Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse

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Glossar Psychiatrie / Psychosomatik / Psychotherapie / Neurologie / Neuropsychologie
 

Plexus

=Nervengeflecht, das sich nach Verlassen des Spinalkanals und vor Übergang in die Truncus und einzelnen peripheren Nerven bildet. Plexus cervicalis (Halsgeflecht) aus den vorderen Ästen der  C1 - C4 Plexus brachialis (Armgeflecht) Spinalnerven C5-Th1. Plexus brachialis: Oberer Primärstrang C5–6  Supra-infraspinalsi, Teres m. m., Bizeps, Brachioradialis, Handextensoren, sensibel C5–6, bei Schädigung  Die Obere Armplexus-Parese wird auch als Duchenne-Erb´sche Lähmung bezeichnet. Dabei kommt es zu Lähmung der Abduktion und Außenrotation im Schultergelenk, der Beeinträchtigung der Beugung im Ellbogengelenk einschließlich des M. brachioradialis und supinator. Manchmal sind auch die Strecker im Ellbogengelenk,  und die Dorsalextensoren der Hand mitbetroffen. Der BSR und RPR sind  abgeschwächt oder nicht auslösbar. Manchmal kommt es zu Sensibilitätsstörungen im Versorgungsgebiet der Wurzeln C5-C6. Bei der Erweiterten oberen Armplexus-Parese ist die Nervenwurzel C7 mitbetroffen. Dadurch ist der M. triceps brachii gelähmt und es komm zu einer Schwäche für Strecken und Beugen der Finger, einem Ausfall der Mm. pronator teres und flexor carpi radialis, der TSR meistens  nicht auslösbar die Sensibilitätsstörung betrifft dann auch das Dermatom C7 Mittlerer Primärstrang C7  Trizeps, Hand-Finger-Extensoren, Daumenbeuger, Pectoralis major, sensibel C7 TSR Abschwächung oder Ausfall. Unterer Primärstrang C8–Th1 Fingerbeuger, alle intrinsischen Handmuskeln, (Triceps brachialis intakt), Bei der unteren Armplexus-Parese auch Déjerine-Klumpke- Lähmung kommt es zu Paresen der kleinen Handmuskeln, „Krallenstellung“ der Finger mit Hyperextension in den Grundgelenken, Flexion in den Interphalangealgelenken,  Paresen der langen Fingerbeuger, machmal zu  Paresen der Beuger des Handgelenks der TSR meistens abgeschwächt oder nicht auslösbar, sensibel ist das C8–Th1 minderversorgt und es besteht ein Horner-Syndrom,  Dorsaler Faszikel C5–Th1 Schulter, alle Strecker am Unterarm, TSR Abschwächung oder Ausfall, wie Axillaris- und Radialisparese, Lateraler Faszikel C5–C7  Bizeps, Fingerbeuger,  BSR Abschwächung oder Ausfall, wie Musculocutaneus-und obere Medianusparese, Medialer Faszikel C8–Th1 Beuger am Unterarm, alle Handmuskeln wie Ulnaris- und Medianusparese. Traumatische Läsionen des Armplexus entstehen geburtstraumatisch, durch Motorrad-Unfälle, oder durch ärztliche Eingriffe wie Strahlentherapie,  Punktionen der Gefäße (A. subclavia, A. axillaris, V. jugularis interna, V. subclavia, V. axillaris) wenn direkt der Nerv getroffen wird, oder durch ein  Hämatom in der Anästhesie, bei Plexus-Anästhesien. Auch bei operativen Eingriffen direkt oder als Lagerungsschaden bei Fixierung des Armes in Abduktionsstellung über 90° während Operationen.  Als Rucksacklähmung durch tragen eines schweren Rucksacks mit oberer Plexuslähmung und manchmal auch Skapula alata.  Andere Ursachen können das Thoracic-outlet-Syndrom, Costoclavicular-Syndrom, Hyperabduktions-Syndrom und die
Neuralgische Schulteramyotrophie sein.
 

Plexus lumbalis (Lendennervengeflecht)  Spinalnerven L1- L3 mit Anteilen Th12 u. L4, von vorne gesehen wird der Plexus lumbalis  überwiegend vom M. psoas major verdeckt. Aus dem Plexus lumbalis entspringen der N. iliohypogastricus (Th12-L1) ähnelt den Interkostalnerven und zieht parallel zum untersten Interkostalnerven, seine sensiblen Äste (R. cutaneus lateralis und R. cutaneus anterior) versorgen die Haut oberhalb des Leistenbandes. Motorisch versorgt er zusammen mit dem darunter verlaufenden N. ilioinguinalis die kaudalen Bauchmuskeln. Er verläuft durch den M. psoas major, auf dem M. quadratus lumborum und zieht zwischen M. transversus abdominis und M. obliquus internus abdominis. Der N. ilioinguinalis versorgt sensibel die große Schamlippen oder den Hodensack und die Haut des Mons pubis. Der N. ilioinguinalis verläuft kaudal, parallel zum N.iliohypogastricus. Der N. genitofemoralis verläuft kaudal zum N. ilioinguinalis, er teilt sich nach Durchbohren des M.psoas in den R. gentialis und den R. femoralis. Der R. genitalis versorgt sensibel ebenfalls die große Schamlippen oder den Hodensack sowie ein Hauareal am medialen Oberschenkel. Motorisch versorgt der R. gentialis den M. cremaster- (Reflex prüfbar). Der R. femoralis zieht durch den Leistenkanal und versorgt sensibel ein Areal in der Leistenbeuge. Der N. cutaneus femoris lateralis versorgt sensibel ein Areal an der Lateralseite des Oberschenkels. Durch den rechtwinkligen Verlauf in Höhe der Spina iliaca superior kann der Nerv bei Übergewicht, engen Hosen oder ständig stehender Haltung mit nach hinten überstrecktem Bein geschädigt werden, wodurch eine Meralgia paraesthetika mit Missempfindungen in diesem Bereich entsteht. Der N. obturatorius versorgt motorisch die Adduktoren des Oberschenkels (M.obturatorius externus, M.adductor longus und brevis, M. gracilis und gemeinsam mit dem N.femoralis den M.pectineus, gemeinsam mit dem N.tibialis den M.adductor magnus) und sensibel die Medialseite des Oberschenkels. Der N. femoralis versorgt motorisch den M. iliopsoas, M. quadriceps femoris, M.pectineus, M.sartorius und sensibel Vorderseite des Oberschenkels, Medialseite des Unterschenkels, Fuß (N. saphenus). Plexus sacralis (Kreuzbeinnervengeflecht) L5- S3 mit Anteilen L4 u.S4. Der N. pudendus versorgt motorisch die Beckenbodenmuskulatur und sensible die äußeren Geschlechtsorgane und die Aftergegend. Der N. gluteus superior versorgt den M. gluteus medius und minimus, M. tensor fasciae latae, der N. gluteus inferior den M. gluteus maximus. Der N. cutaneus femoris posterior versorgt die Haut der unteren Gesäßgegend und der Dorsalseite des Oberschenkels. Der N. ischiadicus ist der kräftigste Nerv des Körpers. Mit Ausnahme des sensiblen N. saphenus und Ästen des N. femoralis ist er der einzige Nerv, der den Unterschenkel und Fuß versorgt. Er verlässt das kleine Becken durch das Foramen infrapiriforme und zieht dann an der Hinterseite des Oberschenkels lang. In der Kniekehle teilt er sich in den R. fibularis (peroneus) communis und den N. tibialis. Motorisch versorgt er die ischiokrurale Muskulatur und Muskeln distal des Kniegelenks Unterschenkel und Fuß (ohne Medialseite). Der N. tibialis innerviert am Unterschenkel alle Flexoren und alle Fußsohlenmuskeln, der N. fibularis profundus innerviert am Unterschenkel alle Extensoren und alle Fußrückenmuskeln, der N. fibularis superficialis innerviert die Mm. peronei. Die Ursachen sind ähnlich der Armplexusparese.


 

 

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