Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse

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Glossar Psychiatrie / Psychosomatik / Psychotherapie / Neurologie / Neuropsychologie
 

Koerperliche Aktivität

Körperliche Aktivität ist definiert als jegliche durch Muskeltätigkeit hervorgerufene körperliche Bewegung, die zu einem Energieumsatz über den Grundumsatz hinaus führt. Ausgleichssport ist eine körperliche Aktivität, die geplant, strukturiert, wiederholt, und zielgerichtet  auf die Verbesserung und Erhaltung der körperlichen Fitness ausgerichtet ist. Körperliche Fitness schließt kardiopulmonale (Herz und Lunge) Fitness, Muskelkraft, Körperzusammensetzung und Flexibilität ein. Es handelt sich damit um eine Zusammenstellung von Eigenschaften die Menschen haben oder erreichen wollen, die für die Fähigkeit körperliche Tätigkeiten auszuführen bedeutsam ist.  Wenn man die Menge Körperlicher Aktivität und des Ausgleichssports definieren will, gibt es eine wichtige Wechselwirkung zwischen der gesamten Menge oder Dosis an Aktivität und der Intensität mit der sie durchgeführt wird. Die Dosis bezieht sich auf die Gesamtmenge an Energie die für die Körperliche Aktivität verwendet wird, während die Intensität die Höhe des Energieverbrauch während einer solchen Aktivität meint. Intensität kann dabei im Bezug auf absolute oder relative Bedingungen definiert werden.  Absolute Intensität meint die Höhe des Energieverbrauchs während des Ausdauersports, meist ausgedrückt in Metabolic equivalents ( Stoffwechsel- Äquivalenten) oder METs, dabei entspricht 1 MET dem Ruheumsatz oder Ruhestoffwechsel von ungefähr 3.5 mL O2· kg-1 · min-1. Ein MET entspricht dem Kalorienverbrauch von 1 Kilokalorie je Kilogramm Körpergewicht
pro Stunde. METs messen also den Energieumsatz einer Person bezogen auf den Ruheumsatz im Verhältnis
zu ihrem Körpergewicht. Die relative Intensität bezieht sich auf den Prozentsatz aerober Kraft die während des Sports eingesetzt wird und wird in Prozent der maximalen Herzfrequenz oder Prozent der VO2 max ausgedrückt. Sportliche oder körperliche Aktivitäten mit mäßiger Intensität sind dabei diejenigen, die mit einer Intensität von 40% - 60% der VO2 max(oder absoluten Intensität von  4- 6 METs) durchgeführt werden. Von starker Intensität spricht man bei Aktivitäten, die beim einer relativen Intensität von >60%der VO2 max(oder einer absoluten Intensität von >6 METs) durchgeführt werden. Zum Beispiel hat schnelles Gehen mit 4,8 km/h  eine absolute Intensität von ungefähr 4 METs.  Relativ wird diese Intensität für einen 20 jährigen Gesunden als leicht, und für einen 80 jährigen als starke Intensität angesehen. 

Die Weltgesundheitsorganisation hat den Begriff des „physical activity level“  (körperlicher Leistungsumsatz) auch abgekürzt PAL eingeführt. Hierbei wird der tägliche Gesamtenergieumsatz durch den Ruheumsatz dividiert  Werte des Leistungsumsatz 2,0-2,4 für Bauarbeiter, Leistungssportler etc,  > 1,7 bei einem aktiven Lebensstil. Werte zwischen 1,7 und 1,4 bei einer überwiegend sitzenden Tätigkeit wie bei Kraftfahrern. 1,4-1,5 bei einem Bildschirmarbeitsplatz, Werte < 1,4 definieren einen sehr inaktiven Lebensstil. Personen mit einem Leistungsumsatz von 1,2 sind in der Regel bettlägerig. Regelmäßige sportliche Betätigung 4-5x pro Woche und je 30-60 min erhöht den Leistungsumsatz um etwa 0,3 physical activity level“-Einheiten je Tag
Aktivität MET    Aktivität MET   
Freizeit        Holzhacken 4.9  
Leichte Betätigungen       Bergaufgehen (ohne Last) 6.9  
  Billiard 2.4     Bergaufgehen  (5 kg Last) 7.4  
  Tanzen 2.9     Fahrradfahren (mäßige Geschw) 5.7  
  Golf 2.5     Tanzen    
  Reiten 2.3      Aerobic oder Ballet 6.0  
  Musikinstrument spielen       Joggen 10.2  
   Akkordeon 1.8     Inline-Skating 6,5  
   Cello 2.3      Schlittschuhlaufen 5.5  
   Flöte 2.0     Skifahren 6.8  
  Klavier 2.3     Squash 12.1  
   Geige 2.5     Surfen 6.0  
  Volleyball (zum Spaß) 2.9     Schwimmen 7.0  
  Walking (gemütlich) 2.5     Tennis (Doppel) 5.0  
 Mäßig       Walking (sehr schnell) 8.0  
 Fahrradfahren (gemütlich) 3.5   Alltagsaktivitäten    
  Golf 4.4    Gartenarbeit (ohne Tragen) 4.4  
  Schwimmen (langsam) 4.5    Haushaltsarbeit 3.5  
  Walking (schneller) 3.3    Häufiges Heben 4.0  
  Walking (sehr zügig) 4.5    Autobeladen 3.0  
 Kräftig     Ruhig liegen 1.0  
       Rasenmähen
4.5
 

 

Quellen / Literatur:

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Insbesondere dem ICD 10, dem DSM IV, AMDP- Manual, Leitlinien der Fachgesellschaften, Lehrbuch VT von J.Mragraf, Lehrbuch der analytischen Therapie von Thomä und Kächele, Lexika wie dem Pschyrembel, verschiedene Neurologie- und Psychiatrielehrbücher, Literatur aus dem Web, außerdem einer Vielzahl von Fachartikeln aktueller Zeitschriften der letzten 10 Jahre.Möglicherweise sind nicht alle (insbesondere kleinere) Zitate kenntlich gemacht. Durch Verwendung verschiedener Quellen konnte eine Mischung aus den unterschiedlichen Zitate nicht immer vermieden werden. Soweit möglich wird dies angezeigt. Falls sich jemand falsch oder in zu großem Umfang zitiert findet- bitte eine E-Mail schicken. Bitte beachten Sie: Diese Webseite ersetzt keine medizinische Diagnosestellung oder Behandlung. Es wird hier versucht einen Überblick über den derzeitigen Stand der medizinischen Forschung auch für interessierte Laien  zu geben, dies ist nicht immer aktuell möglich. 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Zum einen gibt es nicht überall solche Leitlinien, zum anderen werden diese mir nicht immer sofort bekannt. Manche Leitlinien sind lange nicht aktualisiert worden und von neuerer Literatur überholt, bzw, ergänzungsbedürftig.  Wenn möglich sind im Text Links zu solchen Leitlinien eingebaut. Auch Leitlinien sind nur Orientierungen, sie schließen nicht aus, dass generell oder im Einzelfall Fehler enthalten sind oder diese im Einzelfall nicht anwendbar sind. Ziel der Darstellung ist hier definitiv nicht, mich als Experten für irgendeines der in der Homepage dargestellten Krankheitsbilder auszuweisen. Ich gehe davon aus, dass alle vergleichbaren Fachärzte für Neurologie, Psychotherapeutische Medizin und Psychiatrie ihre Patienten sorgfältig und genau so gut wie ich behandeln. Sollten Sie über eine Suchmaschine direkt auf diese Seite gekommen sein, werden Sie gebeten auch die Hauptseite aufzusuchen. Dort finden Sie einen Link zu den zuständigen Ärztekammern. 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