Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse

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Glossar Psychiatrie / Psychosomatik / Psychotherapie / Neurologie / Neuropsychologie
 

Rückenmark

Das Rückenmark ist das zentrale Nervenbündel, das die Information von und zum Gehirn und in den Körper bringt. Es ist quasie eine Verlängerung des Gehirns und Teil des zentralen Nervensystems. Alle Informationen die aus Armen, Beinen, Rumpf als Wahrnehmungen zum Gehirn gelangen müssen über die Hinterhörner des Rückenmarkes und dann die langen Bahnen der Hintersäulen ihren Weg nehmen. Wenn von unserem Gehirn ein Bewegungsimpuls zu Armen oder Beinen geleitet wird, muss er seinen Weg über das Rückenmark nehmen und dann über die Vorderwurzeln und peripheren Nerven zu den Muskeln gelangen. Verletzungen oder Erkrankungen des Rückenmarkes sind deshalb gefürchtet, hier laufen viele wichtige Bahnen für die Kontrolle unseres Empfindens, der Ausscheidung, der Sexualität und der Motorik auf engem Raum nebeneinander verlaufen. Ein Schaden kann daher alle von den darunterliegenden Segementen versorgten Funktionen beeinträchtigen. Obwohl Wege dahin erforscht werden und Tierversuche Hoffnung machen, ist es bisher nicht möglich das beschädigte Rückenmark zu reparieren. Wie im Gehirn ist das Rückenmark von den selben 3 Hirnhäuten umgeben. Das Rückenmark wird vom knöchernen Wirbelkanal geschützt. Es ist beim Erwachsenen mittlerer Größe ca. 45 cm lang und verläuft im Wirbelkanal der Wirbelsäule, die durch 30 Wirbel : 7 Hals-(cervikal-), 12 Brust-(thorakal-), 5 Lenden-(lumbal-), 5 Kreuz-(sacral-) und 1-2 Coccygealsegmente gebildet wird. (C1 und C2 sind die ersten beiden Halswirbel, T8 ist der 8. Brustwirbel), L5 entsprechend der 5. Lendenwirbel. Das Rückenmark selbst ist kürzer als die knöcherne Wirbelsäule. Entsprechend sind die Austrittspunkte der Spinalnerven höher angesiedelt als die entsprechenden Wirbel. Das eigentliche Rückenmark endet mit dem Conus medularis. Die Nervenwurzeln ziehen dann als Cauda equina, wie ein Pferdeschweif nach unten zu den entsprechenden Austrittspunkten.
Nicht-traumatische Gründe für Rückenmarksschäden
Ursache Erkrankung
angeboren oder entwicklungsbedingt Hypoxische Hirnschädigung mit Spastik, Dysraphie, Diastematomyelie, Spina bifida
Degenerative ZNS Erkrankungen Amyotrophe Lateral Sklerose, Friedreich'sche Ataxie, erbliche spastische Paraparese, infantile neuroaxonale Dystrophie, Pelizaeus-Merzbachersche Erkrankung, Canavan'sche Erkrankung, spinale Muskelatrophie
Genetisch, Stoffwechselstörung Glutathion, ß-Methylcrotonylglycinurie, Gangliosidose, Myelin Protein zero, Adrenomyeloneuropathie, Abetalipoproteinämie, Vitamin B12 Mangel
Infektionen Transverse Myelitis: viral (Herpes simplex Virus, Varicella-zoster Virus, Cytomegalovirus, Humane T Zell Leukämie Virus-1, HIV, Poliovirus); bakteriell (TBC, Mycobacterium spp); Pilze (Cryptococcus); Parasiten (Toxoplasma gondii, Schistostoma mansoni)
Entzündlich Multiple Sklerose, idiopathische transverse Myelitis
Ischämisch Arteriell und Venös: Aortendissektion, Herzstillstand, systemischer Hypotonus, Atheriosklerose, Thrombosen, Embolien, iatrogen (Aortenoperation), Arteriovenöse Malformationen
Verletzungsfolgen spät auftretende Funktionsstörungen, Syringomyelie
Rheumatologisch und degenerativ Spondylolyse, Spinalkanalstenose, Bandscheibenvorfall, Morbus Paget, rheumatoide Arthritis, Verkalkung des Ligamentum  longitudinale posterior
Toxisch Methotrexat, Cytosin Arabinosid, Strahlenschaden
Tumore Primäre und metastatische (intramedullär und extramedullär)
ZNS=Zentralnervensystem. Aus:John W McDonald, Cristina Sadowsky , Spinal-cord injury  Lancet 2002; 359: 417-25 [Full Text] [PDF]
ASIA impairment scale
Grad Beschreibung
A Komplett; keine sensorische oder motorische Funktion in
  den sakralen Segmenten S4-S5
B Inkomplett; sensorische aber keine motorische Funktion erhalten
  unterhalb der neurologischen Höhe der sakralen Segmenten S4-S5
C Inkomplett; motorische Funktionen erhalten
  unterhalb der neurologischen Höhe, die meisten Muskeln haben einen Kraftgrad <3/5
D Inkomplett; motorische Funktionen erhalten
  unterhalb der neurologischen Höhe, die meisten Muskeln haben einen Kraftgrad >3/5
E Normale motorische und sensorische Funktion
Maynard FM Jr, Bracken MB, Creasey G, et al. International standards for neurological and functional classification of spinal cord injury: American Spinal Injury Association.  Spinal Cord 1997; 35: 266-74. [PubMed]  
Übersicht über die Problembereiche bei der Behandlung von Rückenmarksverletzungen
Medizinisch Chirurgisch Rehabilitativ
Spinale Stabilisation: Immobilisation der Wirbelsäule während des Transportes und der Wiederbelebung Internale Fusion/Instrumentation; externale Orthosen
Kardiovaskulär: hämodynamische Instabilität; autonome Dysfunktion; Thromboembolien   Symptomatische Behandlung chronischer  hämodynamischer Probleme; autonomer Dysreflexie
Atmung /Lungenfunktion: Ateminsuffizienz, Atelektasen; Pneumonien; Tracheostoma Vorbeugende Versorgung; physikalische Übungsprogramme
Gastrointestinales System: Ileus; Kotsteine, Verstopfung, Magen- und zwölffingerdarmgeschwüre; Reflux, Gallensteine   Übungen/mechanische geregelte Kontinenz- programme; präventive gastrointestinale Versorgung
Urogenitalsystem: Harnwegsinfekte; Hydronephrose; Zysto/Nephrolithiasis Suprapubische Katheter, Penis-Implantate; Lithotripsie; Sphinkterotomie Programme zum Training der Kontinenz; präventive Versorgung der Blasen und Sexualstörungen,
Dermatologisch: Druckgeschwüre Entfernen von Nekrosen, Hautverpflanzungen.. Vorbeugung in der Pflege durch entsprechende Lagerung.
Muskuloskeletales System: Osteoporose; heterotope Ossifikation; Knochenbrüche. Ermüdungsfrakturen, akute und chronische Schmerzen Behandlung später neurologischer Komplikationen: Syringomyelie; fokal Nerven- entrapments; zentraler Schmerz, Spastik; spinale Instabilität; Implantation intrathekal "Drug-delivery Systeme Vorbeugung und Behandlung muskuloskeletaler Komplikationen: Kontrakturen; Spastik; Haltungsabnormalitäten; Skelett- deformitäten; Langzeit intrathekale medikamentöse Behandlung
    Funktionales Retraining in der Selbstversorgung; Mobilität; psychosoziale Anpassung; berufliche und Freizeit relevante Fähigkeiten, Versorgung mit Hilfsmitteln, behinderten gerechte Wohnung, Rollstuhl, umgerüstetes Auto, Orthesen..
Aus:John W McDonald, Cristina Sadowsky , Spinal-cord injury  Lancet 2002; 359: 417-25 [Full Text] [PDF]
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Quellen / Literatur:

MedlinePlus Linksammlung zur Anatomie und zu den Erkrankungen des Rückenmarkes Myelopathie, zervikale Multiple Sklerose Michael Payer Spinale Tumoren Teil 1: Intramedulläre Tumoren Schweiz Med Forum 2008;8(38):705–709 Ouerschnittsmyelitis, akute  Querschnittlähmung Klassifikation nach Lähmungsausmaß  Lateralsklerose amyotrophische  Lähmung  Meningeom Lumbalpunktion

 

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