Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse

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Glossar Psychiatrie / Psychosomatik / Psychotherapie / Neurologie / Neuropsychologie
 

Motivation

Motivation kommt von lateinisch movere=bewegen. Gemeint ist eine eine Handlungsbereitschaft als aktivierendes Moment zur Erreichung eines bestimmten Ziels. Diese  Handlungsbereitschaft wird durch den Antrieb zur Handlung umgesetzt. Nach Zimbardo (Psychologie 16. Auflage Pearson Studium 2004) ist Motivation der Prozess der Initiierung, der Steuerung und der Aufrechterhaltung physischer und psychischer Aktivitäten; einschließlich jener Mechanismen, welche die Bevorzugung einer Aktivität sowie die Stärke und Beharrlichkeit von Reaktionen steuern. Je nach Theorie werden dabei andere Mechanismen der Verhaltenssteuerung angenommen. In der Triebtheorie geht es beispielsweise um die Spannungsreduktion, die Reversaltheorie postuliert gegensätzliche Paare von metamotivationalen Zuständen, die Instinkttheorie geht von inneren stereotypen Reaktionen aus, Sozialpsychologen sehen die persönliche Wahrnehmung der Situation und deren Interpretation im Vordergrund. Bereitschaft, das individuelle Leistungspotential zur Erreichung eines Zieles (einer Bedürfnisbefriedigung) einzusetzen, oder die Gründe für die Bereitschaft ein bestimmtes Verhalten zu beginnen- Verhaltensbereitschaft. Dabei spielen das erwartete Arbeitsergebnis sowie die Bewertung der eigenen Anstrengung (eigener Nutzen) eine Rolle.  Motivation ist ein hypothetisches Konstrukt, um die Antriebskraft eines Individuums auf Prozesse, die Richtung und Intensität von Handlungen zu beschreiben. Die Antriebskraft, welche ein Individuum aufbringt, um ein Ziel zu erreichen, ist dabei abhängig von dem angestrebten Ziel und der Person selbst. Motivation ist das Ergebnis von individuellen Bedürfnissen (Motiven oder Beweggründen) einer Person und den Anreizen der Umwelt bzw. der Situation. Motivation die sich aus eigenen Impulsen nährt nennt man intrinsische Motivation,  entspringt sich aus äußeren Anregungen die extrinsische Motivation.

In der Bedürfnishierarchie (z.B. Maslows "Bedürfnispyramide") stehen die Grundbedürfnisse zur Sicherung des Überlebens (Existenz) an erster Stelle, gefolgt von dem Bedürfnis nach Kontakt, menschlicher Zuwendung und Anerkennung, und schließlich gefolgt von dem Bedürfnis nach Selbstentfaltung und Befriedigung individueller Wünsche. Man unterscheidet zwischen extrinsischer Motivation bei der der Anreiz von außen kommt und intrinsischer Motivation. die aus der Person selbst kommt. Leistungsmotivation ist bei Menschen sehr unterschiedlich ausgeprägt und speist sich auch aus unterschiedlichen Bedürfnissen. Emotionen stehen in einem bedeutsamen Zusammenhang mit Lernen und Leistung. Motivation ist in diesem Zusammenhang die Bereitschaft, das individuelle Leistungspotential zur Erreichung eines Zieles einzusetzen. Optimismus und Pessimismus beeinflussen das Leistungsverhalten.

Die Equity-Theorie geht davon aus, dass Mitarbeiter bestrebt sind, faire und gerechte Arbeitsbeziehungen mit anderen Mitarbeitern aufrechtzuerhalten, gerechte Beziehungen fördern nach diesem Modell die Leistung. Das Erwartungsmodell geht davon aus, dass Mitarbeiter motiviert sind, wenn sie erwarten, dass ihre Anstrengungen und ihre Arbeitsleistung zum gewünschten Ergebnis fürht. Die Bedürfnisse nach Anerkennung, Sicherheit, sozialen Bindungen, Leistung, Geld und Macht sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich stark ausgeprägt und hängen auch von empfundenen Erfolgs- und Misserfolgserfahrungen ab. Auch Faktoren wie Ausdauer, Anstrengungsbereitschaft, Neid, Sexuelle Bedürfnisse, moralische Werte, Weltanschauungen, Bedürfnis nach Selbstverwirklichung, Selbstachtung, Persönlichkeitsfaktoren, psychischen Störungen und Süchte beeinflussen die Motivation. Im Schulunterricht sind Lern- und Denkprozesse eng mit Gefühlen und Stimmungen verbunden. Interesse am jeweiligen Fach und Lernfreude sind bei leistungsstarken Schülern höher als bei leistungsschwachen Schülern. Lernfreude und Interesse müssen sich vorwiegend auf den konkreten fachspezifischen Lernprozess beziehen, wenn sie eine positive Wirkung auf Leistung haben sollen. http://www.plassmann.de/dipl/ Motivation, Emotion & Cognition Emotion and Motivation Behaviour, Motivation, and Self-Control Unsere Gesellschaft sichert die Grundbedürfnisse der Menschen, auch ohne dass eine Leistung erforderlich ist. Eine geringe oder fehlende Differenz zwischen dem Basisanspruch an Sozialleistungen und dem auf dem Arbeitsmarkt erzielbaren Lohn vermindert die Motivation eine Beschäftigung anzunehmen und im Beruf gute Arbeit zu leisten. Die Tabelle unten verdeutlicht, dass viele Menschen mit Arbeitslosengeld II sich besser stehen als Menschen mit einer Beschäftigung in einer unteren Lohngruppe. Vermutlich nicht zu unrecht wird davon ausgegangen, dass die sehr hohe Anzahl an Langzeitarbeitslosen die über 12 Monate arbeitslos sind, u.a. mit dieser Differenz zusammenhängt. In den USA werden 12,7% in England 21,7% im EU Durchschnitt 42,4 und in Deutschland 51,8% der Arbeitslosen als Langzeitarbeitslose angegeben. Fehlende Motivierbarkeit über die Bezahlung führt konsequenterweise bei vielen Menschen zu Leistungsvermeidung.

Netto-Förderung in € (ohne/ mit* Zuschlag) entspricht einem Brutto- Monatsgehalt in € entspricht einem Brutto- Stundenlohn in € zum Vergleich: Tarif- Stundenlöhne 2005 in €**
Single
662 845 4,88 Friseurhandwerk (Thüringen): 3,18 €
822 1.078 6,22

Alleinerziehende(r)(1Kind)

1.090 1.234 7,12 Floristik (Brandenburg): 4,58 €
1.310 1.653 9,54
Verheiratete(r)
1.034 1.320 7,62 Einzelhandel (Schleswig-Holstein): 8,87 €
1.354 1.734 10,01
Verheiratete(r)(2Kinder)
1.574 1.611 9,3 Groß- und Außenhandel

(Nordrhein-Westfalen): 8,44 €

1.950*** 2.178 12,58

* befristeter, maximaler Zuschlag zum ALG II (1. Jahr) nach Auslaufen von Arbeitslosengeld.

** unterste Tariflohngruppe.

*** mit Zuschlag bei vorherigem Arbeitslosengeld aus einem Bruttoarbeitslohn nahe der Beitragsbemessungsgrenze-West für die Arbeitslosenversicherung (2005). Die maximale Zuschlagshöhe an der Beitragsbemessungsgrenze bestimmt sich auch nach dem Zeitpunkt der Arbeitslosmeldung, weil hiervon die Höhe des zuletzt bezogenen Arbeitslosengeldes abhängt, das für die Zuschlagsberechnung maßgeblich ist. Den Zuschlag gibt es für zwei Jahre: Erstes Jahr 2/3 der Differenz zwischen Arbeitslosengeld und Arbeitslosengeld II, zweites Jahr die Hälfte (also 1/3), jeweils gedeckelt pro Erwerbsfähigem auf max. 160 €, Ehepaare also 320 €, pro Kind plus 60 €. Basis für die Brutto-Stundenlohnberechnung: 40 Stundenwoche bei 4,33 Wochen pro Monat.

 

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Insbesondere dem ICD 10, dem DSM IV, AMDP- Manual, Leitlinien der Fachgesellschaften, Lehrbuch VT von J.Mragraf, Lehrbuch der analytischen Therapie von Thomä und Kächele, Lexika wie dem Pschyrembel, verschiedene Neurologie- und Psychiatrielehrbücher, Literatur aus dem Web, außerdem einer Vielzahl von Fachartikeln aktueller Zeitschriften der letzten 10 Jahre.Möglicherweise sind nicht alle (insbesondere kleinere) Zitate kenntlich gemacht. Durch Verwendung verschiedener Quellen konnte eine Mischung aus den unterschiedlichen Zitate nicht immer vermieden werden. Soweit möglich wird dies angezeigt. Falls sich jemand falsch oder in zu großem Umfang zitiert findet- bitte eine E-Mail schicken. Bitte beachten Sie: Diese Webseite ersetzt keine medizinische Diagnosestellung oder Behandlung. Es wird hier versucht einen Überblick über den derzeitigen Stand der medizinischen Forschung auch für interessierte Laien  zu geben, dies ist nicht immer aktuell möglich. Es ist auch nicht möglich, dass ein Arzt immer auf dem aktuellsten Stand der medizinischen Forschung in allen Bereichen seines Faches ist.  Es ist immer möglich, dass die medizinische Forschung hier noch als wirksam und ungefährlich dargestellte Behandlungsmaßnahmen inzwischen als gefährlich oder unwirksam erwiesen hat. Lesen Sie bei Medikamenten immer den Beipackzettel und fragen Sie bei Unklarheiten Ihren behandelnden Arzt. Medikamentöse Behandlungen auch mit freiverkäuflichen Medikamenten bedürfen ärztlicher Aufsicht und Anleitung. Dies gilt auch für alle anderen Behandlungsverfahren. Die hier angebotenen Informationen können nicht immer für jeden verständlich sein. Um Mitteilung, wo dies nicht der Fall ist, bin ich dankbar. Fragen Sie hierzu immer Ihren behandelnden Arzt. 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Zum einen gibt es nicht überall solche Leitlinien, zum anderen werden diese mir nicht immer sofort bekannt. Manche Leitlinien sind lange nicht aktualisiert worden und von neuerer Literatur überholt, bzw, ergänzungsbedürftig.  Wenn möglich sind im Text Links zu solchen Leitlinien eingebaut. Auch Leitlinien sind nur Orientierungen, sie schließen nicht aus, dass generell oder im Einzelfall Fehler enthalten sind oder diese im Einzelfall nicht anwendbar sind. Ziel der Darstellung ist hier definitiv nicht, mich als Experten für irgendeines der in der Homepage dargestellten Krankheitsbilder auszuweisen. Ich gehe davon aus, dass alle vergleichbaren Fachärzte für Neurologie, Psychotherapeutische Medizin und Psychiatrie ihre Patienten sorgfältig und genau so gut wie ich behandeln. Sollten Sie über eine Suchmaschine direkt auf diese Seite gekommen sein, werden Sie gebeten auch die Hauptseite aufzusuchen. Dort finden Sie einen Link zu den zuständigen Ärztekammern. 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