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Schädelhirntrauma ( wann zum CCT ?) |
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Schädelhirntrauma meint eine kombinierte Verletzung des Schädels
einschließlich Haut und Knochen und Gehirn. Für die Bezeichnung
Schädelhirntraum ist neben einer Verletzung des Kopfes auch eine Schädigung des
Gehirns maßgebend. Oft wird auch nur von einem Hirntrauma also einer Schädigung
des Gehirns gesprochen. Der englische Begriff ist traumatic brain injury´- "TBI"
für das Hirntrauma.
Die Definitionen haben sich mit den Fortschritten in der
Diagnostik in den letzten Jahren geändert. Die alten Begriffe Commotio cerebri =
Gehirnerschütterung und Contusio cerebri = Gehirnquetschung werden vielfach
parallel weiter verwendet, und daher hier auch erklärt. Wie immer in der Medizin
erspart eine gute Erhebung der Vorgeschichte und eine gute klinische
Untersuchung unnötige technische Untersuchungen und vermindert auch unnötige
Ängste. Auch die beste Technik kann gute klinische Medizin nicht ersetzen,
sondern nur ergänzen. Die unten angegebenen Tabellarischen Darstellungen der
New Orleans Kriterien, Canadian CT Head Rule, und der CHIP Prediction Rule geben einen recht
zuverlässigen Anhaltspunkt, wann eine
Computertomographie (CCT) nach einem Schädeltrauma aus medizinischen
Gründen,- mögliche therapeutische Konsequenzen-.sinnvoll ist. Sinn dieser
Kriterien ist es, dem Arzt bei seiner Entscheidung durch studienüberprüfte
Regeln mehr Sicherheit in der Entscheidung zu geben und dem Patienten unnötige
Strahlenbelastungen zu ersparen.
Definition und
Pathologie Unter einem
Schädel-Hirn-Trauma (SHT) versteht man eine vorübergehende oder
dauerhafte Schädigung des Gehirns als Folge der Einwirkung eines
stumpfen oder penetrierenden Traumas. In der klinischen Untersuchung
wirken sich traumatische Einwirkungen im Sinne einer reversiblen oder
dauerhaften Funktionsstörung des Gehirns aus. Bei einem
Schädelhirntrauma kommt es per Definition zu einer physiologisch
bedeutsamen Störung der Hirnfunktion die auf eine Einwirkung externer
Kräfte, einschließlich Beschleunigung/und Deceleration, zurückgeht.
Hinweis auf die Störung der Hirnfunktion zum Zeitpunkt der Einwirkung
der externen Kräfte können Bewusstseinsstörungen, Gedächtnisstörungen
für den Zeitraum unmittelbar vor dem Unfallereignis (retrograde Amnesie)
oder nach dem Unfallereignis (anterograde Amnesie) zusammengenommen auch
als posttraumatische Amnesie bezeichnet sein. Es kann auch zu
Benommenheitszuständen und Verwirrtheitszuständen sowie einem fokalen
neurologischen Defizit direkt nach dem Trauma kommen. Das Trauma kann
morphologisch sowohl nicht nachweisbare als auch sichtbare Veränderungen
zur Folge haben, die primär mit einer Computertomographie dargestellt
werden, haben. Die vorderen und inferior frontalen und temporalen
Hirngebiete sind die die am stärksten und am häufigsten von den
einwirkenden Kräften betroffen sind. . Trägheitskraft und besonders
Rotationsenergie dehnen und ziehen an der weißen Substanz dieser und
anderer Hirngebiete (oberer Hirnstamm, parasagittale weiße Stubstanz des
Gehirns, dem Balken, und den Verbindungstellen von grauer und weißer
Substanz der Hirnrinde, was zu einer diffusen multifokalen axonalen
Schädigung führen kann.
AJNR Am J Neuroradiol 24:1049–1056 Eine vergleichsweise einfache und
übersichtliche Definition (J
Neuropsychiatry Clin Neurosci 19:106-127) von traumatischen
Hirnschädigungen oder TBI stellt die Bedingungen
- dass entweder ein
Bewusstseinsverlust zum Zeitpunkt des Unfalls vorhanden sein muss
- eine retrograde Amnesie oder
anterograde Amnesie vorhanden sein muss
- eine Veränderung des
geistigen Zustandes zum Zeitpunkt des Unfalls vorhanden sein muss
Epidemiologie: Schädelhirntraumen sind eine der wichtigsten Ursachen für
eine neurologische Behinderung, man schätzt, dass in den USA die
Praevalenz solcher
Behinderungen bei 2% der Bevölkerung liegt. Meistens resultieren
Verhaltensstörungen und kognitive Störungen mit
Gedächtniseinschränkungen. Schweren Schädel-Hirn-Traumen sollen in
Deutschland 27.000 - 40.000 Menschen/Jahr betreffen, etwa 200–300
Schädel-Hirn-Traumen aller Schweregrade pro 100.000 Einwohner aus.
Symptome: Bei
leichteren Schädelhirntraumen (früher Gehirnerschütterungen)
klagen die Patienten oft über eine Vielzahl unspezifischer
Beschwerden. Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, Reizbarkeit,
Konzentrationsstörungen, Gedächtnisstörungen, Schlafstörungen,
Depressionen, verminderte Stresstoleranz, Affektlabilität und
verminderte Alkoholtoleranz. Die meisten dieser Patienten können nach
wenigen Wochen wieder arbeiten, etwa 10% bis 20% bleiben nach einem Jahr
noch symptomatisch. Je nach Untersuchung bleiben zwischen 0.06% und 2.5%
der Fälle nach einer Hirnsubstanzschädigung (Kontusion) langfristig behindert. Je nach
Untersuchung bleiben zwischen 0.06% und 2.5% der Fälle nach einer
Gehirnerschütterung langfristig behindert. Es wird von manchen Autoren
diskutiert, ob dem nicht erkannte Kontusionen zugrunde liegen. Die
Unterscheidung zwischen organischer Schädigung und
psychologisch/psychiatrischen Folgen auf welcher Grundlage auch immer
ist schwierig, abnormale neuropsychologische Tests sind in ihren
Aussagen meist unspezifisch und können die organische Grundlage nicht
beweisen. Es wird von manchen Autoren diskutiert, ob dem nicht erkannte
Kontusionen (Hirnquetschungen) zugrunde liegen. Die Unterscheidung
zwischen organischer Schädigung und psychologisch/ psychiatrischen
Folgen auf welcher Grundlage auch immer ist schwierig, abnormale
neuropsychologische Tests sind in ihren Aussagen meist unspezifisch und
können die organische Grundlage nicht beweisen. Bei schweren
Schädelhirntraumen nehmen etwa 50% der Patienten wieder eine berufliche
Tätigkeit auf, und bis zu 80% können selbstständig in einer eigenen
Wohnung leben.
Besonders der oculozephalische Reflex, die motorische
Behinderung zu Beginn und das Ausmaß der Mittellinienverschiebung im CCT
oder
Kernspintomographie
scheinen nach Studien aussagekräftig für die Prognose.
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Alte Einteilung |
Definition |
Diagnostische Hauptkriterien |
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Schädelprellung |
ohne Hirnbeteiligung |
-kein Bewusstseinsverlust ,-keine
neurologischen Ausfälle, keine EEG Veränderungen,
Allgemeinsymptome möglich |
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Commotio cerebri |
voll reversible Hirnfunktion
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-Bewusstlosigkeit <1h, Amnesie <8h,
EEG Veränderungen <24h, keine neurologischen Ausfälle |
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Contusio cerebri |
mit funktionell/morphologisch
fassbarer Hirnsubstanzschädigung |
-Bewusstlosigkeit >1h oder
-neurologische Auffälligkeiten (fokal / HOPS) oder EEG
Veränderungen >24h oder- Nachweis morphologischer
Substanzschädigung |
Neue Definition nach den Leitlinien der DGN 2008:
Ein
leichtes SHT („ mild traumatic brain injury“ , MTBI) liegt vor, wenn der
initiale
Glasgow Coma Scale(GCS) Score 15– 13 beträgt. Weitere Kriterien
des leichten SHT sind:
• Kurzzeitige Veränderung der quantitativen oder qualitativen Bewusstseinslage
weniger als 15
Minuten
• Erinnerungslücke (retro-/anterograde Amnesie) weniger als 24 Stunden
• Fehlen neurologischer Fokalzeichen
• Schädel-CT in der Regel ohne fokale Läsion(en)
Klinische Charakteristika des leichten SHT mit dem in der Regel transienten
posttraumatischen
Syndrom (in ca. 10– 20% Übergang in das chronische posttraumatische Syndrom,
siehe unten) sind
(Ropper u. Gorson 2007):
• Schmerzsyndrom mit Kopf- und Nackenschmerz
• Vegetatives Syndrom mit Übelkeit/Erbrechen, Schwindel, orthostatischer
Dysregulation, (distaler)
Hyperhidrose, vegetativem Tremor
• „ Sensorisches“ Syndrom mit Licht- und Geräusch- (über)empfindlichkeit sowie
Geruchs- und
Geschmacksstörungen
• „ Neurasthenisch“ -depressives Syndrom mit depressiver Verstimmung,
neuropsychologischen
Leistungseinbußen, Reizbarkeit, Schlafstörungen
Trotz Erfüllung dieser Kriterien kann in seltenen Fällen ein höhergradiges SHT
vorliegen,
insbesondere wenn sich in der erweiterten bildgebenden Diagnostik (MRT)
zerebrale Traumafolgen, z.
B. Kontusion(en), demarkieren.
Die Inzidenz des leichten SHT wird in Deutschland auf ca. 180 Patienten pro
100000 Einwohner pro
Jahr geschätzt. Etwa 80% der in eine Klinik überwiesenen SHT sind leichtgradig,
ca. 10%
mittelschwer und ca. 10% schwer (Cassidy et al. 2004).
Ein schweres SHT
(Leitlinie der DGN 2008) liegt vor, wenn der initiale
Glasgow Coma Scale
(GCS) Score 8– 3 beträgt bzw. die
posttraumatische Bewusstseinsstörung länger als 24 Stunden andauert
und/oder es
zum Auftreten von Hirnstammzeichen kommt.
Die Inzidenz des schweren SHT wird in Deutschland auf ca. 15– 20 Patienten pro
100000 Einwohner
pro Jahr geschätzt.
Zu bedenken
ist bei dieser Definition, dass inzwischen immer häufiger Patienten
auch bei
kleineren Verletzungen vom Notarzt intubiert und beatmet werden,
dies gilt
insbesondere wenn auch andere Organsystem verletzt sind. Dann lässt
sich die
initiale
Glasgow Coma Scale nur eingeschränkt oder gar nicht verwerten.
Neuerdings werden Schädelhirntraumen
in leichte mittelschwere und schwere Hirntraumen eingeteilt, wobei
überwiegend die
Glasgow Coma Scale.als Einteilungskriterium verwendet wird.
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Einteilung der Schweregrade in
Abhängigkeit vom GCS- Score |
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GCS-Score |
Schweregrad |
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3–8 (bewusstlos)
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Schweres Schädelhirntrauma (SHT)/Schwere
Bewusstseinsstörung oder Koma |
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9–12 |
Mittelschweres SHT/
Mittelschwere Bewusstseinsstörung
|
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13–15 |
Leichtes SHT/Leichte
Bewusstseinsstörung |
|
Dann wird in der Regel davon ausgegangen,
dass bei einem
Glasgow Coma Scale Score von 13-15 von einem leichten Hirntrauma
auszugehen ist und bei einem Score unter 13 von einem mittelschweren oder
schweren Hirntrauma auszugehen ist. Eine unauffälliger Untersuchungsbefund im
CCT/ und Kernspin des Kopfes schließt weder aktuell noch rückblickend eine
strukturelle Hirnläsion im Einzelfall sicher aus. Spezielle
Kernspineinstellungen wie T2*-Sequenz zum Nachweis von Hämosiderin, Diffusion
tensor imaging (DTI) u.a. können oft in diesen Fällen Schädigungen
nachweisen. Die Bedeutung dieser Untersuchungen ist bisher aber nur für
Patientengruppen eindeutig belegt und im Einzelfall schwer zu beurteilen.
Daneben ist zu berücksichtigen, dass auch diese Befunde unspezifisch sind und
beispielsweise ein Hämosiderinnachweis auch bei hypertensiver Enzephalopathie
etc. nicht unterscheidbar vorkommen kann. Die leichten‚ diffusen axonalen
Schädigung können auch bei einem leichten Hirntrauma nach dieser Definition
vorkommen. Hinweise auf letztere geben eben insbesondere die T2*-Sequenzen im
Hochfeld-MR, wie aufgeführt sind aber diese punktförmigen
Hämosiderinablagerungen nicht spezifisch für das Hirntrauma. Andere Ursachen
müssen für die Bewertung also ausgeschlossen werden, dazu kommt, dass diese
Untersuchung eben nicht die Regel in der Abklärung des leichten Hirntraumas ist.
Zweifel nährt auch eine Untersuchung an Amateurboxern, die zwar etwas mehr
solcher Läsionen in den T2*-Sequenzen zeigten, das Ergebnis war aber nicht
signifikant. Wichtig zu wissen ist, das ein unauffälliges CCT eine
Hirnläsion nicht ausschließt. Die Leitlinien empfehlen bei Hirntraumen
nach dieser Definition initial und innerhalb der ersten Tage ein EEG und einen
EEG- Verlauf. Herdbefunde insbesondere auch mit Rückblidung im Verlauf können
auf eine substanzielle Hirnschädigung hinweisen und auch helfen eine eventuelle
spätere posttraumatische Epilepsie ursächlich dem Trauma zuzuordnen. Eine
Empfehlung ist bei Patienten mit einem akuten leichten Hirntrauma, zusätzlich
zur neurologischen und psychopathologischen Untersuchung immer ein EEG zwischen
dem 2. und 7. Tag nach Verletzung abzuleiten und bei pathologischem Befund ein
MRT zu veranlassen.
DD der zerebralen Mirkohämatome als
Kernpinbefund: Zerebrale Amyloidangiopathie und chronischer Bluthochdruck
sind die Hauptursachen, in einer Untersuchung an 5200 Menschen zeigte sich, dass
Mikroblutungen im Gehirn bei 5- 6% der alten Menschen ohne Gefäßerkrankung
nachweisbar sind. Bei 68% der Patienten mit spontanen intracerebralen Blutungen
findet man sie, bei 40% der Patienten mit Schlaganfällen, bei 57% der Patienten
mit zerebraler Mikroangiopathie (Lakunen, Leukoaraiose) (NEUROLOGY
2006;66:165-171) Seltener bei diffusen axonalen Läsionen nach Hirntrauma,
cerebrale Embolien, CADASIL, Alzheimerdemenz, multiple cavernöse Malformationen,
Vaskulitis, hämorrhagische Mikrometastasen, Strahlenvaskulopathie, Parry-Romberg
Syndrom, Bei Rauchern sind sie häufiger als bei Nichtrauchern etc.
Unser Gehirn ist gegen
Aufprall geschützt, wichtig dabei ist die verformbare Kopfschwarte, der
stabile knöcherne Schädel, und die Verzögerung von Bewegungen durch das
Nervenwasser (Liquor).
Dennoch kann es bei schweren Traumen zu Verletzungen kommen. Man rechnet
heute weltweit mit etwa 1 Million Toten durch Schädelhirntraumen
jährlich; eine weitere Million Menschen bleiben pro Jahr durch zerebrale
Verletzungen mehr oder weniger schwer behindert. Ärztliche Kompetenz
entscheidet über das Vorgehen "Sicher ist sicher" bleibt trotz
Kostendebatte und Strahlenängsten die wesentlichste Maxime medizinischen
Handelns. Es ist vielerorts Routine, Patienten mit geringen
Kopfverletzungen auch wenn weitere Auffälligkeiten fehlen einem
Computertomogramm (CT) zu unterziehen. Computertomogramme des Kopfes
sind heute meist sofort verfügbar, und können im akuten Fall auch die
Folgen einer Kopfverletzungen wie Blutungen oder Hirnquetschungen gut
darstellen. Sie haben allerdings eine vergleichsweise hohe
Strahlenbelastung und verursachen auch erhebliche Kosten. Es ist deshalb
wichtig und sinnvoll hier zu einer Indikationsstellung zu kommen, die
Patienten sowohl vor unnötigen Röntgenstrahlen als auch vor dem
Übersehen von behandlungsbedürftigen Folgen schützt und gleichzeitig
unnötige Kosten zu vermeiden. 2 neuere Studien beschäftigten sich damit,
wie am sinnvollsten die Patienten ausgewählt werden bei denen nach einer
leichten Kopfverletzung eine Computertomographie veranlasst wird.
Eindeutig ist immer, dass bei Patienten mit leichten Kopfverletzungen
ein CT angezeigt ist, wenn tatsächlich neurologische Auffälligkeiten
auftreten. Die wenigen Patienten in den Studien, die einen auffälligen
CT-Befund ohne gleichzeitige neurologische Ausfälle zeigen, mussten sich
keiner weiteren operativen Behandlung wegen ihrer Schädelverletzung
unterziehen. Das Übersehen hätte hier keine Konsequenzen gehabt. Die
beiden Studien mit 520 und 3,121 Patienten legen Listen von klinischen
Symptomen vor, die zur Identifizierung solcher Patienten dienen, bei
denen ein CT angezeigt ist. Übrig bleiben deutlich weniger als 10% der
Patienten mit leichten Kopfverletzungen. Immer ins CT sollten danach
Patienten mit erheblichen Kopfschmerz, Übelkeit und insbesondere mehr
als einmaligem Erbrechen, Ausfälle des Kurzzeitgedächtnisses, Drogen-
oder Alkoholintoxikation, Alter über 65
Jahren, einem gefährlichen Unfallmechanismus, Hinweisen auf einen
offenen Schädelbruch oder einen Schädelbasisbruch, Gedächtnisverlust für
eine Zeit vor dem Unfallereignis (anterograde
Amnesie).
Außerdem sollten die Patienten spätestens nach 2 Stunden die vollen 15
Punkte auf der Glasgow Koma Skala erreichen, was vereinfacht soviel
bedeutet, wie dass sie adäquat wissen wo sie sind und adäquat reagieren.
Alle Patienten hatten mit Auffälligkeiten im CT hatten zumindest eines
der aufgelisteten Symptome. Auch bei dieser Auswahl findet sich noch bei
über 90% kein wesentlicher Befund. Ein CT ist schneller durchführbar und
zeigt akute Blutungen besser oder genauso gut wie eine
Kernspintomographie. Das CT ist deshalb im Ernstfall die Methode der
ersten Wahl zum Screening im schlimmeren Fall schwerer Folgen ist die
Kernspintomographie für die Verlaufsbeurteilung entscheidender. (s.u.)
|
New Orleans Kriterien —
für Patienten mit
Glasgow Coma Skala
Score von 15 |
- Kopfschmerz
- Erbrechen
- Alter >60 Jahre
- Drogen- oder Alkoholintoxikation
- Persistierende anterograde Amnesie
(Defizite im Kurzeitgedächtnis)
- Zeichen einer traumatischen Gewebs- oder
Knochenverletzung oberhalb des Schlüsselbeins
- Epileptische Anfälle
|
|
Canadian CT Head Rule —
für Patienten über 16 Jahre mit
Glasgow Coma Skala Score von 13-15
|
- Hohes Risiko eine neurochirurgischen
Intervention
- Glasgow Coma Skala Score <15 innerhalb
von 2 Stunden nach der Verletzung
- Verdacht auf offene oder geschlossene
Schädelfraktur
- Hinweise auf eine Schädelbasisfraktur (Hämatotympanon,
Brillenhämatom, Otorrhoe oder Rhinorrhoe, und
Mastoidecchymose)
- 2x oder öfters Erbrechen
- Alter >65 Jahre
- Mäßiges Risiko für eine Hirnverletzung
nach dem CT Befund
- Retrograde Amnesie für ≥30 min
- Gefährlicher Unfallmechanismus (Sturz aus
mehr als 1m Höhe oder mehr als 5 Stufen, Verkehrsunfall als
Fußgänger angefahren,..)
|
| Das Vorhandensein von einem oder mehr
Kriterien der New Orleans Kriterien oder der Canadian CT Head
Rule wird als Indikation für ein CCT angesehen. |
| Die
Sensitivität
und die Spezifität der
New Orleans Kriterien sind 99% und 5%, für den Nachweis
irgendeiner klinisch wichtigen im CT sichtbaren Abnormität, für
den Nachweis einer neurochirurgisch bedeutsamen Läsion (Kontusion;
SAB; kleines subdurales Hämatom, parenchymale oder/und
intraventrikuläre Hämatome und bestimmte Schädelfrakturen)
beträgt die Sensitivität und die Spezifität 100% und 5%. Die
Sensitivität und die
Spezifität der Canadian
CT Head Rule Kriterien sind 87% und 39%, für den Nachweis
irgendeiner klinisch wichtigen im CT sichtbaren Abnormität, für
den Nachweis einer neurochirurgisch bedeutsamen Läsion beträgt
die Sensitivität und die Spezifität 100% und 38%. |
| Einfaches
Vorhersagemodel für das Auffinden von intracraniellen
traumatischen Veränderungen im CT bei Patienten mit leichtem
Schädeltrauma - The CHIP Prediction Rule |
| Ein CT ist indiziert wenn
mindestens eines der Hauptkriterien erfüllt ist: |
Ein CT ist indiziert wenn
mindestens zwei der Nebenkriterien erfüllt sind: |
- Fußgänger oder Fahrradfahrer
gegen Auto
- Aus dem Fahrzeug
rausgeschleudert
- Erbrechen
- Posttraumatische Amnesie 4 h
- Klinische Zeichen einer
Schädelfraktur
- Glasgow Coma Scale Score 15
- Glasgow Coma Scale Score
Verschlechterung um 2 Punkte (1 h nach Aufnahme)
- Behandlung mit
Antikoagulantien (z.B. Markumar)
- Posttraumatischer Anfall
- Alter über 60
|
- Sturz aus jeder Höhe
- Persistierende anterograde
Amnesie
- Posttraumatische Amnesie von
2- 4 h
- Contusion des Schädels
- Neurologisches Defizit
- Bewusstseinsverlust
- Glasgow Coma Scale Score
Verschlechterung um 1 Punkt (1 h nach Aufnahme)
- Alter 40–60 Jahre
|
Marion Smits, et
al., Predicting Intracranial Traumatic Findings on Computed
Tomography
in Patients with Minor Head Injury: The CHIP Prediction Rule
Ann Intern Med. 2007;146:397-405. |
Ein schweres Schädelhirntrauma (SHT) liegt vor, wenn der initiale
Glasgow Coma
Scale 3-8 beträgt bzw. die Bewusstlosigkeit länger
als 24 Stunden
anhält. Die Inzidenz des schweren SHT beträgt in Deutschland ca. 10000
pro Jahr.Leitlinie
der DGN zum schweren Schädelhirntrauma. Im schlimmeren Fall
bewusstloser Patienten kann der Ort der Schädigung in der
Kernspintomographie Hinweise auf die Prognose geben. Ohne
Hirnstammverletzung lag die Sterblichkeit in einer Studie bei 4,5
Prozent, mit einer Hirnstammverletzung bei 41 Prozent. Die
Wahrscheinlichkeit, die Bewusstlosigkeit ohne Behinderung zu überleben,
war umso größer, je geringer die Hirnstammverletzung war. Sie lag bei 70
Prozent, wenn nur eine Verletzung der Hirnhälften vorlag und der
Hirnstamm unverletzt war. Bei einer Auswertung von 425
Computertomographien (CCTs) von Patienten mit
allen Arten und Schweregraden von SHTs sagten Alter des Patienten,
Glasgow Komascore (GCS), die Pupillenreaktion, und das Vorhandensein von
subarachnoidalem Blut sowie eine einfache Einteilung des Schweregrades
nach CCT (Obliteration des 3. Ventrikels oder der basalen Zisternen,
Subarachnoidalblutung, Mittellinieverlagerung, nicht beseitigte Hämatome).
am ehesten die Prognose voraus. DiePrognose ist auch von der
Schwere der Substanzschädigung im CCT abhängig, in soweit ist das initiale
CCT auch eine Untersuchung die eine Einschätzung der Prognose erlaubt. (American
Journal of Neuroradiology 29:506-513, March 2008)
BMJ 2008;336:425-429 (23 February), doi:10.1136/bmj.39461.643438.25
Bei unspezifischen Symptomen
nach einem Schädelhirntrauma wird möglicherweise zu selten an Hormonelle
Folgen gedacht. Nach Studien haben 36–51% aller SHT-Pat. eine Störung
mindestens einer hypophysären Hormonachse. Ursächlich wird u.a. ein
Hypophysenstielabriss und Durchblutungsschädigungen durch Schädigung der
Portalgefäße angenommen. Wastumshormonmangel, sekundäre Hypothyreosen,
sekundäre Amenorrhoen, ACTH-Mangel und damit erniedrigte
Kortisol-Basalwerte sind beschrieben und einer Behandlung zugänglich.
Nimodipin und andere Substanzen scheinen die Prognose nicht signifikant
zu verbessern. Kortikoide erhöhen die Mortalität bei akutem
Schädel-Hirn-Trauma, die vom britischen Medical Research Council
koordinierte CRASH-Studie 10.008 Patienten wurde vorzeitig beendet, da
die Sterblichkeit unter der Kortisonbehandlung höher war als ohne. Bei
der Begutachtung von Schädelhirntraumen sind die Untersuchungsbefunde
des erstuntersuchenden Arztes besonders wichtig. Kernspintomographische
Befunde einschließlich T2-gewichteter Sequenzen geben besonders gut
Auskunft über substanzielle Hirnsschädigungen, bei Verdacht, sollte eine
solche Untersuchung möglicht zeitnah veranlasst werden.
Schädelhirntraumen können noch Monate und Jahre nach dem Unfall zu
Störungen des Gedächtnisses, Aufmerksamkeit, Antrieb und zu Störungen
der psychomotorischen Geschwindigkeit und exekutiven Defiziten führen.
Diese Defizite müssen eventuell in speziellen neuropsychologischen
Testungen nachgewiesen werden. Mittelhirn- und Hirnstammschädigungen
können zu psychomotorischer Verlangsamung, Tetraspastik, Ataxie und
Hypokinese führen. Kopfschmerzen sind als Folge eines SHT ohne
Hirnhautnarbe selten. Am ehesten handelt es sich um posttraumatisch
Spannungskopfschmerzes bei beeinträchtigungsbedingter Überlastung und
evtl. Stressintoleranz.
An psychiatrischen Diagnosen sind Depressionen
und Angststörungen besonders häufig.
Auch posttraumatische Belastungsstörungen kommen
trotz Amnesie für das Geschehen nach HT selten vor.
Das Risiko für eine Epilepsie nach leichten Schädelhirntraumen wird bisher
möglicherweise unterschätzt. Eine neue dänische Untersuchung (N=1 605
216) geht von einem verdoppelten Risiko aus. (RR 2·22, 95% CI 2·07–2·38), Dies
trifft auch noch 10 Jahre nach dem leichten Schädelhirntrauma zu (RR 1·51,
1·24–1·85). Auch eine Schädelfraktur verdoppelt das Risiko, höheres Alter erhöht
das Risiko. Ein schweres Schädelhirntrauma versiebenfacht dieses Risiko.
Patienten mit einer Familienanamnese für eine Epilepsie haben ein besonders
hohes Risiko nach eine Hirntrauma ( Leichte Hirntrauma RR 5,75 4,56–7,27 und
schweres Hirntrauma 10,09-4,20-24,3).
Lancet 2009; 373: 1105–10. DOI:10.1016/S0140-6736(09)60214-2. Ob hier immer
zwischen Hirntraumen durch einen Anfall und den Folgen von Hirntraumen
unterschieden werden konnte, müssen weiter Studien klären.
Psychische Störungen nach einem Schädelhirntrauma: Die Datenlage zum
Auftreten von Psychosen, Depressionen, Manien, Posttraumatischen
Belastungsstörungen und aggressiven Zuständen nach Hirntraumen ist bisher
schlecht. Aussagekräftige zuverlässige Studien sind kaum vorhanden.
(J
Neuropsychiatry Clin Neurosci 19:106-127 Auch psychische Störungen, besonders Panikstörungen und Depressionen sind
nach einen Hirntrauma aber häufiger als in der Durchschnittsbevölkerung. Aber
auch andere psychische Störungen können als Folge auftreten. Ein Screening bezüglich des Vorliegens einer psychischen Störung eine Woche nach leichten Hirntraumen erscheint sinnvoll, da sich hieraus häufiger eine länger dauernde psychische Störung entwickelt, und frühzeitige psychiatrische Behandlungen sinnvoll sind.
Kleine Studien kommen zum Ergebnis, dass Sertralin (25–150 mg/Tag) oder
Citalopram bei depressiven Symptomen nach Hirntraumen hilfreich sind.
(Am J Psychiatry 2009; 166:653–661) (Nebenwirkungen
siehe auf der Seite Antidepressiva)
Methylphenidat in niedrigen Dosierungen beginnend kann bei Verlangsamungen
sinnvoll sein, es verbessert das Arousal, und weniger deutlich die
Aufmerksamkeit und das Gedächtnis. (Die Nebenwirkungen
siehe auf der ADS Seite)Placebokontrollierte Studien lassen vermuten, dass
Donepezil und andere Cholinesterasehemmer Aufmerksamkeitsfunktionen und
exekutive Funktionen bei Patienten nach einem Hirntrauma verbessern können. (Die
Nebenwirkungen siehe auf der Alheimer Seite)
Behav Neurol 2006; 17:25–42, Trotz Behandlung klingen nicht bei allen
Betroffenen die Symptome vollständig ab. Die Unterscheidung zwischen psychischen
Störungen, Persönlichkeitsvarianten und leichten Kognitiven Defiziten, die vor
dem Unfall bereits vorhanden waren und Unfallfolgen ist im Einzelfall oft
schwierig. Auch die sozialen Folgen eines Unfalls und oft langwierige
Auseinandersetzungen mit den Versicherungen können erheblichen Anteil an den
verbleibenden Beschwerden haben.
.
(Am J Psychiatry 1999; 156:374–378) , N.
Engl. J. Med., May 15, 2008; 358(20): 2177 - 2178.
[Full Text] Psychosomatics, February 1, 2007; 48(1): 67 - 70.
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[Abstract]
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Psychosomatics 41:95-103, April 2000 J
Neuropsychiatry Clin Neurosci, May 1, 2007; 19(2): 106 - 127
Neben der medizinischen Indikation kann es in vielen Fällen indiziert sein
aus juristischen Gründen (sozial- oder zivilrechtliche Ersatzansprüche) eine
radiologische Untersuchung durchzuführen.
Siehe auch unter
postkommotionelles Syndrom |
-
„Leitlinien“ der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) von der
Arbeitsgemeinschaft für NeurologischeBegutachtung (ANB)
- Haydel, M. J. et al., Indication For
Computed Tomography In Patients With Minor Head Injury, N Engl J Med 343
(2000) 100-105
- S. N. Niogi, P. Mukherjee, J. Ghajar, C. E. Johnson, R. Kolster, H. Lee, M.
Suh, R. D. Zimmerman, G. T. Manley, and B. D. McCandliss
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Leitlinie Schädel-Hirn-Trauma im Erwachsenenalter NCH (S2)
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medizinischen Forschung in allen Bereichen seines Faches ist.
Es ist immer möglich, dass die medizinische Forschung hier noch
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bei Medikamenten immer den Beipackzettel und fragen Sie bei
Unklarheiten Ihren behandelnden Arzt. Medikamentöse Behandlungen
auch mit freiverkäuflichen Medikamenten bedürfen ärztlicher
Aufsicht und Anleitung. Dies gilt auch für alle anderen
Behandlungsverfahren. Die hier angebotenen Informationen können
nicht immer für jeden verständlich sein. Um Mitteilung wo
dies nicht der Fall ist bin ich dankbar. Fragen Sie hierzu immer
Ihren behandelnden Arzt. Dieser weiß in der Regel über die
hier dargestellten Sachverhalte gut Bescheid und kann Ihren
individuellen Fall und Ihre Beschwerden besser einordnen- was für
einen bestimmten Patienten nützlich ist, kann einem anderen
schaden. Selbstverständlich gibt es zu den meisten Themen
unterschiedliche Auffassungen. Soweit möglich wird hier
dargestellt woher die Informationen stammen. In den meisten Fällen
mit einem entsprechenden Link (da diese oft ohne Ankündigung
geändert werden, sind diese leider nicht immer aktuell zu
halten).. Leider ist die zitierte Literatur nicht immer kostenfrei
zugänglich. Die Beschränkung auf kostenfrei zugängliche
Literatur würde manches sehr oberflächlich lassen. In der
Regel versuche ich mich in der Darstellung an deutschen oder
internationalen Leitlinien der Fachgesellschaften und Metaanalysen
der Literatur zu orientieren. Auch dies ist nicht überall
möglich. Zum einen gibt es nicht überall solche Leitlinien,
zum anderen werden diese mir nicht immer sofort bekannt. Manche
Leitlinien sind lange nicht aktualisiert worden und von neuerer
Literatur überholt, bzw, ergänzungsbedürftig.
Wenn möglich sind im Text Links zu solchen Leitlinien eingebaut.
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hier definitiv nicht, mich als Experten für irgendeines der in
der Homepage dargestellten Krankheitsbilder auszuweisen. Ich gehe
davon aus, dass alle vergleichbaren Fachärzte für
Neurologie, Psychotherapeutische Medizin und Psychiatrie ihre
Patienten sorgfältig und genau so gut wie ich behandeln. Sollten
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