Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse

Glossar: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y
Inhaltsverzeichnis  |  Suche  |  Startseite

 


Glossar Psychiatrie / Psychosomatik / Psychotherapie / Neurologie / Neuropsychologie
 

Uhrentest

Engl.: Clock-drawing task (CDT). Der Patient wird aufgefordert ein Ziffernblatt einer Uhr mit der Uhrzeit 11:10 oder 8:20 Uhr in einen Kreis einzuzeichnen. Wird in der Demenzdiagnostik verwendet. Siehe auch MMST Test. Der Test lässt sich überall durchführen, Vorgabe ist ein Kreis. Manche Untersucher lassen die Patienten auch den Kreis zeichnen. (uneinheitliche Vorgaben wie uneinheitliche Auswertung, des ansonsten sehr sensitiven Tests) Ein solcher lässt sich im Zweifel auch bei jedem Hausbesuch unter Zuhilfenahme z.B.: eines Glases auf ein Blatt Papier zeichnen. Der Test zeigt eigentlich eine konstruktive Apraxie (Schwierigkeiten komplexe Figuren zu zeichnen) , der räumlichen Wahrnehmung, Planung und Ausführung, er kann aber auch eine allgemein Unfähigkeit den Zeitbegriff zu verstehen anzeigen.   Die Aufforderung würden dann lauten: Zeichnen Sie einen Kreis und anschließend zeichnen Sie bitte ein Ziffernblatt mit Zahlen, die genau das Ziffernblatt einer Uhr darstellen. Zeichnen Sie dann die Zeiger der Uhr auf 11 Uhr 10.   Im allgemeinen wird eine  0-4 Punkt-Methode oder die 0-3 Punkt-Methode (bei vorgegebenem Kreis) zur Auswertung angewendet. Ein Punkt für einen geschlossenen Kreis, einen Punkt für die korrekte Platzierung der Zahlen, einen Punkt dafür wenn alle 12 Zahlen korrekt eingezeichnet wurden, einen Punkt, wenn die Zeiger in eine korrekte Position gebracht wurden. Es gibt aber auch komplexe Scores mit 16 oder 20 Punkten. Manche Untersucher setzen ein Zeitlimit, andere nicht. Es gibt auch CDTs bei denen eine Uhr vom Bild kopiert werden soll, diese Tests sind aber weniger sensitiv.  Häufige Fehler sind das Auslassen von Zahlen, die falsche Platzierung von Zahlen, oder das inadäquate Hinzufügen von Zahlen. Der Test ist schnell durchführbar und bezüglich der Diagnose einer mäßig ausgeprägten Demenz sensitiv. Leichte Fälle (mild cognitive impairment) lassen sich mit dem Test nicht vom normalen Altern unterscheiden. Es gibt keinen cut-off Score. Der Test alleine stellt auch keine Diagnose, wenn er pathologisch ist, besteht aber Grund zu weiterer Demenzdiagnostik.  Der Test ist weitgehend unabhängig von der Kultur, allerdings kann es einzelne Menschen auch in unserem Land geben, die normalerweise keine Uhr benutzt haben. Wer den Test ohne Fehler besteht hat nicht unbedingt bewiesen, dass er keine Demenz hat. Viele Menschen mit einer Demenz, die auf eine umschriebene Hirnschädigung z.B.: nach Schlaganfällen zurückgeht, schneiden in diesem Test normal ab. Für die Verlaufsbeurteilung einer Demenz ist der Test nur bedingt und insgesamt weniger als der MMST-Test geeignet. Wie bei allen Demenztests sollten die Patienten entsprechend vorbereitet und beruhigt werden, da die offensichtlich erkennbaren Defizite bei solchen Tests auch schwerer dementen Patienten offensichtlich sind. Der Test zählt zu den Screening-Verfahren zur Verdachtsabklärung dementieller Erkrankungen (Demenztests). Er ermöglicht im Zusammenwirken mit anderen Tests die Abgrenzung dementieller Erkrankungen von altersbedingten Beschwerden und eine Quantifizierung des Abbaus. Ein schlechtes Abschneiden in diesem Test beweist keine Demenz, der Test hat nur eine Bedeutung im Zusammenwirken mit dem klinischen Eindruck und anderen Untersuchungsergebnissen. In der Summe bleibt der Test einfach durchzuführen, ist allgemein anerkannt, aussagekräftig und sensitiv, bedauerlich ist, dass es keine einheitlichen Auswertungskriterien gibt
 

Quellen / Literatur:

Shulman K: Clock-Drawing: Is it the ideal cognitive screening test? Int J Geriatr Psychiatry 2000; 15:548-561. Sunderland, T., Hill, J.L., Mellow, A.M., Lawlor, B.A., Gundersheimer, J., Newhouse, P.A. y Grafman, J. (1989): Clock drawing in Alzheimerís disease: a novel measure of dementia severity. Journal of the American Geriatric Society, 37: 725-729.  Heidi Lee, Gregory R. J. Swanwick, Robert F. Coen, and Brian A. Lawlor Use of the Clock Drawing Task in the Diagnosis of Mild and Very Mild Alzheimer's Disease International Psychogeriatrics, Volume 08, Number 3 - Fall 1996, 469 Libon, D.J., Swenson, R.A., Schwartz, B.L., Ross, L.A., y Deutsch, S.I. (1992) : Clock drawing as an assessement tool for dementia. Archives of Clinical Neuropsychology, 8: 405-415. Mendez MF, Ala T, Underwood KL. Development of scoring criteria for the Clock Drawing Task in Alzheimer’s disease. J Am Geriatr Soc 1992;40:1095-9. Tuokko H, Hadjistavropoulos T, Miller JA, et al. The clock test: a sensitive measure to differentiate normal elderly from those with Alzheimer disease. J Am Geriatr Soc 1992;40:579-84. Borson S, Brush M, Gil E, Scanlan J, Vitaliano P, Chen J, Cashman J, Sta Maria M, Barnhart R, Roques J: The Clock Drawing Test: Utility for dementia detection in multiethnic elders. J Gerontol A Biol 1999;54A:M534-M540 Watson YI, Arfken CL, Birge SJ: Clock completion: An objective screening test for dementia. J Am Geriatr Soc 1993;41:12 35-1240 Hsiu-Chih Liu The three-item clock-drawing test: A simplified screening test for Alzheimer's diseaseMental Help Net - Neuroscience and Neuropsychology Shulman K: Clock-Drawing: Is it the ideal cognitive screening test? Int J Geriatr Psychiatry 2000; 15:548-561. Sunderland, T., Hill, J.L., Mellow, A.M., Lawlor, B.A., Gundersheimer, J., Newhouse, P.A. y Grafman, J. (1989): Clock drawing in Alzheimerís disease: a novel measure of dementia severity. Journal of the American Geriatric Society, 37: 725-729.  Heidi Lee, Gregory R. J. Swanwick, Robert F. Coen, and Brian A. Lawlor Use of the Clock Drawing Task in the Diagnosis of Mild and Very Mild Alzheimer's Disease International Psychogeriatrics, Volume 08, Number 3 - Fall 1996, 469 Libon, D.J., Swenson, R.A., Schwartz, B.L., Ross, L.A., y Deutsch, S.I. (1992) : Clock drawing as an assessement tool for dementia. Archives of Clinical Neuropsychology, 8: 405-415. Mendez MF, Ala T, Underwood KL. Development of scoring criteria for the Clock Drawing Task in Alzheimer’s disease. J Am Geriatr Soc 1992;40:1095-9. Tuokko H, Hadjistavropoulos T, Miller JA, et al. The clock test: a sensitive measure to differentiate normal elderly from those with Alzheimer disease. J Am Geriatr Soc 1992;40:579-84. Borson S, Brush M, Gil E, Scanlan J, Vitaliano P, Chen J, Cashman J, Sta Maria M, Barnhart R, Roques J: The Clock Drawing Test: Utility for dementia detection in multiethnic elders. J Gerontol A Biol 1999;54A:M534-M540 Watson YI, Arfken CL, Birge SJ: Clock completion: An objective screening test for dementia. J Am Geriatr Soc 1993;41:12 35-1240 Hsiu-Chih Liu The three-item clock-drawing test: A simplified screening test for Alzheimer's diseaseMental Help Net - Neuroscience and Neuropsychology 7.3.2003

 

Glossar: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y
Inhaltsverzeichnis  |  Suche  |  Startseite

 

Wichtiger Hinweis: Sämtliche Äußerungen auf diesen Seiten erfolgen unter Ausschluss jeglicher Haftung für möglicherweise unzutreffende Angaben tatsächlicher oder rechtlicher Art. Ansprüche irgendwelcher Art können aus eventuell unzutreffenden Angaben nicht hergeleitet werden. Selbstverständlich erheben die Aussagen keinen Anspruch auf allgemeine Gültigkeit, es wird daneben eine Vielzahl vollkommen anderer Erfahrungen und Auffassungen geben. Ich distanziere mich ausdrücklich von den Inhalten der Webseiten und Internetressourcen, auf die ich mit meinen Links verweise. Die Haftung für Inhalte der verlinkten Seiten wird ausdrücklich ausgeschlossen. Bitte lesen sie auch den Beipackzettel der Homepage, dieser beinhaltet das Impressum, weiteres auch im Vorwort. Das Glossar wurde unter Verwendung von Fachliteratur erstellt. Insbesondere dem ICD 10, dem DSM IV, AMDP- Manual, Leitlinien der Fachgesellschaften, Lehrbuch VT von J.Mragraf, Lehrbuch der analytischen Therapie von Thomä und Kächele, Lexika wie dem Pschyrembel, verschiedene Neurologie- und Psychiatrielehrbücher, Literatur aus dem Web, außerdem einer Vielzahl von Fachartikeln aktueller Zeitschriften der letzten 10 Jahre.Möglicherweise sind nicht alle (insbesondere kleinere) Zitate kenntlich gemacht. Durch Verwendung verschiedener Quellen konnte eine Mischung aus den unterschiedlichen Zitate nicht immer vermieden werden. Soweit möglich wird dies angezeigt. Falls sich jemand falsch oder in zu großem Umfang zitiert findet- bitte eine E-Mail schicken. Bitte beachten Sie: Diese Webseite ersetzt keine medizinische Diagnosestellung oder Behandlung. Es wird hier versucht einen Überblick über den derzeitigen Stand der medizinischen Forschung auch für interessierte Laien  zu geben, dies ist nicht immer aktuell möglich. Es ist auch nicht möglich, dass ein Arzt immer auf dem aktuellsten Stand der medizinischen Forschung in allen Bereichen seines Faches ist.  Es ist immer möglich, dass die medizinische Forschung hier noch als wirksam und ungefährlich dargestellte Behandlungsmaßnahmen inzwischen als gefährlich oder unwirksam erwiesen hat. Lesen Sie bei Medikamenten immer den Beipackzettel und fragen Sie bei Unklarheiten Ihren behandelnden Arzt. Medikamentöse Behandlungen auch mit freiverkäuflichen Medikamenten bedürfen ärztlicher Aufsicht und Anleitung. Dies gilt auch für alle anderen Behandlungsverfahren. Die hier angebotenen Informationen können nicht immer für jeden verständlich sein. Um Mitteilung, wo dies nicht der Fall ist, bin ich dankbar. Fragen Sie hierzu immer Ihren behandelnden Arzt. Dieser weiß in der Regel über die hier dargestellten Sachverhalte gut Bescheid und kann Ihren individuellen Fall und Ihre Beschwerden besser einordnen- was für einen bestimmten Patienten nützlich ist, kann einem anderen schaden.  Selbstverständlich gibt es zu den meisten Themen unterschiedliche Auffassungen. Soweit möglich wird hier dargestellt, woher die Informationen stammen. In den meisten Fällen mit einem entsprechenden Link (da diese oft ohne Ankündigung geändert werden, sind diese leider nicht immer aktuell zu halten). Leider ist die zitierte Literatur nicht immer kostenfrei zugänglich. Die Beschränkung auf kostenfrei zugängliche Literatur würde manches sehr oberflächlich lassen. In der Regel versuche ich mich in der Darstellung an deutschen oder internationalen Leitlinien der Fachgesellschaften und Metaanalysen der Literatur zu orientieren. Auch dies ist nicht überall möglich. Zum einen gibt es nicht überall solche Leitlinien, zum anderen werden diese mir nicht immer sofort bekannt. Manche Leitlinien sind lange nicht aktualisiert worden und von neuerer Literatur überholt, bzw, ergänzungsbedürftig.  Wenn möglich sind im Text Links zu solchen Leitlinien eingebaut. Auch Leitlinien sind nur Orientierungen, sie schließen nicht aus, dass generell oder im Einzelfall Fehler enthalten sind oder diese im Einzelfall nicht anwendbar sind. Ziel der Darstellung ist hier definitiv nicht, mich als Experten für irgendeines der in der Homepage dargestellten Krankheitsbilder auszuweisen. Ich gehe davon aus, dass alle vergleichbaren Fachärzte für Neurologie, Psychotherapeutische Medizin und Psychiatrie ihre Patienten sorgfältig und genau so gut wie ich behandeln. Sollten Sie über eine Suchmaschine direkt auf diese Seite gekommen sein, werden Sie gebeten auch die Hauptseite aufzusuchen. Dort finden Sie einen Link zu den zuständigen Ärztekammern. Jeder Nutzer ist für die Verwendung der hier gewonnenen Informationen selbst verantwortlich, es handelt sich definitiv um keine Anleitung zur Selbstbehandlung. Es wird keinerlei Haftung weder für die hier angebotenen Informationen noch für die in den Links angebotenen Informationen übernommen. Sollten Sie Links finden, die nicht (oder nicht mehr) seriös sind, teilen Sie mir dies bitte mit, damit ich diese löschen kann. Der Autor übernimmt keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen. Haftungsansprüche gegen den Autor, welche sich auf Schäden materieller oder ideeller Art beziehen, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der dargebotenen Informationen bzw. durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen verursacht wurden sind grundsätzlich ausgeschlossen, sofern seitens des Autors kein nachweislich vorsätzliches oder grob fahrlässiges Verschulden vorliegt. Alle Angebote sind freibleibend und unverbindlich. Der Autor behält es sich ausdrücklich vor, Teile der Seiten oder das gesamte Angebot ohne gesonderte Ankündigung zu verändern, zu ergänzen, zu löschen oder die Veröffentlichung zeitweise oder endgültig einzustellen. Veränderungen erfolgen dabei ständig in Anpassung an neue Literatur oder weil sich meine Auffassung zu einem Thema aus anderen Gründen geändert hat.  Dieser Haftungsausschluss ist als Teil des Internetangebotes zu betrachten, von dem aus auf diese Seite verwiesen wurde. Sofern Teile oder einzelne Formulierungen dieses Textes der geltenden Rechtslage nicht, nicht mehr oder nicht vollständig entsprechen sollten, bleiben die übrigen Teile des Dokumentes in ihrem Inhalt und ihrer Gültigkeit davon unberührt.  Sollte sich jemand durch die Homepage in irgendeiner Form beleidigt, benachteiligt oder in sonst einer Form geschädigt fühlen, bitte ich um eine persönliche Kontaktaufnahme per E-Mail  oder telefonisch bzw. per Post. Bitte nennen Sie bei Mitteilungen Ihren vollständigen Namen und Ihre Adresse. Bei Mitteilungen von Kollegen bitte auch Tatsache, dass sie Kollege sind, sowie die Fachbezeichnung. Anonyme Mitteilungen sind in der Regel nicht willkommen. Karl C. Mayer