Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse

Glossar: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y
Inhaltsverzeichnis  |  Suche  |  Startseite

 


Glossar Psychiatrie / Psychosomatik / Psychotherapie / Neurologie / Neuropsychologie
 

psychischer Befund

Was untersucht der Psychiater, oder was ist mit einem psychischen Befund gemeint:

Wie bei jeder Untersuchung ist bei der psychiatrischen Untersuchung zunächst die Anamnese relevant. Dies meint die im Gespräch ermittelte Vorgeschichte im Bezug auf die aktuellen Beschwerden. Die Befragung beginnt in der Regel mit der Frage nach dem Anlass oder Grund des Arztbesuches oder nach den Beschwerden, deren Beginn, Dauer und Verlauf sowie nach eigenen Hypothesen über auslösende/lindernde Faktoren der Symptome.  In der Familienanamnese wird nach ähnlichen Symptomen oder Krankheiten in der Familie gefragt. Da psychische Störungen oft eine Ausschluss-Diagnose sind, ist auch die Kenntnis bekannter organischer Erkrankungen durch den Untersucher unabdingbar. Nicht selten ist auch eine Fremdanamnese mit Befragung von Angehörigen etc. relevant. Daneben und nicht unwesentlich interessiert in der Regel die Lebensgeschichte und die derzeitige Situation des Patienten. Dies wird manchmal auch als biographische Anamnese bezeichnet. Abgefragt werden dabei insbesondere Meilensteine der Entwicklung, schulischer und beruflicher Werdegang, Beziehung zu den Eltern, Partnerschaften, andere wichtige Bezugspersonen, Entwicklung des Sozialverhaltens,  Rolle in Gemeinschaften, Gruppen Gleichaltriger, Traumen, Veränderungen im zeitlichen Zusammenhang mit den Symptomen, Strategien zur Stressbewältigung .... Ein Teil des psychischen Befundes ergibt sich bereits nebenbei aus der Anamneseerhebung ohne, dass der Patient dies bemerkt. Viele Symptome  und Beschwerden müssen aber abgefragt werden, da sie sonst in der Regel nicht berichtet werden.  Beispiele sind Wahn, Ich-Störungen, Halluzinationen, Zwangsgedanken und Zwangshandlung ....... Manche Frage bei Erhebung des psychischen Befundes sind für die Befragten unangenehm. So wird bei Verdacht auf eine kognitive Störung oder eine Demenz die Orientierung, und Auffassung, geprüft. Dabei werden beispielsweise Datum, Tag,  Monat,  Jahr, und Jahreszeit gefragt. Auch Menschen mit einer leichten Demenz können trotz entsprechender Vorbereitung durch den Untersucher diese Fragen als unangenehm empfinden. Eine andere Möglichkeit die Orientierung zu prüfen, gibt es aber nicht, und Überraschungen bei den Antworten sind nicht selten.

Für die Beurteilung vieler Symptome und Störungen ist die Selbstbeurteilung durch den Patienten entscheidend, andere Symptome können nur durch die Fremdbeurteilung durch den Untersucher beurteilt werden, manchmal sind Selbst- und Fremdbeurteilung gleichwertig. Bei Widersprüchen ist es oft sinnvoller der Fremdbeurteilung zu folgen. Entscheidend ist dabei die Kenntnis der Motivation des Patienten. Wird beispielsweise ein Mann von seiner Ehefrau geschickt, weil er unausgeglichen und aggressiv ist, wird er seine Symptome eher herunterspielen, wenn der selbe Mann wegen seiner Unausgeglichenheit und Aggressivität einen Konflikt am Arbeitsplatz hat und eine Krankmeldung will, wird er die Symptome möglicherweise gravierender darstellen. Bei manchen Psychischen Störungen wie bei Schizophrenien oder Süchten gehört die Verheimlichung von Beschwerden und Symptomen zum Krankheitsbild. In manchen Situationen gibt es Gründe, warum eine Simulation  oder Aggravation eine Rolle spielen kann. Manchmal werden zusätzlich psychologische Tests oder Fragebogentests eingesetzt. Es gibt standardisierte Arten der Erhebung psychischer Befunde, wie das  AMDP - System, die aber nicht für jede Untersuchungssituation geeignet sind.

Insbesondere bei organischen Psychosyndromen finden sich Auffälligkeiten in den Bereichen Bewusstsein, Orientierung, Auffassung, Konzentration, Gedächtnis und Merkfähigkeit

Verdächtig auf eine psychotische Störung sind Störungen des formalen Denken, inhaltliche Denkstörungen wie beispielsweise Wahn, Ich-Störungen, Halluzinationen (insbesondere Stimmenhören)

Bei affektiven Störungen, wie beispielsweise Depressionen oder Manien sind besonders  Stimmung  emotionale Schwingungsfähigkeit, tageszeitliche Schwankungen, Morgentief), Antrieb Schlaf (eingeteilt nach Ein-, Durchschlafstörung und Früherwachen) relevant.


 

 

Glossar: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y
Inhaltsverzeichnis  |  Suche  |  Startseite

 

Wichtiger Hinweis: Sämtliche Äußerungen auf diesen Seiten erfolgen unter Ausschluss jeglicher Haftung für möglicherweise unzutreffende Angaben tatsächlicher oder rechtlicher Art. Ansprüche irgendwelcher Art können aus eventuell unzutreffenden Angaben nicht hergeleitet werden. Selbstverständlich erheben die Aussagen keinen Anspruch auf allgemeine Gültigkeit, es wird daneben eine Vielzahl vollkommen anderer Erfahrungen und Auffassungen geben. Ich distanziere mich ausdrücklich von den Inhalten der Webseiten und Internetressourcen, auf die ich mit meinen Links verweise. Die Haftung für Inhalte der verlinkten Seiten wird ausdrücklich ausgeschlossen. Bitte lesen sie auch den Beipackzettel der Homepage, dieser beinhaltet das Impressum, weiteres auch im Vorwort. Das Glossar wurde unter Verwendung von Fachliteratur erstellt. Insbesondere dem ICD 10, dem DSM IV, AMDP- Manual, Leitlinien der Fachgesellschaften, Lehrbuch VT von J.Mragraf, Lehrbuch der analytischen Therapie von Thomä und Kächele, Lexika wie dem Pschyrembel, verschiedene Neurologie- und Psychiatrielehrbücher, Literatur aus dem Web, außerdem einer Vielzahl von Fachartikeln aktueller Zeitschriften der letzten 10 Jahre.Möglicherweise sind nicht alle (insbesondere kleinere) Zitate kenntlich gemacht. Durch Verwendung verschiedener Quellen konnte eine Mischung aus den unterschiedlichen Zitate nicht immer vermieden werden. Soweit möglich wird dies angezeigt. Falls sich jemand falsch oder in zu großem Umfang zitiert findet- bitte eine E-Mail schicken. Bitte beachten Sie: Diese Webseite ersetzt keine medizinische Diagnosestellung oder Behandlung. Es wird hier versucht einen Überblick über den derzeitigen Stand der medizinischen Forschung auch für interessierte Laien  zu geben, dies ist nicht immer aktuell möglich. Es ist auch nicht möglich, dass ein Arzt immer auf dem aktuellsten Stand der medizinischen Forschung in allen Bereichen seines Faches ist.  Es ist immer möglich, dass die medizinische Forschung hier noch als wirksam und ungefährlich dargestellte Behandlungsmaßnahmen inzwischen als gefährlich oder unwirksam erwiesen hat. Lesen Sie bei Medikamenten immer den Beipackzettel und fragen Sie bei Unklarheiten Ihren behandelnden Arzt. Medikamentöse Behandlungen auch mit freiverkäuflichen Medikamenten bedürfen ärztlicher Aufsicht und Anleitung. Dies gilt auch für alle anderen Behandlungsverfahren. Die hier angebotenen Informationen können nicht immer für jeden verständlich sein. Um Mitteilung, wo dies nicht der Fall ist, bin ich dankbar. Fragen Sie hierzu immer Ihren behandelnden Arzt. Dieser weiß in der Regel über die hier dargestellten Sachverhalte gut Bescheid und kann Ihren individuellen Fall und Ihre Beschwerden besser einordnen- was für einen bestimmten Patienten nützlich ist, kann einem anderen schaden.  Selbstverständlich gibt es zu den meisten Themen unterschiedliche Auffassungen. Soweit möglich wird hier dargestellt, woher die Informationen stammen. In den meisten Fällen mit einem entsprechenden Link (da diese oft ohne Ankündigung geändert werden, sind diese leider nicht immer aktuell zu halten). Leider ist die zitierte Literatur nicht immer kostenfrei zugänglich. Die Beschränkung auf kostenfrei zugängliche Literatur würde manches sehr oberflächlich lassen. In der Regel versuche ich mich in der Darstellung an deutschen oder internationalen Leitlinien der Fachgesellschaften und Metaanalysen der Literatur zu orientieren. Auch dies ist nicht überall möglich. Zum einen gibt es nicht überall solche Leitlinien, zum anderen werden diese mir nicht immer sofort bekannt. Manche Leitlinien sind lange nicht aktualisiert worden und von neuerer Literatur überholt, bzw, ergänzungsbedürftig.  Wenn möglich sind im Text Links zu solchen Leitlinien eingebaut. Auch Leitlinien sind nur Orientierungen, sie schließen nicht aus, dass generell oder im Einzelfall Fehler enthalten sind oder diese im Einzelfall nicht anwendbar sind. Ziel der Darstellung ist hier definitiv nicht, mich als Experten für irgendeines der in der Homepage dargestellten Krankheitsbilder auszuweisen. Ich gehe davon aus, dass alle vergleichbaren Fachärzte für Neurologie, Psychotherapeutische Medizin und Psychiatrie ihre Patienten sorgfältig und genau so gut wie ich behandeln. Sollten Sie über eine Suchmaschine direkt auf diese Seite gekommen sein, werden Sie gebeten auch die Hauptseite aufzusuchen. Dort finden Sie einen Link zu den zuständigen Ärztekammern. Jeder Nutzer ist für die Verwendung der hier gewonnenen Informationen selbst verantwortlich, es handelt sich definitiv um keine Anleitung zur Selbstbehandlung. Es wird keinerlei Haftung weder für die hier angebotenen Informationen noch für die in den Links angebotenen Informationen übernommen. Sollten Sie Links finden, die nicht (oder nicht mehr) seriös sind, teilen Sie mir dies bitte mit, damit ich diese löschen kann. Der Autor übernimmt keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen. Haftungsansprüche gegen den Autor, welche sich auf Schäden materieller oder ideeller Art beziehen, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der dargebotenen Informationen bzw. durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen verursacht wurden sind grundsätzlich ausgeschlossen, sofern seitens des Autors kein nachweislich vorsätzliches oder grob fahrlässiges Verschulden vorliegt. Alle Angebote sind freibleibend und unverbindlich. Der Autor behält es sich ausdrücklich vor, Teile der Seiten oder das gesamte Angebot ohne gesonderte Ankündigung zu verändern, zu ergänzen, zu löschen oder die Veröffentlichung zeitweise oder endgültig einzustellen. Veränderungen erfolgen dabei ständig in Anpassung an neue Literatur oder weil sich meine Auffassung zu einem Thema aus anderen Gründen geändert hat.  Dieser Haftungsausschluss ist als Teil des Internetangebotes zu betrachten, von dem aus auf diese Seite verwiesen wurde. Sofern Teile oder einzelne Formulierungen dieses Textes der geltenden Rechtslage nicht, nicht mehr oder nicht vollständig entsprechen sollten, bleiben die übrigen Teile des Dokumentes in ihrem Inhalt und ihrer Gültigkeit davon unberührt.  Sollte sich jemand durch die Homepage in irgendeiner Form beleidigt, benachteiligt oder in sonst einer Form geschädigt fühlen, bitte ich um eine persönliche Kontaktaufnahme per E-Mail  oder telefonisch bzw. per Post. Bitte nennen Sie bei Mitteilungen Ihren vollständigen Namen und Ihre Adresse. Bei Mitteilungen von Kollegen bitte auch Tatsache, dass sie Kollege sind, sowie die Fachbezeichnung. Anonyme Mitteilungen sind in der Regel nicht willkommen. Karl C. Mayer