure Guidelines (JNC VI) JNC VI Quick Reference Card Clinical Guidelines on Overweight and Obesity
Zum Cholesterin siehe : Hebert PR, Gaziano JM, Chan KS, Hennekens CH.Cholesterol lowering with statin drugs, risk of stroke, and total mortality: an overview of randomized trials.JAMA.1997;278:313-321.MEDLINE Therapieempfehlungen der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft: Fettstoffwechselstörungen Metaanalysen kardiologisch-angiologischer Studien weisen auf eine Senkung zerebrovaskulärer Ereignisse unter Statin-Therapie hin . Die Bedeutung erhöhter Blutfettwerte und deren Behandlung für das Schlaganfallrisiko erscheint damit möglich, aber noch nicht zweifelsfrei geklärt, da hierfür zur Zeit noch kein Beleg aus einer randomisierten kontrollierten Studie mit dem Schlaganfall als primärem Endpunkt vorliegt. Die Indikationsstellung zur lipid-senkenden Therapie ergibt sich, der multifaktoriellen Genese kardio- und zerebrovaskulärer Erkrankungen entsprechend, nicht aus der Konzentration des LDL-Cholesterins allein, sondern unter Berücksichtigung anderer Risikofaktoren erst aus der Bewertung des individuellen vaskulären Gesamtrisikos.
Vitamine zur Schlaganfallvorbeugung. Vitamine sind das ganz große Geschäft. Vieles was versprochen wird, ist ganz einfach gelogen. Dennoch gibt es auch in der Schlaganfallvorbeugung nach seriösen Untersuchungen hoffnungsvolle Kandidaten.Unzweifelhaft ist, dass Ernährungsfaktoren in der Schlaganfallsentstehung eine Rolle spielen. Als wirksam erachtete Ernährungsfaktoren sind z.B.:, die Verminderung der Kochsalzaufnahme (senkt etwas den Blutdruck) oder möglichst oft Fisch statt Fleisch. Unzweifelhaft ist auch, dass Sport und Bewegung eine überaus wichtige schützende Funktion haben. Wie sieht es nun mit den Vitaminen aus? Vitamin B6, B12 und Folsäure Mangel können vermehrt Homozystein im Körper entstehen lassen. Homozystein wirkt giftig auf Endothelzellen (die auch die Gefäßwände auskleiden) und beeinflusst auch die Blutgerinnung, so dass bei Anstieg des Homozysteins das Arterioskleroserisiko und das Risiko für die Thrombusbildung ansteigt. In einer Vielzahl von Untersuchungen wurde Homozystein als eigenständiger und unabhängiger Risikofaktor für Herzinfarkte und Schlaganfälle festgemacht. Ein um 5 µmol/l höherer Homozysteinspiegel bedeutet für das Gefäßrisiko das gleiche wie ein 20 mg/dl höheres Gesamtcholesterin. Nach Schätzungen lassen sich etwa 10% des Bevölkerungsrisikos für Herzinfarkte und Schlaganfälle auf erhöhte Homozysteinwerte zurückführen. Einengungen der Halsschlagadern werden mit zunehmenden Homozystein-Konzentrationen häufiger. Stark erhöhte Plasmakonzentrationen von Homozystein sind selten, sind leichte Hyperhomozysteinämien bei 5 –7% der Bevölkerung zu finden. Die Einnahme von Folsäure und Vitamin B6 kann den Homozysteinspiegel senken bzw. normalisieren. Eine Mindestaufnahme von 400 µg Folsäure und 3,5 mg Vitamin B6 pro Tag reichen aus, um Homozysteinerhöhungen durch falsche Ernährung auszugleichen. In den USA wird diskutiert, Nahrungsmittel mit Folsäure anzureichern. Bei den seltenen erblichen Hyperhomozysteinämien müssen höhere Tagesdosen verabreicht werden. Ob durch die Vitaminsubstitution die Inzidenz und der Verlauf von kardiovaskulären Erkrankungen sich tatsächlich günstig beeinflussen lassen, ist bislang allerdings nicht gesichert, da Ergebnisse aus größeren Interventionsstudien noch nicht vorliegen. Da nach erhöhten Homozysteinspiegeln nicht immer gesucht wird, sollte man, zumindest wenn Schlaganfälle in der Familie bekannt sind, diesen Wert bestimmen lassen. Mit der Einnahme von Folsäure kann man wenig falsch machen. Bei Vit B6 kann es durchaus zu Überdosierungen kommen. Vorsicht ist auch geboten, um bei der Substitution nicht einen im Alter durch Resorptionsstörungen entstehenden Vit B12 Mangel zu maskieren, der dann latent zu anderen neurologischen Ausfällen führen kann. Die Aussichten sind gut, dass sich für Folsäure ein schützender Effekt nachweisen lassen wird, der bei wesentlich geringerem Nebenwirkungsrisiko dem von Aspirin ebenbürtig ist. Eine erhöhte Serum-Vitamin C-Konzentration soll das Risiko einen Schlaganfall zu erleiden senken, ein japanische Untersuchung sah jedenfalls eine direkte Beziehung zwischen hohem Vit. C- Blutspiegel und niedrigem Schlaganfallrisiko. Gemessen wurde der Blutspiegel, nicht die Art wie das Vit. C zu sich genommen wurde. Die zugrundeliegenden Mechanismen müssen noch näher untersucht werden. Mehrere Studien weisen darauf hin, dass die Ernährung mit Obst und Gemüse das Erkrankungsrisiko an einem Schlaganfall mindern kann . Als Wirkmechanismus gilt, dass die LDL-Oxidation durch Antioxidantien gestoppt werden kann. Auch eine Blutdruck-senkende Wirkung des Vitamin C wird diskutiert. Ob Vitamin C aus der Apotheke den selben Dienst tut, wie der Verzehr von Obst und Gemüse ist jedoch strittig. Die Framingham-Studie zeigte eine dosisabhängige Abnahme der Schlaganfallzahlen bei Anstieg der täglichen Menge von Frucht- und Gemüse-Aufnahme (OR 0,78). Die Analyse war bezüglich Bodymass-Index, Rauchen, Glukoseintoleranz, körperlicher Inaktivität, Blutdruck, Cholesterin, Kalorienaufnahme, Alkohol und Fettaufnahme adjustiert. Jeder Anstieg um 3 Frucht-Gemüsemahlzeiten (120 ml = 1/2 Becher) ging mit einer 22%igen Risikoverminderung von Schlaganfällen einher. Die Untersuchung versucht aber nicht die Langzeiternährungsgewohnheiten zu erfassen, sondern bezieht sich nur auf eine einmalige Erfassung der Portionen über einen 24-Stunden-Zeitraum vor der Basisuntersuchung. Zahlreiche Erklärungen werden angeboten. Diese beinhalten andere schädliche Ernährungskomponenten, die bei hohem vegetarischen Ernährungsanteil wegfallen, einen "gesunden Lebensstil"-Bias, antioxidative Effekte, erhöhten Kaliumgehalt der Ernährung oder erniedrigten Homozystein Plasmaspiegel durch erhöhte Folsäureaufnahme. Fazit: Zusammenfassend wird man derzeit noch raten, den Vitamin C- Bedarf beim Obst- und Gemüsehändler zu decken. Folsäure darf aus der Apotheke oder Drogerie kommen und ist durchaus für die empfehlenswert, die eine zusätzliche Vorbeugung betreiben wollen.
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