Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse

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Glossar Psychiatrie / Psychosomatik / Psychotherapie / Neurologie / Neuropsychologie
 

Partnerwahl

Möglicherweise kann eine gute Partnerwahl, der später oft leidvollen Trennung oder Scheidung vorbeugen. Oft wird bei der Interpretation von Scheidungsstatistiken und moralisch geprägten Diskussionen um die zunehmende Trennungshäufigkeit übersehen, dass die Ansprüche an Partnerschaften heute viel größer sind, als zu biblischen Zeiten. Damals hieß "bis dass der Tod euch scheidet, 10-15 Jahre für das Durchschnittspaar und sicherte der verbleibenden Witwe einen anerkannten Sozialstatus. Heute meint dieser Satz in der Regel 40-50 Jahre in einer Zeit großen Wandels mit notwendigen ständigen Veränderungen in der Partnerschaft. Ähnlichkeiten ziehen sich an: Eine neue Studie bestätigt, wenn es mit der Partnersuche nicht klappt, könnte es an der falschen Selbsteinschätzung liegen. Auch in einer Zeit in der immer mehr Ehen geschieden werden, ist die Partnerwahl in unserer Gesellschaft noch eine Lebensentscheidung. Zum Zeitpunkt der Wahl, wird diese dabei oft mehr von Erwartungen und einer Schätzung des Potentials eines Partners geprägt, als dass wirklich eine sichere Prognose über das Zutreffen der vermuteten Eigenschaften möglich wäre. Liebe scheint allerdings nicht ganz so blind zu machen, wie manche glauben. Nach einer neuen Studie ist der Verstand eine der wesentlichsten Komponenten bei der Partnerwahl. Bisherige biologisch orientierte Theorien, Biologen und Psychologen mutmaßen, dass die Tatsache, dass die Partnerwahl von biologischen unbewussten Mechanismen geprägt ist. Ziel ist die Weitergabe der eigenen Gene durch Produktion von Nachkommen. Männer könnten mit ihren Samen theoretisch deutlich mehr Kinder zeugen, als eine Frau Eizellen produzieren kann. Frauen benötigen nur wenige sexuelle Kontakte, um die im Laufe der fruchtbaren Jahre zur Verfügung stehenden Eizellen befruchten zu lassen. Die Möglichkeiten zur Fortpflanzung scheinen damit für Frauen durch die Möglichkeiten zur Aufzucht und Ernährung ihrer Sprösslinge begrenzt zu sein, für Männer wären demnach die Möglichkeiten zur Fortpflanzung durch den Zugang zu weiblichen Eizellen limitiert. Auf diesen grundlegenden biologischen Tatsachen sollen nach diesem Modell die Unterschiede im Partnerwahlverhalten zwischen Frauen und Männern zurückgehen. Studien die diese Thesen unterstützen fanden heraus, dass Frauen Männer mit Ergeiz, hohem sozialem Status und Wohlstand, Familienverbundenheit und Kinderwunsch bevorzugen, Eigenschaften, die den Erfolg und das Überleben des Nachwuchses sichern sollen. Männer bevorzugen deutlicher als Frauen jugendliches Aussehen, Gesundheit und körperliche Attraktivität als Hinweise auf eine gute Fruchtbarkeit. Männer legen mehr Wert auf Treue, da ihr Risiko eines "Kuckuckskindes" größer ist. Bezüglich der genannten Unterschiede gibt es allerdings große Überlappungen. Die jetzt veröffentlichte Studie scheint die Annahme zu belegen, dass diese biologisch begründeten Vorlieben in entwickelten Gesellschaften nicht ausreichen um wirklich den Erfolg der Nachkommen zu sichern. Die Stabilität der Partnerschaft ist eine wesentliche zusätzliche Voraussetzung für ein gutes Gedeihen des Nachwuchses. Die richtige Auswahl, das warten auf den oder die Richtige wird von verstandesmäßigen Entscheidungen mitgeprägt. Kriterien sind dabei die richtige Selbsteinschätzung und die entsprechende Einschätzung des Partners. Dieses Einschätzung des eigenen Wertes auf dem Markt der möglichen Partnerschaften ist in erheblichem Maße abhängig vom allgemeinen Selbstwertgefühl und den Vergleichen, die man in seiner Umgebung zieht. Die Selbsteinschätzung von Frauen leidet, wenn sie sich in einer Umgebung attraktiver junger Frauen befinden, bei Männer sind es sozial dominante Rivalen, die die Einschätzung des eigenen "Marktwertes" schwinden lassen. In Gegenwart andere attraktiver Frauen sinkt auch die Wertschätzung der eigenen Partnerin bei Männern. "Ähnlichkeiten ziehen sich an"- so eine neue Studie: Diese oben genannten biologisch begründeten Hypothesen konnten nur bedingt die Realität einer monogamen Gesellschaft erklären. Das Darvinsche "Survival of the fittest" lässt sich von der Natur nur sehr bedingt in unsere Gesellschaft übertragen. Eine neue Studie zur Partnerwahl in westlichen Gesellschaften rückt die Selbsteinschätzung in den Vordergrund. Die Studie basiert auf der Befragung von 978 heterosexuellen Bewohnern zwischen 18 und 24 in Ithaca, New York. Geprüft wurden die Kategorien Wohlstand und Status, Familienverbundenheit, körperliche Attraktivität, und sexuelle Treue. Je höher die Befragten ihren eigenen Rang in diesen Kategorien einordneten, umso anspruchsvoller waren sie diesbezüglich auch in der Wahl ihrer möglichen Partner. Die Studie scheint damit das Sprichwort: ‘‘Gegensätze ziehen sich an’’ oder ‘‘Suche nach dem Partner mit dem besten Potential für die Fortpflanzung" zu widerlegen. "Ähnlichkeiten ziehen sich an"- scheint das Motto der Partnerwahl zu sein. Attraktive Frauen hatten nach manchen Studien höhere Erwartungen an Wohlstand und Status des potentiellen Partners, Männer mit hohem sozialem Status hatten höhere Erwartungen an die Attraktivität ihrer Partnerinnen. Nach der neuen Studie scheint die Anziehung und Erwartung sich eher in den selben Kategorien zu halten. Attraktive Frauen suchen attraktive Männer und umgekehrt, auch Menschen mit hohem sozialem Status wollen ihresgleichen finden. Eigene materielle wie ideelle Werte bestimmen die Erwartungen an den Partner. Fazit aus der Studie Ehen zwischen ähnlichen Partnern scheinen stabiler. Die immer waghalsige Lebensentscheidung einer dauerhaften Partnerschaft wird berechenbarer, wenn in wesentlichen Punkten ein ähnlicher Hintergrund besteht. Die Autoren der Studie raten, nicht den allerbest möglichen Partner zu suchen, sondern einen Partner mit dem viele Gemeinsamkeiten verbinden. Wenn man seine Aussichten auf eine stabile Partnerschaft verbessern will, sollte man nach den Schlussfolgerungen der Studie seine Menschenkenntnis verbessern um potentielle Partner gut einschätzen zu können. Man sollte sich selbst gut kennen und einschätzen können und man sollte seine Selbsteinschätzung in eine Vorliebe bei der Partnersuche übersetzen können. Eigene Minderwertigkeitsgefühle führen demnach zu Partnern, die man als minderwertig einschätzt, Minderwertigkeitsgefühle verschlechtern die Chancen bei der Partnerwahl und führen zur Wahl "unterlegener Partner". Die allgemeine Erfahrung bestätigt diese Annahme zumindest in sofern, als ständige Herabsetzungen des Partners in der Regel ein Hinweis auf eigene Selbstwertprobleme sind.
 

Quellen / Literatur:

Peter M. Buston and Stephen T. Emlen, Cognitive processes underlying human mate choice: The relationship between self-perception and mate preference in Western society PNAS published July 3, 2003, 10.1073/pnas.1533220100 ( Evolution , Psychology ) [Abstract] [PDF]

 

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