Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse

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Glossar Psychiatrie / Psychosomatik / Psychotherapie / Neurologie / Neuropsychologie
 

Testosteron,

Testosteron, ist das wichtigste Hormon das der männliche Hoden produziert. Seine Substitution ist in den letzten Jahren immer mehr in das Blickfeld geraten. Männlich Wechseljahre werden ein Thema, Altern wird als nicht mehr selbstverständlich angesehen. Die Symptomatik eines Androgen- oder Testosteronmangels ist abhängig vom Zeitpunkt des Auftretens. Während der Fetalzeit resultiert eine Intersexualität (Pseudohermaphrodismus masculinus), bei ausbleibender Testosteron-Produktion zur Pubertät das Bild des Eunuchoidismus und bei Eintreten der endokrinen Insuffizienz im Erwachsenenalter ist oft nachlassende sexuelle Lust das erste klinische Zeichen. Weitere Hinweise für einen Androgenmangel beim erwachsenen Mann sind nachlassende körperliche Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit und depressive Stimmungslage. Aber auch Knochenschmerzen und Frakturen aufgrund einer Osteopenie/Osteoporose sollten an einen Testosteronmangel denken lassen. Etwa ab dem 40. Lebensjahr nimmt die Testosteronproduktion um durchschnittlich ein Prozent pro Jahr ab, was letztlich zu oben beschriebener Symptomatik mit entsprechendem Leidensdruck führen kann. Neben einer nachlassenden Produktion von Testosteron führt aber auch eine erhöhte Bindungskapazität des sexualhormonbindenden Globulins (SHBG) zum Bild des Hormonmangels. Vor Beginn der Substitutionstherapie eines männlichen Hypogonadismus ist die Unterscheidung zwischen einem primären (hypergonadotropen) und einem sekundären (hypogonadotropen) Hypogonadismus durch Bestimmung des Gesamttestosterons und der Gonadotropine zu treffen. Die Indikation zur Hormonersatztherapie beim altersbedingten Androgendefizit ergibt sich dann, wenn die entsprechende Symptomatik oder Befindlichkeitsstörung bei gleichzeitigem Hormonmangel nachgewiesen werden kann. Günstige Auswirkungen hat die Therapie auf den Knochenstoffwechsel, wobei eine statistisch signifikante Reduktion der Frakturrate i. R. einer androgenmangelbedingten Osteoporose bisher nicht nachgewiesen werden konnte. Auch die Androgenmangelanämie und die Sexualfunktion werden günstig beeinflusst, der Nachweis einer Besserung der erektilen Dysfunktion steht aber noch aus. Unterschiedliche Wirkungen finden sich hinsichtlich des Fettstoffwechsels. Während bei jüngeren Männern eine Suppression des HDL-Cholesterins beschrieben wird, bleibt dieses bei älteren Männern unbeeinflusst bei gleichzeitig leichter Reduktion von Gesamt- und LDL-Cholesterin, ohne dass dafür bisher eine Erklärung geboten werden kann. Mögliche nachteilige Effekte hat die Hormonersatztherapie bei vorbestehender benigner Prostatahypertrophie und beim Prostata-Karzinom, welche auch als Kontraindikation angeführt werden. Als weitere Kontraindikationen gelten derzeit ein Schlafapnoe-Syndrom, sowie eine Polyglobulie. Androgene können auch psychisch labil und vor allem aggressiv machen. Durchgeführt wird die Therapie z.B. durch intramuskulärer Depot-Gabe von Testostosteron-Enanthat (z.B. 250 mg alle 3-4 Wochen), hierdurch kommt es aber zu unphysiologischen Serumspiegel resultieren (anfangs zu hoch, gegen Ende erniedrigt). Alternativ kommt die transdermale (skrotale und nicht-skrotale) Applikation mit einem Testosteronpflaster in Frage. Nachteilig sind hierbei die erheblich höheren Therapiekosten, sowie die bei skrotal appliziertem Pflaster erhöhten Serumspiegel an Dihydrotestosteron (als möglicher Induktor für eine Prostatahypertrophie), so dass diese Therapieform gegenwärtig eher bei Kontraindikationen gegen i.m.-Injektionen in Frage kommt. Die orale Gabe von Testosteron Decanoat hat die geringsten therapeutischen Effekte aufgrund stark schwankender Serum-Testosteronspiegel. Außerdem muss die Einnahme alle 8 Stunden erfolgen wegen der kurzen Halbwertszeit (z.B. 3 x 40mg). Mit Vorsicht zu handhaben ist die subkutane Implantation von Testosteron-Pellets. Trotz rel. gleichmäßiger Testosteronspiegel und den damit günstigen Auswirkungen auf die Sexualfunktion wird der Einsatz dieser Therapieform kontrovers diskutiert, da sie sich im Falle möglicher Nebenwirkungen (insbesondere einer Prostatahypertrophie) nicht sofort beenden lässt. An unerwünschten Wirkungen einer Testosteronersatztherapie finden sich neben dem möglichen ungünstigen Einfluss auf das Prostatawachstum in selteneren Fällen eine Gynäkomastie, das Auftreten einer Akne, eine leichte Gewichtszunahme durch Wasser- und Natriumretention, Induktion einer Polyglobulie , sowie das Auftreten einer Schlafapnoe bei vorbestehender chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung. Unter Therapie sollten regelmäßige Kontrollen des Prostata-spezifischen Antigens, des Blutbildes und der Blutfette stattfinden, ebenso wie die Endosonographie der Prostata. Bei Androgenmangel-Symptomatik kann bei Blutwerten unter der Normgrenze (12 nmol/l) eine Hormonsubstitution erfolgen. Notwendig sind Kontrollen des PSA-Werts alle drei Monate, einmal jährlich ein Prostata-Check-up. Auf diesen kleinsten gemeinsamen Nenner haben sich die Interdisziplinäre Arbeitsgruppe „Der alternde Mann“ der Deutschen Gesellschaft für Andrologie, der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie und der Deutschen Gesellschaft für Urologie geeinigt. Nachdenklich machen die Ergebnisse der Hormonbehandlung der Frauen. In Behandlungsgruppe einer Studie mit 16 608 Frauen im Alter von 50 bis 79 Jahren traten im Vergleich zur Placebogruppet: · 41 % mehr Schlaganfälle, · 29 % mehr Herzinfarkte, · 100% mehr Thrombosen in den Venen,· insgesamt 22 % mehr kardiovaskuläre Erkrankungen· 26 % mehr Brustkrebs.. auf. Entsprechende große Studien zur Hormonbehandlung der alternden Männer fehlen bisher.
 

Quellen / Literatur:

Leinmüller, Dr. Renate Testosteronsubstitution: Wie therapiert man den alternden Mann? Deutsches Ärzteblatt 99, Heft 11 vom 15.03.02, Seite A-690

 

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