Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse

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Kumulatives Risko  für einen neuen Schlaganafall
Cumulatives Risko % Cumulatives Risko % für einen Herzinfarkt
TIA 1 Monat 5
1 Jahr 12
2 Jahre 20
3 Jahre 25
Nach Schlaganfall 1 Jahr 10- 18 7
2 Jahre 15- 26
3 Jahre 20- 34 19 nach 5 Jahren
Nach Vitanen et al. Eur neurol 1988 28,227

 

Rehabilitation

Typ Ziel
Krankengymnastik (KG) Gehen, Stizen, Hinliegen, von einer Bewegungsart zur anderen wechseln lernen.
Ergotherapie Essen, Trinken, Schlucken, Anziehen, Baden, Kochen, Lesen, Schreiben zur Toilette gehen lernen, Gedächtnistaining
Logopädie Sprechen und Kommunizieren lernen
Psychiatrische / psychotherapeutische Behandlung Abmildern emotionaler Probleme, begleitender Depressionen oder Affektlabilität.

Um die Wiederherstellung von Bewegungsfunktionen und ihre Anwendung im täglichen Leben bemühen sich Krankengymnasten und Beschäftigungstherapeuten ebenso wie die in das Therapiekonzept einbezogenen Angehörigen. Diese schwere Aufgabe erfordert viel Geduld und Ausdauer, um durch intensive Zuwendung den Patienten körperlich und geistig-seelisch zu aktivieren und ihn durch ständiges Bemühen zum Partner aufzubauen. Wichtig ist es dabei für den Betroffenen, die hilfreichen Hände zu ergreifen, doch mit dem Ziel, sie mit zunehmender Selbständigkeit wieder loszulassen. Im allgemeinen können gestörte Funktionen zumindest teilweise wiederhergestellt oder durch Ersatzstrategien ausgeglichen werden. Dazu müssen die Patienten vor allem krankengymnastisch, ergotherapeutisch und bei Sprachstörungen auch logopädisch behandelt werden. Diese Maßnahmen müssen so früh wie möglich eingeleitet werden, das heißt noch im Krankenhaus. Aber auch nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus bzw. der Rehabilitationsklinik benötigen viele Patienten noch Unterstützung in ambulanter Form-Wenn bestimmte Funktionen des Patienten nicht wiederhergestellt werden können, ist es wichtig, seine Wohnung und eventuell auch seinen Arbeitsplatz behindertengerecht umzugestalten. Voraussetzung für den Erfolg ist die aktive Beteiligung des Patienten an allen Maßnahmen. In den meisten Fällen lassen sich mit Hilfe der Krankengymnasten Laufen und Treppensteigen wieder lernen. Sehr oft besteht nach konsequenter Übungsbehandlung auch wieder eine gute Beweglichkeit des Armes.Etwas schwieriger ist die Behandlung der Feinmotorik.So kann es z.B.auch nach regelmäßigem Üben sehr schwierig sein,z.B.ein Glas zu greifen und zu heben. Häufig entstehen nach Schlaganfällen in den gelähmten Gliedmaßen eine sogenannte Spastik. Die einander entgegengesetzt wirkenden Muskeln verkrampfen sich unwillkürlich.Dadurch wird es sehr schwer,eine Bewegung sowohl aktiv als auch passiv durchzuführen. Mit Krankengymnastik kann man versuchen,diese Spastik der Muskulatur zu reduzieren oder sie sogar zu verhindern. Nach einem Schlaganfall verlieren viele Menschen das Gefühl für die gelähmten Körperteile.Sie müssen regelrecht neu lernen,den Arm oder das Bein zu spüren.Außerdem dürfen die gelähmten Körperteile nicht vernachlässigt werden,sondern sollen im Gegenteil besonders intensiv in das normale Leben mit einbezogen werden. Dies wird auch als „Wahrnehmungsschulung " bezeichnet..Das Vernachlässigen der kranken Seite ist ein häufiges Problem,dem immer wieder entgegengewirkt werden muß. Auch nach der Entlassung kann der Patient durch tägliches Üben zu seiner krankengymnastischen Rehabilitation beitragen.Die Krankengymnastik muß über lange Zeit durchgeführt werden, oft sogar ein ganzes Leben lang.So läßt sich verhindern,daß sich im Laufe der Zeit wieder falsche Bewegungsmuster einschleichen.

Unterstützung und Hilfe leisten verschiedene Behindertenverbände und Selbsthilfeorganisationen.

Die Bedeutung von Physiotherapie, Logopädie und Ergotherapie in der Behandlung kann nicht genug betont werden.

 

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