Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse

Glossar: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y
Inhaltsverzeichnis  |  Suche  |  Startseite

 


Glossar Psychiatrie / Psychosomatik / Psychotherapie / Neurologie / Neuropsychologie
 

Stalking

Der Begriff des Stalking stammt aus der englischen Jägersprache. To stalk bedeutet, sich heranpirschen, heranschleichen an das Wild. The Stalker wird übersetzt mit der Pirschjäger. Stalking nennt man eine Kombination von Verhaltensweisen, die Misshandler setzen, um zu verhindern, dass die Verbindung zwischen ihnen und einer Partnerin aufgelöst wird, mit abnormalen und andauernden Verhaltensmustern der Bedrohung und Belästigung, die gegen eine bestimmte Person gerichtet sind. Auslösen sind manchmal Zurückweisungen, Kränkungen, Verlassenwerden und Verlusterlebnisse. Unter Stalking versteht man die zwanghaft durchgeführte exzessive Belästigung, Bedrohung und/oder Verfolgung eines Menschen und viele andere Formen der erzwungenen "Zuwendung" zu Menschen, die die üblichen Grenzen weit überschreitet. Stalking ist häufig der Versuch, Macht und absolute Kontrolle auszuüben oder zu erhalten. Opfer sind häufig aber nicht nur, Promintente, Täter haben oft Persönlichkeitsstörungen, Gewalttätigkeiten kommen vor. Opfer des Stalkers, werden als Stalkee bezeichnet. In 70 % aller Fälle ist der Täter dem Opfer bekannt. Man unterscheidet Stalking im Kontext von häuslicher und Partnergewalt und Stalking als obsessives „Verfolgen“ von Fremden, von Prominenten und „entfernten“ Liebesobjekten. Stalker beobachten ihre Opfer, lauern ihnen bei allen erdenklichen Gelegenheiten auf, sie machen Telefonterror, verschicken Briefe oder E-Mails auch mit bedrohenden Inhalten. Sachbeschädigungen, körperliche Angriffe und sexuelle Nötigung bis hin zu Tötungsdelikten kommen vor. Die meist männlichen Täter sind oft Menschen mit Paraphilie, Menschen die unter Psychosen leiden, machtbessene oder paranoide Menschen, Menschen mit Persönlichkeitsstörungen, Menschen die sich von Ärzten oder Anwälten ungerecht behandelt oder benachteiligt fühlten, Rache, Liebeswahn oder einfach das perverse Bedürfnis sind die Motive. Die Opfer sind überwiegend Frauen aber auch Prominente, Ärzten, Anwälte und andere exponierte Menschen. Mehr als 10% aller Menschen wird mindestens einmal im Leben Opfer eines Stalkers. Die Opfer werden in erhebliche Angst versetzt. Täter sehen meist ihr Unrecht nicht ein, sie haben meist nur ein mäßiges Problembewusstsein und eine noch geringer ausgeprägte Therapiemotivation. Stalker werden verschiedentlich in Gruppen eingeteilt. a) zurückgewiesene Stalker verfolgen meist frühere Intimpartner oder Freunde mit ihrer Rache. b.) Menschen mit einem Liebeswahn bzw. einer Erotomanie, nicht nur bei Stars haben diese Menschen ohne eigentlichen Hinweis die wahnhafte Überzeugung vom Opfer auch geliebt zu werden. c) inkompetente Verfolger haben erhebliche Defizite im sozialen Umgang und überspielen dies durch penetrantes Verhalten. d) nachtragende Stalker wollen durch Machtgelüste und Rachegefühle motiviert ihre Opfer einzuschüchtern, stellen sich dabei oft selbst als Opfer dar. e) räuberische Stalker greifen ihre Opfer häufig auch sexuell an. Viele der Opfer leiden unter Stresssymptomen und Angst. Albträume, Appetitstörungen und depressive Verstimmungen können weitere Folgen sein. Bei 24% der Opfer entwickelten sich Suizidgedanken und in 37% waren die diagnostischen Kriterien der posttraumatischen Belastungsstörung (ICD 10: F 43.1)erfüllt. Viele der Opfer leben stark isoliert in Großstädten, immer in der Angst, ihr Verfolger könne sie finden. Dieses kann so weit gehen, dass der Weg zum Einkaufen eine psychische Belastung mit Angstzuständen wird. Als Grundregeln für Opfer gelten: Nur eine, dafür aber unmissverständliche Erklärung, dass kein Kontakt gewünscht wird; weitere Kontaktangebote ignorieren.- Öffentlichkeit herstellen.- Alle Vorkommnisse dokumentieren (nach Möglichkeit mit Zeugen).- Bei Telefonterror: unter der alten Telefonnummer die Stalking-Anrufe aufzeichnen (aber nicht entgegennehmen). Andere Gesprächen unter einer Geheimnummer entgegennehmen.- Anzeige bei der Polizei. In den USA, Australien, Kanada und Großbritannien, wurde Stalking seit einigen Jahren als eigenständiger Straftatbestand definiert und besondere Anti-Stalking-Gesetze verabschiedet.Seit dem 31. März 2007 ist Stalking auch in Deutschland strafbar.  Es handelt sich um den   Straftatbestand der Nachstellung (§ 238 StGB).  Selbstverständlich sind auch weiter alle anderen Straftaten wie Beleidigung, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch usw. strafbar.  Siehe dazu die Hinweise von RA Dr. Volkmar v. Pechstaedt zu Stalking
 

Quellen / Literatur:

Landessozialgericht Bremen L 13 VG 7/05 vom 22.6.2006 Zu Stalking und Ansprüchen nach dem Opferentschädigungsgesetz.

Dreßing, Harald; Kühner, Christine; Gass, Peter Stalking: Ärzte als Ansprechpartner  Dtsch Arztebl 2004; 101: A 2862–2864 [Heft 43]HTML | PDF | Literatur H.Dreßing · P.Gass ·Stalking – vom Psychoterror zum Mord, Nervenarzt 2002 · 73:1112–1115, FORSCHUNGSBERICHT PSYCHOTERROR, Dr. Christa Pelikan vom Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie Wien 2002 Gabriele Kudlik, 2002 Stalking, Krankheit?Straftat? Phänomen?Diplomarbeit zum Thema, Hochschule für öffentliche Verwaltung, Fachbereich Polizeivollzugsdienst  Bundesweite Beratung auch bezüglich juristischer Möglichkeiten www.stalkingforschung.de Merkblatt der der Polizei zum Verhalten bei Stalking- www.polizei.propk.de/mediathek/merk/ Sonnenmoser, Marion, Patientenübergriffe: Jeder kann Opfer werden PP 8, Ausgabe August 2009, Seite 363

 

Glossar: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y
Inhaltsverzeichnis  |  Suche  |  Startseite

 

Wichtiger Hinweis: Sämtliche Äußerungen auf diesen Seiten erfolgen unter Ausschluss jeglicher Haftung für möglicherweise unzutreffende Angaben tatsächlicher oder rechtlicher Art. Ansprüche irgendwelcher Art können aus eventuell unzutreffenden Angaben nicht hergeleitet werden. Selbstverständlich erheben die Aussagen keinen Anspruch auf allgemeine Gültigkeit, es wird daneben eine Vielzahl vollkommen anderer Erfahrungen und Auffassungen geben. Ich distanziere mich ausdrücklich von den Inhalten der Webseiten und Internetressourcen, auf die ich mit meinen Links verweise. Die Haftung für Inhalte der verlinkten Seiten wird ausdrücklich ausgeschlossen. Bitte lesen sie auch den Beipackzettel der Homepage, dieser beinhaltet das Impressum, weiteres auch im Vorwort. Das Glossar wurde unter Verwendung von Fachliteratur erstellt. Insbesondere dem ICD 10, dem DSM IV, AMDP- Manual, Leitlinien der Fachgesellschaften, Lehrbuch VT von J.Mragraf, Lehrbuch der analytischen Therapie von Thomä und Kächele, Lexika wie dem Pschyrembel, verschiedene Neurologie- und Psychiatrielehrbücher, Literatur aus dem Web, außerdem einer Vielzahl von Fachartikeln aktueller Zeitschriften der letzten 10 Jahre.Möglicherweise sind nicht alle (insbesondere kleinere) Zitate kenntlich gemacht. Durch Verwendung verschiedener Quellen konnte eine Mischung aus den unterschiedlichen Zitate nicht immer vermieden werden. Soweit möglich wird dies angezeigt. Falls sich jemand falsch oder in zu großem Umfang zitiert findet- bitte eine E-Mail schicken. Bitte beachten Sie: Diese Webseite ersetzt keine medizinische Diagnosestellung oder Behandlung. Es wird hier versucht einen Überblick über den derzeitigen Stand der medizinischen Forschung auch für interessierte Laien  zu geben, dies ist nicht immer aktuell möglich. Es ist auch nicht möglich, dass ein Arzt immer auf dem aktuellsten Stand der medizinischen Forschung in allen Bereichen seines Faches ist.  Es ist immer möglich, dass die medizinische Forschung hier noch als wirksam und ungefährlich dargestellte Behandlungsmaßnahmen inzwischen als gefährlich oder unwirksam erwiesen hat. Lesen Sie bei Medikamenten immer den Beipackzettel und fragen Sie bei Unklarheiten Ihren behandelnden Arzt. Medikamentöse Behandlungen auch mit freiverkäuflichen Medikamenten bedürfen ärztlicher Aufsicht und Anleitung. Dies gilt auch für alle anderen Behandlungsverfahren. Die hier angebotenen Informationen können nicht immer für jeden verständlich sein. Um Mitteilung, wo dies nicht der Fall ist, bin ich dankbar. Fragen Sie hierzu immer Ihren behandelnden Arzt. Dieser weiß in der Regel über die hier dargestellten Sachverhalte gut Bescheid und kann Ihren individuellen Fall und Ihre Beschwerden besser einordnen- was für einen bestimmten Patienten nützlich ist, kann einem anderen schaden.  Selbstverständlich gibt es zu den meisten Themen unterschiedliche Auffassungen. Soweit möglich wird hier dargestellt, woher die Informationen stammen. In den meisten Fällen mit einem entsprechenden Link (da diese oft ohne Ankündigung geändert werden, sind diese leider nicht immer aktuell zu halten). Leider ist die zitierte Literatur nicht immer kostenfrei zugänglich. Die Beschränkung auf kostenfrei zugängliche Literatur würde manches sehr oberflächlich lassen. In der Regel versuche ich mich in der Darstellung an deutschen oder internationalen Leitlinien der Fachgesellschaften und Metaanalysen der Literatur zu orientieren. Auch dies ist nicht überall möglich. Zum einen gibt es nicht überall solche Leitlinien, zum anderen werden diese mir nicht immer sofort bekannt. Manche Leitlinien sind lange nicht aktualisiert worden und von neuerer Literatur überholt, bzw, ergänzungsbedürftig.  Wenn möglich sind im Text Links zu solchen Leitlinien eingebaut. Auch Leitlinien sind nur Orientierungen, sie schließen nicht aus, dass generell oder im Einzelfall Fehler enthalten sind oder diese im Einzelfall nicht anwendbar sind. Ziel der Darstellung ist hier definitiv nicht, mich als Experten für irgendeines der in der Homepage dargestellten Krankheitsbilder auszuweisen. Ich gehe davon aus, dass alle vergleichbaren Fachärzte für Neurologie, Psychotherapeutische Medizin und Psychiatrie ihre Patienten sorgfältig und genau so gut wie ich behandeln. Sollten Sie über eine Suchmaschine direkt auf diese Seite gekommen sein, werden Sie gebeten auch die Hauptseite aufzusuchen. Dort finden Sie einen Link zu den zuständigen Ärztekammern. Jeder Nutzer ist für die Verwendung der hier gewonnenen Informationen selbst verantwortlich, es handelt sich definitiv um keine Anleitung zur Selbstbehandlung. Es wird keinerlei Haftung weder für die hier angebotenen Informationen noch für die in den Links angebotenen Informationen übernommen. Sollten Sie Links finden, die nicht (oder nicht mehr) seriös sind, teilen Sie mir dies bitte mit, damit ich diese löschen kann. Der Autor übernimmt keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen. Haftungsansprüche gegen den Autor, welche sich auf Schäden materieller oder ideeller Art beziehen, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der dargebotenen Informationen bzw. durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen verursacht wurden sind grundsätzlich ausgeschlossen, sofern seitens des Autors kein nachweislich vorsätzliches oder grob fahrlässiges Verschulden vorliegt. Alle Angebote sind freibleibend und unverbindlich. Der Autor behält es sich ausdrücklich vor, Teile der Seiten oder das gesamte Angebot ohne gesonderte Ankündigung zu verändern, zu ergänzen, zu löschen oder die Veröffentlichung zeitweise oder endgültig einzustellen. Veränderungen erfolgen dabei ständig in Anpassung an neue Literatur oder weil sich meine Auffassung zu einem Thema aus anderen Gründen geändert hat.  Dieser Haftungsausschluss ist als Teil des Internetangebotes zu betrachten, von dem aus auf diese Seite verwiesen wurde. Sofern Teile oder einzelne Formulierungen dieses Textes der geltenden Rechtslage nicht, nicht mehr oder nicht vollständig entsprechen sollten, bleiben die übrigen Teile des Dokumentes in ihrem Inhalt und ihrer Gültigkeit davon unberührt.  Sollte sich jemand durch die Homepage in irgendeiner Form beleidigt, benachteiligt oder in sonst einer Form geschädigt fühlen, bitte ich um eine persönliche Kontaktaufnahme per E-Mail  oder telefonisch bzw. per Post. Bitte nennen Sie bei Mitteilungen Ihren vollständigen Namen und Ihre Adresse. Bei Mitteilungen von Kollegen bitte auch Tatsache, dass sie Kollege sind, sowie die Fachbezeichnung. Anonyme Mitteilungen sind in der Regel nicht willkommen. Karl C. Mayer