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Nystagmus |
Ruckartige rhythmische an beiden Augäpfeln gleichsinnige rasche Bewegung der
Augäpfel, Nystagmus beschreibt rhythmische, oszillatorische Augenbewegungen (Augenzittern),
die als physiologischer Mechanismus zur retinalen Bildstabilisierung bei
entsprechender optokinetischer oder vestibulärer Reizung auftreten.
Bei
der Prüfung der Augenbewegungen wird auf die Existenz oder das
Nichtvorhandensein von Nystagmus (unwillkürliche Augenbewegungen in
horizontaler, vertikaler oder rotierender Richtung) geachtet. Untersucht wird
der Nystagmus zunächst mit der Frenzelbrille Die Frenzelbrille ist
eine Brille mit ganz starken Gläsern und Beleuchtung der Augen. Setzt man sie
einem Patienten auf, so kann er nichts damit sehen. Das ist so beabsichtigt:
Er/Sie soll nichts sehen, soll mit den Augen nicht fixieren können. Der
Untersucher aber kann wie durch eine Lupe mit Beleuchtung die Augenbewegungen
des Patienten sehen.
Blickrichtungsnystagmus in extremer Endstellung, der rasch nachläßt, ist in der
Regel ohne pathologischen Hintergrund.Blickrichtungsnystagmus:
Auftreten von Rucknystagmus mit einer schnellen und langsamen Komponente beim
Blick nach links oder nach rechts, nach oben oder unten. Die schnelle Bewegung
erfolgt in Blickrichtung. Spontannystagmen treten spontan ohne Fixation
(z. B. unter der Frenzel-Brille, bei geschlossenen Augen, im Dunkeln) auf (wobei
einige Autoren auch Nystagmen, die schon beim Geradeausblick vorhanden sind, als
Spontannystagmen bezeichnen), und sind meist Ausdruck peripher- oder
zentral-vestibulärer Erkrankungen. optokinetischer Nystagmus:
Auftreten von Nystagmus bei Verfolgung bewegter Gegenstände mit den Augen, z.B.
fahrender Zug, rotierende Schwarzweiß-Streifen.
Augenbewegungen, die durch Betrachten
eines bewegten Streifenmusters ausgelöst werden (z.B. von regelmäßig
angeordneten Telegrafenstangen aus einem fahrenden Zug). Üblicherweise zeigen
die Augen langsame Folgebewegungen (langsame Nystagmuskomponente) in Richtung
der Bewegung, die regelmäßig von Sakkaden in Gegenrichtung unterbrochen werden
(rasche Komponente des Nystagmus).
Bei parietalen Läsionen können
(unabhängig von einer eventuellen Hemianopsie) efferente Bahnen vom visuellen
Kortex zu tiefer gelegenen Zentren für konjugierte Blickbewegungen unterbrochen
sein; in solchen Fällen ist die optokinetische Nystagmus ausgefallen, wenn man
z.B. ein gestreiftes Wäschestück oder ein mit kommerziell erhältlichen
Klebestreifen hergestelltes Streifenmuster über das Gesichtsfeld in Richtung der
Seite der Störung bewegt. Optokinetischer Nystagmus ist bei hysterischer
Blindheit erhalten. Pendelnystagmus: Hin- und Herpendeln
der Augen beim Blick geradeaus oder beim Fixieren von Gegenständen, meist
angeboren. Es fehlt eine bevorzugte
Schlagrichtung,Rucknystagmus:
bestehend aus einer nach der kranken Seite langsamen und nach der Gegenseite
schnellen Bewegung.
Vestibulärer Nystagmus. Konstante Schlagrichtung vom ausgefallenen
Vestibularorgan weg, in dieser Blickrichtung am ausgeprägtesten. Eingeteilt wird
in folgende Schweregrade: Grad I nur beim Blick von der erkrankten Seite
weg, Grad II auch beim Blick geradeaus (Spontannystagmus),
Grad III auch beim Blick zur erkrankten Seite. Weil die Fixation hemmend wirkt,
sieht man diesen Nystagmus unter der Frenzel-Brille oder beim Augenspiegeln am
besten. Eine rotatorische
Komponente ist möglich. Brechreiz/Erbrechen und Fallneigung (besonders beim
Blindgang) zur erkrankten Seite sind typische, Vorbeigreifen und Vorbeizeigen
mögliche Begleiterscheinungen. Meistens handelt es sich um eine Störung des
peripheren Vestibularorgans. Ausgeprägtes Verzerrtsehen soll für eine Kernläsion
im Hirnstamm sprechen. Die sichere Unterscheidung zwischen peripherer und
zentraler vestibulärer Störung ist nur durch zusätzliche Ausfälle oder
apparative Funktionsprüfungen möglich. Lageabhängiger Nystagmus. Der
häufige benigne paroxysmale Lagerungsnystagmus ist durch seitliche Kopfhängelage
provozierbar mit Schlagrichtung zum unteren Ohr, wird begleitet von
Drehschwindel, manchmal auch Brechreiz. Das Wiederaufrichten löst erneut
Schwindel aus. Er ist inkonstant, tritt mit Latenz von mehreren Sekunden nach
Lagerung auf, dauert mehrere Sekunden und erschöpft sich bei wiederholter
Auslösung (Habituation). Ein zentraler Lagenystagmus ist demgegenüber
ständig reproduzierbar, hat keine Latenz, schlägt bei der Lagerungsprobe zum
oben liegenden Ohr, vertikal oder in wechselnde Richtungen und hat nicht immer
eine klare Beziehung zu den Schwindelbeschwerden. Er hört erst auf, wenn die
auslösende Position verlassen wird. Verschiedene Ursachen können dem
zentralen Lagennystagmus zu grunde liegen: multiple Sklerose, zerebelläre
Degenerationen, vertebrobasiläre Ischämien ,Anomalien des kraniozervikalen
Übergangs, Tumore in der hinteren Schädelgrube. Upbeat-Nystagmus.
Nystagmus mit Schlagrichtung nach oben in der Neutralposition. Er spricht für
eine Hirnstamm- oder Kleinhirnwurmerkrankung unabhängig von der Ursache, kommt
aber auch bei Intoxikation mit Barbiturat vor. Downbeat-Nystagmus.
Nystagmus mit Schlagrichtung nach unten in der Neutralposition, häufig mit
begleitenden Oszillopsien. Er ist ätiologisch unspezifisch, weist aber auf eine
Störung am kraniozervikalen Übergang hin. Arnold-Chiari-Mißbildungen sollen zu
den häufigsten Ursachen gehören, Intoxikationen zu den seltenen. Paretischer
Nystagmus. Bei Blickparesen ebenso wie bei Augenmuskelparesen gleich welcher
Ursache kommen unregelmäßige, grobe und langsame Nystagmen vor, die einem
Nachlassen des intendierten Muskelzugs und der Korrektur durch
Nachstellbewegungen entsprechen.
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Nystagmus und Störungen der
Okulomotorik |
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Art der Erkrankung |
Klinische Charakteristika |
Ursache |
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Nystagmus retraktorius |
ruckartige Rückwärtsbewegung beider Bulbi in die Orbita |
selten bei Mittelhirnschädigungen, z.B. Perinaud- Syndrom |
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nystagmusähnliche Sakkaden |
vorübergehend |
nicht pathologisch |
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Pendelnystagmus |
rasch pendelnde Oszillationen mit
symmetrischen Ausschlägen;verstärkt beim Blick nach oben |
Verlust des zentralen Gesichtsfelds in früher
Kindheit; Multiple Sklerose;Spasmus nutans (Nickkrämpfe)Spasmus rotatorius
bei Kindern , Hirnstammtumore, zerebraler
M. Whipple, Pelizaeus-Merzbacher-Erkrankung, Cockayne-Syndrom
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dissoziierter Nystagmus |
schlägt beim Blick zur Seite jeweils auf dem abduzierten Auge stärker |
Bei
MS, Vergiftungen und internukleärer Opthaloplegie (Funktionsstörung des
hinteren Längsbündels |
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Rucknystagmus,vestibulär |
Schlagrichtung des Nystagmuskann horizontal,
vertikal oder schräg verlaufen, oft mit rotierender Komponente; rasche
Phase schlägt von der Läsion weg. Amplitude vergrößert sichbeim Blick zur
gesunden Seite.Begleitet von Gehörverlust und Ohrensausen sowie von
Schwindel, Übelkeit, Erbrechen Vorbeizeigen und Schwanken |
akute entzündliche oder destruierende
Labyrinthitis |
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Periodisch alternierender Nystagmus
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beim Blick geradeaus vorhandener konjugierter
horizontaler Rucknystagmus, der regelmäßig (typischerweise alle 1½ - 2
Minuten) mit kurzer (oder auch ohne) Latenz seine Schlagrichtung umkehrt.
Dabei nimmt der jeweilige Nystagmus zunächst langsam zu und dann wieder
ab, bis er sistiert. Die Dauer eines vollständigen Zyklus beträgt 3 - 4
Minuten, kann auch kürzer oder länger sein. Gelegentlich sind auch
Richtungsasymmetrien bis hin zum periodischen Nystagmus in eine Richtung
möglich. |
multiple Sklerose. Arnold-Chiari-Malformation,
degenerative, entzündliche oder tumoröse Kleinhirnerkrankungen,
Hirnstamminfarkte oder Phenytoinintoxikationen.
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trunkozephal |
grobschlägiger,Blickrichtungsnystagmus
horizontal oder vertikal,gelegentlich mit Schwindel Abwesend bei
geschlossenenAugen. Von anderen neurologischen Hirnstammsymptomen
begleitet |
Multiple Sklerose; akute zerebrovaskuläre
Prozesse im.pontinen Tegmentum (Aufwärtsnystagmus),Arnold-Chiari-Syndrom;Tumoren
am zervikomedullären Übergang (Abwärtsnystagmus); Medikamente
(z.B
Phenytoin, Barbiturate) |
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zentraler Lagenystagmus |
Tritt ohne Latenz sofort auf und hält an so
lange die Lage eingenommen wird. Die Schlagrichtung ist variabel und kann
z. B. in Seitenlage sowohl zum unten als auch zum oben liegenden Ohr wie
auch vertikal gerichtet sein. |
multiple Sklerose, zerebelläre Degenerationen, vertebrobasiläre Ischämien
,Anomalien des kraniozervikalen Übergangs, Tumore in der hinteren
Schädelgrube. |
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Konvergenznystagmus |
langsame Abduktion, gefolgt von rascher
Adduktion, durch Sakkaden nach oben oder beim optokinetischen Nystagmus
nach unten ausgelöst; gelegentlich auch durch Sakkaden in jede Richtung
oder durch Folgebewegungen, kann aber auch spontan auftreten. Neben
Pupillenstörungen und vertikalen Blickparesen findet sich oft auch noch
ein Upbeat- und/oder Downbeat-Nystagmus sowie eine Skew deviation. |
Parinaud-Syndrom, Tumoren der Epiphyse;
Pinealis-Tumoren mit Kompression des dorsalen Mittelhirns, Läsionen im
Tegmentum des oberen Mittelhirns, Mittelhirntumoren- und -blutungen |
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Divergenznystagmus |
diskonjugierter Rucknystagmus mit langsamem
Abweichen der Augen nach nasal gefolgt von nach temporal gerichteten
raschen Komponenten, meist ein Downbeat-Nystagmus mit zusätzlicher
divergenter Komponente, dessen langsame Phasen also jeweils nach oben und
nasal gerichtet sind. |
zentral-vestibuläre Störung
Arnold-Chiari-Malformation, seltener eine degenerative
Kleinhirnerkrankung, |
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optokinetischer Nystagmus |
langsame Folgebewegungen,z.B. bei bewegtem
Streifenmuster; unterbrochen von unwillkürlichen Sakkaden in die
Gegenrichtung |
Nystagmus fehlt bei Läsionen der Bahnen, Sdie
Folgebewegungen vermitteln, oder bei Läsionen im kontralateralen
temporoparietalen Kortex |
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Augenrucken (Bobbing) |
Rasche Abwärtsrucke mit langsamer
Aufwärtsbewegung zurück zur Mittellage |
ausgedehnte Destruktionen oder
Funktionsausfälle im Bereich des Brückenhirns |
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Blickdysmetrie |
überschießende Blickbewegungmit nachfolgenden
Einstelloszillationen |
Erkrankungen des Kleinhirns oder seiner
Verbindungen |
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Augenflattern |
rasche Oszillationen um den Fixationspunkt |
Erkrankungen des Kleinhirns oder seiner
Verbindungen |
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Opsoklonus, Blickmyoklonien |
rasche konjugierte und völlig unsystematische
Augenbewegungen, häufig mit generalisierten Myoklonien einhergehend |
zahlreiche Ursachen: postanoxische
Enzephalopathie, okkultesNeuroblastom, Ataxia eleangiectatica, Multiple
Sklerose und andere Läsionen in Hirnstamm oder Kleinhirn |
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Schaukelnystagmus (See- Saw- N.) |
ein
Auge schlägt im Wechsel aufwärts, das andere abwärts, konjugierte, also in
die gleiche Richtung gehende rotatorische, und diskonjugierten, also
gegenläufigen, vertikalen Komponenten. |
Läsion im oralen Hirnstamm oder im Dienzephalon, Tumoren der Sellaregion
mit beidseitiger Kompression oder Infiltration des mesodienzephalen
Hirnstammes und/oder der Sehbahn, schwere Visusminderung, multiple
Sklerose, Hirnstamminfarkten, Syringobulbie
Arnold-Chiari-Malformation, |
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| Videos zu Nystagmus auf Youtube
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bei Medikamenten immer den Beipackzettel und fragen Sie bei
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dies nicht der Fall ist bin ich dankbar. Fragen Sie hierzu immer
Ihren behandelnden Arzt. Dieser weiß in der Regel über die
hier dargestellten Sachverhalte gut Bescheid und kann Ihren
individuellen Fall und Ihre Beschwerden besser einordnen- was für
einen bestimmten Patienten nützlich ist, kann einem anderen
schaden. Selbstverständlich gibt es zu den meisten Themen
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