Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse

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Voraussetzungen für die Operation sind:

  • Der ischämische Insult oder die TIA sollten nicht länger als ein halbes Jahr zurückliegen.
  • Die Karotisstenose muß als Ursache des Insultes oder der TIA hinreichend sicher sein. Vorhofflimmern und intrakavitäre Thromben im Herzen sollten ausgeschlossen sein. (z.B. eindeutiger Grenzzoneninfarkt im CCT oder NMR)
  • Das neurologische Defizit darf nicht zu ausgeprägt sein.
  • Die Lebenserwartung des Patienten sollte nicht wesentlich vermindert sein. Operativ nicht behebbare instabile Angina pectoris, inkurable Malignome und andere schwere Begleiterkrankungen stellen absolute oder relative Kontraindikationen dar.
  • Die Operation darf nur von einem Team mit nachweislich niedriger operativer Komplikationsrate (<3%) durchgeführt werden. (In manchen Studien liegen die Komplikationsraten einzelner Abteilungen zwischen 7 und 25% in solchen Fällen ist kein Profit zu erwarten)
  • Stentimplantationen sind bisher experimentell und ohne gesicherten Nutzen (im Gegensatz zum Herzinfarkt). Dies ist möglicherweise in der unterschiedlichen Pathophysiologie begründet (siehe Tabelle oben). Die komplikationsrate der Stentimplantationen scheint ähnlich groß zu sein wie bei der Operation.

 

 

Prävention des Schlaganfalls bei Personen mit Stenosen der A. carotis interna nach Primär- und Sekundärprävention des ischämischen Insults (EB)Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft
Asymptomatische Stenosen Empfohlene Prävention 
Asymptomatische Stenose < 60 % Behandlung der Risikofaktoren
Asymptomatische Stenose > 60 % in ausgesuchten Einzelfällen Operation(z. B. progrediente Stenose)???
Verschluß und kontralaterale Stenose > 90 %  evtl. Endarteriektomie der Stenose (präventiver Effekt nicht nachgewiesen)
Stenose > 50 % und geplante große Operation (z. B. ACVB, Y-Bypass) keine Endarteriektomie
Symptomatische Stenosen
Symptomatische Stenose < 30 % Thrombozytenfunktionshemmer
Symptomatische Stenose > 30 % und < 70 % Thrombozytenfunktionshemmer, Dopplerkontrollen
Symptomatische Stenose > 70 % Endarteriektomie + Thrombozytenfunktionshemmer
Symptomatische Stenose > 70 %  und geplante große Operation Thrombozytenfunktionshemmer (z. B. ACVB, Y-Bypass) Endarteriektomie + Thrombozytenfunktionshemmer
(symptomatisch = TIA oder leichter Insult)

Medikamente

 

Ursache vieler Schlaganfälle ist die Bildung eines Thrombus an einer arteriosklerotischen Plaque oder einer hämodynamisch relevanten Stenose hirnversorgender Arterien. Zum einen kann es zu einer lokalen Thrombose aber auch zu einer arterio-arteriellen Embolie kommen. Eine Hemmung der Thrombenbildung kann sowohl durch den Einsatz von Plättchenfunktionshemmern als auch durch Antikoagulation erreicht werden. Bei den kardialen Embolien wirksam sind in erster Linie Antikoagulanzien,die das Risiko eines erneuten Schlaganfalls um bis zu 80% reduzieren. Bei lakunären Infarkten werden Thrombozytenfunktionshemmer gegeben. Zusätzlich sei im weiterenVerlauf eine konsequente Blutdruckabsenkung anzustreben.  Leider ist eine chronische Antikoagulation mit einer Vielzahl von Nebenwirkungen insbesondere Blutungskomplikationen behaftet und darüberhinaus für den Patienten aufgrund der regelmäßigen Kontrollen der Gerinnungswerte lästig. In der Langzeitprävention ist allerdings der Nutzen einer Antikoagulation mit einem INR- Wert von 3–4,5 bei Patienten mit Vorhofflimmern und TIA oder leichtem Schlaganfall belegt.