Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse

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Glossar Psychiatrie / Psychosomatik / Psychotherapie / Neurologie / Neuropsychologie
 

Mumps

Mumps ist keine harmlose Kinderkrankheit. Das Mumpsvirus ist ein umhülltes einsträngiges RNA-Virus aus der Familie der
Paramyxoviridae. Tröpfcheninfektion, Inkubationszeit 16–18 Tage, Die Ansteckungsfähigkeit ist 2 Tage vor bis 4 Tage nach Erkrankungsbeginn am größten Infizierte können 7 Tage vor bis 9 Tage nach Auftreten der Schwellung der Speicheldrüse
ansteckend sein. 30–40 % der Infektionen verlaufen ohne Symptome, Betroffene können aber trotzdem das Virus weiter verbreiten.  Das zentrale Nervensystem ist bei der Hälfte aller Mumpsinfekte betroffen.  Komplikationen von Mumps können schwerwiegend sein. Eine meist einseitige Hodenentzündung tritt bei 20% der nach der Pubertät infizierten jungen Männer ein, eine Eierstocksentzündung bei 5% der nach der Pubertät infizierten jungen Frauen. Mit einer aseptischen Meningitis müssen 15% aller infizierten rechnen, bei einem von  6000 kommt es zu einer Gehirnentzündung (Enzephalitis), Diese Enzephalitis führt bei der Hälfte der Betroffenen zu Dauerschäden (zB. einer Epilepsie) bei einer Enzephalitis findet sich im Liquor eine Lymphozytose mit um 250 Zellen/mm3, bei 60-70% der Fälle eine Eiweißerhöhung. die Liquorglukose ist meist auf weniger als 50% der Serumwerte erniedrigt.. Lebenslanger einseitiger Verlust des Gehörs tritt bei einem von 15 000 infizierten (vor Einführung der Impfung war dies die häufigste Ursache der Schwerhörigkeit bei Kindern), eine Bauchspeicheldrüsenentzündung bei bis zu 5%, daneben kommen  Gelenkentzündungen, Schilddrüsenentzündungen, Herzmuskelentzündungen, und selten eine Hepatitis vor. Werden schwangere Frauen in den ersten 12 Wochen infiziert besteht das Risiko einer Fehlgeburt. Einmal infiziert, kommt die Vorbeugung vor dem Infekt zu spät, man kann dann nur noch die Komplikationen behandeln. Eine Impfung gegen Mumps lohnt sich also weiterhin, sie schützt nicht nur den Einzelnen sondern auch die Gemeinschaft. Geimpft wird in der Kombination als Mumps-Maser-Röteln-Impfung im 12. und dem 15. Lebensmonat, die zweite Impfung im Alter von 15 bis 23 Monaten, in manchen Ländern erst zwischen dem 10. und 14. Lebensjahr,  bei noch unzureichender Impfhäufigkeit rechnet das RKI weiter mit Erkrankungswellen im Abstand von einigen Jahren, Erkrankungen im jungen Erwachsenenalter die oft komplikationsreicher verlaufen sind dadurch häufiger. Aktuelle Daten bezüglich der Epidemien an den Universitäten Englands bestätigen diese Daten.   Die meisten Gerüchte um die Impfung sind widerlegt, insbesondere ist inzwischen auch eindeutig, dass die Impfung keine Zunahme der Erkrankungen an Autismus oder Morbus Crohn erklärt. Die Impfung ist äußerst erfolgreich, wenn die Impfrate verbessert wird, besteht sogar die Chance die Infektion im Land auszurotten.

 

Quellen / Literatur:

rki.de EpidBull/Archiv/2004/35  rki.de/EpidBull/Merkblaetter/Mumps     Ravindra K Gupta, Jennifer Best, Eithne MacMahon, Mumps and the UK epidemic 2005, BMJ 2005:1132-1135 Valerie Seagroatt1991 to 2002 study of hospital admissions in England,  MMR vaccine and Crohn's disease: ecological doi:10.1136/bmj.38449.476759.AE 2005;330;1120-1121; originally published online 18 Apr 2005; BMJ.Emma Savage et al.m  Mumps outbreaks across England and Wales in 2004:observational study BMJ VOLUME 330 14 MAY 2005 bmj.com

 

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