Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse

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Glossar Psychiatrie / Psychosomatik / Psychotherapie / Neurologie / Neuropsychologie
 

Mediation

Wörtlich übersetzt bedeutet "Mediation" Vermittlung.  Mediation ist ein Verfahren der Konfliktlösung, das in den sechziger und siebziger Jahren in den USA entwickelt wurde und dort mit Erfolg in vielen Lebensbereichen angewendet wird. Gemeint ist die Vermittlung in Streitfallen durch unparteiische Dritte, die von allen Seiten akzeptiert werden. Die vermittelnden MediatorInnen helfen den Streitenden, eine einvernehmliche Lösung ihrer Probleme zu finden Aufgabe der MediatorInnen ist es nicht, einen Schiedsspruch oder ein Urteil zu sprechen. Vielmehr liegt es an den Konfliktparteien selbst, eine ihren Interessen optimal entsprechende Problemlösung zu erarbeiten. Alle sollen durch die Übereinkunft "gewinnen". Diese konstruktive Konfliktlösung wird durch das Mediationsverfahren ermöglicht. Sie kann selbst dann gelingen, wenn die Konfliktparteien in einer offenkundigen Sackgasse stecken und alleine nicht mehr weiterkommen bzw. gar nicht mehr miteinander reden. Die Vermittlerlnnen hören sich die Anliegen aller Beteiligten an, lassen sie ihre Gefühle ausdrücken und helfen bei der Klärung der eigentlichen Interessen der Konfliktparteien. In zunehmendem Maße stellen sie wieder eine direkte Verbindung zwischen den Streitenden her. Die Kontrahentlnnen erfahren durch diese Vorgehensweise, welches die eigentlichen Probleme, Gefühle und Interessen der anderen Seite sind. Im geschützten Raum eines solchen Gesprächs können sie Verständnis und neues Vertrauen zueinander entwickeln und schließlich gemeinsam an einer Lösung ihrer Probleme arbeiten. Das Ziel ist eine Vereinbarung, die alle Konfliktparteien unterzeichnen und umsetzen. Wichtige Merkmale des Mediationsverfahrens sind: a) die Anwesenheit der vermittelnden Mediatorlnnen, die Einbeziehung aller Konfliktparteien, die in der Regel auch anwesend sind,  b) die informelle außergerichtliche Ebene, c) die Freiwilligkeit der Teilnahme am Mediationsverfahren d) die Selbstbestimmung bzgl. der Konfliktlösung: die Entscheidungsbefugnis wird nicht an Dritte abgegeben. e) Das Verhandlungsergebnis ist nicht bindend, solange nicht alle Beteiligten zugestimmt haben. Es muss also ein Konsens erzielt werden. Die Mediatorlnnen sorgen dafür dass das Gespräch in einer wohltuenden, offenen und vertrauensfördernden Atmosphäre stattfinden kann. Unverzichtbare Grundregeln sind: a) Ausreden lassen, b) keine Beleidigungen oder Handgreiflichkeiten, c) Die MediatorInnen haben die Verantwortung für den Gang des Gesprächs und greifen ein, wenn es erforderlich ist. Weitere Regeln können gemeinsam vereinbart werden. Alle Beteiligten müssen sich auf die Regeln und das Verfahren einzulassen wollen. Jede Seite hat nun die Gelegenheit, den Konflikt aus ihrer Sicht zu erzählen. Sie bekommt dafür soviel Zeit, wie sie nötig hat, um alles auszusprechen was dazugehört. Die MediatorInnen hören aktiv zu stellen gegebenenfalls Fragen und fassen, das Gehörte zusammen. Die anderen Kontrahentinnen hören in diesem Stadium nur zu und müssen ihre Erwiderungen auf den Zeitpunkt verschieben an dem sie selbst mit dem Erzählen an der Reihe sind. Sie können sich jedoch Notizen machen, um ihre Einwände in Erinnerung zu behalten. Soweit das noch nicht in der vorangegangenen Phase geschehen ist, sollen nun die mit dem Konflikt verbundenen Gefühle zum Ausdruck gebracht sowie die Interessen und Wünsche herausgearbeitet werden, um die es den Beteiligten eigentlich geht. Alles was als Hintergrund zum offenen Streit von Bedeutung ist, soll zur Sprache kommen. Die MediatorInnen sind bei der Erhellung des Konfliktes behilflich, indem sie geeignete Fragen stellen und Hilfstechniken einsetzen. Die Kommunikationsrichtung wird zunehmend auf den Kontakt der KontrahentInnen untereinander verlagert. Kernsätze zum Verständnis einer Konfliktpartei sollen in eigenen Worten von den Kontrahentinnen zusammengefasst werden (Spiegeln). Die MediatorInnen leiten sie dazu an und geben Hilfestellungen. Wenn durch die vorangegangene Phase ein gegenseitiges Verstehen ermöglicht wurde, können die Streitenden nun gemeinsam überlegen, wie sie ihre Meinungsverschiedenheiten beilegen wollen. Aus dem "Konflikt" wurde ein "Problem", für dessen Lösung alle Kontrahentlnnen gemeinsam Verantwortung tragen. Mit geeigneten Methoden (z.B. Brainstorming) werden kreative Ideen gesammelt und die interessantesten zu Lösungsvorschlägen ausgearbeitet. Die Konfliktparteien einigen sich auf die Lösungsvorschläge, die ihnen am meisten zusagen. Sie regeln alle Fragen, die mit der Überprüfung und eventuell erforderlichen Überarbeitung der Vereinbarung Zu tun haben. Das Ganze wird schriftlich festgehalten und von den Beteiligten unterschrieben. Nach einer gewissen Zeit nehmen die MediatorInnen und die Konfliktbeteiligten noch einmal Kontakt zueinander auf, um zu klären, ob die Übereinkunft tatsächlich die Probleme gelöst hat. Falls nötig, müssen Korrekturen angebracht werden oder es muss ganz neu verhandelt werden. Mediation ist sowohl in persönlichen Streitfällen als auch in Gruppenkonflikten und in politischen Konflikten anwendbar. Weite Verbreitung hat das Mediationsverfahren bei der Regelung von Ehekonflikten und Scheidungsangelegenheiten gefunden. Auch zur Bereinigung von Nachbarschaftsstreitigkeiten und Mietkonflikten, Konflikten am Arbeitsplatz,  bei Arbeitskämpfen,  einige erfolgreiche Beispiele politischer Mediation (Sudanesischer Bürgerkrieg 1972, Camp-David-Abkommen 1978, Miskito-Konflikt in Nicaragua 1988-89). Die Anwendungsbereiche von Mediation gehen über die genannten Beispiele hinaus. Zudem findet das Mediationsverfahren in immer neuen Konfliktfeldern Eingang.
 

Quellen / Literatur:

Links zu Mediation in der Schule Mediation in der Schule ! - www.sich-vertragen.de - Forum für ...  http://www.learn-line.nrw.de/      Zentrum für Mediation und Kommunikation, Schulleitung.de, Basta-Net - Nein zur Gewalt, Streitschlichtung - Ein Beitrag zur Schulentwicklung, Trainings zum kreativen Umgang mit Konflikt und Gewalt, Weg vom Stress, Beratungslehrer.de ,Landesverband bayerischer Schulpsychologen, Konfliktlotsen , Institut Sikor, Mannheimer Institut für Mediation , FH Oldenburg - Fachbereich Sozialwesen, AG der Dinslakener Jugendgruppen, Verbände und Häuser Mediation in der Schule … Schulpsychologie und Mediation Mediation in der Schule ! - www.sich-vertragen.de (main) mediation.html Peer Mediation Links zu Konflikt, Konfliktmanagement und Mediation Bundesverband Mediation - Vorstand http://www.fassmichnichtan.de  E. Puyales HANDELN GEGEN GEWALT  Friedenspaedagogik.de

 

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Insbesondere dem ICD 10, dem DSM IV, AMDP- Manual, Leitlinien der Fachgesellschaften, Lehrbuch VT von J.Mragraf, Lehrbuch der analytischen Therapie von Thomä und Kächele, Lexika wie dem Pschyrembel, verschiedene Neurologie- und Psychiatrielehrbücher, Literatur aus dem Web, außerdem einer Vielzahl von Fachartikeln aktueller Zeitschriften der letzten 10 Jahre.Möglicherweise sind nicht alle (insbesondere kleinere) Zitate kenntlich gemacht. Durch Verwendung verschiedener Quellen konnte eine Mischung aus den unterschiedlichen Zitate nicht immer vermieden werden. Soweit möglich wird dies angezeigt. Falls sich jemand falsch oder in zu großem Umfang zitiert findet- bitte eine E-Mail schicken. Bitte beachten Sie: Diese Webseite ersetzt keine medizinische Diagnosestellung oder Behandlung. Es wird hier versucht einen Überblick über den derzeitigen Stand der medizinischen Forschung auch für interessierte Laien  zu geben, dies ist nicht immer aktuell möglich. 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