Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse

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Glossar Psychiatrie / Psychosomatik / Psychotherapie / Neurologie / Neuropsychologie
 

manuelle Medizin

= Chirotherapie, in den USA auch Osteopathie. Die manuelle Medizin nutzt für Diagnostik und Therapie von Funktionsstörungen am Bewegungsapparat definierte Handgriffe und differenzierte manuelle Techniken (Weichteiltechniken, Mobilisationen). Angriffspunkte sind funktionelle, reversible Störungen im Regelkreis Gelenkspiel -nozizeptive Afferenz - motorische Efferenz - Schmerzempfindung. Durch die Wiederherstellung eines regelrechten Gelenkspieles bessern sich nicht nur Schmerzen, Voraussetzung zur manuellen Therapie sind sorgfältige klinische Untersuchungen unter Einschluss bildgebender Verfahren, eine manuell-medizinische Untersuchung sowie die korrekte Lagerung und Fixierung. Bei nachweisbaren Gelenkblockierungen ergeben sich als Indikation für eine manuelle Therapie in der Rheumatologie: Wegen der Gefahr von induzierten Gefügestörungen müssen Kontraindikationen der manuellen Therapie in der Behandlung beachtet werden: akute Arthritis oder Spondylitis, Knochenerkrankungen (hochgradige Osteoporose, schwere Osteomalazie, M. Paget), Neoplasien (Primäre Knochentumore, Knochenmetastasen), Radikuläre, medulläre Kompression, akuter Bandscheibenprolaps, Hypermobilität der Wirbelsäule oder der peripheren Gelenke, Gefügelockerungen von Bewegungssegmenten der Wirbelsäule (Cervikalarthritis) oder peripherer Gelenke, frische Frakturen, schwere arterielle Durchblutungsstörungen (Halswirbelsäule). Vorsicht bei hohem Lebensalter! Die manuelle Therapie darf nur von einem entsprechend weitergebildeten Arzt/Physiotherapeuten unter Kenntnis von Indikationen und Kontraindikationen durchgeführt werden. Auch bei Behandlung durch den Fachmann sind bei Manipulationen an der Halswirbelsäule Schlaganfälle beschrieben, wie hoch das Risiko ist, ist strittig, es wird von Verfechtern der Methode als sehr gering angesehen, Neurologen schätzen es teilweise wesentlich höher ein. Ob die Statistiken zuverlässig sind, ist Gegenstand der Diskussion. Von Neurologen immer wieder beschrieben und in ihrer Inzidenz unbekannt sind die Komplikationen mit Dissektion der A. vertebralis und Schlaganfall bei jungen bis dahin gesunden Menschen. Hier die Ergebnisse einer in der Zeitschrift Manuelle Medizin veröffentlichten Metaananalyse der Literatur. Die niedrige Inzidenz, die die Studie vermuten lässt, beruhigt. Allein vieles bleibt weiter offen. Dies ist umso bedeutsamer, als der therapeutische Nutzen als umstritten gilt.  Schätzungsweise sind nur 1,3 von 1000 Schlaganfällen auf eine Dissektion im vertebrobasilären Stromgebiet zurückzuführen. In einem großen medizinischen Zentrum können maximal 0,5 bis 3 Fälle pro Jahr erwartet werden. Nach einer Metaanalyse der Literatur traten 160 Fälle spontan auf, 115 Fälle nach einer Manipulation (Chiropraxis), 58 Fälle nach einem Bagatelltrauma und 37 Fälle nach einem massiven Trauma. Die subjektiven Beschreibungen der Manipulationen reichen von gewaltsam bis sanft. Beteiligt ist nahezu jede Art der Manipulation. Inzidenzschätzung der Veröffentlichung zwischen 1 von 1,3 Millionen Behandlungssitzungen und 1 von 400.000 Behandlungssitzungen. Es ist allerdings anzunehmen, dass bei weitem nicht alle Fälle veröffentlicht werden, die Dunkelziffer bleibt unklar. Als mögliche Erklärung für den Zusammenhang zwischen der Wirbelsäulenmanipulation und einer Dissektion im vertebrobasilären Stromgebiet wird diskutiert, dass die zervikale Manipulation in vielen Fällen bei Patienten eingesetzt wird, die bereits an einer fortschreitenden Dissektion leiden. Diese Theorie stützt sich auf die Beobachtung, dass viele Patienten mit einer spontanen Dissektion akute Nacken- und Kopfschmerzen als initiale Symptome angeben, was sich mit fortschreitender Zeit zu einem Hirninfarkt entwickelt. Da die meisten zervikalen Manipulationen zur Therapie von Nacken- und Kopfschmerzen durchgeführt werden, erscheint es wahrscheinlich, dass Patienten mit einer fortschreitenden Dissektion, die von einem Therapeuten gesehen werden, einer Manipulationsbehandlung zugeführt werden. Diese kann wiederum eine Gefäßokklusion induzieren oder zur Dislokation eines Embolus führen. Die Durchsicht der Artikel ermöglichte keine Beurteilung über die Anzahl der Fälle, die dieser Kategorie zugeordnet werden könnten.
 

Quellen / Literatur:

S. Haldeman 1 · F. J. Kohlbeck 2 · M. McGregor 3, Manuelle Medizin, 2000  38: 3-16 DGMM Deutsche Gesellschaft für Manuelle Medizin -  kritisches bei Quackwatch"ausgerenkt": das schwer fassbare Zauberwort der Chiropraktoren Verdeckte Ermittlungen Wenn Chiropraktoren sich zu gut verkaufen Mein Besuch bei einem "orthodoxen" Chiropraktor Innenansichten aus der Chiropraxis Office Kontakt Reflex Analyse Was kann ein vernünftiger Chiropraktiker für Sie tun? Tips wie man einen Chiropraktiker auswählt Hilfskommittee für Chiropraxie-Opfer Gruppen-Klage  (Class Action Suit) gegen Life University möglich

 

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Insbesondere dem ICD 10, dem DSM IV, AMDP- Manual, Leitlinien der Fachgesellschaften, Lehrbuch VT von J.Mragraf, Lehrbuch der analytischen Therapie von Thomä und Kächele, Lexika wie dem Pschyrembel, verschiedene Neurologie- und Psychiatrielehrbücher, Literatur aus dem Web, außerdem einer Vielzahl von Fachartikeln aktueller Zeitschriften der letzten 10 Jahre.Möglicherweise sind nicht alle (insbesondere kleinere) Zitate kenntlich gemacht. Durch Verwendung verschiedener Quellen konnte eine Mischung aus den unterschiedlichen Zitate nicht immer vermieden werden. Soweit möglich wird dies angezeigt. Falls sich jemand falsch oder in zu großem Umfang zitiert findet- bitte eine E-Mail schicken. Bitte beachten Sie: Diese Webseite ersetzt keine medizinische Diagnosestellung oder Behandlung. Es wird hier versucht einen Überblick über den derzeitigen Stand der medizinischen Forschung auch für interessierte Laien  zu geben, dies ist nicht immer aktuell möglich. 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Zum einen gibt es nicht überall solche Leitlinien, zum anderen werden diese mir nicht immer sofort bekannt. Manche Leitlinien sind lange nicht aktualisiert worden und von neuerer Literatur überholt, bzw, ergänzungsbedürftig.  Wenn möglich sind im Text Links zu solchen Leitlinien eingebaut. Auch Leitlinien sind nur Orientierungen, sie schließen nicht aus, dass generell oder im Einzelfall Fehler enthalten sind oder diese im Einzelfall nicht anwendbar sind. Ziel der Darstellung ist hier definitiv nicht, mich als Experten für irgendeines der in der Homepage dargestellten Krankheitsbilder auszuweisen. Ich gehe davon aus, dass alle vergleichbaren Fachärzte für Neurologie, Psychotherapeutische Medizin und Psychiatrie ihre Patienten sorgfältig und genau so gut wie ich behandeln. Sollten Sie über eine Suchmaschine direkt auf diese Seite gekommen sein, werden Sie gebeten auch die Hauptseite aufzusuchen. Dort finden Sie einen Link zu den zuständigen Ärztekammern. 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