Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse

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Glossar Psychiatrie / Psychosomatik / Psychotherapie / Neurologie / Neuropsychologie
 

Bewegungsmangel

Bewegungsmangel ist ein Risikofaktor für viele körperlichen Krankheiten und verschlechtert auch seelische Störungen. Bewegungsmangel ist nach WHO Global Strategy on Diet, Physical Activity and Health. 2003 verantwortlich für etwa 10-16% der Fälle von Brustkrebs, Dickdarm und Enddarmkrebs, Diabetes mellitus, und etwa 22% der koronaren Herzerkrankungen. Insgesamt geht die WHO davon aus, dass 1,9 Millionen vorzeitige Todesfälle jährlich auf das Konto von Bewegungsmangel gehen. Die Grundlage für regelmäßigen Bewegungsmangel wird meist schon im Kindesalter gelegt. Schülerinnen und Schüler verbringen einen Großteil des Tages in der Schule, die ihrerseits nur in begrenztem Maß Angebote macht, die dem kindlichen Bewegungsbedürfnis entsprechen. Bewegungsmangel beeinträchtigt schon bei Kindern das Wohlbefindens und die Gesundheit und begünstigt Übergewicht. Kinder die sich weniger bewegen sind oft aggressiver und weniger selbstbewusst. Regelmäßige körperliche Bewegung ist eine der wichtigsten krankheitsvorbeugenden Maßnahmen.

 

Bewegungsmangel ist damit einer der wichtigsten Risikofaktoren für die Entstehung von Krankheiten und psychischen Störungen. Wenn eine Störung oder Krankheit eingetreten ist, verschlechtert Untätigkeit in den meisten Fällen den Verlauf. Auch in der Medizin galt Schonung und Bettruhe lange als ein ungefährliches Allheilmittel. Bettruhe bei Krankheiten hat als Nebenwirkung mehr Menschen umgebracht oder deren Leiden verschlechtert als jede andere Behandlungsmethode. Studien zeigen, dass Patienten mit verlängerter Bettruhe bei Rückenschmerzen, drohender Fehlgeburt, Risikoschwangerschaft, Herzinfarkt, Lungentuberkulose, rheumathoider Arthritis oder akuter Hepatits, nach ärztlichen Eingriffen wie Lumbalpunktion, Spinalanästhesie, Linksherzkatheter, nach Operationen etc. einen schlechteren Verlauf haben, als Patienten, die frühzeitig mobilisiert werden.
 

Quellen / Literatur:

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