Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse

Glossar: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y
Inhaltsverzeichnis  |  Suche  |  Startseite

 


Glossar Psychiatrie / Psychosomatik / Psychotherapie / Neurologie / Neuropsychologie
 

Arbeitsplatzzufriedenheit

Eine weit verbreitete These ist, dass die physischen Belastungen am Arbeitsplatz abnehmen, die psychischen Anforderungen zunehmen, dadurch verringere sich die Arbeitsplatzzufriedenheit, Entfremdung und Isolierung auftrete. Wesentlich für die Zufriedenheit ist der Abstand zwischen Wunsch und Realität. Wünsche werden dabei vielfach aus Erfahrungen in einer Zeit geprägt, in der ständiges Wirtschaftswachstum und ständig steigende Löhne, sichere Arbeitsstellen und ansteigende Konsummöglichkeiten selbstverständlich waren. Das Wort Reform war damals noch ein Synonym für mehr Leistung seitens des Staates.. Arbeitplatzzufriedenheit erhöht die Arbeitsqualität und stärkt das Firmenimage und erhöht den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens.

Repräsentative Umfragen der Gallup GmbH zum Engagement am Arbeitsplatz in Deutschland 2001-2006. 

  • 13 % der deutschen Mitarbeiter ((30 % in den USA) haben eine hohe emotionale Bindung an den Arbeitsplatz- sie empfinden sich als loyal, sehr produktiv, empfinden ihre Arbeit als befriedigend. 74 Prozent der MitarbeiterInnen mit einer hohen emotionalen Bindung sind gewillt, die Produkte oder Leistungen ihres Unternehmens ohne Einschränkung weiterzuempfehlen, verglichen mit nur 18 Prozent der MitarbeiterInnen, die keine emotionale Bindung haben. Sie fehlen durchschnittlich 5 Tage im Jahr wegen Krankheit, bei den Mitarbeitern ohne emotionale Bindung sind es 11 Tage.  Der Anteil dieser Gruppe fiel von 2001 auf 2006 von 16% auf 13%
  •  68 % haben eine geringe emotionale Bindung  - machen "Dienst nach  Vorschrift" und fühlen sich ihrem Unternehmen gegenüber nicht wirklich verpflichtet. Durch fehlendes Engagement am Arbeitsplatz in den beiden unteren Gruppen errechnet Gullup einen gesamtwirtschaftlichen Schaden zwischen 247.2 und 260.1 Milliarden Euro pro Jahr.
  • 19 % haben keine emotionale Bindung  - sind verstimmt und zeigen ihre negative Einstellung zu ihrer Arbeit und ihrem Arbeitgeber oftmals sehr deutlich. Sie arbeiten aktiv gegen die Interessen ihres Arbeitgebers, haben die innere Kündigung bereits vollzogen. ArbeitnehmerInnen, die keine emotionale Bindung haben sind gestresster als die MitarbeiterInnen mit einer hohen emotionalen Bindung (41 % zu 24 %), sie haben weniger Spaß bei der Arbeit (14 % zu 82 %), sehen sich auf ihrem derzeitigen Arbeitsplatz nicht optimal eingesetzt (10 % zu 73 %) und sind letztendlich auch unzufriedener mit ihrem Leben (11 % zu 47 % "sehr zufrieden"). Der Anteil dieser Gruppe stieg von 2001 auf 2006 von 15% auf 19%

 

In einer österreichischen Umfrage gaben 55% der Befragten an, dass sie sich am Arbeitsplatz wohl fühlen, 45% beurteilen ihre Arbeitszufriedenheit als ambivalent bis negativ. Unter den „Nicht-Wohlfühler“ waren überproportional Arbeiter/Facharbeiter und andere Berufstätige mit eher niedriger Schul- bzw. Ausbildung vertreten, sowie auch bei Personen, die dem Beruf einen geringeren Stellenwert in ihrem Leben einräumen. Für Wohlbefinden am Arbeitsplatz relevant relevant war die Art der Tätigkeit, die den Interessen/Neigungen des Einzelnen entsprechen und das Maß an Autonomie. Wichtig war nach dieser Umfrage andererseits ein positives soziales Umfeld am Arbeitsplatz, in dem man sich integriert und geschätzt fühlt. „Nicht-Wohlfühler“ beklagen häufig starke Arbeitsbelastung im Sinne von Disstress. Körperliche Beschwerden aufgrund der Tätigkeit / des Arbeitsplatzes gaben in dieser Untersuchung 59% der Befragten an, bei den "Nicht-Wohlfühler“ liegt der Prozentsatz sogar bei 67%. Seelische Probleme aufgrund der Tätigkeit / des Arbeitsplatzes gaben 29% bei den "Nicht-Wohlfühlern“ 41% an. Am häufigsten genannt wurden Störungen des Bewegungsapparats In einer Umfrage in einem Automobilwerk wurden folgende Kriterien der Zufriedenheit mit der Arbeitsstelle genant: gute Bezahlung (96,4%), konstruktive Zusammenarbeit unter Kollegen (83,9%), eine der persönlichen Neigung entsprechende Tätigkeit (82,1%), beruflicher Werdegang (76,8%), attraktive Arbeitszeitmodelle (72,3%), bewältigbare Tätigkeit (55,4%), mit Privatleben vereinbare Tätigkeit (48,2%), fundierte Aus- und Weiterbildung (47,3%), keine Bürokratie (28,6%), erlebter Status in der Bevölkerung (24,1%). Menschen, die bereits einmal arbeitslos gewesen waren, berichten in höherem Ausmaß von Problemen am (aktuellen) Arbeitsplatz, von Existenz- und Zukunftsängsten sowie von Partnerschafts- und Beziehungsproblemen. Die Sicherheit des Arbeitsplatzes wird verstärkt in Frage gestellt, die jeweilige Tätigkeit als eher belastend und stressreich erlebt. Eine Erklärung könnte eine sich erfolgsmindernd auswirkenden Traumatisierung sein, eine andere Erklärung die, dass sich unter den Menschen die arbeitslos werden überdurchschnittlich viele mit persönlichen Problemen und einer Neigung zu Unzufriedenheit finden. Die Zufriedenheit mit dem Arbeitsplatz hat direkten Einfluss auf die Häufigkeit und Dauer der Arbeitsunfähigkeitszeiten. Auch Arbeitsunfähigkeitszeiten wegen banaler Infekte der oberen Luftwege sind in hohem Maße abhängig von psychosozialen Faktoren am Arbeitsplatz. Konflikte am Arbeitsplatz und eine wahrgenommene schlechte Unterstützung seitens der Kollegen oder Vorgesetzten, hohe Arbeitsbelastung und geringe Anerkennung für die Arbeit und andere psychosoziale Probleme erhöhen die Anzahl der Arbeitsunfähigkeitstage wegen verschiedenster Erkrankungen.

 

Quellen / Literatur:

H. Spießl, B. Hübner-Liebermann, "Great Jobs"—auch in der Psychiatrie?Great Jobs"—auch in der Psychiatrie, Der Nervenarzt 74/ 9 September 2003, 775 - 778, Mag. M. Felber, Dr. U. Margreiter, Dr. G. Schwentner, Arbeitsplatzprobleme und Bewältigungsstrategien, – Stellenwert der Psychotherapie –FEEDBACK 4/99 Mitteilungen aus dem Propädeutikum W Eriksen, D Bruusgaard and S Knardahl, Work factors as predictors of sickness absence attributed to airway infections; a three month prospective study of nurses’ aides Occupational and Environmental Medicine 2004;61:45-51, Heaney CA, Clemans J. Occupational stress, physician-excused absences, and absences not excused by a physician. Am J Health Promot. 1995 Nov-Dec;10(2):117-24. PMID: 10160045 [PubMed - indexed for MEDLINE Vaananen A, Toppinen-Tanner S, Kalimo R, Mutanen P, Vahtera J, Peiro JM.Job characteristics, physical and psychological symptoms, and social support as antecedents of sickness absence among men and women in the private industrial sector. Soc Sci Med. 2003 Sep;57(5):807-24. PMID: 12850108 [PubMed - indexed for MEDLINE]Hoogendoorn WE, Bongers PM, de Vet HC, Ariens GA, van Mechelen W, Bouter LM.High physical work load and low job satisfaction increase the risk of sickness absence due to low back pain: results of a prospective cohort study. Occup Environ Med. 2002 May;59(5):323-8. PMID: 11983847

 

Glossar: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y
Inhaltsverzeichnis  |  Suche  |  Startseite

 

Wichtiger Hinweis: Sämtliche Äußerungen auf diesen Seiten erfolgen unter Ausschluss jeglicher Haftung für möglicherweise unzutreffende Angaben tatsächlicher oder rechtlicher Art. Ansprüche irgendwelcher Art können aus eventuell unzutreffenden Angaben nicht hergeleitet werden. Selbstverständlich erheben die Aussagen keinen Anspruch auf allgemeine Gültigkeit, es wird daneben eine Vielzahl vollkommen anderer Erfahrungen und Auffassungen geben. Ich distanziere mich ausdrücklich von den Inhalten der Webseiten und Internetressourcen, auf die ich mit meinen Links verweise. Die Haftung für Inhalte der verlinkten Seiten wird ausdrücklich ausgeschlossen. Bitte lesen sie auch den Beipackzettel der Homepage, dieser beinhaltet das Impressum, weiteres auch im Vorwort. Das Glossar wurde unter Verwendung von Fachliteratur erstellt. Insbesondere dem ICD 10, dem DSM IV, AMDP- Manual, Leitlinien der Fachgesellschaften, Lehrbuch VT von J.Mragraf, Lehrbuch der analytischen Therapie von Thomä und Kächele, Lexika wie dem Pschyrembel, verschiedene Neurologie- und Psychiatrielehrbücher, Literatur aus dem Web, außerdem einer Vielzahl von Fachartikeln aktueller Zeitschriften der letzten 10 Jahre.Möglicherweise sind nicht alle (insbesondere kleinere) Zitate kenntlich gemacht. Durch Verwendung verschiedener Quellen konnte eine Mischung aus den unterschiedlichen Zitate nicht immer vermieden werden. Soweit möglich wird dies angezeigt. Falls sich jemand falsch oder in zu großem Umfang zitiert findet- bitte eine E-Mail schicken. Bitte beachten Sie: Diese Webseite ersetzt keine medizinische Diagnosestellung oder Behandlung. Es wird hier versucht einen Überblick über den derzeitigen Stand der medizinischen Forschung auch für interessierte Laien  zu geben, dies ist nicht immer aktuell möglich. Es ist auch nicht möglich, dass ein Arzt immer auf dem aktuellsten Stand der medizinischen Forschung in allen Bereichen seines Faches ist.  Es ist immer möglich, dass die medizinische Forschung hier noch als wirksam und ungefährlich dargestellte Behandlungsmaßnahmen inzwischen als gefährlich oder unwirksam erwiesen hat. Lesen Sie bei Medikamenten immer den Beipackzettel und fragen Sie bei Unklarheiten Ihren behandelnden Arzt. Medikamentöse Behandlungen auch mit freiverkäuflichen Medikamenten bedürfen ärztlicher Aufsicht und Anleitung. Dies gilt auch für alle anderen Behandlungsverfahren. Die hier angebotenen Informationen können nicht immer für jeden verständlich sein. Um Mitteilung, wo dies nicht der Fall ist, bin ich dankbar. Fragen Sie hierzu immer Ihren behandelnden Arzt. Dieser weiß in der Regel über die hier dargestellten Sachverhalte gut Bescheid und kann Ihren individuellen Fall und Ihre Beschwerden besser einordnen- was für einen bestimmten Patienten nützlich ist, kann einem anderen schaden.  Selbstverständlich gibt es zu den meisten Themen unterschiedliche Auffassungen. Soweit möglich wird hier dargestellt, woher die Informationen stammen. In den meisten Fällen mit einem entsprechenden Link (da diese oft ohne Ankündigung geändert werden, sind diese leider nicht immer aktuell zu halten). Leider ist die zitierte Literatur nicht immer kostenfrei zugänglich. Die Beschränkung auf kostenfrei zugängliche Literatur würde manches sehr oberflächlich lassen. In der Regel versuche ich mich in der Darstellung an deutschen oder internationalen Leitlinien der Fachgesellschaften und Metaanalysen der Literatur zu orientieren. Auch dies ist nicht überall möglich. Zum einen gibt es nicht überall solche Leitlinien, zum anderen werden diese mir nicht immer sofort bekannt. Manche Leitlinien sind lange nicht aktualisiert worden und von neuerer Literatur überholt, bzw, ergänzungsbedürftig.  Wenn möglich sind im Text Links zu solchen Leitlinien eingebaut. Auch Leitlinien sind nur Orientierungen, sie schließen nicht aus, dass generell oder im Einzelfall Fehler enthalten sind oder diese im Einzelfall nicht anwendbar sind. Ziel der Darstellung ist hier definitiv nicht, mich als Experten für irgendeines der in der Homepage dargestellten Krankheitsbilder auszuweisen. Ich gehe davon aus, dass alle vergleichbaren Fachärzte für Neurologie, Psychotherapeutische Medizin und Psychiatrie ihre Patienten sorgfältig und genau so gut wie ich behandeln. Sollten Sie über eine Suchmaschine direkt auf diese Seite gekommen sein, werden Sie gebeten auch die Hauptseite aufzusuchen. Dort finden Sie einen Link zu den zuständigen Ärztekammern. Jeder Nutzer ist für die Verwendung der hier gewonnenen Informationen selbst verantwortlich, es handelt sich definitiv um keine Anleitung zur Selbstbehandlung. Es wird keinerlei Haftung weder für die hier angebotenen Informationen noch für die in den Links angebotenen Informationen übernommen. Sollten Sie Links finden, die nicht (oder nicht mehr) seriös sind, teilen Sie mir dies bitte mit, damit ich diese löschen kann. Der Autor übernimmt keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen. Haftungsansprüche gegen den Autor, welche sich auf Schäden materieller oder ideeller Art beziehen, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der dargebotenen Informationen bzw. durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen verursacht wurden sind grundsätzlich ausgeschlossen, sofern seitens des Autors kein nachweislich vorsätzliches oder grob fahrlässiges Verschulden vorliegt. Alle Angebote sind freibleibend und unverbindlich. Der Autor behält es sich ausdrücklich vor, Teile der Seiten oder das gesamte Angebot ohne gesonderte Ankündigung zu verändern, zu ergänzen, zu löschen oder die Veröffentlichung zeitweise oder endgültig einzustellen. Veränderungen erfolgen dabei ständig in Anpassung an neue Literatur oder weil sich meine Auffassung zu einem Thema aus anderen Gründen geändert hat.  Dieser Haftungsausschluss ist als Teil des Internetangebotes zu betrachten, von dem aus auf diese Seite verwiesen wurde. Sofern Teile oder einzelne Formulierungen dieses Textes der geltenden Rechtslage nicht, nicht mehr oder nicht vollständig entsprechen sollten, bleiben die übrigen Teile des Dokumentes in ihrem Inhalt und ihrer Gültigkeit davon unberührt.  Sollte sich jemand durch die Homepage in irgendeiner Form beleidigt, benachteiligt oder in sonst einer Form geschädigt fühlen, bitte ich um eine persönliche Kontaktaufnahme per E-Mail  oder telefonisch bzw. per Post. Bitte nennen Sie bei Mitteilungen Ihren vollständigen Namen und Ihre Adresse. Bei Mitteilungen von Kollegen bitte auch Tatsache, dass sie Kollege sind, sowie die Fachbezeichnung. Anonyme Mitteilungen sind in der Regel nicht willkommen. Karl C. Mayer