Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse

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Sexualstörungen

Sexualität hat eine  wichtige Bedeutung für unsere körperliches und seelisches Wohlbefindens

siehe auch unter vegetatives Nervensystem

Sexualität

Sexualität ist ein zentraler Aspekt des Menschseins während des gesamten Lebens. Sexualität beinhaltet Das Geschlecht, die Geschlechtsidentität, und die Geschlechtsrollen, die sexuelle Orientierung, Erotik, Spaß und Freude, Intimität und Fortpflanzung. Sexualität wird erfahren und ausgedrückt durch Gedanken, Phantasien, Wünsche und Begierden, Glauben und Einstellungen, Werte, Verhaltensweisen, Praktiken, Rollen und Beziehungen. Während Sexualität alle diese Dimensionen einschließen kann, werden diese nicht immer empfunden oder ausgedrückt. Sexualität wird beeinflusst durch eine Wechselwirkung zwischen  biologischen, psychologischen, sozialen, wirtschaftlichen, politischen, kulturellen, ethischen, gesetzlichen, historischen, religiösen und spirituellen Faktoren.

Sexuelle Gesundheit

Sexuelle Gesundheit ist ein Zustand des körperlichen, emotionalen, geistigen und sozialen Wohlbefindens in Bezug auf Sexualität, nicht nur ein Fehlen von Krankheit oder Funktionsstörungen. Sexuelle Gesundheit erfordert einen positiven und respektvollen Umgang mit Sexualität und sexuellen Beziehungen, und die Möglichkeit lustvolle und sichere sexuelle Erfahrungen zu machen, frei von Zwang und Gewalt,  oder Diskriminierung.  Um Sexuelle Gesundheit zu erreichen und aufrecht zu erhalten müssen die sexuellen Rechte von anderen Menschen respektiert, geschützt und erfüllt werden. 


Sexuelle Rechte

Sexuelle Rechte beinhalten die Menscherechte, die auch in den meisten nationalen Gesetzen, internationalen Menschenrechtsdokumenten und anderen Leitlinien festgelegt sind.  Sie beinhalten das Recht aller Menschen  frei von Zwang und Gewalt,  oder Diskriminierung:
 

  • Zugang zum höchsten erreichbaren Standard von sexueller Gesundheit, einschließlich Zugang zu sexuellen und Fortpflanzungsmedizinischen Gesundheitsdienstleistungen;
  • freien Zugang zu Informationen über Sexualität;
  • Sexualerziehung;
  • Respekt für die körperliche Integrität;
  • freie Partnerwahl;
  • freie Entscheidung sexuell aktiv zu sein oder nicht;
  • sexuelle Beziehungen nur im gegenseitigen Einvernehmen;
  • Heirat nur im gegenseitigen Einvernehmen;
  • freie Entscheidung ob und wann Kinder gewünscht werden
  • ein sicheres, lustvolles und befriedigendes Sexualleben zu führen; 
  • die verantwortungsvolle Ausübung eigener Menschenrechte und sexueller Rechte erfordert, dass die Rechte aller anderen Menschen respektiert werden;

Eigene nicht offizielle Übersetzung, nach: Department of Reproductive Health and Research (RHR), World Health Organization. These definitions do not represent an official WHO position, and should not be used or quoted as WHO definitions.
 

Mythen und Fakten zum Sexualverhalten in Zeiten von AIDS: Warum Enthaltsamkeit keine Lösung ist, weder in Industrienationen und schon gar nicht in der dritten Welt
Im Gegensatz zur Überalterung bei uns sind fast die Hälfte aller Menschen, die auf der Erde wohnen, unter 25 Jahren.
Programme, die nur auf Enthaltsamkeit setzten vermindern das Risiko einer HIV- Infektion in entwickelten Ländern nicht.

Sagt eine Metaanalyse von 13 Studien an denen 15940 US- amerikanische Jugendliche beteiligt waren.  Kristen Underhill et al., doi:10.1136/bmj.39245.446586.BE; BMJ published online 26 Jul 2007

Der vermehrte Einsatz von Kondomen in der Familienplanung in Entwicklungsländern vermindert auch das Risiko der HIV- Ansteckung. 340 Millionen Meschen stecken sich jährlich neu an Gonorrhoe, Syphilis, Chlamydien, oder Trichomonaden- Infektionen an. Fast 60% der Kondome benutzenden Frauen in Sub- Sahara- Afrika taten dies aus Gründen der Familienplanung.  A Lancet 2006; 368: 1788–93
jährlich haben mehr als 120 Millionen Paare den finanziell oder aus kulturellen oder familiären  Gegebenheiten heraus nicht erfüllbaren Wunsch nach Verhütung. Daraus resultieren 80 Millionen ungewollte Schwangerschaften, von denen 45 Millionen in Abtreibungen enden. Ungeschützter Sex ist der zweit bedeutendste Risikofaktor für Behinderung und Tod in armen den Ländern, in den entwickelten Ländern ist es der neunt bedeutsamste Risikofaktor für Behinderung und Tod. Lancet 2006; 368: 1595–607
Mehr als eine halbe Million Frauen stirbt jedes Jahr an Komplikationen von Geburten, hunderte von Millionen von Frauen bekommen durch Geburten jährlich Behinderungen. Obwohl die sexuelle Gesundheit ein ganz wesentlicher Faktor für die Morbidität und Mortalität der Menschen ist, wird sie fast überall zuwenig beachtet. Zunehmende Aktivitäten konservativer Politiker und religiöser und kultureller Führer unterminieren die Aktivitäten vernünftiger  Gesundheitspolitik und machen die Fortschritte der letzten Jahre durch die International Conference on Population and Development (ICPD) in Kairo 1994 zunichte. 
Gewalt gegen Frauen ist eine der wesentlichsten  Gesundheitsgefahren für Frauen weltweit

 

Wann von einer sexuellen Funktionsstörung gesprochen wird, ist einem kulturellen und gesellschaftlichem Wandel unterzogen. Individuelle Ansprüche an eine erfüllte Sexualität hängen auch von Erwartungen ab, wie sie in modernen Massenmedien geweckt werden. Der Vergleich in Aspekten der Intimsphäre, die in früheren Zeiten Tabu war, ist öffentlich geworden. Nicht alle Informationen, die Einfluss nehmen, sind seriös. Sexuelle Funktionsstörungen werden nach heutiger Auffassung überwiegend in Relation zu den Bedürfnissen des Einzelnen gesehen. Vieles was in früheren Zeiten noch als Paraphilie galt, gilt gemeinhin heute als Bestandteil der Normalität, und ist dennoch für den Einzelnen noch belastend. Mit allen damit verbundenen Vor- und Nachteilen werben Pharmafirmen auch in öffentlich rechtlichen Sender und im Kino inzwischen für ein Problembewusstsein bezüglich Erektionsstörungen, je nach Interesselage und neuen Angeboten der Industrie wird man sich hier auf weitere Themen einstellen müssen. Die Bewertung der individuellen Paarbeziehung hat sich in den letzten Jahrzehnten erheblich geändert, sie ist für viele kein selbstverständliches natürliches Lebensziel mehr, die Erwartungen an den Partner haben sich noch mehr verändert, all dies auch mit erheblichem Wandel in den formulierten sexuellen Bedürfnissen. Der Einfluss der Kirchen geht gesellschaftlich zurück, vergesellschaftet mit einem Rückgang von Tabus. AIDS scheint zwischenzeitlich einen prägenderen Einfluss auf Werte zu haben als Institutionen. Die Angst vor dieser Seuche hat das Verhalten verändert, wenngleich immer noch nicht so weit wie zu wünschen wäre. Immerhin 71 Prozent der Mädchen und 66 Prozent der Jungen schützen sich inzwischen beim ersten Geschlechtsverkehr mit einem Kondom, 1980 waren dies in Deutschland noch 32 bzw. 28% (BZgA 2006).  In einer breit angelegten Untersuchung zu Gesundheit und sozialer Situation in den USA wurden 1749 Frauen und 1410 Männer, die eine demographisch repräsentative Stichprobe der amerikanischen Bevölkerung darstellen, sieben Fragen zu sexuellen Funktionen und sexuellem Erleben gestellt. Die Autoren  berichten eine sehr hohe Gesamtprävalenz sexueller Dysfunktionen, die bei Frauen höher (43%) ist als bei Männern (31%). Bei der Frau nehmen sexuelle Probleme mit Ausnahme von Lubrikationsstörungen mit dem Alter ab, beim Mann nehmen sie zu, insbesondere Erektionsschwierigkeiten und fehlendes sexuelles Interesse. Überhaupt scheint es eine zunehmende Tendenz dazu zu geben, dass Männer über fehlendes sexuelles Interesse klagen. Alter bleibt die wesentlichste Ursache für sexuelle Dysfunktionen, nimmt man allerdings nicht nur den Geschlechtsverkehr als Kriterium, sondern verwendet eine breitere Definition sexueller Dysfunktionen, die Berührungen, Liebkosungen, und Masturbation einschließt, berichten alte Männer eher einen Anstieg ihrer sexuellen Aktivität. Auch Übergewicht reduziert nicht nur die allgemeine körperliche Fitness, auch die Häufigkeit einer Impotenz oder erektilen Dysfunktion nimmt mit dem Übergewicht zu. Bei Gewichtsreduktion und körperlichem Training bessert sich auch die sexuelle Fitness, die Erektionsstörungen gehen zurück. JAMA. 2004;291:2978-2984. ABSTRACT | FULL TEXT | PDF  Sexualität im Alter: Bei einer Befragung von 3000 US- Bürgern zwischen 57 und 85 Jahren bezeichneten sich 73% der 57 -64 jährigen als sexuell aktiv, bei den  65-74jährigen waren es noch 53%, bei den 76-85jährigen noch 26%.  Die Hälfte der befragten Alten gab an mindestens ein sexuelles Problem zu haben. Bei den Frauen war dies bei 43% mangelndes Verlangen, bei 39% mangelnde vaginale Lubrikation und bei 34% eine Anorgasmie. Bei den Männern bestand bei 37% eine erektile Dysfunktion, 14% der Männer setzten Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel ein um ihre Sexualfunktion zu verbessern. Ältere Menschen, die sich krank fühlten, waren seltener sexuell aktiv. Ganze 38% der Männer und 22% der Frauen hatten seit ihrem 50. Lebensjahr mit ihrem Arzt über sexuelle Schwierigkeiten gesprochen.  (N Engl J Med 2007;357:762-74.). Die Diagnose einer Impotenz wird bei Männern seit Einführung von Viagra 2-3x häufiger gestellt, was sicherlich nicht mit einer objektiven Zunahme, sondern mit der größeren Bereitschaft Hilfe zu suchen, aber auch mit höheren Ansprüchen an das Sexualleben zu erklären ist. James A Kaye, BMJ 2003;326:424-425 ( 22 February ) Verheiratete Frauen und Männer berichteten signifikant seltener über sexuelle Probleme als unverheiratete Personen. Je höher der Ausbildungsstand war, desto seltener wurden sexuelle Probleme angegeben. Die Häufigkeit sexueller Probleme nahm bei herabgesetztem körperlichem und psychischem Allgemeinzustand zu; die Lebensqualität wurde ­ besonders bei Frauen ­ durch sexuelle Probleme reduziert. Die Zahlen der in Jama veröffentlichten Studie werden allerdings vielfach kritisiert. Gefragt worden waren 1500 Frauen mit Fragen die sie nur bejahen oder verneinen konnten. Die Frage war ob eines von 7 Problemen über einen Zeitraum von 2 Monaten oder mehr im letzten Jahr auftrat,  Mangel an sexueller Lust, Angst bezüglich der sexuellen Performance, Schwierigkeiten mit der Lubrikation. So die Frauen zu einem der Probleme ja antworteten  wurden sie der Gruppe mit sexuellen Störungen zugeordnet. Kritisiert wird, dass hier "Normalphänomene" nicht berücksichtigt wurden. Die Tatsache, dass Stress, Müdigkeit, Partnerschaftsprobleme .. zu  einem vorübergehenden Nachlassen der sexuellen Lust führen, ist nach Ansicht vieler Autoren nicht als Krankheit, sondern als gesunde Reaktion zu verstehen. Fast jeder Kongress bei dem sexuelle Störungen definiert werden, wird von mehreren Pharmafirmen finanziert. Dies sollten teilweise gar die Hälfte der Teilnehmer stellen. Fast alle namhaften Autoren auf dem Gebiet werden entsprechend gesponsert. Allerdings zeigen Studien sehr eindeutig, dass niedriges Selbstwertgefühl, ein negatives Selbstbild, Stimmungslabilität, und eine Neigung sich Sorgen zu machen oder Angst sehr häufig mit der Angabe eines wenig befriedigenden Sexuallebens oder dem entsprechenden subjektiven Empfinden einhergehen. Bei Angst und schlechter Stimmung lässt auch das sexuelle Verlangen nach. Bei einer Umfrage berichteten die Hälfte aller depressiven Frauen je über eine verminderte Libido, Schwierigkeiten ein feuchte Scheide zubekommen,  und auch beim Sexualkontakt erheblich verminderte sexuelle Gefühle. Hinzukommt, dass auch die in der Behandlung eingesetzten Antidepressiva teilweise in einem hohen Prozentsatz die Libido vermindern und auch andere Sexualstörungen begünstigen können. Hormonelle Störungen in den Wechseljahren können bei Männern und Frauen das sexuelle Erleben beeinträchtigen, insbesondere kann der Abfall des Testosteronspiegels bei beiden Geschlechtern zu einer Minderung des sexuellen Lust führen.  Sexuelle Bedürfnisse werden von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst. Am Beginn einer sexuellen Erfahrung muss nicht unbedingt das Ziel oder ein sexuelles Bedürfnis an sich stehen. Die Motivation sich auf eine sexuelle Handlung einzulassen ist komplex, sie schließt besonders bei Frauen eine zunehmende emotionale Nähe mit dem Partner ebenso ein, wie ein allgemein verbessertes Wohlbefinden, und in der Situation verbessertes Selbstwertgefühl durch das Gefühl attraktiv, weiblich/männlich zu sein, begehrt, respektiert und geliebt zu werden. Auch die Abnahme von Gefühlen der Angst oder der Schuldgefühle über ein nicht befriedigen der Wünsche des Partners kann die Bereitschaft zu einer sexuellen Handlung fördern.

Problem bei Frauen

% mit dem Problem

Mangelndes sexuelles Interesse

21

Unfähigkeit einen Orgasmus zu erleben

16

Probleme mit der Lubrikation

16

Kein Spaß am Sex

15

Schmerzen beim Verkehr

10

Problem bei Männern  
Vorzeitige Ejakulation

14

Erektionsschwierigkeiten

10

Kein Interesse an Sex

9

Unfähigkeit einen Orgasmus zu erleben

7

Kein Spaß am Sex

6

mindestens ein Problem

28

27516 weltweit befragte Menschen zwischen 40 und 80 Jahren mit einem Durchschnittalter von 53-57 Jahren, 75-90% der befragten Männer und 50-70% der befragten Frauen hatten in den letzten 12 Monaten Verkehr:  A Nicolosi et al. Sexual behaviour and sexual dysfunctions after age 40: the global study of sexual attitudes and behaviours. Urology 2004 64: 991-997 .

 H.H.J. Leliefeld, H.J. Stovelaar and J. Mcdonell , Sexual function before and after various treatments for symptomatic benign prostatic hyperplasia. BJU Int 89 (2002), pp. 208–213,Vahan S Kassabian, Sexual function in patients treated for benign prostatic hyperplasia, The Lancet, 361,9351, 4 Jan 2003, Seite60-62.)Bretschneider JG, McCoy NL. Sexual interest and behavior in healthy 80 to 102 year olds.  Arch Sex Behav 1988; 17: 109-29.Marsigho W, Donnelly D. Sexual relations in later life: a national study of married persons.  J Gerontol 1991; 46: 5338-44. Diokno AC, Brown MB, Herzog AR. Sexual function in the ederly.  Arch Intern Med 1990; 150: 197-200.JAMA / volume:281 (page: 537)Sexual Dysfunction in the United States: Prevalence and Predictors Edward O. Laumann, PhD; Anthony Paik, MA; Raymond C. Rosen, PhDFebruary 10, 1999   FULL TEXT      PDF (219K) und JAMA / volume:282 (page: 1229)Sexual Dysfunction in the United States Paul G. Cohen, MD Raymond C. Rosen, PhD; Edward O. Laumann, PhD; Anthony Paik, MA October 6, 1999   FULL TEXT    PDF (189K) Ray MoynihanThe making of a disease: female sexual dysfunction BMJ 2003; 326: 45-47. [Full text] [PDF]  Rosemary Basson, Women's sexual dysfunction: revised and expanded definitions CMAJ • May 10, 2005; 172 (10). doi:10.1503/cmaj.1020174.


Sexualstörungen lassen sich in Funktionsstörungen, Paraphilien und Identitätsstörungen einteilen. Obwohl häufiger Gegenstand des Interesses in den Medien, spielen Paraphilien und Identitätsstörungen nur bei einer Minderheit von Menschen eine Rolle. Sie werden auf dieser Seite nicht abgehandelt, näheres dazu finden Sie im Glossar (z.B. Paraphilien, Transsexualität). Funktionsstörungen meinen Lustlosigkeit (Libidomangel), Erektions- und Lubrikationsstörungen sowie Orgasmus und Ejakulationsstörungen.

Sexuelle Funktionsstörungen können viel Ursachen haben. Oft mischen sich organische (auch eine Vielzahl neurologischer urologischer, endokrinologischer und gynäkologischer Erkrankungen kann mitbeteiligt sein) und psychologische Faktoren. Selten, dass nur ein Aspekt schuld ist. Sexualstörungen sind ein Symptom. Häufig wird zuwenig bedacht, dass sexuelle Funktionsstörungen auch ein Hinweis auf eine körperliche Krankheit sein können. Sexuelle Funktionsstörungen können ein Hinweis auf eine Arteriosklerose sein und einem Herzinfarkt um ein paar Jahre voraus gehen. Sexuelle Funktionsstörungen bessern sich oft mit Besserung vaskulärer Risikofaktoren, wenn Übergewichtige an Gewicht abnehmen, bessert sich häufig auch die sexuelle Funktionsstörung.  JAMA 2004;291:2978-84, BMJ 2004;329:1366 Extract] [Full text Entsprechend der Vielzahl der möglichen Ursachen sollte die Behandlung ausgerichtet sein. Viagra® ist sicher eine kleine Revolution der Behandlungsmöglichkeiten. Es ist weder die einzige, noch immer die Beste. Apomorphin, (Ixsense® und Urprima®) waren schnell folgende Behandlungsalternativen, sind aber immer noch nicht das ideale Therapeutikum für den Mann mit Potenzproblemen. Apomorphin ist eigentlich ein im ZNS an den Dopaminrezeptoren wirkendes Parkinson- oder Brechmittel, in den niedrigen Dosen, die bei Potenzstörungen erforderlich sind, verursacht es nur selten Brechreiz.  Der Markt in der Behandlung der Orgasmusschwierigkeiten der Frau tut sich gerade erst auf, und wird durch das intensive mediale Bemühen der Pharmaindustrie sicherlich ähnliche Dimensionen annehmen können wie bei Männern. Über 17 000 000 Männer haben bisher laut dem Hersteller Pfizer Viagra verschrieben bekommen, der Verkauf hat 2001 um 13% auf 1,5 Milliarden US $ zugenommen.   Hormonersatztherapien für Männer haben weiter Auftrieb, trotz schlechter Nachrichten bezüglich der Nebenwirkungen in der Behandlung der Wechseljahrsprobleme der Frauen. Der Einsatz von Medikamenten zur Verbesserung der Sexualfunktion dient genauso oft zur Kompensation organischer Probleme, wie der Verdeckung von Versagensängsten. Letzteres muss nicht nachteilig sein, da wenn es denn wieder mit Viagra® funktioniert hat, manchmal auch der Teufelskreis der Versagensängste erst einmal durchbrochen ist, und es dann auch wieder ohne medikamentöse Hilfe funktioniert. Wesentlicher Einsatzpunkt ist zwar die Kompensation der im Alter nachlassenden Manneskraft, gerade aber auch für junge Männer mit chronischen Krankheiten, die Potenzstörungen bedingen können, wie Diabetes m. oder Multiple Sklerose ermöglichen diese Medikamente oft etwas mehr Normalität (bei allerdings hohen Kosten für den Einzelnen). Ob die Erwartungen an die Performance durch den Einsatz dieser Medikamente bereits allgemein gestiegen ist, ist noch nicht ausreichend untersucht, darf aber zumindest mittelfristig erwartet werden. Ob hieraus neue Versagensängste entstehen können, bleibt ebenfalls noch offen. Der Eindruck, dass es sich um etwas künstliches handelt besteht offensichtlich bei den meisten nicht. Die Akzeptanz dieser Medikamente ist trotz anfänglich sehr kontroverser Diskussion hoch. Das Wissen über die Nebenwirkungen ist bei Patienten meist gut, Unvernunft spielt bei Gesunden Menschen in bestimmten Szenen durch die Benutzung von stickstoffhaltigen "Poppern" eine größere Rolle als bei alten Männern, die an einer chronischen Herzkranzgefäßerkrankung leiden und Nitropräparate nehmen müssen.

Sexuelle Funktionsstörungen sind ein Symptom. Wenn psychische Aspekte eine wesentliche Rolle spielen, kommt der Paardynamik oft eine wichtige Rolle zu. Es gibt keine bestimmte psychische Störung, die sexuelle Funktionsstörungen begünstigt, und man findet auch bei Patienten mit psychogenen sexuellen Funktionsstörungen nicht notwendigerweise andere gravierendere psychische Störungen. Bekannte organische Ursachen schließen eine psychogene Mitbeteiligung nicht aus,  hat es einmal nicht funktioniert, aus welchem Grund auch immer, ist besonders bei unter Erfolgsdruck stehenden Männern die Angst vor erneutem Versagen häufig der entscheidende Grund für das weitere Versagen. Die durch die Eltern oder die Kultur /Religion vermittelten Werte können das aktuelle Sexualverhalten beeinträchtigen. ("Moralisten sind Menschen, die sich dort kratzen, wo es andere juckt."). Wird z.B. Geschlechtsverkehr als unmoralisch angesehen, ist es weniger wahrscheinlich, dass Sexualität genossen werden kann. Wurden frühere sexuelle Aktivitäten als beängstigend oder demütigend erlebt, wird das spätere lustvolle Erleben von Sexualität erschwert. Unzureichende Kenntnis des eigenen Körpers z.B. durch fehlende Masturbationserfahrungen   können zu Unsicherheiten führen, die das Sexualverhalten beeinträchtigen. Auch die  Angst von Schwangerschaft oder einer Geschlechtskrankheit behindert oft eine befriedigende Sexualität. Die Fixierung auf die alleinige organische Ursache chronifiziert dieses Problem oft. Ebenso kann natürlich eine Fixierung (auch durch den Therapeuten) auf alleine psychologische Hintergründe unter Ablehnung von einfachen Hilfsmitteln und praktischer sexologischer Beratung zu einer Chronifizierung beitragen. Die Behandlung sexueller Funktionsstörungen ohne dass spezielle sexualtherapeutische Therapiemethoden, wie sie beispielsweise von Masters und Johnson oder Helen Kaplan Singer beschrieben wurden, mitberücksichtigt werden ist nur selten adäquat. Andererseits ist die zunehmende "Medikalisierung und Mechanisierung" der Sexualität nicht unbedingt die ideale Lösung des Problems. Eine Erektionsstörung wird immer häufiger als rein "mechanistisches" Problem betrachtet, und Patienten verlangten vom Arzt die Spritze oder Pille dagegen. Oft reicht jedoch schon Aufklärung vollkommen aus. So haben Frauen häufig den Wunsch "nach einer anderen Sexualität mit mehr Abwechslung und mehr Zärtlichkeit". Die Sexualpartner müssen sich vom "Leistungsdenken" befreien. Noch zu wenig berücksichtigt wird bei der Behandlung von Patienten mit Sexualstörungen der interdisziplinäre Ansatz. Frauen sollten bei der Behandlung stärker miteinbezogen werden. Oft liegt Sexualstörungen - sowohl  männlichen als auch der weiblichen - eine Störung der Paarbeziehung zugrunde. Die Wünsche und Vorstellungen über eine befriedigende Sexualität sind individuell sehr unterschiedlich,: "Von sieben Mal im Leben bis zu sieben Mal am Tag kommt alles vor." Partnerschaften bestehen oft zwischen Menschen mit ganz unterschiedlichen Vorstellungen und Wünschen, die in der Phase der ersten Verliebtheit jedoch nicht wahrgenommen werden. Ursache vieler sexueller Probleme in Partnerschaften sei die mangelnde Kommunikation darüber. Vergleichs- und Zählzwang, von den Medien begünstigt, herrscht zum Teil in Partnerschaften und erzeugt Leistungsdruck. Zitat: "Ich frage mich, warum heute hinsichtlich der Sexualität alles so sportlich geworden ist." (Hildegard Knef). Nach einer Online Umfrage an der  13483 Männer und Frauen jeden Alterns teilnahmen hatten 17% haben in einem Zeitraum der letzten vier Wochen überhaupt keinen Sex mit ihrem Partner. Die absolute Mehrheit der Paare hat maximal einmal Sex pro Woche (bzw. vier mal in vier Wochen) (theratalk. de/). In der Partnerschaft ist die Häufigkeit überwiegend bei ungleich verteilter Lust ein Problem.  Die Vorstellung, dass bei Frauen die Libido per se geringer sei als bei Männern, lässt sich  inzwischen nicht mehr aufrechterhalten. So klagten vor 20 Jahren Frauen noch häufiger, ihre Partner wollten zu oft sexuellen Verkehr. Inzwischen hat sich das Geschlechterverhältnis hier allerdings ausgeglichen. Heute klagen ungefähr ebenso viele Frauen wie Männer über die Lustlosigkeit ihres Partners. "Große Leidenschaften sind wie Naturkräfte. Ob sie nutzen oder schaden, hängt nur von der Richtung ab, die sie nehmen."

Ein Beispiel über das Zustandekommen psychogener Sexualstörungen gibt das Diagramm unten .

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Auch Menschen, die an einer chronischen Krankheit leiden haben Anspruch auf ein Sexualleben.

Eine Vielzahl von Medikamenten und Genussmitteln/Drogen beeinflussen das Sexualerleben. Dies gilt auch für viele Psychopharmaka.  Medikamente die den Prolaktinspiegel beeinflussen aber auch Alpha1 adrenerge Antagonisten können zu verschiedenen Sexualstörungen führen. So sind beispielsweise unter verschiedenen atypischen Neuroleptika auch retrograde oder ausbleibende Ejakulationen berichtet, manche Antidepressiva verlängern die Zeit bis zur Ejakulation, andere können zu verringerter, wieder andere auch zu vermehrter sexueller Lust führen. Auch dramatische Symptome wie ein Priapismus (z.B. unter Clozapin, Olanzapin, Trazodon,..) sind als Nebenwirkung von Medikamenten möglich. An den Anfang einer Sexualanamnese gehört deshalb auch eine Medikamentenanamnese. Sexualität und chronische Krankheiten werden ein zunehmend wichtigeres Thema. Impotenz und Lustlosigkeit sind kein Schicksaal mehr, das zwangsläufig bei einer chronischen Krankheit dazu gehört. Die zunehmende Emanzipation von chronisch Kranken stärkt deren Selbstwertgefühl, trägt darüber zu einem vermehrten sexuellen Verlangen bei. Wenngleich die bessere Akzeptanz einer Krankheit an sich bereits das Sexualleben verbessern kann, so ist doch bei vielen körperlichen Erkrankungen eine organische Sexualstörung Teil der Symptomatik der Grunderkrankung. Zunehmend werden Studien durchgeführt, die den Nutzen von auch sonst üblichen Sexualtherapeutika auch bei chronisch Kranken belegen. Beispiel: 5–10% der Männer mit Diabetes Typ 1 leiden unter Potenzstörungen, in einer Studie mit 188 Patienten zeigte Sidenafil bei dieser Patientengruppe unabhängig von der Schwere der Potenzstörung einen guten Effekt. Interessant ist, dass hier auch ein deutlicher Effekt eines Placebos vorhanden war. Über eine verbesserte Erektion berichteten 66,6 % unter Sidenafil und immerhin 28,6% unter Placebo, erfolgreiche Versuche eines Geschlechtsverkehrs berichteten mit Sidenafil 63% unter Placebo 33%. Nebenwirkungen waren meist leicht bis mäßig, Kopfschmerzen 20% unter Viagra und. 8% unter Placebo, Flushing 18% unter Viagra und 3% unter Placebo, und Verdauungsstörungen 8% unter Viagra und 1% unter Placebo. Ähnliches gilt auch für andere chronische Krankheiten wie Multiple Sklerose, , Polyneuropathien, , Schmerzkrankheiten, Verletzungen des Rückenmarks, Nierenversagen und Dialyse, Herzkreislaufkrankheiten, aber auch für psychische Störungen. Es sollte dabei allerdings nicht nur auf die Wirkung von Medikamenten vertraut werden. Bekanntermaßen kann beispielsweise Viagra durchaus auch ernsthafte und manchmal auch tödliche Nebenwirkungen haben. Informieren Sie sich über die Auswirkungen Ihrer speziellen Erkrankung, ihrer Medikamente und Ihres Alters auf die Sexualität. Auch wenn Sie eine Krankheit haben, bedenken Sie, dass auch andere Gründe für die Funktionsstörung wichtig sein können. Monotone sexuellen Beziehungen, Überlastung durch berufliches Engagement oder allgemeine Überbeanspruchung kann ebenso die Lust zum Erliegen bringen wie zu reichliches Essen und Trinken, Rauchen und allgemein nachlassende körperliche Fitness oder hohes Alter. Erfüllte Sexualität ist von vielen Faktoren abhängig. So lange es keine Probleme damit gibt, muss man sich um diese Faktoren keine Gedanken machen. Wenn Probleme auftreten, ist es oft sinnvoll, sich zunächst um die nahe liegenden allgemein gültigen Bedingungen zu kümmern.

Bronwyn G.A. et al. Sildenafil Citrate for Treatment of Erectile Dysfunction in Men With Type 1 Diabetes: Results of a randomized controlled trial, Diabetes Care 2003 26: 279-284. P. S. Masand, A. K. Ashton, S. Gupta, and B. Frank Sustained-Release Bupropion for Selective Serotonin Reuptake Inhibitor-Induced Sexual Dysfunction: A Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled, Parallel-Group Study Am. J. Psychiatry, May 1, 2001; 158(5): 805 - 807.  [Abstract] [Full Text] T. TERAO Female Sexual Dysfunction and Antidepressant Use Am. J. Psychiatry, February 1, 2001; 158(2): 326- - 327. [Full Text]  D. Baldwin and A. Mayers Sexual side-effects of antidepressant and antipsychotic drugs Advan. Psychiatr. Treat., May 1, 2003; 9(3): 202 - 210. [Abstract] [Full Text] [PDF]  S. MACDONALD, J. HALLIDAY, T. MacEWAN, V. SHARKEY, S. FARRINGTON, S. WALL, and R. G. McCREADIE Nithsdale Schizophrenia Surveys 24: sexual dysfunction: Case--control study Br. J. Psychiatry, January 1, 2003; 182(1): 50 - 56. [Abstract] [Full Text] [PDF]  C. Abbasian Sexual dysfunction and antipsychotics Br. J. Psychiatry, October 1, 2002; 181(4): 352 - 352.  [Full Text] SHUBULADE SMITH, VERONICA O'KEANE, and ROBIN MURRAY Sexual dysfunction in patients taking conventional antipsychotic medication  Br J Psychiatry 2002 181: 49-55. [Abstract] [Full Text Smith, S. & Henderson, M. (2000) What you don't know won't hurt you. Information given to patients about the side-effects of antipsychotic drugs. Psychiatric Bulletin, 24, 172 -174.

 

Strategien zu Verbesserung des Sexuallebens- nicht nur für chronisch Kranke

  • Halten Sie sich körperlich fit
  • Planen  Sie Ihre sexuellen Aktivitäten zu Zeiten an denen Sie ausgeruht sind, Sie und Ihr Partner wirklich Zeit haben.
  • Sorgen Sie dafür, dass Sie ungestört sind, die Schwiegermutter oder die Kinder, die ohne anzuklopfen ins Schlafzimmer treten können machen jeden sexuellen Kontakt unmöglich. Überlegen Sie ob sie das Telefon für diese Zeit ausstecken oder abschalten.
  • Lernen Sie Ihre sexuellen Wünsche zu formulieren, sagen Sie Ihrem Partner was Ihnen gefällt oder zeigen Sie es ihm einfach, in dem Sie seine Hand führen.
  • Erogene Zonen gibt es nicht nur an den Genitalien, überall an Ihrem Körper lauern noch unbekannte Punkte der Lust.
  • Versuchen Sie konsequent auch allgemein zärtlicher zu Ihrem Partner zu sein, Sie sensibilisieren dadurch Ihre sensiblen Wahrnehmungen,
  • Ein schön vorbereitetes Abendessen (am besten gemeinsam vorbereitet), Ihre Lieblingsmusik,  attraktive Wäsche,... machen Sie sich Gedanken wie Sie sich selbst attraktiver fühlen, was Ihrem Partner gefällt, wie sie zeitig signalisieren können, dass Sie heute Lust haben.
  • Experimentieren Sie mit verschiedenen Positionen, suchen sie sich die bequemste Position aus, nutzen Sie Kissen...Experimentieren Sie mit Ihren Phantasien und den Phantasien Ihres Partners, scheuen Sie sich nicht auch einen Vibrator oder andere Hilfsmittel zur Stimulation in Ihr Sexualleben zu integrieren.
  • sexuelle Phantasien sind die Grundlage für ausgelebte sexuelle Bedürfnisse, wenn Sie Ihre Phantasien schuldgefühlshaft erleben sollten Sie einen Psychotherapeuten aufsuchen. Überprüfen Sie Ihre Einstellungen zur Sexualität.
  • Bei sexuellen Funktionsstörungen gibt es keinen unbeteiligten Partner, man kann sie immer dann am besten behandeln wenn, beide mithelfen.
  • Partnerkonflikte gibt es in jeder Beziehung, lernen Sie darüber zu sprechen und die Konflikte zu lösen ohne sich gegenseitig zu kränken.
  • Gefühle die nichts mit Sexualität zu tun haben, stören oft die Sexualität, Angst, Wut, Ärger .. auf den Partner sind schlecht mit erfüllter Sexualität vereinbar.
  • Erektionsprobleme haben manchmal mit Ängsten zu tun, die Erwartungen der Partnerin sind meisten nicht so sehr auf die "Leistung" ausgerichtet wie dies befürchtet wird. Wenn Erektionsprobleme wegen Ängsten ganz im Vordergrund stehen, ist oft eine Zeit der Zärtlichkeit ohne eigentliche sexuelle Kontakte gefolgt von "Empfindungsfokussierung" ohne Koitus sinnvoll um die Ängste und den Erfolgsdruck zu reduzieren. Dies nützt aber nur, wenn es zwischen den Partnern gut besprochen ist.
  • Nutzen Sie Gleitcremen (besonders, wenn Schmerzen auf eine mangelnde Lubrikation zurück zu führen sind), Partnermassage, Massageöle, Musik, wenn Sie es mögen zünden Sie eine Kerze an, ..schaffen Sie eine angenehme Atmosphäre
  • Meiden Sie Extremtemperaturen
  • Nutzen Sie die Selbstbefriedigung, wenn Sie Lust dazu haben, dies reduziert Ängste, und macht ausgeglichener. Masturbationserfahrungen sind eine gute Möglichkeit den eigenen Körper kennen zu lernen. Sie können auch die sexuelle Reaktionsbereitschaft verbessern. Es ist immer noch nicht in den letzten Winkel gedrungen: Masturbation schadet nicht , weder in der Kindheit noch bei verheirateten Erwachsenen. Auch die Vermutung, dass häufige Ejakulationen Prostatakrebs begünstigen könnten ist falsch. Jama 2004
  • Tabakgenuss vermeiden- Zigaretten machen impotent, reduzieren die Lust und machen Mundgeruch und Luftnot beim Verkehr
  • Schränken Sie Ihren Alkoholkonsum ein, verschieben Sie Ihre sexuellen Aktivitäten auf einen Zeitpunkt von mindestens 2 Stunden nach dem letzten Alkoholgenuss
  • Sex wie jede andere körperliche Aktivität funktioniert mit vollem Bauch schlechter, halten Sie zeitlichen Abstand zu den großen Mahlzeiten
  • Wenn Sie über 50 sind, Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck... haben, lassen Sie sich ärztlich untersuchen und lassen Sie sich vor Nutzung von Medikamenten wie Viagra ausführlich ärztlich beraten. Dies gilt in besonderem Maße, wenn Sie unter einer Angina pectoris leiden und Medikamente nehmen müssen, oder wenn Ihr Bluthochdruck schlecht einstellbar ist.
  • Wer unter Schmerzen leidet, sollte eventuell 30 min vor der sexuellen Aktivität ein Schmerzmittel nehmen. Ähnlich wenn Sie unter Asthma leiden, Nutzen Sie im Zweifel vor dem Verkehr ihr Spray. Sprechen Sie mit Ihrem Partner, manchmal ist es sinnvoller wenn der kranke Partner die passivere Position einnimmt.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Arzt ob Medikamente, die ursächlich für Ihre Sexualstörung sein könnten, nicht durch andere ersetzt werden können.
  • Wenn Sie unter einer Depression oder einer Angsterkrankung leiden, begeben Sie sich in Behandlung, meistens nimmt die Sexuelle Lust zu, wenn die psychische Störung besser ist.
  • Scheuen Sie sich nicht, wenn Sie Problem mit Ihrem Sexualleben haben, sich beraten zu lassen, wenn es nötig ist, sollten Sie sich auch auf eine Psychotherapie einlassen.
  • Wenn die Angst körperlich mangelhaft zu sein, zu kleiner Penis, zu kleine Brust, zu dicker Hintern.. einer erfüllten Sexualität im Wege steht, bestehen oft auch andere behandlungsbedürftige Minderwertigkeitsgefühle, Sie sollten einen Psychotherapeuten oder einen Facharzt für Psychiatrie aufsuchen.
  • Nutzen Sie Selbsthilferatgeber
     

 

Ursachen von Potenzstörungen

organisch

(50–80%)

davon

endokrin (ca. 3%)

Vaskulär (ca. 65%) gemeint Durchblutungsstörungen bei Diabetes m., Hochdruck, Rauchen u.a. (z.B.30-45% der Diabetiker)

oder auch neuropathisch, MS, traumatisch, toxisch/iatrogen

nicht-organisch

(20–50%)

psychogen

                                                                               gemischt   (ca.60-70%)

Die Gesamtzahl ergibt mehr als hundert, wegen der Überschneidungen. Die Häufigkeitszahlen in der Literatur wechseln, je nach Fach und Einstellung des Untersuchers.  Die Wechselwirkung zwischen organischen und psychischen Faktoren kann aus meiner Sicht nur unterschätzt werden. Nur von  einer der beiden Seiten das Problem zu sehen und anzugehen ist nur bei raschem Erfolg einer Initialbehandlung zu rechtfertigen. Ein typisches Beispiel für eine Kontroverse ist das Problem ob Prostatavergrößerungen mit Sexualstörungen einhergehen. Während einige Autoren und Untersuchungen behaupten es gäbe einen solchen Zusammenhang, ist die überwiegende Auffassung, dass dieser Zusammenhang rein zufällig ist. Inkontinenz ist dagegen häufig mit sexuellen Funktionsstörungen vergesellschaftet. Wenn bei Frauen wegen einer gutartigen Erkrankung die Gebärmutter entfernt wird, nimmt in der Regel die sexuelle Zufriedenheit zu. Die Beseitigung des vorbestehenden Gesundheitsproblems wiegt hier offensichtlich schwerer als das Risiko einer Verletzung von nervalen Strukturen, die für das sexuelle Empfinden notwendig sind .

 Vahan S Kassabian Sexual function in patients treated for benign prostatic hyperplasia Lancet 2003; 361: 60-62   [Summary] [Full Text] [PDF](H.H.J. Leliefeld, H.J. Stovelaar and J. Mcdonell , Sexual function before and after various treatments for symptomatic benign prostatic hyperplasia. BJU Int 89 (2002), pp. 208–213. [PubMed], S. J. Frankel et al., Sexual Dysfunction in Men with Lower Urinary Tract Symptoms, Journal of Clinical Epidemiology, Volume 51, Issue 8, August 1998, Pages 677-685). Mebust WK, Holtgrewe HL, Cockett AT, Peters PC. Transurethral prostatectomy: immediate and postoperative complications. A cooperative study of 13 participating institutions evaluating 3,885 patients.  J Urol 1989; 141: 243-47. [PubMed]Frankel SJ, Donovan JL, Peters TI, et al. Sexual dysfunction in men with lower urinary tract symptoms. J Clin Epidemiol  1998; 51: 677-85. [PubMed] Jan-Paul W R Roovers, Johanna G van der Bom, C Huub van der Vaart, and A Peter M Heintz, Hysterectomy and sexual wellbeing: prospective observational study of vaginal hysterectomy, subtotal abdominal hysterectomy, and total abdominal hysterectomyBMJ 2003; 327: 774-778. [Abstract]  [Full text] [PDF] Rückenmarksverletzungen, Multiple Sklerose, Polyneuropathien, Hormonsstörungen, Durchblutungsstörungen bei Diabetes m., Hochdruck, Alkoholismus und Rauchen sind häufige organische Ursachen von Potenzstörungen.

Auch psychische Störungen gehen teilweise auf ein organisches Korrelat zurück. Viele Forscher beschäftigen sich in Tierversuchen vor allem an Ratten, Mäusen, Hamstern und Affen mit diesem Thema. Geklärt sind bei den als rein organisch definierten Ursachen hauptsächlich die peripheren. Hier hauptsächlich die Durchblutungsstörungen (durch Diabetes, Rauchen..), die Neuropathien und die Rückenmarksschäden.

 

Menschliche Sexualität ist komplex und wird in hohem Maße von kulturellen und gelernten Verhaltensmustern bestimmt.  Manchmal können aber auch Hirnschädigungen die Sexualität verändern.
Septale Region (auch Septum, oberer Teil des limbischen Systems mit Trennwand (Septum) zwischen den Vorderhörnern der Seitenventrikel unterhalb des vorderen Teils des Balkens Schließt die septalen Kerne und das  basale Vorderhirn den Nucleus basalis Meynert ein. Heath RG.beschrieb 1964 eine elektrische Stimulation von 54 Patienten in der Septumregion, die Freude und sexuelle Erregung bei den Kranken auslöste. 1992 beschrieben Gorman und Cummings zwei Männer bei denen durch einen Shunt bei Hydrozephalus eine massive Hypersexualität ausgelöst wurde. Der Shuntkatheter lag ím Septum. In Affenexperimenten konnte durch eine Stimulationssonde im Septumbereicht mit Selbststimulation ebenfalls ein Orgasmus und ein zwanghaftes Onanieren ausgelöst werden.
Läsionen im ventralen medialen  Hypothalamus können das sexuelle Verlangen vermindern. In einer Studie wurde versucht dies beispielsweise bei Pädophilie durch Zerstörung dieses Kerngebietes therapeutisch zu nutzen. Die meisten Fallbeschreibungen  beschreiben aber komplexe Hirnschädigungen, so dass die Wechselbeziehungen im Vordergrund stehen
Hypersexualität nach Pallidotomie bei Parkinsonpatienten ist berichtet. Allerdings hatten die Patienten auch weiter Parkinsonmedikamente eingenommen, die grundsätzlich sexuell stimulierend sein können. Ob diese Wirkung auch ohne Einnahme solcher Medikamente aufgetreten wäre, ist fraglich.
Ansa lenticularis Fallberichte über Libidomangel nach Schädigung
Schädigung der Orbitofrontalregion des limbischen Systems Viele Fallberichte über sexuell Enthemmung. Sexuelle Automatismen kommen im Rahmen frontaler Anfälle vor.
Bei Schädigung des Parietallappens sind sexuelle Anfälle beschrieben Die Patienten empfinden sie sexuellen Sensationen mit erhöhtem Arousal und Empfindungen in den Genitalien meist als persönlichkeitsfremd und unangenehm.
Beidseitige Temporallappenentfernung führt zur Klüver-Bucy-Symptomatik
 

 

Bei der Entfernung des Hippokampus  kommt es bei Affen unter anderem zu einer Hypersexualität. Ähnliche Folgen sind auch bei Menschen berichtet. Es gibt auch Berichte, nach denen bei Menschen mit Paraphiliem wie Fetishismus gehäuft Temporallappenschäden vorliegen. Menschen mit Temporallappenepilepsie haben häufig ein vermindertes sexuelles Verlangen.

Gorman DG, Cummings JL. Hypersexuality following septal injury. Arch Neurol 1992;49:308–10.,  Gerhard Roth und Ursula Dicke Funktionelle Neuroanatomie des limbischen Systems. Uwe Hartmann, Armin J. Becker, Stefan Ückert, Christian G. Stief Sexualstörungen – Sexuelle Funktionsstörungen in Neurobiologie psychischer Störungen, Springer 2006., Amee D Baird, et al., Neurological control of human sexual behaviour: insights from lesion studies,  J. Neurol. Neurosurg. Psychiatry 2007;78;1042-1049; originally published online22 Dec 2006; doi:10.1136/jnnp.2006.107193 

Sex findet im Kopf statt. - Wie Apomorphin funktioniert

Sogar kastrierte männliche Ratten zeigen bei Stimulation bestimmter Hirngebiete sexuelle Aktivität. Die Kontrolle sexueller Aktivität findet im Gehirn statt. Hirngebiete die bei der Kontrolle sexueller Aktivität wesentlich sind, sind die mediale präoptische Area (MPOA),  die medialen Amygdala (AME), der mediale Hypothalamus (VMH), und die ventrale tegmentale Area (VTA).  Hauptsächliche Neurotransmitter die in diesen Gebieten eine Rolle spielen sind Dopamin, Noradrenalin und Serotonin, aber auch Androgene und die endogenen Opioide. (möglicherweise spielt auch die Substanz P und GABA hier eine Rolle)  Diese Hirngebiete sind Teil des Hirnbelohnungsystems sie belohnen bestimmtes Verhalten mit Wohlbefinden und machen es dadurch attraktiv, bzw. fördern die Wiederholung.  Wenn diese Hirngebiete in ihrer Funktion gestört sind, lässt das sexuelle Interesse nach oder verschwindet. Die Kenntnis der Rolle des Dopamins hat zum Einsatz von Apomorphin gegen Potenzstörungen geführt. Apomorphin macht bei Menschen wie bei Tieren eine Erektion wahrscheinlicher. Apomorphin greift an den D1 und D2 Rezeptoren an, ob ein selektiverer Ansatz an D1 oder D2 Rezeptoren noch besser geeignet wäre wird noch untersucht. Möglicherweise hängt die Bedeutung der D1 und D2 Rezeptoren aber auch vom Kontext (der Situation) ab.

Läsionen verschiedener Gehirngebieten können ebenfalls Potenzstörungen auslösen. Dabei scheint je nach Hirnregion der Kontext der Potenzstörung entscheidend. Läsionen der Medialen Präoptischen Area ( MPOA) blockieren zwar das Koppluationsverhalten, sind aber offensichtlich nicht für die Spontanerektionen verantwortlich, die auch bei Tieren bei denen in der MPOA eine Läsion gesetzt wurde erhalten bleibt. Die MPOA ist Teil des Hirnbelohnungsystems und enthält dopaminerge Neurone aus dem VTA, sie hat hier nicht nur Einfluss auf das sexuelle Verhalten, sondern auch auf den Appetit auf Nahrungsmittel und den Konsum von Suchtmitteln.  Bei Läsionen der medialen Amygdala (AME) lassen die Spontanerektionen nach, während die Erektion beim Verkehr intakt bleibt. Wenn eine Läsion dort vor der Geschlechtsreife gesetzt wird, suchen Ratten gar keinen geschlechtlichen Kontakt, wird sie nach der Geschlechtsreife gesetzt, suchen sie seltener Kontakt. Die AME sind auch wesentlich für die emotionale Antwort auf Stimuli. Ohne die Funktion von MPOA und AME werden sexuelle Reize erst gar nicht entdeckt, machen keine Freude und werden entsprechend auch nicht ausgelebt.

Es ist anzunehmen, dass bei psychogenen sexuellen Funktionsstörungen, funktionelle Störungen in den genannten Hirnregionen vorliegen.

 

Medikamente, die Erektionsstörungen verursachen können (Beispiele)
Art des Medikaments Wirkstoffe
Antihypertensiva Betablocker Chinidin, Dihydralazin, Methyldopa, Reserpin
Diuretika Thiazide, Spironolacton
Kardiaka Digitalispräparate, Verapamil, Propafenon
Lipidsenker Clofibrate
Magen-Darm-Mittel Cimetidin, Ranitidin
Neuroleptika Butyrophenone, Phenothiazine, Thioxanthene
Antidepressiva SSRI (werden teilweise in der Behandlung von Ejakulatio praecox eingesetzt, ohne Zulassung hierfür), trizyklische Antidepressiva, Lithiumpräparate
Hypnotika, Tranquillanzien  Barbiturate, Benzodiazepine
Antiepileptika Phenytoin
Psychoanaleptika, Anorektika Amphetamine
Migränemittel Antiphlogistika Opiate Morphinderivate Indometacin, Naproxen, ASS, Dihydroergotamin, Methysergid
Antimykotika Diverse
Anthelmintika Diverse
Anticholinergika Diverse

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Beispiele für sexuelle Funktionsstörungen

 

Männer Frauen
Befriedigungsstörung Befriedigungsstörung
Libidominderung, Erregungsstörung (zu schnell, zu langsam) Libidominderung, Erregungsstörung (zu schnell, zu langsam)
Erektionsstörung,  

Lubrikationsstörung, Hypersekretion,

Anorgasmie ohne Ejakulation Anorgasmie mit Ejakulation
Ejakulatio praecox,  retardata , deficiens cum orgasmo, retrograda ,diurna spontanea ,Spermatorrhoe
Algopareunie,Glansschmerz Algopareunie, Vaginismus, Klitorisschmerz, Pelipathia spastica u.a.

 

 

 

Ejakulatio praecox wie die Nebenwirkung einer Medikamentengruppe für andere Menschen nützlich sein kann.
Viele Antidepressiva können die sexuelle Lust vermindern und verzögern gleichzeitig die Ejakulation. Waldinger und seine Koautoren nehmen an, dass die Ejakulatio praecox ein neurobiologisches Phänomen ist, das durch eine verminderte zentrale serotonerge Neurotransmission, 5-HT2C Rezeptorhyposensitivität und//oder 5-HT1A Hypersensitivität bedingt ist. Im Gegensatz zu älteren Theorien gehen diese Autoren davon aus, dass es sich nicht um eine erworbene Störung oder ein erlerntes Verhalten handelt, sondern um eine Normvariante der normalen biologischen Variabilität der unterschiedlichen Zeitdauer bis es zu einem Samenerguss in der Scheide kommt. Sie vermuten auch erbliche Einflüsse.  Eine Metaanalyse von 79 Studien (3034 Männern) die zwischen  1943 und 2003 veröffentlicht wurden ging der Frage nach wie effektiv Antidepressiva in der Behandlung der Ejakulatio praecox  sind. Die Wirkung wurde mit der Stoppuhr im Vergleich zu Plazebo oder anderen Techniken gemessen. Gemessen wurde dabei die Zunahme der Zeit bis zur intravaginalen Ejakulation (=IELT oder Zeit bis zum Samenerguss in der Scheide).  Interessanterweise unterscheiden sich die verschiedenen Antidepressiva hinsichtlich ihrer Wirkung.  In der Regel war die täglich Einnahme der Antidepressiva einer bedarfsweisen Einnahme weit überlegen. Paroxetin war deutlich wirksamer als die anderen SSRIs. Insgesamt ist aber die Wirkung von Paroxetin, Clomipramin, Sertralin und Fluoxetin vergleichbar. Antidepressiva sollten immer vom Arzt verschrieben werden. Es sollte vorher immer eine individuelle Abschätzung der Risiken und eine individuelle Aufklärung über den Umgang damit erfolgen. Amanda J Moreland and Eugene H Makela Selective Serotonin-Reuptake Inhibitors in the Treatment of Premature Ejaculation Ann Pharmacother 2005;39:1296-1301. DOI 10.1345/aph.1E069 Abstract] [Full Text] [PDF]  Leitlinie der American Urolgical Association:  Premature Ejaculation (2004),
nach Waldinger  MD, Zwinderman AH, Schweitzer DH, Olivier B. Relevance of methodological design for the interpretation of efficacy of drug treatment of premature ejaculation: a systematic review and meta-analysis.Int J Impot Res. 2004 Aug;16(4):369-81. Review. PMID: 14961051 [PubMed - indexed for MEDLINE]

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gängige Begriffsdefinitionen

in der Sexualmedizin
Vaginismus  Scheidenkrampf; starke Empfindlichkeit des Scheideneingangs gegenüber Berührung od. Einführen des Fingers, des Penis beim Koitus od. des Spekulums; reflektorisch-muskulärer Abwehrvorgang mit Kontraktion des M. bulbo-cavernosus u. des M. levator ani sowie Innenrotation der Oberschenkel. Die Urs. sind fast stets psychogen. Ther.: (Paar-)Beratung, evtl. Psychotherapie, unterstützend körperl. Übungen (z.B. Einführen von Dilatatoren).
Geschlechtsverkehr Ist definiert als vaginale Penetration der Partnerin (Eindringen in die Partnerin).  i.w.S. jede Kommunikation* od. Interaktion zw. Menschen, die zu einer sexuellen Handlung ermuntert bzw. diese einschließt, insbes. Genital-, Oral-, Analverkehr od. gegenseitige Masturbation, aber auch sadomasochist. od. fetischist. Handlungen; 2. i.e.S. Koitus;
Sexuelle Aktivität Beinhaltet Geschlechtsverkehr, Zärtlichkeiten, Vorspiel und Masturbation (Selbstbefriedigung).
Samenerguss Ist definiert als der Ausstoß von Samen aus dem Penis (oder die Empfindung dessen).
Sexuelle Stimulation Beinhaltet Situationen wie Liebesspiele mit der Partnerin, Betrachten erotischer Bilder usw.
Orgasmus (gr. òry Leidenschaft, Trieb) Höhepunkt u. (meist) Befriedigung sexueller Erregung, i.d.R. beim Geschlechtsverkehr od. bei der Masturbation: es handelt sich um unwillkürliche Muskelkontraktionen insbesondere im Genitalbereich, aber auch im übrigen Körper; daneben Steigerung der Herzfrequenz, Blutdruckanstieg, Zunahme von Atemfrequenz u. -tiefe sowie versch. ausgeprägte Bewusstseinsveränderungen, bei Männern gefolgt von einer Refraktärperiode mit geringer sexueller Erregungsempfindlichkeit. Beim männl. Geschlecht sind Orgasmen mit Eintritt der Geschlechtsreife generell von einer Ejakulation begleitet; beim weibl. Geschlecht wird z.T. eine Sekretion paraurethraler Drüsen beobachtet (s. Gräfenberg-Zone).
Anorgasmie ist die Bezeichnung für eine sexuelle Funktionsstörung mit Fehlen des Orgasmus beim Geschlechtsverkehr od. bei der Masturbation; Formen: 1. primäre A.: besteht seit jeher u. immer; 2. sekundäre (situative) A.: besteht nur in best. Situationen bzw. mit best. Partnern. Orgasmusstörungen sind bei Männern sehr selten, bei Frauen etwas häufiger, haben aber in den letzten Jahren abgenommen. Manche Frauen können bei nicht-koitaler Klitorisreizung einen Orgasmus erleben, nicht aber beim Koitus ohne manuelle Stimulation der Klitoris. Bei den meisten dieser Frauen stellt dies eine normale Variation der Sexualreaktion dar, und rechtfertig deshalb nicht die Diagnose des gehemmten Orgasmus. Bei einem Teil dieser Frauen wäre der Orgasmus ohne manuelle Klitorisreizung möglich, bei ihnen kann nach genauer sexueller Anamnese und Behandlungsversuch die Diagnose gestellt werden. Von einem gehemmten Orgasmus des Mannes spricht man wenn Störungen der Ejakulation vorwiegend beim Koitus auftreten, bei anderer Stimulation (Masturbation) kommt es zum Orgasmus. Es wird dann unterschieden zwischen Ejaculatio retarda und Ejaculatio deficiens.
Libidostörung ungenaue Bez. für Störung des sexuellen Appetenzverhaltens, die sich als sexuelle Funktionsstörung od. fehlendes sexuelles Interesse (s. Alibidinie) äußert; Vorkommen.: meist i.R. psychischer Störungen, z.B. Konfliktreaktion, neurot. Entwicklung, Persönlichkeitsstörung, psychosomat. Erkr., nicht-org. Psychose od. bei  Depressionen.
Erektion  durch den Erektionsreflex ausgelöstes Anschwellen u. Aufrichten von Penis bzw. Klitoris; Verlauf in vier Phasen: 1. Tumeszenz: Anschwellen durch Relaxation der Schwellkörpermuskulatur u. Steigerung des Blutzuflusses; 2. Erektion: Aufrichten durch Anstieg des intrakavernösen Drucks bis auf systol. Blutdruckwerte u. Drosselung des Blutabflusses; 3. Rigidität: Steifwerden durch zusätzliche Kontraktion des M. ischiocavernosus (Druckwerte im Corpus cavernosum bis 1000mmHg); 4. Detumeszenz: Erschlaffung durch erhöhten Sympathikotonus, der zur Kontraktion der glatten Muskulatur der Sinusoide u. Arteriolen u. zum Blutabfluss nach Öffnung der venösen Gefäße führt. Vgl. Reaktionszyklus, sexueller.
Erektionsstörung  Erectio deficiens; synonym erektile Dysfunktion, erektile Impotenz; fehlende Erektion des Penis bei sexueller Erregung; unterschieden werden primäre (immer schon vorhandene) u. sekundäre (spontan u. situativ auftretende) E.; während vorübergehende in der Regel psychisch bedingt sind, ist die längerfristig bestehende E. meist org. Ursprungs. Am häufigsten aber eine Mischform vorliegt.
Impotentia coeundi Unter Impotentia coeundi versteht man die Unfähigkeit den Beischlaf auszuüben. Dazu gehört das Unvermögen eine Erektion, d. h. die zum Beischlaf ausreichende und genügend lang anhaltende Versteifung des Gliedes zu erreichen. Man spricht von erektiler Impotenz. Die relative Impotenz ist eine gelegentliche Unfähigkeit zum Beischlaf wegen einer Abneigung gegen bestimmte Umstände der sexuellen Begegnung oder eine Abneigung gegenüber einem bestimmten Sexualpartner.
Ejakulatorische Impotenz bezeichnet das Unvermögen einen Samenerguss zu erzielen oder das Unvermögen den Zeitpunkt des Orgasmus zu kontrollieren. Der vorzeitige Samenerguss, Ejakulatio praecox ist häufiger als der verzögerte Erguss, Ejakulatio retardata. Von einer Ejaculatio praecox spricht man, wenn es schon nach minimaler sexueller Stimulation (bevor die Person es wünscht), zum Samenerguss kommt, gemeint ist in der Regel: vor, bei oder kurz nach der Vereinigung. Es handelt sich dabei um eine subjektiven Bewertung, die abhängig von der gewünschten Dauer der sexuellen Stimulation im Kontakt mit der Partnerin/dem Partner bis zum Samenerguss ist. Meist wird dies nur beim sexuellen Kontakt mit einer anderen Person ein Problem, da der Mann den Zeitpunkt des Samenergusses oder des Orgasmus bei der Masturbation in der Regel gut oder doch zu eigenen Zufriedenheit steuern kann.  Da das sympathische Nervensystem sowohl an Angst als auch an der Ejakulation beteiligt ist, vermuten die Sexualtherapeuten, dass die Versuche, die Ejakulation zurückzuhalten, Angst auslösen, die wiederum das Problem verschlimmert. Die Kontrolle über den Zeitpunkt des Orgasmus und damit auch der Ejakulation ist bis zu einem gewissen Grad auch in Zusammenarbeit mit der Partnerin und ggf. mit Unterstützung eines Sexualtherapeuten auch erlernbar. Zunächst wird bei der Sexualtherapie immer versucht den Druck von beiden Partnern zu nehmen. Erfolgsdruck ist der Feind jeden gesunden Sexuallebens. In so genannten Senusitätsübungen sollen sich die Partner entspannt zunächst für Tage oder Wochen nur am ganzen Körper liebkosen. Erst später werden die Genitalien einbezogen.  Am häufigsten angewendet wird dann die Squeeze Technik (kurz vor dem Orgasmus wird der Penis von der Partnerin mit 3 Fingern oberhalb und unterhalb der Kranzfurche gequetscht), dies wird in der Regel mehrfach angewendet. Diese Übung wird dann mit der Start/Stoptechnik ergänzt. Die Übungen werden in den Therapiesitzungen besprochen, der Therapeut bespricht mit den Paaren detailliert Hausaufgaben und bespricht in der nächsten Sitzung den Erfolg und die Schwierigkeiten bei den Hausaufgaben.  Auch bei dieser mechanischen Methode werden gute Erfolge berichtet. Als Ejaculatio deficiens bezeichnet man das Ausbleiben eines sichtbaren Samenergusses z.B. bei der retrograden Ejakulation trotz Orgasmus. Gründe für eine Ejaculatio deficiens können Krankheiten, Medikamente aber auch Befürchtungen,  ein Samenerguss sei "rückenmarkserweichend" oder "kräftezehrend".   
Impotentia generandi Fehlt die Fähigkeit zur Fortpflanzung, so spricht man von Sterilität oder Impotentia generandi. Die Impotentia generandi ist von der Impotentia coeundi prinzipiell unabhängig zu betrachten, kann aber dennoch mit ihr zugleich auftreten.
Impotentia satisfactionis, Impotentia concupiscentiae Die Impotentia satisfactionis bezeichnet einen Samenerguss ohne begleitenden Orgasmus. Ursache sind psychische Störungen. Auch die Impotentia concupiscentiae gehört zu den psychischen Störungen. Hier fehlt jeglicher Drang bzw. jegliche Lust zur sexuellen Betätigung. Ursächlich sind z. B. negative frühkindliche Erfahrungen im Zusammenhang mit eigenen oder fremden, als beängstigend empfundenen, sexuellen Erlebnissen. Auch eine extrem sexualfeindliche Erziehung im Elternhaus, der Schule oder der Kirche kann als Ursache in Frage kommen.
Lubrikationsstörung: ungenügende Transsudation der Gleitsubstanz durch das Vaginalepithel während der sexuellen Erregungsphase  entsprechend umgekehrt bei der Hypersekretion ein zuviel der Gleitsubstanz.
sexueller Reaktionszyklus, Veränderungen bei Geschlechtsverkehr u. Masturbation, die als Abfolge von Phasen eines Zyklus beschrieben werden; Frauen u. Männer durchlaufen trotz grundsätzlicher Gleichartigkeit des phasenhaften Ablaufs den sexuellen Reaktionszyklus im Geschlechtsverkehr nicht notwendig synchron; viele sexuelle Funktionsstörungen können daher als Defizite im Umgang mit diesen physiol. Unterschieden interpretiert werden. Trotz rel. Konstanz des physiol. Prozesses variiert die Erlebnisqualität u. die erreichte Befriedigung intra- u. interindividuell in Abhängigkeit von psych. Faktoren erheblich.
Algopareunie Schmerzen  beim Koitus; Ursache  psychogen bzw. funktionell z.B. beim Vaginismus), oder organisch z.B. infolge von Narben, Verwachsungen, Entzündungen, Lubrikationsstörungen, trophischen Störungen im Genitalbereich.
Spermatorrhoe  Samenausfluss aus der Harnröhre ohne sexuelle Erregung infolge Insuffizienz des Ductus ejaculatorius, besonders bei Stuhlgang u. Urinieren (Defäkations-, Miktionssyndrom);
Glans Eichel; das etwas verdickte Ende des Penis u. der Klitoris.
Hegarstäbe oder Dilatoren. Werden in der mechanischen Behandlung des Vaginismus eingesetzt. Es handelt sich um eine Desensibilisierungstechnik. Die Frau lernt immer dicker werdende Stäbe in die Vagina einzuführen und sie dort zu lassen. So soll die reflexartige Muskelverkrampfung abgebaut werden. Im Verlauf wird dann der Partner an der Übung beteiligt
Vakuumpumpen werden als nebenwirkungsfreie Hilfsmittel in der Behandlung der Impotenz eingesetzt, dabei wird ein Plexiglaszylinder über den Penis gestülpt und durch Unterdruck Blut in den Schwellkörper gesaugt. Durch einen Gummiring, der über die Wurzel des Penis gestreift wird, erhält sich die Erektion auch nach Abnehmen des Plexiglaszylinders. Bebilderte Information Z. B. beim Viagrahersteller Pfizer
Teasing = Spiel mit der Erregung; wird in der Behandlung von Erregungsstörungen eingesetzt, der passive Partner wird durch Streicheln erregt; das Streicheln wird dann unterbrochen, bis sich die Erregung wieder abbaut; dann geht's wieder von vorn los... Es soll eine bessere Kontrolle über die eigene Erregung erlernt werden.

Skat (Schwellkörperinjektionstherapie) Der Patient lernt, sich mit einer Nadel ein Medikament in den Schwellkörper zu spritzen, was im Schwellkörper zu einer Entspannung der Muskelzellen führt. Auf diese Weise erweitern sich die Arterien, und das Blut kann rasch einströmen. Gleichzeitig wird der venöse Rückstrom des Blutes gedrosselt, und es entsteht eine Erektion. Auch bei diesem Verfahren muss der Arzt erst in der Praxis mehrfach testen, welche Dosis der einzelne Patient benötigt. Im Gegensatz zu den natürlich ablaufenden Vorgängen findet nach der Spritze eine Erektion unabhängig von einer sexuellen Stimulation statt, sie bleibt auch nach dem Samenerguss erhalten. Üblicherweise hält die Erektion nicht länger als eine Stunde nach Injektion an, falls sie nach 4 Stunden (Priapismus) immer noch vorhanden ist, muss unbedingt sofort ärztlicher Rat eingeholt werden, da sonst der Schwellkörper für immer geschädigt werden kann. Nicht durchgeführt werden darf sie bei Herzrhythmusstörungen und KHK (also meist keine Alternative wenn Viagra nicht vertragen wird), Dekompensierte Herzinsuffizienz, Dekompensierte pulmonale Insuffizienz, Gerinnungsstörungen, Prostataadenom Stadium 2, Dekompensierte Niereninsuffizienz, Leberschaden, Glaukom, Manifeste Suchterkrankung, Geschlechtskrankheiten, Potentielles Priapismusrisiko (Sichelzellanämie, Polyzythaemie, Leukämie) Debilität

Intraurethrale Therapie: Alprostadil (MUSE) Reiskorngroß wird die Substanz mit einem Aplikator in die Harnröhre eingeführt und dort über die Schleimhaut aufgenommen, Eine Erektion wird in 30% to 80% der Männer erreicht sie hält 30 bis60 Minuten. Nebenwirkungen können Schmerzen, Blutungen und wie bei Skat ein Priapismus (medizinischer Notfall).
Yohimbin ist ein vergleichsweise billiges Medikament, das auch zur Behandlung der Impotenz angeboten wird. Nach einer Metaanalyse der Literatur ist es wirkungslos (schneidet so gut ab wie Placebo), hat aber wenig Nebenwirkungen, es wurde von den Autoren der Metaanalyse wegen der guten Verträglichkeit dennoch als lohnenswerter erster Versuch  angesehen. E. Ernst; M. H. Pittler  YOHIMBINE FOR ERECTILE DYSFUNCTION A SYSTEMATIC REVIEW AND META-ANALYSIS OF RANDOMIZED CLINICAL TRIALS, The Journal of Urology 1998;159:433-436, Abstract Article
Penis- Prothesenchirurgie angewendet werden halbstarre, biegsame und aufblasbare Prothesen die in das Corpus Cavernosum eingeführt werden. Bei organisch bedingten irreversiblen Erektionsverlust. Auch bei traumatischen Penisverletzungen mit Schädigung des Corpus Cavernosum.
Squeeze-Technik: Es wird davon ausgegangen, dass Männer die unter einer Ejakulatio praecox leiden eine unzureichende Kontrolle über den Orgasmusreflex erlernt haben. Durch eine spezielle Übung soll diese Kontrolle erlernt werden. Der Mann gibt der Frau 'kurz davor' ein Zeichen; sie drückt dann sein Glied für mindestens 20 Sekunden zusammen; die Erektion lässt darunter etwas nach, anschließend setzt sie die Stimulation fort. Männer sollen damit lernen die Ejakulation selbst besser zu kontrollieren.
Paraphilie
Prostata = Vorsteherdrüse trägt zu über 50% zur Samenflüssigkeit bei. Ihre Größe nimmt mit dem Alter zu, hormonelle Einflüsse sind dabei entscheidend. Bei Eunuchen gibt es keine Prostatahypertrophie. Theoretisch wäre die Kastration eine Behandlungsmethode, die die Prostata schrumpfen ließe. Mit 60 Jahren hat die Hälfte und mit 80 Jahren 80% aller Männer eine Prostatahypertrophie. Die Behandlung der Prostatahypertrophie hat keine sicheren Effekt auf die Sexualfunktion, abgesehen von der retrograden Ejakulation nach der Operation, mit entsprechender Abnahme der Samenflüssigkeit..
 

 

Ursachensuche bei Dyspareunie
Dyspareunie und/oder andere sexuelle Dysfunktion.
Wo tut es weh?
Wann tut es weh? (vor, nach dem Eindringen, vaginal, tief oder schon zu Beginn, danach)
Schmerzqualität Ist es ein Juckreiz, Brennen oder Stechen?
Wie ist die Vorgeschichte? Gibt es verschiedene Schmerzstellen, welche war zuerst  da?
Ist der Schmerz situationsabhängig oder positionsabhängig?
Schon immer oder erworben?
Gibt es andere sexuelle Dysfunktionen wie mangelnde Libido, mangelnde Scheidenbefeuchtung, Orgasmusschwierigkeiten?
Welche Behandlungen wurden bisher versucht?
Gibt es gynäkologische Ursachen.
Gibt es vaginale Symptome, Ausfluss, Brennen oder Jucken.  
Gab es Geschlechtskrankheiten in der Vorgeschichte,  HSV oder HPV?
Gab es Verletzungen bei einer vorausgegangenen Geburt oder andere Traumen ?
Gab es chirurgische Eingriffe im Bauchraum oder Gynäkologisch?
Gab es eine Vorgeschichte mit Endometriose, chronische Unterbauchbeschwerden?
Wie wird derzeit verhütet?
Medizinische Ursachen
Chronische Erkrankungen?
Medikamente?
Alkohol oder Drogen?
Darm oder Blasensymptome?
Hautveränderungen Ekzem, Psoriasis oder eine andere Hauterkrankung?
Psychosoziale Anamnese.
Wie sieht die Patientin das Problem?
Gab es das Problem auch in anderen Beziehungen?
Kann in der Partnerschaft darüber gesprochen werden, wenn ja was wurde versucht?
Gibt es eine Vorgeschichte eines sexuellen Missbrauchs?
Gibt es andere Stressfaktoren im aktuellen Leben? 
Hinweise auf eine Depression oder Angsterkrankung
Was ist das gewünschte Behandlungsergebnis des Paares ?
 HSV = Herpes simplex Virus; HPV = Humanes Papillomvirus.

Phillips NA. The clinical evaluation of dyspareunia. Int J Impotence Res 1998; 10:S117-20.

 

 

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Sexueller Reaktionszyklus

  Beide Geschlechter Frauen Männer
Verlangen Geht der tatsächlichen physischen oder psychologischen Stimulation voraus. Führt dazu dass eine Person sexuelle Aktivitäten beginnt oder dafür empfänglich ist. Physiologisch spielen hier Neurotransmitter, Androgene und die Sinneswahrnehmung eine Rolle. Kulturelle, psychologische, soziale und lebensgeschichtliche Faktoren spielen ein Rolle.  Sexuelles Interesse nimmt zu, häufig von erregenden Phantasien begleitet Verbale Stimuli, die Beziehung, Berührung, sind wichtige Auslöser visuelle Stimuli sind wichtiger
Erregungsphase Aktivierung des Parasympathikus, schnellerer tieferer Atem, schnellerer Puls, Anstieg des Blutdrucks und andere Zeichen einer beginnenden Erregung, manchmal Sexflush,  sexuelle Lust und begleitenden körperlichen Veränderungen werden auch subjektiv immer empfunden. Lubrikation der Scheide, Erweiterung der Scheide, vermehrte Durchblutung des Beckens, Höhertreten des Muttermundes, Umfangzunahme der Klitoris, Vergrößerung der Öffnung der Schamlippen, Erektion der Brustwarzen, Hautrötung (Sexflush). Im Alter tritt die Lubrikation später ein, Ursache dafür ist die beginnende Atrophie der Vaginalwand.
 
Erektion des Penis, Anhebung der Hoden, eventuell Erektion der Brustwarzen, Hautrötung (Sexflush), eine direkte willentliche Steuerung der Erektion ist nicht möglich.
 Im Alter  entwickeln sich Erektionen erst nach längerer Stimulierung; die Erektionsstärke ist geringer.
 
Plateauphase Die sexuelle Anspannung steigt, Zeichen verstärkter körperlicher sexueller Erregung nehmen weiter zu und lassen erst kurz vor dem Orgasmus nach, zunehmender Kontrollverlust. Weitere Aktivierung des Parasympathischen Nervensystems und zunehmender Blutandrang in den Beckenorganen steigende allgemeine Muskelanspannung, schnellerer tieferer Atem, schnellerer Puls, Anstieg des Blutdrucks. Die Dauer der Plateauphase hängt auch von der Wirksamkeit der sexuellen Reize ab. Die Dauer ist auch willentlich steuerbar,  wird aber eine gewisse Schwelle überschritten, setzt die nur wenige Sekunden andauernde Orgasmusphase überwiegend zwingend ein,  Ausdehnung der Scheide und Größenzunahme und hellrote Verfärbung der kleinen Schamlippen, Verengung des Scheideneingangs, Vergrößerung der Brustwarzen, Sekretion der Bartholinischen Drüsen. Im Alter  ist die Dehnbarkeit der Vagina  eingeschränkt, sie kann sich während der Plateauphase nur begrenzt ausdehnen.  Die Labia Minora kann leicht schrumpfen, dadurch ist die Klitoris weniger geschützt und kann schmerzempfindlich werden. Sekretion der Cowperschen Drüsen, Vergrößerung der Glans Penis, Im Alter dauert  die Plateauphase länger an.
Orgasmusphase Aktivierung des sympathischen Nervensystems. Höhepunkt der körperlichen Erregung, generalisierte Muskelkontraktionen, verschieden ausgeprägte Bewusstseinsveränderungen hohe subjektive Freude. Entladung der sexuellen Spannung, die Wahrnehmung anderer Sinnesempfindungen ist eingeschränkt, die Person ist mehr auf sich selbst konzentriert, allgemeine Muskelanspannung, schnellerer tieferer Atem, schnellerer Puls, Anstieg des Blutdrucks erreichen ihren Höhepunkt (bis zu 40 Atemzüge/Min, bis Puls 180/min, Blutdruckanstieg systolisch 30-80mmHg und 20-40mmHg diastolisch) rhythmische Kontraktion der orgiastischen Manschette, der Gebärmutter, und der   Beckenbodenmuskulatur. Im Alter ist die Orgasmusphase verkürzt, die Rückbildung der sexuellen Erregung tritt rascher ein. Ejakulation und rhythmische Kontraktion der Beckenbodenmuskulatur. Im Alter ist der Ejakulationsprozess besser kontrollierbar. Die prä-ejakulatorische Sekretion ist stark vermindert oder bleibt aus. Weniger häufiges und weniger starkes Ejakulieren. Abnehmende Ejakulatmenge. Im Alter wird Koitus ohne Ejakulation von vielen durchaus als befriedigend erlebt, das "Ejakulationsbedürfnis" nimmt ab.
Rückbildungsphase Sympathisches Nervensystem
der Körper kehrt zum Ausgangszustand zurück, die Blutstauung im Becken geht zurück, Muskelanspannung, Atemfrequenz, Puls, Blutdruck beginnen sich zu normalisieren
Verkleinerung der Klitoris und der Schamlippen, Herbsinken des Gebärmutterhalses (evtl. Einsinken in das Sperma) Rückbildung der Erektion, Absinken des Hodens. Im Alter schnelleres Abklingen der Erektion und längere Refraktärzeit
Refraktärperiode   Bei Frauen wenig ausgeprägt, die meisten Frauen können erneut in die Erregungs- und Plateauphase eintreten, unmittelbar folgende sexuelle Erregung möglich,  multiple Orgasmen möglich Bei den meisten Männer dauert es eine Zeit bis der Mann wieder bis zum Orgasmus stimuliert werden kann.

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Seit 1954 untersuchten Willinm H. Masters und Virginia E. Johnson in umfangreichen experimentellen Studien die sexualphysiologischen Reaktionen von Männern und Frauen bei Petting, Koitus und Masturbation. Basierend auf den so gewonnenen Erfahrungen haben sie seit  Patienten und Patientinnen mit sexuellen Funktionsstörungen behandelt, wie Erektionsstörungen Ejakulatio praecox beim Mann und Orgasmusstörungen und Vaginismus bei der Frau.  Die von ihnen angegebene Erfolgsquote ihres Behandlungsprogrammes lag bei  etwa 80 % .Das Therapieprogramm von Masters u. Johnson lässt sich nicht einfach einer bestimmten Form der Psychotherapie zuordnen. Vielmehr handelt es sich um ein Nebeneinander von Informationsvermittlungen über sexuelles Verhalten, Vermittlung freizügigerer sexueller Einstellungen in den Grenzen der bestehenden Partnerschaft, Analyse von Fehlverhalten in der Partnerschaft und Verhaltens - und kommunikationstherapeutischen Elementen. Beziehungsstörungen stehen oft im Vordergrund. Aber Praxis, Wissen und Technik spielen in der Behandlung sexueller Funktionsstörungen eine wichtige Rolle. Manchmal liegt es auch nur am Blutdruckmedikament oder am Psychopharmakon (bzw. am Alkohol) und keiner hat daran gedacht.   Nur wenn integrativ dies alles berücksichtigt wird ist eine erfolgreiche Behandlung sexueller Funktionsstörungen möglich,

Hypersexualität: medizinischer Oberbegriff für gesteigertes sexuelles Verlangen als eigenständiges Problem.

Satyriasis: medizinischer Oberbegriff für gesteigertes sexuelles Verlangen als eigenständiges Problem bei Männern. Die Entsprechung zur Nymphomanie bei Männern, abgeleitet von Satyrn, dem altgriechischen Fruchtbarkeitsdämon.

Don- Juanismus: ähnliche Bedeutung wie Satyriasis. Betonung mehr auf Verführung und Promiskuität. Abgeleitet von Don Juan Tenorio im Drama des spanischen Dichters Tirso de Molina (1630). Auch später bei Molière,  Mozart, E.T.A. Hoffman, Max Frisch.

Nymphomanie: medizinischer Oberbegriff für gesteigertes sexuelles Verlangen als eigenständiges Problem bei Frauen. In der Regel mit promiskem Sexualverhalten. Abgeleitet von den Nymphen, sinnenfrohen altgriechischen Naturgöttinnen. Wird heute nicht mehr als gravierender Normverstoß betrachtet, und bereitet wohl den meisten betroffenen keine großen moralischen Bedenken mehr. Die frühere Behauptung hypersexuelle Menschen seien frigide ist falsch.

Promiskuität: Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern.

Sexsucht: eher unklarer Begriff, meinst zwanghaften Konsum von Sex und Pornodarstellungen.

Das Ausmaß der "Hypersexualität" ist auch ein Produkt der kulturellen Zusammenhänge, Aids hat hier die Welt nach der „sexuellen Revolution“ dramatisch verändert. 

Anteil der Studenten die mit mehr als 50 verschiedenen Partnern geschlafen haben nach (Gunter Schmitt, Kinder der sexuellen Revolution, Psychosozial- Verlag)

Erfragungszeitpunkt

1966

1981

1996

Studentinnen

0%

4%

Unter 1%

Studenten

1%

4%

1%

 

Widernatürlich ????????

Penisfechtende Halbfrauen und Pilze mit 13 Geschlechtern - die Spielarten der Natur mit dem Sex sind grenzenlos.
In der Natur haben sich so viele ungewöhnliche Praktiken des Geschlechtslebens herausgebildet,  Zwitter oder gar Pilze mit 13 Geschlechtern kommen ebenso vor wie Homosexualität und Geschlechtsumwandlung bei manchen Gattungen. Jungfernzeugerinnen kommen bei  Blattläuse, Muschelkrebse, Salamander, Eidechsen und manchen Fische vor. Zackenbarsche und manche Grundelarten haben die Möglichkeit bei Männermangel, dass sich ein Weibchen einfach in ein Männchen umwandelt. Nach Thomas Willke, Bild der Wissenschaft special: Leben, Liebe, Partnerschaft Die Aussage dass manche Sexualpräferenz widernatürlich sei, dürfte auf mangelnde Biologiekenntnisse zurückgehen. Maxime der menschlichen Moral sollte ohnehin nicht ausschließlich die Naturbeobachtung sein. Wesentlichster Punkt ist unzweifelhaft die Forderung, andere Menschen zu respektieren und ihnen nicht zu schaden. Letzteres sollte auch die Grenzen der Toleranz bestimmen. Respekt bedeutet immer auch Respekt vor einer Kultur, hier entstehen allerdings schwierige Konflikte dort, wo bestimmte Kulturen sexuelle Ausgrenzung und Unterdrückung als wesentlichen Inhalt haben.   Auch im modernen Sexualstrafrecht westlicher Länder gilt zunehmend die rechtsethische Maxime, dass nicht mehr die allgemeine Sittlichkeit, sondern die sexuelle Selbstbestimmung das zu schützende Rechtsgut sei.
 

 

 

www.medicine-worldwide.de  Liebeskummer Frigidität   Störungen d. weibl. Sex. Unfruchtbarkeit Urologische Erkrank. Sexuell übertragbare Krankh., STD Sterilität Sex. Störungen des Mannes Potenzprobleme Gynäkolog. Krankh. Geschlechtskrankheiten Aids Sexualität und   Fortpflanzung Reproduktionsmedizin  

British Association for Sex and Marital Therapy (BASMT)  Deutsche Gesellschaft fur Sozialwissenschaftliche Sexualforschung e. V. (DGSS) Kinsey Institute Indiana University Program in Human Sexuality university of Minesota Robert Koch Institute Archiv fur Sexualwissenschaft sehr ausführliche Linksammlung zum Thema (Archive of Sexology) obwohl in Deutschland leider auf englisch Sexuality Information and Education Council of the United States Social Science Research Council The Society for the Scientific Study of Sexuality   Deutsches Hygiene-Museum Humboldt-Universität Berlin   The International Journal of Transgenderism École Française de Sexologie Adolescence American Association of Sex Educators, Counselors and Therapists (AASECT)  Sex Education for Teenagers   Sexuality Information and Education Council (SIECUS) Teenzone US Clearinghouse on Child Abuse Violence against Women   Web Links on Violence   Lesbian and Gay Aging Issues Network (LGAIN)   Love & Life for Older Adults Sexuality and Aging     Web Resources on Aging  Answers about Sexual Orientation Gay & Lesbian Research Guide: NY Public Library Gay/Lesbian Politics: Resources   Legal Situation in Europe (betreffend Homosexualität)  Homosexuality in the Middle Ages Safer Sex Pages   Sexualy Trasmitted Disease Prevention Dictionary of Sex in the Bible Die Bienen haben ausgedient Aids Die Suchmaschine für Junge Lovely web Yahoo's Sexual Disorders Links Medscape - Urology  Men's Health  Potenzprobleme     Urologie.de  Urologische Krankheiten  DINO-Urologie  Frankfurter Index - Urologie  Urologische Links  Web.de - Urologie  Yahoo.com - Urology  Yahoo.de - Urologie  5. Kongress der European Federation of Sexology in Berlin " For a Millennium of Sexual Health" (Berlin , 29. Juni 29 -2.  Juli 2000) Der Coolidge-Effekt oder die Chemie der erlahmenden LibidoBeitrag der Medical Tribune Online, Schweiz (nur für Mitglieder medizinischer und pharmazeutischer Berufe)Health CentralSexual Health (engl.)Länger Leben mit Sex?MDR-Gesundheitsmagazin "Hauptsache Gesund"Medical Tribune OnlineBunte Meldungen aus der SexualmedizinNewsclub.deGesundheit und Ernährung Newsgroups & MailinglistsMajordomo@psychotherapie.org  / Geschlossene Liste: Erfahrungsaustausch von sexuell und anders mißbrauchten Menschen (BODY=SUBSCRIBE MISSBRAUCH-L e-Mail-Adresse)  Newsgruppe soc.subculture.bondage-bdsm Zum Teil durchaus vertretbare deutsche Übersetzung der Frequently Asked Questions aus der engl. Newsgroup (nur ab dem 18. Lebensjahr!) Trans-ml@freeway.shnet.org  Kim MartinSexual Health Educator von www.sexscape.org  (engl.)Lifeline / Expertenrat Sexualmedizin Forum des Onlinedienstes für Gesundheitsinteressierte Netdoktor / Diskussionsboard "Sex und Partnerschaft" Parsimony - Foren: Sexsucht - ein Forum für Gleichgesinnte Kostenlos eingerichtetetes Forum bei parsimony.net (keine "Erotik" erlaubt) Dr. Ruth Westheimer Populäre Online-Beratung in den USA (engl.) Schwulenberatung der Deutschen Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung e. V. (DGSS)Professionelle Online-Beratung des DGSS-InstitutsSexualberatung der Deutschen Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung e.V. (DGSS)Professionelle Online-Beratung des DGSS-Instituts

 Zur Homosexualität: http://gaystation.de/schwul/index.html Angebot für junge Schwule die Rat für ihr Coming out suchen. http://eurogay.de/ Nachrichten, Kommentare und viele Interlinks zum schwulen Leben. http://members.homo.de/guide/ Bundesweites Verzeichnis zur schwulen Infrastruktur

  http://datenschlag.org/bisam/krafft-ebing/psychopathia/14/index.html Teile des Kraft Ebing Buches
 

Datenschlag http://www.datenschlag.org/ zu Sadomasochismus - Was ist das? Das Minimum an sadomasochistischer Sicherheit Sadomasochistische Partys Nackte Fakten: Statistik für Zahlenfetischisten Datenschlag Peinliche Befragung I Die Psychologie des Sadomasochismus von Dr. Charles Moser ICD-10: Diagnoseschlüssel zur Diskriminierung Destruktive Beziehungen zwischen Sadomasochisten Safewords, Slowwords und Okaycodes SM-Gruppen, Aufzucht und Pflege Konstruktive Leserbriefe für Sadomasochisten

Forum - Impotenz, Sexualität ImpoDoc.de Pfizer Online: Erektile Dysfunktion The Impotence Association http://www.impotenz-selbsthilfe.de/. Infozentrum für Sexualiät&Gesundheit Pro Familia 9 Monate - Die Seite für Schwangere.. Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität e.V

TRANSIDENTITAS e.V.

Arbeitsgemeinschaft Urologische Onkologie  Deutsche Gesellschaft für Urologie

Artikel der Ärztezeitung zu Erektionsstörungen AIDS Männerprobleme   Prostata   Spermien Sex & Liebe   Künstliche Befruchtung   Lust & Liebe   Unfruchtbarkeit   Verhütung Schwangerschafts-Abbruch Viagra   Frauengesundheit   Schwangerschaft & Geburt   Wechseljahre

Artikel im BMJ zu Sexually Transmitted Infections erectile dysfunction Falling sperm counts Other sexual medicine Pregnancy Family Planning Reproductive medicine Menopause (incl HRT) Cervical Screening Incontinence Other Obstetrics and Gynecology Drugs: obstetrics and gynecology Urology

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Viagra bei Frauen? JAMA Women's Health Information Center - Safety and Efficacy of Sildenafil in Postmenopausal Women.1999;53:481-486]

Electronic journal of human sexuality (vol 1 1998 - present,free full text articles).Sexuality and spinal cord injury - a bibliography compiled by the staff of the Model Spinal Cord Injury Center located at the Froedtert Memorial Lutheran Hospital. Margaret K. Russert, Kathy La Favor, Donna Murphy.Sexuality and the Gynecologic Oncology Patient from the University of Washington Divsion of Gynecologic Oncology.

  • Handbook of Andrology  (hervorragendes online- Buch  über "Männerkrankheiten"  von Prostatakrebs bis Impotenz.
  • Erektile Dysfunction a.k.a. Impotenz
  • Female Sexual Arousal Disorder
  • Libido Verminderung
  • Vaginismus
  • Übersicht
  • Screening
    • SDS: Online Sexual Disorders Screening for Men
    • SDS: Online Sexual Disorders Screening for Women

    Feminism: Links

    The National Women's Health Information Center (NWHIC)

    Contraception: Information (GRHF)  Successful Contraception UN World Abortion Policies 1999

      The Electronic Journal of Human Sexuality

  •  

     

     Der Teufelskreis der sexuellen Unzufriedenheit.

    Erklärungsversuche

     Erleichterung, weil man selbst nur noch wenig Lust hat. Beunruhigung: Bin ich selbst noch attraktiv und leistungsfähig.

     

    Weniger Sex

     

    Aktivität

    Das Paar meidet das Thema, um die Partnerschaft nicht weiter zu belasten. Dabei leben sie sich weiter auseinander

    Quelle: A.Rhode anch Focus 7.8.00

    Der Partner versucht, die erlahmte Leidenschaft wieder in Schwung zu bringen: neue Techniken, Kleidung und anregendes Spielmaterial.

     

     

     

    Verlustangst

     

    Zurückweisung

    Beide vermeiden Zärtlichkeiten im Alltag, zweifeln an der emotionalen Bindung. Stattdessen: Missverständnisse, Schuldzuweisungen.

     

    Der Mann/ die Frau reagiert auf die Annäherungsversuche des Partners aus Angst mit Rückzug und vermeidet jegliche körperliche Nähe

     

    Partnerprobleme

     

     

    Der Rückzug wird als Affront empfunden. Keiner traut sich mehr das Thema anzusprechen. Folge: Beziehungsprobleme

     

     

     

    Probleme beim Sex

    Frauen

     Männer

    Fehlendes Interesse an Sex

    14,7

    31,6

    Unfähigkeit zum Orgasmus zu kommen

    25,7

    7,8

    Angst zu versagen

    12,3

    17,8

    Kein Spaß am Sex

    22,7

    8,3

    Vorzeitiger Orgasmus

     

    30,7

    Schmerzen beim Sex

    15,6

     

    Erektionsprobleme

     

    10,2

    Zu trockene Scheide

    20,6

     

     

     

     

     

     

    Eifersucht als Beispiel für andere Beziehungsprobleme und deren Aufrechterhaltung im nachfolgenden Diagramm

    "Der ideale Partner ist ein unbestätigtes Gerücht."

eifer.gif (8005 Byte)

Die Qualität einer Partnerschaft hängt unter anderem von den eingesetzten Strategien zur Konfliktlösung ab. Konstruktive Strategien sind wesentliche Ingredienzien gelungener und zufriedenstellender Partnerschaften, destruktive hingegen finden sich bei unglücklichen Paaren ebenso wie bei Patienten mit verschiedenen psychiatrischen Symptomen. Aggressive und vermeidende Konfliktstile (wie zum Beispiel Rückzug, Unterwerfung und Verleugnung) können am ehesten mit ehelichem Distress oder mit psychopathologischer Symptomatik in Zusammenhang gebracht werden. Der selbstsichere, konstruktive und nicht vermeidende Konfliktstil führt zu hoher Partnerzufriedenheit. Demgegenüber hat ein selbstunsicherer und vermeidender Konfliktstil (wie Unterwerfung, Rückzug und Verleugnung) die geringste Partnerqualität zur Folge. Wesentlich ist auch eine gelungene nonverbale Kommunikation mit Berührungen, Zärtlichkeiten und positiven Gesten. In Ehekrisen führt gegenseitige Kritik, Beschuldigungen oft zu einer negativen Eskalation. Wenn ein Paar solche Prozesse nicht unterbrechen kann, ist die Beziehung in Gefahr. Machtkämpfe zwischen den Partnern haben selten einen Gewinner. Meist verliert das Paar als ganzes, dennoch scheinen die Bemühungen darauf gerichtet, dass einer auf Kosten des anderen einen Zugewinn haben möge. In der Sexualität erzeugt dies Misstrauen, oft erfolgt ein Entzug als Rache, also Lustlosigkeit als Protest, im Gegenzug entsteht Druck der dann zu noch mehr Verweigerung im Dienste der Selbstbehauptung führen muss. Das Paar befindet sich in einer dauerhaften Stresssituation. Verhaltenstherapeutische Ehetherapie versucht solche negativen Eskalationen zu unterbrechen und wieder eine positive Gemeinsamkeit herzustellen. Nach Klärung der speziellen Problematik (Diagnostik) wird dabei in der Regel zunächst versucht mit Mitteln wie vereinbarten "Verwöhntagen", Komplimenten, Aufmerksamkeiten .. eine positive Atmosphäre zu schaffen. Es folgt dann ein Kommunikationstraining (Sprecherrolle, Zuhörfertigkeiten). Zusätzlich werden Problemlösetraining , und kognitive Interventionen eingesetzt. Reinhard Eher Umgang mit Partnerkonflikten bei Panikpatienten, Alkoholikern, Rheumatikern und Gesunden.Psychiat. Prax. 2000; 27: Nr. 4, S. 190-195.

"Die meisten Differenzen in der Ehe beginnen damit, daß eine Frau zuviel redet und ein Mann zuwenig zuhört."(Curt Goetz)

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Alkohol:  turnt in geringen   Mengen an, macht aber im Gegensatz zu mancher Werbung "harte Männer" weiblich und ist eine der Hauptursachen für Potenz- Appetenz- und Satisfaktionsstörungen.

Experimentelle Studien belegen tatsächlich, dass geringe Dosen zu einer vermehrten Durchblutung des Penis und zu einer Appetenzsteigerung führen können. Entscheidender als unmittelbar sexuell stimulierende Wirkungen sind wahrscheinlich aber die zentralnervösen Effekte, die auch bei Psychopharmaka und Straßendrogen angenommen werden ­ Effekte, die letztlich Hemmungen vermindern. Alkohol enthemmt also hier wie anderswo, regelmäßig genossen und in höherer Dosis kommt es aber zu einer :

Verweiblichung durch Alkohol

Je nach Art der Untersuchung sind 10% bis  80% aller Männer die vermehrt Alkohol trinken, bzw. alkoholabhängig sind geplagt von Erektions- und Ejakulationsstörungen. Alkohol kann zu Hodenatrophie, Beeinträchtigung der Spermienbildung,  und zu einer Brustdrüsenbildung als erkannbares Zeichen der Verweiblichung führen.

Nikotin verringert bei höherer Dosierung die Steifigkeit des Penis und schädigt manchmal die Penisgefäße dauerhaft. Es ist eine der wesentlichen Ursachen für Unfruchtbarkeit. Bei Frauen ist dies schlechter untersucht, mit hoher Wahrscheinlichkeit aber ähnlich.

 

Was kann man untersuchen wenn Sexuelle Funktionsstörungen vorliegen ?

  1. Erhebung der Vorgeschichte mit Berücksichtigung körperlicher und psychischer Krankheiten, Operationen, Unfälle, Medikamente (eine häufige Ursache nicht nur durch Psychopharmaka (Neuroleptika, Antidepressiva, Tranquilizer, Hypnotika)auch durch fast alle Medikamentengruppen z.B.: Haarwuchsmittel, Antihypertensiva, Diuretika, Lipidsenker, Herzmedikamente wie Digitalis, H2-Blocker(Cimetidin und andere Magenmittel, Sekalealkaloide, Itraconazole, Ketoconazole (Pilzmittel), Antiepileptika und Hormonpräparate (wie Antiandrogene, Cortison, Östrogene, Gestagene); Nikotin, Alkohol oder Drogen, Kontakt mit Chemikalien usw.) siehe auch Tabelle oben.

  2. Körperliche Untersuchung,  Blutdruckmessung und besonders bei Frauen Ultraschall des Bauch- und Beckenraumes, bei Männern die Beurteilung der sekundären Geschlechtsmerkmale, der Hodengröße und Konsistenz, der perianalen Sensibilität, des analen Sphinktertonuses und des Bulboavernosus Reflexes. Belastungsfähigkeit des Herzkreislaufsystems besonders ab 50.

  3. Untersuchung der Geschlechtsteile beim Urologen oder Gynäkologen mit Rektalbefund

  4. Labordiagnostik (Blutbild, Blutzuckerprofil bzw. Glukosetoleranztest, Leberstatus, Blutfette, Kreatinin usw.)       Hormonstatus (Testosteron, Prolaktin, LH, FSH, Östradiol usw.)

 

Beispiele für körperliche Untersuchungen die unangenehmer sind und auch nur selten indiziert sind .

 

  1. Messung der nächtlichen Spontanerrektion im Schlaflabor oder ambulant. (kann meist auch vom Patienten berichtet werden, zumindest die Morgenerrektion ist errinerbar)

  2. Penis-Doppler-Sonographie mit Penis-Arm-Blutdruck-Index 

  3. Schwellkörper-Injektionstest ( SKAT-Test ) mit  Papaverin und Phentolamin in ansteigender Dosis

  4. Messung der Bulbocavernosusreflex (BCR)-Latenzzeit

  5. Somatosensibel evozierte Potentiale (SSEP) des Nervus pudendus

  6. Nervenleitgeschwindigkeiten

  7. Angiographie (Gefäßdarstellung mit Kontrastmittel)  selektiv der  Arteria dorsalis penis und der A. profunda penis

  8. Kavernosographie und Kavernosometrie, z. B. Durchfluß-Kavernosographie über Dialysepumpe mit NaCl-Infusion zur Erzeugung einer künstlichen  Erektion, Pharmakokavernosographie, „Dynamische" Kavernosographie mit Röntgenkontrastmittel

Hinweise in der Anamnese, daß eine überwiegend psychisch bedingte sexuelle Funktionsstörung vorliegt:
  1. Akutes Auftreten  ohne daß eine akute körperliche Erkrankung  eingetreten ist oder ein bestimmtes Medikament zum ersten Mal eingenommen worden ist, bei gleichzeitig schwerwiegenden   Lebenveränderungen z.B.:Trennung, Scheidung, Arbeitslosigkeit, Schwangerschaft der Frau,  Untreue,...)Dies besonders wenn das Ausmaß der Funktionsstörung wechselt und   abhängig von bestimmten Situationen und Praktiken ist.

  2. Erektionsstörung beim Koitus,  aber  feste morgendliche Erektionen.

  3. Versagen  beim Koitus, weil das Verlangen fehlt, die Scheidenbefeuchtung oder die Erektion zu schwach ist, sich der Orgasmus oder die Ejakulation sich nicht einstellt., während bei der Selbstbefriedigung alles funktioniert.

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Die Wechseljahre können auch sexuelle Funktionsstörungen bedingen, nicht immer sind es nur die Hormone

Beschwerden in diesem Lebensabschnitt einer Frau können mit den Veränderungen im Hormonhaushalt zusammenhängen, müssen es aber nicht. Andere in dieser Lebensphase auftretende Probleme können ihrerseits zu sexuellen und psychsomatischen Beschwerden führen und bedürfen der Behandlung. Sexuelle und psychosomatische Beschwerden sind nicht unbedingt typisch für Wechseljahrsbeschwerden, sondern haben oft ihre Ursache in den Problemen des oder mit dem „Älterwerden" und sind entsprechend einzustufen und zu behandeln (in einer Zeit in der alle immer älter werden größere Ansprüche an die Lebensqualität haben und ewig jung bleiben sollten) zusammenhängen.

Hormone sind keine Allheilmittel. Sie ersetzen bei entsprechenden Beschwerden keine psychiatrische, psychotherapeutische oder sexualtherapeutische Behandlung. Bei der Frau ist die Lubrikationsfähigkeit der Scheide von einem Östrogenminimum abhängig. (sexueller Reaktionszyklus). Hormone könne also für Frauen eine große Hilfe sein, da sie oft viele Befindlichkeitsstörungen (auch die Scheidenbefeuchtung)  bessern. Die Annahme, dass sie das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle, Osteoporose, geistigen Abbau (Demenz) und auch Depressionen vermindern, hat sich nicht bewahrheitet. Die Risikobewertung hat sich nach neuen Studien verändert. 

Die Hormonbehandlung in den Wechseljahren ist zumindest für Kombinationspräparate ebenfalls in die Negativschlagzeilen geraten.  Die Risiken der Hormonbehandlung übersteigen bei rein prophylaktischer Behandlung zumindest den Nutzen. Insbesondere sah die große Studie ein erhöhtes Brustkrebsrisiko und ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko, das den Nutzen zumindest in der Osteoporoseprophylaxe nicht ausgleicht. Die Studie mit 16608 Patientinnen wurde deshalb vorzeitig beendet. Ähnlich auch die Darstellung Annals of Internal Medicine vom 19.11.02 Postmenopausal Hormone Replacement Therapy for Primary Prevention of Chronic Conditions: Recommendations and Rationale,


 Bei der Kombination von Östrogen plus Progesteron traten in der Behandlungsgruppe einer Studie mit 16 608 Frauen im Alter von 50 bis 79 Jahren im Vergleich zur Placebogruppe dort:

·  41 % mehr Schlaganfälle
·  29 % mehr Herzinfarkte
· 100% mehr Thrombosen in den Venen
· insgesamt 22 % mehr kardiovaskuläre Erkrankungen
· 26 % mehr Brustkrebs
· 37 % weniger Darmkrebs
·  ein Drittel weniger Hüftfrakturen
· ein Viertel weniger Knochenbrüche
· Kein Unterschied in der allgemeinen Sterblichkeit auf Siehe auch  www.whi.org

 

Wie komplex der Zusammenhang zwischen Homonen und Sexualität ist soll ein Zitat verdeutlichen.

Sex und Testosteron Die Bedeutung der Sexualhormone wird auch bei Männern oft überschätzt. Obwohl große Untersuchungen zu den Effekten der Hormonbehandlung bei Männern fehlen, werden Männer in den mittleren Jahren zunehmend mit Testosteron behandelt. Vergessen wird dabei, soweit es sexuelle Dysfunktionen betrifft, dass der Androgenspiegel beim Mann ist im Regelfall weitaus höher, als für die Erektion und Ejakulation erforderlich ist. Über das für die sexuelle Funktionsfähigkeit erforderliche Minimum hinausgehende Androgengaben erhöhen die Erektionsfähigkeit und Appetenz nicht.  Aus einer Korrelation (bei sexuell aktiven Männern findet man höhere Testosteronkonzentrationen im Blut) auf einen ursächlichen Zusammenhang zu schließen, ist prinzipiell falsch. Hormonspiegel sind abhängig vom Verhalten, bei Zunahme der sexuellen Aktivität, durch Viagrabehandlung, Psychotherapie, Beratung usw. steigt der Testosteronspiegel. (Jannini EA, Screponi E. Carosa E. Pepe M. F Lo Guidice. F Trimarchi, F Benvenga. Lack of sexual activity from erectile dysfunction is associated with a reversible reduction in Serum testosterone. Int J Androl 1999: 22(6): 385-92) Ob und wie stark Testosteronbehandlung das Krebsrisiko (z.B.: Prostatkrebs) erhöht ist weiter Gegenstand der Diskussion. Studien mit vergleichbaren Zahlen wie bei Frauen gibt es bisher nicht.  Sicher scheint, dass die psychische Befindlichkeit meist nicht signifikant gebessert wird, Aggressivität kann zunehmen, was auch zu Partnerschaftsproblemen führen kann. Plädoyer für ein neurowissenschaftliches Weltbild in der Psychiatrie M. Spitzer . Nervenheilkunde 2/2000 

 

Nebenwirkungsprofil von Sildenafil (Viagra) bei durchgeführten Studien (Dosierung 25, 50, 100 mg)

Unerwünschtes Häufigkeit

Ereignis (%)

Kopfschmerzen 15,8

Gesichtsrötung 10,5

Verdauungsstörung 6,5

verstopfte Nase 4,6

Atemwegsinfektion 4,2

Erkältungssymptomatik 3,3

Harnwegsinfekt 3,1

Sehstörungen 2,7

Diarrhöe 2,6

Schwindel 2,2

Nach: J.U.; Stief, C. G.; Truss, M C.; Becker, A J.; Kuczyk, Sexuelle Funktionsstörungen: Pharmakologische Therapiemöglichkeiten der Erektionsstörung Deutsches Ärzteblatt 97, Heft 8 vom 25.02.00, Seite A-457

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