Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse

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Glossar Psychiatrie / Psychosomatik / Psychotherapie / Neurologie / Neuropsychologie
 

Absinth

Vincent van Gogh, Oscar Wilde, Pablo Picasso, Baudelaire, Ernest Hemingway, und Toulouse-Lautrec sollen vor allem in ihren jungen Jahren A. als Drink beim geselligen Beisammensein geschätzt haben, später aber überwiegend davon abgeraten haben. Vincent van Gogh soll durch Absinth unter Halluzinationen, Stimmungsschwankungen, Bewusstseinsstörungen, Bauchschmerzen und hochgradiger Verstopfung gelitten haben, teilweise wird auch sein Suizid auf die Nebenwirkungen des A. zurückgeführt. Ob auch seine Epilepsie darauf zurück ging ist strittig. Thujon Hauptbestandteil des A. ist ein Monoterpen, ein aliphatisch zyklisches Molekül, dass als psychoaktiver Auslöser epileptischer Anfälle bekannt ist, es ist ein GABA Rezeptorantagonist. Allerdings ist A. auch porphyrogen so dass möglicherweise diese Stoffwechselkrankheit im Zusammenhang mit A. die Anfälle auslöste. Der französische Arzt Dr. Pierre Ordinaire in den 1780ern soll das Rezept für Absinth entwickelt haben und diesen als Allheilmittel verkauft haben. Der verbreitete Gebrauch von A. soll auf die Eroberung Algeriens durch Napoleon in den 1840ern zurückgehen. Seine Soldaten sollen ihren Wein mit "Wurmholz" (Wermut, Artemisia absinthium und A. pontica), verfeinert haben um keine Bandwurminfektion andere Wurminfektionen und Fieber zu erleiden. Nach ihrer Rückkehr nach Frankreich verblieben sie bei ihrer Gewohnheit und es kam zu einer Ausbreitung der grünen Fee unter Zivilisten. Im frühen 20. Jahrhundert wurde A. in fast allen entwickelten Ländern verboten. Seit 1923 war die "grüne Fee" - das Getränk ist im Ausgangszustand aufgrund seines hohen Chlorophyllgehaltes smaragdgrün - in Deutschland verboten. Erst im Jahr 1998 wurde der Verkauf im Zuge der Angleichung europäischer Rechtsvorschriften wieder legalisiert. Es gibt allerdings Grenzwerte für Thujon: Erlaubt sind fünf Milligramm pro Liter bei 25 Volumenprozent Alkohol, zehn Milligramm pro Liter bei einem Alkoholgehalt, der darüber liegt, und 35 Milligramm pro Liter in Bitterspirituosen. Diesen Richtlinien liegt die Annahme zugrunde, dass durch einen erhöhten Alkoholgehalt beziehungsweise Bitterstoffe weniger Thujon vom Körper aufgenommen werden kann. Eine Überprüfung der Thujongehalte von 30 in Deutschland im Handel befindlichen Absinthgetränken ergab, dass die meisten getesteten Getränke weniger als 10 mg/l Thujon enthielten. Bei 3 Absinthgetränken wurde der gesetzliche Höchstwert von 35 mg/l mit Gehalten von bis zu 44,9 mg/l Thujon deutlich überschreiten. Eine thujonspezifische Gefährdung des Verbrauchers soll davon laut BfR noch nicht ausgehen. Gefährlich ist überwiegend der hohe Alkoholgehalt. Bei starken Absinthtrinkern wurden früher Halluzinationen, psychotische Erkrankungen, epileptiforme Anfälle sowie Probleme des Magen-Darm-Traktes beobachtet. Neuere Studien weisen auf eine giftige Wirkung des Inhaltsstoffes Thujon auf Nerven, Nieren und Magen hin. Die Neigung zu Krämpfen wird durch Nikotinkonsum noch erhöht. Thujon stammt aus den ätherischen Ölen des Wermuts, kommt aber auch in Beifuss, Salbei, Rainfarn und dem Lebensbaum vor.
 

Quellen / Literatur:

Hold K, Sirisoma N, Ikeda T, et al. Alpha-thujone (the active component of absinthe): gamma-aminobutyric acid type A receptor modulation and metabolic detoxification. Proc Natl Acad Sci USA 2000;97:3826–3831 Aktuelle Infos zur Situation in Deutschland im Heft 08/2002 des Bundesinstitutes für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BdVV). Erhältlich für 8 Euro bei der Pressestelle des BfR,Thielallee 88-92, 14195 Berlin erhältlich Mail: pressestelle@bfr.bund.de www.bfr.bund.de

 

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