Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse

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Glossar Psychiatrie / Psychosomatik / Psychotherapie / Neurologie / Neuropsychologie
 

Asperger-Syndrom

Erstmals 1944 von Hans Asperger beschrieben. Bisher nicht gesicherte Ursache, genetische Ursachen spielen aber eine Rolle. Sonderform des Autismus. Wie beim Autismus fallen aufmerkamen Müttern früh die Kontaktstörungen ihrer Kinder im Säuglingsalter auf. Die Störung unterscheidet sich vom Autismus in erster Linie durch fehlende allgemeine Entwicklungsverzögerung bzw. den fehlenden Entwicklungsrückstand der Sprache und der kognitiven Entwicklung, Hochbegabung kommt (eher selten) vor, normale durschnittliche Intelligenz ist die Regel. Rollenspiele oder sozialen Imitationsspiele sind bei betroffenen Kindern selten und beeinträchtigt. Pedantische Züge sind häufig, Wortneuschöpfungen, Fehlinterpretationen von wörtlichen/implizierten Bedeutungen von Worten oder Sätzen, Perseverationen der Sprache, beeinträchtigte Prosodie, unangemessener Ausdruck von Gestik und Mimik, Stereotypien im Verhalten und in der Sprache, selbstverletzendes Verhalten, mangelndes Verständnis für soziale Signale, . . können Hinweise sein. Das Kontakt- und Sozialverhalten ist ähnlich wie beim Autismus auffällig, ritualisierende Verhaltensweisen sind sehr häufig. Durch Teilleistungen und Sonderinteressen wie Auswendiglernen von Telefonbüchern oder mathematischen Formeln fallen manche der Betroffenen auf. Die Störung geht häufig mit einer auffallenden Ungeschicklichkeit einher. Die Abweichungen tendieren stark dazu, bis in die Adoleszenz und das Erwachsenenalter zu persistieren. Gelegentlich treten psychotische Episoden im frühen Erwachsenenleben auf, gelegentlich auch psychotische Depressionen und bipolare Störungen zeigen. Es besteht eine Komorbidität mit Zwangsstörungen und Tourette-Syndrom und Aufmerksamkeitsstörungen. ICD-10 (F84.5) Asperger-Syndrom Diese Störung von unsicherer nosologischer Validität ist durch dieselbe Form qualitativer Abweichungen der wechselseitigen sozialen Interaktionen, wie für den Autismus typisch, charakterisiert, zusammen mit einem eingeschränkten, stereotypen, sich wiederholenden Repertoire von Interessen und Aktivitäten. Die Störung unterscheidet sich vom Autismus in erster Linie durch fehlende allgemeine Entwicklungsverzögerung bzw. den fehlenden Entwicklungsrückstand der Sprache und der kognitiven Entwicklung. Die Störung geht häufig mit einer auffallenden Ungeschicklichkeit einher. Die Abweichungen tendieren stark dazu, bis in die Adoleszenz und das Erwachsenenalter zu persistieren. Gelegentlich treten psychotische Episoden im frühen Erwachsenenleben auf. Kinder und Jugendliche sind meist durch deutlich reduzierte Gestik, Mimik, Gebärden, Blickkontakt bei gleichzeitigen Stereotypien auffällig. Sie sind unfähig zwanglose Beziehungen zu Gleichaltrigen oder Älteren herzustellen. Sie verstehen die Regeln des sozialen Miteinanders nicht und verhalten sich daher oft ungewöhnlich. Sie können die Gefühle schlecht wahrnehmen und nur sehr eingeschränkt emotional mitschwingen (mangelnde Empathie“ und mangelnde „ Theory of Mind “). Wie beim Autismus besteht eine ausgeprägte Selbstbezogenheit und extreme Abkapselung von der Umwelt. Die Kranken sprechen gerne und weitschweifig von ihren Interessen, achten aber nicht darauf, ob ihr Verhalten der Situation angemessen ist und wie ihr Gegenüber darauf reagiert. Die Stimme wirkt oft monoton, und weist eine geringe Modulation auf. Die Diagnose des Asperger-Syndroms nach ICD-10 verlangt, dass einzelne Wörter im zweiten Lebensjahr oder früher gesprochen werden, erste Sätze im dritten Lebensjahr oder früher. Die Intelligenz sollte mindestens im Normbereich liegen oder auch darüber. Allerdings können die Meilensteine der motorischen Entwicklung etwas verspätet erreicht werden. Motorische Ungeschicklichkeit ist ein häufiges, aber für die Diagnose nicht notwendiges Merkmal. Die Prognose im Erwachsenenalter ist bisher unzureichend bekannt. Die Symptome bessern sich aber eher. Wieviele der Betroffenen ein selbstständiges Leben leben können und sich selbst ernähren können ist in Studien widersprüchlich angegeben.
 

Quellen / Literatur:

Autismus
Remschmidt, Helmut; Kamp-Becker, Inge Das Asperger-Syndrom – eine Autismus-Spektrum-Störung HTML  PDF  Literatur

http://www.aspies.de/ Selbsthilfe für Menschen mit Autismus und Asperger- Syndrom

 

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