Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse

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Glossar Psychiatrie / Psychosomatik / Psychotherapie / Neurologie / Neuropsychologie
 

Uveitis

Als Uveitis werden entzündliche Veränderungen der Uvea (mittlere Augenhaut oder Tunica media bulbi) sowie angrenzender anderer Teile des Auges wie Kornea (Hornhaut), Sklera (Lederhaut), Glaskörper, Retina (Netzhaut) und Sehnerv bezeichnet. Symptomatisch kann es zu einer Abnahme der Sehschärfe, Augenrötung, Lichtscheu, Tränenfluss und Schmerz kommen. Ausgelöst durch Infektionserreger oder immunologische Vorgänge kann es in jedem Alter zum Austritt von Entzündungszellen und Eiweißen in die verschiedenen Gewebe und Strukturen des Auges kommen. Diese intraokulare Entzündung wird Uveitis genannt. Die Uvea bildet das mittlere Blatt der Schichten des Augapfels. Im vorderen Augensegment bildet es die Iris (Regenbogenhaut) und den Ziliarkörper, im hinteren die Chorioidea (Aderhaut). Sie wird eingeteilt in die Uveitis anterior oder vordere Uveitis mit Entzündung der Regenbogenhaut (Iritis oder wenn der Ziliarkörpers und der vordere Glaskörper mitbetroffen sind Iridozyklitis). Meist idiopathisch - (ohne erkennbare Ursache) kommt aber besonders bei HLA-B27-assoziierten Erkrankungen (siehe unten), Borrelien, Syphilis, TBC, und Sarkoidose, vor,  Intermediäre Uveitis mit  Glaskörperinfiltration und/oder exsudative Netzhautablösung. Diese Form ist meist idiopathisch - (ohne erkennbare Ursache) kommt aber auch bei Sarkoidose, Multipler Sklerose Borrelien, Syphilis, TBC und HTLV-1 vor.  Uveitis posterior mit Entzündung der Aderhaut (Choroiditis) oder Entzündung der Aderhaut und Netzhaut gemeinsam (Chorioretinitis)Auch diese Form ist meist idiopathisch - (ohne erkennbare Ursache) kommt aber besonders bei HIV -Infektionen im Zusammenhang mit Toxoplasmose oder Zytomegalie-Virus, Bartonellen, Syphilis Infekten vor. Bei einer Panuveitis sind alle 3 Untergruppen gleichzeitig ohne eindeutigen Schwerpunkt betroffen. Auch bei den Untergruppen können leichte Beteiligungen der anderen Bereiche vorhanden sein. Auch diese Form ist meist idiopathisch - (ohne erkennbare Ursache) kommt aber besonders bei Sarkoidose, Behçet’sche Erkrankung, Toxoplasmose, und Onchozerkiasis vor. Eine Endophthalmitis ist eine Entzündung aller Teile des Augapfels außer der äußeren Wand, meist durch Bakterien oder Pilzinfektionen.  Bei der Panophthalmitis betrifft die Entzündung Teile des Augapfels und meist auch die ganze Augenhöhle. Eine Uveitis ist mit einer Inzidenz bei circa 8 000 bis 15 000 Neuerkrankungen pro Jahr, einer Prävalenz von circa 400 000 Personen in Deutschland, nach altersbedingter Makuladegeneration, Glaukom und diabetischer Retinopathie die vierthäufigste Ursache für Blindheit. Nicht immer findet sich eine Ursache, immunologisch ist bei uns die HLA-B27-assoziierte akute anteriore Uveitis mit oder ohne Spondylarthropathie die häufigste Ursache. HLA-B27 steht dabei für Human Leukocyte Antigen-System, HLA-B27 findet sich bei bis zu 8% der Gesunden, aber auch bei 95% der an M. Bechterew erkrankten sowie bei 10-80 der von anderen rheumatischen Erkrankungen betroffenen, je nach Art der Erkrankung. Das HLA-B27 ist damit keine Krankheit, sondern ein genetischer Marker, der sich bei manchen rheumatischen Erkrankungen gehäuft findet. Gesunde mit HLA-B27 bekommen nur in etwa 6-7% einen rheumatische Erkrankung. Umgekehrt ist ihr Risiko eine Uveitis zu bekommen etwa 10-fach erhöht. Bei M. Bechterew, M. Reiter, Chronisch entzündlichen Darmerkrankung, und Psoriasis- Arthritis kommt am häufigsten eine HLA-B27-assoziierte anteriore Uveitis vor.
 

Quellen / Literatur:

Fiehn, Dr. med. Christoph; Zierhut, Prof. Dr. med. Manfred; Becker, Priv.-Doz. Dr. med. Matthias Differenzialdiagnose der Uveitis  Dtsch Arztebl 2003; 100: A 2514–2522 [Heft 39] Veit Sturm, Fabio Meier; Epidemiologie und Diagnostik der Uveitis Schweiz Med Forum 2007;7:1012–1017

 

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